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Jüdisches Volksblatt · 1902-08-01 · 31 (1.8.1902) · page 1

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
31 (1.8.1902)
Date
1902-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Krd«rtton: ii/3. Lropoldsgaffe 49. GprirHprmde» r kl« Wochentagen von 3 bis 4 Uhr nachmittags. p»pad»»ff»r TSSischrS vottSdlaU, Wie«, II[3. Vrsetzwrrdrrr Segen verspäteter oder gar nicht erfolgter Zustellung erbitten wir «NS dringend. - MkmusrrtLitr »erbe» Nicht zurülkgesteM. 8vfisparcaffm-«onto 74?ori7. In da» «bamrmient raun man täglich eintreten. »Mrr Mittvirkumg der Vvm ftidrMren Volks- Verein erwählten Prefsemmnisstmr. Anferate übernehmen die Firmen: I. Danneberg, M. Luke», Hassen« stein » Bögler, Rudolf Moffe, «. Oppel», M. Nozsonhi, «. Schaler in Wien, ferner alle Snnoncen-Trpedittonen im lluSlande. Mrszer.Nnmmer in Wie» IS Heller. AdminiNralion: H/3. Leopoldsgaste 49. Telephon-Nr. 14VSS AbonneMeutöpreiAr Telephou-Nr. 14V22 Für Wie» u. Oesterreich-Ungarn fammt Francozustellung, «anzjährig vierteljährig. . Kr. 8.- :fc Für baS gefammte Ausland fammt Francozustellung. Ganzjährig . Halbjährig . Vierteljährig .Kr. 9.— , 4.50 . „ »Ä5 MRBmirwiMBtBaBBBRBI Nr. 31 Mir«. 1. August 1003 (27. Thumuz 5663), ' KSBiiäSSSii/SriESnikiSSSSSSSmmmmmmi^mSmmiSiSäim IV. Aus den Landtagen. Das gemeinsame Chnrnkteristikon der Tätigkeit der bereits geschlossenien oder zur Neige gehenden. Landtage ist der Mangel jedes Zuges ins Große. Wie überhaupt unser gesamtes öffentliches Leben in Oesterreich, so ist auch die letzte Tagung der Landtage gekennzeichnet durch die Tatsache, daß nahezu alle öffentlichen Angelegenheiten entweder vom chauvinistisch-nationalen oder vom antisemitischen Standpunkte aus erörtert wurden. Während nun die antisemitischen Abgeordneten und die antisemitische Presse jede Gelegenheit wahrnahmen, um die Inden zu beschimpfen und zu verleumden, wurde weder von den jüdischen und „verjudeten" Landtagsabgeordneten, noch von Seiten der sogenannten „Juden"presse in der entsprechenden Weise geantwortet. Einzelne besonders flagrante Beispiele zur Kennzeichnung unserer unhaltbaren, sozialen und politischen Zustände sowie des antisemitischen Falschmünzertums seien hier angeführt. Beginnen wir im Stainmlande der österreichischen Monarchie, mit der niederösterreichischen Landstübe. Dieselbe hat knapp vor Torschluß zu beweisen sich bemüht, daß sie nicht nur, wie während ihrer gesamten „Tätigkeit", die Stätte des borniertesten Antisemitismus ist, sondern auch, daß die Herren Landtagsabgeordneten samt und sonders fast in; allen aktuellen Fragen einen, sehr rückständigen Standpunkt einnehmen. Diese Tatsache wird erhärtet durch das Auftreten des Abgeordneten Gregorig und durch die Haltung seiner ehrenwerten Herren Kollegen. Abg. Gregorig lvärmte seine alten „Witze" über die Wiener Universität und ihre „Verjudnng" auf, nannte dieselbe wieder in seinem sprühenden. Geiste ein „Manscholeum" und der hohe Landtag ainüsierte sich dabei famos. Es fand sich auch nickst ein einziger Abgeordneter, der auf das antisemitische Geschimpfe, welches ja nicht nur von den Christlich-Sozialen, sondern auch von der: Dentsch- Volklichen und Alldeutschen bei Erörterung der Wiener Universitätsverhältnisse immer wiederholt wird, folgende Antwort gegeben> hätte: Die Wiener Universität, deren Kosten aus dem Stenersäckel a l l e r österreichischen Staatsbürger ohne Unterschied! der