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Jüdisches Volksblatt · 1903-05-15 · 20 (15.5.1903) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 8 Wien, Freitag Jüdisches Vdk.sblaf 15. Mai 19: »3 Nr. 20 nach Palästina uiücmu-iM Leine Aufgabe ist es, einen Cd mi--^ übrigen hat die Linke auch auf ihrem Wnhtzettcl dieselben hervor findig zu inaebe», ans'denen Aufdeckung van seiten der Lrientaeseilsedaft Wert gelegt lvird. Mit Dr. Thierseh lvird sieb aU Spezialist ans dem' Gebiete alttestamentlieber Lokalfragen der junge Theologe Herr Hälseber an-- Leipzig vereinigen. Die Anregung 3u dieser Erpedition geht nicht, lvie bau anderer Leite gemeldet wurde, vom Kaiser an--, sondern von einem Vorstandsmitglied der deutschen Drientgesellsebaft, da-- die nötigen Mittel persönlich zur Verfügung gestellt hat und zlvar, lvie jeder leiebt erraten lvird, von dem ovsersrendigen Herrn James Siiiion. ts. (Lin N achw ort zur Deleg ie rteuver s amm l u n g.) Budapest, Mitte Mai. Den Verlauf der Beratung, die am 7. d. M. stattfand, kennen Sie. Nun, ich bin weder Prophet, noch der Sohn eines Propheten, da ich aber seit sechzig Jahren Gelegenheit hatte, niit offenen Augen die Zustände in Ungarn zu beobachten, konnte ich mit Bestimmtheit in meinem Berichte: „Die Landesversammluug der traditionellen Juden Ungarns", der in Nr. 8 vom 20. Februar l. I. in diesem geschätzten Blatte erschienen ist, folgendes behaupten: „Es ist selbstverständlich,^ daß die Anhänger der Assimilation jetzt alle Hebel in Bewegung! Gerö motivierte seinen Antrag in schönen Worten und es schien setzen werden, auch einen Kongreß einzuberufen, um Parlament! als stimmten alle Anlvesenden bei. Ta ergriff der eben seit einer spielen zu tonnen, allein ihr Wohlstatnt steht ihnen hindernd! kurzen Stunde nengelvählte Chelvra Kadischa-Dbergabai Szerelmann iin Wege und die Regierung wird dafür nicht zu haben sein,! das Wort und beantragte die vorläufige Abweisung des Antrages eins Gesetzwidrigkeit zu unterstützen." Mithin ist meine Befund gab Gründe an, denen sich beinahe alle Anlvesenden (54 von lnuptung eingetroffcn und sehe ich mich nun verpflichtet, den ge- 01) anschlossen. Doch plötzlich übergibt der Präsident Herr Dr. Rothschätzten Leser eingehend zu informieren, damit er sich auch ein köpf den Vorsitz dem Vizepräsidenten Herrn Dr. Fischer (beide Adklares Bild über unsere Zustände verschaffe. vokalen), um sich auch an der Debatte zu beteiligen. Da ergriff Der § 35 der von Sr. Majestät sanktionierten Kongreß-! Herr Szerelmann noch einigemake das Wort, so lauge, bis er sich statuten teilt die Religionsgenieilldeu Ungarns und Siebenj ruit dem Vorstande solidarisch erklärte, lvas allgemeine Verblüffung bürgeus in 20 Gemeindedistrikte ein, die zusammen in den i hervorrief, umsomehr er doch anfangs mit Feuer liud Flamme ragenden Kräfte beibehalten, lvie die Rechte. Die äOprogentige Erhöhung der Lteuer lvar ein Gegenstand einer besonders erregten Debatte. Die Linke plaidierte für eine 25proze»tige Erhöhung mit der Motivierung, das der Vorstand mit der Abzahlung des Tempels zu hastig vorgeht, hingegen lvar die Rechte besonders »ach der