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Jüdisches Volksblatt · 1902-09-05 · 36 (5.9.1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
36 (5.9.1902)
Date
1902-09-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 5. September 1902 Nr. 36 bcn frtim?*) Statut oder will sich Herr R. nicht daran erinnern, ivas für ein Lärm entstand, als mait in Galizien den Schulzwang entführte, wie man förmlich Fast- und Gcbettage veranstaltete, itnt die „bittere Gesere" abziiwenden, wie viele Strafgelder da in die 'Staatskassen flössen mtd itoch heutzutage fliehen von Leuten, ivclche fielt hartnäckig weigern, ihre Sri »der itt die Schule zu schicken. Will fleh Herr R. daran nicht erinnern, welcher LärM entstand, als Baron Hirsch — der aus reiner Meitschcitliebc sein großes Vermögen zur Hebung seiner Stammesbrüder opfern wolle — seine Schulen in Galizien einzuführcu versuchte, lvie man förmliche Vcrschivörungcn veranstaltete, wie vott der Kanzel gegen ihn — als den Sohn der Hölle — ausgezogen wurde, wie man bei den Behördenintrigicrtc, uut den Teufel Bildung fernzuhalteit. Will Herr 9t. leugttcn, daß der Jude in Galizieit einen jedeit, der sich nur nieigermaßen von deit starrett Dogmen der althergebrachlen Gesetze emanzipiert, verachtet und verabscheut, ivill er leugtten, daß selbst der Nationalismus bei den Juden auf harten Widerstand stieß? Nicht an den langen Kleidern, sondern an dem kurzen Ausblick, an dem beschränktet! Gesichtskreis erkennt mau den kulturellen Rückstand des galizischen Juden. Herr R. will meine Behauptung der geistigen Umnachtung damit widerlegen, daß den Juden Aufgewecktheit und Raffiniertheit jedenfalls bringt das uns keine Ehre) nachgcsagt wird, wenn man Aufgewecktheit für Aufgeklärtheit. Wen tmtatt Raffiniertheit für Klugheit ausgeben will, dann hat Herr R. allerdings recht. Aber will Herr R. auch leugnen, daß heute — im 20. Jahrhundert — in Galizien ein Fanatismus, ein Aberglaube herrscht, wie er nur noch im dunkelsten Rußland möglich ist; wo noch der Wunderrabbi herrscht, rvo Tausende und Abertausende pilgern, um Wunder zu erbitten, wo bei geschäftlichen Unternehmungen in Heiratssachen selbst in Krankheitsfällen nicht auf Vernunft, auf Herzensneigung, auf ärztlichen Rat, sondern auf das Wort des „Zadik" gegeben wird, das kann und wird Herr R. nicht leugnen, denn das sind leider unlviderlegbarc Tatsachen, Tatsachen, die den polnischen Juden zur traurigen Berühmtheit machten. Herr R. tritt auch meiner Behauptung entgegen, daß der galizische Jude die physische Arbeit verschmäht und die Arbeit und den Arbeiter verachtet, zum Beweis führt er die jüdischen Bcrgbauarbciter und einige hundert Korbfabrik- und Papicrfabrikarbeiter an. Nun ist es mir niemals eingefallen, zu behaupten, daß es keine Ausnahntcn gebe, daß aber diese Ausnahmen gering sind, ist ebenso wahr als traurig. Der jüdische Arbeiter verdient in meinen Augen die größte Achtung. Hand aufs Herz! Herr Reichenberg, ist dies auch bei allen Juden der Fall? Wird nicht vielmehr der Arbeiter als etwas Minderwertiges und Niedriges betrachtet, wird er nicht bei jeder Gelegenheit zurückgesetzt, selbst im Bethause, wo doch vor Gott jeder Mensch gleich sein soll, wird er da nicht zurückgebrängt und mißachtet, und ist nicht der Ausdruck „Baal Melache" gleichbedeutend mit Paria? Herr R. beklagt sich, daß in Galizien keine Industrie ist. Das ist wahr, obgleich diese Klage im Munde des Herrn R. nicht gut klingt, denn, wenn er einerseits die Entwicklung der Transportmittel für schädlich hält, kann er doch andererseits nicht verlangen, daß die Industrie aufbluhen soll. Eines ohne das andere ist nicht denkbar. Aber dafür haben die benachbarten Länder ausgedehnte Industrieanlagen und brauchen Arbeitskräfte, dafür hat Columbus noch vor 400 Jahren gesorgt, als er für die arbeitsuchende Menschheit