Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 9 (27.2.1903)
- Date
- 1903-02-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 v'ien, Freitag Jüdisches Volksblatt 27. Februar 1903 Nr. 9 5l'ol)Irätiflfcit-3uci'L'i!ic K. 250: für den Verein „Ferienheim" K. 50, für den Verband zur Unterstützung armer israel. Wöchuermnen K. 100, für die israel. Armenallstalt K. 100, Entnahme der Sammelbüchsen im Gemeindebethause Fünfhaus zur Verteilung an Anne K. 267.00. Von Herrn Ludwig Edl. b. Rcithoffcr, für die israelitische Persorgnngsanstalt anläßlich der Feier seiner goldenen Hochzeit K. 200. Von Frau Marie Stern für die israelitische Vcrsorgungsanstalt aus?tnlaß de-3 Todestages ihres sel. 01atlen Herrn Sigmund Stern K- 20. Von Herrn Ingenieur Viktor Popper K. 20 für arme Witwen und Waisen anstatt eines Kranzes auf den Sarg der jymit Katharina Schuck. Von Herrn Dr. Julius Flesch für die israelitische Versorgungsanstalt K. 10. Von Frau F. Mandel für das L. D. KöuigSberg'sche Mädchcll-Erzichnngsinstitnt K. 10. Anoilhiiuis zur Verteilung an Arme K. 7. Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder iu der Brigittenau: Ergebnis einer Sammlung durch die Herren Alfred Berger und Heinrich Weiner K. 608, lind zwar von Melti und Achim K. 20, voll Herrn Josef M. Kohn K. 100, voll .Herrn I. Getvitsch K- 5, von B. 40-Prag K. 50, von W. Lewitoch Co., Woliil K. 20. von Herrn Dr. I. H. Marmorek K. 5, voll Herrn Jgilaz Markus K. 2. von Frau Karoline Andres K. 100, von Herrn Adolf Prager, Budapest, K. 5, voll Herrn Adolf Deutsch, Weiszkirehen, K. 10, voll Herren Färbcr's Söhne K. 5, voll Herrn Emil Sorer, Brünn, K. 10, voll Herrn Geza Reich K. 50, von Frau Fainli Balier K. 4, von Herrn Dr. M. Becker K. 2, von Herren Otto Kollmann de Co. K. 5. Ergebnis einer Sammlung durch Herrn Tr. Alfred Berger K. 54, uild zwar von Frau Antoinette Schlvarzmann zllln Andenken an ihren sel. Gatten Herr» D. Schwarzmanil K. 50, von Herrn Jakob Frankel K. 4. Tllrch die Redaktioil des „Neuen Wieiler Tagblettt" K. 52. Voll Herrn Dr. Emannel Arilsteiil K. 10. Von E. S. K. 10. Svenden zur Anschaffung von BcheizungSmateriale für Arme: voll Herrn Jakob Kann K. 50, voll Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmicdl K. 20, von Herrn R. Rechtnitz K. 20, voil Herrn Dr. Adolf Herzfeld als Ergebnis einer Sammlung K. 20, von Frau Betti Hauser K. 10, voll Frau Rosa Bcudiener, Insassin der israel. VcrsorgungSanstalt, ein Thoramailtel für das Bethaus der Versorgungsanstall. Von Herrn Gllstav Gruber ein ärztliches Hilssbllch für die israel. Versorgungsanstalt. Vau Herrn Philipp Budie ein Krankenfahrstuhl, Kleider und Bücher für die israel. Vcrsorguugsailsralt. - Den Spendern wird der Dank votiert. Berhans-Speudeii: Jrn Gemeinde-Bethause, 1. Bez., Scitcnsrerrengasse l: Voll Herrn Josef Paunzen für verschiedene Wjohlrätigkeitsansralten K. 40, voll Herrn Rudolf Kohn für verschiedene Wohlrätigkeitsanstaltcn K. 500, van Herrn Max Zerner für Wahltätigkeirsanstaltei'. K. 20, voil Herrn kaiserl. Rat Leopold Sachs für verschiedelle Wohltängkeitsansialten K. 200. — Im Gemeinde-Bctüause. 