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Jüdisches Volksblatt · 1902-06-13 · 24 (13.6.1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
24 (13.6.1902)
Date
1902-06-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 13. Juni 1902 Nr. 24 nahmen nur zur Verzinsung der Schulden aufgebracht werden müssen. Von dem Erlös der Anleihen sind allein ctlva 937 Millionen Francs für öffentliche Arbeiten, Eisenbahnen, Bauten us!v., 260 Millionen für militärische und 94 Millionen für diverse, nicht sicher bezcichnete Zwecke verwandt worden. Auf den dunkelsten Punkt stoßen wir, wenn ivir lesen, dass 109 Millionen zur Deckung der Fehlbeträge verbraucht lverdeu mussten. Die Deficitwirtschaft ist in Rumänien chronisch geivorden. In den dreizehn Jahren von 1888 bis .1901 lvar ein Fehlbetrag von iuSgesaunnt 05,8 Millionen Francs zu verzeichnen. Die rmnänischen Eisenbahnen bringen nicht etwa die Zinsen für die zu ihrem Ban aufgenommcnen Anleihen ein: einstweilen ist ein jährlicher ZnschusS von 8'/. Millionen nöthig. Dabei ist noch zu bedenken, dass die rumänische Finanzverwaltnng durchaus nicht so geordnet ist,!vie inan sie in officiösen Berichten zu schildern pflegt. Die Voranschläge sind von so kühnem Optimismus dietiert, dass die Ergebnisse recht hohe Fehlbeträge zeigen. Fast muss man an absichtliche Täuschung glauben, wenn man liest, was der frühere Finanzminister Take IoneSeo in einer Rechtfertignngsschrift Stonrdza und dcssei: Finanzminister Carp nachsagt. Neben andere«: Verfehlungen tvirft er ihnen vor, sie hätten für zwei Eisenbahnlinien Millionen ausgeeben, die von den .Kammern gar nicht bewilligt ivarei:. Take IoneSeo behauptet, in allen rumänischen Budgets — natürlich nimmter das von ihm selbst ausgestellte ans — seien Verschleierungen so häufig, dass der Ausländer kaum jemals ilnsrande ist, die Lage zu überblicken. Die Broschüre stellt, im Anschluss an dei: officicllen Bericht des Finanzministers Filipescn, fest: ein günstige Als ein Document solcher Seelen haben die „Iüitglinge" des Herrn Feuerstein ihren Wert, nicht aber wegen ihres eigentlichen Themas. Der Autor Ivill uns ein Spiegelbild der jüdisch-nationalen Stndentenbewegnng geben; das ist ihm gründlich misslungen. Ergibt uns nur den snbjectiven Reflex wieder, den diese Bewegung auf einen Jüngling des Ostens ansübt, dessen Seelcnstintmnng ich eingangs entwickelt habe. Einerseits fühlt er sich von dem mittelalterlichen Sauf-,CouleurnndDnell-Comment abgestoßen, andererseits regt siel, doch ij.it Innersten die nationale Idee. Nichts liegt mir ferner als getvissc unleugbare Auswüchse der nationalen Verbindungen zu leugnen und nur ihre Lichtseiten zu sehen; aber der Herr Feuerstein sieht nur die Schattenseiten. Er hat öfters mit nationalen Studenten debattiert, er war auch vielleicht bei einigen Connnersen, durfte auch einmal durchs Schlüsselloch einer Mensur ztischanen; das ist möglich, aber das genügt nicht; er ist ihnen mit der Voreingenommenheit des Jünglings ans dem Osten gegenübergetreten. Er kennt die nationalen Studenten nicht, Und seine Schilderungen sind falsch. Es tväre vergebliche Mühe, mit einer Darstellung zu polemisieren, der jede Objectivität fehlt. Legen Sie vor allem ihre anerzogene Brille ab, Herr Feuerstein, dann werden Sie bei Ihrem Talente, das ich Ihnen gerne zuerkenne, auch ehrliche Werke prodncieren. Sie