Amerika entdeckte. Aber mit der Auswanderung hapert es auch, denn draußen muß man arbeiten und man kann auch nicht „abgehütet" leben. Erfreulicherweise gibt es auch hier Ausnahmen und ich empfinde immer eine Genugtuung, wenn ein armer herabgekommener Jude nach einigen Jahren aus Deutschland oder Amerika zu Besuch oder ganz heimkehrt und nebst einem mehr oder minder hübschen Sümmchen Geldes auch einen wohlgenährten Körper, schönes Aussehen und einen, wenn auch wenig aufgeklärten Geist mitbringt, ans diese Leute wird aber von den „Frommen" mit mitleidiger Verachtung herabgeblickt (obgleich sie sich nicht scheuen, so einen Abtrünnigen tüchtig anzuschnorren) und deren Beispiel findet nur schwache Nachahmung. Ich will also nochmals wiederholen, vor allem ist in Galizien Bildung notwendig. Bildung! Aufklärung! um jeden Preis und wenn auch die gegenwärtige Generation davon nicht viel wird profitieren können, so werden wir wenigstens das Bewußtsein haben, daß die kommende Generation einer besseren Zukunft entgcgengeht. Hiermit will ich meinerseits die Diskussion für geschlossen erachren; mit dem bloßen Diskutieren ist dem Nebel noch nicht abgeholfen. Herr Reichenberg hat uns einen Artikel über die Mittel zur Sanierung der wirtschaftlichett Lage der galizischen Juden versprochen, wir werden diese Arbeit mit Freuden begrüßen. Gorlice. DesiderHarlig. Der Verfasser ist Nationaljude und verlangt die Kenntnis der polnischen Sprache nur ans w i r t s ch a s t l i ch e n Motiven. Anm. d. Red. Biicher-Eiulaus. Professor Wilhelm Foerster: Lebensfragen und Lebensbilder". Sozialethische Betrachtungen. 1002. De. John Edelhcim Verlag, Berlin W. 35. Preis: broschiert 1.— Mk., elegant gebunden 2.— Mk. Wilhelm Foerster, Professor an der Universität unb Direktor an der Königlichen Sternwarte zu Berlin, ist bekanntlich einer der Gründer und Vorkämpfer der sogenannten ethischen Kmltur in Deutschland. Seit Jahren wirkt der Gelehrte unermüdlich für diese von ihm vertretene Sache und nicht zum wenigsten ist es sein Verdienst, daß sich in Deutschland eine Gesellschaft für ethische Kultur gebildet hat und in anderen Ländern Gründungen von Tochtergesellschaften erfolgt sind. Das Ziel dieser Gesellschaft geht darauf ans, eine .Kultur aufzubauen und zu verbreiten, die das Vorbild auf eine im Sinne des Fortschrittes des Menschengeschlechtes.verstandene Ethik gründet. In dem vorliegenden Bande hat nun der Gelehrte eine Reihe von Vorträgen und Aufsätzen gesammelt, die in den letzten Jahren entstanden sind und die sich mit den wichtigsten Fragen beschäftigen, die jetzt die.Kulturtvelr bewegen. Es sind, tvie der Untertitel schon ^besagt, sozialcthische Betrachtungen; mtd in der Tat tritt sehr bedeutsam neben dem ethischen Moment gerade das soziale hervor. Professor Foerster ist davon überzeugt, daß das Ethische vom sozialen sich nicht trennen läßt. Er steht daher vor der Notwendigkeit, sich mit den einzelnen sozialen Probleuten ztl beschäftigeit und eine Lösung derselben zu finden, die der Förderung seines Ideals nützlich sein könne. In dem vorliegenden Buche wirft Foerster eine Reihe von aktuellen Fragen auf, die sich auch mit unserer Politik und unserer Gesetzgebung beschäftigen, wie die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit, die Duellfrage, das Verhältnis von Demokratie zu Fürstentum nsw. Daneben beschäftigt er sich mit Problemen» die zwar auf die Gegenwart Bezug haben, aber allgetueinerc Perspektiven eröffnen. Er diskutiert unsere Pflichten gegen die Träger von Autorität und Macht, unsere Pflichten in einem gcwalttätigen GcmeiiUvescn. Er schreibt über Notwehr und Strafe, über die Solidarität der Menschenwelt, über Gerechtigkeit in Sachen der Religion und .Kirche und über Weltanschauung und Gemeinschaftsleben. Er beschäftigt sich etwas eingehender auch mit der Franenfrage, in