Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 19 (9.5.1902)
- Date
- 1902-05-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Wien, Freitag .Kidisflies Vnlk-ltiuM 9. Mai 1902 Seite 7 Tanzen und springen thnn wir alle, . Tanzen und springen thun wir alle, Meszameach zu sein Choszen wekallc.! Meszameach zu sein Choszen lvekalle. Der Syndiens und der Rolv und ein Amchorcz') Wir reimt sich das zusannn, zusamm? Der Syndiens ist ein groszer Rasche") Der Rolv sagt eine tvalle Droschch" Und ein?lruchorcz ist nix kaschch'") So reimt sich das zusamm. Tanzen und springen thnn wir alle, Meszameach zu sein Choszen tvckalle. Ein Kaswen"), Löb Frank und ein Chasseneh Wir reimt sich das znsamm, zusamm? Ein' Kaswen thar man nix trauen, Löb Frank thnt die neue Schul' aufbaucn, Und auf der Chassenc sind viel schöne Frauen. So reimt sich das zusamm. Die Reimerei des Schalsnarren ivar noch lange nicht er- Aöpft. In seiner Manier, die entlegensten Dinge mit den Nächstliegenden dtireh einen witzigen Reim zu verbinden und vom Hundertsten ans das Tausendste' zu kommen, hatte er eine Garantie für den nie versiegenden Quell seiner Produetion, und er hätte gewiss noch lange fortgereimt, trenn er nicht bemerkt hätte, dass die jungen Leute tind Mädchen bereits mit Ungeduld auf die Musik warteten, um mit derselben in den eigentlichen Tanzsaal einzuziehen. Des- , halb machte er rasch folgende Wendung:! Eilt Zadik"') und die Lieb' und die Jünglech und Madlech Wie reimt sich das zusamm, zusamm? Ein Zadik ist keinen nicht „meivaseh", „Ahaiwoh kamolres aseh"'") Lasst's die Jünglech und Madlech jetzt ihr „Oilem haseh") Tanzen uitd springen thun tvir alle, Mehameach zti sein Choszen lvekalle. Reb Bär Lederer und der Drab und Gawriele Stuffer, Mir reimt sich das ztlsamm, ztisamm? Reb Bär Lederer ist ein fester Baldower") Der Drab soll kriegen deit Schotver") Und Gawriele Stuffer hat dcu Chower. So reimt sich das znsamm. Tanzen und springen thtin wir alle, Mehameach zu sein Choszen lvekalle. Die Kalle und der Choszen und Reb Machel, Mir reimt sich das zusamm, zusamm? Die Kalle ist die schöne Rösel, Der Chotzcn ist, soll ich gcstind sein, kein Esel, Und Reb Machel trinkt gerne ein Gläsel. So reimt sich das ztisamm. Tanzen und springen thun wir alle, Meszameach zti sein Choszen lvekalle. Ein Bal Cholcm") und ein Tischler und ein Schalksnarr, Wir reimt sich das zusamm, zusamm? Ein Bal Choleni thtit beständig träumen, Ein Tischler thut zusammeitleimen, Und der Schalksnarr kann alles reimen. So reimt sich das zusamm. So reimt sich das zusamm. *) Zu erfreuen. ") Bräutigam tind Braut. *) Eine Frucht. 4) Ein Dieb. °) Eine kleine Butte. °) Schlviegervater. T) Untvissender. 8) Bösewicht. °) Predigt. '°) auffalleitd. 4)Ein Lügner. ") energisch. ") Ein Bratich. ) Ein Träumer. ) Ein Frommer. 10) Die Liebe ist lvie der Tod mächtig. ")Diese Welt. (Fortsetzung folgt.) In der von der hohen k. k. Statthalter ei conoessionierlen priv. Sprachschule der Frau O ga Kadisch IX., Grüne Tbonjasse 31, Mezzanin, wird die französische Sprach*- nach leichtfasslicher modernster Metho r in!! Tages- und Abendcursenü unterrichtet. Der Unterricht wird v<m staatlich diplomierter Lehrkraft, die Conv**is;tMonsiihunpvn von einer Pariserin geleitet. Für Schulpflichtige haben sepa-ate Curse bereits begonnen. Einschreibungen täglich von II—3 Uhr. Schulgeld je nach dem Cursus 3 oder 4 fl. monatlich. ^fetier für Phantasie Ausstattungen,für Ballets, Pantomimen, Austattungspossen etc.etc. in vor^ nehmster Farbenzu sammenstellung und eleganteste!/ Ausführung Historische Aus-* stattungen für* Schauspiele, v0pen%0pen jetten, Festste, Fes** vzüge.Rei* r\i \ V' / .är rfeste, etc. $ Ar w Kunst"* lerisch indi viduelle mode neCostüme. Ganze Austattun gen für Anfängerine Coulantesfe Bedienung. y w & Ä- Balltoi letten. 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Brieflicher oder telephonischer Auftrag genügt, um männliche und weibliche qualificierte Arbeitskräfte, sowie Hilfsarbeiter, ferner kaufmännische Angestellte und Lehrkräfte beiderlei Geschlechtes zugewiesen zu erhalten. Am 19. April 1902 standen in Vormerkung: I. Classe: Manuelle Arbeiter. 