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Jüdisches Volksblatt · 1903-05-08 · 19 (8.5.1903) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
19 (8.5.1903)
Date
1903-05-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 8. Mai 1903 Nr. 19 jüdischen Krankenhause befinden sich gegenwärtig 62 Schwerverletzte, an deren Aufkommen nicht zu denken ist. Der Gouverneur von Beßarabien hat einen Aufruf erlassen, der sich hauptsächlich auf die strenge Beobachtung der Meldungspflicht der Hausherren und Inhaber von Gasthöfen und Herbergen bezieht. In diesem Erlasse werden auch alle Ansammlungen verboten. Charakteristisch ist auch der Aufruf, in welchem die Bewohner Kischinews gegen Zusicherung der Straflosigkeit aufgefordert werden, die bei der Plünderung geraubten Hübseligkeiten innerhalb 48 Stunden der Polizei auszufolgen. Krakauer Brief. (Ein antisemitischer Ausbruch im Gemeinde rate.) Die hierortige Ratsstube der Gemeinde war bisher von jeder Antisemiterei vollkommen rein. Die allergeringsten Ausflüge auf dieses Gebiet wurden sofort seitens der jeweiligen Präsidenten der Stadt unnachsichtig im Keime erstickt. Es war in einer Sitzung des hiesigen Gemeinderates, welche im Jahre 1882 stattgefunden hat, da beantragte einer der Stadträte, daß der Magistrat die Verordnung ergehen laffe, nach welcher es den sogenannten Handeljuden, die vom Ankäufe alten Graffelwerks ihr trauriges Leben fristen, verboten werde, in den Höfen der Häuser Handle! Handle! Handle! zu rufen. Dieser nach Antisemitismus riechende Antrag wurden mit dem Zwischenrufe „Töpfe drahten! Töpfe drahten!*, welchen der jüdische Gemeinderat Dr. Jonathan Warschauer s.A. schlagfertigerweise machte, total geschlagen. Der Zwischenruf hatte nämlich die Repressalien angedeutet, welche von jüdischer Seite angestrebt werden würden, wenn der in Rede stehende Antrag zum Beschlüsse erhoben würde; wenn es den Juden „Handle! Handle!" zu rufen untersagt werden sollte, so dürsten auch die slovakifchen Rastelbinder, die Christen sind, mit ihrem Rufen „Töpfe drahten!" nicht weiter die Ruye der Bürger stören. Der betreffende Antragsteller reterierte unter allgemeiner Heiterkeit des Plenums des Gemeinderats. Seit diesem vergeblichen antisemitischen Versuche arbeiteten Christen und Juden im hierortigen Stadtrate zum Wohle der Gemeinde allerfriedlichst bei einander und nicht der geringste Mißton hat dieses Zusammenarbeiten seit dem früher bezeichneten Anschläge, der mit einem sarkastischen Einfalle des seligen Dr. Warschauer pariert wurde, je beeinträchtigt. Zum größten Erstaunen der jüdischen Mitglieder des Stadtrates' und zur allgemeinen Bestürzung der hierartigen jüdischen Bevölkerung und der christlichen liberalen Intelligenz, hat hier in einer der letzten Budgetfitzungen der Gemeinderat Prälat Dr. Julian Bukowski, ein hier allgemein geachteter Christ, mit einer antisemitischen Philippika ä la Schneider-Herz og e tutti quanti, ganz unerschrocken debütiert. Der geistliche Redner behauptete, daß in den tausenden „Chedurim" (jüdische Privatschulen) den Kindern Haß und Verachtung gegen die Christen und ihre Religion eingeschärft wird. Diese Auslassungen des Geistlichen forderte die lärmendste Auflehnung der jüdischen Stadträte, Profssor Dr. Josef Rosen blatt, Dr. Artur Benis und Dr. Hermann Seinfeld heraus, und derselbe konnte die Beschimpfungen der Juden und des in Galizien bestehenden „Cheders" nicht fortsetzen und der Präsident, Herr Fried lein schloß geschickterweise die Sitzung und der Skandal war zu Ende. Es drangen sofort die hervorragendsten christlichen Mitglieder des Rates auf den Geistlichen mit dem Verlangen ein, daß er seine Anwürfe zurückrufe und gleichzeitig mit dem Berichte über diese Skandalsitzung