Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 41 (10.10.1902)
- Date
- 1902-10-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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'•Kv' ’V - ■Slv -Df ■■i;!i '■ i* /1, Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 10. Oktober 1902 Nr. 41 II. Copia Caa"es decret. Der Ofner-Administration, daß btc daßige Juden wider allen Bürgert. Gewald geschützt oot. ect. SBten,- den 16. Ober 1706. Dißfälligen Administration Bericht ect. ect. Ofen. 0. 9“br 1708. Copia Memoralia von denen Ofner schütz Juden de nraes 9. 9"br 1708. Copia Cameralis Decretno"nis. Der Kayserl. Cameral-Administration zu Ofen mit ganz für d erlichen Bericht und gut achten, jmittls dem aldortigen Stadt- Magistrat zu imimir^n, daß Er mit dasiger Indicatur, sothaner in rein judieatarn erwachsenen Camera! abhandlungs Sachen und der angedrohten Lxeontion, Biß über den Bericht der weitere Bescheyd von hieraus erfolgen Tbuet, innehalten, und sich nicht einmischen solle, gestalten zu dem Ende, zugleich an dem ^obl. Kayß Hoff-Kriegs-Rath die Behörde schon ergangen ist. den Kays. Herrn Gra"e Feld Marschall Lieutenant und Commendanten alda, Frey Herrn von Pseffershoven nachtrükhl-.chst nntzugeben, daß Er die über nun ermclte schutz-Juden disseits habende Camera! «Jurisdiction in allweeg mann uni re» Helsen unb dieselbe Specialiter in hoc casu wider daß in praejudicium et contemtuui fori Cameralis von alldasigen Magistrat neulich altentirte judicafum protegiren solle. Ließ derohalbendasweitere. Mische Wohitätigllkitsavfiiiitkil in Mini. IV. Israelitische ZBaiseuversorgung und MädchettwaisenhauS in Döbling. Von d o l f Steins ch n e i d e r. (Schluß.) Unaussprechlich ist der Eindruck, den der Anblick dieses Gebäudes auf den Beschauer ausübt. Was Meister Fleischer da geschaffen hat, ist großartig, iinposantl Das Gebäude ist im gothischen^Ätile errichtet, mit Bogenfenstern, hat an beiden Flanken der Front je einen Turm, welche aus mehreren kleinen Türmchen zusammengesetzt sind. Jeden Laien, wenn er mich nicht die tcchnischeu Ausdrücke der Baukunst Versteht, aber nur etwas Schönheitssinn besitzt, muß die architektonische Schönheit dieser Fassade mit Bewunderung erfüllen. Wenn man diesen Ban mit seinem dekorativen Schmuck ansieht, weiß man nickst, ist es eine moderne Villa oder ein Rirterschloß ans dem Mittelalter und doch ist es keines von beiden, sondern von einer ganz aparten Eigenart. Esi hat im parterre 8 und in jedem der beiden Stockwerke je 11 Spitz-! bogenfenster in der Front. Ein schmiedeeisernes Tor an der rechten Ecke, ein solches in der Mitte und ein solches in der linken i Ecke bilden die Einfahrten. Das ganze Gebäude ist mit einem! grünangcstcichenen Gitter eingeschlossen. Zwei Granitsäulen mit! Kapitalen und Vasen tragen einen großen gotischen Bogen und! bilden das Portal. Dieses überdeckt eine Treppe von sechs Granit- : stufen, welche in das Innere des Hauses führen. Die steilen! Dächer haben schuppenartig glasierte Dachziegel. Oberhalb des. zweiten Stockes sind die spitzbogigen Fenster ornicrt mit Sgrafitto- > Zierat, abwechselnd mit Figürchen al fresco gemalt, darstellend die j Beschäftigung der Kinder.! Ich trat in das Haus durch das Portal und stieg die sechs Stufen zur massiv eichenen, mit schmiedeeisernem Beschläge ver- , scheuen Türe und kam in das Vestibüle, einer mäßig großen Halle mit gotischem Gewölbe, überspannt. Die ganze Architektur dieses Raumes macht