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Jüdisches Volksblatt · 1902-02-07 · 6 (7.2.1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
6 (7.2.1902)
Date
1902-02-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches VolksblaU 7. Februar I 9>)2 Nr. G sein. Rechnet man dazu die Ein- und Ausfuhr einiger {teilten nicht genannten Häsen, wie Tantüra, ferner die recht erhebliche Einfuhr zu Lande von Beirut.und Damaskus aus, sa wird man die gesammte Ausfuhr im Jahre 1900 auf 22 Millionen, die gesammte Einfuhr auf 15 Millionen Francs zu schützen haben. Die wiederholte Erwähnung unserer jüdischen Colouien in diesen Cousulatsberichten beweist deren Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des heiligen Landes. Weil in demselben die Bauthätigkeit eingeschränkt wurde, gieug die Einfuhr voU Baumaterial stark fühlbar zurück. Infolge ihres ständig größere Erträge liefernden Weinbaues vermindert sich die Einfuhr von Wein immer mehr; sie beschrankt sich fznr Zeit fast ganz auf Champagner und billige, mit Harz versitztr cyprische Weine. Die Haupt-Exportartikel Weizeir Gerste Seife Apfelsiuen Sesam Wein * 12 2 ' -1 >2 2 1»! x lio Millionen |tit&: Francs Sehr bemerkenswert ist, dass schon im Jahre 1900 der Weincxport zum weitaus größten Theile von den jüdischen Colonien bestritten wurde. Sie lieferten für die Ausfuhr rund 16.000 Hektoliter, die Templer rund 4000 Hektoliter, ferner kamen noch etwa lOOOHektoliter sogenannten Jerusalemer Weines zum Versandt. Wir verrathen kein Geheimnis, wenn wir mittheilen, dass der Export der jüdischen Colonien im Jahre 1901 auf circa 30.000 Hektoliter gestiegen ist, während derjenige der Concurrenten sich fast gar nicht vermehrt hat. Sehr interessant ist auch die Beobachtung, dass die deelarierte Ausfuhr von Olivenholz- und Perlmutterwaren eine halbe Million Francs beträgt. Da die Touristen und Pilger, welche die Hauptkäufer dieser Artikel sind, sie schwerlich bei der Ausreise declarieren, so wird mau das wirklich zum Export gelangte Quantum in dieser Ware auf das doppelte und dreifache schätzen müssen. — Die Einfuhr betrifft in erster Linie Kaffee, Reis, Zucker, Petroleum, Holz, dann aber auch Manusacturwaren, die in einem Gesamumverre von mehreren Millionen Francs eingeführt werden. Daran participiereu die gestreiften Baumwollstoffe aus Damaskus noch mit mehreren hmiderttausend Francs, und diese Maren könnten sehr gitt im Lande selbst hergestellt werden. Wie unseren Lesern erinnerlich ist, hat die Alliance israelite universelle mit der Weberei in Jerusalem einen schönen Anfang gemacht. Hoffen wir, dass bei der großen Noth der jüdischen Bevölkerung Palästinas die Erzeugung gewifferp bisher eingeführter Artikel im Lande selbst dazu benützt wird, den Darbenden Arbeit und damit Brot zu geben! . Jüdische Wohlthätigkeit in Amerika. Die „Blaamsche Gazet^, ein Brüsseler Blatt, dem man sonst keine Judeyfreundlichkeit nachsagen kann, erhält aus Ncw-Nork einen Brief ihres ständigen Berichterstatters, worin es u. a. heißt: »Die Juden bilden eine Macht in einer' Stadt von New-Aorks Bedeutung. Dass. vpn.ihnen Liebe ausgeht für die Minderbemittelten, das zeigt sich?recht in schlechten Zeiten, wie diese sind. Bon Broux bis zu Süd-Ferry haben jüdische Frauen alles: gethan, um die Noch zu lindern. Sie helfen den armen jüdischen Auswanderern. Persönliche Wohlthätigkeit ist ihre Parole. ^Dr. G o t t h e i l, Rabbiner am Tempel „Emauuel^, organisierte vor jetzt . dreizehn Jahren den .Schwcsterdund jüdischer Frauen". 