Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 5 (30.1.1903)
- Date
- 1903-01-30
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Wien, Freitag Jüdisches Volksblaft HO. Jänner 1003 Seite 7 bürg wurde die Lesung und Deutung tum Delitzsch als die allerunwahrscheinlichste hiiigcstellt. Aber geben ivir ivirklich einmal zu, das; der Name den Babyloniern schon bekannt gewesen sei. Nehmen rächt auch manche Forscher schon seit 20 Jahren an. Mose habe den Nainen nicht erst nen verkündigt, sondern von den Midianitern entlehnt? Schlieszlich betveist der Name an sich noch gar nichts, cs kommt vielmehr altes ans die Gedanken an. die man mit ihm verbaild. In Babylon iväre nun dieser Gott Jahive einer nnter vielen geivesen, ohne jede besondere Vedentniig, etwa ein Sturm- oder Wettergott, ivie bielleicht der kananäische Jahn. Delitzsch freilich ist auch hier mit einer amt,; besonderen Schlußfolgerung schnell bei der Hand. „Also Jahive, der Seiende, der Beständiac, der nicht, ivie ivir Menschen, schon moraen ein Gestcrit ist, sonderit über dem in eiviaer Gesetzmäßigkeit prangenden Sternenzelt lebt nitd wirkt von Einigkeit zn Eiviakeit, dieser Jahive, eilt uraltes Erbteil der kananäisehen Stämme." Man fraat sich vcrivnndert, ans iveleher Otielle Delitzsch die Kenntnis des soeben frisch entdeckten babylonischen Gottes schöpft, und die Antwort lautet: einzig und allein ans der Bibel. Mit solcher Methode läs;t sich atlerdinas alles beiveisen. Wir kommen guut letzten Argninente. Nach Delitzsch lehrten in Babhlon freie und erleuchtete Geister offen, das; Neranl und Neüo, Mondaott und Sonnenaott, der ltzott Nammait nnd andere eins seieit in Mardnek, dem Gotte des Lichtes. Bis jetzt wußte man mir, znm ersten, das; die Babylonier in ihrem bunte» und iveit ausgedehnten Pantheon einen Hanptaott als Herrscher kannten, ivie auch die Griechen nnd Römer in dem ihren, Mardnek, den Sonnenaott, den Stadtaott von Babhlon. Das; das alles andere eher ist als Monotheismus, bedarf keines BeiveiseS. Weiter beobachtete man auch in der babhlonischcn Literatur, ivie in der indischen nnd anderen, das; die Sänaer nnd Beter von Hymnen nnd Vnßpsalmen, so iveit sie sich an eine einzelne Gottheit ivenden, dieselbe so apostrophieren, das; es scheint, als aäbe es neben dieser tvciier keine Gottheit. Aber am Schlüsse derselben Lieder kehrt, tver iveis; ivie oft, die Reflexion ans den unbekannten Gott oder die unbekannte Göttin ivieder, die der Dichter vielleicht außerdem noch erzürnt habe. Das ist dann .also doch abermals qcvrtbe das Geaenteil boit Monotheismus. Endlich ivnszte man, das; auch in der babylonischen Gestirn- Religioii die Gestirne bisiveilen mir als die Offenbarnng einer in ihnen sichtbar iverdende» göttlichen Macht anfgesaßt ivnrden, diejeniae Offenbarnng, an der man ihr Walten nnd ihre Absichten am deutlichsten beobachten könne. „Wenn der Stern des Mardnek im Anfgehen ist, ist er Nebo; ivenn er anderthalb Doppelstunden hoch steht, ist er Mardnek, ivenn er hoch steht, ist er Nibiru." Freilich beschränkte sieh diese Einsicht ans enae Kreise Eingeweihter, ist nur esoterische Wissenschaft, nie Geineinant des Volkes gewesen nnd geivorden und ivürde sich schon dadurch fundamental vom alttestamentliehen Gottesglanbeit tmterseheiden. Aber ist das überhaupt Monotheismus? Diese