Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 5 (1903)
- Issue
- 1 (2.1.1903)
- Date
- 1903-01-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt Z. Jänner 1903 Seite 7 Da» ist wieder daS französische »pour passer le temps“. Für etwaeilends getan, sagt der Jargon: „pinkele more“, wa» eigentlich korrekt lauten sollte: „Perriculum in mora". Solche abschreckende Beispiele könnten zu Hunderten angeführt werden, denn der Jargon bedarf keines Studinms, keiner Schule, keiner Sprachregeln, den beengenden Panzer dieser Allotria schlägt er aus, ihm gilt nur eine Sprachregel: Jeder spreche wie er will und mag. Nie würde ich meine geistige Kost ans im Jargon geschriebenen Werken schöpfen, ebensowenig als ich meine leibliche Kost aus einem gewissen anrüchigen Gefäße nehmen wollte. Summarisch: Der Jargon ist die Sprache der Ungebildeten, der alten Tratschweiber und der verbummelten Landstreicher und Schnorrer, er kann und darf nie unsere Nationalsprache werden oder heißen. Ung.-Brod, 19. Dezember 1902. Dr. Erfahrung. « An jüdische Eltern! k Von der israelitischen Kultusgcmeinde-Repräsentanz war im Monate Dezember eine Gewerbestiftung im „Prager Tagblatt" im Betrage von 720 Kronen für jene Knaben ausgeschrieben, welche Die Fähigkeit haben, ein Kunsthandwerk zu erlernen. ' Der Vorstand des Verbandes der israel. Handwerker ist sehr gerne bereit, jenen Eltern, Ivelche fite ihre Knaben diese Stiftitng erlangt haben, tüchtige Meister, besonders für die Kllmsttischlerei. zu empfehlen, bei welchen die Knaben eine vorzügliche Ausbildung erlangen möchten, und würde sich cs weiter zur Aufgabe stellen, durch die'ganze Lehrzeit dem Betreffenden zur Seite ztl sein und dafür zu sorgen, daß!vas Tüchtiges aus ihm Ivcrde. Aber auch für die Zukunft iväre die beste Aussicht für eilten tüchtigen Kuitstschüler gesichert, da dieses Geiverbe im jüdischeit Handwerke sehr wenig, insbesondere hier in rag gar tticht vertreten ist. Hochachtungsvoll Eduard Taus i g, d. Z. Obmanit des „Verbandes jüd. Haltdiverker für das Königreich Böhmen". Teplitz, 29. Dezember 1902. Alt die löbl. Redaktioit des «Jüd. Volksblatt" in Wien. Bezugnehmend auf die iit Ihrem geschätzten Blatte Nr. 25 (26. Kislew d. I.) gebrachte Notiz: „Positive Arbeit", in lvelcher „Jdnob" erklärt: „Der Nabbinerverbaitd reicht im Nanten des Rabbiners Dr. Stern die Rechte dem Bunde usw. usw." bitte ich Sie, gefälligst richtigstellett zu wollen: „Der Rabbiiterverbaud hat mit deut Artikel des Dr- Stern in dem „Unabh. Journal" absolut nichts gctnein. Herr Rabbiner Dr. Stern hatte nur deit Wunsch und Willen, seine persönliche Meinung auszusprechen, aber weder ein Mandat, noch ein Recht, im Namen des Verbandes zu sprechen, das auch tatsächlich in jenem Artikel nicht im entferntesten ztl fiitden ist. Ihnen im vorhinein den besten Daitk aussprechettd, zeichnet hochachtungsvoll Der Präsident des Rabbitter-Verbaudes in Böhmett Dr. dl d. K tt r r e i tt. * Stellenvermittlung für jüdische Handclsangestellte. Der jüngst gegründete Verein jüdischer Handelsangestellter in Wiett hat es sich zu seiner wichtigsten Atlfgabe gemacht, die wirtschaftlichen Jnteresscit der jüdischen Handclsangestellten zu wahren. Der bekannte antisemitische Boykott, der die jüdischeit Angestellten um die meisten, tntd zioar