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Jüdisches Volksblatt · 1903-04-03 · 14 (3.4.1903) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
14 (3.4.1903)
Date
1903-04-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt Nr. 14 Beite 6 Wien, Freitag gelegentlich bcv norchlingen kurzen Lustspielen in Wien noch weitere zelunnul unfgefiilirt ivorden. Wer also de haupicl, 0er 'jnklus sei ivirknngnlun vewübergegungen, der spricht entweder teichtfertigerweise non Gingen, die er nicht kennt, oder er sagt bei euch eine Lüge. 'Ans unsere weitere Anfrage über die etlvaige Aue geschichte der Bauernfeld--(5lirengabe erklärt Dr. Schnitzler: Ich Hube mich niemals uni irgend einen Prein nach um irgend eine Slirengube nurh nur irgend eine literurisehe Würdigung beruurben. Weder direkt noch indirekt. Ich Hube weder der Banernfeld-Stiftnng noch irgend einem anderen ähnlichen Komitee weine Bücher eingereicht. Ich kenne weder den -Berru NnterrichtÄininister noch den Herrn Dr. Weiffel und Hube seit lunger Feil weder wit Herrn Burvn Berger nach wit Herrn Professor Minor gesprochen. .Niemals tour zwischen wir und diesen Herren nun einew Buuerufeld-Brein die Bede. Weder dun erstemal noch seht, weder mündlich noch schriftlich. Ich bin unch nicht Mitglied der „Concordia" und gehöre keinem Freimunrerverbuude un. Ich stehe allen diesen Dingen von jeher gänzlich fern. Eilte Anerkennung meiner Arbeiten, die wir von berufener seile spo-ntun entgegengebrucht wird, nehme ich selbstverständlich dankbar an und glaube niemandem dafür Rechenschaft schuldig zu sein. lieber die Interpellation des Dr. Puttui außer) sich Arthur Schnitzler: Derlei interessiert wich nicht, und ich habe keinen Anlaß, von so nebensächlichen Zwischenfällen mich wir iw geringsten Notiz zu nehmen. Ztorozhttest. lPnrilll-Feier.) Als überaus gelungen kann die ani 2-:. Mar.-; l. I. vorn hierortigen jüdisch nationalen Vereine „Zion" unter Mitwirkung der jüdisch-natisnalen akademischen Verbindung „Hasmonaea" im Saale des „Hotel Central" veranstaltete Purim-Feier, verbunden mir einem Tanzkränzchen, angesehen werden. Für 8 Uhr nveB>s unre der Beginn anberaumt und schon eins Stunde vorher fand sich in dem mit Reisig, Blumen und Zions-Emblemen wunderschön dekorierten Saale ein überaus distinguiertes Publikum ein, welches den Saal bis auf das letzte Plätzchen füllte. — Nach der vom Vereinsprüsidenten Herrn Dr. Leon Lutringer erfolgten Begrüßung der Festgäste hielt das Mitglied der „Hasmonaea" .--tue!, jnr. Herr Schauer die Festrede, dessen schwungvolle Ausführungen begeisternd auf die Anwesenden wirkten. Sodann ergriff das Mitglied der „Hasmonaea" kt-ull. jur. Herr H auer das Wort zur Tendsnzrede. In beredten Worten schilderte uns derselbe das Elend des jüdischen Proletariats, wies aus die Verfolgungen, denen das Judentum seit seinem Bestände unaufhörlich ausqesetzt ist hin und schloß mit einem warmen Appell, zur Stärkung des jüdisch nationalen Stammesbewußtseins und zur Konsolidierung des jüdischen Volkes nach Kräften beizutragen. — Die überaus glänzenden Ausführungen wurden vom Publikum mit großem Verfalle ausgenommen. Hierauf nahm das Tanzkränzchen seinen. Anfang. Den Neigen der Tänze eröffnete