einen vornehmen Eindruck, welche durch die wohlgestimmte Tonung und Bemalung hcrvorgebracht wird. Ein in ganz bunter Bleiverglasung durchgeführtes Fenster, durch welches das gedämpfte Licht in gebrochenen Strahlen särbig einsällt, verleiht; diesem Raum eine feierliche Stimmung. In der linken Längswand ' ist zwischen den Pilastern eine polierte Platte ans schwarzem Marmor eingesetzt, woraus in vergoldeter gotischer Schrift ztl lesen ist: Zum ehrenden Andenken ihrer in Gott ruhenden Eltern Marcus L. Gutmann und Babeite Gutmann haben dieses Haus errichten lassen deren Söhne Wilhelm und David Ritter von Gutmann. Gewidmet der Pflege jüdischer Waisenmädchen der Wiener Kultusgemcinde. i Erbaut nach den Plänen des Architekten Mar Fleischer. 1891.! Nachdem ich der Direktorin den Wunsch mitteilcn ließ, daS Innere des Hauses zu besichtigen, beorderte sie ihre Gehilfin, die erste Lehrerin, mich herumzuführen, welche bereitwillig der Aufforderung nachkam. Aus dem Vestibüle kamen!vir über die frei anfsteigende Treppe zum Korridor im ersten Stock. Das vornehme Stiegenhans besteht aus steinernen Pfeilern. Auf dem Korridor führen zu beiden Seiten Türen in die verschiedenen Räume. Jede der Türen hat aber ein solches mit Blei eingefaßtes, ans bunten Farben bestehendes Glassenster, was einen sehr schönen Eindruck! macht. Ilcberhaupt ist alles so harmonisch und stilvoll gemacht, daß es für jeden Kunstsinnigen eine erfreuende Augenweide bildet, j Wir betraten nun bie Räume und man muß sagen, die Eleganz > und Pracht derselben machen einen verblüffenden Eindruck, zu luxuriös für ein Waisenhaus. Die parkettierten Fußböden sind spiegelblank, die Möbelstücke von exquisitem Geschmack. Wir kamen in den Turnsaal, welcher lang, breit und hoch, als Mobiliar die zum Turnen nötigen Apparate enthält, von da in den 'Konferenz- und Sitzungssaal, wo die Schutzdamen sich zu Beratungen versammeln. An den Wänden ist das Namensverzcichnis der jeweiligen Patronesscn angebracht. Ans der Mitte des Korridors fuhrt eine Türe in3 Arbeitszimmer. Hier machen die Mädchen unter Anleitung einer Jndnstriallehrerin die verschiedensten weiblichen Handarbeiten. Mit diesem Zimmer in Verbindung steht das Lehrzimmer, eingerichtet zum Wiederholnngsnnterricht und zttr Bearbeitung der .Hausaufgaben für die Schule. Anstoßend daran ist das Musikzimmer mit Klavier und sonstigen musikalischen Instrumenten. Nun kamen wir in den zweiten Stock zu den Schlafsälen. Als ich durch die Türe trat, überblickte ich die zwei Schlafräume, welche in einer Front liegen und ein „Ah!" der Bewnnj derung entfuhr mir. In diesen wunderschönen, Hellen, voit der! Sonne durchflute len Räumen mit spiegelglatten Fußböden sind in jedem 26 Betten angebracht, lind was für Betten, da können Fürstenkinder schlafen. Jedes eiserne Bett enthält einen Strohsack, eine' dreiteilige Matratze, einen Kcilpolster aus Roßhaare, eine Sommernnd eine Winterdecke, eine Knvertdecke. Daneben steht ein Kleij derkäsrchen für die Nachtanzüge. Die Leintücher, Polsterüber- ' züge und Decken sind schneeweiß und von tadelloser Reinlichkeit.! Der Anblick, den die beiden aneinanderstehenden Säle und die in zwei symmetrischen Reihen geordneten Betten bieten, ist ein impo- . sanier. Jedes Bett hat seine Nummer und am Kopfende eine: mit Goldbuchstaben versehene Tafel, auf welcher der Bettstifter verj zeichnet ist. Es sind bl) Stifter, jeder von diesen hat einen Stif-) tungsfonds von 7000 Gulden erlegt, deren