Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1904-07-22 · 30 (22.7.1904) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
30 (22.7.1904)
Date
1904-07-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2432763-2433023-2433053--2503-2436376
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 20 Wien, Freitag , Jüdische« Volkablatt. SS. Juli 1904 Seite t die großen Verdienste des teueren Entschlafenen skizzierend, legte er eine besondere Betonung auf die Worte, die Juden seien ein besonderes Volk. Hierauf verlas Ing. Licht sein Gedicht, worauf Ing. Schick in klaren Zügen das Wirken de- Verstorbenen entfaltete. Die ganze Erhabenheit des Zionismus, die Begeisterung, zu der Herzl die Masten des JudenvolkeS hinzureißen verstand, mit einem Worte, alles waS schön und edel am Führer und an der Bewegung, stellte Schick vor die Augen der Hörer. Tief ergriffen hörten die Zuhörer zu und aler endete, da fand sich wohl keiner, der seiner Zustimmung nicht Ausdruck verliehen hätte und gar mancher, den wir al- Asfimilanten kannten, drückte dem Redner die Hand. — Und doch war die Feier nicht eine Feier der jüdischen Konfession, sondern der jüdischen Nation! Der herbe SchicksalSschlag, der das Volk ereilte, hat bei uns die Fahne Zions zur Entfaltung gebracht. O, wäre doch nicht dieser Kausalnexus gewesen! Doch damit man ja nicht denke, eS haben sich vor dem Tage bei uns nur eine geringe Zahl Zionisten vorgefunden! Seit meinem letzten Berichte sind wohl bis 200 Schekelquittungen eingelöst worden, zumeist durch das Wirken de- Herrn Schick. Akademiker, Aerzte, Kaufleute, die Schuljugend u. s. w. haben sich ihm angeschloffen und so wird vielleicht bald — ganz gewiß — der Zionismus sich auch bei uns organisieren. Zumal es Schick nicht versäumte, zu betonen — was doch so selbstverständlich und doch vielen unverständlich war — daß der Zionismus den Patriotismus nicht ausschließt. Wenn ich die Bilanz der Bewegung in Kroatien fixieren soll, so merke ich eine starke Abnahme der Indolenz und der Passivität zu Gunsten des Zionismus. Der Stein der in's ruhige Wasser geworfen ist, ziehet immer weitere und weitere Kreise. Und es ist gut, daß es heimische Söhne waren, die hier ihrer Mission walteten. Als die „Bar Giora" die Absicht kundgab, einen Agitationsvortrag zu halten, da bemerkte ich eine Abstinenz und Verschnupftheit. Heute ist mit einem Schlage die Bewegung in's Leben getreten und die „B. G." kann und wird^ uns selbst die. Arbeit überlasten müssen. Sie wird es gewiß mit Vergnügen konstatieren. Ich will hier nicht die Namen jener nennen, die im sozialen Leben eine einflußreiche Stellung einnehmen,' und die sich der Bewegung anschlossen: wenn die Zeit kommt, werden sie sich hören lasten. Zur guten Stunde hat der Zionismus bei uns eingesetzt: wegen der Juden, die in Passivität versunken waren, wegen des sich regenden Antisemitismus (nicht lange ist es her, daß eine klerikale, vulgo christlichsoziale Partei und dessen Organ in's Leben traten, dem man aber unserseits noch nichts nachsagen kann) und wegen der liberalen Auffassung Jung-Kroatiens. Und da ich schon dabei bin, sei bemerkt, daß im Organ der kroatischen Fortschrittler zur selben Stunde, da wir die Trauerfeier