Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 45 (6.11.1903)
- Date
- 1903-11-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2432763-2432970-2433015--2172-2436009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdisches Volksblatt 6. November 1903 "!"N > «• Wien, Freitag Nr. 45 2nuof. ^onnrnn den 2r>, u. Nk. fand die am 19. u. M. >vegen der vo,gerückten 9>aelirsriinde verschobene Generalversanimtun» de-- diesigen Be reines „Agudob ^tcuii“? iVii^ritdu" statt, dem der Präsiden: Herr Tr. Juda 3 t m ut c r m a n n und Zion troleure die Berichte ibrer Tätigkeit erstatteten, unterbreitete der Herr Präsiden die für die Kontroleure nnd Schiedsrichter ausgearbeiteten Reglemenr-ch die unter „Hejdod"-Pnfen einstimmig nngenommen ivurden. N'arl, einer lialbstiindigen Panse schritt man zur Wahl, die folgendes Resultat ergab. — 2fair des durch Resigitation gnriiekgetretenen Präsidenten Herrn Tr. 3 11,1 in c l' - iuaitit innrde Herr Bert F i n t geiväblt, ferner Herr Arthur 2 i e d l i ö k i e r zum Pezevräsideitteu, die Herren L a n g s u st tind A b r zn Sekretären, Herr Adalbert 2 eb ö n b a ch als Kassier; als Assessoren die Herren: Tr. Juda 3 i m in e r m (tim, Tr. Samuel C h r e n sr ein, Jonas T b m sen., Arthur R a m e r, Josef O st e r j u n g , Hermaitn W e n i g und Jakob L e r »er; als A ss e ssoren - 2 te Ilb e r r re re r die Herren Jsak Pfeffer und Äkarkus Arm; als Kontrolleure: die Herren Salomon Reist, Leib Tym und Abraham Rainer. — Nach einer vom Präsidenten Herrn Berl F i n k gehaltenen Ansbrache wurde die Gcueralversammlung mit „Hejdod"-Rufcn geschlossen. I o n a s Th m seit. Ausland R. MoseS gestorben Man macht leider die betrübende Erfahrung, daß et mit der Kenntnis der Geschichte des Zionismus in nationalen Kreisen ebenso geht, wie mit der Geschichte der Medizin in medizinischen Kreisen. Darüber sagte bekanntlich Hyrtl folgendes: „Für die meisten Mediziner beginnt die Geschichte der Medizin mit dem Momente, mit dem sie sich an der medizinischen Fakultät inskribieren lassen." So beginnt für viele die Geschichte des Zionismus mit dem Moment, als sie Zionisten werden. Es ist deshalb notwendig, auf die verdienstvollen Vorkämpfer unserer Bewegung hinzuweisen. Und einer der besten war Moses aus Kattowitz. Dort fand im Jahre 1884 eine Konferenz der Palästina- Kolonisationsvereine statt, der Moses präsidierte. Auch an dem Tage der Zionsvereine in Wien im Jahre 1889 unter dem Vorsitze Birnbaums nahm Moses teil. Nun schläft er in dem Orte, der durch ihn in der Geschichte des Judentums eine große Bedeutung gewinnt. Ehre seinem Andenken.... Charlotteuburg Theod. Mommsenist gestorben Mit dem großen Manne, der eben verstorben ist, hat Deutschland den letzten Geschichtsschreiber von universeller Bedeutung verloren. Ranke, Dropsen, Sybel, Treitschke, Mommsen, diese Generation der Klassiker der Historigraphie ist mit dem letzten nunmehr ausgestorben. Die Besonderheit dieser Männer beruhte, abgesehen von ihrer wissenschaftlichen und schriftstellerischen Leistung, in der vermittelnden Stellung, welche sie zwischen dem alten und dem neuen Deutschland einnahmen. Geboren noch in Goethes kräftigem Alter, ausgerüstet mit der ganzen klassischen und philosophischen Bildung, die den Generationen