Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 52 (26.12.1902)
- Date
- 1902-12-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. Dezember 1902 Seite 7 genossen, machen Sie Vorschläge, ed gilt zwei Fliegen (eigentlich böse Wespen) am Körper des Judentums mit einem Schlage zu töten, einen verderblichen Unfug abzustellen und nationale Kulturarbeit dabei zu leisten. Wer gleich mir von der umrmgänglich dringenden Notwendigkeit zur Einführung dieser Reform durchdrungen ist — und jeder mit seinem Volke fühlende Jude muß es fein — der trete heran und arbeite mit. I. L ö w e n v e i n. Aufruf! Eine arme, kranke Frau, die nun schon 5 Jahre an einem schweren Leiden niederliegt, ist nach dreijärigem Aufenthalt im Spital entlassen worden. Ihr Zustand und ihre Mittellosigkeit erlauben ihr nicht die Heimfahrt (nach Jerusalem). Wohlwollende Menschenfreunde, die die Genannte vor der Delogierung schützen wollen, mögen ehestens ihre Spenden an die Redaktion des „Jüdischen Volksblatt" oder an Max Eisler, II., Adambergergasse 8, II. St., senden. Aufruf! Vor zwei Jahren fand sich der gcfcrt. Tcmpelvereiu bestimmt, dem seit Jahren drängenden kultuellen Gebote Folge leistend, seinen numnehr bestehenden herrlichen Jubiläumstempel zu erbauen, wodurch wir mit dem Hornmwandern der Thoras in Zinsbethäusern ein Ende gemacht haben. Trotzdem der dicsfällige präliminierte Voranschlag vorsichtigerweise noch vor dem Bauen völlig gesichert war, und zwar durch unser in 38 Jahren erspartes Vereinsvermögen, die auf 30 Jahre aufgenommene Belehnung von 12 000 Kronen, die in überraschender Weise erfolgten Zuschüsse seitens sämtlicher Bercinsmitglieder, die unserer hochherzigen Mitbürger vom Großindustriellen bis zum Gewerbetreibenden mittlerer Bevölkernngsklasse, die der Wiener Sommerparteien von hier und Umgebung, als unsere Andachtsfrequentantcn, die mehrerer Wiener Finanziers, einschließlich und vornehmlich der 8000 Kronen, die uns gewisse .Kreise von der Frau Baronin Hirsch während der Bauausführung zu erhalten hoffen liehen, ereilten uns dennoch solche unheilvolle Ereignisse, die die künftige Erhaltung unseres Heiligtums ernstlich in Frage stellen. Die empfindlich schädigende Einbuße benannter Summe von 8000 Kronen als unheilvolle Folge der urplötzlichen Verewigung der Frau Baronin, die unvorhergeahnt eingetretenen Baukalamitäten, wie auch die seitens der Baubehörde angeordneten Nachtrags- und Ergäuzttttgsbauten, die ebenfalls 4000 Kronen verschlangen, somit die Nachtragsschuld von 12 000 Kronen, die wir gemäß übernommener Pflicht, in 0 Monaten zahlen müssen, soll unser Tempel und nufere Talmud-Thora-Schule, zu dem der Allvater uns und dem Judentum ehestens verhelfen möge, der verhängnisvollen Feilbic- ' mngZgesahr entrinnen, ist es, die uns die Außenhilfc anzurusen bestimmt. Sämtliche Mitglieder von hier und Umgebung samt Gattinnen, mit Vvrantritt der Kinder als Talmnd-Thora-Schüler, wagen es mit gefalteten Händen und zerknirschte^ Gemütes, herzinniglich und flehentlich zu bitten um eine hochherzige Opfergave auf den Altar unseres Kaiserjubilänmstempels und unserer Thora- Schule, wodurch benanntes zweifaches Heiligtum nicht nur vor der bevorstehenden kultuellen Katastrophe gerettet, vielmehr dieses, dessen Vorderfront die Gedenktafel, folgende Inschrift enthaltend, ziert, als Eigentum des Tempelvereins erhalten bleibt: „Zur Ehre Gottes erbaut im Jahre 1900 zur Feier des 70. Geburtstages unseres allergnädigsten Kaisers Franz Josef des Ersten." Liesing bei Wien, im Dezember. Der Tempelvorstaud: Jacob Papanek, m. P. Der Gefertigte, zu desse» Bczirksrabbinat vormals der Kultusverein Liesing gehörte, schließt sich dem obigen Ansuchen wärmsteus au, die Mitglieder dieses Bethausvereines haben die größten Opfer dargebracht, um sich eine würdige Stätte der Andacht und eine Lehrstätte für den Talmnd-Thora-Unterricht ihrer Kinder zu errichten. Nun droht ihnen die Olefahr, diese heilige Stätte der Andacht und des religiösen Unterrichtes wieder zu verlieren. Indem ich selber den bescheidenen Betrag von 20 Kronen zeichne, gebe ich mich der Hoffnung hin, daß durch das vereinte Zusammenwirken edler Herzen diese heilige Stätte erhalten bleiben wird. Dr. A. Schmidt. Mitteilungen des Vereines für unentgeltlich. Arbeitsnachweis. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (Telephon Nr. 13.920) Vor gemerkt sind: I. Klasse : Manuelle Arbeiter. 