Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 13 (25.3.1904)
- Date
- 1904-03-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdieehee Toikebktft. 26. März 1904 Nr. 13 Inden im Londoner Stadtparlament. Bei den letzten Wahlen zum London County Council waren .(> Juden ausgestellt, von denen auch 4 gewählt wurden. Unter den Kandidaten waren 3 Moderates, 2 Progressives und 1 Independent, unter den Gewählten 1 Gemäßigter, 2 Progressisterr und 1 Independent. EinJude, Mr. G o r d o n, war der einzige Independent, der bei dieser Wahl überhaupt gewählt wurde. Jassy. Die Notabeln der Gemeinde, mit Herrn Schnürer, Nd. Lippe und Rabb. Dr. Nemirower an der Spitze, haben versucht, durch Einführung einer kleinen Mazzotsteuer die Lage des Rabbiuats zu verbessern. Das Rabbinat besteht aus 11 Personen, und zwar: Taubes (Altorthodoxer), Dr. Nemirolver (fortschrittlich freikonservativer Großrabbiner), 2 Rabbiner und 7 Assessoren. Die neue Einführung stös;t auf Wiederspruch. Allgemeine Freude hingegen rief ein Schulfest der K u l t u r a s ch u l e n, deren Direktor Dr. Nemirolver ist, hervor. Es ivurde seitens der Schüler nicht nur Rumänisch und Deutsch großartig deklamiert, sondern auch das hebräische Drama „La I e s ch a r i m T e h i l l a" von M. CH. Lazzatto in drei Aufzügen, vom Lehrer Goldenkron in Szene gesetzt, aufgeführt. 10 Schüler spielten meisterhaft in hebräischer Sprach. Das zalchreich versammelte Publikum brachte auf den Reformator unseres Schulwesens, den Direktor Rabb. Dr. Nemirolver, und die tüchtigen hebräische»» Lehrer, tvie auf die Jca, die die Schulen unterstützt, stürnrische Hochs aus. Der hundertste Geburtstag Sulzers in Amerika. Wie uns aus Nelvhork berichtet wird, hat der „Verein jüdischer Kantoren Amerikas" in seiner jüngst abgehaltenen Versammlung beschlossen, deir hundertsten Geburtstag Sulzers festlich zu begehen. Es wurde zur Vorbereitung des Festes ein größeres Komitee eingesetzt, da der Sulzer-Tag in sämtlichen S h n a g o g e n Amerikas gleichzeitig ge - f e ie rr^lv e r d c n soll. Dienstag den 22. März wird in den größten Synagogen Newports ein feierlicher Abendgottesdienst veranstaltet werden, bei welchem die hervorragendsten Redner über das Leben Sulzers und seinen Einfluß auf seine Zeit sprechen werden. Um den Abend besonders feierlich zu gestalten, lverden die Chöre oieser Synagogen aus Kantoren und Chorgesäugen des ganzen Landes verstärkt werden. Als bleibendes Andenken mr Sülzer wird aus den zwei Bänden des „Schir Zion" ein dem „Union Prager Book" angepaßtcr Freitag-Aberrd-Gottesdienst komponiert und herartsgegcben lverden. Endlich soll der 25. März im Einverständnisse mit der „Zenrral-Konfcrenz" amerikanischer Rabbiner" im ganzen Lande als Sulzerabend festgesetzt werden, an welchem ausschließlich Sluzer'sche Kompositionen zum Vorträge gebracht und die Predigten dem Andenken Sulzers gewidmet werden sollen. Der Verein jüdischer Kantoven in Amerika schließt die hervorragendsten Kantoren jenseits des Ozeans in sich. Sein Präsident ist Alois Kaiser aus Baltimore. Münlyen. Der Verein jüdischer Studenten in München beganil am 29. Oktober des vergangenen Jahres mit der Antrittskneipe sein 8. Vereinssemester. Zu Chargierten waren gewählt: chem. Weigert x- Phil. Wolfs XX' jur. Manneberg x .X X-...Das vergangene Semester bedeutet nach innen und außen eine Kräftigung des Vereines jüdischer Studenten in jeder Beziehung. Seine Beteiligung an allen jüdischen Veranstaltungen Münchens (Literaturverein» Turnverein, Verein für jüdische Statistik, zionistische Ortsgruppe usw. usw.) war eine äußerst rege. Es wurden folgende Vorträge gehalten: 29./10. 