iverden dann nicht nur für den Schreibtisch arbeiten, sondern für Ihr Volk. Und das ist der Ehrgeiz eines jeden wahren Schriftstellers. Sofcr. Jean Ianres, Mitglied der französischen Depntiertenkammer: „Ans Theorie und Praxis". Socialistische Studien. Autorisierte Uebersetznng ans dem Französischen, heransgegcben von Dr. Albert Südeknm, Mitglied des Reichstages, Berlin 1902. Verlag der Soeialistischen Monatshefte. Preis broschiert 3 Mark, elegant gebunden 4.00 Mark. Der Name Jean Ianres ist lvcit über die Grenzen Frankreichs hinaus als der des ersten Redners des Landes, eines der bedeutendsten Politiker und Vorkämpfer der französischen Socialisten bekannt, hat sein nmthiges Eingreifen in die DrehfnS-Affaire seiner Auswahl. sichtigen. Man versäume cs nicht, bei Bedarf dasselbe zu be- Soeben erschienen: rm na Geschichte der Bcschncidung bei den Inden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, nach den neuesten Quellen dargestellt von Dr. S. Kahn, A r z t n n d M o h e l. Dieses Werk ist für jeden nbcrzengnngstrcnen Jehudi überaus mißlich, für jeden Mohcl unentbehrlich. Preis 3 Kronen. Verlag Nedaction „Hamagid", Krakau. Aufruf. - w Eine hochachtbare alte jüdische Familie — Jakob Lampel ans Honeschau :t: Mahren, 70 und 72 Jahre alt, mit einer einzigen 34jahrigei: Tochter — welche 42 Jahre friedlich int Dorfe Manzendorf be: Sternberg in Mähren eine Landkränierei stets ehrenhaft betrieben, wurde in der Nacht am 4. d. M. v o l l st ä n d i g ausgeraubt, so dass air unsere milie zu helfen. Geldspenden werden vom Gefertigten überrwrumen und im „Jüdischen Volksblatt" ausgetvieseii. Wien, April 1902. Bernhard Weinrev, 7., Ncustiftgasse 23. Spenden für das verarmte Greiscnpanr. Karl Heller 4 K., Sigmund Brauner 4 St, Ungenannt, Schiffamtsgasse 7, 0. St nicht. Goldstein. Anonhnie Eingesendet bringen wir principiell Einnahinercsnltat sei in einem der früheren Etatjahre Vertust seines Abgeordnetenmandates bezahlen müssen, nur dadurch möglich geworden, da,s die Re,ervesonds der E:,en- Bei den letzten Wahlen aber, im Mai d. I., ist cs ihm gelungen, bahnen aufgelöst und die MilitärtranSvorte einfach nicht bezahlt seinen alten Wahlkreis ivieder zu erobern. Aber nicht nur unter den wurden. Das sagt der Finanzminister selbst. Solche Manipnla- : Nationalisten und Neaetionären hat Ianres erbitterte Feinde gehabt, +:nmM, ,-s.™ f. , , .. .. f! auch im Lager der französchcn Socialisten selbst, die bekanntlich in halten -c 1 r, ch N-: ctrngergch umchrcren Secten^gespalten sind fehlte es ihm keineswegs an Geg-j ' S. Teplih. Wir glauben, MIN Ihre Wünsche erfüllt zu haben, ' T ... ^. r gehörte Iaures doch zu den entich.cdenften Verfechtern des imd müssen mm auch auf Andere Rücksicht nehmen. H-erncr :st zu bedenken, da,s Rumänien cm m erster Lime „Ministerialismns , d. h. der Mnnsterschaft des Socialoten Millej __ auf den Getreideerport angewiesener Agrarstaat ist. Die Broschüre ' ^"d-....Die Parteikämpfe, die ans diesem Anlasse innerhalb de lehrt uiis die schliimne Wirkniig schlechter Ernteii erkenne«:. Die österreichische«: Coiisnlii in Jassh und Bukarest berichten einstimniig, dass mehrere gute Errsten nöthig sind, um den Ausfall einer einzigen schlechten Ernte zu decken. Dabei ist es um die landwirtschaftlichcn Verhältnisse Numäniens sehr übel bestellt. Jii dcii dentscheii Eonsnlatsberichten vom