Nation und Konfession bestritten werden, ist eine a l l g e m e i n e österreichische Universität, an der alle österreichischen Studenten, ohne Unter- K. Israel Kaal-Schem, der Stifter des Wajfidismus. Bo«. Nnbb. Dr. I. Gnnzig (Loschitz). Aus der geistigen Gährrmg, ivelche das Judentum während des achtzehnten Jahrhunderts in beständiger Unruhe erhielt und empfindliche Geiniitee tief erschütterte, entstieg aber in der Zeit der grössten staatlichen Verwirrung, nach manchen luftigen, bald zersprungenen Blasen, dem brausenden Elemente eine neue Erseheirrung, ein Kind der jüdischen Offenbahruugslehre, bald enrpvrwachsend, um mit riesiger Gewalt aus den: begrenzten Kreise seiner Geburt hiuauSzutreten, die durch Mendelssohn arrgebahirte uud mithin herrschende Verjüngung des jüdischen Stammes zu zerstören und eine bereits fortßcfd)uittcne Welt umzuwandeln — der Chassidis m u S. Es lliugt sonderbar, das; zur selben Zeit, als Mendelssohn das vernünftige Denken für das Wesen des Judentums erklärte Und, so zu sagen, einen iveit verbreiteten Orden von Aufgeklärten stiftete, eine Fahne anfgepflanzt tvnrde, ivelche den krassesten Wah»glauben als Grundcharakter des Jrrdeirtrmrs verkündete und ein eigener Orden von Mnndersüchtigen entstand. Beide Neugestaltungen nahmen eine feirrdliche Haltung gegen das bestehende, althergebrachte Jndentnm an, sie reichten einander die Hände, um eine Umgestaltung und Zersetzung der religiösem Lebensformen innerhalb der Judenheit herbeizuführeu. Die Entstehung rnrd Eirtwicklrmg des Chassidisnms ist für die jüdische.' Geschichte von besonderer Bedeutung, weil durch ihn die Kabbala zu ihrer letzten Konsequenz, zum fanatischen Antagonismus gegen den Talmud rmd zur Einmündung ins Christentum geführt lvurde. Nach der Entlarvung deS Pseudomessias S a b b a t a i Z e iv i und des schrecklichen Fiaskos der von ihm gestifteten Sekte der Sabbatiauer, die, aus dem Judentum verwiesen, sich mir noch in der Türkei durch ihren Ueberkriit zum Islam und in Europa durch die Taufe als Schernchristen erhallen konnten, >var zwar die erfolgte sabbntianische Verirrung mit ihrer feindlichen Stellung gegen den Fortbestand des lalinndisthen .Jildenlnnis aus der Mitte der Judenheit gebannt, aber die bei den Juden eiirgetreteue Erregtheit der Gemüter konnte nicht tvieder zurückgedräugt unb eingedämmt iverden; sie schuf sich neue Wege und folgte gerne jeder sich ihr darbietenden Phantasterei mit entsprechenden Gebilden ,;u ihrer Befriedigung. Es lvar der Chassidismus, der sich nun der durch den. Sabvatianisnms in Flns; gekommenen Aufregung der Gemüter mit ihren Hoffnungen und Erwartungen bemächtigte uud iir fein Bett leitete. Als die Hauptfaktvreu, die diese neue Richiuug aubahnten, sind I e h u d a C h a.s s i d rmd C h a i m M a - l a eh zu betrachten. Beide gehören zusammen, obwohl der erstere nicht geradezu als Sabbatiauer bezeichnet lvird. schied der Nation und Konfession gleichberechtigt sein müssen. Der Unfug, daß eine geringe Gruppe von Chauvinisten und Talmichristen alle Nichtdeutschen als geduldete Fremdlinge hinstellt und beschimpft, muß abgestellt Iverden. Ebenso wie Wien und vor allein seine Stadtverwaltung gewöhnt! werden muß, sich als Metropole des großen polyglotten Donaureiches zu betrachten, die die oberste Verpflichtung hat, das gleiche Recht aller seiner Nationen zu wahren und daher mit dem dentsch-chanvinistischeir und antisemitischen Standpunkte zu brechen, so