Ziusenertrag zur Pflege | desjenigen Waisenmädchens dient, welches der Besitzer einführte, j Als im Oktober 1000 die Familie David und Sofie von Gutman» ein schmerzlicher Verlust traf, indem ein Sohn in jungen Jahren, Dr. Ludwig von Gutmann, starb, wurde sie zu einer Tat bewogen, die in den Annalen der Waisenfürsorge als großartiges Beispiel dasteht. Sie spendete zum Andenken an den verlorenen Sohn 100 000 Gulden, von deren Zinsen 14 Betten für ebensoviele Mädchen zu erhalten sind. Diese 14 Betten stehen in einem gesonderten Saale. Es sind jetzt demnach 64 Betten und ebensoviele Mädchen vorhanden. Aus der Längswand des Hinteren Schlafsaales'^uhrt eine Tür in die beiden Waschräume der Kinder. Sie sind heiz- Reihen Porzellan-Laveurs angebracht sind. Solche Lavoirs sind in jedem Raume je 25, so daß jedes Kind sein eigenes hat. Diese Lavoirs sind znin Umkippcn eingerichtet und eine große metallene ^ammelrinne führt das benützte Wäfcywasser ab. In Verbindung mit den Waschränmcn stehen die Garderobe, das Ankleidezimmer und die Klosets. Wjr^kainen nun in den Speisesaas, einem rechteckigen Raum mit sechs Fenstern, dessen Dimensionen 11 Meter Länge, 7'/, Meter ( Breite und 87. Bieter Höhe betrage». Ans Tischen in Hnfeisenform! waren 60 Oiedecke bereitet. Es >var gerade Mittagszeit und die ' Kittder wurden. zum Speisen erwartet. Dann besichtigten!vir i tue Küche. Düpe, int großen Stile angelegt, enthält alle Apparate und Behelfe und hat Nebenränine, ivie man sie in cincin großen Hotel nicht besser finden kann. Wir besuchten auch die Baderäuine, Wannen ans Zink und zwei große zementierte Bassins für Vollbäder, alles mit Kalt- und Warmwasserznleitung. Endlich schritten >vir zu dem hinter dem Hanse angelegten Garten, ein echter Naturpark, terrassenförmig mit schattensvendeiiden Bäumen bepflanzt und mit BoSkettS versehen. In allen den verschiedenen Räumen, die wir durchwanderten, waren an den Wänden sinnreiche Sprüche, hebräisch mit deutscher Uebersetznng, angebracht, welche ans die Verwendung des icweiligen Saales Bezug haben. Hiermit war unser Rundgang beendet. Meine liebenswürdige Begleiterin hatte mich unermüdlich heriimgeführt. Ich sah die Mädchen in verschiedenen Altersstufen: Kinder von sechs Jahren aufwärt' ' °~ ‘ " " ". Ich sah zimme aufgaben schreibend, sogar in der Küche gegen' 8—10 Mädchen tu» der Zubereitung der Speisen helfend; alle heiter, frohinütig, von Gesundheit strotzend. Das ^sind hier dem Anscheine 'nach'keine Waisenkinder, sondern Familienangehörige, gehegt und gepflegt, wie es nur Kinder rcicheixEltern haben können, das ist kein Waisenhaus, nein, ein Mädchenheim, ein Pensionat. Die jetzige Direktorin, hier Hmisinniter genannt, Frau Hermine Strakosch, ent 'uu'ujnim oerinneeenen viner-grusen: .MttiDcr von sechs Jahren ärts, bis zu den halberblühten Jungfrauen von 16 Jahren, ch sie bei allen ihren Beschäftigiiltgen, im Turnsaale, im Musiker. bei den weiblichen Handarbeiten, im Lehrsaale, die Schulals Hanptlehreriii und Helferin ein intelligentes pädagogisch gebildetes Mädchen, Fräulein Rosa Bodenstein. Außer ihr wirken noch mit als Lehrerinnen Fräulein Helene Mayer lind Frau Hermine Horwath. Die Kinder sind vom sechsten bis zum siebzehnten Jahre in der Anstalt. Am 1. Jänner 1902 weilten 62 Zöglinge im Hanse. Davon besuchten .81 die Volksschule, 17 die Bürgerschule, zweien wurdeZznm Zwecke weiterer Ausbildung der Besuch einer höheren Töchterschule ermöglicht, 2 besuchen die Bildnugsanstalt