Jahre 1901 tvird mitgethcilt, dass in Rumänien der Zinsfuß für private Hypotheken zwischen 8 niid 18 Pcrcent schwmike, manchmal aber bis auf 30 Percent steige. Die Großgrundbesitzer müssen bei dcii Ba«:quiers gcivöhnlich 24 Percciit zahlen. Die rnmänischcii Negierungen — oder, besser gesagt, die rumänischen Parteien — suchen die: Bevölkerung über die wahre Lage zu täuschen. Die ziim Theile sehr hohe«: Aufwendungen für öffentliche Bauten schaffen für kurze Zeit immer wieder künstlich unter den Handwerkern des Landes einen Wohlstand, der falsche Schlüsse mif die wirtschaftliche Situation der Gesammtheit begünstigt. | französischenSocialismns ansgefochtcn wurden, sind noch in allcrEr-! innerung. Die letzten Wahlen haben gezeigt, dass die von Ianres J vertretene Richtung innerhalb des französischen Socialismns jetzt die herrschende geworden ist. Tie umfasst drei Viertel aller französi- , scheu Socialisten überhaupt. Die socialistische Partei Frankreichs, j die auf ihrem letzten Congress in Tours ein von Ianres entworfenes j Programm angenommen hat, dürfte auch in Zukunft der Rivalitätsstreitigkeiten Herr werden und so zur Eonsolidierung der französi- , scheu Partciverhältnissc beitragen.! DaS iväre dann nicht zum wenigsten das Verdienst von Jean Ianres, dem Manne, dessen erstes Buch in deutscher Sprache nunmehr vorliegt. Wir lernen ans dem Buch Jmires nicht nur als_ tiefgründigen Theoretiker, sondern mich als durchaus real denkenden, Politiker kennen. Das Buch umfasst eine Sammlung von geistvoll rej;,cn « geschriebenen Abhandlungen, die sich mehr oder weniger mit den. ' ' Streitfragen des Socialismus beschäftigen. In einzelnen Studien * behandelt der Verfasser die Frage der Methode überhmlpt, das Verj 1 haltins zwischen Republik und Socialismus, die Agrarfrage die ’ revolutionäre Evolution, die Taktik der Socialdemokratie, die Frage des Endziels, die Menschenrechte und das Privatletzten ’• Frage widmet er einen sehr sprach das Frän- Erzählung von Eduard Kulke. (Fortsetzung.) „Ich weiß, ich weiß, ich kenne das alles,' lein ungeduldig, „aber hier?" „Solche Berühmtheiten, „Balkeboles" (Magier) tvie der hohe Rabbi Löb liegen hier nicht, aber es sind auch einzelne Gräber, bei uns heißt man ein Grab ein „Kelver", schaltete er ein, „wo berühmte Männer liegen. Sie finden das alles auf den „Mazewes". „Mazeivcs?" wiederholte das Fräulein fragend. „Mazewes sind die Steine, die Sie da auf den Gräbern lein Die Denksteine," sagte das Fräulein, „und i'st das, was geschrieben steht, nicht in hebräischer Sprächet" .Versteht sich, in ivelcher Sprache sollte es denn geschrieben ja nicht lesen; dann müssen Sie schon den .. . r, . . .... ....... n m .. . 0 .. r. , eigcnthnm. Der letzten '■ Frage widmet er einen Dre finanzielle und wirtschaftliche Lage Rumäniens ist ccho,; breiten Raum. Er weiß die Rolle des Privateigenthnms wenn man sie nicht in verklärendem Märchcnlichte sieht, sehr ernst, von einest: so originellen Standpunkte ans darzustellen, und rechtfertigt durchaus nicht den hohen Coursstaud der Anleihen.! dass schließlich der ganze Begriff desselben sich vor unseren M- Hoffnung dcr vrivatcn StaatZglimbigcr Hmnmcrt sich JÖeÄtal« ZU huldige Kidividuali üitiou, die diescin sthrankenlcy nehmen wollen, wenigstens dafür sorgen, dass Rumänien iiicht durch: die Verjagung jüdischer Handwerker, Landwirte, Kaufleute, die das. thätigste Element des Landes bilden, den Rest seiner wirtschaftlichen ( Kraft zerstört. Eine so unsinnige Fremdenpolitik, die übrigens auch j den internationalen Verträgen nicht minder als dem Gebot der! Humanität wigcrspricht, muss auf die Dauer das Laud ruinieren, * und sollte deshalb auch für die pumpenden Banken keine quantite negligeable sein. Die Discontogescllschaft wird vor der nächsten Emission unzweideutig zu erklären haben, was sie nach dieser Rich-!