des politischen und wirtschaftlichen Ringens in wachsendem Maße verloren gegangen ist, wandten diese Geschichtsschreiber den aus der Berührung mit der Antike und mit der Blütezeit unserer Poesie und Philosophie gewonnenen Jdeenschatz an die Betrachtung der Vergangenheit des eigenen Volkes und fremder Völker. Das langsame erwachende politische Bedürfnis der Deutschen, die doch seit fast unvordenklichen Zeiten ihre politischen Geschicke mit fatalistischer Gelassenheit ertragen hatten, nährte und steigerte sich an diesen glänzenden Schilderungen kämpfender, politischer Energien. Mommsen hat nicht, wie die anderen Genannten, die eigene Nationalgeschichte dargestellt. Aber seine Römische Geschichte wirkte, vielleicht gerade, weil sie über so fernliegende Ereignisse und darum mit umso größerer Freiheit des Urteils sprach, unmittelbar zündend auf die Leser, zunächst auf die Zeitgenossen, welche in den altrömischen Gestalten Typen unserer Tage, in den Klassenkämpfen Roms ihr eigenes Ringen wiederzuerkennsn glaubten. Als 1880 der Antisemitismus durch Treitschke s Bekenntnis in die feinen Kreise drang, wandte Mommsen sich scharf gegen ihn, und eine bittere Polemik entstand zwischen den beiden berühmten Kollegen. In einer seiner Schriften nannte zwar Mommsen die Juden „das Ferment der Dekomposition", ein Wort, das von den Judenfeinden noch heute bei jeder Gelegenheit gegen Israel ins Treffen geführt wird. Mommsen aber konnte nach seiner ganzen Stellung und nach dem Geist» seiner Werke diesen Ausdruck nur in einem für die Juden günstigem Sinne gemeint haben. Die Kischenewer Jndeukrawalle vor Gericht. Aus Odessa wird telegraphiert: Die Verhandlung wegen Kischenewer Judenkrawalle wird, wie nunmehr feststeht, nicht in TiraSpol, sondern in Kischenew selbst stattfinden undZam 6. November beginnen. Da gegen fünfhundert Zeugen vorgeladen find, wird die Verhandlung mehrere Wochen dauern. Jerusalem. Der vortreffliche Frauenverein „Esrath Noschim", dessen segensreiche Wirksamkeit in Ihrem Blatte wiederholt mit Recht rühmend geschildert wurde, versendet seinen achten Jahresbericht, der abermals ein wohltuendes Bild gedeihlicher Arbeit bietet. Das von dem Verein unterhaltene Asyl für Unheilbare und Geisteskranke bewährt sich immer mehr als ein wahrer Segen für die Unglücklichsten der Unglücklichen. Sv konnten im abgelaufenen Jahre wiederum zwei kranke Frauen, darunter eine, die an Tobsucht gelitten hatte, als vollständig genesen aus der Anstalt entlassen werden. Obgleich daS Asyl keinen Anspruch auf den Namen einer Heilstätte machen kann, wirkt doch die den Kranken gebotene Ruhe, die sorgfältige Pflege und liebevolle Behandlung beruhigend und heilend auf Geist und Körper und führt oft zu erfreulichen Resultaten. Der auf einem ausgedehnten Grundstück in gesunder Lage errichtete Neubau deS Krankenheim, ein schönes, feinem Zwecke vollkommen entsprechendes HauS, ist fertiggestellt, konnte aber seiner Bestimmung leider noch nicht übergeben werden, da die Mittel zur hygienischen Einrichtung, sowie zur Nivellierung des Grundstücks und Anlegung eines Gartens noch gänzlich fehlen, wozu noch 10.000 Frcs. erforderlich fein dürften. Da außerdem der Neubau nur für 32 Betten Raum bietet, wäre 'es wünschenswert, möglichst bald