2. Bez., Tempelg. 3: Von Herrn Siegfried Herzog für den israel. Waiscnverein K. 10, von Herrn August Brauner für den israel. Handwcrkervcrein K. 10, von Herrn Hermann Subak für Wohltärigkcitsansralren K. 20. — Im Gemciildc-Bethausc, 16. Bez., Hubergasse 8: Voil Herrn Benedikt Schnciedek u. Sohn für verschiedene Wohltätigkeitsanslalren K. 26, voll Herrn Markus Weiß .Kl. 12, van Herrn Samuel Brandl K. 10, van Herrn Braun K. 6, van Herrn Moriz Pick für verschiedene Wahltätigkcitszivecke K. 6. — Im Gcmeinde-Bethausc. 18. Bez., Schopenhauerstraße 30: von -Frau Pauliile Morgenstern K. 6, von Herrn Emanuel Hoffmann K. 20, voil Herrn Ignaz Katz K. 0, voll Herril Dr. Gustav Kohn K. 30, voll Herrn Max Kommst K. 10, von Herrn Albert Lang K. 4, von Herrn Julius Singer für verschiedene Wohltätigkeitsziveckc K. 16. Ferner werden zur Kenntnis gebracht: Erlässe der k. k. n.-ö. Statthalterei, betreffend die Kcuninisllahme der am 23. November uild 2. Dezember v. I. vorgeilommenen Wahlen in den Kultusvorsrand, bczw. der am 6. Jänner d. I. crfolgteil Neu-Konstituicruilg des Vorstandes und die Mitteilung der Statthattcrei, betreffend die zur Verteilung an arme Kranke israelitischer Konfession bcstimmteil Legate van Betti uild Karl Wcißmandl zugunsten der Kultusgcmcinden Wicil und Baden per je K. 1000.' Im Einlalife befindet sich ferner der Bericht des Kultusvorstandes Dr. Alfred Berger, betreffend die mn 6. Februar 1003 iil seiner Gegenwart stattgchabte Auslosung der Bewerber beziv. Bewerberinnen um die Adolf Ignaz Mautner von Mart'hof'sche Stiftung für Wieiler Waisenknaben uild lim die Jlikic Marzelkine Mautner voil Markhof'sche Stiftliilg für Wieiler Waiscnmädchen; ein Schreiben des Hilfsvcreines für die notleidende jüdische Bevölkerling in Galizien mit dem Danke für die pro 1003 bewilligte Subvention per K. 3000; endlich ein Dankschreiben der Katharina Blau für die ihr mn läßlich der Vollendung des 100. Lebensjahres seitens des .Kultus- Vorstandes zugegangcile Spende. Vor Uebcrgaug zur Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende des schweren Verlustes, welchen das hochverehrte Mitglied des Vertreter- Kollegiums Herr kais. Rat Moriz Hirsch durch das Ableben seiner Gattin erlitten hat, uild teilt mit, daß aliS diesem Anlässe namens des Kultusvorsrandes an ihil ein herzliches Kondolenzschreiben gerichtet wurde, i Zustimmung.) Im Präsidialberichte gibt der Vorsitzeilde die Konstituierung der Kultussteuer-BezirkSkollegieil und der Schätzungskommission bekanilt; gewählt erscheinen: int 1. Bez. Dr. Leopold Kohn, Obmann, S. Heit, Obmann-Stelkverlrerer. Dr. I. Löivingcr, Schriftführer; int 2. u. 20. Bez. Adolf Schrämet, C., Mark. Bondh, O.-St-, Dr. I. Winternitz. Sch.; im 3. u. 11. Bez. Dr. Jak. Ornstein, O., Osias Juer, O.-St.,^Adols Unger, Sch.; iin 4., 5. u. 10. Bez. Adolf Lichlblau, O., C. Scliglliaitil, O.-St., Franz Frankl, Sch.; int 6. u. 7. Bez. Adolf Nosenbaum, C., Sam. Steiltet, O.-St., Leo Balier, Sch.; im 8. u. 0. Bez. Donak Zifferer, G. Bcttelheiiil, O.-St., Jakob Modern, Sch.; im 12. bis 15. Bez. Salvmon Beer, O., Sain. Mohr, O.