die besser dotierten Posten überhaupt bringt, die Indolenz vieler jüdischer Chefs und der große Zufluß voit Arbeitslosen aus allen Gegenden, die den Arbeitsmarkt förmlich überschwemmen, haben die Lage der jüdischen Arbeiter im allgemeinen tntd die der Handclsangestellten im besonderen zu eitter höchst pekrären gestaltet. Verschärft werden diese Verhältnisse insbesondere durch den Umstand, daß die Konjunktur in beit meisten Branchen an und für stch ungünstig ist, worunter speziell die jüdischen Geschäfte zu leiden haben, so daß viele Firmen eilte Verringertntg des Personals vornehmett müssen. Bei dieser tristen Lage hat sich der Mangel eiiter ordentlich organisierten und funktionierenden Stellenvermittlung für jüdische 'Handelsangestellte empfindlichst fühlbar geutacht. Ilm dem abzuhclfen, hat der obgenannte Verein ein Komitee mit der Gründung einer Stellenvermittlung betraut, und dürfte anfangs Jänner die innere Ausgestaltung derselben so lveit gediehctt sein, um die öffentliche Wirksamkeit beginnen zu können. Der Verein hofft, das berechtigte Interesse für diese Angelegenheit in den jüdischen Kreisen zu finden underwartet von dieser Seite Würdigung seiner Bestrebungen und tatkräftige Unterstützung. Anmeldung ordentlicher Mitglieder, Monatsbeitrag 60 H.. tntd die förderttder Mitglieder, Jahresbeitrag K. 10.—, übernimmt der Schriftführer des Vereins Herr I s i d o r G r o b t u ch, 2. Bez., Herminengassc 19, T. 6. Auskünfte in Angelegeitheit der Stellenvermittlung täglich von halb 8 bis hallt 9 Uhr abends im Cafe Vlumschciit, 2. Bez., Untere Augartenstraße 19. Für das Komitee: Leop. Le mb erg er, 8. Bez., Schlösselgasse 10, Obmann; N. H a r m e l, Schriftführer. cs gleichzeitig die Vestrebungctt derjeitigctt in der Judenheit, die stets wünschett tntd ivollen, daß die Inden eilt eiitig Volk voit Brüdern seien. Mar H -d. Ernstes Wollen dir. 78. „Das Recht auf Weiterbildung der Religimt — der Kinder Land", latitet der diesmalige Kopfartikel, in beut H. Driesmans die betreffenden Worte des Kaisers in Breslau behandelt und diese religiöse Weiterbildung bis auf das ungeborene, Iverdeitde Leben erstreckt lvissen ivill, das man bisher ebenso brutalisiere und verlvahrlosen lasse, lvic man sein ganzes Mitgefühl allem (Gebrechlichen und Krankhaften ziuvende. Adele Schreiber behandelt im Anschluß daran die „Leideit der Kindheit", insbesondere die Schulleiden und Mißbräuche. — Dr. W. Pudor bespricht das 10jährige Bestehen der ComeniusAhesellschaft. Einige Abschnitte aus Emersons „Geisterlvelt", eine reichhaltige Vücbcr- und Schriftenschau bilden den Inhalt dieser besonders reichhaltigen Nummer, die eine rechte Kindheit und Jugend immer gcitaitnt zu iverdeu verdient, indem sie sich besonders mit den einschlägigen Fragen beschäftigt. Verlag Gose und Petzlaff, Berlin W. 95. Von der „N e u e u Z e i t", Stuttgart, Dietz' Verlag, ist soeben das 12. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus deut Inhalt des Heftes heben lvir hervor: Springflut. — Wehe den Siegern I Von Paul Singer. — Die terroristische Strömung in Rußland. Von Wera Sassulitsch. U. — Zur Geschichte der Sozialpädagogik. Von Akademikus. Die sozialdeutokratische Belvegung in Kroatien. Von M. P. — Ein wissenschaftliches Jubiläum. Von B. Borchardt. — Literarische Rundschau: Emile Vandervclde, Die Entivicklung zum Sozialismus. Voit K. Kautsky. Dr. Richard Soudek, Die deutschen Arbeitersekretariate. Arnoldo Norleughi. Delinqnenza Presente e Delinqnenza Fntura. Voit Robert Michels. — Notizen: Zur Nachlassausgabe voit Marr, Engels und Lassalle. Von F. Mehring. Die „Nene Zeit" erscheiitt lvöchcntlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postaitstalten uitd Kolporteure zum Preise von Mk. 9,25 pro Quartal zu beziehen. Iit der Zeitungspreisliste der Postaitstalten ist die „Neue Zeit" unter Nr. 598!) eingetragen, jedoch kamt dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert lverden. Das einzelne Heft kostet 25 Pfennige. Probenuinmern stehen jederzeit zur Verfügung. «32 W i n t e r r o cf beiIacobRoth 1., Stefauspla Pelzsneco erger, k. u. k. H o 9. V e r k a u f I .115 Stadtpelz mit Shawlkragen. l i e f e r a n t, Wien, i s 12 Uhr nachts. jrfCut Kunstgewerbe-Vereins-Lose ä 1 Krone 11aupttrcfter <40.000 Kr 3 onen empfiehlt Wechselstuber\~^\dien- Gesellschaft ,,jYl£^CÜT^‘ "Wien, I., Wollzeile. MMeiümSerr mrs dem PUdLikrrM Der gute Ruf, den das Cafe Sill e r, Stadt, Ferdinandsplatz ^(vis-a-vis der Ferdinandsbrücke) vermöge seiner vorzüglichen Getränke und aufmerksamen Bedienung genießt, ivnrdc durch die Eröffnung der mit vornchmer Eleganz ausgestatteten Mazzanin- Lokalitäten erhöht. An den beiden Feiertagen besuchte ein zahlreiches, den besten Kreisen der Residenz angchörendes Publikum die im modernen Stil gehaltenen imposanten Mezzanin-Räumlichkeiten, und aus aller Munde hörte man nur ein Urteil: Cafetier Siller hat es verstanden, sein Lokal ebenso vornehm wie anheimelnd zu gestalten. Mehr denn je lvird dieses beliebte Kaffeehaus eilt Sammclptiukt für Familien, eilt Stelldichein für Einheimische und Fremde bildeit. Briefkasten. Ben Lew. Ihr Aufsatz über den Jargon ist uns in deutscher Sprache lvillkommen. Wir bitten jedoch, das Papier nur auf einer Seite zu beschreiben. Beritas. Anonyme Zusendungen können nicht veröffeittlicht lverden. Im übrigen sind Sie auch im Irrtum, denn die Kandidaten F. und G. gaben sich wohl zur „Komödie", wie Sie die Probepredigten nennen, her, nur ist eine kleiite „Verschiebung" vorgenommen worden, wie Sie aus, unserer heutigen Nummer zu ersehen belieben. Die Intrige ist ja immer ein unerläßlicher Faktor der Komödie. Warum rufen Sie „Armes Wien!" es wäre vielleicht treffender „Armes Judentum"! Mitteilungen desVereinesfür unentgeltlich. Arbeitsnachweis. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (Telephon Nr. 13.920) Vor gemerkt sind: Reichhaltiges üager von Grabmonumenten von 20 V^roner\ aufw. ia allen In- und Ausländer-Steinen Generalvertrieb der Schremser Granitu. Syenitwerke enil STESQER Bildhauer und Steinmetz Wien,2.Be2!,,üntereÄugartenstrasse32. Spezialist in künstlerisch ausgeführten Gruft- und Grabmonumenten. Versand nach der Provinz solidest. Kostenüberschläge gratis u. franko. 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Klasse: Kaufmännische Angestellte. 4 Brnnntweinverschleißer, 26 Buchhalter und Korrespondenten, 88 Kommis, 45 Kontoristen und Strazzistcn, 6 Inkassanten, 19 Kanzlisten und Schreiber, 10 Manipulanten nur Expedienten, 12 Platzagenten und -Vertreter, 20 Praktikanten, 7 Reisende. Weibliche Abthoihinq. Sonn- und Feiertag: Nachmittags - Konzert. Wintergarten. USy Mehlstüberl. "Wz Logen* Gemütliches Vergnügungslokal. — Die ganze Nacht geöffnet*??