-iu::g versucht und erreicht hat. Anstatt nun das verlorene Vertrauen Europas durch eine ehrliche Reform der verrotteten, Zustände wieder zu gewinnen, sucht die rumänische Regierung durch Gewaltmaßrcgeln, die jeder Civilisation Hohn sprechen, die unerschrockenen Warner einznschüchtern. Besonder der „Adeverul", die einzige rumänische Hei a kann ich'c Uebersetzcr machen." „Ja, wenn ich gut übersetzen könnte," sagte, der Schames. „So iverden Sie doch Ivenigstens einiges zu erzählen wissen, bei dein einen oder.bei dein andern Grabe." „Ah ja, das versteht sich, wenn Sie nicht müd werden zu hören, ich könnt da forterzählen den ganzen Tag. Sehen Euer Gnaden, hier zum Beispiel diese Mazeivehl Da liegt mein Vorgänger, der vorige Schames." „Und rvar der Mann merkwürdig?" fragte die Dame. „Der Mann tvar nur ein ganz einfacher Mann,!vie ich bin, aber es ist ihm etwas Merkwürdiges passiert. Er hat einnial den aufgehoben und hat ihn nicht in die Schul gehen, und die sein eigener Sohn erschlagen Ianres o.es ver!• h.X, : worden/weil er Tische bow — das rst bei uns ein großer Fasttag — Au 0 f ü b rr nra e n ^1 nr sc re r^ De n ke r insbesondere Lassalles an die Seite ' ocgcssen hat und darüber hat sich der Schames das Herz abgegessen; Arivsuhrringen uniercr Acuter, rnvvewi'ocre rayanc^, an orc ^cne tränk,4,, und iik 8mm fmlh Anffassring, dass gerade Liebknecht mit der ihm eigenen Verve am energischesten diesen Opportunismris formuliert habe. , , tung, die in der Judeirfrage eine objective Haltuirg cinuimmt, ist ' auf die übrigen einzeliren Abhandlungen einZU0ohe>r,, 3 3 * ,3 *- mair Wohl behaupten, dass die ganze Pnblicatron j j er hat von der Strmd angesangen zu kränkelir rnrd ist dairrr bald ' dararrf gestorben. Hier ist das „Ketver" von dem Sohn, Gumpel har er geheißen, der ist ja ein sehr nrerkwürdiger Mensch gewesen. : Ich mein, es ist doch sicher eine große Merkwürdigkeit, es soll einem Menschen einfalleu, Tischebolv in Schul hinein zu gehen und drinnen zu essen." „Und ist das eine so große csünde?" fragte die Dame. '„Sie können sich's denken," versetzte der Schames, „mein ich, cilK ««•»»Siil,b' •»*«»"' in in keiner Weise nachgegeben habe. Ianres vertritt die überraschende, ocr ^ynagvgz stellen kann. , , . Höchst interessant ist der Theil des Buches, der von den „Worten Lie knechts" handelt. Ianres bespricht hier den Nachlass Liebkicechts, den der „Vorwärts" am 7. August 1901 veröffentlicht hat, und er tvcist nach, dass Liebknecht, den >na>i^ bei uns ' " " ' und einem röffentlicht hat, und er weist nach, dass ^levtiiecyr, oeii man vei s als den „Radicalsten der Radicalen" anzusehen gewohnt tvar d ist, in Wahrheit, so weit die politische Praxis in Betracht kommt, icm „Opportnnismns" gehuldigt habe, welcher dem derjeiiigeii, der Sippe Stonrdza und Co. ein Dorii im Auge. Die offieiöse Pressmeute verlaiigte die Ausweisnug der jüdischen