Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 13 (27.3.1903)
- Date
- 1903-03-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 27. März 1903 Nr. 13 hat. Redner gibt einige Beispiele für die Art der Behandlung der Juden in Rumänien. Nur der Aufenthalt in den wenigen Städten ist ihnen gestattet. Landerwerb ist ihne» verboten. In den Städten sind ihnen die schlimmsten Beschränkungen auferlegt. Ein raffiniertes Unrecht ist die Beschränkung des Unterrichtes für die Kinder der rumänischen Juden. Die rumänischen Staatsmänner haben mir der Schlauheit, die nur im Orient zu finden ist, verstanden, sich um die eingegangenen Verpflichtungen herumzudrücken. Es werden keine »Juden" mehr ausgewiesen, sondern nur die „Fremoen" aller Rechte beraubt. Die armen Kinder der proletarischen jüdischen Bevölkerung werden zum Beispiel nur ausnahmsweise in die Schulen aufgenomm-n und müssen, wenn sie ausgenommen werden, noch eine besondere Taxe zahlen. So behandelt man die Juden als rechtlos und brandschatzt sie noch außerdem. Die „Fremden" dürfen nicht Apotheker, nicht Rechtsagenren werden. Bei öffentlichen Banken wird kein „Fremder", kein Jude berücksichtigt. Dabei sind die dortigen Juden, wie gesagt, zum größten Teil Arbeiter und Handwerker. Der größte Haß gegen das Judentum in irgend einem Lande hat nicht so grausame Maßregeln erdacht, wie sie in Rumänien durchgeführt werden, und Europa sieht diesen Zuständen müßig zu und duldet das. Im österreichischen Parlament steht die Einbringung ei,rer, Interpellation bevor, in der die österreichische Regierung gefragt wird, was sie gegenüber den dem Berliner Vertrag geradezu hohnsprechenden rumänischen Zuständen zu tun gedenke. (Diese Interpellation ist bereits vom Abg. Dr. S k e d l eingebracht worden. Die Red.) So fragen auch wir heute den Reichskanzler: Ist dem Reichskanzler bekannt, daß Schritte getan werden, um die rumänische Regierung an ihre Verpflicht un gen zu erinnern, und ist der Reichskanzler entschlossen, sich s o l ch e n S ch r i t t e n a n z u s ch l i e ß e n? Deutschland ist ja in Rumänien Handels- und leider auch finanzpolitisch interessiert, aber diese Interessen sind ebensowenig bedroht wie die des Friedens, wenn Deutschland in energischer Weise die rumänische Regierung an die Pflichten der Menschlichkeit mahnt. Rumänien ist korrumpiert durch ein blutsaugerisches Heer von Beamten. Leider war Deutschland viel öfter beteiligt bei der Niederhaltung als bei der Befreiung der Völker! Deutschland ist einer der Unterzeichner des Berliner Vertrages, Deutschland ist mitverantwortlich für die rumänischen Zustände. Die dortigen Unterdrückten schauen hilfeflehend au daS Deutsche Reich, und es gehl jetzt die dringende Mahnung an die deutschen Staatsmänner, ihre Pflicht zu tun, damit es nicht wieder heiße wie im „Don Carlos" : „Verkauft, verkauft und wiederum verkauft von dem berühmtem Handelsmann im Norden!" (Lebhafter Beifall bei den Sozialisten.) Wir können es nicht unterlassen, bei dieser Gelegenheit^ aus den Unterschied in der Haltung der deutschen Sozialdemokratie und der österreichischen hinzuweisen. Während in Deutschland sowohl Presse mit dem ^Vorwärts" an der Spitze, als auch Abgeordnete ihre Pflicht taten, schwiegen sich beide in Oesterreich aus. Daszynski motivierte ihre Passivität mit dem famosen Satze, daß die sozialdemokratische Fraktion, nachdem Abgeordneter Breiter die bekannte Interpellation eingebracht