«JüdiscIa©s Vollssblatt** Wien, II/3, Leopoldsgasse 49. Abonnement-Schein. BScherGnlaus. Lehrbuch für den Konfirmations-Unterricht. Von Karl Ehrenfeld, Leiter des Barmizwah-Vorbereitungsknrses der israel. Knltusgemeinde in Wien. Im Selbstverläge des Verfassers. Preis 60 Heller. Methodische Bücher liest man nicht gern und empfiehlt man selten. Dies Lehrbuch, aber verdient, von Eltern und jüdischen Jünglingen aufmerksam gelesen zu lverden. Darum sei es auch allen unseren Volksgenossen angelegentlichst und wärmstens empfohlen. „Und warum diese Empfehlung als prämissis prämittendis unserer Würdigung dieses Merkchens?" lvird mancher Leser fragen. — Das Büchlein birgt auf knapp 30 Seiten so viel Wissenswertes aus jüdischer Liturgie und deren Geschichte, daß es nicht nur den Lernenden, sondern auch den Lehrenden — Lehrern und Vätern — ein wertvoller Mentor zu sein verspricht. Die Bedeutung der Barmizwah-Feier, der Thmillim und anderer zeremonieller Gebote lvird in eingehender Weise behandelt und erläutert. Die kluge Methodik zeigt das Fachlvissen ihres Verfassers in bestem Lichte. Sie beweist, daß ein liebevoller psychologischer Unterricht, von pädagogisch gebildeten Lehrern erteilt, die beste Gewähr bietet, dem Judentum neue begeisterte Kämpfer und Verteidiger zu erziehen und zu erhalten. Wer in früher Jugend die sinnigen Zeremonien des mosaischen Glaubens gelernt, gesehen und geübt, wer dann die Geschichte unserer Neligion begeistert gehört und gelesen, den qualvollen historischen Weg unserer Stammesbrüder verfolgt und vielleicht miterlebt hat, der lvird Jude bleiben in allen Lagen und Wirren menschlichen Lebens. Wenn das Büchlein seinen Zlveck, eine Renaissance des jüdisch-zeremoniellen Lebens fördern zu helfen, erfüllt, unterstützt 8 Bonnen und Kindergärtnerinnen, 7 Buchhalterinnen, 69 Kontoristinnen und Kanzlistinnen, 12 Expedicntinnen und Manipulantin neu, 6 Hilfsarbciterinnen, 1 Kassafräulein, 1 Kellnerin, 4 Modistinnen, 22 Praktikantinnen, 70 Verkäuferinnen, leVerschleißerinnen, 13 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. »I. Klasse: Geistige Arbeit. 30 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 6 Lehrerinnen und Erzieherinnen. DaS Bureau des Bereis hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 27. Dezember 1902 6663 Vermittlungen durchgeführt, und zwar: 2666 Vermittlungen in der ersten Klasse (manuelle Arbeiter), 1920 Vermittlungen in der zweiten Klaffe iHaudelsangestellte), 1660 Vermittlungen in der lveiblichen Ableistung und 117 Vermittlungen in der dritten Klaffe (geistige Arbeit). i-]^j |gt>az Haläzs *“1^3 Ungarische Restauration ——t——- I., Schottenring Nr.!3 (vls-ä-vls der k. k. Börse] Anerkannt vorzügliche altrenommierte Küche. — Unverfälschte Original - Weine vom Fasse, sowie Bouteillen. — Ausschank von Orig.-Pilsener Bier direkt vom Fass. — Geräumige Lokalitäten für Hochzeiten, Diners. — Vor und nach dem Theater frische Küche. — Weine von 5 Flaschen Zustellung ins Haus. Gefertigter bestellt hiermit das jüdische Volksblatt für die Zeit vom.•.. bis.190... Bittet um Zusendung per Post. 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