Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 40 (3.10.1902)
- Date
- 1902-10-03
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Volksblatt 3. Oktober 1902 Seite 8 Wien, Freitag lofe Voreingenommenheit. Dasselbe Öofiiljt findet sich in Rumänieic in iibcrtriciicncv Form. „P a l ( Walt 0 a 3 c t: r" bestätigt Ehamberlains Meinung. Man kann die Juden nicht ausrorten, selbst vorausgesetzt, es wäre für die Gesellschaft von Segen. Jedes Land hat die Juden, die es oerdient. Wer am mittelalterlichen Ghetto festhält, hat Ghettolinder. Der minderwertige Jude tfr ein christliches Produkt, und wenn das Fabrikat nicht ein ideales ist, koimnt es dem Christentum nicht zu, dem Juoentum darob Vormürfe zu machen. „2 t. I a m e s Gazette" glaubt nicht an ein unmittelbares Resultat der Hay'scben Rote, weil die Mächte sich Hilten werden, etwas Positioes zu stin. -Offenbar begreift man zu Berlin, v Wien und Petersburg, das; eine Aktion gemäß den^mensehenfreundlicheu Borschlag Washingtons, den rumänischen Inden Recht und Billigkeit zu verschaffen, blos; die handgreifliche Replik: Tu quogue (aitcti du) veranlassen tvürde. Die „Wesrmi nster Gazette" schreibt: Mehr als je tun uns setzt die rlimänischen Juden leid. Jüngst erst sagten Ivir, lute trefflich es von den Amerikanern sei, für sie zu iilterveniereu rmd tvcigerten uns. an andere als humanitäre Motive zu glauben. Aber die Folge ist enttäiischuilgsvoll. Mr. Hab erklärt, das Auswanderungsverbot räume die eiitzige direkte Kontroverse ztvischeu Amerika mtd Rumänien hinweg. Damit sind die Juden übler daran als zuvor. Der altkonservakive ,.P a t r i o t u l" küildigt eilt Protestmeetillg gegen die Passivität der Regierting angesichts der amerikanischen Zirkularnote an. Bücher-Einlaus. Neue Lcistungcu. Bon Hermann Kahan (Stanislau). _— Der Büchermarkt wird täglich reicher. Bücher, Ivelche die Presse verlassen, sind oft kunstvoll allsgestattet und es wäre erfreulich, auch von den jüdischen Werkeil dasselbe berichten zu können. Deutschland steht jedenfalls auf einer Hoheit Stufe im Buchdruck uttd das vor kurzem in der Verlagsbuchhandlung Hermauu Seemaitu Nachfolger in Leipzig von Otto Grautoff erschienene Buch „Die Entivicklung der modernen Buchkunst in Deutschland (gr. 4°, 219 S. Preis geb. 9.— Mk.), bestätigt diese Behauptung noch mehr. Einen großen Ticilst hat der bekannte Essayist mit der Abfassting seines obengenaunten Werkes für Bücherfreunde erwiesen, welches zahlreiche farbige Tafeln, Beigabeit mtd Tcrtillustrationen enthält. Grautoff ist Buchkenner, der als Meister es verstanden hat, die ornamentale Buchausstattuilg zu behandeln, die speziellen Leistlingen T. H. Fidus und der Verlagsbuchhandlung Eugen Friedrichs in sachlichen Artikeln hervorzuhcben und auch über Schriftcntwertungen, Fonnen, Gießercien, Zeichnungen und Schnitte zu sprechen und mit Fachkenutnis zu kritisieren. Auch das unlängst erschienene, in die jüdische Lesewelt bereits epochal gewordene Buch „Juda" von Börries von Münchhausen finden wir hier.rezensiert. Teil „Weihetitel" des Buches sowie „Rahab, die Jerichonisten" von E. M. Lilien hat Grautoff kopiert (S. 84 und S5) und Seite 87 urteilt Grautoff über die Tätigkeit Liliens. Es