1903: Dr. Lessing: Peer Halbströms Arsareth. 7./11. 1903: Bb. Mayer: Die Stellung des jüdischen Studenten zur Judenfrage. 12./11. 1903: Bb. Manneberg: Beiträge zum Problem der jüdischen Kultur. 21./11. 1903: Dr. Arndt: Die jüdische Turnbewegung. 28./11. 1903: cand. jur. Hans Fischl (Unitas-Wien): Die Judenfrage an der Wiener Universität. 12./12. 1903: Bb. Asch: Rasse und Nation. 14./1. 1904: Bb. Wolfs: Die Grundlagen des Judentums. 23./1. 1904: Bb. Manneberg: Beiträge zum Problem der jüdischen Kultur. (2. Teil.) 30./1. 1904: Bb. Aschner: Spinoza. 4./2. 1904: Bb. Pinkus: Morris Rosenfeld. 11./2. 1904: Rabb. Dr. Ehrentreu: Altjüdische Baudenkmäler. 18./2. 1904: Dr. Feuchtwanger: Wesen und Aufgabe der synagogalen Musik. 27./2. 1904: A. H. Tr. Kahn: Die Stellung des deutschen Staates zu den Religionsgesellschaften. — An die Vorträge, bei denen wir viele Mitglieder der Münchener Bürgerschaft zu unseren Gästen zählen, schlossen sich regelmäßig Diskussionen. Am 13./12. 1903 veranstalteten wir auf unserer Kneipe eine Makkabäerfeier und am 24./1. 1904 in den Prinzensälen des Cafe Luitpold unser Winterfest (Kommers mit Ball). Die beiden Veranstaltungen nahmen einen glänzenden Verlauf. Die Ferienkommission besteht aus: med. dent. Pinkus x X X' med. dent. Gillis, jur. Theilheimer. Briefe sind zu richten an: med. dent. Pinkus X XX» Goethestr. 39, 1. Stock. Czernotvitzer Brief. (Deutsch-Israel.) Im Westen gibt es Deutsche und auch Juden. Im Osten gibt es Juden und auch Deutsche. Das ist der kleine Unterschied in der Situation der Juden i.n Westen und der im Osten. Dort leiden wir alle Herzenspein einer Minorität, hier genießen wir das Hochgefühl, wenigstens relative Majorität zu sein. Dies beruhigende Bewußtsein ist nicht ohne Einfluß auf unseren Charakter geblieben. Die Bukowinaer Judenschaft unterscheidet sich wohltuend von der Galiziens unb auch die Juden im Westen müssen uns zugesteherr, daß wir politisch freier sind und als Juden sicherer auftreten. Es war daher ein Kalkül mit falschen Prämissen, als der deutschnationale Redakteur des „Deutschen Tagblatt" in Czernowitz „Deutsches Volksblatt" machen wollte. Die hiesige Presse hat ihm teils verschämt, teils unverschämt eine derbe Lekion avisiert, und da Vorsicht der Tapferkeit besserer Teil ist, hat er bis auf weiteres die Antisemiterei eingestellt. (Inzwischen haben die „Bukowinaer Nachrichten" wieder mit ihren Angriffen begonnen. Anm. d. Red.) Darob großer Jubel in Deutsch-Israel. Herr W a l l st e i n, der unverbesserliche Optimist, schalmeit in diesem Blatte Frieden und Versöhnung. Die „Nachrichten" haben eine zweideutige, freundliche Phrase den Juden gesagt, Hurrah, ein Leitartikeldithyrambus auf den Frieden! Gemach, liebes Deutsch-Israel. Politik macht man nicht mit Zeitungsartikeln, Völkssympathien ändern sich