hielten, ein kurzer Aufsatz erschienen war, itt'‘bettr-'fldt! betont wird, daß die Juden eine Nation für sich sind. Die objektive Wahrheit ist zwar damit nur eingestanden, doch ohne Zweifel wird der Artikel viel dazu beitragen, daß so mancher Jude dadurch erst »überzeugt" werden (Demnächst erscheint dortselbst ein ausführlicher Artikel über den Zionismus. „Pokret" 10./V1I., 1904). Ruhe sauft, o Meister, denn deines Werkes wird voll ganz Juda! Zettimgsschau Aus den sogenannten Judenölättern. Heirat. Ich wende. mich diesem Wege zu, um für meinen Verwandten, dem es an geeigneten Beziehungen mangelt, passende Lebensgefährtin zu suchen, j Derselbe ist anfangs. 30, Kaufmann, freidenk. Israelit, v. j sympath. Exterieur und verfügt über ein jährl. Einkommen v.! 7000 Mk. Junge hübsche Damen, am liebsten Christin, mit. größerem Vermögen, v. wahrer Herzensbildung, oder deren Eltern od. Verwandten, welche diesem ernstgem. Gesuch Vertrauen ent: gegenbringen, werden geb. ihre Adresse m. Angabe d. näheren Verhältnisse, ev. m. Bild, zur Weiterbeförderung u. P. L. an Haasen fteiit u. Vogler A.-G., Karlsruhe, zu s. Strengste Diskr. wird ge boten u. verlangt. Nichtpassendes zurück. Vermittler u. anonym zwecklos. (Aus der Frankfurter Zeitung.) * * * Graf PÜckler. Das „Kleine Journal" meldet, daß zwischen dem bekannten Grafen PÜckler und der „Staatsbürger- Zeitung" ein Konflikt ausgebrochen sei. Auf der letzten auf gehobenen Pückler-Bersammlung kam es zu erregten Auseinander setzungen zwischen PÜckler und dem Herausgeber der „Staatsbürger-Zeitung", dem Abgeordneten Wilhelm B r u h n. Dieser machte dem Grafen Borwürfe wegen seiner blutrünstigen Sprechweise und betonte, daß unter solchen Umständen PÜckler nicht mehr werde auftreten könne»:. PÜckler beschimpfte Bruhn unter anderem, indem er ihm das Wort „Feigling" zurief. Am nächsten Tage meldete sich bei PÜckler ein anderer Unternehmer von antisemitischen Ver sammlungen, der seine Bereitwilligkeit erklärte, den Grafen sprechen zu lassen. Darüber ist die „Staatsbürger-Zeitung" sehr verschnupft und sperrt nun alle Mitteilungen über Pückter-Versammlrmgen aus. „Freiwillige" Spenden. In dem blutarmen Podolien, wo die Jude,» zu den Aermsten der Arme»» zählen, sind bisher von Juden allein zirka' 66 000 Rubel als freiwillige Spenden.für de»» ostasiatischen Krieg gesammelt worden. Die „Oswoboschdenje" erzählt zur Kennzeichnung der Art, wie solch' „freiwillige" Spenden eingerrieben werden, folgende wahre Begebenheit aus dem russischen Dorfleben: Beim Dorfschulzen hatte sich bereits die gesamte Bauernschaft versammelt; der Hausherr bewirtete den Stanowoi (Polizeiorgan eines Gcrichtsspreugels) mit Magenbitter und Salzgurken. Die Bauern stehen zu einer Gruppe gedrängt beisammen. Am Herde singt und brodelt der Samowar. Der Stanowoi leert ein. Gläschen, räuspert sich, beißt dazu ein Stück von der Gurke ab und schaut schweigend mit stierem Blick rings um sich. Der Stanotvoi' hat die kleine „Erfrischung" zu sich genommen, wischt sich nun ausführlich den Mund ab, zwirbelt den Schnurbart auf und verläßt seinen Platz am Tisch. Nachlässig cm den Knöpfen seiner Uniform putzend, bekreuzt er sich, das Gesicht nach der dunklen.Zimmerecke wendend, too die