neu erhalten Unterricht im Französischen, 0 Musik- und Gesangsunterricht, letzteren leitet Herr Oberkantor Singer. Wenn die Mädchen 17 Jahre alt geworden sind und ans der Anstalt entlassen werden, erhalten sie einen ansehnlichen Betrag als Ausstattung um allenfalls einen Erwerb anzutrcten oder ihn vielleicht als Hciratsgnt verwenden zu können. Seit dem Bestehen des neuen Hauses haben 193 verwaiste Mädchen Aufnahme gefunden. Von den Ausgetretenen sind 21 verheiratet 27 üben die Kindergärtnerei ans, 1 ist Malerin, 1 .SOtiiftfricfevtii, 1 Schriftstellerin, die übrigen haben Anstellungen gefunden in Geschäftshäusern als Buchhalterinnen und Kontoristinnen oder ernähren sich als Handarbeiterinnen. Für ärztliche Hilfe bungieren der Hausarzt Dr. H. Hertzak, dann Herr Professor Lorenz, Direktor Girsnni, die Doktoren Kolm und Bardach und der Dozent der Ängeicheilknnde Dr. Klein. Die jetzigen Tchntzdamen sind Charlotte Freifrau v. Königswarter als Präsidentin. Sofie v. Gutmann. Vizepräsidentin, Sofie von Bauer, Charlotte Biedermann, Ottilie Vondy, Emilie von Pfeiffer, Emma Schiff, Anna Thorseh, Stefanie Weiß von Wellenstein, Helene Wvllheim. Ein französisches Wort lautet: „Noblesse oblige", der Adel legt Verpflichtungen auf. Man kann diesen Satz erweitern mit „La richesse oblige". Auch der Reichtum legi Verpflichtungen auf. Wie wenige, ach! der Reichen sind sich dieser Pflicht bewußt, wie wenige kennen das hcrzerfrcuende Gefühl des Wohltuns. Gebrüder dhitmnint aber kommen ihr im vollsten Maße nach. Sie haben bei vielen Anlässen sieh als Philanthropen bewiesen. Für dieses Institut aber haben sie auf wahrhaft fürstliche Weise die reichsten Mittel gewendet und es muß jeder Menschenfrund, besonders jeder Jude, ihrer dankbar gedenken. Briefkasten. Zeiinngslese«. Der Verfasser der berü—brüten Gamaliel- Briefe im „Deutschen Volksblatt" ist ein der Wiener israelitischen theologischen Lehranstalt entsprungener Zögling, namens Tillin g e r, der aetauft ist, ein katholisches Priesterseminar besucht und seine hebräischen Kennntnisse im „D. V " lo6n<'nd ,pt verwerten lucht. Tillinger lief; in Sni tun Weib und Kind zurück und schnorrte in Wien bei jüdischen Wohltätern, die ihm die Möglichkeit boten, zu studieren. Der Renegat dankt ihnen, indem er sie beschimvft. Zu Ostern erwarten wir von Tillinger gute Nitualm rd-Artikel. Secnndarius. Sie haben recht. Der Bruder des Dozenten Dr. Schlesinger ist jener Stuart Schlesinger, Zahntechniker seines Berufes. Derselbe wurde als Jude von der „D. Z." anaegrifs'n. worauf er berichtigte. Die „D. Z " sandte nun einen SveUalreporter zu ihm, der nach vollzogenem „Lokalaugenschein" bestätigte, daß Schlesinger kein Jude ist. Par nobile fratnim. Arr die Adresse deS „Vaterland". lT a n f e eines I s r a e l i t e n.) In der Pfarrkirche der Barnabiten zu Mariahilf fand gestern um 10 Uhr Vormittags die Taufe des bisherigen Israeliten Ernst H o f f e r, Handlungsgehilfen ans Alexandrien, statt. Der Taufakt wurde vom bochw. Herrn Proknrator des Barnabitenkollegiums, Don Alexander Grübel in feierlicher Weise vollzogen. Als Taufpate fungierte kaiserlicher Rat Doktor Hans Maria T ru x a. Der Neophit erhielt die Namen Johannes Maria. Wir entnehmen diese Nachricht dem „Vaterland", das seit neuerer Zeit diese Rubrik pflegt. Wir sinden das ganz hübsch vom „Vaterland", würden aber mehr von ihm und dem Mute der „Neophiten" halten, wenn das „Vaterland" uns nicht mit solchen exotischen Nachrichten