Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 34 (21.8.1903)
- Date
- 1903-08-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 34 Jüdisches Volksblatt 21. AnpiW?9()3 Wien, Freitag belle liifiitfi* Kollege n zurückwies. Ich srug den Vorschlag dieselben: „— Glaubt Ihr, die Nation sei lerzeit zu einem großen Unabhängigkeitskampfe fähig?" Wir glauben es nicht." „— Auch ich glanbe es nicht." „Die konfessionelle Gehässigkeit ist ein abscheuliches Mittel zur Erreichung politischer Zwecke; wenn aber dieses Mittel zur Erkämpfuug unserer Unabhängigkeit geeignet wäre: würde auch ich darüber nach sin neu, ob ich dasselbe nicht doch antvenden solle? Es ist aber nicht geeignet. Präsident der Unabhängigkeitspartei war Ludwig Mocsüry. Voll edler Denkweise, starkem Patriotismus und goldreinen Charakters. Trauliche Freundschaft knüpfte mich an ihm. Am folgenden Tage erzählte ich ihm die nächtliche Unterhandlung und erklärte ihm zugleich, daß ich den Plan der neuen Parteibildung für gefährlich und abenteuerlich halte und daß mich gerade dieser Plan dazu bestimme, meine Unschlüssigkeit aufzugeben und die Kriminalverteidigung zu übernehmen. Trotz seiner stark ungarischen Denkweise freute sich auch L. Moesüry dieser meiner Erklärung nicht. Er fand es, daß dieses Unternehmen meine politische Tätigkeit eine Zeit lang unterbinden und der Unabhängigkeitspartei nicht zum Vorteile gereichen werde. Eine edle Anseinandersetzllng entwickelte sich hierüber unter uns ... Ich sagte: vor zweihundert Jahren wurden unsere ungarisch proteftatttischcn Kirchen unter dem Vorwände konfessionellen Wühlens mit mörderischer Energie von Gewaltherrschaft verfolgt, unsere Angehörigen dem Henker überliefert und unsere Kirchenlehrer auf die Galeeren geschleppt. Hätte sich damals ein Mann des öffentlichen Lebens gestatten dürfen, sich vor dem bitteren Jammergeschrei der Verfolgten die Ohren zu verstopfen und ihnen die lindernde Hilfe der Verteidigung zu versagen? Ob die Eszlürer Juden schuldig oder unschuldig sind, weiß ich nicht. Nun aber ist nicht nnr das allein mehr die Frage, hat sich doch die aufgewiegelte Gereiztheit der Masse s» weit gesteigert, daß sie nunmehr die ganze jüdische Konfusion bedroht, zugleich aber auch die Ruhe unserer Gesellschaft gefährdet. Ludwig Mo cs üry sah und fühlte dies ebenso wie ich. Aber als treuer Freund mahnte er mich doch zur Vorsicht und meinte, er selbst werde deswegen viele Unannehmlichkeiten mit mehreren Mitgliedern unserer Partei haben . . . Hierauf schilderte K. Eötvös, welchen Verleumdungen und Machinationen er und die übrigen Verteidiger noch vor Beginn ihrer Tätigkeit von allen Seiten, besonders seitens der Presse ausgesetzt waren und wie sich große Gesellschaftsschichten gegen die Angeklagten und gegen das gesamte Judentum organisierten. Dr. Ronai sagt in der „Ungarischen Wochenschrift": Es ist für die ungarischen Juden unerläßlich, diese Schilderungen sich tief einzuprägen und deren Konsequenzen stets klar im Auge zu behalten. Die markantesten Sätze derselben sind folgende: Der unbegründeteste Judenhaß wütete am heftigsten und Jahre lang in jenen Gegenden, wo die kernm a g y a r i s ch e st e, n ü ch t e r u st e und g u t m ü t i g st e Bevölkerung lebt; trotzdem der überwiegende Teil der hierländischen Juden wirtschaftlich in drückender Lage sich befindet, herrschte auch bei den höhergebildeten Ungarn der Irrglaube, „daß Geld aller Welt in allen Ländern befände sich in den Händen der