Rede des Herrn E h a ch a m o v i e gerne bereit, 50 Prozent zu tragen, nachdem derselbe darauf hiulvies, das; die 25prozentige Differenz nicht viel ansmacht. Für diese Erhöhung stimmte somit die Mehrzahl, lvorunter natürlich auch viele, die nur ein oder zlvei Kronen au monatliche Lteuer leisten, denen es leichter ankommt, als solchen, die das Drei- und Vierfache bezahlen. Treffend bemerkte unser Herr Klinger, als der Antrag, durch Aufstehen von den Litzen abgestimmt lvurde: „Aufstehen können lvir leicht — aber beim Fahlen lverdeu doch viele sitzen bleiben". Dann kam ein Antrag des Herrn Direktors Gerö und Genossen zur Verhandlung, und zlvar die Pension-Versicherung des Herrn Rabbiners Dr. Weszel. Obzlvar es nicht der geeignete Moment lvar, diesen Antrag direkt in die Generalversammlung zu bringen, imb eS besser wäre, im Wege des Vorstandes einen Mittelweg gelvählt zu haben, lvurde die Debatte in dieser Angelegenheit eröffnet. Herr Direktor kommenden Kongreß 86 Deputierte zu wählen haben. j für die Abweisung des Antrages eintrat. Der Antrag des Vor- Zum 1. Distrikte gehören die Komitate Preßburg, Wieselstandcs ging dahin, die Generalversammlung möge den Vorstand bürg, die drei Deputierte; zum zweiten das Komitat Neutra, selbst ermächtigen, im geeigneten Momente Schritte zu unternehmen, das fünf Deputierte; zum 3. das Komitat Trenschin, das drei! welche hierzu notwendig sind und auch die Bemessung der Höhe des Deputierte; zum 4. die Komitate Arva, Thurocz und Lipto, Betrages möge deni Vorstande überlassen sein. Nachdem Herr die zwei Deputierte; zum 5. die Komitate Sohl, Bars, Hont, Szerelmann den Antrag zurückgezogen und sich mit dem Vorstande Neograd, die zwei Deputierte; zum 6. das Komitat Pest- Pilis-Svlt, das zehn Deputierte; zum 7. das Komitat Bäcs- Bodrog, das drei Deputierte; zum 8. die Komitate Oedenburg und Eiseuöurg, die drei Deputierte; zum 9. die Komitate Zala uud Sümegh, die vier Deputierte; zum 10. die Komitate Tolna und Baranya, die drei Deputierte; zum 11. die Komitate Beszprim und Weißenburg, die 4 Deputierte; zum 12. die solidarisch erklärte, durfte er natürlich nicht lvieder die Debatte berühren und der Antrag des Vorstandes ging durchs Ziel. Wenn lvir nun diese Lache objektiv betrachten, so lväre es sehr richtig, den Rabbiner im Pensionsfonds einzuschreiben, denn dadurch lvürde eventuell die Gemeinde seinerzeit entlastet sein. Nur lvar der diesbezügliche Antrag so undeutlich eingebracht worden, das; alle Anlvesenden nur das Wort „Assekuranz" gehört haben, hingegen Komitate Grau, Komorn und Raab, die drei Deputierte; zum von einer Pensionseinschrcibung hörte man erst nach der General- 13. die Komitate Zips und Saros, die drei Deputierte; zum - Versammlung. Wenn der Antrag so gelautet hätte, lväre diese 14. das Komitat Zemplin, das fünf Deputierte; zum 15. die j lange unerquickliche Debatte Wegfällen. Komitate Abauj, Torna und Gömör, die drei Deputierte; zum )ie Generalversammlung beschließe: Den Rabbiner Doktor 16. die Komitate Borsod und Heves, die vier Deputierte; zum; Weszel auf Gemeindekosten in einem Peusiousfonds eiuzrischreibcu 17. die Komitate Ung und