Verivechslnng ist ivohl der schlimmste faux Pas von Delitzsch. WIer sie sieh zuschulden kommen laßt, kennt doch kaum das A-B-C der Religionsgeschichte. Jenes ist die Form, die schon Sehellina und später besonders Max Müller als Henotheismus bezeichnet haben, eine dunkle Ahnung von der Einheit alles Seins oder eine religiöse Spekulation, die ivir in Indien ivie in Egypten und Griechenland aeradeso beobachten können, die ivohl zum philosophischen Pantheismus oder zum religiösen Polytheismus, nie nnd niraends aber ein Volk zum Monotheismus geführt hat. Dieser ist der Glaube, das; der eine Gott gerade außerhalb der Natur nnd ihr als der Schöpfer nnd Herrscher aeaeuüberstehe. Daher hat jene Geheimlehre auch die Babylonier nie vom Polytheismus anfivärtS ziehen können; vielmehr ist das Rad der Geschichte über dieselbe hinivegaeaanaen, während der biblische Monotheismus, damals der Glaube eines kleinen und verachteten Volkes, sich, ivenn schon in neuer Vertiefung nnd Beariindnna, bereits fast die Hälfte der Erde erobert hat. So sieht eS in Wirklichkeit ans mit der Vegründnna dieser neuen Hypothese, die als spielende Lösung der schivierigsten nnd iviehtiasten Aufgabe aller Religionsforschnng in die Oeffentliehkeit hinansging und sofort bald antikirchlich, bald antisenntisch in wirrem Durcheinander ansgeschrotet wurde, tzlngesichts dieser Laae der Dinge ivird man es begreiflich finde», das; bereits der erste Vortrag von Delitzsch in den Kreiselt der engeren nnd iveikeren Fachgenossen nicht die Begeisterung geiveekt hat, mit der ihn die breite Oeffentliehkeit anfnahm, das; er vielmehr ln mancher Beziehung peinlich berührt hat. Es ist zivar vielfach vertuscht ivorden, das; nicht nur mehr konservativ gerichtete protestantische Theologen ivie König, Oettli tmd Kittel, nicht nur ansgesprochen liberal-kritische ivie Bäntsch, Gunkel nnd Budde in voller llebereinstimnmng mit ihnen, nicht nur Orientalisten ivie Barth sofort energisch gegen den sieh plötzlich breit machenden Panbabylonisnms protestiert haben, das; vielmehr Delitzsch ebenso starten Widerspruch von Seite seiner engsten Fachgenossen, ivie Hoimnel, Jensen, Bezold, Hilprecht n. a., erfahren hat. Auch die ivenigen, die ihn mit ihrem Schilde zu decken suchten, ivie W nickte r nnd Jeremias, haben mehr eittschtildigt, als seine Position verteidigt; ihre Schriften liefen vor allein auf die Erspähnng von Blößen hinaus, die sich die Gegner von Delitzsch hie nnd da in ihrer Polemik gegeben hatten. Eine ganz spontane Kundgebnng auf dem Orientalistenkongresse anläßlich des Vortrages von Merx zeigte, welches die allgemeine Stimntnng ttnter den Gelehrten sei. Nun hat Delitzsch dem ersten einen ziveiten Vortrag folgen lasse», ist dabei auf die inzwischen wider ihn erhobenen sachlichen Einwände fast taub geblieben nnd ans der einmal betretenen Bahn noch weiter gegangen. Ein abschließendes Urteil ivird man natürlich anfschieben müssen, bis auch dieser Vortrag gedruckt vorliegt. Aber das ivird man schon ans Grund der bis jetzt in die Oeffentlichkeit gedrungenen. Einzelheiten sagen können, das; die ivissenschaftliche Bedeutung des Vortrages, sobald derselbe das engere Fachgebiet verlässt, keine größere zu sein scheint als die des ersten. Wer gegen das Faktum einer göttlichen Offenbarnng in der Bibel mit dein