über einen Inden ans Alexandrien beglückte, sondern die Taufen von Wiener Juden publizierte, lieber diese Taufen herrscht allgemein die Meinung, daß sie aus Streberei und ähnlichen sittlichen Motiven erfolgen, daher von den Betreffenden selbst geheim gehalten werden. Das „Vaterland" könnte dielen Meinungen mit einem Schlage ein Ende bereiten, wenn es sich zu dem angedeuteten Schritte entschlösse. Politiker. Man kann dem Leopold P o l l a k keinen Vorwurf machen, seine antijüdische Haltung in allen Vertretungskörpern zeugt von einer anerkenmmgswerten Konsequenz; auf sein Konto ist es zu schreiben, daß z. B. Noske fiel. Nun ist N o s k e sicher nicht unser Mann; daß er aber aus Betreiben deS Ritter P o l l a k deshalb siel, „w eil er durch seine j u d enfreundliche Gesinnung den Groll der Antisemiten errege (Pollaks Morte im Zentralwahlkomiteei",zeugt von seltener Ungerechtigkeit. Jedenfalls kann man Herrn .Kultus« Vorsteher Leopold Pollak nicht den Vorwurf machen, daß „er durch sein jndenfrenndliches Benehmen den Groll der Antisemiten errege", im Gegenteile, er hat sie auf seiner Seite. Herr Leopold Pollak, Ritter ohne Furcht und Adel, scheint aber eine dicke Haut zu besitzen; obwohl ihm vom Präsidenten k. R. Kling er die Demission ncchegclegl winde, hat er dieselbe, entgegen "den bisherigen Gerüchte», nicht cingebracht. Qiious<|i,e um dem ... Neutitscheiner. Die unglücklichen Eheverhältniffe des Doktor Perl interessieren uns nicht. Boudy. Wir werden Ihre Berichte publizieren, Sie müssen aber freie Hand lassen betreffs der Termine. Sievel. Hrnschan. Kol Llidre wurde zurnckgesendet, weil für uns nicht brauchbar: wir legen hauptsächlich Wert auf kurze aktuelle politische Nachrichten. Für alle Glückwünsche, die wir von Fern nud Nah erhielte», dankt die Nedaktio» imd Administrativ». Aitucutaud, von Theodor! H e rjz l. Hermann Svöinann Nachfolger, Leipzig. Polit.-nnthrop. Revue, Oktoberheft. Inhalt: DaS Programm der Polit.-anthrvp. Revue. Die Herausgeber. Die Menschenrassen Europas, (ünstad Kraitschek. Die psychische Entartung des inoderiien WeibeS, Ludwig Woltmaun. Der Wert des Bnreneleinentes für die Kolonisation von Südafrika, Gustav Fritsch. Zur Naturgeschichte des Herrschertalents und Genies, Albert Neibmayr. Die psychologische» Naturbedinguligen des Sozialismus, Friedrich Naumann. Schönheit und Liebe, Johannes Lübke. Bertchte, '-6csprechungen. aus oim io Welt-Schuhe erzeugt jetzt die bekannte Schuhfirma M i ch c tst ädter , welche es verstanden hat, die Vorteile des amerikanischer Systems mit Wiener Schick zu vereinen, so daß sie die amerikanische Konkurrenz in Frankreich mch Deutschland mit ihren eigenen Waffen bekämpft und MichetstädterS Welt-Schuh sich durch elegante Paßform und Dauerhaftigkeit auch in ganz Oesterreich allgemeine Beliebtheit erworben hat. Niederlagen: 1. Bez., Nothcnthurmstraße 19, 7. Bez., Mariahilserstraße 58. Immer nur „echt", fsticht selten hört man beim Einkauf den Wunsch äußern, ja nur die „echte" Ware zu erhalten. Was aber ist eigentlich „eeht"^ Man bezeichnet damit das „Ilrsprüngliehe", daS „Erste", das so hergestellt ist, ivie der Erfinder es haben wollte. Nun licgt's aber in der heutigen Zeitrichtnng, eine mute,' gute Sache, die mit Erfolg ausgenommen wurde, sofort „nachzuahmcn", und die Nachahmung als „ebenso gut", sogar oft als „besser" auszubieten. Dies geschieht zumeist bei den Nährmitteln/ obgleich es gerade da am.wichtigsten 'ist, dem „Unechten" ans