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Jüdisches Volksblatt · 1903-03-13 · 11 (13.3.1903) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Wiori, Freitag ■Jüdisches Volkshlatt 13. Marz 1903 Seite 7 Nr. 11 Eingeseuiiet. 2 r 1) r g e c h v t c r H c r r R c b n f t r n r I Wefhurcn Sie mir. als ehemaligem Redakteur der „Jüdischen Chronik", einem höchst ungerechtfertigten Anlvnrf cntgegenzntreten, den Oerr Sr. Rosenbachcr in seinem geheimen Sendschreiben, in Nr. in störet geschützten Blattes 2. ü veröffentlicht, gegen die „Füd. Chronik" sich leistet. Cr stellt die autoritative Behauptung ans: „Die früher erschienenen Blätter „(stid. Chronik" nsw. konnten sich nicht halten, tvohl hauptsächlich ans denx (Ünnde, Iveil sie nur die Interessen hestimmter kleiner Faktoren vertreten haben, nitd dies meist in einer derartigen Weise, das; die überwiegende Mehrheit unserer Glanvensgenossen durch persönliche Angriffe, maszlose Polemik gegen entgegengesetzte Anschannngen, nnrealisierbare Projekte abgestosten ivnrde." Was die „Füd. Chronik" anvetrifft, inns; ich entschieden Verwahrung dagegen einlege». Die „Jüd. Chronik" — und von verschiedener Seite tvurdc ihr diese Anerkenining gezollt — hat sich stets durch einen vorilehmen Ton ausgezeichnet, führte fast nie gegen Personen, nur gegen die Sache Polentik, brachte überhaupt keilte Nachrichten über Personen und Ereignisse in Familien nitd dergl-, lvodnreli man in gelvisse persönliche Beziehungen gerät. Die „Jüd. Clironi!" brachte popnlär-tvissensehaftlichc Aufsätze, behandelte Genieiitdeangelegenheiten und den Religionsunterricht und war nitter meiner persönlichen Redaktion :18D(5——1000 zionistisch. Herr Dr. Nosenvacher kann der „Jüd. Chronik" niehk vergessen, das; sic zehn Jahre vorher das rügte und tadelte und voranssagte, das; der Gcmeindevnnd nitter seiner Leitung ein totgcvorenes Kind iuar, was sein tintätigkeitsbericht nach zehn Jahren selbst bestätigen imtsste. Bei dieser Polemik lvnrde Dr. Roseiihaeher, der für die Chronik nur Vorsitzender des Geineindehnndes von der traurigen Gestalt ivar, in seiner P e r s ö n l i eh k e i t nie angegriffen, nicht einmal genannt. Die „Jüd. Chronik" musste gegen die Dispens-Rnbbiner-Epidemic in Böhmen, ivomit der stentralverein twd die Prager Kuktnsgeineinde in ihrer stillen Wirksamkeit die Jndenheik Böhmens verunglückte, Stellung nehmen, und die Feit hat auch diesmal der „Chronik" recht gegeben, denn nieritand beklagt mehr dieses Danaergeschenk als die kleinen Gemeiitden, deren Anivalk „Jdnob" wiederholk in diesen Blättern sieh ansznspreeheti Gelegenheit hakte. Atich diese Polenrik, so scharf sie geführt lvnrde. ivar nur sachlich geführt und hat nie einen DispenS-Rabbiner genannt, wiewohl diese keineswegs mit ritterlichen Waffen besonders gegen den Redakteur kämpften. Dr. Rosenbacher scheint ineuig Verständnis für die jüdischen Verhältnisse in Böhmen zu besitzen, ivcnn er keine besseren Argtimente als die angeführten für das Eingehen der jüdischen Blätter anzuführen »'eis;. Nun, so lvill ich ihn eines besseren belehren. Die bvhmisrhen Inden lesen keine st'idischcn