Beregh, die vier Deputierte; zum! und die Prämie oder Gebühr von 8 Prozent seines Gehaltes zu be- 18. die Komitate Marmaros und Ugvcsa, die vier Deputierte; i zahlen, nachdem dadurch die Gemeinde in späteren Jahren entlastet zum 19. die Komitate Szatmär, Krasso, Mittel-Szolnok und! wird, imb zlvar aus folgenden Gründen: Nachdem der Rabbiner der Distrikt Kövür, die drei Deputierte; zum 20. die Komitate i auf Lebenszeit aufgeuommeu ist, ist doch die Gemeinde verpflichtet, Szabolcs und Hajdu, die drei Deputierte; zum 21. die Komitate; ihm seinen Gehalt bis zlim Lebensende zu bezahlen. Mit dieser Bihar, Bekes und Debreczin, die drei Deputierte; zum 22. die Pcnsiouseinschreibung ist hingegen der Gemeinde die Verpflichtung Komitate Csongräd, Csanad und Torontal, die drei Deputierte;■ außenommcu, im Falle der Invalidität, des Atters uslv. für ihn zum 23. die Komitate Arad, Temes und Krasso, die drei! zu sorgen, somit ist die Gemeinde auf alle Fälle gedeckt. Gesetzt den Deputierte: zum 24. die Komitate Közep-Szolnok-Doboka,! Fall, der Rabbiner geht in 0, 8 oder 10 Jahren zu einer anderen Kolos, Aranyos-Naszöd und Bisztcitz, die einen Deputierten,! Gemeinde, so bekommt die Gemeinde den eiugezahlteu Betrag zurück, zum 25. die Komitate Marosszck, Csikszek, Udvarhelyszek^ Stirbt hingegen derselbe nach 10 Jahren, so erhält die Witwe Segesvärszek und Medghesszek einen Deputierten und der; mindestens -10 Prozent des Gehaltes au Pension. Folglich ist die 26. Distrikt, zu dem gehören die Komitate Zaräud, Also-: Gemeinde ans allen Seiten gedeckt." —Wenn der bon Herrn Direk- Felsöfeher, Hunyad, Haromszek, Köhalom, Naay-Sink, Ujegyhaz,' tor Gerö gestellte Antrag in dieser Form gefaßt lvordeu lväre, wäre Szeben, Szerdahely, Fogaras uud Brassv einen Deputierten zu'derselbe mit afCcn Stimmen (bis aus meine einzige, die dauil nicht wählen haben. ins Gewicht fällt) angenommen lvordeu. Jetzt ist es fraglich, ob der Nun, wie ich in meinem Artikel vom 20. Februar mit- Borstaird sieh einigen lvird in dieser Angelegenheit. Hoffen lvir teilte, gehören 16 Distrikte ausschließlich dem traditionellen, das Beste. Herr Buchlvald senior griff auch in die Debatte mit einer rrationaleu Judentum an, die unter keiner Bedingung mit den? kleinen Geschichte ein, die sehr richtig gedeutet lvar. Ma solo? Wie Neologeu, die der Assimilation stets das Wort reden und ihre'wird das enden! Kinder zum Abfalle vom Glauben der Väter vorbereiten, über J Nachdem die Tagesordnung erschöpft lvar, schritt luair zlir religiöse Angelegenheiten gemeinschaftlich beraten. Wahrlich, die Die Skrutatoreu Rothschild, Buchlvald jr., Klein, Chachamosache kommt mir sehr konusch vor. LaguS wählten zliin Obmanne Herrn Rothschild, zuin Schrift- Die meisten Redner, die in der Versammlung das Wort i Herrn Ferd. Buchlvald. Zlim Präsideilteu lvurde Herr ergriffen haoen und über die Zunahme der ^ndentausen sich cssegtzwpf wiedergewähtt, und zlvar mit 59 von 01 Stimmen ^lbst direkt oder inoirekt dem Abfälle Vorschub^ ^ch imd Dr. Rothkopf haben dagegeil gestimmt), Herr Neuer mit geleistet! Einer von den Rednern, den ich seit 50 Hvh>.en. 30 Stimuleu zuiu