0 Anstreicher, 10 Aufpapper, 6 Bäcker, 9 Buchbinder, 4 Buchdrucker, 3 Kartonnagearbeiter, 4 Drechsler, 4 Elektromouteure, 7 Fleischhauer, 2 Friseure, 4 Glaser, 10 Goldarbeiter, 31 Hausknechte, Geschäfts- und Burealldiener, 53 Hilfsarbeiter, 3 Hutmacher, 2 Kellermeister, 7 Kellner, 7 Kutscher, 4 Laufburschen, 0 Lehrlinge, 2 Magazineure, 1 Maschinist und Heizer, 4 Metallarbeiter, 10 Monteure, 30 Schlosser, _ 22 Schneider, 0 Schuhmacher, 14 Spengler, 1 Tapezierer, 1 Taschner, 5 Tischler, 7 Uhrmacher, 2 Zeichner, 7 Zimmermaler, 3 Zuckerbäcker, tüchtige und verläßliche Hausbesorger. II. Klasse: Kaufmännische Angestellte. 8 Brmttweinverfchleister, 24 Buchhalter und Korrespondenten, 83 Kommis diverser Brauchen, 40 Koutoristeli und Strazzisten, 4 Inkassanten, 13 Kanzlisten und Schreiber, 11 Manipulanten und Expedienten, 9 Platz-Agenten unb -Vertreter, 47 Praktikanten, 0 Reisende. Weibliche Abtheilung. 11 Bonnen und Kindergärtnerinnen, 81 Kontoristinnen und Kanzlistinncn, 12 Expedientinneu lind Manipulantinnen, 6 Hilfsarbeiterinueu, 4 Modistinnen, 4 Näherinnen und Schneiderinnen, 22 Praktikantinnen, 69 Verkäuferinnen, 13 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Klasse: Geistige Arbeit. 47 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten), 3 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Offene 8t6llcn. Von männlichem Personal: mehrere Kappenmachcr, Lehrlinge, Kontor- und Lagerpraktikanten, Koiltoristen mit böhmischer Sprache. bas Credit - Institut für jüdische ßfiMdtgireibende und Beamte, r. G. m. b. H., Wien, II/3, Leopoldsgasse Nr. 49 Uebernimmt Spareinlagen zu 3y2 Percent mit 14tägiger, zu 4 Percent mit monatlicher, zu 4ya Percent mit dreimonatlicher Kündigung. Gewährt seinen Mitgliedern Credite zu couSaniesteu Bedingungen. In Anbetracht des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns, jeden Glaubensgenossen zu ersuchen, dasselbe durch Beitritt zu unterstützen. Das Directorium. Bezüglich Rimessen-Escompte werden seinerzeit die näheren Bedingungen bekanntgegeben. rosn :in bw mm k32 k40 135 Win te rro ck Pelzsacco Stadtpelz mit Shawlkragen. bei Ja cob Rothberger, k.u.k. Hoflieferant, Wien, I., Stefansplatz 9. Verkauf bis 12 Uhr nachts. Telephon Nr. 2527. Postsparkassen-Konto 850.042 Clearing-Verkehr. R. Masini ==Wien, IV/n Freihaus. Ausführung aller Marmorarbeiten wie Kamine, Säulen, Monumente, Pflasterungen, Vestibül- und Salon - Verkleidungen, Geschäftsverkleidungen für Flcischwarengeschäfic. ferner Marmorplatten für Möbel, Badewannen in einem Stücke und aus Platten zusammen- —- gesetzt, Pultplatten, Marmortafcln für Gerberzwecke. - Jede Architektur-Arbeit. 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Komntissionslaqer von M. & I. Mandl, Wien, I.. Stephansplatz, Rothenthurmstraße 1, 3 und 5. ^Jüdisches Volksblatt** Wien, II/3, Leopoldsgasse 49. Spenden nimmt die Redaktion des „Jüdischen Volksblatt" und der Tempelvereinsvorstand, Herr Jakob P a p a n e k in Liesing, entgegen. Briefkasten. A. A>, Navd.-Kand., Eperjes. Kurze akhielle Nachrichten interessieren uns stets. Ihrem Wunsche jedoch bezüglich eines fixen Engagements können wir vorläufig nicht entsprechen. M. L., Wien. Der Festsaal des Jüdischen Volksvereines steht jüdischen Vereinen zur Verfügung. Die nähereit Bedingungen sind utis nicht bekannt. Wollen Sie sich daher direkt an den Ansschus; des Volksvereines wenden. Mitteilungen aus dem Uudlikum Elektrische Straßenbahnen haben die Pferde überflüssig gemacht; so verdrängt jede Reform das Veraltete. Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Eleganz kennzeichnen unsere Zeit. Dem Rechnung tragend, hat die bekannte Schnhfirma Michelstädter einen idealen Schnhstrecker erfunden, welcher mit einem Griff den Schuh vollkommen ausfüllt, für die Reise znsamntenlegbar ist, geringen Raunt in Anspruch nimmt, find nur auf dem Ideal-Strecker geptltzte Schuhe behalten die elegante Fasson uttd sehet: wie neu aus. Während die veralteten ähnlichen Stiefelhölzer selbst bei billigen Preisen keine Abnahme finden, sind im In- und AnSlande bereits 50 000 Ideal-Strecker in Verwenduttg, und kosten mir K. 3. Niederlagen: 1. Bez., Nothenthnrntstrasze 19, 7. Bez., Mnriahilferstraste 58, Neubaugasse 67. Erhältlich in allen besseren Schuhgeschäften der österreichisch-ungarischen Monarchie ttttb des Auslandes. ben P. T. Hazzos - Bäckereien Abonnement-Schein. liefert alle Sorten sehr fester Etnballagepapiere, in jedem zum Einpacken von Mazzos geeigneten Formate und in beliebiger Stärke zu billigsten Preisen die Roth-Recitzer Maschinen-Papier-Fabrik ISIDOR NETTL Roth - Recitz, Böhmen. 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