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Jüdisches Volksblatt · 1902-08-22 · 34 (22.8.1902) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
34 (22.8.1902)
Date
1902-08-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 34 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 22. August 1902 Seite 7 „Ja. „Das erlaub' ich mir zu bezweifeln." „Ich hingegen bin davon so vollkommen überzeugt, das; ich auch seht mich diese Hoffuuug hege und zivar hege teil sie int Bewutztsciu, das; dies das einzige Mittel ist, Dich dauernd glücklich zu machen." „Daun lvird Anrelie vielleicht nach glücklich, in den Augen ihres Vaters aber jederzeit unglücklich sein." „Wje V „Mich lvird kein Manu mehr rühren. Ich werde keinem im Leben augchöreu." „Dn wirst doch nicht etlva in ein Kloster gehen?" „Nein, mein Vater. Weder das Eine uveh das Andere. Die Geliebte eines Felch müszte seiner nicht würdig, sie 'müszte seinen Geist zu verstehen nicht fähig gewesen sein, wenn sie leinen anderen Ausweg hätte, als sich in solcher Abgezogen heit von der Welt abzuweudeu. Ich ehre und achte die Religion, aber ich keime nun auch die Bestimmung der Menschheit und weis;, das; es ihr Beruf ist, im tätigsten Verkehre mit dem Ganzen zu bleiben, im Ganzen zu leben und zur Glückseligkeit der Menschen dasjenige beizntragen, was in der Kraft eines jeden liegr." „Und lvas lvillst Dn beginnen?" „Ich habe mein Geschäft von Ihnen selbst gelernt. Mein Vater hat mich gebildet und mich fähig gemacht, einen Mann, wie Felix, unter tausenden heransznfinden — ich habe von diesem Geschäfte etwas profitiert und ich will sehen, ob ich Ihnen es nicht nachtnn kann. Ich will ein Erziehmigshaus gründen, lvekches nach meinen Grundsätzen geleitet lverden soll. Mein Hanptbestreben soll dahin gehen, jene Schranke, welche sich zwischen Felix und mir anfgestellt, als eine miüberfteigliche ans dem Wege räumen zu helfen. Denn das; diese Schranke einmal fallen wird und fallen mns;, davon bin ich so fest überzeugt, das; ich nur bedauere, mit Felix nicht jenem glücklicheren späteren Zeitalter anzngehören, in welchem sie nicht mehr existieren wird." Und so geschah es. Anrelie. reiste mit ihrem Vater ab. Das Ziel der Reise war wohl abgesteckt und in nicht allzu langer Zeit hatten sie cs erreicht. Anrelie säumte nicht, an die Ausführung ihres Vorhabens zn gehen. Sie gründete ans eigenen Mitteln ein Erziehnngshans, in welchem sie ihre Grundsätze praktisch zu betätigen sich zur Aufgabe ihres Lebens machte. Sie Ivirkte nicht durch gewaltsame Mittel; sie suchte nicht niederznreis;en, was fest steht; aber sie war bestrebt, den Geist der Liebe und der reinen Menschlichkeit über alles andere zu pflegen und alle Unterschiede zu verbannen, welche durch die verschiedenen Konfessionen in der Welt als Erscheinungen anftreten. In dieser Beschäftigung, der sie sich mit der ganzen Fülle und Reinheit ihres edlen Gemütes hingab. fand sie ein Glück, eine Zufriedenheit und stille Heiterkeit der Seele, ähnlich derjenigen, welche in weiter Ferne Felix durch seine aufopfernde Tätigkeit am Krankenbette gesunden. Die Nachrichten, die ihr Herr Blumeathal von Zeit zu Zeit mitteilte, erquickten ihr Gemüt, die Tage, an denen seine Briefe ankamen, woraus sie über Felix etlvas erfuhr, waren ihre Festtage. (Fortsetzung folgt.) Mitteilungen des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. iOer Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstrasse 59 (Telephon Nr. 13.920) ■bietet den P. T. Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche quahfizierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Vor gemerkt sind: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 2 Astroicher, 4 Aufpapper, 7 Bäcker.. 2 Buchbinder, 4 Buchdrucker, 2 Kartoiniagearbeiter, 4 Drechsler, 6 Elektromonteure, 4 Fleischhauer, 2 Frisieure, 2 Glaser, 5 Goldarbeiter, 2 Gürtler, 3G Hausknechte, Geschäfts- und Biireaudicner, 37 Hilfsarbeiter, 2 Holzbildhauer, 1 Hutinacher, 1 Kellerarbeiter, 4 Kellner, G Kutscher, 5 Laufburschen, 10 Lehrlinge, 4 Magazineure, 1 Maschinist, 0 Mechaniker, 4 Metallarbeiter, G Monteure, 1 Riemer, 4 Schildermaler, 32 Schlosser, 25 Schneider, 2 Schriftsetzer, 5 Schuhmacher, 2 Solcher, 15 Spengler, 1 Steinmetz, 5 Tapezierer, 1 Taschner, 22 Tischler, 5 Uhrmacher, 3 Zeichner, 2 Zuckerbäcker. II. Klasse : Kaufmännische Angestellte. 3 Brantweinvcrsehleisser, 23 Buchhalter und Korrespondenten, 142 Kommis diverser Branchen, GG Komptoiristen und Strazzisten, 3 Inkassanten, 12 Kanzlsten und Schreiber, 10 Manipulanten und Expedienten, 10 Platz-Agenten und -Vertreter, 49 Praktikanten, 9 Reisende. 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