Heiligenbilder für gewöhnlich zu hängen pflegen, dann setzt er sich auf die Bank und richtet seinen Blick auf die. Bauern. „Nun ja," brummte er, „ihr habt doch davon gehört, daß es dem Japaner eingefallen ist, mit uns Krieg zu führen und daß er uns in ganz räuberischer Weise unterm Wasser eine Sau zugesendet hat? Habt ihr davon gehört?" Die Bauern werden unruhig, schweigen jedoch. Der Dorfschulze tritt vor und sagt hastig in einem Zuge: „Wir haben davon gehört, Euer Wohlgeboren; Väterchen hat es uns in der Kirche erzählt," damit tritt er wieder in die hinteren Reihen zurück. „Nun also. Und jetzt braucht die russische Flotte Verstärkung, in der Staatskasse ist aber recht wenig Geld gesammelt auf Grund dieses . . . ja, also . . . das heißt.. . . man braucht eben . . ." Er schweigt, zieht aus der Tasche die Zigarettendose hervor und zündet sich eine Zigarette an. Wieder tritt der Dorfschulze vor und fragt schüchtern: „Wie viel von jeder Seele, Euer Wohlgebören?" „Je einen halben Rubel I" lautet die kurze, energische Antwort und die Zigarette rückt von dem einen Mundwinkel in den anderen hinüber. Nach diesen Worten hört mau aus den Reihen der Bauern ein kaum unterdrücktes Seufzen, die Gesichter neigen sich zu Boden und eine beklemmende, düstere Niedergeschlagenheit überkommt alle. „Nun?" fragt der Stauoivoi gleichmütig. Schweigen. Einer von den Alten fährt plötzlich auf und mit einer Art berziveifelter Enischlossenheit, den Blick starr auf den Stanowoi gerichtet, platzt er heraus: . „Kann man es »licht nbsitzen, Euer Wohlgeboren?" „Dummkopf I Hölzerner Tölpel, du!" schreit der Stanowoi und spuckt sogar vor Zorn aus. Eine Weile blickt er dann schweigend auf die Gruppe der Bauern hi»». Endlich wendet er sich zu bem Dorfschulzen und sagt mit der entschiedenen Betonung eines Menschen, der seiner Macht bewußt ist: Die Juden des Mittelalters in ihrer wirtschaftlichen Betätigung. Aus einem Vortrage „Die Juden des Mittelalters in ihrer absolut nicht verstehen konnte. — Da fällt mir eine Episode aus n'L Aut vor. Glaubensgenossen, gehet hi»», kaufet und leset dimeiner Jugend ein .... Als ich ungefähr neun Jahre alt war, Gedichte RosenfeldsI schickte mich »»»eine Mama mit einer wohlgefütterten Gans, die ein Klat tau, im Febrnar 1904. kleines Gebrechen am Flügel hatte, zum Herrn Rappoport mit -—— der Frage, ob das Tier koscher fei. Rappoport empfing mich mit besonderer Freundlichkeit und sobald er erfuhr, daß ich mütterlicherseits einer der ältesten Prager Familien, die ihm sehr bekanllt war, entstamme, stellte er an mich diverse Fragen, die ich prompt beantwortete. Dann untersuchte er gründlich das Federvieh, blätterte 1 in einem alten Kodex nach und erklärte die Gans für trefe. Meine j wirtschaftlichen Betätigung", den Dr. Caro in der Antiquarischen Mutter, die das Tier' wochenlang nach allen Regeln der Kunst ge-! Gesellschaft in Zürich hielt, wird berichtet: Im späteren Römerreich stopft hatte, traf die Botschaft sehr hart und sie sagte: „Hätte ich bildeten die Juden eine besondere Gesellschaft. Die Mehrzahl saß. dich lieber zu Reb Schu»»,l Freund geschickt!" — Diese Antwort führt freilich jenseits des Eriphrat; im Reiche selbst sind sie in den Lstmich zu dein Oberjuristen