Frau Bürgermeister Dr. Katz mir Herrn Dr. Schisser, denen eine ansehnliche Zahl stattlicher Paare folgten. Die erste Quadrille zu 08 Paaren bot ein sehr schönes Bilv, doch erwies sich bei dieser Gelegenheit der sonst sehr große Saal als zu enge. Eine überaus animierte Stinrnrung herrschte die ganze Zeit hindurch und so flössen die Stunden sehr rasch dahin, bis erst der lichte Morgen die Tanzenden zum Ausbruche ermahnte. — Der glänzende Verlauf der Feier sowie des Tanzkränzchens ist in erster Linie der jüdisch nationalen Verbindung „Hasmonaea", die in einer respektablen Zahl hier vertreten war, sowie der akademischen Verbindung„Hebronia" in Wien, welche uns drei Delegierte entsendete, zuzuschreiben. Ebenso verdient die Leistung des Komiteemitgliedes Herrn. Moritz Maurüber, der als Arrangeur keine Mühe scheute, sowie die gelungene Saatdekoration seitens des Ausschußmitgliedes Herrn Eugen ö ermann lobend hervorgehoben zu werden. E. N. Ausland. DiedenLscheaNaLiorral-SoziaLerr und die auswärtige Politik. Wir haben der national-sozialen Bewegung in Deutschland stets Sympathie entgegeugrbracht. Wir bedauern daher, konstatieren zu müssen, vast die „Hilfe" in ihrer letzten Nummer die Artion Bernsteins zugunsten der Armenier und der rumänischen Juden in abfälliger Weise bespricht. Sie sagt, daß die Sozialdemokraten wünschen, „daß sich Deutschland zugunsten der Mazedonier. Armenier und rumämjchen Juden die Finger verbrennen solle st ^Jedem anderen, wenigstens außer den Sozialdemokraten, wird unklar sein, wie Deutschland in diesen Dingen — trotz des Berliner Vertrages — etwas durchsetzen soll, ohne den Balkanzündstoff in sehr bedenklicher Weise zu erhitzen. Durch derartige unklare Wünsche gefährdet die Sozialdemokratie genau so wie durch maßlose Kritik die Wirkung ihrer berechtigten Klagen. »Wir finden dagegen, daß es jedem anderen außer den National-Sozialen klar ist, daß Deutschland auf friedlichem Wege, ohne Blokade u In Venezuela, mit Hilfe des Berliner Vertrages sehr erfolgreich krast seines Ansehens sowohl in B u k a r e st, als auch in Kon ü a n t i n o p e l intervenieren kann. Wir finden ferner, daß angesichts der kommenden Wahlen diese Erklärung der National-Sozialen nicht nur unschön, sondern auch unklug war. Zum deutschen Wahlkampf. Der Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampf hat allenthalben begonnen, wenn auch die Aufstellung des .Kandidaten in manchen Kreisen noch nicht erfolgt ist. Die Rührigkeit der Antisemiten aller Richtungen in diesem Wahlkampfe haben wir wiederholt schon hervorgehoben. In folgenden Wahlkreisen rechnen sie auf sicheren Erfolg: iir Arnswaldr-Friedeberg, Neustcttin, Deutsch-Krone, Schlvchvu-Flalow, Czarnikau- Filehm-Kolmar und Pyritz-Saatzig. In Sachsen haben fio durch das Kartell sicheren Bestand tu Bautzen, Meißen, Pirna und Dresden-Ä. In Hessen haben sie ebenfalls drei oder vier Wahlkreise ziemlich sicher. Außerdem haben sie Kandidaten ausgestellt in Berlin, Hamburg, Eisenach, Erfurt, Nardhansen, Holzminden- Gandersheim, Halberstadt, Gießen u. a. Sie werden' dabei vom Bund der Landwirte und, soweit eS nicht den eigenen Besitzstand schädigt, auch von der konservativen Partei in der ausgiebigsten Weise