Hohenliede, mit vermeintlich blaspheinischeit Stellen in dein (dramatisch anfgebanten) Buche Hiob und mit dem Zusmmnenivachsen der lleberliefernng ans verschiedenen Quellen argumentiert, der ist ivohl gerade hundert Jahre zu spät ausgetreten. Es gab eine Feit, da die Theologie aller Konfessionen in der ganzen Bibel eine unmittelbare nnd unfehlbare göttliche Offenbarnng sehen zu müssen glaubte, und dieser gegenüber ivaren derartige Argumente am Platze. Aber seitdem cs eine ivissenschaftliche Theologie gibt, ivclche die zeitliche, menschliche Schale von dem eivigen, göttlichen Kern zu scheiden ivciß, haben solche Arglimentationen ihren Wert verloren, lind ivenn Delitzsch, plötzlich sogar zum Dogmatiker werdend, ans die Offenbarung in seinem Herzen verwiesen hat, die eine geschriebene unnötig mache, so hat er ivohl nur in dein Augenblicke vergessen, ivoher ihm jene stammt. Wir stehen am Schlüsse. Die großen Verdienste Delitzsch', den ich als meinen Lehrer hoch verehre, sollen geivis; nicht verkleinert ivcrden, er ist und bleibt ans seinem Gebiete eine der hervorragendsten Koryphäen. Und auch diesen seinen Vorträgen muß nicht mir der Belennermnt uaehgerühmt iverden, sonderit auch das Verdienst, die geistigen Schläfer einmal gründlich ans dem Schlafe geiveekt zu haben. Ebensowenig kann ein vernünftiger Mensch die großen kulturellen und auch religiösen Beeinflnssniigcn, die Israel durch Babylo» erfahren hat, leugnen. Aber das innerste Geheimnis der Religion dieses Volkes erklärt der Versuch von Delitzsch cbensvivenig, ivie die früheren, jetzt schon fast vergessenen Versuche, den Monotheisinns auf die Reform Chneitatens in Egypten ,zurück,znfiihren nnd anderes. Schließlich läßt vielmehr jeder derartige Vergleich nnd Versuch immer erst recht die Religion der Bibel in ihrer einzigartigen Stellung erscheinen. Was ist die ganze religiöse Literatur Babylons gcgeit eilt einziges Buch eines Propheten ivie JesajaI Der felsenfeste Glaube mt den einen heiligen tind gnädigen Gott Himmels und der Erde, der sieh zu dent Menschen herabgelassen hat, iveleher tnis liier auf jeder Seite cnkgegentrikt, Babylon hat ihn ivohl gesucht, aber trotz seiner unendlich iveit überlegenen Kultur nicht gefmiden. Es tväre traurig um die biblische Religion bestellt, ivenn sie derartige Kritiken tind tvisscnschafkliehe Versuche ihrer Herleitnng nicht vertragen könnte. Aber eine größere Vorsicht, Gründlichkeit und methodische Vesomtenheit iit der Aufstellung solcher Hypothesen, ivelche tief in Vorstellungen hineingreifeit, die Millionen voit Menschen heilig sind, iväre allerdings künftighin dringend wünschenswert. WidrigeitfallS ivürde sieh die so hoehbedentsame Assyriologie von neucnt dem Vorivnrf atissetzen, der gegen sie schon einmal vor dreißig Jahren erhoben ivnrde — damals allerdings vom entgegengefetzten Staitdpmtktc aus — daß sie nämlich zu einer Sensationsivissenschaft ausarte, die nicht immer und überall ernst zn nehmett sei. Pros. Dr. Ernst Sellin. Emgeserrdet. Mein Statt spnnkl.