der er, wie man cs bei einem Förderer der ethischen Kultur erwarten kann, einen sehr vorgeschrittenen Stattdpunkt einnimtut. Außer all diesen „Lebensfragen" gibt er noch einige Lebensbilder. Diese bestehen hauptsächlich in Beiträgen zur lebcnsgeschichtlichen Würdigung von Napoleon dem Ersten, von Bismarck und nebenbei auch von M. v. Egidy. Sehr interessant bei aller Stürze und außerordentlich charakteristisch für die weite Auffassung des Gelehrten ist die Wiedergabe eines Erlebnisses aus dem Leben Napoleons des Ersten. Er erzählt da, lvie Napoleon nach der Schlacht bei Waterloo dem großen Mathematiker Monge die Pläne cröffncte, die ihm vorschwcbtcn. „Der Müßiggang", so sagte er, „würde mir die grausamste Tortur sein. Dazu verurteilt, nicht mehr Armeen kommandieren zu dürfen, sehe ich als dasjenige, >vas mir Geist und Seele ganz erfüllen könnte, nur die Wissenschaft vor mir. Nachznlernen, Ivas andere gefunden, würde mich nicht befriedigen. Ich will in dieser neuen Karriere arbeiten und Entdeckungen hinterlassen, die meiner wert sind. Ich brauche zunächst einen Gefährten, der mich schleunigst mit dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaften bekannt macht und aufs Laufende setzt. Sodann durchreisen wir zusammen den neuen Kontinent von Kanada bis zum Kap Hör und erforschen bei dieser nngeheurcn Reise die großen Phänomene der Erdphysik, über die die Gelehrten noch nicht schlüssig sind." In der Tat ein höchst charakteristischer Beitrag zur Beurteilung des großen Mannes. In der Zeit seiner größten geistigen Produktivität, als er die neue politische Organsatiou Frankreichs und sein Gesetzbuch schuf oder schaffen half, war Napoleon auch ein Kenner und Freund der exakten Naturforschung und es ist merkwürdig, zu sehen, wie der weltbürgerliche Idealismus des Menschengeschlechtes ihm als eine rettende Hand erschien. Er ahnte das kommende „naturwissenschaftliche Zeitalter". Wir haben in dem Buche eine Reihe von Studien vor uns, in denen überall die Gesichtspunkte unabhängigen und konsequenten Frciheitssinncs vertreten werden, zugleich mit bedachtsamer Gerechtigkeit nach beiden Seiten und mit weitestem kulturgeschichtlichen Horizonte. Es spricht in gleicher Weise der Gelehrte zu uns, wie der mit seinen Zeitgenossen tief empfindende Mensch. Die sozialethischen Betrachtungen verdienen es, eine sehr weite Verbreitung zu finden. Ilm dieselbe zu ermöglichen, hat die Verlagsbuchhandlung das starke Buch (es umfaßt etwa 330 Seiten) zu einem ganz geringen Preise ausgegeben. Die Ausstattung des Buches ist eine elegante zu nennen und es ist anzunehmen, daß dasselbe dem Verfasser und manchen von ihm vertretenen Ideen neue Freunde werben wird. Eingefeudet. Löbliche Redaktion! Die in Ihrem gesch. Blatte vom 29. v. M. erschienene Notiz „Autotomie" bedarf einer Berichtigung,^ resp. Ergänzung. Vor allem müssen wir konstatieren, daß wir unseren von allen Seiten geliebten und geschätzten Herrn Kultusvorsteher eine größere Seelenruhe erwartet, als in eben diesem Artikel gesagt wurde. Denn er hat vier getaufte Söhne — der vierte wurde vor kurzem getauft — die, wenn er endlich ans dem Kultusrate hinausgeworfen werden sollte, nach ihm Kaddisch sagen werden. Ferner hat derselbe eine Tat vollbracht, die ihm einst hoch angerechnet und mit goldenen Lettern von seinen Biographen verzeichnet werden wird. Er hat aus eigener Machtvollkommenheit — und leider ist in unserem Kultusrate niemand da, der ihm das zu wehren wagte — die jüdisch-deutsche Volksschule, die einzige Stätte, in der noch etwas jüdischer Geist gepflegt wurde, aufgelöst und den ersten Schritt dazu gemacht, indem er Einschreibungen in die erste Klasse nicht mehr entgcgennehmen läßt! lind die jüdischen Väter, deren Kinder in diese Schule n i ch t a u f g e n o m m e n, aber auch von der allgemeinen Volksschule zurückgewicscn