hatte, ihm nicht folgen konnte, weil sie den Anschein vermeiden mußte, als ob sie den Abgeordneten B reite r nachahmen würden. Ja, warnm sind sie denn nicht mit gutem Beispiele vorangegangen? Die rumänische Judenfrage besteht nicht seit gestern. Rumänien grenzt an Oesterreich. Und sieht denn Daszynski nicht ein, wie kindisch sein Argument ist. Sonst argumentieren Schulkinder in dieser Weise. Aber das Argument ist eben nur ein Vorwand, hinter dem sich Daszynski versteckt. Ihn interessiert das Schicksal des Wawel viel mehr als die ganze Judenfrage. Von dieser Meinung können uns auch nicht gelegentliche Bemerkungen abbringen, in denen er sich der Juden annimmt und die er geschickt in seine Reden verflicht. Sie sind für seine jüdischen Wähler bestimmt und lassen jeden anderen nicht warm und nicht kalt. Und die „Arbeiter-Zeitung"? Man dächte, sie hätte anläßlich der Rede Bernsteins nicht umhin können, endlich einmal ihren Lesern zu erklären, was denn in Rumänien los sei. Aber weit gefehlt. In ein paar Zeilen, klein gesetzt, damits ja niemand bemerkt, tut sie die ganze Sache ab. Sie bleibt konsequent; „wegen die paar Juden" regt Austerlitz sich nicht auf; die steuern nichts für den Wahl- oder Preßfonds bei. Rabbiner als Schiedsrichter. Die Chicagocr Stadtbahngesellschaft hat im Einverständnisse mit ihren Angestellten als drittes Mitglied des zur Schlichtung der zwischen beiden Parteien aufgetauchten Streitfragen eingesetzten Schiedsgerichtes den dortigen Rabbiner Dr. Emil G. Hirsch gewählt. Aus den Verhandlnngen der Frewderr-Kour- Mission. Aus London wird gemeldet: In der Sitzung vom 9. März verkündete der Vorsitzende der englischen Fremden- Kommission Lord James v. Hereford daß die Vernehmung der Zeugen, welche gegen die Fremdeneinwanderung aussagen wollten, abgeschlossen ist, und daß nunmehr die Kommission zum zweiten Teile ihrer Aufgabe, zur Vernehmung der Zeugen, die zugunsten der Fremden aussagen wollen, schreiten werde. Es haben sich 50 solche Zeugen gemeldet, welche keineswegs alle Juden sind. ES wird sich nun zeigen, ob die englische Presse, welche den Verhandlungen vor der Kommission bis jetzt lebhaft gefolgt ist, auch jetzt, da sie nun für die Juden günstig lauten werden, der Angelegenheit das gleiche Interesse widmen wird. Als erster Zeuge dieser zweiten Kategorie trat am 12. März der Vorsitzende des Londoner jüdischen „Board of Guardians", Mr. Leonard L. Cohen, auf, der unter enormem Andrang des Publikums im Aufträge seines Boards über die jüdischen Armen in London erschöpfende Auskunft gab. Die fremde» jüdischen Armen werden zum kleineren Teile aus dem Fonds für vertriebene russische Juden, sonst aber vom Board unterstützt. Außer diesen beiden Institutionen und der Jüdischen Volksküche gibt es in ganz London keine andere für die armen jüdischen Immigranten tätige Körperschaft. In den ersten sechs Monaten nach ihrer Einwanderung erhalten die fremden Juden vom „Board ok Guardians" eine Unterstützung nur zu ihrer Rückreise, nach sechs Monaten werden sie auch zu anderen Zwecken unterstützt. Im ganzen hat daS „ Board of Guardians" in den letzten acht Jahren 14.700 arme jüdische Einwanderer unterstützt, davon aber nur 335(f tat crftctt Jahre nach ihrer Ankunft. Diese Zahl beweist unwiderleglich, daß die jüdischen Einwanderer, weit davon entfernt, „Paupers" zu sein, alle Geld mitbringen, hinlänglich genug, um sich länger als ein Jahr über Wasser zu halten. Erst