Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 18 (29.4.1904)
- Date
- 1904-04-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. Nr. 18 Amendement, ivelches einer Erweiterung des bereits bestehenden Verbotes gegen die Landung „uMvrstützter fo Wanderer" gleichLommt. In Zukunft sollen als solche gelten, „welche duich die Uebereinknnft irgend einer auswärtigen Regierung mit irgend einer Transportgesellschaft direkt oder indirekt unterstützt oder zur Auswanderung veranlaßt werden". Diese Bestimmung ist» offen gegen das liebere in ko in men gerichtet, welches die ungarische Negierung mit» der Cimard-Linte getroffen hat. Die Annahme dieses Amendements würde dahin führen, daß sämtliche auf Schiffen der Cnnard-Linie gelandeten ungarischen und österreichischen Auswanderer zur Deportierung verurteilt werden müßten. Jedenfalls ist damit zu rechnert, daß auch die vor legislativer Durchführung dieses Amendanents auf gleichent Wege hicher gebrachten Landsleute einer, besonders strengen Behandlung in der Frage ihrer Zulässigkeit unterworfen sein werden. Für die in Einwanderungsfragen derzeit herrschende Tendenz ist übrigens ein Gesetz bezeichnend, welches dem Ausschüsse des Hauses vorlag. In dieser Adams'schen Bill wird die Maximalgrenze der zulässigen Einwanderung aus irgend einem auswärtigeir Staate mit 80 000 Köpfen bestimmt. Diese Vorlage wurde zunächst einem 31t ernennenden Spezialkomitee zu gewiesen, was Wohl mit ihrer endgiltigen Erledigrmg als gleichbedeutend bezeichnet werden kann. Das ist auch für Oesterreich, welches gleichfalls eine große Auswanderung nach Amerika besitzt, von Wichtigkeit. Angesichts dev Tatsache, daß seit längerer Zeit eine planmäßige» Agitation, insbesondere auch gegen die ungehinderte Zu-1 lassrmg von Einwanderern aus Oer Monarchie, besteht, die so weit geht, daß dieselben wiederholt öffentlich als unerwünschte Elemente bezeichnet werden, erscheint es gewiß! geboten, bei irgend welcher Aendertmg des bestehenden Aus-, Wanderungsverkehrs nicht nur» mit den lokalen Wünschen, sondern auch mit jenen Konsequenzen, zrr rechnen, welche sich in den Vereinigten Staaten aus Spezialabmachungen ergeben können. Die Frcnldencinwandcrung nach England. Staats-» sekretär Akers Douglas beantragt die ziveite Lesung der! Vorlage betreffend die Fremdeneinwanderung. D i l k e» stellt hiezu folgenden llnterantrag: Das Haus glaribt, daß 1 die Gesetzgebung die Ausbeutung der Arbeiter durch die Unternehmer verhindern solle. Das beste Mittel hiefür ist, den aus der billigen Arbeit der Ausländer entstehenden Uebeln entgegenzutreten. Das Haus wünscht ferner, bevor es die Vorlage bewilligt, im Gesetz die Aufrechterhaltung des Prinzips der Gewährrmg einer Zuflucht für die Opfer von Verfolgungen zu versuchen. .Nach längerer Beratung wurde her Unterantrag des Abg. Dilke zur» Vorlage betreffend die Fremdeneinwanderung mit 241 gegen 117 Stimmen abgelehnt und die zweite Lesung dieser Vorlage ohne besondere Abstimmung angenommen. Im Laufe der Debatte erklärte der Präsident der Lokalverwaltung, Long, die Regierung wünsche nicht, die Einwanderung von gesunden, ehrenhaften Leuten zu behindern, es sei aber nicht möglich, die gegenwärtige Art der Einwanderung weiter zu gestatten. Ein Schüler Kruschewans. Aus Bialystdk wird uns geschrieben: Ich will Ihnen in kurzem über die Geschichte eines dunklen Ehrenmannes berichten, der seinem Vorbilde Kruschlewan nacheiferte, es aber glücklicherweise nicht erreichen konnte. In Bialystok erschien nämlich eine Zeitung, „Bialistoky