*) Gerne ergreife ich die Gelegenheit, in den Spalten dieser verdicnstvollelt Blätter eine Aeußernng über meine Rede abzugeben, die ich im Parlantente anläßlich der Debatte über das Einwanderungsgesetz gehalten habe. Es tväre Wohl zweifellos am richtigsten gewesen, meine Rede ihrem ganzeit Inhalte nach ztt veröffentlichen, weil ich dadurch in eingehendster Weise die Verleumder und Mißgönner hätte entlarven können, die mit voraus berechneter Planmäßigkeit auch gegen dieses »teilt letzteres Auftreten getrachtet haben. Der Text der Rede ivürde jedermann davon überzeugt haben, ivas der Zweck uteiner Rede ivar tind von iveleher Verfassung ich geleitet ivard, als ich das Wort ergriffen hatte. Aber die Angriffe hätten auch so znrüekgewiesen iverden müssen. Das will ich jetzt tun. Das ungarische Einivandernngsgesetz ist kein konfessionelles Gesetz. Keine einzige Zeile desselben ist konfessionell. Seine Bestimmungen besitzen sogar ivedcr den Charakter der Ausnahme, noch den der Konfessionalität. Diese gute Eigenschaft des Gesetzes habe ich bereits bei der Verhandlung int Jnstizanssehnsse hervorgehobcn nnd dies ivar gerade der triftigste Grund dafür, daß ich mich für Annahnte dieser Vorlage erklärte. Die meisten Dispositionen des Gesetzes ivaren schon im Verordnnngsivege vorhanden. Das Geineindegesetz vom Jahre 1 SSO, die darauf bezügliche ministerielle VollzngSverordnnng nnd das AbschiebnngSreglement haben mich bisher schon einesteils die Niederlassung in der Genteinde oder im Lande an bestimmte Bedingungen geknüpft, andererseits den Fremden, der für wirtschaftlich oder moralisch gefährlich gehalten ivnrde, der Ansiveisnng, selbst der Abschiebung ansgcsetzt. DaS gegenivärtige Gesetz hat das Recht der Fremdenverordnnng auf legislatorischem Wege der Vollendniig entgegengeführt. Es statuiert dasjenige, ivas jeder moderne Staat in seinem Fremdenreehke fesksetzt, nichts anderes. Ein alberner Politiker iväre dentnach derjenige, der selbst mit der konfessionellen Richtung hervorstürzen oder gar dem Gesetze vom jüdischen Standpunkte ans opponieren ivürde. Der Jude, dessen Lage überall nur die großen Prinzipien der Rechtsgleichheit gehörig sichern können, kann niemals zn einer AnsnahmSpolitik greifen oder sich an die Vorteile einer Ansnahmsgesetzgebmig ivenden. Wenn ein für jedermanii in gleicher Weise obligatorisches Gesetz geschaffen ivird, dessen Strenge, aber auch verfassniigSmäßige Garantien ebenfalls in gleicher Weise auf alle übergehen, dann kann nnd darf der Jude nicht anfsehreien, ivenn auch er von diesem Gesetze in geivissen gegebenen Fällen getroffen ivird. DieS find die allgemeinen Gesichtspunkte, die mich geleitet haben, als ich das Wort ergriff. Es ist ivohl tvnhr, daß das Einivandernngsgesetz auch die Einivandernng der Inden berührt. Jawohl, es berührt sie. Aber es stellt nirgends ein Verbot auf. Ter christliche nnd der jüdische Fremde in ns; in gleicher Weise den gesetzlichen Bedingungen entsprechen, so er das tut, ivird er in llngarn anfgenonnnen. Ttlt eres nicht, dann ist es klar, daß er sieh vom Staiidpnnkte des allgemeiiien Gesetzes bei uns nicht niederlassen kann. Wenn dem nun so ist tind man ans die wirtschaftlichen Nachteile der Einivauderungen nnd auf die durch die bisherige übermäßige Znströmnng hervorgernfenen abnormen Siknationen hinweist, kann da etwas anderes unsere Pflicht sein, als die mißliche Lage anznerkennen, jedoch nur zu dem Zwecke, damit ivir uns dmut, ttnter Zurückweisung der Gehässigkeit, tut Zeichen der Humanität zur Abhilfe vereinigen. Vier Momeitte gibt es tu meiner Rede, die ich der Aufmerksamkeit