14 Anstreicher und Lackierer. — 5 Aufpapper. — 9 Bäcker. — 3 Buchdrucker. — 1 Bürstenbinder. — 3 Construcieure. — 1 Destillateur. — 2 Drechsler. — 2 Eierklärer. 4 Elekiromonteure. — 2 Fleischhauer. — 5 Friseure. — 2 Glaser. — 8 Goldarbeiter. — 1 Graveur. — 35 Hausknechte, Geschäfts- und Bureaudiener. — 27 Hilfsarbeiter. — 1 Hutmacher. — 6 Kellner. — 1 Koffermacher. — 5 Kutscher. 2 Laufburschen. — 1 Lederzurichter. — 2 Lehrlinge. — 3 Magazineure. — 3 Maschinisten u. Heizer. — 7 Mechaniker. — 4 Metalldreiier. — 3 Monteure. — 2 Schirmmacher. — 29 Schlosser. — 4 Schneider. — 3 Schriftsetzer. — 19 Spengler. — 15 Tapezierer. — 6 Taschner und Riemer. — 8 Tischler. — 2 Uhrmacher. — 6 Zimmermaler. II. Classe: Kaufmännische Angestellte. 6 Brantweinverschleisser. — 22 Buchhalter und Correspondenten. — 39 Commis diverser Branchen. - 24 Comptoiriste» und Strazziste-n. —3 Incassanteu. — 4 Kanzlisten und Schreiber. — 5 Manipulanten und Expedienten. — 4 Reisende. Weibliche Abtheilung. 2 Bedienerinnen. — 1 Bonne. — 23 Comptoiristinneu und Kanzlistinnen. — 10 Expedientinnen und Manipulantinnen. — 1 Hilfsarbeiterin. — 4 Cassafräulelns. — 2 Näherinnen. — 2 Praktikantinnen. — 1 Steppdeckennäherin. — 26 Verkäuferinnen. — 2 Verschleisseritmen. — 2 Wärterinnen. — 9 Wirtschafterinnen und Stützen der Hausfrau. III. Classe: Geistige Arbeit. 30 Hauslehrer und Hofmeister meistens Hochschüler, welche Gymnasial- und Realschüler unterrichten). 5 Lehrerinnen und Erzieherinnen. Aufruf! ln Anbetracht des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns. jeden Glaubensgenossen dringendst zu bitten, dasselbe durch Beitritt ZU unterstützen. GrediMnstitut für jüdischo Gewarbetraibende und Beamte. Der Aulsichtsrath Die Dircctiun: J. K n r e i s, k. k. Holrath. Hi« hard 11 a p p a p o r t. Hermann bl 11 bogen, Cultusvorstaml. Einanuel Poll a k, Oberbuchhalter, Dr. pliil, - Paul Weisen g v N n. Heinrich Korn m e h 1, Fleischhauer. Allred M o r a w i t z, Heamter. Jacob Reich m a n n, P.n> lidrncker. Adoli R ii k o w s k i, Kaufmann. Zahnarzt Leon D r u b 1 o w i I z,! doset P o 1 1 a k, Firma Pollak & Neuron, Obmann. Moriz P o z s o n y i, Schriftführer. I .Salo Klausner, Kaufmann, Obmann-Stellvertreter. Gottlieb Herr in a n n, | Max Pup pen he im, leitender Direetor. Auszug aus den Statuten des „Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte“ (registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung). Gegenstand und Sitz der Genossenschaft. § 2. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Wien und bezweckt: a) bei ihren Mitgliedern durch Entgegennahme von Einlagen, welche verzinst werden, und den Anspruch auf Gewährung von Darlehen erhöhten Sinn für Sparsamkeit und Gapitalsammlung anzuregen; b) den Mitgliedern entsprechende, leicht rückzahlbare Darlehen zur Förderung ihres Erwerbes oder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu verschaffen. Genossenschaftsfonds. § 3. Der Fonds der Genossenschaft wird gebildet: a) aus den von den Mitgliedern zu zahlenden Geschäftseinlagen b) aus dem Reservefonds c) ans dem von der Direction zu beschaffenden Betriebsfonds. Derselbe kann durch Aufnahme von Spareinlagen beschafft werden; d) aus freiwilligen, nicht rückzahlbaren, einmaligen Beiträgen, welche der Genossenschaft, von welcher Seite immer, zur Verfügung gestellt weiden. Personen oder Gesellschaften, welche solche Beiträge leisten, sind nicht Mitglieder der Genossenschaft und besitzen weder Rechte noch Pflichten in dei seinen. GeschäftsantheUe der Mitglieder. § 4. Der Geschäftsantheil jedes Mitgliedes wird auf einen Betrag von 100 Kr. festgesetzt Das Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, r. G. m. b. H., Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 49 übernimmt Spareinlagen zu 3Va Percent mit 14tftgiger, zu 4 Percent mit monatlicher, zu 4‘|2 Percent mit dreimonatlicher Kündigung. bas birectoriunrv.