nicht über Nacht, Zeitströmniigen wechseln nicht wie die Kleidermoden. Tie Scheidung von Deutschen und Juden ist ein historischer Prozeß. Er hat am frühesten in Deutschland begonnen, und ist in der Bukowina nun auch vollendet. Im folgenden etwas über diesen Prozeß und die Beziehungen der Deutschen an den Juden — allerdings im allgemeinsten Nahmen. Es klingt vielleicht paradox, wenn ich sage, daß die Juden unverbesserliche Deutschenschwärmer sind. Die brennenden Ghettos am Rhein im Mittelalter und irr der neuen Zeit, der gelbe Fleck, die Kammerknechtschaft, die unfreitMiger» Auswanderungen, das Hep-Hep, die maßlosen Beschimpfungen der Juden im Parlament und Presse, das alles hat an der Liebe der Juden zuin Deutschtum nichts geändert. Tie „Neue Freie Presse", das Judenblatt par excellence weint heiße Tränen, wenn einige teutonische Studenten von Tschechen attackiert toerden, obwohl die Berichterstatter dieser Presse bei alldeutsckp'n Versammlung an die frische Luft gesetzt lverden. Warum dcm so ist, U'arum die Inden Fanatiker des ihnen gegenüber so spröden Deutschtums sind? Sicher ist daran nicht die absolute Liebenswürdigkeit der Deutschen schuld, sondern viel eher das unleugbare, zur verzehrenden Sehnsucht gesteigerte Bedürfnis der Juden n ct dfj c t it c iti nationalen Ideale. Der Kosmopolitismlis behagt ihnen eben itidjt. Was, das Volk des goldenen Kalbes hat Sehnsucht nach nationalen Idealen? Ja — dieses Volk der Bankdirektoren, Händler, Schanker und Handwerker hat daheim neben der Geldlade auch ciueu Bücherkasten — beides Symbole jüdischer Lebeusauschaiiuugen. Der Jude schätzt das Geld, weil es fein einziger Freund auf dieser Welt ist, aber er hat auch einen starken mitunter ins Mystische ausartenden^Hang zum Ideellen. Ans dem deutschen Exil hat er die deutsche Sprache ins polnische GoluS hinübergetrageu. Altfränkisch und bcrstümmelt ist dieses Deutsch, aber er liebe es, wie wir die süßen Wiegenlieder unserer Kindheit lieben. Als die Juden mit der politischen Emanzipation anfingen, an Bildung den andern Europäern zu gleichen, haben die deutschsprechenden Juden geglaubt, ganze Deutsche sein zu dürfe». Die Gebildeten unter den Juden hatten eben ein starkes Bedürfnis nach eiyern nationalen Ideal. Da sie infolge ihrer Erziehung dem Judentum entfremdet waren und mit demselben nur durch die Matriken zusammeuhiugeu, da sic die alten, edlen Traditionen des Judentums entweder nicht kaimtcu oder aber dieses selbst für einen verlorenen Posten hielte»!, so widmeten sie sich mit der ganze»» Inbrunst, deren sie fähig waren, dem dciitscher» Ideal (Börne, Heine, Franzos u. v. a.). Speziell in Oesterreich hat der liberale Zeitgeist der Verfassungsära dem Deutschtum in den jüdischen Reihen viele Proselyten geworben. Noch heute werden in den Provinzen des ehemaligen Königreiches Polen jene Juden, welche die deutsche Sprache in Haus und Handel nicht ausgeuicrzt haben, Hakatistei» genannt, »»ach den Initialen jenes Kleeblattes Heinemann, Kienemann und Tiedemann, die vor etlicher» Dezennien ir» Posen alldeutsche Propaganda getrieben haben. Es liegt mir fern, über diese deutschen Assimilantionsjuden den Stab zu brechen. Es wäre»» recht wackere Leute unter ihnen. Ihre Begeisterung tvar