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Jüdisches Volksblatt · 1903-12-18 · 51 (18.12.1903) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
51 (18.12.1903)
Date
1903-12-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 0 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 18. Dezember 1003 Nr. 51 Der israelitische Landeslehrerverein für Böhmen und die Prager Kultus-Repräsentanz Mit wenigen Worten ist die Tatsache erzählt: In seiner Generalversammlung beschließt der israelitische Landeslehrerverein für Böhme«, sich dem Jüdischen Volksvereine in Prag anzuschließen. Die Mitglieder des Vereines, fast alle jüdischen Lehrer Böhmens einigen sich, in ihrem Berufe, soweit es tunlich ist, in zionistischem Geiste tätig zu sein. Da geschieht etwas Unerwartetes. Die tschechisch-jüdische Assimilanteupartei wütet und mit ihr verbinden sich die N e p r äsen tauten des Prager Judentums. Auf eine gemeine Denunziation hin, geben die letzteren an die ihnen unterstellten Lehrer einen Erlaß heraus, der bei Androhung disziplinarischer Bestrafung jede Betätigung auf zionistischem Gebiete den Lehrern in ihrem Berufe untersagt. Dies, daS neueste Ereignis im Prager jüdischen Leben. Für den Außenstehenden, für den Uneingeweihten ist au der ganzen Geschichte nichts besonderes. Daß Kultusgemeindevorstände, ob sie Repräsentanten oder anders heißen, jede freie Regung ihrer Untergebenen unterdrücken— daß ihnen, den Freunden und Förderern der Reaktion und der Assimilation in der Judengemeinde, die moderne jüdische Bewegung verhaßt ist, ist allbekannt. Daß aber gerade im besprochenen Falle, die Herren der Prager KultuSgemeinde ihrer ohnmächtigen Wut derartig Ausdruck gaben, ohne sich der eventuellen Wirkungslosigkeit ihres Vorgehens bewußt zu werden, daß sie sich einem krassen Widerspruche zwischen ihren Worten und Taten — wie nennt mau das doch für gewöhnlich? — aussetzen, das verdient ein wenig beleuchtet zu werden. Im Erlaße werden die Lehrer von der Ausführung ihres Beschlusses gewarnt. Wie lächerlich! Ist nicht jeder jüdische Lehrer schon durch die bloße Pflichterfüllung — in seiner Art — national tätig? Und dann! Kann man dem Lehrer den Geist, hier speziell den jüdischnationalen Geist, denn er in seinen Unterricht legt, vorschreiben oder kontrollieren? Ist doch dieser Geist ein Unwägbares, aber dabei das Wichtigste für die Erziehung! Und deshalb muß auch jede Einmischung in diese persönlichste Angelegenheit des Lehrers dort wirkungslos bleiben, wo sie sich gegen einen ernsten und pflichtbewußten Mann richtet. Bor wenigen Tagen forderte ein zionistischer Student in seiner „jugendlichen Unbescheidenheit" in einer Versammlung die Herren auf den Ruhm und das Lob des Zionismus, das sie trotz der vielen „wenn und aber* wegen seines Einflußes auf die jüdische Jugend für ihn finden, nicht nur zwischen den vier Wänden des Saales erschallen, sondern draußen zur Tat werden zu laßen; und diese Aufforderung wurde als eine Beleidigung scharf zurückgewiesen. Siehe da! Wenige Tage darauf erscheint der famose Erlaß, der die gute Wirkung, welche unserer Idee nocb zugestanden wird, unmöglich machen soll. Ich glaube, der Jüngling hat mit seiner Aufforderung doch nicht ganz Unrecht gehabt. Dies zur letzten Blamage der Herren unserer