der Verleumder und namentlich der Kurzsichtigen tmd von bösem *) Einem direkten Wnusche des Ab«. V i s o n t a i entsprechend, bringen wir folgenden Rechtfertinungsversnch desselben, nach dem Grundsätze: Audiatur et altera pars. Wir behalten uns vor, nuseten Standpunkt in der nächsten Ntunmer zu entwickeln. Die Redaktion. Willen dnrchdriingcnen Berichtcrslailer des „Pestcr Lloyd" und des „dienen Pesler Journal" empfehle. Ist doch infolge ihrer Berichte die Verleumdung in der konfessionellen Presse ciitstaiiden. Folgende sind die vier Momente: 1. Ich habe in meiner Rede die Generalisiernng der obernngarländischen Zustände auf die gesamte Jndensehaft znrnckgeiviese». 2. Ich habe darauf Hingeiviesen, das; eine der Hanptnrsachen der Entstehnng geivisser llebelstände mir die Staatsverwaltung ist nnd das; es die Jndenschaft selbst ist, die sich ans zahlreicheit Anlässen an die lllegiernng nm Abhilfe geivendet hat. Ich wies darauf hin, das; auch die in den oberen Gegenden ivohnenden Inden auf die staatliche Siibventionierniig angeiviesen sind nnd das; man diese Unterstütziingsbedürftigen in die agrarischen Beschäftignngeit cinbeziehen muß, ivie dies der „Jsr. Ackerbanverein" selbst verlangt. Dieser Verein hat sich selbst an den RegiernngSlommissär Egan liehnfs Ausarbeitung eines einschlägigen Elaborats geivendet nnd Egan begann diese Arbeit mit der bcimindernsiverten Objektivität: er zergliederte die Frage, ob die jüdische lliasse gegenivärtig der Vodenknltnr zngezogen iverden kanin^ Diese Arbeit hak Egan zuletzt dem Oberhausmitgliede Herrn Sigmund Kornfeld übergeben, der mit einer bekannten tiefen tind iveisen Einsicht mit Egan selbst über diese Frage verhandelte. Welche Ilnvernniifk und Tölpelhaftigkeit gehört dazu, mir Vorztiiverfen, ivarum ich vor dent Parlamente diese edlere Tätigkeit Egans hervorgehoben habe! 4. Ich habe die Lage der rumänischen Inden vor dein Parlamente ausführlich geschildert. Ich ivies dasvertragsividrige Verhalten Rninänieiis vom Staiidpnnkte des Berliner Vertrages nach und verlangte Anfklärnng darüber, ob die ungarische Rectieeinig hinsichtlich der amerikanischen Zirknlarnote in gehöriger Weise ihren verfassungsmäßigen nnd gesetzlichen Einfluß bei dem betresfettden Einschlüsse des Ministerinms des Aenßcrn geltend machen ivird. Freilich gegen die geselzividrige Interpretation Koloman Szells hatte» die LloiidS nnd Journals nichts einznivcnden. Sie lärmen nur insolange, als nicht von Machthabern die Rede ist. Mich können sie leielit angreifen, aber ihr Mut nnd ihr prahlerisches, jedoch nnanfrichiiges jüdisches Gefühl fällt ihnen in die Hosen, so sie sich einem Minister gegenüber befinden. Dies die kürze Skizze meiner Reklaination. Ich kann auch noch hinznfügen, das; ich ebenso, ivie ich jetzt meine Stimme im Interesse meiner ans Rnntänien vertriebenen unglücklichen Glanbensgenossen erhoben, dies auch stets anderivärts getan habe, wo es sich darum handelte, für unsere bedrängten Glmibensgenossen, für unsere ini dlnslandc verfolgten Brüder ein Asyl zn schaffen. Jedoch bat soivohl Ungarn selbst, als auch seine Jtidenschaft, ihre eigenen wirtschaftlichen Uebel. Wer würde cs wagen, auf das Fornin hinanszntreten, tim zn verkünden, das; wir tmter den gegebenen Verhältnissen nur für die jüdischen Einwatiderer Ansnahmsvegünstignngen