Westnik", deren Herausgeber W a s s i l j e w es auf keinen grünen Zweig bringen konnte/ Kurz entschlossen schrieb er an den Vorsteher der Bialystoker Judenschaft, man solle ihm 1500 Rubel schicken, sonst werde er in Bialystok dasselbe machen, was Kruschewan in KÜschenew' getan hat. Die Judenschaft ließ sich aber von dem Erpresser nicht einschüchtern und sandte ihm nichts. Wassiljew begann nun eine antisemitische Agitation, die ihm zwar nicht die Subvention von Seite der Juden einbrachte, Wohl aber ihm wirklich das Vertrauen des Gouverneurs verschaffte. Er wurde zum Sekretär der staatlichen Kommerzialschule in Bialystok ernannt. Er benützte nun diese | Stellung, um sämtliche Fonds und vorhandenen Gelder zu unterschlagen und damit zu flüchten. Das ist, das Ende des Bialistoker Kruschewans und des Bialystoker „Westnik".. Amerikanische Intervention. Aus New-Uork wird berichtet: Das Repräsentantenhaus nahm die Resolution an, Rußland aufzufordern, Israeliten mit amerikanischen Pässen keine Schwierigkeiten zu bereiten. Die Presse erwartet bestimmt Rußlands Nachgeben. Jüdische Geschäftsreisende in Rußland. TAegenüber den Klagen des Abgeordneten Kämpf über Behandlung deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Rußland führt der Staats-! sekretär aus, bei den Handelsverträgen würde für Erleichterung der Geschäftstätigkeit der deutschen Juden in Rußland nach Möglichkeit gesorgt werden. Die Organisation der deutschen Juden. Diese Woche fand in Berlin die konstitutionierende Sitzung der Gesaut torganisation der derltschen Judenschaft unter Vorsitz des Dr. P h i l i p s 0 n statt. Der Zweck des Verbandes ist Wahrung der Ehre und der verfassuilgsmäßigen Rechte der deutschen Judenschaft. Gie Geschäfte führt ein zweigliederiges Komitee in Berlin. Der Judentag war» von 160 jüdischen Gemeinden beschickt. „Daß Jesus Christus ehu geborener Jude sey." Die Christen unterscheiden sich ursprünglich mir dabürg, von den Juden, daß sie in Jesus den Messias sehen.! Demgemäß trägt das Bild Christi in den Evangelien die * 2'J. April l904- Züge, tvelche deur tut alten Testament entworfenen Bilde des Messias entsprechen. Das Mathäus-Evaugeliunt beginnt mit einem Geschlechtsregister. Christi, welches dessen Abstammung auf David nachweist, denn der Messias lnuß voir davidischenl. Stamme sein. Das Lukas-Evangelium hat im 3. Kapitel einen, allerdings einigermaßen alü reich enden Stammbaum, welcher ebenfalls auf David Zurückführt. Lukas 2, 21 erzählt Christi Beschneidung, wobei bemerkt zu werden verdient, daß der Tag von Christi Beschueidung jahrhmldcrtelang als kirchlicher Gedenktag gefeiert wurde?) Es ist daher unleugbar, daß Christus Jude war, wie ja denn auch eine Schrift! Luthers den Titel führt: ,,Taß Jesus Christus eyn geborener Jude sey."?) Und als Gegenstück mag erwähnt werden, daß der Obelisk auf deul Petersplatz zu Rom an der Ostfront die auf Christi Abkunst deutende Inschrift trägt: „Vicit Leo de Tribu Juda." — Es siegte der Löwe vom Stamine Juda. Nach der Lehre der christlichen Religion ist Christus zugleich Sohn Gottes und Mensch — als Mensch ist er aber Jude und mußte er Jude fein, da er sonst nicht der Messias von Davidischem Geschlecht hätte sein können. Jill Sinne christlich-orthodoxer» Auffassung begeht also nicht derjenige eine Blasphemie, welcher Christus einen Juden nennt, sondern umgekehrt derjenige greift ein christliches Dogma an, welchcnr sein Gott in der Gestalt eines Juden nicht vornehm genug ist, und der deshalb die jüdische Abstammung