Jude» und daß — wenn jüdische Angeklagte frcigesprochen werden — dies nur dem Gelbe „Hunderttausende oder einer Million" zu verdanken ist —." Ferner, daß auch die Reichstagsparteien, sowohl die Opposition, wie die große Regierungspartei eine frostigteilnamslose Stellung dem organisierten Terrorismus gegenüber einnehmen. Zur Zeit des hochaufloderuden Monstreprozesses huldigte der Justizminister und der gewesene Universitätsprofessor selbst dem Glauben an das Blutmärchen. Der Chef der Regierung, der allmächtige K o l o m a n T i tz a, der im Parlamente und im ganzen Lande eine blindgehvrchende große Majorität zur Verfügung hatte und das unbedingte Vertrauen der Krone besaß, wagte es nicht und fand es nicht geraten, gegen die Niesenmacht des allgemeinen Judenhasses anzukämpfen. Die weitverbreitete Presse, die freisinnige — mit kaum merklicher Ausnahme — mit inbegriffen, wollte oder konnte nicht aufklärend wirken und fand es vorteilhafter, zu Hetzen und zu schüren. Der allgemeine Haß richtete sich nicht nur gegen die (noch gar nicht überführten) Angeklagten, sondern gegen die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes. Die große Judennot wurde von den Parteien als freudig willkommenes Werkzeug zur Beförderung der Partei- und LattdesinLeressen aufgegriffe», so einerseits zur Erhaltung der Macht, andererseits zumSturze der Regierung, zur Lostrennung von Oesterreich, zur Parteireform und zur Reinigung der Sitten. Das Verteidigungsprogramm des Karl Eötvös bestand darin: nicht lediglich einen Freispruch zu erwirken, sondern darüber hinaus „aufzudecken, was wirklich geschehen ist", nämlich die Erdichtung und künstliche Erzeugung der Indizien und Beweise gegen die Juden, namentlich, „wie das Eszlürer Mädchen verschwunden ist und mit welcher Voreingenommenheit und Leichtfertigkeit, mit welchen strafwürdigen Empfindungen die Strafuntersuchung gearbeitet hat/ Hiegegen, besonders gegen die letztere Aufgabe, bildeten sich mächtige Gesellschaftsorganisationen. „Von dem Gerichtshöfe selbst keine Hilse zu erwarten, war doch gerade gegen die Befangenheit des Gerichtshofes Hilfe nötig. Die vorzüglnhsten Männer des Landes eilten von allen: Er denkt jetzt schon an den Ban eines „Kroatischen Reimes" Richtungen der Windrose herbei, um K. Eötvös „brieflich Essek! und mündlich" von der Ucbernahme der Verteidigung ab-j Für seine „slavischen Brüder" in Kischenew hat er sich zuhalten. Es war so wichtig und dringend, daß sie ihn genug Wetz getan. Mußte er doch über sich den Borwnrf diesem Grunde zu Mitternacht aufsuchten. Auch die gerechtesten, s ^^üehen lassen, er habe sich für I u d e n geopfert „Es waren unbefangensten und mutigsten Männer, über alle hervorragend öoc5) keine Juden, sondern — „Slaven"!" Seine Replik genügt ihm nicht. Es soll der letzte Vorwurf gewesen sein. .,Wir wollen euch zeigen, daß wir mit Leib und Seele Kroaten sind. All unsere moralische und materielle Kraft wollen wir aufwenden, um bas „Kroatische Heim" zu errichten." Dem Ethnologen und Historiker machen die kroatischen Juden schwere Arbeit. Die Kroaten sind ein kleiner Ast, am großen slavischen Stammbaume. Nun kommen d i e Juden und wollen auch noch an jenem Aestchen ein Plätzchen finden. Sie erklären: „Wir sind Kroaten mosaischer Konfession. Wir sind nicht — kroatische Juden." Jüdische Kroaten würde etwas besser passen. Die günstige Lage dieser Stadt nützen diese jüdischen Kroaten nun auch reichlich aus. Mit einem Sprunge sind sie über die