Samuel Freund, der Wohl ein ähnliches Partien stärker vertreten, in Palästina auch nach der Kata- Gewand irrig, tute Rappoport, aber dem ersteren unähnlich war.' strophe Jerusalems noch überwiegend. Wirtschaftlich sind sie von der Freund, ebenfalls ein scharfsinniger Talmudist, war von kleinerj übrige»» Bevölkerung nicht geschieden. Für die Klaffenbilduug war Gestalt »mb großer Agilität; ihm fehlte das würdevolle Auftreten der Grundbesitz der wesentlichste Faktor; es gab nun in Palä- Rappoports. Ich hörte ihn einmal beirn Leichenbegängnisse des stina jüdische Großgrundbesitzer, danebe»» sind samaritanische Kolopensionierten Polizeibeamte»» Hermaitn, der ein frotumer Jude wen speziell nachtveisbar. Der starke Steuerdruck veranlaßte 362 war und der Pinkas-Syuagogenstammgelneinde angehörte. Bei sweu Aufstand der Kolonien. Als Grundbesitzer und Kolomn frndieser Gelegenheit ließ der Oberjurist gegen seine Glaubensgenosse»» den sich die Juden auch in» Westen. Sie treten auch in die städtischen eine Philippika los, in der er klarlegte, daß sie nicht gottesfürchtig Kurien (Räte) ein. — Bei bet» Judenwar das Handwerk hochgewäreu, daß sie Leuten fromme Funktionen übertrügen, die dessen schützt u»»d schor» in der hellenistischen Zeit lieferte die jüdische Diauicht würdig wären. „Ae Postillon is bei enk auch ä Baltikeh"; stzora einen Teil der Handwerkerschaft. Der Handel wurde dagegen (ejus ipsissitna Verba) und so ging's weiter. Freund sprach damals' durch die älteren jüdische»» Anschauungen nicht gefördert. Einige ganz »»»»geniert, »»»»geziert, vieles im Jargon. Ich hatte immer jüdische Handelsleute gab es freilich schon in Rom, die im Besitz der vor diesen» Sprachenidiome eine Mscheu, bin aber im Laufe der. ganzen antiken Verkehrstechnik waren; auch großkapitalistische Be- Jahre z»» einet* anderen Ansicht gelangt, de»»n der Jargon ist hie tätig>l»»g, lvie Zvllpachtung, ivird für Inden bezeugt. Die Anschauung M»ltterspra»he tausender und abertausende»: unserer zumeist gvdrück-! Sombarts, daß die rnittelalterlichen Juden ihren Reichtum den aus ten Glaubensbrüder, er hat seine Zeitungen, seine bedeutende, reich-! der röruischeu Zeit hinübcrgeretteten Kostbarkeiten verdankten, ist un- „Dah mir Sonntag das Geld zur Stelle »st. Hörst di», Dorfschulze?" „Zu Befehl!" antwortete jener militärisch. „Ihr aber packt euch, ich brauche euch nicht weiter." Die Worte, mit denen der Stanowoi die Bauern verabschiedet, bringt er schon itt milderem Tone vor. Geängstigt murmeln diese ei»» „Leben Sie ivohl, Euer Wohlgeboren" »»nd drücken sich mit gekrümmten Rücken zur Stube hinaus. * * * Aus galizischen Kleinstädten. Die „Gerechtigkeit" schreibt: Wir erneiler»» de»»?lppell ayi unsere Glaubensgenossen in Galizien: Greifet zur Kle i n in d u st r ie, zur produktiven Erwerbstätigkeit, befeit euch vom Brautweinverschleiß, vom Offiziers- und Bauerriwucher »u»d derartigen Schandgewerben, die ihr euch in der Not, in Erltta»»gl»»ng würdigerer und ehrenhafterer Erwerbsgebiete, leider tvidmen müsset. Befreit euch von Erwerbszweigen, die dem einzelnen Individuum und dem ganzen Judentum unwillkürlich Unehre machen, bei welcher» die Besitz- und Erwerbslosen ihr Vermögen, die Arbeitskraft, nicht