Kultusgemeinde. Ueber den tschechisch-jüdischen Verein, mit dem sich die Kultusgemeinde-Repräsentanz zu trautem Bunde vereinigte, ist nicht viel zu sagen. Bekannt ist doch, daß er .seit Jahren systematisch an der Zerstörung alles dessen arbeitet, was jüdisch ist. Er ist es, der unter dem Vorwände, gegen das Deutschtum unter den Juden Böhmens ankämpfen zu wollen, eine jüdische Schule nach der anderen mit Terrorismus, Denunziation und dergleichen Mittelnzugrunde richtete, derdamitunzählige Existenzen jüdischer Lehrer vernichtet! Warum Härte er sich diesmal die Gelegenheit entgehen lassen sollen, gegen den jüdischen Lehrer einen Hieb zu führen? Und so mußte eines seiner alten, bewährten Mittel herhalten. Uns muß aber vor derartigen kleinlichen Jntriguen nicht bange werden. Und auch die jüdischen Lehrer Böhmens werden wissen, wo sie ihre Freunde und ihre Feinde zu suchen haben und sie allein werden wißen, welcher Grift dem Judentume, das sie lehren und der Jugend, die sie lehren, der heilsamste ist. Witkowitz (Mähren). Anläßlich des Chcmukasestes fand am Sonntag den 13. d. M. in dem von dem durch den Nealitätenbesitzer Herrn Leopold N u f e i s e n mit seltenes Hingebung geleiteten „Israelitischen T e m p e l v e r e i n" neu adaptierteir Bethause um 4 Uhr nachm, ein schöner Festgottesdienst statt, zu welchem sich sehr viele Männer, Frauen und Kinder eingefunden hatten und welcher einen sehr würdigen Verlauf nahm. Ter vom Herrn Oberkantor Herrn Markus Z e m p l i n e r rnusikalisch gut geschulte Chor besorgte den gesanglichen Teil sehr präzise mit Harmoniumbegleitung und der prächtige Vortrag des Hrit. Oberkantor Z e m p l i n e r selbst entzückte die zahlreiche Zuhörerschaft, die sich bei den wirklich gediegenen künstlerischen Leistungen ihres allgemein geschätzten und beliebten Oberkaittors eines wahrhaft erhellenden Gottesdienstes erfreuen. Nach dem Anzünden des Chanuka--Lichtleins bestieg der Keligionslehrer und Rabbinatskandidat Herr Dr. Rubin F a e r b e r die Kanzel und hielt eine die Bedeutung des Chcmukasestes in sehr treffender Weise beschreibende Festpredigt, die durch die geistvolle und formvollendete Schilderung des Verhältnisses der Juden imd Griechen iin Altertnme einen tiefen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer machte und alle Aniocseudeu aufs Augeuehmste befriedigte. Mit dem „Olenu"-Gebete endete diese Tempelfeier, um abends in einem grohangelegten Wohltätigkeitsfeste, unter dem Titel: „C harr n ka - F a m i l i e n - S o i r e e", eine gemütliche Fortsetzung zu finden, welche um 8 Uhr abends in den festlich dekorierten Saatlokalitäten des Herrn Mathias H a b e r f e l d in Ober-Franzenstal abgehalten wurde, eine» sehr schölten Verlauf nahm und i» allen seinen Teilen als sehr gelungen bezeichnet werden muß. Der große Saal tvar bis zum letzten Plätzchen dicht besetzt und die Stimmung tvar von Aiwegimi bis zum Schltiffe eine sehr auimierte und rmgetrübte. Alle Darbietungen des gewählten Programmes waren dnrchwegs brillant und Ivnrden sehr beifällig ausgenommen. Die Gäste tvareil voll des Lobes über das Gebotene. — Die Feier tvurde mit einem vom Herrn Bernhard Z elinka verfaßten, vom Fränleiit Alice Adler sehr wirklingsvoll gesprochenen Prolog eingeleitet, tvelchcr sehr sympathisch