Redaeteure. Obwohl dieselben geborene Rumänen sind niid die Negierung immer heuchlerisch versichert, zwischen den Jiiden, die im Lande geboren sind und den Eingewanderten einen Unterschied zu machen, hätte sie scrupellos den Agitationen dieser feigen und feiler: Soldkuechte gefolgt, wenn sie nicht über die Wirkung dieser Nachricht im Auslairdc erschrocken wäre. Es ist also wieder ein Moment der Ruhe eiogctretci: — aber e s i st die Ruhe vor dem Sturm e. Alle haben das Gefühl, dass die jetzigen Zustände unhaltbar sind. „Jünglinge", von Michael Feuerstein. Leipzig, Verlag vo,i Hermann Seemann Nachfolger. Ztvei Seelen wohiien in der Brust des Autors. Die eine zieht ihn mit allci: Fasern zu einem kosmopolitischen Enropäerthum, die andere hält ihr: mit klarmnernden Organen an dem Jndenthnni, „der tausendjährig ererbten Belastung". Dieser Zlviespalt ist leicht zu erklären. Der Schreiber dieser Zeilen fand ihn als typische Erscheinung bei vielen östlichen Inden. Sie kommen als tvissbegierige Jünglinge nach den Bildungsstätte,: des Westens und sind anfänglich ganz geblendet von der tvestlichen Cnltnr; stracks möchte» sie alles lvas an den Osten erinnert und das doch die Wurzeln ihres Wesens ansmacht, abstreifen, und sie sind in ihrer übereifrigen Ueberassimilation einfach konnsch. Ich nwchte nicht missverstanden werden; die Assimilation in ihrer verderblichen und lächerlichen Form ist sicher keine nusschließlicheErrnngenschaft der östlichen.Jnden. Aber sie gebiert nirgends solche groteske Formen, wie bei ihnen, die „Jünglinge" Hervorbringen, die heute mit glattrasierten: Gesichte nach der neuesten englischenMode entiveder den„Deutschen" oder den „internationalen Socialdenwkraten" posieren, und vor einen: Monate noch in Kaftan und Pajes Herumgiengen. Es fehlt ihnen jede Tradition; daher die Unsicherheit ihrer ganzen Person. Und in stillen Stunden regen sich die tausendjährigen Erinnerungen, die ihre ganze Jugend erfüllten; sie sind eigensinnig und lassen sich nicht abweisen. kann man eine höchst beinerkenswerte Erscheinung darstellt. Lernen wir ans dem Buch doch zum erstenmal ans seinen eigenen Worten den Mann kennen,' dessen Bild in der Beurtheilnng der Oeffentlich - ist das Buch'in gleichem Maße lesensivert und instrnctiv. Es wird überall interessierte Leser finden. Die Geschichte der Beschneidung bei den Inden, von Dr. Samuel Kohn. Krakau. Druck von Josef Fischer, Grodgasse. Verlag von I. L. Fuchs. L’Oppression des Juifs dans L’Europe orieniale. Les Juifs en Roumanie. D» BernnrO Lazare. Paris 8 : ::a Oe Sorbonne, Cahiers de la Qninzaine. Stimmen aus dem Publicum. Die Möbelindnstrie hat in jüngster Zeit, um den: verfeinerten, geradezu raffinierten Geschinacke des Publieums Rechnung tragen zu können, die grössten Anstrengungen inacyen müssen. Thatsächlich überbieten sich die Möbelfabrikanten in der Herstellung von modernen und invdernslen Möbelgegenständen. Dass hierbei der ivirklich feine Geschmack nicht immer auf seine Rechnung kommt, ist nicht zu verwundern. Und so sieht n:a» Kauflustige oft von einen: Etablissement zun: andern Ivandern, ohne sich in den: großen Chaos von inarktschreierischer Secession und Geschmacklosigkeit znrechtznfinden. Als einen treuen Wegweiser auf dem Gebiete des feinen Geschmackes in Möbel» aller Art müssen ivir daher das reich illustrierte i'llbnn: des Möbelhauses Jacgnes Heiß,!