Christi fortzudisputieren sticht. So lange die Christenheit gläubig war», hat sie an der jüdischen Abstammung Christi keinen Anstoß genommen. Je mehr der fromme Glaube ins Wanken kam, je mehr Christus nur der verehrungswürdige Mensch wurde, um so unerträglicher wurde der Gedanke, daß er Jude sein sollte. In hübscher Weise schilderte Heinrich H e i n e in der Einleisttmg 31t „Shakespeares Mädchen und Frauen": „Ich kenne," so schreibt er dort, eilten guten Hamburger Christen, der sich nie darüber zufrieden geben konnte, daß unser Herr und Heiland voit Geburt. ein Jude war. Ein tiefer Unmut 'ergriff ihn je1desm.il, wenn er sich eingestehen mußte, daß der Mann, der, ein Muster der Vollkommenheit, die höchste Verehrung verdient, dennoch zur Sippschaft jener nngeschnäugten Langnasen gehörte, die er auf der Straße als Trödler herumhausteren sieht, die er so gründlich verachtet, und die ihm noch fataler, sind, wenn sie gar, wie er selber, sich dem Großhandel mit Gewürzen und Farbestoffen zuwenden, und feine eigenen Interessen beeinträchtigen. Wie es diesem vortrefflichen Sohne Hammonias mit Jesus Christus geht, so geht es mir mit William Shakespeare." Seither begnügte man sich nicht damit, sich über Christi Abstammung von Juden zu ärgern, matt sucht nachzuweisen, daß er kein Jude, sondern ein „Arier" gewesen. In ergötzlicher Weise trat die in dieser Frage eingetretene Verwirrung der Gemüter bei den Reichstagsvechandlungen vom 8. und 9. März zutage. In der Sitzung vom 8. März erklärte der Abgeordnete Stöcker: „Der Heiland war kein Jude, sondern des Menschen Sohn." (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) „Auch Gottes Sohn." (Zurufe bei den Sozialdemokraten.) i 1 Präsident: Meine Herren, die Zurufe fangen an, so zu werden, 'daß ich sie als Blasphemie bezeichnen muß . . . Am 9. März erwiderte der Abg. B e b e l: „Als gestern von dieser Seite — es war wahrhaftig kein blasphemischer Ruf — Herrn Stöcker 3ttgerufen wurde: Was wollen Sie denn? Christus war selbst eiu'Jude, rief Herr Stöcker emphatisch: Nein, das ist er nicht. Christus ist des Menschen Sohn. Aber, Herr Stöcker, Christus ist! von einer Jüdin geboren' worden . . . Die Weissagungen > der Propheten des alten Testaments weisen auf Juda, auf Israel als das auserwählte Volk, aus welchem der Heiland der Welt hervorgehen werde . . . Was Sie über die Inden gesagt haben, beruht! auf historischer Fälschung. Es kann gar nicht bestritten werden, daß noch der Genesis das Christentum ohne das Judentum nicht denkbar wäre. — Das eine folgt aus dem anderen. Und wenn Sie alles das alljährlich in gewissen Perioden selbst von. der Kanzel predigen müssen, dann ist es um so sonderbarer, um so verwerflicher und tun so verächtlicher, wenn Sie dann gleichwohl Ihren wüsten Judenhaß, wie geschehen, auslassen." Hierauf erwiederte Stöcker: „Wohl aber sagt Christtls: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu. bringen, sondern das Schwert?) Und wenn Sie die Bibel mehr als oberflächlich kennten, dann lvnrden Sie wissen, daß er zu den Juden sagt: Ihr Otterngezücht, ihr seid von eurem Vater, dem Teufel?) .... Wenn aber Herr Bebel den Unterschied nicht begreift, der in den Worten liegt: Jesus ist nicht Jride, sondern des Menschen Sohn, so begreife ich das durchaus. Sein Haß gegen Akadentie ttitd Bildung ist ztt groß, um eiu so tiefes Wort irgendwie zu» verstehen."") Man. wird gestehen mitffeit, daß Stöcker sich einigermaßen enüvickelt hat. Jtt einer seiner ersten Reden begründete er die Notwendigkeit der