-St., Alexander Hecht, Sch.; im 10. u. 17. Bez. Dr. Anton Löwy, O., Leop. Trebitsch, O--St., Äkoriz Pick, Sch.; im 18. u. 10. Bez. Anton Koretz, O., Jak. Fränkel, O.-St., Ignatz Katz, Sch. Die Schätzungskommission wählte: Z-nm Präsidenteil Herril Tr. Leopold Kohlt; zlim 1. Vize-Präsideilten Herril Wilhelm Kuffner; zimr 2. Vizc-Präsideilten Herrn Tonat Zifferer. Zu Schriftführern die Herren Tr. Jakob Ornstein und Adolf Schrmnck. Eilte voll Herrn Kulrusvorstcher Wilhelin Kllffuer gegebene Anregung, abändernde Beschlüsse des Knltnsvorskandes, betreffend die Bemessung der Kultussteuer, ben Bezirkstollegieil zur Kenntnis» zl! bringen, kvird dem Vertreter-Kollegium zur Beratung überwiesen. Sekretär kais. Rat Tr. Lieben referiert über deil Beschluß des Vertreter-Kollegiums, gemäß Ivelchcm die in Wien erfolgenden Anzeigen voir Austritteil aus dein Judentum den .Kuttlisgemeindcn der Geblirtsortc der Ausgetretenen zur Kenntnis zu bringen seien uild in geeigneter Weise dahin zll wirken wäre, daß sämtliche Kultusgemeiiiden in dieser Angelegenheit Reziprozität üben. Nach tätigerer Debatte, all welcher sich die Herren Kultusvorstcher Dr. Berger, Salo Kohn. Dr. Markus Spitzer, Eltbogen, Will). Kuffner, Vizepräsident Tr. Kohn, Kultusvorsteher Auspitz, Kultusvorst. Prof. Dr. Ehrmann und der Vorsitzende 1. Vize-Präsideilt Tr. Steril beteiligten, wird der Antrag des Vertreter-Kollegiums zilr Kelliltnis genommen. (Wir halteil dies für einett halben Beschlliß, solange nicht die Austritte aus dem Jildelltum öffentlich bekanntgegeben tverdeil. D. Red.) Des Weiteren referiert der Sekretär in Stiftungs-Angelegenheiten: Gemäß dem Anträge des Stiftungs-Komitees und des Vertreter-Kollegiums wird die Ignaz Thenmann'schc Heiratsausstat- ' tlillgs-Stiftling <1 Platz Illit K'. 26601 im Silllie des Stiftbriefcs, entsprechend dem Präsentationsvorschlagc der Allgehörigeil an ein mit dem Stifter Verivandtes Mädchen verliehcil. Der Antrag des Vertreter-Kollegiums auf Genehmigung des von dem Professoren-Kollegium der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wieil erstatteten Vorschlages, betreffenb die Znerkennung vcr Osias H. Schorr'schen Stiftuilg für Rabbinatsttnb Lehramts- Kandidaten (13 Plätze zll K. 600) all Hörer dieser Aiistalt, ivird angellommen mtb zur stiftungsbehördtichen Geilehliligung an die Statthalterei geleitet. Das Moriz Freiherr voll Königslvarter'sch Stipendium im Spitalc der israelitischen Kultllsgcmciitdc rilit dem Betrage voll K. 840 Per Jahr tvird auf Grund des ausgeschriebenen Konkurses uild gemäß dem hierüber erstatteten Referate der Spitals-Direktion auf die Dauer eines Jahres verliehen. Einen wichtigen Gegenstand der Tagesordnung bildete die Beratung über das neue Orgailisatiousstatut für die israelitische Versorgungsanstalt.' An das voil dciil Vertreter k. k. Balirat Theodor Ritter von Goldschrnidt erstattete Referat über die Vorlage des Vertreter-Kollegiums knüpft sich eilte eingehende Debatte, an welcher sich insbesondere die Herren Dr. Steiner, Salo Cohn, k. k. Oberfinanzrat