>. Bez., Porzellnngasse 20, begrüßen. Man findet hier ivirklich moderne, discret ansgesührte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Dauerhaftigkeit hervorgekehrt ivird. Ein Besuch in diesem Etablissement, auf dessen Inserat ivir hier besonders anfmerksain nrachen, ivird sich stets als lohnend eriveisen. (stute, billige Möbel sind jetzt in der Zeit der Verliebnnge,:, Verlobungen und Verbindungen e:n gesuchter Artikel. Das reichassortierte Möbellager von Hermann Hoffinan», 2. Bez., Stefaniestraße 13. bietet allen Möbelbedürftigen die reichste, gediege>:ste „Kvlschk . . .," versuchte die Dame zu iviederholen. „Ist es noch eine größere," corrigierte der Schames den unverständlichen Ausdruck. „Und ivarun: hat er das gethan?" „Das hat mm: nicht recht heransbringen könin'n, man hat damals Verschiedenes gesagt, die eigentliche Sache ist aber noch inuner ein Geheinuns. Einige haben gemeint, er muss sein plötzlich „meschuggeh", tvill ich sagen wahnsinnig geworden; andere haben ajlgenommen, er ist verdorben geivorden von dem Doctor und hat geivollt ein' aufgeklärten Menschen spielen. Nur eine Frau lebt hier in der Khille, in der Gass' mein ich, von dcr hat ma>: gesagt, sie iveiß das Geheimnis, sie ivill es aber nicht auSsagen." „Wie heißt die Frau?" fragte die Dame. „Die heißt: Rösele Bernstein. Sie ist eine Witive. Dort oben der graue (Stein, den sie sehen, das ist die Mazeweh von ihrem Mann, der ist auch an Herzkränknng gestorben." Sie giengen auf das Grab zu, niid auf den: Wege dahin sagte der Schnines: „Das ist auch ein Geheimnis, ivelches mit Näsele Bernstein begraben werden wird; denn verstanden hat es kein Aceusch. Alan hat in der Gass' gesagt, sie habe,: incht gut miteinander gelebt. Nn, Vitt ich Ihnen, Euer Gnadenleben, Rösele ivar das schönste Madel iveit und breit in gaiiz „Marreland" (Mähren) und Geld hat sie auch bekoinnn'n, und er ivar ein armer Jung, ivenigstens nicht reich, tvie sie ilp: geiwllnne»: hat — über was der Mensch sich hat zu kränke«: gebraucht. Er hat nicht lang mit ihr gelebt, es ist eine anSgeniachte Sache, dass er sich das Herz abgegessel: hat, aber nur eine iveiß, Ivarnm." Die Dame blieb nachdei:kend stehe«:, der Schrnnes aber setzte fort: „Da hier liegen etliche nebeneinander, die sehr berühnst waren; aber die hätte,: Euer Gnaden gemusst kenm'n, tvie sie gelebt haben, hätten Sie eine Unterhaltung gehabt, jetzt nütze,: sie Ihnen nichts n:ehr." „Was tvaren das für Leute?" fragte die Daine. „Da hier liegt," erzählte der Schalnes, auf eii: Grab deutend, „einer, den hat man geheißen Schloimele Fresser. Was der hat zusanunesse«: gekomst, das kann sich ein Meitsch, der es «ncht gesehen hat, gar nicht vorstelle,:. Der Mami ivar berüh«»:t dadurch, dass er sich in fein’»: ganze«: Leben nicht ei«: ei«:zign:al den Magen verdorben hat. Bo«: Krankseill hat er gar nicht gewusst, was das heißt. Der tvar imstand, ein ganzen Meierhof allein a««fzi:- esse«:. Er hat eine Rossimtnr gehabt. De«: hat «na«: n:üssen auf einer „Chnssene" sehen, die ganze Hochzeit ist für if)i: allein zu wenig getvordei«. Wie er zu in Sterben in: Bett gelegen ist, ivar er auch noch ivie ei«: Gesunder, und er hat sich gejreut auf Jem:e- Welt, wo er von dem großen Fisch „tiiv joße«:" wird essen kö>:nei:." (Fortsetzung folgt.)

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