Vizepräsidenten. Aus Herrn Jakob Bruckner kenne, hat die Kinder seiner christlichen Konkubine, die seinen 1 Cnifiefeu zlvar 55 oder 50 (Stimmen, doch da keine (Statuten vor- Namen führen, direkt taufen lassen; dasselbe tat ein Mitglied; rjmibcn fmb (nltt. ciu e i u z i g e s g e s ch r i e b e u e s E x e mdes Autonomie omrtees der ein Abkömmling eines Rabbiners a r welches dem Vorstände gehört), wußten viele ist, der seine ehelichen Kinder zur Taufe führte; der dritte und. ob die Mehrheit der Stim.ncn im alfqcmcincu, oder genau bevierte wirkte bet btefem Akte als Zeuge u. s w. und solch-z ^ich.wt lverdeu n.nß für die Stelle, zl. welcher inan jemaubeu wählt. Menscheu erlauben sich m einer öffentlichen Sitzung über bte; drei Jahren hat der Vorstand versprochen, die Statuten iu Druck Zunahme der Jndentaufe» zu klagen? Als inständiger Mensa)i a.(icu m raffcn unb boßci lft cg ^.lieben, und nachdem der verehrte maßlge ich rnelue Ausdrucke und ich will nnt Absicht kein un- - Borstand von nnserer Geduld schon längst vollkommen iweranstandlges Wort gebrauchen, nur die Bemerkung will tc$| t ift> f t bocf bas auch weiterhin feine besondere Eile. Neu machen, über religiöse Auge -genh-iten dürfen nur solche Manun j ^lt wurden der Führer der Linken. Bernhard Klein, lveikers beraten, die selbst vom nationalen Geist des Judentums durch Rothschild und Herr Feteti, sämtliche tüchtige Kräfte. Herr Glaubenstreue d.lrchdr.mgen sind. Diese meme B-haup »ng! Szerelmann wurde auch hier in den Ausschuß gewählt uub hat derbas«rt auf Wahrheit, die von der Geschichte Israels besta-ig. md] fdm, Entscheidung getroffen, von einer dieser 2 Stellen wird, und die Männer, die gegenwärtig die Aligelegeuhriten der Neologeu leiten, schaufeln dem Judentum das Grab! 3—1c. (Orig.-Korr, des „Jüd. Volt'sbt.") Die Geiieralversanimliing der österreichis-chiliignrisch-israetitischen Kiittrisversanimliliig, lvetche Soiiiitag den 2t>. v.M. im Vereins- Hause stattsand, nahm einen überaus stürmischen Verlaus. Beide Parteic'li hatten sich gelvappnct zum Kampfe. Die Linke rmd die Rechte lvaren stark vertreten und Gott sei Dank auf beiden Seiten gab es nur tvenig Verlvniidete. Die Linke hat .3 Kckiididaten in die Wahlschlacht gesandt unb 2 hiervon blieben die Sieger, hiiigcgcn ist der dritte Kandidat mit nur 2 Stimmen unterlegen, im abzi-danken, obzlvar man allgemein amiimmt, daß die Stelle eines Obergabei der Chelvra Kndischa mit jener im Ausschüsse der Gemeiiide lnivereiubar ist. Jli deli (Statuten steht alles — aber solche sollten einmal gedruckt lverdeii. Ja Zusammeaziehniig von allem, finden lvir doch, daß die hiesigen Inden noch immer regeir Anteil an beu Gemeinde-Angelegenheiten zeigen, was umso erfreulicher zu fouftatieeeu ist, als bis Nils die „Abstiilniillngen" ein Zusamuieiihalien beiilertbar ist. Schließlich lvurde ein Antrag des Herrn David Deutsch einskinulrig aiigc'l'.omme», der dahili lautete, den Herrn S. Glückselig und Bernardv Klein, den Frauen Hirsehl unb Klein den Dank der (Peneralversammlnng für das gute (Gelingen des Tempelban-KränzehenS aliSznsprechea. E i n L i n k e r. W i e n, 8. Mai 1903 Löbliche S){ edakti 0 >i! „Mit einer besonderen Wucht stlirmteu die Räuber gegen die «Synagogen. Zlierst wiirden die Synagogenlvärter ermordet, dann wurden die heiligen Rollen aus der Lade geholt, mit Füßen getreten, zerfetzt und mit Jude,iblut begossen. Einige Räubertruppeu hiebei, den Judeii die .Köpfe ab, tauchten dann Handtücher in das strömende Blut und die also rotgcfärbten Fetzen ivurde,, als Fahnen verivendet; andere tanzten auf den Leichen oder schlitzten deil Juden die Bällche auf, nahmen die Eingeweide heraus und ersetzten sie mit 5lot und Steinen." Also schreibt die „Frankfurter Zeitung" vom 38. April — Fast wörtlich gleich lautet diese Nachricht mit den Chroniken des Mittelalters ails Trier, Köln, Mainz, Eger oder London, Cordoba rc. N i ch t s hat sich seit Jahrhunderten geälidert. Deshalb sollte auch bei uns derselbe Ritus platzgreifen, lvie er im Mittelalter galt; denir da die Indeiliiot dieselbe ist, inuß auch unsere Nebung dieselbe bleiben. Die verschonten oder richtiger gesagt die „einstweilen" vom Blutbad verschonten Judengenreinden sollten neben Spenderr an die Hinterbliebenen einen T r a u ergo t t e s di e n st für die Märtyrer, für den jüdischen Glauben uiid das jüdische Volkstum abhaltcn und zwar in allen Synagogen jeder Stadt, ivo Juden wohnen, an einein b e st i m m t e n'Tage und zu einer bestimmten Stunde und der Tag des Beginnes des Massacres ist als Fasttag zu bestimmen für ewige Zeiten. So taten es unsere Väter vor Jahrhilnderten, so müssen wir es trni im Jahrhundert der „Gleichheit und Brüderlichkeit" oder „Bildung uud Humanität"! Die Spendensammliing wäre fornsr am Trauergottesfesttage so vorzunehmen, wie bei V e g r & b n i f f e n. Gleichzeitig übersende ich (meirie erste) Spende per 50 §kr., ivelche Sie an das Hilfskoniitee, dessen nähere Adresse mir nicht bekannt ist, weiterleiten wollen. Mit Ziviisgruß Ihr tieftrauriger Dr. E. W. Euer Hochwohlgelwren! Jii unserer Geinein'oe ist ein Tattmtd-Thora-Gymnasinm eröffnet ivorden, in tvelchcc die Zöglinge in alleil Lehrgegenständen des Gymnnsiuins, lvie auch in den Fächern des jüdisehe'n Wissens unterrichtet iuevbeu und erhalten dieselben nach abgelegter Prüfling staaisgittige Zeiignisse. Das Jndentnm kennt nur eine Gefahr im Innern, die der Prophet bereits als verhängnisvoll bezeichnet hat, das ist die Unkenntnis der Hoheit ni'seres (tztaubensinhaltes. Der religiöse Jndifferentisinns unserer Jugend hat in der Unkenntnis des JndentiiniS feine Wurzel, denn Ivährend ihr in den Mittelschnteii alles Schöne und Herrliche ans den, Elebiete der profanen Wissenschaft iiniinterbrochen znströmt, bleibt ihr die Erkenntnis der hohen Idealität und der tiefe Ideengehalt des Jildenknins verschlossen. Rkehr als alle vetrüvenden Erscheiinmgen der Zeit innß daher den ivahren Freiind Israels die Wnhrnehinnng eatsetzea, daß die K'enntnis unserer Religion immer inehr ans unseren Reihen schivindet. . Nicht Schiiten für Nabviner. sonderi, Schnleii ziir Heraiibildung glailbensstarker und nberzeilgniigstreuer Elemcindemitglieder tun uns not. Nicht Seelsorger fehlen lins, die in begeisterten Worten die Ideale des JildentnmS im (tzvtteshause