verlangen sollen? DaS Gesetz ivnrde für jedermann gleich geschaffen.. Ich musste gelegentlich meiner Unsführtmgen gleichmäßig als Ungar ivie als Jude meine Pflicht erfüllen. Mit diesen Ansführnngen imtrde ich von der Unabhängigkeits- Partei betraut. Möglich, das; mein Können nicht im Verhältnisse zu meinem Wollen stand, aber das; mein Wille gtit war nnd das; mich auch diesmal die warme Einpfindnug für meine Glmibensgenossen leitete, bezeuge ich vor Gott nnd der Welt. Wer das Gegenteil verkündet, ist eilt Verleumder. Auf tneiner Politischen Karriere trateit mir schon viele solche Verleumder etttgegen. Ich schob sie beiseite oder ich wich ihnen ans. Dies ist auch jetzt »teilt Prinzip. Budapest, 20. Jänner 1003. Dr. Visa n tat S o m a, Reichstagsabgeordneter. . NMteMmWw am dem WMlknm. Herr tind Frau Sch. Landau nnd Herr nnd Frmt Jacob Horoivilz in Krakau geben die Vermählung ihrer Kinder Moses nnd Celina bekannt. Tie Wahrheit unterwegs. Den mannigfaltigen Geschmacksrichtnngen der tanzenden Herren- und ^Damenwelt kann nur ein großes Unternehmen entsprechen. Ballschnhe in der feinsten^und c'teaantesten Anstübrnng besorgen jetzt alle Stände bei der Firina Michelstädter, da die überraschend billigen Preise von der Fabrik in jeder Sohle eingevrägt sind, ivas allgemeinen Anklang findet. Niederlagen : R o t b >' n t h n r m st r a ß e 19, M ariahilferst r a ß e 03 "nd e n b a n g a s s e 67. äoäVerernsst'ür unentgeltlich. Arbeitsnachweis. Oer Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (T p 1 t* p!i o n Nr. 13.920) \" o r n merkt sind:!. Klasse : Mannelle Arbeiter. 0 Anstreicher, 12 Anfpapper, G Bäcker, 6 Buchbinder, 1 Kartonagearbeirer, 4 Drechsler, 0 Elektromonteure, 0 Fleischhauer, 2 Friseure, 4 Glaser, 8 (Ooldarbeiter, 80 HanSkneehte, Geschäftstind Bureaudiener, 46 Hilfsarbeiter, 1 Hntmacher, 2 Kellerarbeiter, 7 Kellner, 3 Kutscher, G Kütnfbnrschen, 7 Lehrlinge, 3 Magazineure,! Maschinist und Heizer, 3 Nietallarbeiter, 10 Monteure, 3 Ni enter und Taschner. 34 Schlosser, 32 Schneider, 11 Schuhmacher, 1 Schriftsetzer, 18 Spengler, 1 Steinmetz, 17 Tapezierer, 16 Tischler, 10 Uhrmacher, 3 Zeichner, 2 Zimmermaler, tüchtige und perläsrliche Hanshesorger. II. Kla-sae : Ke,.:f<näf'nioohe Anneatellte 4 Brauntiveinversehleißer, 24 Buchhalter und Korrespondenten, 106 Kommis diverser Branchen, 62 Kontoristen und Strazzisten, 3 Inkassanten, 13 Kanzlisten tmd Schreiber, 7 Manipttlanten und Expedienten, 10 Platzagenten nnd -Vertreter, 39 Praktikanten, 12 Reisende. Wc-ibliclio Abthoihtnq. 7 Bonnen und Kindergärtnerinnen, 78 Kontoristinnen und Kanzlistinnen, 2 Kravattenztischneiderinnen, 13 Expedientinnen und Manipulantinnen, 8 Hilfsarbeiterinnen, 1 Kassafränlein, 2 Modistinnen, 1 Näherin, 13 Praktinkaittinnen, 9 Schneiderinnctt, 48 Verkäuferinnen, 4 Verschleißerinnen, 10 Wirtschafterinnen tind Stützen der Hansfratl. III. Klasse: Geistige Arbeit. 47 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten tind Realschüler tmterrichten), 3 Lehrerinnen tmd Erzieherinnen. Offene Stellen. Von männlichem Personal: Mehrere Kommis der Spezereibranche, mehrere Kontoristen mit Französisch und Italienisch, 1 Buchhalter mit böhmischer Korrespondenz, mehrere Lager- und Kontorpraktikanten. Von weiblichem Personal: 1 Sitzkassierin, jung, für solides Kaffeeehaus.