wird den Leser interessieren, ein der Wahrheit entsprechendes Urteil über Lilien zu hören. Grautoff ist ohne Interesse und seine Meinung maßgebend. „Auch Ephraim Mose Lilien", beginnt Grautoff und fährt barm fort „ist keine allzu starke und mit sich fortreißende Künstlernatur; Morris, Sattler und Fidus blicken in feinen Schöpfungen durch; seine Technik ist schwer, wuchtig, breit mtd kräftig konstruiert, oft sind seine Linien aber kalt und leblos. Wir begegnen ihm in der Jugend in einigen wenigen bedeutsamen Ar.-- beiten, dann stattete er Wildenrauts Roman „Der Zöllner von Klausen" aus, entwarf einen Umschlag zu Breslauer und Meyers Antiquariatskatalog, arbeitete auch vorübergehend für Schuster und Löffler, um schließlich sein Bestes zu geben in dem Balladcnbuche „Juda" von Börries von Mönchhausen. Es scheint, die Zeichnungen sind für diese hebräischen Mythen und Legenden ihm deshalb besonders gelungen, weil er hier seiner Natur vollkommen freien Lauf lassen konnte. Durch alle figürlichen Darstellungen sowohl, wie auch durch den ornamentalen Schmuck geht, dem Inhalt des Buches adäquat, ein stark mosaischer Zug, der sich sehr glücklich mit dem Texte zu einem harmonischen Gesamtton zusammenfindct. Wie wir es aber bei den Juden sehr häufig finden, scheint er sich leider hie und da doch gefürchtet zu haben, seine jüdische Natur allzu stark und selbstbewußt zu betonen, dann dämpft er in der Physiognomie das Charakteristisch- Jüdische und legt noch einen leisen Anklang an germanische Typik hinein, wie in den Zeichnungen zu den „Gesäugen des Jehuda" und „den Engeln". Nein dekorativ betrachtet, sind die Zeichnungen zum großen Teile von starker und geschlossener Flächenwirkung, breite Mächen in Schwarz und Weiß stehen einander gegenüber, von denen die Konturen der Zeichnung, die allerdings einigemale ins Tifketude schweifen, sich kräftig abheben; hervorragend schön und wirkungsvoll ist der Entwurf des Einbandes. Doch so erfreulich uns dieses Buch im einzelnen auch erscheinen mag, allzu große Erwartungen vermögen wir au die Entwicklung dieses Künstlers kaum zu knüpfen" . . Daß der Autor den Catalogue des livrcs paremiologigues, eompasout la bibliotheque de Jgn. Bernstein, Barsovic 1900, sowie Kohuts „Berühmte isr. Männer und Frauen" iA. H. Payne, Leipzig, Ung. Wochenschrift 1901 Nr. 90, 1902, Nr. 4), nicht erwähnt, muß uns wundernehmen. Im übrigen bezeugt die elegante, sehr zweckmäßige Ausstattung des Grautoff'schen Buches den soliden Geschmack der Verlagsfirma, welche sich stets darum bemüht, die Publikationen sorgfältig schön und billig, auszustatten. Der Manu als Tierrasse und seine Triebe. Beiträge zu Darwin und Nietzsche von Dr. W. Nheinhard, Leipzig, Verlag von Theod. Thomas. Tie Entwicklung zum Sozialismus von Prof. Emile Vcmdervelde. Verlag der Sozialistischen Monatshefte. Berlin W. 85. Kulturprobleme der Gegenwart, herausgegcven von Leo Levy. Band 8. W i r u n d d i e H u in a n 11 ä t von Alfred Klaar, Berlin W. .15. Verlag von Johannes Rüde. Tie Bodenreform von Adolf Damaschke, Vorsitzender des Bun- , des der deutschen Bodenrcformer. Briefkasten. Secundarius. Sie schreiben uns: Als Sie seinerzeit die Wirtschaft in dem jüdischen