ehrlich, wenn auch nicht innerlich echt. Bei all seiner kritischen Veranlagung ist der Jude Enthusiast, wie es vielleicht alle Orientalen sind. Man muß diese Juden also verstehen und rnau wird ihiren eine Assimilation verzeihen, die einem Selbstbetrug, einem Irrtum entspringr. In ihrer Sehnsucht nach einem nationalen Ideal griffen sie daneben, statt es im eigenen Volkstum zu finde», suchten sie es beim deutschen Nachbar. Bei den Deutsche»» nahm die Sache folgende Entwicklung. So lange es Ghettos, »virklichc Ghettos gab und der Mann mit der Hellebarde vor dem Tor stand, waren die Inder» wirkliche Fremde.' Man verachtete und haßte sie nicht recht, mm» schlug sie »»ur bisweilen tot. Im Laufe der Zeit wurden sie wirklich ein armseliges, verkom»ne»»es Volk, so das; »»och Schiller, der Abgott der polt»ische»» Juden von ihnen, ohne Widersprach zu begegnen, sagen kor»i»tc, sie seien der »»»reine Kanal, durch den die Vorsehung eine göttliche Wahrheit geführt hat. Erft als die Völker sich von ihren Königen und die Welt sich von ihrem großen Kaiser zu befreien anfingen, stürzte»» die Ghettonrauern da »»nd dort in Trümmer. Hatte Lcssing eii»st gczweifelt, ob die Deutschen eine Nation sind, zur Zeit der großen Kriege zweifelte kein Mensch mehr daran. Aber es war eine Nation, die erst üuferstehcn sollte a»»s der elenden Kleinstaaterei, die Deutschlands Hemmschuh bis heute geblieben ist. Während dieser allmähliche,» Auferstehung der deutschen Nation ko»»»»te man nicht recht a»» die Juden denken. Sie Halfer» mit: Gut. Wen»» ein Wagen nicht von der Stelle will, ist jeder willkommen, der seine Schulter und Arme borgt. Der Jude will auch ein deutscher Patriot sein, Habeat sibi. Und es ging vorwärts- Nach 181 der deutsche Bund, dann das Parlament in der Paulskirche, der deutsche Zollverein, der norddeutsche Bund u»»d schließlich 1871 das deutsche Kaiserreich. Was einst die »»ärrischen jüdische») Enthusiasten Börne und ' Heine erträumt, es ging großartig in Erfüllung. Nun war Deutschland einig und die deutsche Nation bald die erste der WM. Der Wagen, der früher nicht von der Stelle wöllte, er rasselt jetzt fröhlich über das Pflaster, Man braucht niemandes Schulter und Arme mehr. Man braucht nicht gerade von Undank reden. Die Geschichte der Völker und ihres Verhältnisses zu einander kennt nicht etwas, was wir beim Einzelmenschen Dankbarkeit nennen. (Z. B. die Befreiung Wiens durch Sobieski 1683 und fast h»»ndert Jahre später die Teilung Polens.) Kurz und gut: Die Siege waren erstritten, Deutschland hatte seiner» Kaiser und der Kaiser seine Nation. Die Juden in Deutschland blieben »»ur deutsche Untertanei», deutsche Steuerzahler. Man ging mit System vor, säuberte das Offizierskorps, die Korps und Burschenschaften von Juden. Ja, es fa»»d sich ein deutscher Philosoph, Duhring, der die „Judenfrage als Rassen-, Sitten- und Kulturfrage" behandelte und mit echt deutscher Gründlichkeit de»» Antisernitismus zur Wissenschaft erhob. So steht es heute. Die Juden sind mit ihrer Schwärmerei fürs Deutschtum übel angekom»»»en. Sie erhoffter» eilte brüderliche Umarmung und begegneten schroffer Ablehnung. Ein Teil besann sich m»d fand das heihgesuchte »» a t i o - r» a l e Ideal in sich, das sind die