erschien nn ,,Czas" eine Erklärung des Prälaten Dr. Bukowski, mit welcher derselbe sein Bedauern ausdrückt, daß er in seinen Ausführungen unterbrochen wurde, da er in Fortsetzung seiner Rede richtiggestellt hätte, daß seine Auslassungen über das verderbenbringende Wirken der „Chedurim" nicht auf Tatsachen beruhen, sondern als ltdigliche Legenden zu betrachten wären, die hierüber im Umlaufe seien. Diese Erklärung hat die momentane Aufregung iu der Stadt beschwichtigt und die ganze antisemitische Skandalaffäre wurde in der letzten Sitzung des Gemeinderates, welche Donnerstag den 30. v. M. statlfand, beigelegt, nachdem Herr Dr. Leon Horowitz, der Präsident der Krakauer Kultusgemeinde, dem Prälaten replizierte, in welcher er sich selbst als Schüler eines Cheders bekannte, in dem lediglich hebräisch Lesen, Bibel und Talmud gelehrt wird. Der Prälat Dr. Bukowski nahm die Ausführungen des Dr. Horowitz mit der Anspielung zur Kenntniß, daß er seinen Fehltritt unter dem Eindrücke des Drängens der jüdischen Radikalen im Rate, daß sämliche israelitischen Handwerker von den Genossenschaften als ihre Mitglieder, gemäß dem diesbezüglichen Punkte des Gewerbegesetzes anerkannt werden, was aus religiösen Rücksichten unzulässig ist, da die hierortigen Genossenschaften zugleich ajss sogenannte christliche Religionsbrüderschaften zu betrachten wären, getan habe? Schließlich sprach noch der Gemeinderat Dr. Hermann Seinfeld und der antisemitische Sprudel, der in der Krakauer Stadtratsstube zum Vorscheine gekommen ist, ist bis auf weiteres verstopft worden. R. . Aufruf k An alle fühlenden Harzen! Aus der russischen Stadt Kischenew laufen Berichte über ruchlose Freveltaten ein. Fast eine Woche lang haben fanatische Horden mit Mord und Brand gegen die jüdische Bevölkerung gewütet. Man zählt 300 Tote, Tausende Verwundete. Die Krankenhäuser der Stadt sind überfüllt. Waggonweise muß man die Verletzten in die Spitäler Odeffas überführen. Gegen 2,000.000 Rubel beträgt der Wert der sinnlos verwüstteten Habe der Kischenewer Juden. 76.000 Menschen sind mit einem Schlage obdachlose Bettler geworden. Die grauenhaften Einzelheiten der an wehrlosen Weibern und Kindern verübten Schandtaten spotten jeder Beschreibung, Aehnliche Vorgänge, wenn auch in geringerem Umfange, haben sich in unserem eigenem Vaterlande, in dem galizischen Orte Nhnow, ereignet. Rasche ausgiebige Hilfe tut not, um das ungeheure Elend zu mildern. Wir Unterzeichneten appellieren darum an alle fühlenden Herzen : Gedenket der unglücklichen Opfer mittelalterlicher Barbarei, der Ueberlebenden des Kischenewer Blutbades. Auch die kleinste Spende ist willkommen. Beitrittserklärungen zum provisorischen Hilfskomitee sind erwünscht. Für das provisorische (in Bildung begriffene) Hilfskomitee: Ignaz Weber, Direktor der türk.-jüd. Gemeindeschule; Frau Fanny Weiß; Prof. Rudolf Pick, Kassier, I., Jasomirgottstraße 6, an den alle Geldsendungen und Anfragen zu richten sind; Hermann Plaschkes; Sigmund Friedmann. * Eine Schlacht oder Schlachtung? „Es blieben 70 Tote. Mehrere Hunderte wurden verwundet. Es finb Greueltaten gräßlichster Natur oerübt worden. Einem Mauue tvurden die Augen ausgestochen und die Zunge ausgeschnitten. Kinder wurden au der Mutterbrust mit den Müttern getötet. Der Teil der Ortschaft, tvo der Kampf stattfand, ist ein vollständiger Trümmerhaufen usiv. Man ivird fragen: „Woher stammt dieses Kriegsbulletin?" Ein Treffen mit solch hoher Verwundetenzahl hat cs doch weder im chinesisch-europäischen Kriege, noch im letzten griechisch-türkischen Kriege gegebenI Sollten gar die Banden iu Mazedonien dem türkischen Militär ein großes Treffen geliefert haben und diese Rache geübt haben durch Ätroeitäten, die das stets warmfühlende Herz