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Jüdisches Volksblatt · 1903-01-16 · 3 (16.1.1903) · page 1

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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•4' ♦ n/3. Leopoldsgaffe 48. CpveAftmAeii: Sn Mv^entazen von 8 613 4 Uür nachwittagr. p^abitff«: ASdifchr» SsUSdlM, Wie«, IP8 Mesrhwrrdrn «ege» verMteter oder gar nicht erfolgter gupellrma ervitten wir »ll< dringend. - Matmserwte tserSe» nicht zmÄrgeftrllt. Postfparcafsw-«mNo g»70»7. Sn da« «vonnmunt kann man tLglich etntretrn. ErfchM jede« KÄsz MxLL« MkAviLSnms vom MriMsn VolK»- vMLirr MwZtzUrrr MrssromMifffon. ^8«fer«te übernehmen bStffttmctt I. Dannederg» Nt. DukeS, Hassen« klein * Kogler. Rudolf Nasse. S. OhptUr, M. Po-fonyi, «. Schalet tn Wen. ferner alle Almoncen-Lrpeditionrn im NuSlande. »dminiffratton: II/8. Leopoldsgaffe 49. Tetephon-vr«. 14798 Abonnruretttspreis r Telephon-Slr. 14723 Für «Sie» tu QeNerrrich.Usgars fammt Arancoznflellung. Ganzjährig ' »ldjährtg ierteljährig. Für da» gefammte AnSlan» fammt Franeozustellung. Tanzjährig . Halbjährig . iüterteljährig JU. 0- . 4.50 1 »2S 8i»W«l-R>ri«Wer in Wie« IT Heller« Mir«. 16. Jänner 1903 <17. Teilet«, 5663). rsttynn « nUfiRSWl >' äSBS&ilr**! V. Jahrgang. Zur Eröffnung -es Reichsrales. Ohne Hoffnung, ohne irgendwelche Erwartungen blickt die Bevölkerung Oesterreichs und besonders die österreichische Judenschaft auf die Wiedereröffnung des Reichsrates. Mail verlernte es gründlich, von diesen Volksvertretern etwas zu erwarten; die hjippvikralischen Züge des gegenwärtigen Scheinparlmnentarislnus werden ja stets sichtbarer, Moderluft wcht entgegen aus den Prachthallen am Franzens ring, das „drohende Gespenst des Paragraphen 14" nähert sich immer mehr. Man spricht bereits von A n f l ö s u n g des Reichsrates, von Oktroyierung eines Sprachengesetzes, des ösiereichLsch-ungarischen Ausgleiches, ja sogar einer neuen Geschäftsordnung rmd eines anderen Wahlgesetzes. Mögen alle diese Gerüchte verfrüht sein, sicher ist es, daß ein radikaler Systemwechsel in beiden Reichs- Hälften nur eine Frage der Zeit ist, daß dar zis- und transleithanische Parlnineutarismus, daß die gesamte Verfassung der Monarchie einer vollständigen..Neugestaltung bedürftig sind und derselben auch entgegengehen. Das bevorstehende Scheitern der Ausgleichsikonferenzen zwischen den deutschen und tschechischen Deputierten, sowie der Widerstand, .welcher gegen den österreichisch-ungarischen Ausgleich in beide n Parlamenten bevorsteht, wird den Bankerott der jetzigen Verfassung befchleimigen. In dieser ernsten Zeit ist os wirklich ein heiterer Scherz, wenn vom 9. Bezirke in Wien aus die Galvanisierung der „Deutsch-Freisinnigen", der S ch e i n liberalen neuerlich versucht wird. Der a l t e Liberalismus ist zugrunde gegangen, an seiner unaufrichtigen Nationalitäten- und Judenpolitik und seinen wirtschaftlichen Sünden, er hat gezüchtet den Charwinismus und Jrridentismus in nationaler, die christlich-soziale Bewegung in wirtschaftlicher Hinsichtder Raffen- und ö konomische Antike m i t i s m u s sind die entarteten Sprößlinge der scheinliberalen Politik bei Deutschen, Slaven und Magyaren. Und von dem Wiederaufleben dieser Parteipolitik erwarten noch immer tausende Juden ihr Heil!! Es ist unglaublich, aber doch ein traurige Tatsache! Jener „Deutschliberalismus", der nur den äußersten rechten Flügel der h a l b antisemitischen deutschen Volksparteiler und der ganz und gar a n t i s e m i t i s ch e n Mdeutfchen Wölfischer und Schön e rer ' scher O bfervanz bildet, soll