dem Wege zu gehen. Llls vor mehr als einem Jahrzehnt Kathreiners Kneipp-Malzlaffce durch seine ungewöhnlichen Vorzüge überraschend schnell in der Familie Eingang fand, waren auch sogleich die Nachahmer da, um gewöhnliche Nöstprodukte, die dur im Aeußeru der echten Ware ähnlich sahen, für diese als „gleich gut" zu unterschieben, um ihren Vorteil dabei zu finden. Wohl dauerte die Täuschung nie lang, denn unsere Hausfrauen, die sich das. ein- oder cmderemal „überreden" ließen, eine Nachahmung zu versuchen, merkten bald den großen Geschmacksimterschied. Aber hört der eine auf, fängt der andere wieder an, deshalb tut jede Hausfrau gut, wenn sie auch die Erfahrung mit dem „Unechten" noch nicht gemacht hat, beim Einkauf des Malzkaffees immer den Beisatz zu gebrauchen: „aber den echten Kathreiner" in den bekannten Käthreiuer-Paketen. Denn nur dieser besitzt den beliebten, angenehmen, dem Bohnenkaffee nahekommendcn Geschmack und verbessert allein das zur tägliche» Gewohnheit gewordene Kaffeegetränk.?lneh ist der „ djle Kathreiner" anerkannt der beste Ersatz für den Bohnenkaffee, Ivo dieser ärztlich untersagt wird. „K'athreiner" war und ist eben das erste, echte Fabrikat, noch heule unerreicht in seinen Vorzügen. Bei ihm gilt wirklich die so bewährte Devise: „Das Echte ist daS Rechte!" UitteHungeu des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien. II., Tabcrstrasse 59 lT e I o p h o n Nr. 13.920; V or gemerkt sind: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 5 Aufpapper, -I Bäcker, 8 Buchbinder, 2 Buchdrucker, 1 Partonagearbeiter, 1 Destillateur, 3 Fleischhauer, 4 Friseure, 8 Goldarbeiter, 13 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 42 Hilfsarbeiter, 1 Pcllermeister, 6 Kellner, 4 Kürschner, 5 Pntscher, 2 Laufburschen, 1 Lederzurichter, >8 Lehrlinge, 2 Magazineure, 4 Maschinisten und Heizer, 1 Mechaniker, 7 Metallarbeiter, 2 Monteure. 29 Schlosser, 10 Schneider, 1 Schriftsetzer, 2 Schuhmaeher, 2 Selcher, II Spengler, 1 Tapezierer, 5 Taschner und Riemer, 4 Tischler, 8 Uhrmacher, 3 Zinnnermater, 1 Zuckerbäcker. II Kbix-C : Ke'-dmä'-ni-:- Ke A»»««>tfdlte 6 Bran11twei»verschleißer, 24 Buchhalter und Korrespondenten, 103 Kommis diverser Branche», 47 Kontoristen und Strazzisteil, 3 Jiilässanten, 7 Kanzlisten und Schreiber, 2 Maiiipulanten und Expedienten, 5 Platz-Agenten und -Vertreter, 45 Praktikanten, 2 Reisende - Weib|ii'|)H Abthe*bin<> 6 Bonnen, 74 Kontoristinnen und Kanzlisiinnen, 1 Kravattennäherin, 8 Erpedientinnen und Manipulantinnen, 7 Hilfsarbeiteriimeii, 1 Kindermädchen, I Köchin, 2 Miedernäheriniien, 2 Pflegerinnen, 32 Praktilmitiimeii, 4 Schneiderinnen, 27 Verkäuferinnen, 2 Verschleißerinnen, 8 Wirtschafterinnen. III. Klasse: Geistine Artnv'. 42 Hauslehrer n. Hofmeister (meistens Hochschüler, ivelche Gymnasiasten und Realschüler iinteirichleii), 7 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Offsne 8te!!en. Gesucht worden von miinnliehem Porsomil: mehrere Sirohhiiiappretenre, Glaser, 1 Büchsenmacher, mehrere Gcvlanterie- und Stockdrechsle^. mehrere Damenkonfektioiis- Schneider, Lehrlinge aller Branchen (mit Ausnahme Mechaniker und Maschinenschlosser), 1 Installateur für Gas- und Wasserleitung, 2 Elektromoiiteure, mehrere Spezereikommis, Kontoristen mit Französisch, tüchtiger Verkäufer und Auslage-Arrangeur, Lagern. Kvnt^praktikanteii. Kontoristinnen mit Französisch, Erzieherin mit Klavier und Französisch, Kiiidergärtneriiiiien, Wirtschafterinnen. H \ E \ i