werden, diese Väter sstzen, die Hände in den Schoß gelegt, da und verstehen nicht, was das heißt: Deine Kinder werden Analphabeten sein! Aber, Gott sei es gedankt, es gibt Lente, die für jüdische Interessen ein Herz haben und darüber wachen, daß die Jugend zu ganzen Inden erzogen werde. Es hat nämlich der jüdisch-nationale Bereit! „Zion" in' Suczawa eine öffentliche Volksversammlung cinbernfen, um die jüdischen Väter zu dieser Frage Stellung nehmen zu lassen; und diese jüdischen Väter sollen und müssen sich die Augen öffnet! lassen mtd einen Schrei der E n t r ü st u n g über dieses Vorgehen ihres Kultusvorstehers ertönen lassen, daß dieser bis ins innerste Mark erbebe, und sollen durch ein einiges, geschlossenes Vorgehen ihren Kultusvorstcher veranlassen, daß er diese Verfügung zurücknehme und den Kindern des jüdischen Proletariats nicht die Möglichkeit nehme, sich in höhere Stände aufzuschwingen! Juden! Sorgt für euer T e u e r st e s, für eure Kinder! —ch. Mitteilungen am dem Publikum " Verlobung. Herr B e l a Fried, Elektrotechniker in Men, hat sich mit Frl. Adele G r o ß, Nichte des Herrn Kultusvorstehers Hermann Eltbogen und Gemeinderats Moriz Ellbogen, verlobt. Tie Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu rafsmierten'/Geschmacke des Publikums Rechnung tragen zu könucn, die größten Anstrengungen machen müssen. Tatsächlich übcrbieten sich die Möbelfabrikanten in der Herstellung von modernen und modernsten Möbelgegenständen. Daß hierbei der wirklich feine Geschmack nicht immer auf seine Rechmmg kommt, ist nicht zu vertmtndern. lind so sicht man Kauflustige oft von einem Etablissement zum anderen wandern, ohne sich in dem großen Chaos von marktschreierischer Sezession mtd '(Geschmacklosigkeit zurechtzufindeu. Als einen treuen Wegweiser auf dem Gebiete des feinen Geschmackes in Möbeln aller Art müsset! wir daher das reichillustrierte Album des Möbelhauses Jacques Heiß, 9. Bez., Porzellangasse 20, begrüßen. Man findet hier wirklich moderne, diskret ausgeführte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf .Kosten der Dauerhaftigkeit hervvrgekehrt wird. Ein Besuch itt diesem Etablissement, auf dessen Jnferat wir hier besonders aufmerksam machen, wird sich stets als lohnend erweisen. In Anbetracht der täglich iinmer größer werdenden Konkurrenz in Haarwuchs-Mitteln ist es ratsam, ehe mau unnötig Geld ansgibt, die Marke „Komogen", Erfinderin: Hermine Winter, 9/1, Grüne Thorgasse 19, zu versuchen. — Dieses Präparat ist eines der ancrkemtcnswertesteu und erfolgreichsten der Gegenwart. Gute, billige Möbel sind fetzt in der Zeit der Verlobungen und Verheiratungen ein gesuchter Artikel. Das reichassortierte Möbellagcr von Hermann Hoffmann, 2. Bez., Stefaniestraße 13, bietet allen Möbelbedürftigeu die reichste, gediegenste Auswahl. Briefkasten. Kurgast in Karlsbad. Es ist gclviß ein sehr trauriges Zeichen, daß die reichen Juden aus Vraila und Bttkarest so schamlos sind, einen antisemitischen Nmnänen (Antisemit und Rumäne ist Pleonasmus) Dr. Cracianu zu konsultieren. Wir nehmen ferner zur Kenntnis, daß die Brüder Meißner, Besitzer des Cafe und Restaurant „Elephant", Antisemiten sind. Das Dienstmädchen und die Stabe. Sie finden es auffallend, daß das „Neue Armenische Tagblatt" (denn nachdem der Chef ein Eintreten für Juden mit der Begründung ablehnte, daß das „N. W. T." dadurch „jüdisch" würde, so ist es nach derselbe!! Logik infolge seines Enthusiasmus für die Armenier ein armenisches Tagblatt) — Sie finden cs also auffallend, daß das „N. W. T." einer u.n g l ü ck l i ch e n Katze, die sich beim Sturze von einem Fenster die Füße brach, in ihrer FrcitagSnmumcr fast hundert Zeilen widmete, dagegen tausende von rumänischen Juden, die in größtem Elende schmachten, nicht eines Wortes für würdig erachte. Dabei ist noch ztt bedenken, daß die Katzen