der europäischen Kulturvölker, England voran,-entflammten? O, beruhige dich, Europal Keinem Armenier, keinem Hammeldicbe aus Montenegro oder Serbien, keinem Bandenführer aus Bulgarien, keiicem Hirteir aus Kreta ist etwas geschehen; kein einziger dieser europageschützten Kulturträger ist berivundet, oder ihni sein Anwesen Zerstört ivordeu. Beruhige dich, deutsch- und slabisch-liberale Presse und du, sozialdemokratischer Allerweltsbrudcr! Es ist die Sache wirklich keines Leitartikels werk, höchstens —■ ä la „Neue Freie Presse" vom 28. April — eines Notizchens zwischen dem „Unfall eines Schnellzuges", wobei die Reisenden glücklicherweise nur mit dem Schrecken rmd einer halbstündigen Verspätung davonkamen und dem „Einlaufen eines Torpedobootes in Brasilien". Es ist drirchaus feine Aufregung notwendig, insbesonders nicht für die „Jllden"-Blätter ä la „Neue Freie Presse", „Neues Wr. Tagblatt" ns!v., denn die vielen Toten und Hunderte von Verwundeten waren sämtlich — IudeninKis ch c n c w, welcher Ort zwar viel näher liegt als z. B. Kreta, dafür aber die „Juden" einem -— fernerliegen l Das waren „bloß" Judenkrawalle, d. h. Krawalle g e g e u die Inden, wobei Polizei, Kavallerie und Infanterie ausrücken mußten. Daß dabei das Militär mit antijüdischen Mordbrennern und Frmleuschänderu fraternisierte (0, das kann die Tüchtigkeit des bezüglichen Heeres, dem dieses Mustermilitär angehört, nicht alteriercn und desivegcn bleibt der russische Soldat uub speziell jener aus dem Gouvernement Bessarabicn der d i s z i p l i n i e r t e st e und seinen Offizieren blind und auf den Wink g e b o r s a m e, denn diese Ausnahme gegen Zucht lind Ordnung, diese Meuterei uub Gehorsamsverweigerung angesichts eines öffentlichen Sicherheitsdienstes bei „drohender Gefahr", auf die sonst Todesstrafe für den Soldaten gesetzt ist, geschah nur anläßlich einer Schritzaktion für — Jude n. N’en parlons pas. Die Juden haben die christliche oder besser gesagt die arischslavische Nächstenliebe des zwanzigsten Jahrhunderts kennen gelernt und sich überzeugt, daß sie aufs Haar der arisch-germanischen und arisch-spaicischen im Mitelalter gleicht. Du, Jitde, dessen Ahnen Brüder der Apostel und der ersten Kirchenväter waren, du bist ein Freiwild, ohne Schonzeit und ohne Jagdgreuze. Das weißt du seit JahrtausendenI Also darob keine Verwunderung! Daß aber deine heutigen Brüder in den Palästen in Wien, Pest, Berlin uub Paris, deine Kultusgcmeinde-Rcpräsentauten in Oesterreich-Ungarn, Deutschland, Frankreich u. s. f. noch immer nicht verstehen lernen wollen, daß mmi dir eine völkerre ch t l i ch g e s i ch e r t e H e i m st ä t t e schaffen m u ß, lvo man dir n i ch t Augen und Zunge heransschneiden, dein Kind au der Mutterbrust mitsamt der Mutter nicht aufspießen darf bei Fraternisieren der Organe der „öffentlichen Sicherheit", das ist das UnbegreiflicheI Für die Judeufrage — das zeigt wiederum der Massenmord von Juden in Kischeneiv — gibt es nur eine Lösung, die Sammlung aller schutzbedürftigen Inden iu das Land unseres Erbes, unseres Jahrtausende alten Gebetes um — Zion! Und welcher Jude lvissentlich sich der Verwirklichung des Zionsprogrammes entgegensetzt, der ist ein geistiger Verbündeter der Inden-Massenmörder in Kischenew. K i s ch e n e iv in R u ß l a n d. U h u o!v in O e st e r r e i ch (!), C o u st autin in F r a n k r e i ch - Algerien I Die Verfassung heißt anders, die Sprache der Totschläger und Plünderer ist eine andere, die Tendenz dieselbe, die I u d e n n o t dieselbe! Dr. I u st u s. » Aufruf! Ei» furchtbares Massacre hat während der verflossenen Ostertage in Beßarabien gegen die jüdische Bevölkerung geivütet. In Kischeneiv allein sind 40 Personen unter entsetzlichen Martern getötet, Hunderte