unterstützt, hie und da auch vorr den Nationalliberalen, von den letzteren allerdings mit einer Selbstverleugnung, die einer besseren Sache roürdig wäre. In jedem Falle steht zu befürchten, daß die antisemitische Partei, auch wenn nicht alle ihr« Träume in Erfüllung gehen sollten, in stärkerer Zahl als bisher in den neuen Reichstag einziehcn dürste. Demgegenüber kann nicht oft genug darauf knngewiesen werden, daß es die Pflicht aller deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ist, ihre Schuldigkeit rechtzeitig zu tun. Vielleicht niemals waren Neuwahlen von solcher Bedentnng auch für uns, als diejenigen für den nächsten Reichstag, der wahrlich nicht nur über die Zukunft unserer Wirtschaftspolitik zu eutschriden haben wird. Darum gilt e§, nicht zu feiern und nicht zu kargen. Zu einem erfolgreichen Wahlkampf gehören Arbeit und Geld, viel Arbeit und viel Geld. Und die deutschen Juden haben Grund genug, alles zn tun, um ihre verfassungsmäßig gewährleisteten Bürgerrechte gegen den Ansturm von drei Parteien nt schützen. A«? der Kapkvlsnie. Personen, welche Beziehungen zu Südafrika Habs,» oder solche zn erhalten wünschen, dürfte es interessieren zu erfahren, daß „Tho South Africnn AssocUtttd Pt-HHs" seit dem 1. März d. I ihr Hauptbureau für den Kontinent Unter den Linden 20, eröffnet hat, wo alle nur möglichen Informationen — politische ivie ökonomische — über Angelegenheiten Südafrikas erteilt werden. Auch kann man dort die bedeutendsten englischen Blätter Lüdafrikas einsehen. Den russisch-jüdischen Blättern sei diese Notiz zum Abdruck empfohlen. Sh«rghai (Chm«). Die jüdische Schule hierselbst ist bereits in voller Wirksamkeit. Vier Lehrer, zwei bezahlte und zwei freiwillige, unterrichten englisch und hebräisch. Die Schüler machen glänzend« Fortschritt«; dir Mädchen werden im Nähen unterrichtet, die Knaben im synagogalen Singen. Das Manifest des Zaren. Alls Odessa wird uns geschrieben: Auf Anordnung des Gouverneurs üoit Odessa wurden dem Odessaer Rabbinate sechzig Exemplare des Manifestes vour 20. Februar d. I. mit der Weisung übermittelt, dasselbe in allen Tempeln und Bethänsern der Stadt während des Gottesdienstes zur Verlesung bringen zu lassen. Dieser Befehl lvnrde auch am jüngsten Sabbat ansgefnhrt. Darmstadt. (A k a d e m i s ch e r V e r e i il „M a c c a b a e a".) U>n einem längst fühlbar gewordenen Mangel eines engere« Zusammenschlusses der jüdischen Studentenschaft abznhelfen, wurde hier im verflossenen Winter-Semester ein jüdischer Verein linker dem Nametr Akademischer Verein „Maccabaea" gegrülldet. Der Verein wurde am Ul. d. M. vom Rektorat der Technischen Hochschule genehmigt und bildet den Sammelpunkt aller jüdischen Studierenden, die sich bewrtßt als Juden fühlen. Er stellt sich zur Aufgabe, alle Strömungen und Bewegungell im Judentum, in seiner Wissenschaft, Kunst und Literatur zu erörtern und das Studillm der hebräischen Sprache, der Geschichte und der gegenwärtigen Lage des jüdischell Volkes zu fördern. Am'15. April d. I. eröffnet der Verein ein Lesezimmer, in dem hebräische, deutsche und ruffische Zeitschriften aufiirgen werden. Denjenigen Kommilitonen, welche dir hiesige Hochschule zu bezie'een beabsichtigen, werden Auskünfte über die hiesigen Studienverhültnisse u. s. w. voll unterfertigtem Ausschüsse bereitwilligst erteilt. Anfragen, Briese re. in jeder Sprache sind zu richten : An den Akademischen Vergilt „Maccabaea", Darmstadt, Technische Hochschule. Der Ferien-Ausschuß des Akademischen Vereines „Maccabaea": 21. E. G o r d o n, caud. ehern., Abr. Bogomolny, stud. ehern., M. Lelvi n, Diplom.