Spitale angriffen, entgegnete man Ihnen von wohlbezahlter, Pardon wohlinformierter Seite, daß das jüdische Spiral dazu diene, jüdischen Aerztcu, denen die anderen Spitäler verschlossen sind, Gelegenheit zu bieten, zu lernen und zu lehren. Und ausnahmsweise hat dieser Weise nicht einmal die ganze Wahrheit gesagt, geschiveige denn, daß er gelogen hätte. Es ist nämlich viel Mehr wahr. Ein Arzt tvollte sich sogar schon taufen lassen, da wurde eine fette Stelle frei —- und er blieb dem Glauben seiner Väter „t r c u"! Sie sehen also, wie das jüdische Spital das Judentum stärkt. Allerdings reicht die Stärkung nicht bis zur zweiten Generation. So wirkt schon seit lauge ein Primarius am Spital, dessen Sohn getauft ist und sogar den väterlichen Namen abgelegt hat. Sie sehen also ein, tute unrecht sie haben. I. Karl. Die Künste der „Konkurrenz" sind uns seit langem bekannt; doch lassen sie uys vollständig kalt. . Ischl er. Herr Karl Kraus heißt nach unseren Informationen nicht Chaim, sondern Joseph Schmul, auf hebräisch. Frauenverein. Es ist richtig. Frau Ottilie Bondy wurde im 70. Lebensjahre erleuchtet und in den Schoß der alleinseligmacheuden Kirche aufgenomincn; >vir sind neugierig, was für Gesichter einzelne getverbsmäßige Lobredner machen werden, die ihr anläßlich des 70. Geburtstages in jüdischen Blättern Hymnen widmcten. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Li u l k e. (Fortsetzung.) E i u P r a ch tbau. Es ist just nicht notlvendig, daß ein Ort in der Geographie vorkommt; er kann darum doch sehr merkivürdig sein, lvenn er auch nicht berühmt ist. Wer möchte es diesem Orte ansehen, lvas sich hier ereignet hat, ivenn nicht die Schul', die auch in Jeruschulaim steh'n könnt', daran erinnern möchte! Jetzt ist sie freilich nicht mehr neu, sie ist schon fünfzig Jahr' alt, aber lvas sind fünfzig Jahre für ein Alter bei einem solchen Gebäude! Das ist aufgestellt wie für die Elvigkeit. Ich dcuk'S noch, wie lvenn es gestern geschehen wär', wie man die Schul' gebaut hat. Packetell hat sich damals etlvas getan. Nicht wie in anderen Gemeinden, lvenn mau eine Schul baut, ist man herumgegaiuzen in der ganzen Welt, um das Geld mühselig zusammenzubringen. Löb Frank ganz allein, er ganz allein aus seiner eigenen Tasch' hat sie so hergestellt, wie sie da steht, mit allem, lvas drinnen ist. Auch nicht ein Nagel, der nicht von ihm bezahlt lvordcu lväre. Denil so wollte eS sein Weib Jeutel Frank ausdrücklich haben. Sie war eine „Frau", pic man sie selten findet, und ein Reichtum ist doch dagewcseu, von dem ich haute noch etwas zu erzählen weiß; obzwar ich noch immer nicht weiß, lvomit ich das verdient Hab', daß mir das alles zugefallen ist. So sprach Röscle Bernstein, als sie mit ihrer Freundin vor dem Prachtgebäude stand, Aurclie hatte Lust, die Synagoge zu besichtigen und ließ sich dabei von ihrer Freundin geleiten. „Kann ich sie auch von innen besehen?" fragte die Meicrhöferiu. „Was denn?" gab Rösele zur Antwort — „und wcrd' ich Sie denn führen die Schul' auzusehen und werd' Sie da mif der Gass' stehen lassen; drinnen werden Sic erst scheu, was sich da tut; aber früher muß ich zum Rabbiner gehen, den Schlüssel zu holen." „Was ist der Rabbiner