Drau und führen sich einige Magyaren zu Gemüte. Die kroatischen Kroaten mögen sie beneiden! . . . Zugunsten des „Kroatischen Heimes" in Essek veranstalteten dort die kroatischen Hochschüler ein großartiges Fest. Unter 16 Hochschülern sitzen im Exekutiv-Komitee nicht weniger als sieben jüdische Kroaten. Darunter ganz hübsch jüdisch klingende Namen: Kraus, K o h n, A b r a h a m s o h n rc. Geber damalige Führer der gemäßigten Opposition, späterer Minister und Reichstagspräsident Desider Szilügyi, der auch vor der Stufen des Thrones nugescheut die Wahrheit zu sagen pflegte, bemühten sich, Eötvös die Aussichtslosigkeit und Gefährlichkeit seines Verfahrens zu demonstrieren. Welche Gründe bewogen nun den so allgemein! umivorbenen Karl Eötvös, der das Motiv der Geldentlohnung stolz ansgeschaltet wissen wollte, zur Ucbernahme der schwierigen und gefährlichen Aufgabe? Nebst den an die Errinnerungen der von den ungarischen Protestanten, von eigenen Vorfahren des Eötvös erlittenen schrecklichen Verfolgungen ankuüpfenden Motiven des Erbarmens und der hehren Gerechtigkeit galt es ihm: die großen Errungenschaften des Jahres 1848 vor Zerstörung und Fälschung zu wahren, die Fahne der Unabhängigkeitspartei vor Befleckung zu schützen. Als er auch diese Gründe dem Präsidenten seiner eigenen, der Unabhängigkcitspartei, dem unerschrockenen Ludwig Mo cs üry vorhielt, war dieser „trotz seiner stark ungarischen Denkweise" von der Absicht des Eötvös sehr betroffen und erwartete hievon für sich selbst und seine Partei große Nachteile. Also dersklbe L. Mo cs üry, der die in Ungarn' meinsam mit ihren Stammesbrüdern erlassen sie einen Aufruf, unerhörte Künhnheit bewies, für die Ausdehnung der Rechte j in welchem es heißt: „Wir wollen hoffen, daß uns unsere der anderen Nationalitäten einznstehen und hiedurch einen! Väter, V erw an d t en und Freunde, die unseren entschiedenen allgemeinen Sturm der Entrüstung gegen sich selbst herauf-; Kampf und den heißen Wunsch sehen, daß da? „Kroatische zubeschwören, demselben unerschrockenen Puritaner wurde es! Heim" je eher erbaut werde, uns beistehen werden." bange, wenn es galt, das gekränkte Recht unschuldiger Juden f Es kommt auch gar nicht; selten vor, daß den Söhnen die vor Gericht zu verteidigen und die an die gesamte jüdische Väter und Verwandten folgen. Anders zwitschern die Jungen — Bevölkerung gerichtete Verschwörung zu vereiteln. sals die Väter sungen. Nun folgt das Schrecklichste. Derselbe Karl Eötvös,; Ich hatte auch einmal Gelegenheit, einen dickbäuchigen der die Verwendung der konfessionellen Gehässigkeit als politisches i Noch-Juden zu sehen, der sich vor Wonne und Freude schüttelte, Werkzeug für „abscheulich" erklärt, dieser gefeierte Philosemit, sein Herz lachte ihm in der Brust und seinem Nachbar — auch der die ihm angebotene „glänzende Zukunft" zurückwies, j einem Noch-Juden, oder noch einem Auch-Juden — flüsterte er bekennt es ehrlich und offen, daß, wenn die Jndenhetze zur zu: „Das sind Kroaten! Was?" Obberrabbiner Dr. Samuel Spitzer s. A. hat es richtig prophezeit: „Wenn wir es schon nicht konnten, unsere Kinder werden voll und ganz im Slavenvolke aufgehen, werden echte Slaven unter Slaven sein," Unter den Effeker Prachtbauten wird auch bald das „Kroatische Heim" gezählt werden müssen. Dessen bin ich gewiß. Es wird für die kroatisch-nationale Sache vom Nutzen sein. (Die in Kroatien). Auch davon bin ich überzeugt. Die ersten aber, die davon aus- . 