Dr. Rappaport, k. k. Obcringenieur von Mises, Wilhelm Kuffner, Professor Dr. Ehrmann. Tr. Berger, Dr. Gustav Kohn und Tr. Alfred Stern beteiligen. Das Elaborat gelangt hierauf nach den Anträgen des Vertreter-Kollegiums mit einigen Abänderungen zur Annahme. Dem Bethausvereine Mikdosch in' at wird für das Jahr 1903 eine außerordentliche Subvention von K. 400 gewährt. Schluß der Sitzung halb 2 Ilhr nachmittags. Die Probepredigt im „Wissenschaftlichen Klub". Das Redeturnier im Leopoldstädter und Seitenstetten- Tempel geht allmählich zu Ende. Die zwei Kompromißkaudidateu Dr. Grün wald und Dr. F e u ch t iv a n g sind mit dem Resultate der Probepredigten gar nicht zufrieden. Von den bisherigen Proberednern hat hisher keiner schlechter gesprochen, c-ls diese beiden Günstlinge einer nur in Wien möglichen Clique. Wahrscheinlich ist es dieser Umstand und auch die Tatsache, daß das Publikum die aufdringlichen Werbeversuche des Dr. B l o ch und Konsorten verdrießlich von sich zu weisen beginnt, welche die gegenseitige Versicherungsgesellschaft „Bloch- G ü bemann" dazu veranlaßt hat, ihre Schützlinge noch einmal in Wien auftreten zu lassen. Und es ist charakteristisch, daß man Dr. Feuchtwang seinen wissenschaftlichen Befähigungsnachweis für den Wiener subalternen Rabbinerposten im „Wissenschaftlichen Klub" erbringen läßt, um ihn auf diese Weise auch von den il/9 Parade-Ariern des Klubs sanktionieren zu lassen, und daß Dr. Bloch, seinen alten Ochsenschritt gehend, Grunw ald in der „Union" seine Rolle spielen läßt. Dank den Mängeln des neuen Hausiergesetzes, wonach das Hausieren mit Versprechungen, Kompromissen und Prinzipien nur moralisch, aber nicht gesetzlich verboten ist, wird nun wieder an allen Türen geklopft mit der inständigsten Bitte, diesen vorletzten Akt der Komödie doch noch anzuhören. Am 2. März findet die Vertrauensmänner-Versammlung in der Rabbinerfrage statt und am selben Tage wird Dr. Feuchtwang seinen Vortrag über „Babel und Bibel" im „Wissenschaftlichen Klub" halten. Versteht ihr's? Wann« sinkt das Ansehen der Wiener Universität? Eine Frage, die stets auf der Tagesordnung ist. Jede Partei beantwortet sie auf ihre Weise. Die Professoren behaupten, das Ansehen der Universität sinke, weil nicht alle Millionäre werden; die „Teutschew" suchen die Ursache in dem Umstaude, daß es iu Oesterreich — stabische Universitäten gibt, die „N. F. P." behauptet, daß Lneger darau schuld ist. und Lueger behauptet natürlich, daß die Jude» daran schuld sind. Wir behaupten aber, daß unser „liberaler" (!!!) Unterrichtsminister Harket, daran schuld ist, ein echter Liberaler, der ebenso vor Erzherzogen und Pfaffen als» wie vor Journalisten und Abgeordneten seine Buckertu machen kann. Wir wollen seine jüngste, aber durchaus nicht einzige Heldentat erzählen. An dein Ersten chemischen Laborawrinm, das zur Universität gehört, imirde nach dem Tode des Prof Weidl die Kanzel frei. Während der Vakanz leitete der außerordentliche Prof. Herzig, der b i s h e r e r st e r A s s i - st e n t war» das Laboratorinm. Herzig ist ein anerkannter Gelehrter, aber — Jude. Infolgedessen wurde er nicht zum Nachfolger Weidls ernannt, obwohl er vom Professorentolleginm vorgeschlagen worden war, sondern der bisherige z >v eite Assistent, Prof. Wcgscheidcr, erhielt die Kanzel, obivohl er gar nicht unter ben Vorgcschlagcncn sich befand. Aber er tvar —- Chri st. So Imtvbe er der Chef seines früheren Vorgesetzten. Exzellenz Harket ist, wie erwähnt, ein erprobter Liberaler. Um diese Protektionswirtschaft ganz zu lvürdigen, muß man berücksichtigen, daß zufällig zu derselben Zeit an der Prager Universität derselbe Lehrstuhl frei war. Man hätte also Wcgscheider nach Prag und den Prager Professor nach Wien berufen tonnen. Dadurch hatte inan einem berdieiistbollen Gelehrten eine Kränkung erspart, wenn man ihm schon nicht Gerechtigkeit ividerfahren lassen wollte. Aber so was geniert einen Liberalen von echtem Schrot und Korn nicht. Bei Schivager Schrötter kommt dafür der Liberalismus Härtels ganz zur Geltung. Aber nicht nur ungerecht ist Härtet; er ist auch schäbig. Bis mnt waren cm dem Laboratorium zwei Assistcuten; Wcgscheider begnügt sich mit einem Assistenten und der österreichische Staat erspart jährlich eiltige tausend Kronen. Damit ist Oesterreich wieder einmal gerettet. Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Brigittenau". Sonntag den 1. März: Vcreinsabend im Cafe Kämpf, 20. Bez., Jägerstraßc 1.0, Vortrag des Herrn Arthur Freud „lieber ben politischen Zionismus bis zum 5. Kongreß". Beginn mn 7 Uhr abends. Gäiie willkommen. Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter, Wie». (Z e u t r a l e.) Tie am 22. Februar im Festsaale des Jüdischen Volksvereines stattgehabte Vorlesung ans jiingjüdischen Kunstschöpfungen nahm einen sehr hübschen Verlauf. Nach der Begrüßung der ziemlich zahlreich erschieueiten Mitglieder und Gäste gab der Obmann des Vereines Samuel Strauß eine kurze Uebcrsicht über die Bedeutung llud den Umfang der jübifdjen Kunst, deren Blüte mit der jüdischen Renaissance-Beweguug beginnt und einen immer größeren Aufschwung zu bcrzeichncu hat. Die bedcuteudsten Vertreter der jüdischen Dichtkunst kamen hierauf zum Vorträge, und zlvar: Morris Rosenf e l d , B i a t i l, B o r n ch o iv i t s ch , D o n n t h , E r d m a u n , Feiwel, 61 r ü »an, P e r e z , Rafaels, R o t h b l u in und Eli Sahn w i. Die Rezitatoren F r e u d , M o r g e n st e r u , Obernik, Q u a r t u e r , R o s c u z w e i g , R o t h b l u m und Strauß zeigten sich als vorzügliche Interpreten der jtmgjüdischen Dichtungen uild wurden für ihre glänzenden Leistungen durch stnriltischen Beifall der Zuhörer ausgezeichnet. Nach Schluß der Vorlesung tvurde auch des Jüdischen NatioualfondS gedacht ttnb für diesen Zweck Speitdeu gesammelt. Unter den Aulveseudeu befanden sich auch viele Dameit und Vertreter mehrerer jüdisch-nationaler Vereine. Die Baron Hirsch'sche Stiftung hat nach einer Mitteilung der „Oesterreichischen! Brennerei-Zeitung" auf ihrer nett angekallften Herrschaft in Siobodko lesna bei Kolmnca eine landwirtschaftliche Spiritnsbrennerci gebaut. Bei diesem Wut ist eine landwirtschaftliche