berührte liub gefiel namentlich das daztl gehörige lebende Bild. „Der Kinder Engel", dessen schöne und sinnreiche Gruppierung allgemein überraschte. Es tvurde . tär: Meier Hemsch, Kassier: David Hoffmann, Koittrollor: B. Wiemit diesem Abend ein großer Erfolg erzielt, auf den das Komitee lierker, Bibliothekar: I. Roscnberg, Ausschuß: N. Brettler, S. Bartstolz seilt kaitn. (—?) Olmtttz. Am erstett Chanuka-Abend hat. wie alljährlich, der hiesige isr. Franenverein nitter der betvährten Leitung der Damen Sofie Zweig und Sofie Kanfmanit in Gegewvart des Rabbinatcs und Präsidiums unserer LAlltiisgemeinde 30 arme Kinder mit Wiitterkleiderit beschenkt. Hierauf fand im Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt bei welchem Sr. Ehrw. Herr Rabbilter Dr. Oppenheim die Festpredigt hielt und den humaintären Akt des Franenvereilts vom religiösen Standpunkte besonders lobend hervorhob. Prag. Im Verein jüdischer Hochschüler „Bar-Kochba" sprach am 3. Dezember 1903 daS Mitglied des österreichischen zionistischen Landes-KomiteeS Arthur Freud über die gegenwärtige Lage des Zionismus. Den Mittelpunkt seiner Ausführungen bildete natürlich die Ostafrikafrage. Der Referent trat gegen die Besiedlung Ostafrikas durch die Ziofeld und S. Wagcnberg, Verwalter: Benjamin Bernhatlt. Ausland. Rabbirrerwahl. Ans Odessa wird uns geschrieben: Trotz Druckes der Negierung wurde der ^oppositionelle Kandidat Ing. T o m k i n ans Elisabethgrät, Zionist gewählt, der Negierungskandidat Krebs fiel durch. Zu Gehilfen wurden Dr. A n r e o w i tz k i, P a n n und Czernowitz gewählt. — In Kiew wurden nochmals 22 Juden über die Norm auf Bewilligung des Kultusministeriums gewählt. Im Ganzen wurden 133 Inden ausgenommen, was 13°|0 ausmacht. Von der Gründung einer neuen Orientalischen Fakultät der Saukt-Josephs Universität in Peirut berichtet G. Kampf m eher (Halle) in der „Orken- Literatur-Zeitung": Die um die Förderung der nisten auf. Ziel des Zionismus ist nicht, die Wirtschaft- , liche Judenfrage zu lösen. Denn der Zionismus ist Ausdruck! . , r u b» ai, mw «, feinet g.g-nw-rtig-n 8°rm! —s^SU.dm. sich nicht nur an Geistliche, die etwa zu Misslonszwccken den ««« das Eodglied einer Jahrhunderte langen Entwicklung. Die Judennot hat wohl den letzten Anstoß gegeben, aber grundfalsch und mit den zionistischen Prinzipien unvereinbar, sei eS, zu behaupte«, die Bewegung fei die Antwort auf die wirtschaftliche Judennot. Das englische Angebot soll durch Orient studieren wollen, sondern an jeden, der, sei es zu wissenschaftlichen, sei es zu praktischen Zwecken, durch einen Aufenthalt im Orient selbst die dortigen Verhältnisse gründlich ,-führt werden, aber nicht durch di- Zinnisten und nicht im! 'eTn J'H h°K!-ich>ichst° G-ge.ch-nd des L.„ Qi.„« SV. fl* Unterrichtes ist d°s Arabische, Die Hdrer t-il-i, sich ,» zw-, Namen Zions. Der Redner wandte sich dann einem Ausblicke auf die künftige Gestaltung des Zionismus zu. Er verlangte Beseitigung des Dogmas vom Charter als Voraussetzung einer zionistischen Kolonisation. Das untätige Warten ans die Erreichung des Charters durch den Führer, sei -indurchaus mechanistche „Lösung« d-rJnd-nfrage, , , rea-lmäliia- Lärer der eine Vrükuua be- Der ZiauiSmus aber ist -inhistorisch n°tw-ndig gewordene IVJ", Ü„. Arten: regelmäßige (auditeurs ordinaires) und frei (auditeurs libres). Für die ersteren ist ein bestimmter Stndien-! gang mit obligatorischen Vorlesungen vvrgeschrieben. Der regel- 1 mäßige Studiengang umfaßt drei Jahre, doch bilden die Vorlesungen der beiden ersten Jahre ein Ganzes. Die Unterrichtssprache ist französisch. Am Schluffe des 3. Studiensteht, ein Diplom über seine abgelegten Studien. Ein Diplom als Doktor der Orientalischen Fakultät ist vorgesehen für diejenigen Hörer, welche im Besitze des Abgangs-Diploms sind Volksbewegung. Endlich widerspricht der von de« Zionisten gemachte Unterschied zwischen wä-tig-n Staude d-r Wi s°„,chast, EinzigMdg-„t'm und °-rt-dig-u lich-K°l°,.if°tt°,s°-t ist stufenweise Erweiterung bet © cbrt.,n9.1 Sf £" B'"“9'? . te“b' .e,"J ,Referat Oppenheimer. Der B-rtrag war f-hr gut besucht, l Schaffung -iN-r P-usioushaus-s für sie >» Aussicht g-nammeu. (Berlin). L a m m e n s. i Baronin Eleonore Koinkswarter. In Paris ist vorgestern Baronin Eleonore K ö n i g s!v a r t e r, Witwe nach Maximilian Baron Königswarter, 83 Jahre alt, gestorben. Sie war die Mutter der verstorbenen Baronin Helene Springer iir Wien, dann der Baronin Jakob K a n t st e i n, Gattin des österreichischungarischen Konsuls Engen Jakob Kantstein, der Madame» S a c ch i - K a n n unb des Barons Moritz K L n i g s w a r t e r in Paris. Zur Auswanderung der Juden aus Rußland schreiben die „Pctersb. Wjedom." u. a.: Besonders stark ist die Austvanderungsbelvegung unter Len Juden im Gouvernement Minsk. Diese Auswanderer haben noch znm Schlüsse, che sie die langgewohnte »Scholle verlassen, große Qualen und Schikanen auszustehen. Die Erreichung von Neisepässei» ist mit großen Spesen und noch größeren Mühen verbunden. Dies hat zur Folge, daß viele — der Mühe überdrüssig — sich gegen Erlag bon hundert Rubeln Auswandermigsageuten anvertrmicn, die ihnen vorspiegeln, sie für diesen Betrag bis an ihr Reiseziel in Amerika zu bringen. In den meisten Fällen jedoch werden die armen Auswanderer von ihren Führern mitten auf der Reise im Stiche gelassen, ohne ihr bereits erlegtes Geld zurückzucrhalten. Ein jüdisches Auswandcrungsbnreau besteht in Minsk nicht, so daß diejenigen, die auszuwandern gezwungen sind, den Agenten gar nicht entgehen können. i Kischencw. (Jude n auswande r u n g.) Ein Korrespondent des.„Odesski Listok" meldet, daß, sich zum Frühjahr eine Wien. (L i t. G e s e l l i g k e i t s v e r e i n j ü d . Mädchen „Moria".) Sonntag den 13. d. M. hcrt Herr phil. Arthur F r e u d eilten Vortrag gehalteil. Referent giilg von den Zeiten der Makkabäer ans und kam bis auf den 0. Zionistenkongress zu sprechen. Herr Freud besprach in überaus geistvoller und fesselnder Weise das Osiasrikaprojett und motivierte seine Gegenansicht. All der eingcleitcten Diskussion hat sich namentlich Herr med. Neumann beteiligt. Dann wurden feierlich die Chanukahlichtchen gezündet und von den anwesenden Herren das Chanukahlicd weihevoll angestimmt. Frl. Blanka Westreich beschloß den schönen lit. Nachmittag mit der Deklamation „Chanukahlichter" von M. Roseilfeld. Die überaus zahlreich Versammelten lohnten die Redner mit reichlichem Beifall. Theologischer Verein der Hörer an der isr. thcol. Lehranstalt in Wien. Der theologische Verein der Hörer an der