7* geschloffen werden, werden die jüdischen Kroaten sein. Auch Bevor sich dre Drau m die weichen Arme der Donau dessen bin ich sicher! M. Lederer, wirst, passiert sie an ihrer rechten Seite die kroatisch-serbisch- \ deutsch-ungarisch-jüdische Stadt Essek. : In den neuesten Urkunden, geographischen Lehrbüchern! und Atlanten wird Essek auch Frankfurt an der Drau genannt.; Falsche Urkunden, kurzsichtige Geographen! j „Der Freund" berichtet über die Reise Dr. Herzls: Am Die Epigonen jener jüdischen Fürsten und Stammesober- ] 30. Juli (11. August) veranstalteten die Petersburger Zionisten häuptev, die gleich ihren kroatischen Brüdern mit einem Enthu-! ein Bankett zu Ehren Dr. Herzls, zu dem sich die Vertreter aller st-smus dm ersten kroatischen Wmg r ° m i»I.. ,-w»M und z begrüßt hatten und ber dessen Krönung vertreten Awaren, können. das Ziel seiner Reise befragt, antlvortete, er sei noch nicht in der spielend leicht beweisen, daß ihre Ahnen noch lange vor! Lage, darüber zu sprechen. Er erkundigte sich eingehend über die Tomislav, ja daß sie gleich mit den Kroaten aus deren! zionistische Arbeit in Rußland und nahm dann Anlaß, sich über die Uirotevta.bc, aus Weiß, -der Groß.Kroaiien, «tat M. «-j WLm.'WaA ** ** ®* Puten in die Gaueu zwischen dein adriatischeu Meere, Drau, j eyEj freue mich, nach Nusjland gekommen zu sein und meine Save, Donau und Drina einzogen. Diese Epigonen sagen! Brüder hier gesehen zu haben mitten in ihrem Leben und Treiben, auch ferner, daß ihre Ahnen mit dem Helden Zrinjski an! Ich bin hier fremd aber feste Bande knüpfen mich an meine russider Spitze gegen den Halbmond bei Sigei gekämpsi und daselbst den Heldentod gefunden. Den Tod um des ehrenvollen Kreuzes gU sprechen; ich habe euch nämlich manches zn sagen, was viet- und der goldnen Freiheit willen — wie es im kroatischen Volksleicht einige nicht gern hören. In, solchen ernsten liede heißt: 2a krst öasni i slobodu zlatnu! Ihre Ahnen Augenblicken mutz offen und frei das ausgesprochen werden, wetz' waren auch unter jenen, die bei Tag und Nacht mit geschultertem haw f*h?'"A"win wichtig, das; da^ I? / E.r, ö \ zionistische Programm, wie es zuerst ui Beqel ausgearbeitet und Gewehre längs der kroatisch-türkischen Grenze Wache hielten, ^rinuliert wurde, aufs Strengste eingehalten werde. Wir müssen Als schwere Zeiten, Not und Elend über die Kroaten kamen, dieses Programm festhalten, es mit allen Kräfteii zu verwirklichen lasteten sie auch auf ihrer Ahnen Schultern. Freud und Leid bestrebt fein; cö darf nichts Neues und Freilides in ihm gesucht oder rtofoitt i in dasselbe hineingetragen werden. W e n ii ich z u g l e. i ch s a g e, " ~ 4 1 * ’ I . ,, ,, . r ,., r « datz wir jeht keine G e g e n w a rt s a r b e i t e n zu ve r- Am Effeker Korso steht der herrliche Tempel. . Seine i; i cb t e n h a b e n, meine ich nicht, datz diese uns nicht Spitzen trägt den „Mögen David". Dessen Kanten schimmern | e i n in a X s p ii k e r o b l i e g e ii w erden. Ietztdürfe n w i r. im goldigen Sonnenglanze. Da unten spazieren die stolzen u u s n i ch t ur i t so lch e n b e f a ss eu. Juden — nein, Kroaten! Der Stern Davids strahlt im Sonnenglanze und macht ihre Augen zwinkern. Noch weiter dringt der Erkämpfung der Un-abhängigkeit Ungarns geeignet wäre, er dieses Mittel nicht n n bedingt abweisen, v i e l m e h r darüber n a ch si n n n e n w ü r d e, ob er dasselbe nicht dennoch anweuden soll. Sonnenstrahl. Er beklemmt ihr Herz und stört ihre Gemütsverfassung. Ein