gilt dasselbe auch für die Wiener Universität. Die deutschen. Antisemiten aller Schattierungen aber Haben sich! eine merkwürdige Theorie zrechtgelegt. Sie stellen sich einerseits auf einen chauvinistischen und antisemitischen Standpunkt, erklären die Juden als „nationale Fremdlinge" und boykottieren dieselben, andererseits aber sind sie entrüstet darüber, wenn die Juden auf jüdisch-nationaler Basis sich organisieren und auch praktische Konsequenzen auf sozialwirtschaftlich ein Gebiete daraus ziehen. Es gibt derzeit bereits eine genügende Anzahl von Stipendien, die nur Ariern und christlichen Deutschen zugänglich sind, ebenso kommt es nur zu häufig vor, daß Juden Legate usw. für Bedürftige ohne Unterschied der Konfession machen, wobei die Inden gewöhnlich leer ansgehen. Dieses Vorgehen erscheint natürlich den antisemitischen Machthabern; vollkommen gerechtfertigt! Aber furchtbar empörend finbeit sie es, daß vor kurzem, ein wohlhabender Jude zum Zwecke der Anlegung von Stipendien ausschließlich für die j ü d i s ch e Studentenschaft eine größere Summe hinterließ. Als „Nachahmung" will nun der niederösterreichische Landtag Stipendien nur für ch r i st l i ch e Studenten ins Leben rufen. Als ob kein Unterschied bestände zwischeir dem Rechte einer Privatperson, über ihr Vermögen nach Belieben zu verfügen, und dein Landtage, der einerseits die Steuern von allen Stynerzahlernl nimmt und andererseits die jüdischen Studenten außerhalb des Gesetzes stellt. Wir Inden wollen uns gewiß auf keinen chauvinistischen Standpunkt stellen und werden allerzeit die Pflichten gegen unser jüdisches Volk in Einklang zu bringen wissen mit unseren Pflichten als gesittete Kulturmenschen rmd österreichische Staatsbürger, aber die antisemitischen Abgeordneten und Journalisten aller Schattierungen, welche an- Dürch das früh entwickelte Prinzip, daß in der Bibel jedes Wort, ja jeder Buchstabe etwas zu bedeuten habe uud durch die Grübeleien über die dunklen Theorien der Kabbala, über Weltschöpfrmg, Engel, Gott und seine Weltregierung war die Phantasie deS Volkes überreizt und jedes nüchterne Denken ganz abhanden -relommen. Da, wie bei allen Völker») so auch bei den Juden, der Aberglaube seit urältestec Zeit dein Glauben zur Seite ging und eine Geisterwelt mit Wundern und Erscheinungen vorhanden war, so lag es sehr nahe, den Aberglauben mit jenen geheimnisvollen, die Phantasie urehr als das Denken anregenden Bibelstellen in Verbindung zu bringen, die in unklarer Weise von Gott, der Schöpfung, dem Himmel, den Engeln, von dem Tode vom Jenseits, von den bösen Geistern sprechen. Man nahm die körperliche Beschaffenheit der Textworte znm Ausgangspunkt und suchte bald in ihren einzelnen Konsonanten akrostichisch, bald tu ihrem Zahlenwert arithmetisch diejenigen religiösen Wahrheiten und sittlichen Belehrungen verhüllt und angedeutet nachznlveise», welche im 'Talmud rmd Midrasch aus dem Schriftworte abgeleitet waren. Mit dieser Tätigkeit verband sich die vielleicht noch ältere der Mnnderknren, tvie Austreibung der bösen Geister, .Heilung von schweren Krankheiten, wie nicht minder das Bestreben, Gott und die Geister sich günstig zu stimmen, die Zukunft borauszusagen. Diese Zeit hat auch das Prinzip der Seelenwandernng wieder ausgenommen und weiter ausgebaut, den ^Gedanken von der Ilebcrsiedlung der Seele je nach ihren Verdiensten und Zwecken in unwürdigere oder würdigere .itörper. Das Amuletlenweseu, das schon in