den christlich-sozialen Antisemitismus^ in der Einbildung der assimilatorischen Juden vernichten. Spurlos sind die letzten 20 Jahre an diesen merkwürdigen Politikern verloren gegangen, sie haben wahrhaft nichts gelernt und alles vergessen, die assimillatorischen Juden und ihre Gesinnungsgenossen im deutschen und tschechischen Lager. Eine traurige Illustration dafür bildet die Haltung der I u n g t s ch e ch e n, sowie der „Deutsch-Radikalen" anläßlich der heutigen deutsch-tschechischen V e r st ä n d i g u n g s k o n f e r e n z. Gewiß sind die Vorschläge der Regierung nicht fehlerfrei, aber als Grundlage neuer Verhandlungen zwischen den streitenden Teilen darum geeignet, weil sie ja der Modifikation zugänglich sind. Keineswegs ist die Haltung der tschechischen und deutschen Chauvinisten zu rechtfertigen, für welche die N a t i o n a l i t ä t e n h e tz e Lebenszweck bildet und die aus purer Skandalsucht im Wiener Abgeoduetenhause neuerlich mit Obstruktion drohen. Tschechen und Deutsche sollten begreifen, _ daß durch die Regierungsvorlage jeder Teil an sprachlichen Rechten bereichjert wird, keinem ettras genommen wird und in der Vorlage ferner jede r Teil eine Annäherung an sein Anschauungen finden kann. Rur haben beide Teile sich einen wesentlich anderen Maßftab ZurechtgÄegt. Die tschecksischen Chauvinisten wollen keine deutsche Verständigungssprache, sondern — tschechisieren, und die deutschvol'klichen, all- und o stdeutschen Exnltados wollen germanisieren. Auf dieser Basis gibt es allerdings keine nationale Veösiändigung in Oesteveich, sondern nur den Zusammenbruch des Parlamantarismus und den Paragraphen 14 in Permanenz. Elue JrrdeÄ ÄatLe im mrgarischeu ReichAa-e. Gelegentlich der Gcsetzesvorlage über die .„Cn«wander«u«g"! haben sich im ungarischen Parlamente während der Generaldebatte die Redner, sowohl die der „Kosfuth"- als auch die der „Volkspartei" bestrebt, mit ihrer judcnfeindlichei« Gesinnung öffentlich zu demonstrieren. Dafür herrschte in den Reihen der Regierungspartei tiefes Schweigen, nur einmal erfolgte ein Zwischenruf von einem sich nennenden Juden und eine Zustimmung von einern Judenstämmling. Der Verlauf der Ge««eraldebatte «var folgender: Der Referent Ladislaus N y e r g e empfiehlt mit einigen Worten die Vorlage. Dann begann der Reigen Franz Bazath, der die Vorlage aülehnt, «veil dieselbe das Kontrolrecht der Negierung nicht sichert. Seiner Ansicht nach müssten die staatsgefährlichen Elemente des Landes und nicht bloß des Ortes verwiesen werden, wo ihre Umtriebe offenkundig geworden sind. Als ein großes Gravamen erachtet er die Bestimmung der Vorlage, durch welche den Städten das Recht zur Konzession der Niederlassung entzogen vird. Redner verlieft dann Steller« aus der Munkacser Red« veiland Egaus und aus einer gegen eine Rabbinerwahl emgereicheu Appellationsschrift der Munkacser isr. Gemernde, welche abfällige .'lcußerungeu über die aus Galizien eingewanderten Elemente ent-, falten. Der Vizegespan des Bereger Komitats habe der Negrm^mg rorgeschlagen, die Religionslehrer, welche keine ungarischen StaMsrürger sind, entfernen zu lassen. Statt dessen ergänzt die Reitmmcr die Kongrua nichtdiplomierter Rabbiner, die auch nicht unarische Staatsbürger sind. (Lärnn bei der Volksparte«.) Negier fätte eine Vorlage gewünscht, aus welcher zu ersehen Ware, daß Ker- :er und Galgen derjenigen harren, die mit Tendenzen sst. uns romnen, wie diejenigen der galizischen Einwanderer. (Beifall dev ^Der zweite Redner war Baron Edm. Solymossy, der gekannte Agrarier, nimmt die Vorlage an und