von Menschen berivundet und unzählige Familien durch Raub rmd Plünderung an den Bettelstab gebracht tvordeu. Der materielle Schaden beträgt mehrere Millionen Rubel. Es ergeht der Ruf an alle Menschenfreunde, sich an der Hilfe für die armen Hinterbliebenen der Ermordeten und für die zahlreichen unschuldig ruinierten Familien zu beteiligen. Die israelitische Allianz zu Wien, welche für das .Hilfswerk beiträgt, uirnmt gütige Spenden mit herzlichem Danke entgegen. Der Vorstand der Israel. Allianz zu Wien. 1. Vez., Weihburggasse 10. Aufruf. An die Völker Europas! Mit dem Worte „Rumänien" verbindet heute jeder Europäer den Gedanken an eine Verfolgung von einer Viertelmillion Juden. Vom tiefen Schmerze erfüllt, treten wir vor die Völker Europas, die sich jedesmal gegen die Unterdrücker einer VolkSminorität erhoben, daß sie uns bei unserem schiveren und verantwortungsvollen Beginnen den Schild ihrer Sympathien leihen als Ersatz für die schlvere Verantlvvrtung, die Ivir mit unserem Schritt gegen die übernehmen, für die wir uns sammeln. Wissen ivir doch nicht, ob nicht die Roheit rnmä nischeis Machthaber unseren Schritt mit neuen Massakres oder vielleicht mit einer Wohuuugsordnuug Veauttvorteu ivird, ivelche den „Fremden" das Wohnen in gemauerten Wohnungen verbietet. Aber ivir muffen uns sagen, daß dem Verziveifelteu auch ein gefährlicher Rettungsversuch gut sein muß. Unser Schritt soll sein, die Ocffeutlichkeit über die Lage der Inden Rumäniens aufzukläreu. Zn diesem Zwecke Ivolleu Ivir Versammlungen abhaltcu, einen Kongreß eiuberufeu und unser letzter Zweck ist, durch den moralischeil Druck der öffelltlicheir Meiilltug Europas beu Zynismus der rumänischen Machthaber zll brechen uild sie zu drängen, ihre Landsleute meilscheulvürdig zu behandeln. „Europäischer Bund jüdischer Studenten für die rumiinischen Juden." Zuschriften sind an die akademische Verbindung „Zephirah", C z e r u o iv i tz, zu richten. Das Belgien des Orientes. (Z u r r u m ä u i s ch c u I u d e nfrage.) Aus Czeruotvitz wird gemeldet: Uebcr Rumänieu darf mau nur Gutes sagen, sonst begeht man bekanntlich eitle Verletzung des Völkerrechtes, indeiil rnail sich in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates cinmengt. So behauptet mall wenigstens iil Rumänien. Trotzderil mehrt sich aber die Zahl der Frevler gegen dieses rmmänische Völkerrecht fortivährend, noch mehr! sie gehen in ga>lz Europa darail, sich zu organisieren. Jüdische Studenten haben bereits einen „europäischen Bund zur Diskussion der r u m ä il i s ch c n Iud e uf ra g e" gebildet, der fortwährend au Ausbreitullg zullimmt und ein Verband der Bürger soll folgen. Wir zweifeln nicht, er ivird kommen. Die Agitation dafür besorgt der ruuläuische Staat selbst. Mit eillem gewisseil Stolze fönneu wir berichten, daß diese Organisation, die sich iu aller Stille uub in welligen Monaten über ganz Europa ausgebreitet hat und der heute, da er iu die Oeffentlichkeit tritt, sich die allgemeine Aufinerksamkeit und die Sympathie aller Edeldenkenden zuwendet, von Czeriwivitz.. von der verdieustbolleil akademischen Verbindung „Z e p h i r a h" ausgeht. Ihr vorzüglichstes Bestreben ist, die Diskussion über die rumänische Judeufrage fortwährend lebendig zu erhalten. Daswird ihr auch gelingen. Dieser wahrhaft staatsm ä u u i s ch e Gedanke hat auch bereits in den Reihen der hervorragendsten Männer Europas viele Anhänger gesunden. Der Blind jüdischer Studenten strebt nämlich zur Verfechtung seiner Ideen auch die Einberufung eines intcnurtiounlcn Kongresses an. Und zil diesem habeil nilter anderen ihr Erscheinen bereits zugesagt: L o r d R o s e b e r h, R e v e r e il d G a st e r i ll L o il d o u, A ll a - tole France, Jean I a u r e s, B e r n a r d Lazare i n Paris, E d u a r d B e r u st e i u i n B e r l i n, P r o f. G e o r g I e l l i n e k in Heidelberg. 