-Jng., F. W e inre b, stud. elektr. Frankfurt a. M Ter Verein „Leinaan ’3ton", dessen Verwaltung hierselbst seinen sitz hat (Vorsitzender ist Herr Rabbiner Tr. H o r o iv i tz), hat int Jahre 1002 in seiner Klinik 20.028 Krallte behandelt; davon waren 10.707 nugenleidend. Sechs Aerzte hesuchten die Kranken zn Hause und »lachten insgesantt 8020 Visireit. Hierfür ivlirdell 820 .Karten zu 2 Piaster (gleich 30 Pfennig), 4483 zu J'/4 Piaster (gleich 20 Pfennig) und 2717 gratis ausgegeben. Die Ausgaben des Vereines für Fue Klinik übersteigeil die Einnahntell um zirka 6000 Fres. Tie Apotheke. gab 8724 Rezepte ans. Ferner verwendete der Verein für Darlehen 2304 Frcs., für den Schachet und Melamed in Rantleh llild Speien auf das dortige Vereiilshaus mit Bad und Synagoge zirka 700 Fres., für Unterstützungen 1810 Fres., für Lehrgeld an 50 Lehrlinge 1210 Frcs, für arabischeil Unterricht ill Iertlsalem und Hebroit, zivei Abendkurse für Haildwerker unb für die Talmud-Thora in Meah Scheariin und Gaze zirka 1000 Fres., für ärztliche Hilfe tn Tafed 312 Fres, für den Arzl iil Hebron 125 Fres. u. s. iv. Voll den für die Eholerabedrängten gesammelten (Aelbevtt gelangten im Jahre 1002 nur zirka 2000 Fres. zur Berivendüllg, der Rest wurde iw neue» Geschäftsjahre irl Jerusalem, Jaffa, Hebroit, Tiberias u. s. iv. zur Verteilung gebracht. Eiurvande-tttttgsgesetz für die Kapkolouie. Es darf niemanb landen, der nicht lesen und schreiben kann und nicht nachweist, daß er genügend Mittel besitzt, für sich und uii Seinen ausreichend zu sorgen, bis cs ihm gelingt, sich einen Erwerb zu sichern. Die Lage der Inden in Marokko ist noch immer bedrohlich. Der Prätendent, dessen fanatischer Haß gegen alles', was nicht muselmanisch, notorisch ist, hat seinen Anhängern behnss Aufmunterung die Zusage gemacht, daß ihnen das Judenquartier von Fez zur Ausplünderung wird überlassen werden. Unter den Juden von Fez herrscht darob begreifliche Bestürzung. Das neue amerikanische Gimvarrdermrgsgesetz. Aus Washington wird geschrieben: Das neue Gesetz^ enthält folgende Bestimmungen: Die Kopfsteuer ist von einem auf zwei Dollar erhöht, auch für Reisende. Ganz ausgeschlossen sind Idioten, Geisteskranke, Epileptiker, arme Leute, die der Oeffenilichkeit zur Last fallen könnten, gewerbsmäßige Bettler, Verbrecher, wegen schimpflicher Vergehen Vorbestrafte, Polygamisten, Änaarchisten und Zuhälter. Der Bildungszensus wird aufgehoben. Die Bestimmungen wegen Anwerbung von Arbeitern im Auslande sind besonders hart. Schon das bloße Arbeitsversprechen ist mit 1000 Dollars strafbar und jedermann, der sich durch die Anwerbung fremder Arbeiter geschädigt sieht, sogar der angeworbene Arbeiter selber, kann Klage erheben. Ausgenommen sind jene Industrien, für die im Jnlande unbeschäftigte Arbeiter nicht gefunden werden können. Während