schließt seinen langweiligen Vortrag mit der Hoffrmiig, daß die Exekiltivbehorden gewiß die „größte Strenge iverden walten lassen'. Der Abgeordnete Samuel V i s o n t a i, der dev Geburt nach noch Jude ist, bat, seine Rede morgen mn 10. halten zu dürfen und das Haus gestattete dies. Der Inhalt seiner Rede ist folgender: Er will die Vorlage von dem Gesichtspunkte beurteilen, ob die den heutigen Auffassungen entsprechenden Dispositionen des Fremdenrechtes und der -Polizer in dem Entwürfe enthalten sind und ob dieselben dem Zwecke entsprechen. Nach einer Schilderung der historischen Entwicklung de» Fremdenrechtes i«nd der Fremdenpolizei, bei welcher das eritscheidcnde Momeiit stets in der Förderung der Eigengüter und -Zwecke gelegen war, erklärt Redner, daß er hinsichtlich des Zweckes den Vorlage einigermaßen abweichender Ansicht sei als Buzath, indem er als das Ziel der Vorlage zum Teile die Kodifizierung der bisherigeii Rechtsnormen, zum Teile die Aufstellung von Schranken gegenüber dem Hereinströmen tvirtschaftlich schädlicher Elemente durch Verschärfung dieser Normen erachtet. Die Sanierung jener Aebelstände, auf welche Buzath hingewiesen, liege mitzerhalb des Rahmens der Vorlage. And weil er also die Vorlage unabhängig von allem Beiwerk beurteile, müsse er dieselbe, im Gegejatz zu Buzath, akzeptieren. Die Abstellimg der von Buzath geschilderten Uebelstände, welche in Nordungarn durch die Umtriebe der dorthin eingcwanderten, in moralischer Hinsicht von uns abweichenden Elemente verursacht würden,,sei seiner An-? ficht nach keine konfessionelle Frage. Buzath irre sich sehr, wenn er glariben machen will, daß zwischen diesen Clemens teii Uiid den u n g a rischen Juden ein Gefuh l d ei Solidarität b esteh e. Darin, daß der Wucher in Nordungarn zunchme und daß die Behörden nicht entschieden genug gegen deriselben anftreten, müsse er Buzath beipslichten. Egan habe in seinen Werken den Beweis dafür erbracht, daß man diesen Uebelständen abhelfen müsse, ohne konfessionelle Momente in die Aktion einzuslechten. In seinem letzten Werke habe sich Egan mit , de« Lösung der Frage befaßt, inwieweit es möglich wäre, die dortigen ärmereii jüdischen Eleniente zum Ackerbau zu gewöhnen. Was die Vorlage selbst betrifft, so gestehe er, daß manche der Bestimmungen das Recht der polizeilichen Einmischung über, Gebühr ausdehnen und dieserhalb Bedenken zir erregen geeignet sind. Er kündigt in diesem Belange Modifikationen für die Spezialdebatte an, und macht die Annahme der Vorlage in dritter Lesmrg davon abhängig, ob diese scirre Modifikationen der Zustimmung der Regierung begegnen werden. Redner kommt sodann auf die Einwanderung der rumänischen Juden git sprechen und verlangt, daß Ungarn sich dagegen nicht nur durch grenzpolizeiliche Maßnahmen, welche ihren Zweck AKti-Sombart. Merrn man Inden nicht kennt, so erfindet man sich Juden. Das „Jüdische Volksblatt" veröffentlichte jüngst, getreu dem Grundsätze, jeder ernsten Kritik des Judentums Raum zu geivähren, eine Arbeit des bekannten Nationalökonomen Werner Somb a r t, in der er den Einfluß des jüdischen Elementes ans das Wirtschaftsleben Deutschlands enüvickelt. S o m b a r t erklärt klipp und klar, daß man „d t,e E x i st e n z j ü d i s ch e r W i r t s ch n f t Ss n b j e k t e a l s , e i n e rt, d e r größten Vorzüge anerk e n r« e rr muß, über die dieses L a r« d i n ethnis ch e r B e z i e h u rr g verfüg f. W e rr n der Jude n i ch t e Kiffte r t e , m ü ß t e m a n i y n e r f i n d e n." Fnrlvahr,!vir könnten mit diesem Lobe zufriederr sein, und doch wird