isr. theol. Lehranstalt bringt hiermit zur Keilntllis, daß das Vereinsmitglied Herr Samuel Arje Samstag den 19. d. im Veth Hamidrasch (Tenipelgaße 3) beim Morgengottcsdienste eine Predigt halten wird. Wien. Verein j ü d. M ä d ch e n „H a d a s s a". - Sonntag den 20. Dez.: Vortragsnachmittag im Kongretzbureau. Res. Herr Emil Kappelmacher. Thema: Lessing, Gntskoiv, Fritz Mauthller. Beginn: 7,4 Uhr. (haste willkominen. — Einzelverein „W i e n" d e s Z i o n- Dienstag den 22. Dez.: Vortrag im Koitgreßbnreau. Thema: „Einiges über den Zionismus in Galizien". Res. Dr. O. Waitz. — I ü d. j u g. Arbeiter Brigitte na u. — Freitag den 25. Dez.: Monatsversammltlng im Kongreßbureau. Mittlvoch deic 6. Jänner: Gründungsfest im „Bayrischen Hof". — Vereinjüd. Mädchen „M o r i a". Mittwoch den 23. Jällncr: Festabeild im „Hotel Central". Vodenbach. Sonntag bett 12. Dezember faild wie alljährlich das von unserem Franenverein im Verein mit unserem Herrn Rabbiner Freund veranstaltete Kirrderfcst statt. Unsere Jugend — unsere einzige Hoffnung — hatte sich eingefunden und mit ihr die Eltern. Die kurze aber lehrreiche Ansprache an die Jugend, die der Rabbiner vor dem Anzünden der Chanukahlichter hielt, forderte diese auf, stolz auf ihr Judentum zu fein, steisnackig und selbstbewußt zu werden, Ivie es die Makkabäer getvesen. Hierauf folgte eine überaus reichbeschickte Jause, an welcher sich Aufführungen der Kinder von den Kleinsten bis zrk den Größteir anreihten. Gedichte, Festspiele, Lieder, alles in bunter Abwechslung, fand reichsten Beifall und vollste Anerkennung für den unennüdlichcn Regisseur. — Am Abeich kam dann die ertvachsene Fugend auch zu ihrem Rechte, indem diese dein Tanze huldigte. — Noch etwas, was den Lesern Ihres Blattes gut gefalleil dürfte. Ailf dein Steilerrekiirse eines Glaiibensgeiiossen ans hiesiger Gegend gegen erhöhte Steuer stand zil lesen: „Jiifolge der seitens einer lübl. Behörde ziigelassenen antisemitischen Zeitungsartikel geht mein Geschäft alljährlich schlechter und darum ist es mir nicht einmal möglich, die bisherige Steuer zu leisteii, wenn auch die ans aiitisemitisch gesinnten Mit- - - , . . .. . bürgern bestellende Stenerkommission anderer Meimliig ist." eine Ausgabe von 206.14:9 Dollars auf. Die Tatlgreu dieser Kolomea. Wie in allen größeren Städten Galiziens, so! größten jüdischen Wohltätigkeits Organisation erstreckt sich auf auch hier in Kolonien trägt die Jngend die Ziuiisfahiie. Allein alle Zweige mittelbarer und unmittelbarer Unterstützungsarveil, es fehlte dieser bis nun der wahre Lebenspuls — die Organisation, wie sie » B. ein besonderes Bureau auf Ellis Island, dem Weder die lokalen noch die allgemeinen zionistischen Interessen! der Einwanderer, unterhält, NM die letzteren konnten demzufolge mit Pflichttreue gewahrt werden. Nun aber! Landungsplätze d E ’ .. g ^nrlfommeu ist dieser Mangel auf ziifriedenster Weise ersetzt worden. Ans: m Empfang zu «ehmen und für lhr werteres Fortkommen Initiative einiger junger Zionisten gründete sich unlängst auf Basis auf dem ihnen Völlig unbekannten Boden zu sorgen. L)ie des Baseler Programmes ein spezifisch jugendlicher Verein Abteilung für Uttterstützungswesen hat für 10.924: Fannlien, lianlens „Z'ire Zion", der sich auch der allgemein zioiiistischen Qr- 44 500 Seelen revräsentiien, insgesamt 91.000 Dollars, gailisakion iiiiterstellte. Dieser zählt bereits mehr als 100 Mit- ""qe ^.'