Blätter, weil sie sich für die jüdische Sache überhaupt nicht interessieren, Iveil eine sehr minimale jüdische 'Bildung vorhanden ist. Sie lesen deutsche, tschechische, sogar antisemitische, aber keine jüdischeit Zeitungen. Würden tu Böhmen jüdische Zeitungen gelesen, so lvürde es auch in den Geineiitdeir und im religiösen Leben besser lverden. Dazu müssten zunächst Männer der Energie an die Spitze der Jndenheit treten nitd mit dem „laisser aller" müsste einfür allemal gebrochen lverden. Für die freundliche Aufnahme dieser Zeilen im vorhinein dankend, bin ich mit dem Ausdrucke der Hochachtung Dr. Ad. K n r r e i n, ehcm. Redakteur der „Jüd. Chrouik". Löbliche Redaktion! Wir machen noch einmal aufmerksam, das; Sainstag den 1 I. März, 8 Uhr abeitds, im Gntkeitbergsaal, 8. Bezirk, Alserstraste bb, das Pnrim-Kvstüinkränzchen (ohne Kostümzwang) des jüdischnationalen Arbeitervereines stattsindet. Festrede: Dr. Severin Landesberg. Musik einer beliebten Salonkapelle. Komische Gruppen, Zigeunerinnen, Wahrsager, Türken tlsiv., Jnrpost, Bknmenkokikkon. In der Panse: Vorträge der Knnstkräfte. Eiuzclkarten zu 80 Heller, an der Kassa 1 Krone, Famikienkarien zu K. 2.60, an der Kasse 0 K. und in der Buchbinderei I. Hasterlik, 0. Bez., Wiudmühlgasse Ob und im Festlokale. — Nachdem Assimilanten das Fest durch Demonstration zu stören beabsichtigen, so ersucht die Vereinslcitung um mögt! ch st st arte Beteilig u u g. Für die Bereinsleitnng: David H a st e r l i k. Mitterlttnsen ans dem VrrkMmrr .Meyers Großes Koiwersntions-Lexilon.) Sechste Auflage. Mehr als 1-18 000 Artikel auf 18.210 Seiten Text mit zirka 1.1 000 Abbildungen, Kartell nitd Plänen im Text und ans 1400 Jtlustrationstafel». Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. 20 Bände in Halbleder gebnuden zu je 10 Mark. Das Erscheinen der neuen Auflage von Meyers Konversations-Lexikon muß in dovpelrer Beziehung Belvtindernng erregen, indem darin der hohe Stand der Lexikographie und die Anfnahmsfähigkeit des deutschen Volkecin gleicher Weise znm Atisdrnck kommt. Schon an de» im Titel angegebenen Zahlen lässt sich die Bedeutung dieses llnternehlnens ermessen, Ivelches das gesamte Wissen nnserer Zeit in mehr als 118 000 Artikeln und Verweisungen znsammcngefasst. Klar, sachlich und unparteilich, aber doch anregend und mit sorgfältigen Lireraiiirnachlveien sind die einzelnen Artikel abgefasst. In der Regel lvird man sieh mit den Aiislüiiften des Lexikons selbst begnügen rönnen, die umso belehrender unb eingehender sind, als ein »rnsterhafter Jllnskrationsapparat die zluu Verständnis notivendige Anschaulichkeit vermittelt. Der soeben ersehieneue zlveite Baitd zeigt an feinem Teil bereits alle hier erwähnten Vorzüge. Wir kommen auf die iveiteren Bände zurück. «Avis für die Damenwelt.) Spezialitäten in Damenhüten, besonders französische Modellhüte, hat die Firma Mine. Therese, n»d ili dieselbe bestens zu empfehlen. Dieselbe hält eilt reichhaltiges Lager aller Gnttlingen Hüte vom einfachsten bis zum fein neu Genre. Ein einmaliger Versuch genügt, um sich von der V'-eisivürdigkeit unb Eleganz zu überzeugen. Wir verweisen anf das heutige Inserat. Briefkasten. Zuständig. Der erste Schritt ist, das; Sie eilt Gesuch um die Zusicherung der Aufnahme in ben Gemeindeverband anf Grund der Eriibnng (Gesetz vom 6. Dezember 1800) beim Magistrat (Bezirksa,nl> ein reiche» (1 K- Siempel per Bogen), belegt mit Gebnrtsiilid Heimatsschein unb dem polizeilichen Nachweis der Aufenthaltsdauer: dann schreiten Sie beim ungarischen Ministerium des Innern l inigarisch, 0 K.