Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 2 (8.1.1904)
- Date
- 1904-01-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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( Nr, 2 Wien, Freitag Jüdische« Volksblatt. 8. Jänner 1904 Seit« 7 € wir bitten unsere Leser, ihren vedarf bei unseren Inserenten zu decke«, und sich dabei auf unser vlatt zu beziehen. » karten zu einer Veranstaltung. Unter den Frauen, die das Komitee bilden, finden sich u. a. folgende Damen, deren Gatte oder Kinder getauft sind, und zwar: Frau kais. Rat Charras, Frau Dr. Degree (mit päpstlichen Orden dekoriert), Frau Doktor Victor Nosenfeld. Wenn nun diese Damen nicht die Empfindung haben, sich fernzuhalten von einer Mitarbeit an einem jüdischen Vereine zur Erhaltung „jüdischer" Kinder, da sie es ja nicht verhindert haben, daß ihre Gatten beziehungsweise ihre Kinder vom Judentum abgefallen sind, so ist es geradezu unverständlich, wie der V o r - stand eines „jüdischen" Vereines Frauen von Renegaten oder Mütter von Abgefallenen zu einer „jüdischen" Veranstaltung heranziehen können. Ich glaube nicht, daß einem katholischen Vereine es beifallen würde, die Frau oder die Mutter eines vom Christentum zum Judentum Abgefallenen auch nur in ein Vergnügungskomitee.aufzunehmen. Und wenn vielleicht der katholische Verein auch nicht direkt den gesellschaftlichen Boykott über solche Personen ausspricht, so wird er doch mit aller Entschiedenheit die Beihilfe solcher Personen zu guten, katholischen Zwecken a b l e h n e n. Während es nur zu loben ist, wenn Juden für christliche Humanitätswerke nnd Vereine tätig sind, und es immer würdigend hervovgefhoben werden wird, wenn Christen ähnlichen jüdischen Werken oder Vereinen ihre Mitwirkung gewähren, so glaube ich, daß es doch, gelinde gesagt, selbstverständlich ist, daß Frauen und Mütter von zum Judentum übertretenen Christen von christlichen Kreisen mit aller Entschiedenheit abgelehnt werden. Daß man aber solche „Selbstverständlichkeiten" — merkwürdigerweise nur bei jüdischen, niemals aber beji christlichen Vereinen — erst predigen muß, beweist, wie tief der (Scheins- Liberalismus uud die Assimilation die sogenannten besseren Schichten des Judentums influenziert haben. Ich zeichne hochachtungsvoll E m e s. Briefkasten. Arme Witwe. Es besteht wohl eine Rosalia und I. H. Kassowitz'sche dl u s st a t t u n g s st i f t u u g, aber unseres Wissens nicht in Wien, sondern in B u d a p e st. Die Prämie für das Jahr 1904 beträgt 416 Kronen. Gesuche sind bis 15. Jänner 1904 an das Sekretariat der Pester isr. Kultusgemeinde, Budapest, 8. Bez., Sip-utcza 12, einzureichen. In erster Reihe werden solche Bewerberinnen berücksichtigt, die mit den Stiftern verwandt sind und dies mit beglaubigten Dokumenten Nachweisen, jedoch sind auch Nichtverwandte nicht ausgeschlossen. Den Gesuchen sind Geburts-, Sitten- und Armutszeugnisse, sowie der Nachweis des Brautstandes beizulegen. Der Umstand, daß Sie in Wien wohnen, dürfte ihr Anspruchsrecht , auf -die Prämie kaum beeinträchtigen. Heimat. Nach her Entscheidung des Verwaltungsgerichts- - Hofes beginnt auch für Ausländer die Ersitzungsfrist, wenn alle Voraussetzungen zutreffen, mit 1. Jänner 1891. Beamter. Die minderjährigen Kinder folgen bei einer Veränderung stets dem Heimatsrechte des Vaters; Sie brauchen also nicht gesondert einzureichen. Allerdings müssen Sie aber in dem Gesuche Ihren Familienstand angeben. Jude. Der Minderjährige bleibt dort zuständig, wo der Vater zur Zeit seines Ablebens heimatsberechtigt war. Eine Aenderung kann mit Zustimnumg der Vormundschaft bewirkt werden im Wege des Ansuchens um freiwillige Aufnahme gegen Zahlung der entsprechenden Taxe. Ungar 13. Die Aufenthaltsgemeinde kann auch gegen Ihren Willen die Ersitzung nach § 3 des Gesetzes vom 5. Dezember 1896 geltend machen. Pollak 7. Nicht geeignet, verrät aber Talent. Vielleicht ctivas anderes. An mehrere Einsender. Antworten werden nur im Briefkasten des Blattes erteilt. Manuskript e w erden n i ch t retourniert. Die g. Einsender mögen daher von der Beilage von Retourmarken absehen. Prag 187/5. Wir können erst urteilen, wenn das Manuskript vorliegt. Neugieriger. Von der Wirksamkeit des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" können Sie sich ein Bild machen, wenn Sie erfahren, daß der Sohn des Präsidenten antisemitischer Kandidat bei den dlerztetäinnierlvahlen ist. Also nicht einmal bei seinem Sohne ist die Abtvehr gelungen. 463 Kein» inehr durch meine Stuhlverstopfung Niedm-luge:Wlen,l.,Habsburgerg. n KB ■ m ■ Nr la. Prospekt gratis. ZurPnbo kHsBI BST > Bl 12Stflck K3. — tVankoNuchnaluno « B$*II Brüder Hesky Cassenfabrikanten Wien, XVI!., Schumanngasse 67 liefern teueruud einbruchsichere Gassen, Cassetten. Gopierpressen anerkannt solides Fabrikat zu den billigsten Preisen. Preislisten franco. 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