bisher der Besitz von 30 Dollars als genügende Bürgschaft erschien, daß der Einwanderer nicht der öffentlichen Mildtätigkeit zur Lust falle, werden jetzt 50 Dollars verlangt. In Zukunft soll einzelnen, wie wohltätigen Gesellschaften, nur mit besonderer Einwilligung des Güneralkommissärs in Washington und des Finanz- Ministers erlaubt sein, Bürgschaften zu übernehmen, daß die Einwanderer nicht der Oessentlichkeit zur Last fallen. Das Gesetz gilt für alle Kolonien. Gin jüdischer Kontrollor der russischen Reichsbank. Der Kontrollor der Filiale der russischen Reichsbank in Level Herr Leopold Feitelsohn starb vor einigen Tagen daselbst im Alter von 52 Jahren. Es gehört zu den größten Seltenheiten, daß ein Jude in 3. April 1903 Rußland einen solchen öffentlichen Vertrauensposten bekleide, wie er von Herrn F e i t e l s o h n während einer langen Reihe von Jahren eingenommen wurde. Wiederholt wurde dem äußerst befähigten jüdischen Beamten ein Avancement angeboten für den Fall, daß er die orthodoxe Gtaatsreligion annimmt. Herr Feitelsohn schlug aber ein solches Anerbieten konsequent ab. Bei seinem Leichenbegängnisse waren die angesehensten Bürger der Stadt, die höchsten Militär- und Zivil-Autoritäten, sowie der Vize-Gouverneur »on E st h o n i a anwesend. Jüdischer Gesangverein „Gchir Zion". Jüdische Volksgenossen! Wo die schlummernde Kraft eines Volkes sich zu regen beginnt, wo alles, was stark und kühn ist, zu gemeinsamem Streben sich vereinigt, wo eilt erhabener Gedanke die Seelen läutert und die Kräfte jedes einzelueu spanut, dort, in jener reinen Sphäre, in der alles Edle geweckt wird, was im Herzen des Menschen schlummert, dort ersprießt ein kostbares Gut, dort blüht — die Kunst. Das jüdische Volk beginnt sich seiner Kräfte bewußt zu werden. Nicht schlaff und ivilleitlos, ein Ziel der Launen seiner Feinde will es sein. Mit starker Hand will es sich selbst sein Schicksal schmieden. Und dieser Wille, der die besten Kräfte auslöst, der den Starken begeistert und den Schwachen ermutigt, er belebet aufs neu« — die j ü d i s ch e K u u st. Nicht stehetltlich und klagend, wie ehedem, voll batlger, schüchtenter Hoffnung, nein, kraftbewußt und hoffnungsfreudig ertönet heute das j ü d i s ch e Lied. Und dies es Lied, eingedenk seines hohen Wertes, zu pflegen, hat sich der Jüdische Gesangverein „Schir Zion" zur wesentlichsten Llufgabe gernacht. Wer uns in Erfüllung dieser 2lnfgabe unterstützen ivill, wen der Gesang erfreut, wer Sinn und Verständnis für die edle Kunst des Gesanges bei unseren Bolksgenossen wecken und nähren will, der schließe sich uns an! 3V i e n, im März 1003. Hebungen unter Leitung des Chormeisters Herrn Prof. L ö w e n st a m m jeden Mittrvoch ab P.,8 Uhr abends. Uebungslokal IX., Türkensiraße 0, II. Hof, III. Stiege, Mezzanin. 