der schwere Kampf ums Dasein auf einem ungekannten Terrain zwingt sie, im Verlaufe von sieben Jahren die Hilfe ihrer Glaubensbrüder in Anspruch zu nehmen. Die Zahl der Ertrinkenden, die sich an den „Board of Guardians" zu klammern versucht haben, betrug in dem angegebenen Zeiträume 8512. Daß London für die fremden Juden durchaus kein goldener Boden ist. beweise» die 2835 Juden, welche nach siebenjähriger Anwesenheit in London jüdische Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Die Verhandlung wurde dann auf den 10. März vertagt. (Ein A p o st r o p h au die jüdische Mädchenwelt.— A u s dem Verein „S chome r Israel".) Der aufgeworfenen Fragen, welche im Schoße des Vereines der Diskussion harren, ist eine Legion. Der Verein gestaltet sich zu einem wahren Volksbedürfnis und bildet er die Schule und bereitet das Podium vor für jene Elemente, die treu unentwegt zum jüdischen Volke stehen; dort werden die Debatter eingeweiht in die Prozedur des öffentlichen Denkens und Erwiederns, ohne die Gegner, nach bewährten Mustern, mit Kot zu bewerfen. Eine recht interessante Debatte wurde über die Reorganisierung der Lemberger jüdischen Schule auf nationaljüdischer (religiöser) Basis abgehalten. Behufs besseren Verständnisses mögen hier einige Details vorartgeschickt werden. Diese unsere Schule ist das Schmerzenskind der Fortschrittsmänner der Achtundvierziger-Garde, welche in der Errichtung der jüdischen Schulen das einzige Mittel zur Herbeiführung eines höheren weltlichen Jntelligenzgrades erblickten. Dank der damals judenfreundlichen Negierung wurde die Selbstbesteuerung des Koschrrfleisches, die von den Gemeindevorstehern den Gemeinden auferleqt wurde, zur Erhaltung dieser Hauptnormalschulen genehmigt. Und wahrlich, ihr verdankt die Lemberger Gemeinde die tüchtigsten Gemeindemitglieder. Die Zahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen belief sich in den Achtziger-Jahren auf 1500 Kinder, welche in drei Schulen unterrichtet wurden. Heute dürfte ihre Zahl auf über 3000 gestiegen sein. Sozialisten und Assimitatoren, die das Koscherfleisch wie Trichinenfleisch meiden, laufen aus lauter brüderlicher Zuneigung zu den Koscherjuden Sturm gegen die jüdischen »Schulen, mit der Absicht, dieses „Bollwerk" der konservativen Partei, diese letzte Lehrstätte, wo noch ein leiser jüdischer Hauch weht, abzutragen. Es muß hier noch daran erinnert werden, daß unsere Kultusrepräsentanz diese Schulen der P o l o n i s i e r u n g ausgeliefert hat, wodurch die Vorzüglichkeit dieser Anstalt in hohem Grade gelitten hat. Nichtdestoweniger ntuß mau die Notwendigkeit des Bestandes dieser Schulen anerkennen und diese gegen alle Attentate unserer jüdischen Judenfeinde, der Sozialisten und Polen mosaischer (?) Konfession, schützen. Dieser ungerechte Sturm richtet sich gegen die jüdischen Schulen nicht minder wie gegen die „Chedarim" als gegen all das, was zur Kräftigung und Erhaltung des Judentums beiträgt. Es ist daher mit Freude zu begrüßen, bei den Veremsabenden aus dem Munde verschiedener Gemeindegenossen zu vernehmen, welche Einstimmigkeit in der Auffassung bezüglich der Erhaltung und Hebung dieser und ähnlicher Lehranstalten im Interesse des jüdischen Volkes zwischen Referenten und den Versammelten herrscht. Der Referent besprach hierauf den Stand der Frage und wies nach, daß es sich auch darum handle, die vom klerikal-polnischen Schulrate eingeführten Bücher