Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 20 (16.5.1902)
- Date
- 1902-05-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 Jüdisches Volksblatt 16. Mai 1902 Seite 7 Wien, Freitag Wer muss aber durch solches Thun das Vad ausgieszcu? Der arme D o r f j u d e, der dranszen wohnt, auf den entladet sich der ganze Hass. Er wird bohcottiert, verfolgt, und das Ende ist, dass er, tute cs jetzt in vielen Fällen geschieht, um dem gänzlichen Ruin zu entgehe!,, vom Dorfe in die Stadt ziehen muss. Was soll er aber dort bei der groszeu Concurreuz beginnen? In Kürze fällt er der Cultusgemcinde zur Last. In kurzer Zeit sind die Landtagswahleu. Mögen diese Herren mit ihren armen am Dorfe ivohneuden Glaubensgenossen Mitleid haben und sich der Mahl enthalten, den Dank von den Deutschen finden sie nicht, tute es tausende Fälle betveisen. I. B. Stimmen ans dem Publicum. Die Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu raffinierten Geschmack des Publicums Rechnung tragen zit können, die gröhten Anstrengungen machen müssen. Thatsächlich übcrbieten sich die Möbelfabrikanten in der Herstellung von modernen n>id modernsten Mvbelgegeiiständen. Dass hierbei der wirklich feine Geschmack nicht innncr auf seine Nechnung kommt, ist nicht zu Vertvnndcrn. Und so sieht man Kauflustige oft von einem Etablissement zum anderen wandern, ohne sich in dein groszeu Chaos von inarktschreierischcr Secession und Geschmacklosigkeit Zurechtzufinden. Als einen treuen Wegweiser auf den, Gebiete des feinen Geschmackes in Möbeln aller Art mitffen wir daher das reich illustrierte Album des Möbelhauses I a e q u e s H e i sz, 9. Bcz., Porzcllaugasse 20, begrüßen. Man findet hier wirklich moderne, discret ausgeführte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Dauerhaftigkeit hervorgekehrt wird. Ein Besuch in diesem Etablissement, auf dessen Inserat wir hier besonders aufmerksam machen, wird sich stets als lohnend erweisen. Gute, billige Möbel sind jetzt in der Zeit der Verliebungen, Verlobungen und Verbindungen ein gesuchter Artikel. Das reichassortierte Möbellager von Hermann Hoffmann, 2. Vez., Stefanieftratze 13, bietet allen Mobclbedürftigen die reichste, gediegenste Auswahl. Man versäume es nicht, bei Bedarf dasselbe zu besichtigen. Briefkasten. Kahan. Stiinislan. Aceeptiert, aber kann mich nicht binden inbezug mif Datum des Erscheinens. Neust. Erscheint gewiss. Die Verzögerung bitte zu entfchuldigen. S. Horowitr. Ihre Arbeit wurde nicht aceeptiert. Bezüglich des Uöanuseriptes verweise ich Sie darauf, dass Manuskripte prineipiell nicht retourniert werden; es steht dies auf dem Kopfe einer je b c n Nummer. Scho. Tcplitz. Bitte noch einmal den Aufruf zu senden. Wir werden ihn dann im Austausche mit Ihrer Corrcspondenz veröffentlichen. Ferner theilen Sie uns die N a m e n der Gewählten immer mit. Goldstein. Zntritt haben nur Mitglieder des Creditinstitutes. Dr. E. G. Die Trauung der Tochter des Fabriksdirectors Herrn Moritz Hirsch in Wien hat in der hiesigen — evangelischen Kirche stattgefuudcn. M. N. K. Auf anonyme Anfragen Tonnen wir nicht antworten. oX' ■9.0 oCr>o Ofjml/ßsRQosm mm MM joOOO MW gMs ll'SoQOO m$a -MAx MM WM Usjki'siners mm KSSü (sRE AM swä »L»S SW ism um §n .e\\33sl mm. SW »W l MS -«VW« mkt. JUeitet4 für Phantasie Ausstattungen, für Ballets,y Pantomimen,AustattungS' possen etc.etc. in vor^ nehmster Farbenzip sammenstellung und eleganteste^ Ausführung^ Historische Aus~ stattungen für Schauspiele, .Opern, Oper* ^etten,Fest~ s, Fest* tüge,Rei ärfeste, BV etc. sp. tfJrv 1 Kunstx lerisch indiK viduelle modet ne Costüme. Ganze Austattun gen für Anfänge Coulanteste Bedienung. J^y0 ^/foileftert . /Strassen- $ /Ball- Strassen leider, Blou sen etc. Stets die neuesten Entwürfe für Costüme .Opern, Operellen Phantasien von 15 Kr. aufwärts nie Ausstattungen bedeutend billiger. v x X s 8 X!! Neu eröffnet!! Hotel „Terminus“ Karlsbad. 