verwerten können und demzufolge au eurer Seite hungern und darben müssen. Greifet zur Industrie int eigene»», wie im Interesse der uotleiden-den Mitmenschen urrd i»n J»»tereffe des Ansehens unserer ganze»» Glaubensgemeinschaft. Greifet zur Industrie, zur menschenwürdigen produktiven Erwerbstätigkeit!!! In den böhmischen, mährischen, schlesischen, niederösterreichi-- schen, steiermärkischen Kleinstädten ist tagsüber selten eine Person auf den Marktplätzen oder in den Gaffen cmzutreffen; alle Bewohner der Orte dieser Länder obliegen am Tage ihrer Arbeit und dem Erwerbe; aus allen Behausungen wird das Hämmer»», das Feilen, das Säge»», das Hobeln, das Schnurren u»»d das Geklapper der Maschinen vernommen. Die Bevölkerung all dieser Orte ist in der Lage, sich aitständig zu kleiden und zu nähren und friedlich bei einander das Leben zu genießen. Wie grauerterregend sieht es aber in den galizischen Kleinstädten aus. Die Häuschen, welche den Ringplatz und die Nebengäßchen in einem solchen galizischen Städtchen bilden, sind durchgehends baufällig und mit lattenähnlichen Stange»» gegen das Einstürze»» gepölzt. Zu 10 Personen beiden Geschlechtes leben in den St»»ben dieser Hundbuden gleichkommender Gehäuse. Die Senkgr»»ben dieser jüdisch-kleinstädtischen Paläste stürzen in die Stuben der Arinen solch penetranten Gestank, daß es nur erstaune»» m»»ß, wie all diese Leute die ausgemergelten Körper auf den Beinen tragen können. In diesen Stuben herrscht ununterbrochene Not und Elend, Hunger und Verzweiflung, Zank und Hader und Neid und Haß gegen Ortsbewohner, denen es ausnahmsweise doch gelunge»» ist, durch ein ehrliches oder durch ein Schandgewerbe sich etwas Vermöge»» zu verschaffen. Solche Glückskinder, die sagen wir 2000 Gulden besitzen, sind die Zielscheibe der Mißgunst und der Verwünschungen aller Arruen und Unglücklichen im Orte. Ein vermögender Mann in solchen Orten ist daher auch nicht zu beneiden. Diesen erbärmliche»» Zuständen könnte nur die Verindustrialisierung, die Beistellung von Arbeit und Erwerb für die Armen und Ertverbslosen entgegenwirkeu. Leider fehlt es bei all diesen Korporationen, die den galizischen Kleinstädten mit Industrien unter die Arme greifen wollen, an den richtigen Eifer und Begeisterung für die Sache, es geht bei solchen langsam, vereinsmäßig zu und wir sehen es ein, daß die Hilft in Galizien im großen Mäßstabe nur von Galizien selbst geschaffen tverden könnte, nämlich wenn diese allein zur Kleinindustrie greifen. Wir rufe»» daher wiederholt, Glaubensbrüder in galizischen Kleinstädten, greifet zur Kleinindustrie l Wenn picht einzeln, so könnten einige Perso»»en gemeinschaftlich, z»»m Beispiel fünf Personen, welche je 2000 0Mbcn besitzen, in Kompanie mit einem Kapitale von 10 000 Gulden schon einen anständigen Fabriksbetrieb der Kleinindustrie milegen und alle 6 Familien würden bei verträglicher »u»d vernünftiger Arbeitseinteilung sich nähre»» können und hierbei genügend Arbeiter verwenden und solchen Evwerbsgelegenheit bieten. haltige Literat»»»', seine Deuker »»nd Dichter. j haltbar. Die veränderte Halt»n»g der römische»» Kaiser seit Kon- , a an u. ™ r - .V. , flantin, die Bevorzugung des Christentums, wirkte stark auf die Die Ne»ize»t hat »»ns. Moritz (Morris) Rosenfeld geschenkt, i J,^e»» zurück; es wurde ihnen verboten, christliche Sklaven zu eine,» gottbegnadete»» Jargonsänger, einen echten und rechten Poeten - hMen u»»d im fernem wurden sie vyn den Aemtern ausgeschlossen, -es. Ghetto. Seine w»»nderbaren, aus der Tiefe -der Seele und Die Motive für diese Behandlung tvaren durchaus religiöser Natur, des Herze»»s ko»»»»ne.»de»» Verse tverden gegenwärttg in alle Sprachen ${c Neigung zu Handel und Gelderwerb entwickelte sich unter dem übersetzt; eine deutsche und böhmische Ausgabe liegt schon seit länge.'Einfluß der gesamten wirtschaftlichen Entwickln», g. nicht zufolge.! eines ausgeübten Zwanges. In die ersten germanisch-:»» Staaten > traten die Juden noch als römische Bürger ein; ihre Behandlu»»g! war eilte sehr verschiede»»«; während die Päpste, so Gregor der Erste,! »nilde verftthren, zwm»g der westgotische Episkopat in Spanien die I Jude»» zur Taufe. Die gallischen Konzilien schlugen einen Mittelj weg ein; sie strebten nach Absonderung der Juden und beschränkten \ ihre:» gesellschaftlichen Verkehr »nit den Christen d»»rch Eheverbot und das Verbot ge»»»ei»»samen Speisens; auch hier liege»» keine wirt-; schaftlichm Gründe für diese Politik vor. In Spanien sind die! Inden fest »»»»gesessen; sie habe»» Grundbesitz. In Gallien erscheinen ' sie. »»ach Gregor von To»»rs, als Kaufleikte, treiben auch reine Geldgeschäfte; hierin »nachten ihnen die christlichen Syrere Konkurrertz. - Nach einigen überlieferten Zahle»» müssen die Juden dmnals in! Gallien ziemlich zahlreich gewesen sein und es ist nicht m»z»»nehmen. daß sie ausschließlich vorn Hairdel gelebt; auch das Handwerk konnte! bei der sich selbst genügenden Hofwirtschaft der Grotzgrundherrschaften! fiir sie nicht sehr belangreich sein. Unter den Karolingern vern»itteli ten sie der» Hrnrdel ztvischeu Orient und Okzident, wozu sie besonders! ihre a»»sgedehnten Sprachkenntnisse befähigte»». A»n Kaisehhofe fanden sie gnte Aufnahnre, wie »». a. die Schtltzbriefe Ludwigs des Frornlne»» für reisende Jllde»» zeigen. Sie waren damals noch ansässig irr» Frankenreiche. Ein Hauptgeschäft war die Einfuhr von Sklaven a»is dein Sklavenlande; es kan» vor, daß sie für ihre!l»l!er»»eh»nm»gen sich vor» christlichen Gläubigern Geld vorschießen ließen; manchmal liehen sie dagegen Geld a»»s. Ihr Reichtum starurnte »licht vorn Grundbesitz, aber sie sind noch nicht ganz von ih»n abgelöst, a»»ch itt Deutschland nicht. Zahlreich ließen sie sich an der detltschen Ostgre»»ze »»jeder, ivegen des Sklavenhmtdels (in Magdeburg, Merseburg, Meissen. Prag). Mit dem Warenhandek steht das Geldgeschäft itt engem Zusammenhang; in diese Verhältnisse gestaltet die A»»tob»ographie des Prü»nonstratensermönch3 Her- »na»»n, eines bekehrte»» Juden, interessante Einblicke: er verwendete eil»st Geld, »nit dein er ivohl Wiaren einkaufen wollte, als sich ihm Glegerrheit darbietet, zu einem Darlehnsgeschäft. Ebenso liefern einige ne»» p»»blizierte orientalische Märchen gut beoba»Htete Züge: die Grundlage des Handels ist das bare Geld, das sich durch den Wiare»»- mitfrtii horiiin»ii4 Sirtf* SÄrtrhnvmti’ hlrtiwtl tmphpr rtllfeprft Nlltcbar.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.