11ns aber ist dieses.Unternehmen, das zur europäischeil Größe berufen ist, doppelt wertvoll, weil es in unserem Lailde cutstauden lmd von unserer Jligeud propagiert ivird. Mitteilungen aus dem Publikum. Ncbernahmsanzeige. Jeder Großstädter, der nicht iu der Lage ist, seinen Aufenthalt hu Sommer auf dem Laude zu nehmen, ivird die Nachricht,- daß das Cafe I ä g e r h o f, 0. Bez.. P o r z e l l a n g a s s e 22, im Besitze eines Gesin » ungsg c n affe u übergegangen i)t, gewiß mit Freude begrüßen. Das Cafe Jägerhast hat eine p r ä ch t i g e V e r n u d a, ivelche vollkommell staubfrei gelegell ist lind mindestens 800 Personen faßt. Für Ktlibs und Vereine stehen prächtige Zimmer zlir Verfügung. Dieselben eignen sich vorzüglich für jede Veranstaltung. Sämtliche jüdisch-nationale Verbindungen haben sich dieses Cafe zum Stammcafe geivählt. Das Cafe Jägerhof wird unseren Gesinnnngsgenossen ans das Wärmste empfohlen. (Die Konversion der Nordwestbnhnprioritäten.) Die Nordwestbahn veröffentlicht nunmehr den Prospekt für die freiivillige Konversioil der bprozentigen Prioritätsanleihen ans dem Jahre 1871 lind 1874. Die genannten Anleihen sollen dllrch Abstempelung auf 3.5 Prozent jährlicher Verzinsung gebracht werden. Gleichzeitig werden 3.5prozentige Anlehen und zivar eines im Betrage von Kr. 22 081 000, das ziveite voll Kr. 13 761 000, das dritte endlich von Mark 8 002 400 alisgegebeil. Sowohl für die konvertierten als für die neu anszngebenden 3.5prozentigen Obligationen ist eine verstärkte Tilgling und Gesamtkündignng vom Jahre 1012 an Vorbehalten. Für die Konvertierung der bprozentigen Anlehen werden folgende Bedingungen angeboten: Die Besitzer von Obligationen der üprozeiitigen Prioritätsanleihen vom Jahre 1871 erhalten für je fl. 100 Nominale eine Prämie voil Kr. 30 Nominalbetrag der neuen 3.5prozentigen Anleihen, die Besitzer der Obligationen der bprozentigen Prioritätsanleihen bonr Jahre 1874 für je Mark 100 Nominale der bprozentigen Anleihe eine Prälilie voll Mark IN Nominal etrag der neuen 3.5prozentigen Anleihe, so daß dieselben zusammen mit den abgestempelten Stücken für je Kr. 100 beziehungsweise für je Mark 100 Nennivert der alten bprozentigen Anleihen Kr. 118 beziehungsweise Mark 118 Nennwert der neuen 3.bprozentigen Anleihe erhalten. Briefkasten. Namcnsältdernttg. Die k. k. Stntthalterei in Prag hat Herrn Eduard Kohn bei der Firma M. Joß lind Löweilstein, die Bewilligung erteilt, statt des bisherigeil Familiennamens den Namen Kerner anznnehmen. Freisinniger. Im Sinne des Reskriptes der Congregatio1 s a n c t i o f f i c i i vom 27. März hat der Papst dem H e r r n Dr. Berthold F r i s ch a n e r in Paris zu seiner Eheschließung mit Fräulein Francis Brandeis die Dispens von der Verschiedenheit der Glaubensbekenntnisse erteilt und gestattet, daß die Trauung in einer Kirche von Paris vollzogen werde. Dr. Frischaner ist K o r r e s p o n d e n t der „N e u e n Freie n P r e s s e" und geborener Jude; Fräuleill B r a n d e i s stammt ihrem Namen nach von böhmischenJuden ab; trotzdem sind beide verschiedenen (!) Glaubens und müssen die Erlaubnis des Papstes euiholen, um zu heiraren. Cs lebe die „Neue Freie Presse", die alte, beivährte Bekämpferin des Klerikalismns! All«, jüd. Arbeiterverein. Ihre letzte Zuschrift, in der Sie Veranstaltniigen vom!). April und 20. April anzeigen, ist schon überholt. Wohl ein Versehen? Die Redaktion. F. B„ ^rnowitz. „Hausierer" leider nicht geeignet. Theodor ^rrier, Smichow. Wenden Sie sich an das Arbeitsvermittlungsinstitnt Wien, 2. Bez., Taborstraße 50.

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