für ein Mann?" „Was heißt, was er für ein Mannt ist? Ein seiner Manu, ein frommer Manu, ein ausgezeichnetster Mann." „Dann wird er's doch nicht übel nehmen, wenn ich mit Ihnen komme?" „Ilcbelnehmen? — Auch reckst! Unser Rabbiner ist nur auch so ein Mensch, der einem alles übel nimmt! Konterär, er wird gewiß ein großes Vergnügen haben, wenn Sie hinaufkommen werden. Und reden können s^ie mit ihm auch ein Wörtel. lvas nicht ein jeder versteht. Er ist zivar schon ein alter Mann, Gott soll ihn leben und gesund lassen, aber ein gescheiter Mensch und ein feiner Kcrf, Keiner von den neumodischen Komödianten, aber auch nickt von den ganz altvätcrischen. Just in der Mitte. >o lute es 0V.it und nie Welt will haben. Er hat auch viel deutsche Bücher sein Lebelang gelesen.'' „Was hat er von Felix gehalten?" „Er hat ihn sehr gerne gehabt. Er hat zivar manchmal mit 'hm gestritten, aber ich weiß, daß er v>'-st auf ihn gchntcen h.st." „Waren ihm also die Ansichten, die im Tagwuh ausgesprochen sind, bekannt?" „L "V-inu? Hat denn Felle aus se'nem?up und Lassen ein E'eh'.'mn 3 gemacht? Gelesen hat er es nicht, aber wie Felix lenkt, h n er gewusst. „Und was meint er von dem Schlüssel, den Felix nicht finden koinie?" „Von dem Schlüssel? Ich Hab' einmal mit ihm davon gesprochen, und da hat er mir eine sehr merkwürdige Geschichte erzählt, aus welcher sich denn auch seine Meinung ergeben hat. So weit ich cs verstehe, kommt cs mif eins heraus nur sind cs andere Worte, denn zuletzt kommt alles an auf das gute Herz." „Sie werden mir diese Geschichte doch nicht vorenthalten?" „Ich erzähl' Sie Ihnen reckst gern', aber wenn Sic zum Rabbiner mitgehen, können Sic sie ja von erster Hand haben. Er kann ein bissel besser erzählen, als lute ich." So gingen die beiden Frauen zum Rabbiner. Da saß er denn, der gute Alte, forschend im. Talmud, den er vor sich aufgeschlagen hatte. Ein freundliches Gesicht, von einem weißen Barte umrahmt, ei» schwarzes Samtkäppchen auf dem Haupte, doch so weit nach hinten verschoben, daß es die schön gewölbte Denkerstirn nicht verdeckte. Gutmütige Augen, in denen zwar nicht mehr das ehemalige Feuer der jugendlichen Begeisterung brannte, dafür aber in stiller Wärme der Bedürftigkeit und Weisheit wohltuend strahlte. Ueberrascht hob er den Blick von dem mächtigen Folianten, in dem er soeben eifrig las, als die beiden Frauen in seine Stube traten. „Das ist die neue Meierhöferinl" sagte Rösele Bernstein, „sie will das Vergnügen haben, unseren guten Rabbiner kennen zu lernen." „Ist mir eine große Ehre!" sagte der Rabbiner, indem er sich erhob und die Frauen bat, Platz zu nehmen. „Sie werden hier bei uns nickst viel besonderes sehen," fuhr er fort, „ein kleiner Ort bietet nicht viel." „Ich habe bis jetzt schon viel mehr gesunden, als ich hoffen durfte — ettte ganz besondere Freundin, eine Schwester, hier," antlvortete Aurelie, indem sie Rösele Bernstein bei der Hand ergriff. „Das macht Ihrem Geist und Ihrem Herzen Ehre, denn Sie haben keine schlechte Wahl getroffen!" sagte der Rabbiner. Rösele Bernstein aber, in Verlegenheit über das Lob. das ihr in ihrer Gegenwart von beiden Seiten gespendet wurde, sagte rasch: „Herr Rabbiner, Sie werden verzeihen, der