einen neuen Flügel anzubauen, um den wachsenden Anforderungen Rechnung tragen zu können. Durch dir Erhöhung der Krankenziffer werden selbstverständlich auch die Ausgaben der Anstalt gesteigert werden. Dieselben erreichten im Vorjahre die Höhe von 40.095 24 Frcs., (davon für die laufenden Ausgaben 13.136'41, für den Bau des Hauses 25062 Frcs.); die Einnahmen beliefen sich auf 38.199-56 Frcs. und zwar Jahres-Beitrag 1340'30, Subsidien seitens der hiesigen Kolelim und anderer Anstalten rc. 5001-77, Spenden 9321-39, für den Baufonds 22.310'48 Frcs. (davon Seitens der Erben des Herrn I. A. Neustadt l,., in Moskau 21.300 Frcs.) Die Anstalt dankt diese Steigerung ihrer Einnahmen und damit ihre gedeihliche Entwicklung vorwiegend den rastlosen Bemühungen eines aus den Damen Frau Lewin-Brodsky-Karlsruhe, Frau Hermann G u m p e r tz-Hamburg, Frau Hermann G u t m a n n- Stuttgart, Frau Rabbiner Dr. Horovitz und Iran Ed. R o s e n h e i m-Frankfurt a. M, bestehenden Komitees, der kräftigen Unterstützung Seitens des Vereins Lemaan Zion und der fortgesetzten Förderung durch Herrn Distrikts-Rabbiner Dr. A. Salvend i-Dürkheim. Unter den zahlreichen, der Besserung der Lage unserer Glaubensgenossen im heiligen Lande dienenden Instituten verdient das Asyl für Unheilbare und Geisteskranke, das einem schreienden Notstände abhilft, und darum der Verein „Esrath Noschim" hervorragende Berücksichtigung. Es wäre deshalb aufrichtig zu wünschen, daß weiteste Kreise für dieses, unermeßlichen Segen stiftende Werk opferwilliges Interesse betätigen und durch reiche Gaben mithelfen mögen, das Asyl auszubauen und so die Aufnahme einer größeren Zahl von Heilungbedürftigen zu ermöglichen. Den Vorstand des Vereines bilden die Damen Fr. C. Pin es, Liebe I a k o b s o h n, M. F i n k e l st e i n, Jda I e l l i n, Esther K o h n, Golde R. Ti kt in, Rahel Elles, Liebe. A l p e r t und Rosa F e i n st e i n. Kassierin. Gütige Geldsendungen find an die Adresse „Allgem. Frauenverein Esrath Noschim" in Jerusalem oder an Herrn Bezirks-Rabbiner Doktor S a l v e n d i in Dürkheim zu richten. Karlsruhe. Aus dem früheren Musterlnnde des Liberalismus, aus Baden, wird den „Mitteilungen zur Abwehr des Antisemitismus" von hier geschrieben: „Nicht nur keine jüdischen Offiziere scheint man in der Armee haben zu wollen, auch die Unteroffizierslaufbahn wird den Juden nicht so offen gehalten, wie den christlichen Konfessionen. Die Bezirkskommandeure lassen durch die Bezirksämter eben veröffentlichen, daß die Unteroffiziersschulen junge Leute von 17—20 Jahren als Schüler aufnehmen und diese bei ihrer Anmeldung bei der betreffenden Schule oder beim Bezirkskommando der Heimat 1. einen Meldeschein ihrer Bezirksbehörde, 2. einen Konfirmationsschein oder Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion, 3. Schulzeugnisse, 4. amtliche .Bescheinigung über die bisherige Tätigkeit, über etwaige erbliche Belastung vorzulcgen haben. Ohne Konfirmatiousschein oder Ausweis über erste .Kommunion ist eine Meldung unmöglich, es können mit ersterem nur Protestanten, mit letzterem Katholiken dienen, aber Dissidenten, Freireligiöse nnd Juden können solche Scheine nicht beibringen. — Wo die Juden, ivie in Württemberg und etlichen kleinen Staaten, auch eine Konfirmation