2lufnahme und 2lumeldungen an den Uebungsabenden. Wien, 1. Llpril 1903. Werte G e si ll n u n g s g e n o s s e n! Einem vielfach geäußeriem Wunsche enlsprecheud, tritt die Organisation der jüdischell jugendlichen Arbeiter mit der Monatsschrift „Arbeitende jüdische Jugend" vor die Oessentlichkeit. Sticht eilt politisches Blatt soll geschaffen werden, nein, diese Zeitschrift soll nichts anderes sein als ein treuer Berater der arbeitender Jugend unseres Volkes sowohl in geistigen alS tvirtschaftlichen Fragen. Umfassende Berichte über die Lage der jugendlichen 2lrbeiter aus allen Orten sowie belehrende Aufsätze über Juden und Judentum sollen gebracht werden und so denen, die unserer Bewegung ferne stehen, ein genaues Bild derselben geboten werden. Die „2llbeilende jüdische Jugend" wird ihr Hauptemgenmerk auch der nationalen Erziehung zuwenden. Die neuesten geistigen Errtlngenschaflen unseres Volkes sollen eingehend gewürdigt werden. Die „2lrbeitende jüdische Jugend" wird in jeder Nummer sich mit lvirtschaftlid)en Fragen befassen. Die Regelung des Lehrlingswesens, Stellenvermittlung, die Organisation der jugendlichen Arbeiter :c. bieten ein reiches und zum Bebauen dankbares Feld! Auch die körperliche Hebung der Jugend sott durch diesbezügliche Llrtikel berücksichtigt werden. In jedem Hefte werden Berichts des „Vereines jüdischer jugendlicher 2lrbetter" in Wien und seiner Zweigvereine tu der Provinz erscheinen. Wohl sind roir uns der Schwierigkeiterl bewllßt, die sich der Durchführung entgegenstellen werden, aber ivie rechnen mit Zuversicht aus die Opferwilligkeit unserer Kollegen sowie aller Freunde der arbeitenden jüdischen Jugend, die auch dieses Unternehmen itach Kräften unterstützen werden, Es gilt auf diese Weise für unser ganzes Volk zu arbeiten. Denn durch die Macht der Presse wird die Organisation gewiß bedeutend gefordert. Beherzigen wir den Spruch: „Wer die Jugend hat, bem gehört die Zukunft." stlach dieser kurzen Darlegung unferer Bestrebungen richten wir an sie das düngende Ersuchen, für das am 20. April erscheinende Organ rührigst zu agitieren und durch gefällige Zusendung von Notizeri und 2lrtikeln und von (wenn auch geringen) Geldbeträgen den Bestand des Blattes moralisch und materiell zu sichern. In dieser Erwartung zeichnen wir, im vorhinein bestens dankend, hochachtungsvoll D a s P r e ß k o m i t e e des VereilleS„jüdischer j u g ell d li ch er 2lr b e iter" in Wien, 11., Stefaniestraste 8. Geldbeträge sind zu senden an unseren Staffier: Arthur © t e f a n § f f, Wien, II., Nembrandtstraße 26. Die Namen der Sperider mtb die Beträge werden veröffentlicht. Mitteilrmgen arrs dem Nudjilrrrm. Wir machen unsere geschätzten Leser auf die Reslaliration des Herrn Jacques S ch w a r z, II., Mühlseldgassc I, aufmerksam. Daselbst wird nur das Beste iu Küche und Getränken geboten. Spezialitätt Ungarischer Moorrr Wein in Litet-Flaschen. Ein einmaliger Besuch und die 15jährige Tätigkeit als Oberkellner in der Restauratiüll „Zur Linde" genügt, um Herrn Schwarz das vollste Vertrauen entgegenzubringen. Nabb. Dr. Nobak. Leider versehen. Max H. Wir müssen die Pttblikation so lange ablehnen, so lange uns nicht die 2luthentität verbürgt ist. Herrn kais. Rat I. Lichtenstadt Wenn Sie den betreffenden Passus so lesen, wie er gedruckt ist, so können Sie unmöglich die uns untergeschobene Deutung hineilldeutetl. Die Richtigkeit des Zitates geben Sie ja zu, und das ist die Hauptsache. Es sollte das Vorherrschen einer Cliquewirtschaft betont und durch Ihren 2lusrus nur noch erhärtet werden und das ist geschehen.

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