Schule gegründet worden, deren Hörer theoretisch lind praktisch in ihrem Benufe gründlich' ausgebildet werden. Unbestreitbar fördernd wirkt hierzu auch die nette Brennerei, die höchst modern eingerichtet ist. Zur Bekämpfung der Wanderbcttclei. Wir haben am!Z. Februar 1003 einen Bericht! über die Ncgelung des Armenwesens gebracht, deri iin Prager Tagblatt vom :1b. Februar d. I. eine Antwort erhalten hat. Atlch nach der Ansicht des Ungenannten im Prager Tagblatt soll das Armenwesen bei uns Jtlden einer Reform bedürftig sein imd soll nun der Prager israelitischen Knltusgcmeinde- Ncpräsentanz eilt Entwurf für geregelte Armenpflege vorliegen. Es soll die not .w u ns seit lange in c m - Pfohle n e V e r b i n d u n g aller Wohltati g'keitsvereine zur Wirklichkeit werden — aber leider wi>e? Die diesbezügliche Mitteilung lautet: Die geplante Reorganisation der Armenpflege soll durch die Prager jüdische Killtnsgemeinde dnrchgcfnhrt werden, da dieses Organ leicht zu dem in Aussicht genommenen Zeutralorgane ausgestattet tverdeu kann. Nach dem Entwurf soll die Fürsorge sich auf hilfsbedürftige, arbeitsunfähige israelitische Arme erstrecken, die m i n d e st e n s ein Jahr u n n n t c r b r o ch c n i n Pra g tv o h n e n, sotvie auf mindestens 1 Jahr ununterbrochen in Prag wohnhafte, arbeitsfähige isr. Anne, Iveim sie Nachweisen können, daß sie sich redlich, jedoch ohne Erfolg »in Arbeit und eigenen Verdienst bemüht haben. Die Unterstützliiig anderer, ctiva durch die Assaniernngsnktion in die Vorstädte verdrängten Armen unterliegt der Beschlnßfassnng von Fall zu Fall. Sehr Ivichtig ist die Bestimmung, daß bei den arbeitsfähigen Armen die Unterstützung an eine vom Central-Organ angetviesene dlrbeit gebunden ist. Als ausübende Organe trerden fungieren ein bou der Kultnsgemeinde bestelltes Armenkomitee und die Armenpfteger, die in Sektionen von je 15 Mitglieder» eingeteilt find. Wenn wir den vor allem ins Auge springenden Punkt besprechen Ivollen, so finden wir es sonderbar, das;, während zu den mildtätigen Vereinen in Prag fast alle Knltusgemcindien von Böhinen beisteuern, die Unterstützung nur Hilfsbedürftigen zuteil werden soll, die ein Jahr lnnmterbrochjen in Prag wohnen! Also der reiche Jude, der vom Lande hellte nach Prag zieht, wird morgen zur Mildtätigfeit zll gezogen — sein armer Glaubensgenosse vom Lande muß jedoch m i n d c st c n §>< c i n I a h r in Prag wohnen, mn eine Nnierstützung zu erhalten. Welches Unrecht die Herren in Prag hiermit gegen die 200 Kultusgemeinden am Lande statniereir, läßt sich gar lllcht beschreiben! Wie ist es denn möglich, daß der Präsident des Bundes der Kultnsgemeinden von Böhmen, Herr Dr. Nosenbacher, der zugleich Knlttlsvorsteher von Prag ist, ein solches Unrecht gntheißen kann? Wie will er die Gutheißung dieses Beschlusses, der zmn Schaden der Ktiltnsgemeiriden a!m Lande verübt wri/rde, mit seinem Amte als Präses des Bundes in Einklang bringen? Werden die Herren Ausschüsse im Bunde iin Interesse der Klittnsgemeindeir am Lande diese so einseitige, nngerechtfertigte Beschlußfassung der