I ü d i s ch»» a t i o n a l e»» — von bei» Deutschen zwar gehaßt, aber geachtet. Ein anderer Teil blieb blind, hängte sich an die Nockschöße der Deutschen, das sir»d in der Bukowina die sogenannten Deutschpolitischei» — von den Deutschen zwar gehaßt, aber auch nicht geachtet. Man schiebt die »»eue Richtung in den „Bukowinaer Nachrichten dcm Herr Baror» F ü r t h in die Schuhe. Mit Unrecht. Er schiebt nicht, er wird geschoben. Ebenso wie nicht. Dr. S t r a u ch e r die uc»»e jüdische Richtung »>» der Bukowina gemacht hat. Sie hat ihr» mitgerissen und er soll sie rneistern. Baron Fürth ist vielleicht kein Antisemit, ebenso wie Dr. Straucher noch heute den Deutscher» nicht schlechter gesinnt ist. als die deutscher» Fartatiker Dr. Golde ub e rg, Rosenzweig u. v. a. Die Menschen ändern sich »rieht und jedenfalls nicht so bald. Daß es in der Bukowina zu einer Spaltung zwischen Juden urid Deutschen kam, daran trägt niemand die Schuld. Ich glaube sogar recht gerne, daß einige Führer mtf beiden Seiten die Spaltung noch heute verkleistern möchte»». Die Dinge mußten so kommen- Die historische Entwicklung im Reiche und in Westösterreich, die zur Konsolidierung der Dentscher» führte, führte auch zur Abstoßung der Jude»» als Folge einer unvertilgbarcn, fast ewigen Judophobie. Mit der Gründung des christlich-deutschen Vcrei»»es ist sie in der Bukowina zu Tage getreten. Die deutschen Naiffeisenkasser», das „Deutsche Tagblatt", das sind alles notwendige Folgeerscheinungen einer deutschen Separation, die sich schon lange, sehr lairge in den Gemütern vollzogen hat. Der deutschpolitische Verein »var nur der letzte Versuch, eine wacklige Brücke zwischen Jriden und Deutschen z»r erhalten. Ei»» kleines politisches Hochwasser »md weg ist sie. Baron Fürth springt rasch ans Ufer »n»d eilt heim, er hat eil» Hei»»». Aber Deutsch-Israel klam- »ncrt sich an die morsche»» Balken dieser Brücke »n»d ist hilflos. Zu den Deutsche»» mn «»»derer» Ufer führt kein Brett zu den Jude», an diesem Ufer?! O weh! Wir aber reichen »»»»seren Brüdern die Hände und fein Wort des Vorwurfes soll über unsere Lippen. Kommet nur herüber, ihr iverdet Freunde finden! Ihr »niißt r»»»r de»» törichte»» Glaube»» aufgeben, als gäbe es noch eine Rückkehr i»»s deutsche Haus. Eberrso wie die De»»tschen iiicht zu Inder» lverden könne»», ebenso könnt ihr jemals Deutsche lverden. In den Zeitläuften, als das Deutschtum innerlich »md äußerlich bedrängt war, gab es etwas lvie eine Vermischung vvn Deutschen mrd Juden — genau so. wie Wasser u>»d Oel durcheinander gerührt und geschüttelt, sich vermischen, aber mir so lange, als bis Ruhe eirrtritt. Dann sondert sich Wasser und Oel. Das aber will Deutsch-Israel uimruer einsehc'i». So sind sie die unverbesserliche» Sclilvärnr.'r. Diiig mml i V: klüger, geschweige denn klug. Ich wette, daß sie alle, alle mit klingendem Spiele und fliegenden Fahnen ins deutsche Haus gerne einzöge>», ivem» — wem» man sie nur ließe. Mai» läßt sie aber r»icht hinein. Und es kam» auch gar nicht anders sein, und es soll auch nicht anders sein. Es gibt kein Weltbürgertun», die Menschen sondern sich nach Nationen. Der Jude gehört zun» Inder», der Deutsche z»l»n Deutschen. Lassen wir cs nur in unsere»» Herze», brennen, dann