Zweck unseres Besuches ist eigentlich ein anderer. Wir kommen um zwei Schlüssel. Meine Freundin will die Schul' besichtigen, das ist eins, und daun ist sie eine große Freundin voii Geschichten." Den ersten Teil verstehe ich," sagte der Rabbiner, „und der Sckjlüssel zu der Schul' steht Ihnen frei; ben anderen Teil aber verstehe ich nicht. Was für einen zweiten Schlüssel meinen Sic, und wie hängt er mit der Vorliebe für Geschichten zusammen?" „Ich habe in Ihrem Namen meiner Freundin das Versprechen gegeben," sagte Rösele Bernstein, „daß der Herr Rabbiner die Güte haben wird, ihr die Geschichte von dem Schlüssel zu erzählen, die Sie mir einmal bei einer gewissen Gelegenheit erzählt haben. Ich bin mit meinem Versprechen vielleicht zu voreilig geiveseu," „Ich werde Sie," .sagte der Rabbiner liebreich, „einer solchen Freundin gegenüber nicht zur Lügnerin machen, ich will gern Ihr Wort einlöseu. Nun setzte mau sich erst zurecht und der Rabbiner erzählte Ivie folgt: Einmal und einmal lebte >n einer jüdischen (Gemeinde ein Mann, der etwa sehr reich. Sein Vermögen!uar so groß, daß er selbst es nicht zählen konnte, Gold und Silber, Häuser, Gewölbe, Wären, Pferd und Wagen, Schafe, kurz, er war so reich, daß er den Fürsten hätte können fragen, wie teuer der ganze Ort ist, und es lväre ihm noch Geld übrig geblieben. Der Manu lvar pehr hartherzig, er lebte nur für sich, um die Armen kümmerte er sich nicht, und nie hat mau gehört, daß ein Dürftiger von ihm etwas bekommen hat. Seine Schätze und Reichtümer versperrte er in seine Kästen und Gewölbe, und 'niemand hat davon etlvas genossen. Er lvußte nicht, lvas Wohltun heißt. In einer einzigen Sache lebte er Gotten Gefallen; er hat eine geschickte Hand gehabt und leistete Nr. 40 stern seinen Dienst, wenn ein jüdisches Kind männlichen (Geschlechts am achten Tage nach der Geburt in den Bund Abrahams aufgcnommen werden sollte. Dieser Sache befleißigte er sich mit großen« Eifer, Zeit, Mühe und selbst Geld hat er nicht gescheut, lvenn sich ihm (Gelegenheit geboten hat, dieses Olebot Gottes zu erfüllen. Einst ist er über Feld gegangen, und ivie er so geht, sieht er von Weitem ein Fuhrwerk. Das Fuhrlverk kommt immer näher, und ivie es ganz nahe ist bei ihm, bleibt es stehen, und ein schöner, ansehnlicher Mann steigt herunter. Der Manu fragt ihn, ob er ihn« nicht sagen kann, lvo Reb Jaikelv Mohl zu finden ist, dessen Ruf lueit und breit bekannt sei. „Reb Jaikelv Mohl bin ich selbst," antwortet er ihm ganz überrascht und fragt ihn, was er von ihm verlange. „Es hat meine Frau ein .Kind geboren." sagt der Fremde, „und dieses lvill ich in den Bund Gottes aufnehmcn lassen; deshalb suche ich Euch auf. Nun, da iih Euch gefunden, setzt Euch zu mir auf den Wagen und fahrt gleich mit mir au Ort und Stelle." „Wo ist cs denn?" fragte Reb Jaikelv Mohl. „Das rverdet Ihr schon sehen," gibt ihm der Fremde zur Antwort. „Setzt Euch nur herauf. So setzten sich die beiden Männer auf den Wagen. .Kaum sind die beiden Männer aber auf den Wagen gestiegen, so ist das Fuhrlverk mit einer solchen Geschwindigkeit davougcfahrcn, daß Reb Jaikelv Mohl nach lveuig Minuten die Gegend incht mehr erkennen konnte, in der sie sich befunden