Zucken in allen Gliedern — das ist der Sonne Macht. Ja, wer war denn dieser David?.... Am heiligen Jomkipur stehen sie zerknirscht und gebrochen in den Bänken und führen die geballte Faust gegen die Brust. „Ovimi malkemi“. „Wir haben gesündigt" .... Wie seltsam, keiner denkt dabei an Tomislav oder ZrinjSki?! Ganz andere Namen in einer ganz anderen Sprache klingen ihnen nebst den tiefen Orgeltönen in die Ohren. Ja, und am Sederabend erst! Wie wunderseltsam, kein Name zu hören, der wie Tomislav, Zvonimir oder D rLislav klänge?! Und dann zum Schluffe: „Le schono habo b’Jeruscholajum“! Was soll das heißen? . . . Das ergreift das Herz und bohrt sich tief in die Seele hinein. Was sind doch solche Eindrücke bei starken Naturen, starken Charakteren? Was kümmert es mich — sagt so einer — das Moses die Juden vom Sklavenjoche befreite, daß er sie aus dem Lande, wo sie Sklaven waren, in ein Land führte, das unter ihren Händen ein Land mit herrlichen Städten, fruchtbaren Boden und ein Land der Freiheit für die Juden war? Was geht mich das an? Er wirst aber dabei ganz eigentümliche Blicke, fährt mit der Hand über die Stirne, um die sonderbaren Gedanken, die sein Hirn jetzt durchzucken, zu vertreiben. Nock ein Achselzucken und — fort sind sie. Starke Charaktere meistern sich selbst. Starke Naturen überwinden ihre eigenen Gefühle. In unserem Lande wird es hoffentlich verschiedene Parteien, verschiedene Anschauungen geben- Jetzt aber halte ich es für nicht zeitgemätz, sich mit solchen Fragen zu befassen. Ich bin durchaus kein' Mann von bourgeoiser Weltanschauung, wie sich unsere Gegner bemühen, mich als solchen darznstellen. Aber unsere Arbeit ist eine schwere und fordert von uns die Anspannung aller Kräfte, das Sammeln in einem Punkte, zu einem Ziele. Unser rein zionistisches Programm erfordert -ganze Menschen, nicht halbe, zerrissene und zersplitterte Kräfte, Leute, die mit einem Futze bei uns, mit dem zweiten im anderen Lager stehen, können unserer Sache keinen Nutzen bringen. Glaubet mir, datz es nicht von Nutzen, datz es höchst schädlich ist andere Prinzipien mit den eigentlichen Wesentlichen unserer Bewegung zu vermengen Was uns allein nützen kann, ist: Mit aller Kraft an dem rein zionistischen Progranune fesizuhnlien und darin schlietzlich zu arbeiten. Ich hoffe, datz meine Worte bet euch Anhang finden werden." Die Rede Dr. Herzls, speziell die Stelle, in der er für jetzt die G e g e n w a r t s a r b e i t ablehnt, wird nicht berfehlen, Widerspruch zu erregen, zumal der Kongretz selbst sich in unzweideutiger Form für die Gegenwartsarbeit ausgesprochen hat. Anm. d. Red. d. „I. V." Das „Neue Politische Volksblatt" schreibt über Apponhi: Die Apathie, mit jvelcher das Volk die Wand l u n g e n des p o l i t i s ch e n L e b e n s b e g l e i t e t, i st b e g r ei f I i ch. Was soll auch dabet herauskounnen? Keiner derjenigen, die man als mögliche Nachfolger Khnen-Hedervarys nennt, und man hat keinerlei Anhaltspunkte, gerade diese zu nennen, bedeutet einen Fortschritt in der Ausgestaltung der Volksrechte, ja, nicht einmal einen Schritt nach vorwärts in w i r t sch a f t l i ch e n Fragen. Das Endergebnis bleibt immer, datz die alt e u P hras c. u i n u e u e r F o r m zur Anwendung gelangen — und mancher der Namen bedeutet einen Rückschritt. Einer derjenigen, den die meisten für den kommenden Mann halten, ist Graf' Albert Apponhi. Im Zwielicht des I e s u i ti S m u s ist es ihm bisher gelungen, eine Art nationaler