brauchen wir gar kein fremdes- Feuer. Wem» jedes Volk seine Pflicht gegen sich selbst erfüllt, dann ist den» großen Menschheitsgedankeu aru edelsten und besten gedient. Das eigene Volk moralisch'und physisch, geistig und wirtschaftlich zu stärken, das soll Sache der Gebildeten des jüdischen Volkes sein. Das ist -eine Aufgabe, wie sie größer u»»d schö»»er nicht sein kam». Lasser» wir die Deutschen des Lm»des für sich selber sorgen, sie sorge»» auch für ur»s nicht. Wenn sie politische Vorteile aufgebeu, so »vollen sic darauf wahrscheinlich verzichten. Vielleicht haben sie in einem höherer» Sinne auch Recht. Wenn jeder Teil für sich lebt und strebt, da»»»» wird es vielleicht keine Reibungsflächen und ein leidlich friedliches Nebcneinandergehen geben. Vielleicht! Und wäre es nicht »»»öglich, tven fürchten wir. wenn »vir zusammenhalten? Dr. Mayer Ebner. Krrditinstitttt für jüdische Gemerdelreilrende und Keumte registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Einladung zur III. ordentlichen Generalversammlung, welche Sonntag den 17. April d. I., 11 Uhr vormittags,' im Gremialsaale der Wiener Kaufmannschaft, IV., Heugasse, stattfinden wird. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanzvorlage für das Jahr 1903. 2. Bericht und Antrag des Aufsichtsrates. 3. E gänzungswahl in die Direktion und den Aufsichtsrat. 4. Statutenänderung. 5. Anträge der Mitglieder. Die Direktion. Bücher-Einlaus. „Der Ta»»fjude" von Fritz Wittels. Wien und Leipzig. M. Breitenste ins Verlagsbuchhandlung. — Ein mutigcs Buch, mehr ein wahres Buch, oder wenigstens ein Buch, das mutig die -Wahrheit sucht- Grund genug, das; die assimilatorische Presse, die leider das öffentliche Lebe»» beherrscht, scheu sich zur Seite drückt und es totschweigt. Grund genug, daß »vir Nationalen dern Autor »insere Aiierkeunung aussprcchen. Wir wollen nicht einzelne Stellen zitieren, de»»»» »vir ivären in Verlegenheit, tvelche zuerst. Alles in allem, der Autor schildert scharf die Seuche, die unter Den Juden des Wcstcus grassiert, die Tauf sucht, d. h. den von der Gesellschaft protegierten Meineid zur Erlangung von Aemtern, Titeln oder sonstigen Vorteilen. Wir freuen uns, zu konstatieren, daß diese Broschüre eine wertvolle Unterstützung in den» 5tampfe »st, der» das „I. V." seit jeher gegen diese Pestbeule der jüdischen Gesellschaft ftihrt. Wir empfehlen daher diese Broschüre unseren Freu»»den aufs »värmste. L. S. „Bibel, Babel, Fabel" von Dr. A. H o f f »n a n n. Hera»»sgegeben von der Federation „Zionista Argentina". In Kommission bei Jakob Peuser-Buenos-Aires, 1903. Mitteilungen ans dem Pndliünm. Ca»»d. Phil, er theol. M. G. M e h r e r zeigt ferne Montag der» 21. März I. I., halb 4 Uhr nachinittags, im große,» Festfaale der k. k. Universität ii» Wie»» stattgefundeno Promotion zu»n Doktor der Philosophie an. Die Palästina-Ausstellung, über deren Eröffnung »vir in voriger Nummer berichteter», hat das große Publikum in einer Weise interessiert, die die Erwart»l»»geu der die Ausstellmtg veranstaltei»de>» Karmel-Gesellschaft weit übertroffei» hat. Die Ausstellung ist von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abends besucht ui»d übt a»»f »veite Kreise eine große Arrziehllngskraft