hatten. Heber Wiesen und durch Wälder, über Berge und über Flüsse, überall ist das Fuhrlverk mit gleicher Schnelligkeit fortgcflogen, so daß ihm bald angst und bange wurde und Hören und Sehen verging. Doch hat er sich nicht getraut, erwas zu sagen oder eine Frage zu stellen, denn er hat gemerkt, cs geht nicht mit rechten Dingen zu. So hat er sich in sein Schicksal ergeben und abgelvartet, was da kommen wird. Endlich sind sie durch einen finstere» Wald gefahren und in der Mitte von dem Walde bei einer Höhle stehen geblieben. (Schluß folgt.) bas Credit - Institut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, r. 6. m. b. H., Wien, II/3, Leopoldsgasse Nr. 49 Uebernimmt Spareinlagen zu 3ya Percent mit 14tägiger,. zu 4 Percent mit monatlicher, zu ¥/2 Percent mit dreimonatlicher Kündigung. Gewährt seinen Mitgliedern Credite zu coulantestetii Bedingungen. In Anbetracht, des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns, jeden Glaubensgenossen zu ersuchen, dasselbe durch Beitritt zu unterstützen. Das Directorium. Bezüglich Rimessen-Escompte werden seinerzeit die näheren Bedingungen bekanntgegeben. Als Magazineur, Kanzlist, Expeditor,. Geschäftsgänger oder Adjustierer sucht ein unverschuldet ins Elend gerathener Familienvater Stelle. Anträge sind zu richten an Ignaz Schwarz, III., Thomasplatz 1, Tür 41. Besitzer einer schönen Baritonstimme sucht Stelle als Kantor oder Vorsänger. Anträge sind unter der Chiffre „J. W.“ an die Adm. d. Blattes zu richten. Mitteilungen des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Oer Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Tabor* Strasse 59 (T e 1 e p h o n Nr. 13.920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an,. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte' beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. V orgemerkt s i n fl: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 33 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener, 51 Hilfsarbeiter, li Holzbildhauer, 1 Kellermeister, 0 Kellner und Marqueure, 3 Kürschner, 8 Kutscher, 0 Laufburschen, 24 Lehrlinge, 3 Magazineure, 4 Maschinisten und Heizer, 4 Mechaniker, 8 Metallarbeiter, 4 Monteure, 27 Schlosser, 1 Schmieds 18 Schneider, 2 Schriftsetzer. 1 Schuhmacher, 4 Selcher, 9 Spengler, 1 Tapezierer, 0 Taschner und Niemer, 5 Tischler, 5 Uhrmacher, 1 Zeichner, 3 Zimmermaler. 11 Klas**e : Kajifniäneische A^qestellte 8 Brauutlvcinverschleißcr, 20 Buchhalter und Korrespondenten, 106 Kommis diverser Brauchen, 54 Kontoristen und Strazzisteu, 4 Inkassanten, 10 Kanzlisten und Schreiber, 4 Manipulanten und Expedienten, O.Platz-Agenten und -Vertreter, 4!) Praktikanten, 3 Reisende. Weibliche Abtheilung. 4 Bonnen, 71 Kontoristinnen und Kauzlistinneu, 9 Expedientiunen und Manipulautinneu, 4 Hilfsarbeiterinnen, 31 Praktikantinnen, 2 Schneiderinnen, 38 Verkäuferinnen, 1 Verschleißer, 2 Wirtschafterinnen. Ul- Kla*«e: Hetsnue Arbeit. 41 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichten, 6 Lehrerinnen uub Erzieherinnen. Offene Stellen. Gesucht werde*. von müh "Hebern Personal: G Aufpappcr, 2 Bäcker, G Buchbinder, 2 Buchdrucker, 1 Karkonagcarbeiter, 1 Destillateur, 3 Friseure, 0 Goldarbeiter, 1 Gürtler,