abzuschaffen, welche wohl für die christliche Konfession angezcigt sind, keineswegs aber für die jüdischen Kinder, die hierdurch von zarter Kindheit angehalten werden, christlich-rituelle Elemente in ihr Religionsbewußtsein zu tragen. Unser Senior, Herr Julius H o ch f e l d, erheiterte durch witzige Bemerkungen, welche er in die Debatte verflocht, di« Anwesenden; es stritten andere Redner (auch im Jargon), um den Oppisitionsredner zu widerlegen. Nach Erschöpfung der Diskussion wurden nun folgende Beschlüsse gefaßt: 1. den Lemberger Kultusvorstand aufzufordern, die drei Fröbel-Schulen dahin zu ändern, daß geeignete hebräische Lehrerinnen den Unterricht in der hebräischen Sprache in gleich spielender Weise die Kinder derart lehren, daß ein weiterer Unterricht in beit Volksschulen ermöglicht werde; 2. die Erweiterung des hebräischen Unterrichtes durch alle Klaffen im Sinne einer nationalen Volkssprache durchzuführen; 3. die Umwandlung der vierklassigen in eine achtklassige Bürgerschule durchzuführen, letzteres mit dem Zwecke der Ausbildung der jüdischen Schüler für bürgerliche Berufe als Kontoristen, Kunstgewerbe, Handelsakademie u. s. w. In angeregtester Stimmung ging die Versammlung auseinander. Während wir die nationale Arbeit der jüdischen Jugend in Lemberg mit jedem Jahre au Flächewie an TiefenauSdehnung fast mit mathematischer Genauigkeit anzugeben in der angenehmen Lage find, während die jüdische Gymnasialjugend von den höheren Jahrgängen, vereint mit den Realschülern, national fühlt, einen zweiten Zirkel die Seminaristen und die Handelsschüler bilden und die Hochschüler mehrere zionistische Vereine gegründet haben — alle aber mit Opfern an Geld, Zeit und Kraft für die jüdische Sache im allgemeinen, wie für hebräische Sprache und Geschichte insbesondere eintreten und selbst eine eigene Jugendzeitschrift in polnischer Sprache herausgeben, haben wir von den jüdischen Mädchen leider nichts Tröstliches zu verkünden. Wollen wir zunächst die Berichterstattung damit beginnen, das anzuerkennen, was durch sie geschieht. Da müssen wir den Verein jüdischer Mädchen „Panna szkolna“ hervorheben, welcher eine Art Vorsehung für die armen Schülerinnen bildet, ihnen Kleidungsstücke schenkt, dann eine Korrepetitorin beistellt und ihnen eine Jause verabreichen läßt. Selbst in die Nachmittagsschule kommen die Damen und überwachen die Kinder. Ihm zur Seite steht ein zweiter Damenvereiu mit ähnlichen Zielen und ist ihm die Errichtung von Ferienkolonien zu verdanken. Wir sind aber bereits mit ihrem Humanitären Wirken zu Ende. Ein jüdisch-nationales Empfinden und Mitarbeit au ihrem Volkstum, wie bei der männlichen Jugend, läßt sich nirgends wahrnehmen. Wir wollen gleich auf die Ursachen eingehen. Zunächst stammen diese Mädchen aus den sogenaltilten besseren Häusern und bekanntlich stehen ja derartige bessere Häuser in einem verkehrten Verhältnisse zum Judentum. Sprechen wir nun diese Formel ruhig aus, so lautet sie: Je besser das Haus, desto s ch l i m m er sein Ju d e n t u m. Man denke sich derlei Mädchen, welche ihre ganze Jugend unter Nonnen, G e i st l i ch e u und O b e r p o l e n zugebracht haben, sollen die so tief sinken und einen jüdischen Buchstaben mit ihren jungfräulichen Augen ansehen, ein jüdisches Wort von ihren polnischen Lippen fallen lassen? Nein, das könnte nicht schick genannt werden — schicker wohl das Bei sammenbleiben in echt patriotischer Atmosphäre, am schickesten