jeder nationale Jude die Begründung dieser These durch Sombart als einen Schlag iirs Gesicht crnpfinderr. S o m b a r t ist Anhänger der M i s s i o n s i d e e. Aber tvelche Mission dichtet er dem Jnderltnm an? „D e n U e b e r g a rr g z u m K a p i t a l i s m u S z rr b e f ö r d c r n!" sagt Sombart wörtlich. Nun,!vir rnüssen vom nationalen Standpunkt diese Mission ebenso ablehnen wie die andere: „die ganze Welt mit Tugend und Weisheit zn beglücken". Es verlohnt sich der Mühe, psychologisch und historisch zu untersuchen, wieso ein umfassender rmd vorurteilsloser Geist Ivie Sombart zu dieser falschen Ariffassuug kam. Der Grruid liegt klar zutage. Sombart ist sonst durchaus nicht gläubiger Marpist; er hat sich vielmehr einen iltuf durch seine unabhängige Geistesrichtrmg begründet. Aber auf diesem Gebiete läßt er sich drrrch die Autorität eines Marx blenden; als Nasseufremder folgt er gerne auf imbekanntem Boden den Spuren eines Mannes, den, er bei ,aller .üwitik bervnndert rmd bei denr er, wenn auch iricht Philosemitisums, gewiß keinen Antisemitismus voraussetzt. Er rreuut ihir den größten Juden des 10. Jahrhunderts; lvir müsseir vom volklicheu Staudpuirkt dieserr Ehrentitel einem M arx verweigern. Die rnoderire Forschung bestreitet, je ruehr sie die orgauisaiorische ruid agitatorische Größe dieses Mannes arrerkeirirt, ruusomehr feine lv i j s c r« s ch a f t l i ch e Originalität und Bedentung. Marx Skarm einem, H e i n, e. eineirr D i s r a e l i, ja selbst eirrem Lassalle Len Platz rircht streitig mackieir. Er bietet uns höchstens das tragische Bild, waS er hätte iverden können, hätte er rricht selbstvergessen die Wurzeln seines Weserrs verleugnet und die Stirmne sLines Blutes verhöhnt; der Mann kann nicht der größte in Juda sein, der, pochend auf seinen Laufschein, seinem Volke dialektischer: .Kunststück e zuliebe nachsagt: „Welches ist der weltliche Zug des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher." Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld." Marx war ein Rheinländer; die düstere M ä v t y v e r g e s ch i ch t e der rheinischen Juden hätte ihm, werm sorrst nichts, eine mrdere Wertung des Judentums eingeben rrrüssen. Aber leicht verständlich ist es, daß dieses Urteil eines Auchjndcn verivandte Saiten in der Brust des Ariers Sonibart erklingen ließ; die Nassengegensätze rührten sich und lvenn man schon die Vedentrnrg des Häufleins Semiten für die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands zugeben muß, so ist die Versuchung zu groß, ihr rrach berühmtem Mrister eine schuuitzige Dcntrmg zu geberr. Die Dentnng deö jüdischen Atationalcharakters durch der: „eigenen grüßen Stamluesgeuosseu" (d. i. Marx) erscheint Sombart nicht völlig getreu, aber doch die tvesentlichen Satten des jüdischen Wesens, lvenn auch stark stilisiert, richtig iviederzugebeu. Der Ernst deö Forschers sträubt sich ohnelveiterS, über eine Rasse von der Beder«- tuug, Ivie die jüdische, ein Urteil zu fällen, das in dem Munde — eines Stöcker, Schönerer oder Ernst Schneider rricht weiter anffiele; aber verführt durch die Dialektik eines Marx, vergisst er sich so weit, eine vielleicht unbewußte Dtasseiifeindschaft als Wissenschaft ariszrrgeben. Hierin steht Sombart rricht allein, auch andere nicht unbedeutende Geister fielen dem von eitler Selbstgefälligkeit getragenen AutiseillitiSumS (das Wort ist hier bewußt gewählt) Marxens zum Opfer; der „größte Jude des 10. Jahrhunderts" hat schon ruaucheS Unheil über Juda heraufbeschlvoreu, und ruaucheS Unheil liegt «roch im Schoße der Zeit. Marx