^0 leeren^a,en""'' . _» ' verausgabt, glieder und hat den Ziveck, die Jrrgeiid Koloirieas geistig und kör-! arbeüsunfahtge Juvaltdeu 3a. perlich nnszubilden, ihr nationales Selbstbewußtseiir zu heben und Die Werkstätte für wetblrche Arbertermnen hat einen ZUscyup schließlich sie zu gilleic Arbeitern für das Wohl ihres Volles und, von 6936 Dollars, der Arbeits-Nachweis einen solchen ^von des Zions-Gedankens heranzubilden. Dies tvird erreicht: 1. durch ~ Abonnement vieler zionistischer und auch inchtzionistischer Zeitui'.- gen; 2. durch die errichtete Vereins-Bibliothek, die bereits mehrere 100 Exemplare zählt, bestehend aus hebräische», deutschen, Poluischen nild Jargon-Büchern; 3. durch die Abhaltung von Vorträgen und Vorlesungen über jüdische Geschichte und Literatur, welche zweimal in der Woche stattfinden und 4. Rlrch die zu errichtenden hebräischen Uritertrichtsknrsiis ltirb Tnrnknrsns. Erwähnung verdient schließlich noch der sich im Nahmen des „Z'ire Zion" gegründete Klub zur Verbreitung der Nationalfondsmarke»', der schon im Anfairge seiner Tätigkeit glänzende Erfolge erntet. Bei der ain 30. Ilovenrber stattgcfundene», Konstituiernng dieses Vereines Ivnrden folge»»de Funktionäre gewählt: O. Fadeuhecht, Ehrenpräses; Präses: Marek Lachs, Vizepräses: S. Jwanier, Sekre> Richtungen einschtagen. Die Anhällger nach Palästina, andere nach Nord- und Sridamerrka und der größte Teil nach Ostafrika, in das „»»eue gelobte Land" Uganda. Paris. Von den 65 hier praktizierenden »veiblichcn Aerzten sind 30 Jüdinnen, die fast sämtlich aus Rußland stamme'». Fürth i. B. Nachdem hier schon verschiedene Straßen zum Andenken an »vohltätige jüdische Mitbürger benannt worden smd, z. B. Königsivarterstraße nach der» verstorbeilen Gelehrten Doktor Königswartcr, der jetzt auch ein Denkrnal in den Anlagen erhalt, wurden in der letzte»» Magistratssitzung einer Straße der Namen Bachstraße erteilt, zu Ehren der jüdischen Familie Bach, welche pch durch Begründung mehrerer ansehnlicher Stiftungen berühmt gemacht hat, einer niederen Straße der Namen Benditstraße, zn Ehren der jüdischen Familie Bendit und einer dritten Straße der Namen Bambergcrstraße, zu Ehren des verstorbenen jüdische»» Kausman- >»es B Bambcrger, welcher ebenfalls sehr anschnlickje Stiftungen zr» Wchlintigteits- und Verschönerungszweckell begründete. Rew-York. Der soeben erschienene Jahresbericht der hiesigen „Bereinigten jüdischen Wohltätigkeits-Vereine" (United Hebrew Charities) weist eine Einnahme vo« 196.896 und 3185 Dollars erfordert. An Reise-Beihilfe find 17.416 Doll, bewilligt worden. Die Verwaltungskosten beliefen sich aus 23.523 Dollars. Zu diesen Ausgaben haben der Baron de Hirsch-Fond 14.400 da§ Taisenas (?) 25.000 und andere angeschlossene Vereine 1885 Dollars beigesteuert. —- Während des letzten Jahres (30. September 1902 bis 1. Oktober 1903) sind über den hiesigen Hafen 60815 Juden eingewandert (gegen 57.000 im Vorjahre) u. zw. 34196 aus Rußland, 17.268 aus Rumänien, und 19.000 aus Oesterreich- Ungarn. Von diesen Neuankömmlingen sind 43,623—^71,14°/„ in New-Uork verblieben.

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