antifemiiifcf>ett Bewegung damit, daß in seiner Schule die Knaben nicht gewußt hätten, wer König Hiskias gewesen sei. Aber attch an ihm bewährte sich das wahre Wort Dührings: Ein Christ, wenn er sich selbst versteht, kamt kein ernsthafter Antisemit sein. Und da Stöcker eben ein ernsthafter Antisemit war, hörte er allmählich auf, eilt Christ zu seilt. Es fehlt nicht nur an der Liebe, sondern es hapert auch mit bent Glauben. Es kam bei ihnt alletdings nicht zu dem gleichen Eklat, wie bei scincm ebenfalls antisemitischen Amtsbruder, dem verstorbenen Pfarrer Teckeri! in Wien. Dieser war so blasphenusch geworden, daß die österreichische Wochenschrift beim Abdruck seiner Kanzelreden wegen Blasphemie konfisziert wurde. — Zwar so weit war Stöcker schon 1892 gelangt, als er erklärte : „Allerdings ist Jakob der Typus des Judentums: cr betrügt und gaunert;. allerdings ist David ein Ehebrecher, tuid Mörder.") Beiläufig derselbe David, den als Stammvater Christi das Lukas- und Mai thötis-Evangelium eifrig nachznweisen streben. Von da! ab ist es aber noch ein gewaltiger Schritt! bis zu dem in j der Sitzung vom 8. März gefallenen Ausspruch: „Jestls! ist lücht Jüde", der das Christentum an der Wurzel trifft, Demi was danach übrig bleiben fann, mag etwas sehr» edles j sein, vielleicht so cht Stück ethische Kultur, mit Chrtsttls als ' besonders hervorragen»dem. ethischem Vorbild, aber Christlentunt1 ist es nicht ntehr. Und die Apostel sind nicht! tnehr Apostel, sondern betrogene Betrüger, wenn Christus nicht vom» Stamme Davids ist.! Es ist absolut tticht über den Ztlsammenhang vont I alteil unb neuen Testament herumzukommen, den treffend! Lessing in kn theologischen Rezensionen (143 Stück) dar- I gelegt hat: „Auf was gründet sich das nette Testament? Auf , die Propheten. Und die Propheten? Auf den Moses. War! also Moses nicht von Gott gesendet, so waren es auch» nicht diejenigen, welche sich auf den Moses bezogen." Als Bebel j ansführte, daß Christus von Geburt Jude sei, eckönte von ' der rechten Seite der Ruf: „Chamberlain". — Den Rassen- seren, die gerne Nachweisen möchten, daß Christtls kein Jude hei, hat der Antisemit Eugen Dü h ring („Ersatz der! Religion" 1 folgende treffende Bemerkung gewidmet?) „Jette pure Vetilegenheitshypothese von der nicht rasseltjüdischen Natur von Christus ist nämlich, geitauer untersucht, pure Willkür und wäre nie ausgestellt worden, wenn ntan nicht, das heutige Christentum tnoderner Völker von der Mißliebigkeit hätte bewahren wollen, auch! petlfönlich einen rein rassenjüdischen Ursprung und überdies zuttr Gegenstand^ seines Külitts oder wenigstens der moralischett Achtung eines Stammesjuden zu haben." Wird das religiöse Gebiet verlassen, und atlßerhalb dieses Gebietes stellen sich alle, welche die nicht jüdische Abstammung Christi Nachweisen wollen, so muß bemerkt werdeit, dass luir geschichtliche Kenntnis von Christus tücht haben. Die Evangelien sind als 'eigentliche Geschichtsgtiellen nicht zu betrachlten, am allerwenigsten von deitjenigen, welche die jüdische Abstammung Christi leugnen. Denn die jüdische Abstammung von Christus bildet, wie bemerkt, ein äußerst wesentliches Moment in den Evangelien. Daß insbesondere über das Außere ChrM schon die Kirchenväter keine bestimmte Vovstellung hatten, bewetst die Schrift des Origenes gegen Celsus, in welcher e& heißt: Wir könnelt es nicht in Abrede stellen, daß die Schrift von Jestt melde, er sei von Gestalt häßlich gewesen, allein daß er ein medriges Aussehen gehabt habe, rivie Celsus »hinzufügi!, findet sich nirgends. Ebensowenig liest man I irgendwo, daß er klein> von Person gewesen sei. Ich will die Stelle des Propheten Jesaias (Kap. 63, 1—8)5 6 7 8) hen setzen, worin geweissagt wird, daß Jestls mit keiner besondercn Schönheit und imponierenden Gestalt in der Welt erscheinen werde." Origetles weiß also —- etwa 200 Jahre nach Christi Tode —'nicht, wie Christus aussah, und folgerte nur auf sein Atlssehen aus einer» Stelle im Jesaias. Beiläufig ein weiterer Beweis, wie „jüdisch" Christus in den Atigat der Kircheitväter war. Wir begreifen durchaus, wie peinlich» es denen ist, die sich mit ihrem „Arierttim" brüsten, „daß Christtls ein geborener» Juide" sei, cs geht eben int Lebett nichi! alles nach Wünsch!. Wenn sie aber diese Absidmutung leugnen wolleit, weil sie ihnen unaltgenehm ttitd nicht vornehm genug ist, so» begeheir sie im Sinne orthodorreligiöser Auffassung eine Blasphemie, int Simte geschichtlicher t) Der Neujahrstnn lcmrde als festum circumcisiotlis dümini eingesetzt durch die Synode von Tonrs 667. Luther sagt 1528 (Erl. Allsgabe 28, S. 44): „nnd insonderheit soll inall halten beu Ehristtag. Beschneidnrig, Epiphailiae, die Osterfeier, Auffahrt, Pfingsten." IVergl. Art. Feste in Herzog. Prot. Real-Encyclop.). 2) „Anrw 1528" erschienen. Dell Inhalt der Schrift ergibt folgeilde Stelle: Darum lvill ich aris der Schrift erzählen die Ilrsacheil, die mich beivegen zu glauben, das; Christlls ein Illde seh, voll einer Iiiugfrali geboren, ob ich vielleicht der Iudeil etliche möchte zum Christenglaubeu reizeil. 8) Sagt nicht auch Christus (Eb. Joh. 14. 27): „Frieden lasse ich Euch, meineir Friedeir gebe ich Euch." Bei dem früheren Militärgeistlicheil Stöcker scheint der niilitärische Geist sich starker entloickett zil haben, als für den Geistlicheil gut lvar, 4) Echt Stöckerisch: Christus sagte nicht zu „bcu Judeu", sondern mit zli einem Teil der Juden, zu beu Schriftgelehrteu tlhd Pharisäerri. — Dürfte mau von jenmud, der gegen Stöckerei und Muckerei eifert, behaupten, er habe die Schlechtigkeit der Deutschen gegeißelt? Sind nicht die Propheten, ivelche den Juden Strafreden halten, darurn doch Jrchen. Forschung eine lächerliche Handlung. J. V. 5) Da die. Apostel leine akademische Bildung genösse,l haben, habe,, sie das tiefe Wort, daß Christus nicht Jude, sondern des Menscheli Sohn sei, auch nicht berstanden, sondern Christus fuv einen Jllden gehalten. Wobei man übrigens bemerken ivolle^ daß die Pharisäer rl»d Schriftgelehrten, gegen lvelche Christus eifert, etlva deil Leuten „von Akadeuiie und Bildung" entsprechen dürften, ivähreud das Himnielreich derer ist, die arm im Geiste silld. 6) „Antiselnitenspieael", S. 280. (Verlag A. W. Kafemaun.) 7) Vergleiche „Autisemitenspiegel" S. 203. 8) 52.2. Und es schoß ans ein Reis vor ihnl llnd eine Wurzel aus dein Steppenland, er, der nicht Gestalt und nicht Schönheit hatte, daß lvir auf ihn sähen, der doch ohne Ansehen lvar, daß loir sein begehrten. 8) Bewchtet und gemieden don.Menschen, .ein Mann der Schmerzen und vertrant mit Leiden, und jenem gleich, vor dein inan das Aiitlitz verhüllte, verachteten wir nnd hielten ihn für nichts . . . Veilänfig findet sich kurz vorher (Jesaias 50. 6) die Stelle: „Meinen Rückeil bot ich den Schläge» und meine Wange den Raufenden." die zweifellos die erste Redaktion der Vorschrift darstellt, die rechte Wange zu reiche», tveun man auf die linke einen Schlag er-; halten, genau so, luie überhaupt der Gotteskuechte au§ Jesaias 50 ff, das Urbild von Christtls ist.