Prager Ktittlisgem-einde sich ruhig bieten lassen? Wir wollen es abwarten! Jdnob. Der „Wiener Krcditvren-Vcrein" flcncit den Handelsstnnd iu Galizien. In Wien besteht ein „Kreditoren-Verein zum Schutze qeqen Insolvenzen". Nstm lveiß nllqenlein, lvic schwer die Geschäftslvelc durch ZahlnilgSeinstellnilaen zn leiden, tvie tief einschneidend sie von den dadurch bedinc,ten Kapitalsvertnsten zn dulden hat, insbesondcrS in Zeiten stagnierenden Geschäftsganges, nnter lvelch letzteren Handel und Industrie schon viele Jahre seufzen. Es ist daher gewiß nichts dagegen eiilZilwenden, es muß vielmehr gebilligt tverdcn, iveim der Kailfmamlsstand sich gegen Verluste bei Kridataren wehet, wenn er die Wahrung seiner Interessen einem Vereine anbertraut. Diese Jnteresseil-Wahrnehnning darf jedoch nicht tendenziös gehalten fein, sie sott nicht gegen eine gcloisse Klasse, gegen einzelne Probinzen und LandcSteile die Spitze richten. In diesen Fehler verfällt der Wiener Kreditoren-Verein alljährlich. In de» Jahresberichten bilden G a l i z i e n und die B n f o w i n a stets den Gegenstand bon mehr oder minder gravierenden Beschuldigungen gegen die Handelswelt dieser beiden Kronländer, Beschuldigungen, die jedoch einer objektiven Prüfung nicht Stand zu halten bermögen, insbesonders dann, tvenn die bergleicl)ende Statistik der Kridafälle mit anderen Kronländern zn Hilfe genommen tvird. In dem Jahresberichte für 1902 heißt es, die Fallimentstatistik für Galizien zeige sich gegenüber dem Vorjahre als recht n n g n n st i g, es habe daselbst eine e r h cbli ch e B c r m e h r u n g d e r Insolvenzen von 134 ans 178 inid iil deniselben Verhältnisse eine Steigennig des notleidend gewordenen Betrages von K. 1 254 048 ans .ii. 1 768 838 stattgefniideil. Als Konsequenz dessen wird über den galizischen Handctsstand mit allerhand Seitenhieben losgegangen lind eine scharfe Kritik geübt, deren Grundlosigkeit darzntlln sehr leicht fällt. Wir machen llns gewiß übertriebener Sachlichkeit schuldig, wellll wir bei der Widerlegung die Kreditverhältnisse in Galizien mit denen in Böhmen in Vergleich ziehen. ES ist absichtlich das größte und reichste Kronland gelvählt worden, um den odiosen Vorgang des Kreditoren-Vereins so recht ins Licht ztl stellell. llild mm zur Sache. Galizieit mit rund sieben Millionen Seelen tm'ist 178 Insolvenzen (134 im Vorjahre) mit einem Betrage von I 708 838 lK. 1 254 048) auf. Böhmen dagegen 174 Fälle (153) mit K. 1 610 653 (1 3-12 646). Außergerichtlich wurden geordnet in Galizien 113 Fälle mit K. I 132 663, die eine Durchschnittsquote von 47.9 Perzent liefern. In Böhmen dagegen konnten nur 62 Fälle mit K. 994 519 mit einer Omote von 54.6 Perzent außergerichtlich arrangiert werden. In Galizien wurde in 12 Fällen mit K. 149 766 ein Ansgleich innerhalb des Konkurses mit einer Quote von 40.6 Perzent (39.4) erzielt, in Böhmen dagegen in 16 Fällen mit K. 85 5t 4 mit einer Quote von 45.5 Perzent. In Galizien kmnen 4 Fälle mit K. 42 057 zur Alisschüttnng im Konkurse mit einer Tangente von 30.4 Perzent, in Böhmen tvurde bei 5 4 Konkurse» mir