-Stempel) nur die Entlassung ans dem dortigen Siaaisverbande und bei der Statthalterei (-1 Kr.-Stempel) itm die Verleihung des österreichischen Staatsbürgerrechtes ein. Erst wenn Sie dieses habe», können Sie um die definitibe Verleihung der Zuständigkeit bei der Gemeinde einschreiten. Wir machen Sie anfmerksa»i, daß die Ersitzungsfrist erst mit erlangter Volljährigkeit zu laufen beginnt. R. B. Sie haben Recht- Die folgende Annonce ist charakteristisch für die „N. F. P." und für den Einsender. Sie lautet: „Jüngere christliche Köchin gesucht neben Stubenmädchen und Vedieiterin zu einer kleinen israelitischen Familie am Stephansplatz. Jahrrszengnisse und besonders gute Empfehlung notlvendig. Vorstellung Montag pon 0 bis 11 Uhr. Adresse in der Tabaktrafik im Dnrchbanse: 1. Bez., Hoher Rkarkt Nr. 4." Stellenvermittlung des Vereines jüd. Handelsangestellter in Wien. B e i der Stelle u v e r m i t t l u n g s a b t e i l u n g des B e r e i n s jüd. H a n d e l s a n g e st e l l t e r, Wien, 2. Bezirk, Stefaniestratze Nr. 8, sind nachstehende o f f e n e S t e l - l e n vorgemcrkt: 2 Kommis für Manufaktnrware, 1 Kommis für Galnntericwaie, 1 Kommis für Lcderhnndlnng, sämtlich nach Norddöhmcu. Der Verein hat empfehlenswerte, darunter äufrerst qualifizierte Bewerber der verschiedensteit Branchen in großer Zahl in Vormerkung und bittet, sich seiner bei Besetzung von Stellen zn bedienen. Ebenso ergeht an die Kollegen die Bitte, Ihnen bekannt werdende Vakanzen, wenn irgend möglich unter Bekanntgabe der Details, umgehend der Stelleitvermittlungsabteilung anzuzeigen. Zuschriften richte man an obige Adresse. Mitteilungen des Vereines für unentgeltlich. Arbeitsnachweis. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (T filepho n Nr. 13.920) V or gemerkt sind: Offene Stellen. Von männlichem Personal: Mehrere Schneider, 1 Brcnncreileiter (mit ungarisch in Wort und Schrift nach Ungarn), 1 Kontorist (mit ungarisch in Wort und Schrift), 2 Kommis (von der Mannfakturbranche) nach auswärts, mehrere .Kontor- und Lagerpraktikanten. Von weiblichem Personal: Mehrere Bonnen, mehrere junge Hilfsarbeiterinnen, mehrere Schneiderinnen, mehrere Lehrmädchen. €rste ]$riinner jtoes-fibrik In Brünn einzig bestehend. Gegründet 1872. Ich erlaube mir, das geehrte P. T. Publikum auf meine, durch ihre vorzügliche Qualität allbekannten, unter streng ritueller Aufsicht in zwei Sorten erzeugten mxo aufmerksam zu machen. Dieselben sind hei meinen hiesigen Filialen oder auch direkt bei mir erhältlich. Besonders bitte ich, darauf zu achte n, dass di« Warenpakete meiner Fabrikate mit folgender Goschäftsstampiglie versehen sein müssen: ... 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