a»»s. Die Besucher rekrutieren sich aus alle»» Schichte»» der Bevölkerung ur»d erscheinen täglich größere Gruppe»», »vre Schulen, Institute, Studentenverbindungen, Seminarien »»sw., um die interessante Exposition zu besichtigen u»»d sich über verschiedene Einzelheiten ausführliche Erklärungen geben zi» lassen. Abgcsehei» von der farbenprächtigen Wirkung, »velche die Ansstellting in» ganzer» ansübt, ist das Arrairgement im einzelnen als vorzüglich gelruigei» zi» bezeichnen. Die Gliederung der ausgestellten Objekte nach den Kolonie»», ausZvelchen oieselbe»» kontineu» ermöglicht eine rasche Orientiernng über die Koloitien. Von Rischvu le Zioi» finden »vir außer den verschiedensten Getreideartei» auch konservierte Früchte, bereu Größe den Beweis, die unbedingte Fruchtbarkeit des Bodens kiefern. Allgemein überraschen die aus Ekron eiirgekroffenen Hafergarben, nicht minder aber die über manusgroßeu Durahbeseu und Werzeuhalrne aus Sichrorii Jakob, die die Betvunderung und daö Staunen eines jeder» Kerrners der Landivirischaft erregen. Auch aus Rechoboth. Tantura, Katra »r»»>d Chedera iverder» die beste»» z»»»»» Teil hier unbekannten Produkte des Acker- und Gartenbaues gezeigt. Ihnen reihen sich die Erzeugnisse aus Jessod Hautaalah (ätherische Oele und Parfümerien) »vürdig an. Ei»» Kasten aus Eukalyptusholz zeigt »ins, daß die Proben, dieses Holz für die verschiedensten, industrielle»» Zwecke zu venverten, als geluitgen angesehen lverdei» kann, »velcher Illnstand »»»»»so höher z»» veranschlage»» ist, als dieser Baun», der zun» Zwecke der Bvder»- alistrockmilig gepflanzt ist, mit einer rapiden SchneNigkeit »vächst. Aber nicht nur diese laiidwirtschafkliche»» Produkte, sondern auch die Erzeugnisse der Hailsilidustrie bilde»» eine Artziehungskraft für de»» Besuch der Ar,sstell»ing. Zu erlvähnen si»»d als solche die Weißstei»»arbeite>» (Modelle vor» Gebäude»» und Denkmälern nsw.) sotvte die Krüge und Geräte aris Jordansteiu. Alt-Mkolsburg, cs lebt und regt sich wieder. Nicht das geri»»gste Verdienst um dieses Wiederertvecken des alte», Geistes gebührt dem in jnrrgster Zeit im »Hotel Schaffa.. gearül»deten ,„F re i t,ag- Abend-Klub" unter der umsichtiger» und bewährten Lelturtg unseres hochgeehrten Herrn Withetu» Müller, der durch seine »meigennützigeii Beiniihnngen »»»» das Z»ista»deko»»»men des Klribs und durch seine tatkräftige, von einem selten frohe»» Naturell unü-rstiltzte Hebllng der K'tnbii'iteressen sich das nuc'ingeschrälikteste Lob alle»: feiner Mitbürger erworben hat. De»» edelsten Initiativer» e>>tsprrilige», verfolgt der Kl»»b, dein die angeseheiistei» u»»d gebildetsten Kvcise unserer lieben Gemeiiidc' airgehören, die Tendenz, »»»»serer» Stammesbrüdern bei eilten» echte»» Tropfer» irnserer we»»»gesegneter» Ggend nach de»» anstreligenden Mühe»» der Woche in friedlicher, stiller Sabbatrrrhe geistige Erholrrng »r»»d Stärkung z»» bieten durch »msse»»- schaftliche Vorträge, belletristische Vorlesungen r»,d ungeztmmgene Diskussionen über die aktuellsten politischen und sozialen Tagesfrage»». Dkiöge der Vereil», de»»» allfeits das regste Jirteresse entgegengebracht wird, ii» seinen geistigen Bestrebnnge»» bald »»nd reichllch Früchte trage». Einer für viele. »r ■! ■r-’w