verkünden, unsere (tzemeinschaft braucht jüdisch denkende uub fühlende Männer tu allen Schichten des Volkes, in deren mannigfaltigen -Verufsarten ans dem beivegten Marktplatze des Lebens der Geist des Jndentilms in opferfreudigen .Datei, zur Oleltniig ko,innen soll. Ans alldem werden Euer Hochivohtgeborei, die hohe Bedeutniig nnserer Schllte, die bernfei, ist, eine Lücke im jüdischen Schutivesen llnseres Vaterlandes allszlifülleii, zur Geiiüge erkelinen lind die Größe lind Heiligkeit des lins gesteckteli Zieles zu würdigen Ivissen. Wir sind poii der tiefiimersten Ueberzengimg dilrchdrniigen, daß die Zukunft unserer Schute gehört, die sicher bald ans eigener Kraft sich erhalten und bestehcil lvird. Allein die Schlvierigkeiten des Anfanges sind groß und fordern die tatkräftige Unterstützniig von Gönnern und Freniiden. Wir gestatten uns deshalb, Euer Hochlvohlgeboren höftichst zu ersiicheii, uns in nuferem Bestreven durch Ihren Beitritt zn niisercm Ung.-Broder Ghiniiasial-Vereiil gefälligst iinterstützen zu wolleir, unter dessei, Aegide die verheißungsvolle Aufgabe ihrer befriedigenben Lösung entgegcngefnhrt lverdeu soll. U n g .- B r 0 d, im Etnt 5002 (1002). Dr. M. I n n g, Rabbiner. mm dem Publikum. Verein jüd. Hnndelsnn.aestellter. Wien. Mittlvoch den 20. Mai 1900, 8 Uhr abends, findet die (tzeiieratversaniinlimg des Vereines, 2. Bez., Stefaniestraße 8, statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Stenlvaht des gesamten Ansschnsses. 3. Eventuelles. Die Rtitglieder lverdeu ersiicht, bestimmt zu erscheinen. Unser Mitarbeiter Marek Scherkng zeigt seine Freitag den 15. Mai 100!! präzise dreivieriet 12 Uhr mittags im Großen Festsaate der k. k. Unipersität in Wien stattfindende. Promotioi, zum Dotor der Rechte an. * Ueberrmhmöanzeige. Jeder Großstädter, der nicht in der Lage ist, seinen Aufenthalt im Sommer auf dem Lande zu nickimcn, wird die Nachricht, daß das Cafe I ä g er h0 f, 9. Bezirk, P 0 rz ell angas s e 22, in den Besitz e in eS G e s i n n n n g s g e n 0 s s e n übergegangen ist, gewiß mit Freude begrüßen. Das Cafe Jägerhof hat eine prächtige Veranda, welche vollkommen staubfrei gelegen ist uub mindestens 300 Personen faßt. Für Kliibs und Vereine stehen prächtige Zimmer zur Versügniig. Dieselben eignen sich vorzüglich für jede Veranstaltung. Sämtliche jüdisch-nationale Verbindungen haben sich dieses Cafä zuin Stannncafä gewählt. Das Cafe Jägerhof wird unseren Gesinnungsgenossen auf das Wärmste empfohlen. Daö bestbekaunte <5afö Nizza, Wien, II., Kaiser Josefstrasio 2, das früher im Besitze des beliebten Cafätiers Herrn I. Goldblatt war, ivurde von Herrn Leopold N a ri d n i tz gekairst. Herr Leopold Ratldriitz wird sich die erdenklichste Aiühe geben, sich das Wohlwollen seiner Gäste zu wahren und nur das Beste an Getränken seinen Gästen vorsetzen. Das Casä selbst ist vollkammeri stanbseei gelegen und stehen geräumige Ziinincr den Vereinen lind .Klubs zur Verfügung. Das Cafe Nizza lvird unsere» Freunden bestens empsshlen. IV f ¥» K -4* A. Fischers Sühne. Gut gemeint, aber nicht geeignet. A. Nandnik. Wird erscheinen.

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