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Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 19. April 1902 standen in Vormerkung: I. Classe: Manuelle Arbeiter. 14 Anstreicher und Lackierer. — 5 Aufpapper. — 9 Bäcker. — 3 Buchdrucker. — 1 Bürstenbinder. — 3 Construcieure. — 1 Destillateur. — 2 Drechsler. — 2 Eierklärer. 4 Elektromonteure. — 2 Fleischhauer. — 5 Friseure. — 2 Glaser. — 8 Goldarbeiter. — 1 Graveur. — 35 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener. — 27 Hilfsarbeiter. — 1 Hutmacher. — 6 Kellner. — 1 Koffermacher. — 5 Kutscher. 2 Laufburschen. — 1 Lederzurichter. — 2 Lehrlinge. — 3 Magazineure. — 3 Maschinisten u. Heizer. — 7 Mechaniker. — 4 Metalldreher. — 3 Monteure. — 2 Schirmmacher. — 29 Schlosser. — 4 Schneider. — 3 Schriftsetzer. — 19 Spengler. — 15 Tapezierer. — 6 Taschner und Riemer. — 8 Tischler. — 2 Uhrmacher. — 6 Zimmermaler. II. Klasse: Kaufmännische Angestellte. 6 Brantvveinverschleisser. — 22 Buchhalter und Correspondenten. — 39 Commis diverser Branchen. — 24 Comptoirrsten und Strazzisten. —3 Ineassanten. — 4 Kanzlisten und Schreiber. — 5 Manipulanten und Expedienten. — 4 Reisende. Weibliche Abteilung. 2 Bedienerinnen. — 1 Bonne. — 23 Comptoi'ristmneü und Kanzlistinnen. — 10 Expedientinnen und Manipulantinnen. — 1 Hilfsarbeiterin. — 4 Cassafräuleius. — 2 Näherinnen. — 2 Praktikantinnen. — 1 Steppdeckennäherin. — 26 Verkäuferinnen. — 2 Verschleisserinnen. — 2 Wärterinnen. — 9 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Classe: Geistige Arbeit. 30 Hauslehrer und Hofmeister (meistens Hochschüler, welche Gymnasial- und Realschüler unterrichten). 5 Lehrerinnen und Erzieherinnen. ü ’n Anbetracht des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns, jeden Glaubensgenossen dringendst zu bitten, dasselbe durch Beitritt ZU unterstützen. CrsdiMnstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte. Der Autsichtsrath Die Direction: J. K a r e i s, k. k. Hofrath, Richard Rappaport. Hermann EUbogen, Cultusvorstand. Emauuel P o 11 a k, Oberbuchhalter. Dr. phil. Paul Weisen grün. Heinrich Komme h 1, Fleischhauer. Alfred M o r a w i t z, Beamter. Jacob Reichmann, Buchdrucker. Adolf R a k o w s k i, Kaufmann. Zahnarzt Leon D r u b 1 o w i t z. Josef Pollak, Firma Pollak & Neuron, Obmann. Moriz Pozsonyi, Schriftführer. Salo Klausner, Kaufmann, Obmann-Stellvertreter. Gottlieb Herrmann. Max Pappenheim, leitender Director. Auszug aus den Statuten des „Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte“ (registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung). Gegenstand und Sitz der Genossenschaft. § 2. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Wien und bezweckt: a) bei ihren Mitgliedern durch Entgegennahme von Einlagen, welche verzinst werden, and den Anspruch auf Gewährung von Darlehen erhöhten Sinn für Sparsamkeit und Capitalsammlung anzuregen; b) den Mitgliedern entsprechende, leicht rückzahlbare Darlehen zur Förderung Uwes Erwerbes oder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu verschaffen. Genossenschaftsfonds.. § 3. Der Fonds der Genossenschaft wird gebildet: a) aus den von den Mitgliedern zu zahlenden Geschäftseinlagen b) aus dem Reservefonds c) aus dem von der Direction zu beschaffenden Betriebsfonds, Derselbe kann durch Aufnahme von Spareinlagen beschafft werden; d) aus freiwilligen, nicht rückzahlbaren, einmaligen Beiträgen, welche der Genossenschaft, von welcher Seite immer, zur Verfügung gestellt werden. Personen oder Gesellschaften, welche solche Beiträge leisten, sind nicht Mitglieder der Genossenschaft und besitzen weder Rechte noch Pflichten in derselben. Geschäftsanthelle der Mitglieder. § 4. Der Geschäftsantheil jedes Mitgliedes wird auf einen Betrag von 100 Kr. festgesetzt Das Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, r. 6. m. b. H., Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 49 übernimmt Spareinlagen zu 3 V» Percent mit 14tägiger, zu 4 Percent mit monatlicher, zu 4‘|a Percent mit dreimonatlicher Kündigung, bas birectorium.