in ihren Kultus einfügtcn, welche der protestantischen in ihren Aeußertichkeiten ähnelt, können sie auch zur Unteroffiziersschule angemeldet werdeir, aber in Baden und ganz besonders auch in Preußen nicht, denn da kennt man eine Konfirmation bei den Juden nicht. Die Freireligiösen sind in kleiner Zahl, aber die Juden sind etwa ein Prozent der Bevölkerung und es hat mancher darunter als Unteroffizier mit Auszeichnung gedient und ist auch mancher danir in Zivilstelle übergegangen; jedoch Unteroffiziersschüler können die Juden trotz aller Gleichberechtigung der Kynfessiou im Deutschen Reiche nicht werden." Christiania. Bekanntlich gilt in Norwegen das Dissenter- Gesetz, demzufolge jedem Angehörigen einer Konfession, mit Ausnahme der evangelischen, das Recht zusteht, sich einer Gemeinde auzuschließeu oder selbständig eine solche ins Leben zu rufen. Auf die 6—700 israelitischen Seelen, die in Norwegen ivohncn, wirkt genanntes Gesetz insofern ungünstig, als dadurch das Gemeiudelebeu sehr gelockert ist. In Christiania selbst wohnen zirka 400 Israeliten, die sich zum großen Teil aus russischen cingcwaudertcn Juden zuM kleinen Teil aus deutschen, dänischen und schwedischen Glaubensgenossen znsammensetzcn; sie sind in mehrere Gemeinden geteilt. Die größte von ihnen ist die Gemeinde „Det Mosaiski Trosamfund", die 00 Mitglieder und 260 Seelen zählt und die von alle,: andern imstande ist, einen Kultusbeamten zu besolden. Sie hatte in diesem Jahre zu deir Festtagen eine neue hübsche Synagoge, sie besitzt eine Religionsschule und. im Juli d. I. ist es ihr gelungen, auch eine „Cheiura Kadischa" ins Leben zu rufen. Hier in der Synagoge der „Mosaiske Trosamfund" fand in diesem Jahre ein besonders herrlicher Gottesdienst statt und es mag bezeichnend sein, daß die angesehene Tageszeitung Christianias, das „Dageblated", es für wert erachtete, den tiefen, ergreifenden Eindruck, den der jüdische Gottesdienst ans ihren christlichen Mitarbeiter machte, in einem längeren Aufsatze zu schildern. Auch an 2 bis 3 anderen Stellen gab es zu den hohen Festtagen hier in Norwegens Hauptstadt noch Minjan. Von hohem Interesse dürfte es sein, daß zum ersten Male in diesem-Jahre zu Rösch haschanah und Jom-Kippnr auch ein jüdischer Gottesdienst in Bergen stattfand und ebenso in Narvik, der neuen Stadt an der Ofoteu- Vatnr, der nördlichsten Bahnstation der Welt nnd wohl der nördlichste Erdpunkt überhaupt, air dem je Jom-Kippnr gefeiert wurde. Böckel mortuns. Ein Mann über Bord! So heißt es herrte bei den Antisemiten. Der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Böckel hat sich nämlich vollständig ans dem politischen Leben zurückgezogen. Wie ein ihm nahestehendes Blatt erklärt, hat er diesen Schritt getan, „verärgert durch die ewige Zersplitterung und Eifersüchtelei in der antisemitischen Bewegung und körperlich aufgerieben in jahrzehntelangem Kampfe". Böckel hat seit Mitte der Achtzigerjahre eine der vielen antisemitischen Richtungen gebildet. Er tvar der erste antisemitische Abgeordnete im deutschen Reichstag. 1887 tvurde er in Marburg gewählt. Die Bewegung in Kurhessen erhielt durch ihn ihren Anstoß. Man nannte ihn dort den Banernkönig. Sein größter Tag im Reichstage tvar der 18. Mm 1887. An diesem Tage zersprang nämlich im Kampfe gegen ihn die Präsidentenglocke. 