der ersten Periode der Kabbala bekannt war, nahm überhand, ebenso die Lehre von den umnderivirkenden Gottesnamen, die Theorie von den verschiedenen Zahlen- und Buchstabenkombinationen. So >var der SabbatianismnS Mittel- und Ausgangspunkt eines neuen, gewaltigen Anfschlvunges, des Chassidismus, der mit ungeheuerlicher Schnetligkeil sich verbreitete und das geistige!vie religiöse Leben vollständig umspannte. Die Lehrer dieser neuen Sekte setzten sich jedoch nicht in direkten Widerspruch mit dein bestehenden Judentum. Es lag keiueslvegs in ihrer Absicht, eine Spaltung des rabbinischen JndentnmS Herborzurufen. Sie lebten vielmehr in allen wesentlichen Stücken streng nach den Vorschriften und Grundsätzen, ivelche Gesetz und .Herkommen den frommen Inden vorschreiben nub waren ursprünglich nur insofern Kinder ihrer Zeit, als sic, Ivie die Tüchtigsten ihrer Zeitgenossen in den Ländern des europäischen Ostens, den Sohar und die kabbalistischen Schriften Jsak LurjaS mit ihren tiefsinnigen Gebeimnissen und ihren eitlen Träumereien nahezu ebenso hoch iind heilig hielten, ivie die Bibel nub die halachischeu Gesetzbücher. So machte auch der Chassidismus gleich bei seinem Entstehen die Kabbala zu seinem Boden, bildete ivie der SabbatianiSmlls, eine kabbalistische Sekte, aber gehörte einer anderen Richtung der Kabbala an. Man unterscheidet nämlich zivei Teile in der Kabbala: der eine ist die spekulative Kabbala, Kabbala ijunith, und der läßlich dieser Stipendienaffäre uns diesbezügliche Lehren erteilen wollen, sind selbst der Lehre äußerst bedürftig. Sie, die so gerne hinüber schielen und schauen ins heilige deutsche Reich, in das Reich der Tugend und frommen Gottesfurcht und sich das Maul zerreißen für die deutsche Nation und für das Christentum, sie mögen einen Unterrichtskurs nehmen bei den Führern der reichsdeutscheir National-Sozialen, dem Pfarrer Naumann und Adolf Damaschke. Ans den. Schriften dieser Männer könnten sie entnehmen, wie beschaffen in: zlvanzigsten Jahrhundert modern national-soziale, christliche Politiker seiir müssen unb welche Stellring solche zur Judenfrage und — zur Bauernfrage einnehmen. Nach einer solchen höchst notwendigen Belehrung würden die Herren nicht einen so blühenden Unsinn verzapfen, wie der Abg. H ö h e r im niederösterreichischen Landtage. Die Notwendigkeit einer Bodenreform, über deren Wesen die rückständige Bürgerschaft überhaupt nichts weiß oder wissenwill, würde dann diesen: „bauernfeindlichen'^ niederösterreichischen Landtagsdeputierten als das einzige! radikale Mittel zur Verbesserung der traurigen wirtschaftlichen Lage der Bauern und landwirtschaftlichen Arbeiter erscheinen. Eine solche Agrarpolitik paßt aber natürlich den. so gewaltig sich „antikapitalistisch" gebenden antisemitischen Schwätzern alldeutscher, dentsch-volklicher und christlich-sozialer Observanz nicht in! den Kram. Ein Typus dieser Gesellschaft ist der oben erwähnte Abgeordnete H ö h e r , der — die Inden als alleinige Ursache des Niederganges des Baue.rnsta.ndes hinstellt und trotz des gemeinsten Geschimpfes gegen die Inden von keiner Seite die entsprechende Abfuhr erhält. Dem sozialdemokratischen Führer Dr. Adler ist die Behandlung der Jndenfrage schon zu „fade". Er, der auch in der Bauernfrage noch den rückständigen marxistischen Dogmen huldigt, konnte ebensowenig dem christlich-sozialen Maulhelden die richtige Antwort erteilen als die „liberalen", „fortschrittlichen" Manchesterleüte. Wenn