sonst durch ihre Geschicklichkeit im Springen bekannt ist, die Katze des „N. W. T." daher eine Ausnahmskatze, wahrscheinlich ein Skater im Stopfe des Redakteurs war, während die Not der rumänischen Juden eine allgemeine ifh Aber, die Kaste läßt das Mausen nicht, und das „N. W. T." läßt nicht von den zwar gesunden, aber nicht sehr ehrenvollen Prinzipien eines Annoncenblattes. Mtöilungen des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (Telephon Nr. 13.920) bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitslose, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Vorgemerkt sind: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 1 Anstreicher, 7 Aufpapper, 3 Bäcker, 6 Buchbinder, 2 Buchdrucker, 8 Drechsler (Holzdrechsler), 1 Elektromonteur, 3 Friseure, 2 Glaser, 4 Goldarbeitcr, 1 Handschuhmacher, 27 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudieuer, 31 Hilfsarbeiter, 3 Holzbildhauer, 4 Kellner, 2 Kürschner, 4 Kutscher, 4 Laufburschen, 11 Lehrlinge, 3 Magazineure, 4 Mechaniker, 6 Metallarbeiter, 1 Photograph, 4 Monteure, 2 Niemer und Taschner, 32 Schlosser, 23 Schneider, 4 Schuhmacher, 2 Schriftsetzer, 3 Selcher, 2 Spengler, 5 Tapezierer, 1 Steinmetz, 15 Tischler, 10 Uhrmacher, 1 Zuckerbäcker. II. Klasse: Kaufmännische Angestellte. 20 Buchhalter und Korrespondenten, 77 Kotnmis diverser Branchen, 24 Komptoiristcn und Strazzisten, 13 Kattzlisten und Schreiber, 0 Manipulanten und Expedienten, 7 Platz-Agenten und -Vertreter, 50 Praktikanten, 2 Reisende. . Weibliche Abtheiiung. 1 Bedienerin, _ 47 Komptoiristinnen und Kanzlistinnen, 1 Kravattenzuscheiderin, 6 Expedietttinnen und M'anipulantinnen, 6 Hilfsarbeiterinen, 2 Kassafräulein, 2 Miederstickerinuen, 19 Praktikantinnen, 23 Verkäuferinnen, 1 Verschleißerin. III. Klasse: Geistige Arbeit. 5 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasiasten und Realschüler unterrichtet;), 2 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Offene 8tellen. Gesucht werden von männlichem Personal: 1 Heizer (geprüft), mehrere Gürtler (Broueearbeiter), Zimmermaler, mehrere Lehrlinge, 1 Holzschnitzer, 1 Uhrmacher, selbständig nach Ungarn, Komptoiristen (Schreibmaschine Remington), 1 Strazzist (Wirkwaren), 1 Strazzist (ital. Korresp.), 1 Kommis (Schirmbranche), 1 Kommis (Lederbranche), 1 Kommis (Papierbranche). Von weiblichem Personal: Modistinnen, Steppdeckennäherinnen, Kravattennäherinnett (nach auswärts, hoher Lohn), Ladenmädchen (keine Anfängerinuen), Bonnen. In der von der hohen k. k. Statthalterei konzessionierten Privat-Sprachschul^ der Frau Olga Kadisch wird nach leichtfasslicher und modernster Methode die französische Sprache in folgenden Kursen gelehrt: waÄttioh!”' fLpeJ ( AnMhauungsuntorriohtmitgelegent- Monat 1 ^oh etnfltessender Grammatik. II. Kurs, 4malwöchent- I lieh, 4 fi. per Monat, j III. Kurs, 4malwöchent- I lieh, 4 fl. per Monat. | IV. Kurs,4malwöchcnt- I lieh, 4 fl. per Monat. | V. Kurs, 4mal wöchent- / lieh, 4 fi. per Monat. \ Fortsetzung des Anschauungsunterrichtes, Redeübungen, methodische Grammatik. Konversation, Lektüre, Grammatik, Konversation, Lektüre, Literatur. Grammatik, Korrespondenz. Konversation, Lektüre, Literatur, Poetik. Die Kurse dauern je ein Semester. Die Einschreibung findet vom 10. September an täglich von 11 bis 4 Uhr statt. Jüdischer Religionslehrer mit der Berechtigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, guter Hebraist, für das nächste Schuljahr aufgenommen. Wöchentlich zirka 10 Stunden Unterricht. Bei entsprechender Leistung dauerndes Engagement. Nur schriftliche Offerte sind zu richten an den Jüdischen Schulveroin IX/, Seegasse 7. cl)u1toik1d)«t) aus gutem Hause wird von besserer Familie in Pension genommen. Anfragen sind zu richten an die Expedition des „Jüdischen Volksblatts“.

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