noch das alleinselig- und nobelmachende Polentum mit jungfräulicher Grazie zu verbreiten. Daun ist der Gipfel der Noblesse erreicht. Dieser hochkultivierten, schickeren Richtung angemessen haben sich diese Polski mojzyszowego wyznania ein Heim gegründet unter dem berühmten biblischen Namen „O-gnisk-o". Die neugierigen Leserinnen außerhalb der galizischen Grenzpfmsie dürften einen kleinen Besuch bei den edlen Schwestern ans der samaritischen Tiefebene wagen. Ich begleite sie dahin. In der Koszciszkogasse, in einem der jüdischen Häuser, im zweiten Stockwerke betrittst du das Lokal des „ O-gnisk-o in dem dir die Stimme des alleinseligmachenden Prasts zu vernehmen gegönnt ist. (Du fragst nach der Stimme Jakobs vergeblich.) Zu Häupten der Präsidentiu prangt der Dichter M i c k i e w i c z mit seiner ganzen Wucht und gipsernen Umfänglichkeit. Andere nationele Heilige bedecken an allen Ecken und Enden dieses und das anstoßende Zimmer. Neben diesen körperlichen Wahrzeichen echt jüdischer Volksliebe werden die Wandflächeu von unzähligen Nagelstichen verwundet, an denen alle möglichen Episoden der polnischen Geschichte — bei Wort — ja nicht der jüdischen eingerahmt hängen. Unsere Mädchen mußten ziemlich lang an ihrem Heim gearbeitet buben — um das jüdische Verhängnis so drastisch als möglich vor die Augen zu führen. Dieser Anblick gibt mir eine Parodie auf Erzvater Jakobs Traum ein. Auch ich träumte, jüdische Mädchen und Frauen zu sehen uai> zu hören — als ich erwachte, mußte ich ausrufen: Wie schrecklich ist doch dieser Ort — Nicht anders als ob hier das Haus fremder Götter stünde Und da die Einbruchspforte des Unheils wäre. Allei« verlassen wir nicht diese Stätte, ohne einen kleinen Lichtstrahl einer Hoffnung auf bessere Tage mitzunehmen. * Mitten aus dem Kreise dieser Ogniskinesinnen dringt eine jüdische Stimme (wenn auch in polnischem Gewand«) durch und nimmt unser Ohr gefangen. Eine jüdisch-akademische Bürgerin, Frl. H e s ch e l e s, hat den Mut aus Reihe und Glied zu treten, um in einer bald einstündigen Vorlesung der jüdischen Nationalität das Wort zu reden. Die Reduerin, das Kind hochangesehener, frommer jüdischer Eltern, scheint die Geschichte ihres Volkes eindringlichst gelesen zu haben, um diese ihren Genossinnen übermitteln zu können. Sie erzählte uns von der Opposition ihrer Kolleginnen gegen diesen Vortrag. Nach Beendigung dieses Vortrages applaudierten wir ans Leibeskräften. Schweigen herrschte rignsum. Die sonst übliche weibliche Redseligkeit veränderte sich in ihr Gegenteil. Die Worte der Vortragenden scheinen auf jungfräulichen Boden gefallen zu sein. Diesem unheimlichen Zustand machte der bekannte Zionsredner Herr Adolf Stand ein Ende. Denn seine Worte waren Mannesworte — getragen vom Geiste des wiedererstandenen Judentums und wir blieben bis ans Ende — dieses eigenartigen Donnerstag-Abends. Wir wollen sehen, ob diese Frühschwalbe Frl. H e s ck el e S das bevorstehende Frühlingserwachen inmitten des Eislagers ,Ognisko“ bedeutet, und unsere Referentenpflicht erfüllen. Wir wollen hoffen, weil wir es wünschen, daß alle diese verschiedenen Herde, die niännlichen und weibliche» „Ogniskos“ zu Heimstätten jüdischen Fühlens, Denkens, Handelns und Redens werden, um mit den Worten Jako es dann ausrufen zu dürfen: Wie ehrfürchtig doch dieser Ort — Nicht anders — als ein Haus Gottes Und dies da die Pforte des ausgehenden jüdischen Himmels! Samuel s o h it.