sich die Antisemiten, die wie Herr Höher immer die Juden als Banernfeinde hinstellen, und den Juden jedes Verständnis für landwirtschaftliche Verhältnisse absprechen, sich wirklich in die Agrarfrage vertiefen wollten, dann müßten sie die hervorragenden Schriften gerade der andere ist die praktische Kabbala, Kabbala maasith. Das Wesen jener ist die Vertiefung und Erweiterung ihrer Lehren, aber diese hat die Praxis, die Wundertäterei, die Vollziehung von Wunderwerken zu ihrer Aufgabe. Der Sabbatianismus mit seiner Lehre von der Zweiheit und Dreiheit deS göttlichen Wesens, der Menschiverdung Gottes u. a. m. hatte den ersten Teil der Kabbala zu seinem Boden, dessen wilder Ausivuchs er geworden. Dagegen gehörte der andere Teil, die praktische Kabbala, die Wundertäterei, zur Grundlage des C h a s s i d i s m u s. Diese neue Richtung, wozu der Keim übrigens schon iii der Lurjanischen Theorie gelegen hat, lvurde von zwei Männern eiirgeführt, die mit ihrer Schwärmerei und ihrer) Verzückungen einen immer größeren Kreis ansteckten, von Israel aus M i e d z ib o z rmd seinem Jünger B e e r arrS Nr i z r i c z. Beide habcrr, ungeachtet der Ausschweifungen ihrer glühenden Einbildrmgstrast, ungeachtet der stürmischen Hitze ihres enthusiastischen Geistes rnrd vielleicht gerade durch die Macht dieser glänzenden Fehler, ans die Ideen ihres Jahrhunderts sv mächtig eingewirkt und der täglich ivachsenden Schar ihrer Anhänger abergläubige Betvunderung erugeflößt. Doch' können wir nicht die Bemerkrrug rmterdeücken. das; der erstere in der herrschenden Meinring höher steht. I s r a e l ans At i e d z i b o z, der Stifter des neuen Ordens, lvar ein Mann aus dem Volte, gehörte nicht zrr dem Stande der Gelehrten rmd ivollte sich auch nicht demselben zuzähleu. Er war ein Fuhrmann, der wegen seines mysteriösen rmd geheirrrrrisvollen Lebensivandels voir feinen Anhängern als Wundertäter angestaunt rmd „Baal-Schenr" oder „Bnal-Scheur-tob", „Wundertäter ruittelst des Gottesnaurens" abgekürzt „Beseht" hieß, inr Gegensatz zrr den Wmrdertäterir, die ivegeir ihrer Beschwörungen böser Geister „Baale-Sched" genamrt lvurdeu. Jede seiner Mienen, jedes seiner Worte belvrmderteir sie als einen Ausfluß göttlicher Weisheit. Sein Rat in lveltlichen Dingen galt ihnen tvie ein göttliches Gebot als Richtschnur für ihr Leben, seiir Segen und feine fromme Fürbitte als eine unverbrüchliche Geivähr ewiger Glückseligkeit. Sie nannten ihir auch deir „Zaddrt", deir „Tugerrdhasteir" rmd betrachteten chn, im krassen Widerspruch zu den Gruudlehren rnrserer heiligen pteligion, etlva nach dem Vorbild der Verehrrmg, ivelche ihre nichtjüdische Umgebung vorschriftsmäßig dem höheren und niebereit Klerus zu zollen verpflichtet lvar, als eine Art Mittelsperson zirnschen 6iott rnid deir Meirscheii. Diese unerhörte Stellung, ivelche der gedankenlose Troß ihm freiwillig zuivieS» wußten seine verschtageueir .Junger uiid Nachfolger zu ihrem persönlichen Vorteil zrr befestigeir rnrd auszrrbeuterr. lieber feinen LebenSgairg ist durch die jüngst erschienene, in hebräischer Sprache abgefaßte Monographie von Abr. K'ahana (R. Israel Baal-Schenr, sein Lebeir rnrd Wirkeil. Sitonrir 1002) etwas mehr Licht verbreitet lvorden. Er hat die Angaben seiner früheren Biographien teils berichtigt, teils ergänzt. Seiir Geburtsjahr setzt KKHana — gegen die Annahme Graetz' — ans das Jahr 1095,

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