bedeutet eine Gefahr f ü r das jüdische Volk, nicht für die jüdischen Uirpitalisten; derm diese haben sich, wir brauchen nur ans die österreichischen Verhältnisse zu verweisen, stets grit mit der sozialderuvkratischen Regierung vertragen. Wenn Sombart die Schatten Marx' heraufbcschwört (es sind dies Schatten, die ans das Bild znrückfallen), so hätte er folgerichtig bei der Urrtersnchrmg des jüdischen Einflusses, wenn er schon unter dem rrragischen Einflüsse jenes Kometen stand, die Methode des Karl Marx, die seiueu Namen berühmt machte, aiiweiideir sollen; er hätte logischerweise die Stellung der Juden ausschließlich aus ihrer ökouomischerr Struktur rnrd aus der Struktrrr der sie beherrschenden Gesellschaft erklären sollen. Wir halten diese Methode für unzulänglich, weil sie das rassenpsychologische und historische Moment ganz außeracht läßt; aber sicher hätte der Versuch, die Juden auK ihrem Milieu zu erklären, Sombart vor den Fehlern bewahrt, in die er durch seine falsche Rassenpsychologie sich verstrickt. Nach Sombart sind besonders bedeutsam für die Nolle, die die Inden im nrodcrnen Wirtschaftsleben spielen, drei Seiten LeA jüdischer« Nationalcharakters: das Vorwalten des Willens, der Eigennutz und die Abstraktheit ihrer Geistesbeschaffenheit. Doch führen uns diese Ausdrücke nur irre; sie fließen in« Geiste des Autors zu einer ei««zigen Natior«aleigenschaft zusammen, zu einem rücksichtslosen, nur auf Gelderwerb gerichteten Bestreben. DaZ ist nach Sombart des Pudels Keri«. Wir lvollen nicht bei der FragS verweile««, welches Volk der««« frei von Eigeui«utz ist und mit welchen« Rechte diese Eigenschaft gerade ««ls eine spezifisch jüdische bezeichnet wird? Wir sind z. B. so «raiv, zu «gwubeu, daß im englischen, amerika««ischen und iuoder««-deutschen Wirtschaftsleben der „Eigen-, nutz" dieselbe Rolle spielt wie im jüdischen; ln Amerika, Eng-? land und Deutschland ist ii« der rein arische«« Geschäftswelt „dw reine Geschäftsmoral" schor« längst zur arisschließlichen Geltung gelangt, der Grundsatz, daß mar« alles darf, was mar« kann (innerhalb! der manchn«al sehr dehnbaren, strafrechtlicher« Schranken), schock längst als selbstverständlich anerkannt worden, ja, es soll Vorkommen« daß arische Deutsche trotz der sehr dehnbarer« strafrechtlichen Schrankenkei«, «nanchrnal kömrer«, was man rricht darf; wir erinnern nur ai« den letzten Treber-Prozeß. Daher Faunen sich daraus für Me! jüdische Rasse, selbst vorausgesetzt, daß sie besonders eigerrnützig ist, feine Vorteile ergebe««. Sie hat es mit ebenbürtigen Partnern zu tun. Es sei zugegeben, daß der Jride ein Virtuose in der Reklame ist; das hat aber gar «richts mit dem besonderen Eigenmltze der jüdischer« Rasse zu tun, soirdcri« ergibt sich «»«geztvnngen eiirerseits aus der größerer« geistiger« Regsamkeit der Juden, anderseits aus dem Unistaiide, daß der Jude, urn mit dem Arier überhaupt konk«lrrieren zu tonne««, ein übriges tun muß; das besorgt die Reklaine und die strengere Kor«zeritratior« auf das Geschäft, die den jüdischen Kauf-. u«ann ke««nzeichnet. Gerndez«! klownhaft wirkt aber Sombart, lvcnr« er a«ls dev abstrakten Geistesbeschasfenheit der Inder«, für die er die jüdische Religion als schlagende!« Beweis anführt, die starke Ueberwertung gerade des Geldes und seines Besitzes folgert. Nach derselben Logik kö««nte n«an behaupte!«: Weil Moses die Juden einen einig-einzigen Gott lehrte, tanzten die Inden um das Goldene Kalb. Mir däucht, daß die abstrakte Geistesbeschasfenheit, die die Juden un-

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