1805 trat er, tveil sein damaliger -Intimus Ahlwardt aus Gründen der Taktik erkludiert wurde, aus der dcutschsozialen Reformpartei aus und 1000 begründete er den „Deutschen Volksbund" mit Haus v. Mosch und Professor Förster. Im letzten Reichstag erschien er nur noch selten. Von 188 nnincntlichen Abstinurmugen hat er 144 versäumt. Eine Zeitlaug hat er den Bund der Lnndtvirte befehdet; dann war er lvieder Angestellter deS Bundes in dessen Berliner Bureaus. Später tmlrden ihin allerhand private Iluerguicklichkeiten im öffentlichen Leben von den eigenen Parteigenossen zum Bortvnrf gemacht; einer der sinnigsten Angriffe gegen ihn kam auch aus den Reihen seiner Pnrteigenosseir deshalb, weil er — das Brautkleid seiner Frnn bei einenr Inden gekauft haben sollte. Dieser Vorwurf charakterisiert einigermaßeil die geistige v>öhe jenes Pnrteilebens. D<rß Böckel dem politischen Leben Valet sagt, ist das berständigste,!vns er unter bcu heutigen Umständen tun konnte. Gedenktage. Novcinber. 1. 1784 geb. i. Saudersleben Gotthold Salomo», Kanzelredner. 1870 st. i. Erfurt Prof. Ephraim Nager, Vers. v. nrithm. lt. geom. Hnndb. 2. 1831 geb. i. Hamburg Jul. Stettenheim, Humorist mcd Satiriker. 1876 si. i. Budapest Eduard (Einhorn) Horn, Mitarbeiter versch. jiid. Zeitschriften. 1882 st. i. Fürth Abg. Morgenstern, d. erste Jude im bayr. Landtag. 3. 1760 st. Th. Abbt, treuer Freund Mendelssohns. 1873 st. i. Berlin der Dichter Ludwig Kossarsli. 1800 st. i. Breslau Rnbb. Dr. Manuel Joel. 4. 1481 w. in Sebilln e. Autodafe veranstaltet. 1084 st. i. Modena Abraham Jos. Sal. Graziano, Vers. v.?1»m. z. Schulchan arnch. 1710 st. i. Padua Raphael Nabenio, Arzt üb. hebr. Dichtk. i. ital. Spr. 1784 st. i. Görz Jacob Chat Chefcz, Dichter nnd Prediger. 1706 st. i. Berlin Abr. Kassel, hebe. Uebcrs. v. Euklid. 1840 st. i. Wilna M. A. Giuzbnrg, hebr. Uebers. u. a. b. Campe. 1840 st. i. Nizza I. S. Abigdor, Deputierter. 1881 st. i. Hang Estella Hertzfeld, holländische Dichterin. 6. 1337 iv. i. Parchim Ezechiel b. Mennchem it. Aaron b. Mordechni getötet. 1828 st. i. Nancy B. I. Berr, Vers, von Flugschriften und Reden. 1864 st. i. Punah Dav. Sassoon a. Bagdad, Philanthrop. 1888 st. i. Brighton Ludwig Löwe, Abg. v. Berlin. 0. 1043 st. i. Hebron Abr. Asulai, kabbnl. Antor a. Fez. 1884 st. i. Frankfurt a. M. Dav. Ephrosi a. Witebsk, vorz. Kenner d. talnmd. u. rabb. Literat, u. Verf. ebiogr. Werkes. 7. 1673 ft. i. Lublin Salomo Luria, ber. Talmudist, Verf. v. Rechtsbescheiden. 1610 wurden in Logrono Personen verbrannt, weil sie den Sabbat gefeiert. 1850 st. i. Gr. Knnisza d. Arzt Horschetzly, Uebers. v. Josephus. .1846 geb. i. Proßuitz d. Komp. Jgu. Brütl, (Oper „Das goldene Kreuz"). 1806 ft. i. Berlin Emmi Rossi, Schriftst. 8. 1878 st. i. Kopenhagen die Dicht. Rosa Warrens. Chef ch w a n. 10. 1836 geb. i. Padua Emil Morpurgo, Nat.-Ockouom. 20. 1814 geb. i. Nawitsch Rabb. S. Braun, gest. i. Schucidemühl. 1800 st. i. Breslau Rabb. Dr. M. Joel. 21. 1817 geb. i. .Pions Prof. Heiicrich Grätz. 22. 1838 st. i. Prag Peter Beer. 1800 st. i. Berlin Rabb. Jakob Jos. Oettinger, seit 1826 der Nachfolger des Vize-Oberlandrabbiners Meyer Simon Weyl. Büchrr-Ei«la«s Dr. Adolf Frankl-Grün mit einem literar-historischen Beitrage von Dr. S. Kraus. Wien 1003. Druck und Verlag Moriz Waizner & Sohn, Wien, IX. Marx oket Lassalle? Eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung für die Arbeiterpolitik der Gegenwart. Görlitz 1003. Verlag von Rudolf D ülser. Preis 60 Pf. Diese Schrift kommt gerade heute, in der durch den Dresdener Parteitag geschaffenen Situation, sehr gelegen. Sehr geschickt leuchtet der Verfasser in jene kritische Periode hinein, die der Tod Lassalles und die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in zwei sich heftig befehdende Gruppen, den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" unter Schweitzer und die „Deutsche Volkspartei" unter Führung von Bebel und Liebknecht. Weiters zeigt er, wie die Verfolgungen des Sozialistengesetzes und der Rücktritt des Schweitzers dennoch eine Einigung der beiden Gruppen herbeiführten. Der Wegfall des äußeren Zwanges müsse aber mit Notwendigkeit einen Auseinanderfall der beiden Strömungen herbeiführen. Der historische Erbe der nationalen Lassalle'schen Richtung sei die Gruppe der Revisionisten unter B e r n st e i n und V o l l m a r, dieser Kampf müsse einmal ausgetragen werden Eingesendet. Löbliche Redaktion! Vor wenigen Tagen ist dem gefertigten Vorstande der israel. Kultusgemeinde in Czernowitz die Notiz „Theorie mcd Praxis" in Ihrem geschätzten Blatte vom 10. Oktober 1003, Nr. 42, zur Kenntnis gelangt. Der gefertigte Vorstand ersucht nun zufolge Sitzungsbeschlusses die löbliche Reduktion, in der nächstfolgenden Nummer Ihres Blattes gefälligst zu berichten, daß die auf unfern Oberrabbiner Herrn Dr. Josef N o s e n f e l d bezügliche Mitteilung unwahr ist, d'a Herr Dr. Rosenfeld an der Bestattung des in jener Notiz erwähnten Kindes gar nicht teilnahm, und zwar weder in seiner Eigenschaft als Seelsorger noch als Trauergast. Es sei nur noch erwähnt, daß der -aus dem Hinterhalte eines Pseudonyms gemeine Verdächtigungen schleudernde Unbekannte dessen geivärtig sein darf, dnß auch anderlveitige Schritte gegeir ihn rmterirommen ivürden, falls es gelingen sollte, seinen wirkliche,r Namen zu erfahren. C z e r n o lv i tz , am 2. November 1003. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde in Czernowitz. Der Präses: kais. Rat Naftali Fittinger. * Aufruf. Zioni st ischeBürger, Frauen, Mädchen, Studenten und Ar baiter Wiens! Der „Verband der jüd.-akad. Verbindungen Wiens" veranstaltet am Samstag, den 7. November, im Frstsaale des Etablissement R o n a ch er(I.. Schellinggasse 4) seinen Eröffnungskomm e r s, zu dem alle Gesinnungsgenossen auf das herzlichste eingelade» sind. Anfang 8 Uhr abends. Soireetoilette. Eintritt frei. Festredner: Alter Herr, Ingenieur Emil Fried. T»ndenzredner: Bundesbruder Julius U p r i m n y. Toast auf die Alten Herren: Bundesbruder Jungmann. Toast auf das Aktions- Komitee : Bundesbruder Z u ck e r m a n n. Gefällige Mitwirkung des Herrn Rosen, Mitglied des jüdischen Männergesangsvereines „Schir Zion". Der Verband der jüdisch-akademischen Verbindungen Wiens: „Jvria", „Kadimah", „Libanonia", „Maccabäa". * Erklärung. Der Unterzeichneten Vereinsleitung ist von verschiedenen Seiten die Meinungsäußerung zugekommen, daß sich der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" aufgelöst habe.