300 Damen sind Mitglieder. Diese Frauen sorgen fürs Schulegeheu der Kinder, besuchen die Armen und Kranken, stiften Jugendvereine, Atterscafsen, sind ihatig in Kindergärten u. s. w. Da kenne ich einen bezeichnenden Fall. Vor zwei Jahren erhielt ein Israelit von diesem Frauenvereine ein Darlehen von 150 Dollars. Er gründete damit ein Geschäft. Im ersten Monate verkaufte er für 261 Dollars, nach einem Jahre hatte er einen Umsatz von 13.200 Dollars gehabt. Längst hat der fleißige Manu dem Vereine die 150 Dollars zurückgezahlt, es geht ihm gut. Solche Vorbilder könnte ich viele .erzählen. Vor zwei Jahren wurde vom Schwesterbünde in Orhardstreet ein ,Bersammlungssaal" gegründet, der vornehmlich für jüdische arme Mädchen bestimmt ist. Dort ist am Abend Gesang und Spiel und Tanz, Lesezimmer sind da und, die Mädchen finden nach des Tages Arbeit wvhlthuende Vergnügungsstunden, die sie von der Straße abhatten. Jetzt sind bereits derartige Hallen an fünf verschiedenen Plätzen im Offen von New-Iork errichtet: eine wahre Wohlthat für die armen jüdischen Mädchen. Die Kosten werden von einigen reichen Damen gedeckt. Der Bund sorgt auch in anderer Weise für Ernährung und Erziehung armer Kinder, und er gibt ihnen durch gute Vorbilouug die Kraft, ihre Stellung in der Gesellschaft einzunehmen. So werden tausende tüchtiger Menschen erzogen, die bald Wohlthätigkeit nicht mehr nöthlg haben. Ja gewiss, die Juden in New-Aork thun viel Gutes an ihren Stammesgeuossen, aber ebenso auch für andere. Viel Liebe herrscht unter ihnen, die Feindin der Selbstsucht, und wo Liebe gefunden wird, da brauchen wir nicht zu bangen, sie komme von Jud oder Christ." So daS vlaamfche belgische Blatt, das freidenkerisch ist, jegliche Confesfion brkämpft und oft beinahe antisemitisch schreibt. Es ist anständig von dem Blatte, dass eS auS dieser objrctiven Darstellung des New-Forker Correspondenten nichts gestrichen hat. lir. Kg. ’ftöbc ein groftes Arbeitsfeld, an welchem alle in gleicher Weife Mitarbeiten könnten und müssten: dies ii d i s ch e K it n st. 9aid) einem musikalischen Uebergange, bestehend ans denr van jur. Mein in schwungvoller Weise gespielten Finale ans der „Jüdin" brachte Tr. ^ofer einige Skizzen und Gedichte zur Vorlesung, van denen besonders das „Varietee" und „Moses" den lauten Beifall der Anwesenden fanden, der in gleicher Weise den: jungen Schriftsteller Mar Eisler gezollt Nmrde, als er seine gehaltvollen Gedichte „Mirza" und „Zivnslieder" vvrtrug. Eine eigenthümlich erivartnngsvolle^ iLpannnng konnte man auf allen Mienen lesen, als Schriftsteller Brandes zwei Jargonskizzen „Die Welt ohne Masken" und der „Eonevnrs auf Tobte" in öusterst humorvoller Weise seinen Zuhörern mittheilte. Der endlose Beifall, .iwkfyer einstimmig den beiden Humoresken Brandes' folgte, veranlasste med. Glogau, den Anwesenden dafür zu danken, dass sie diesem noch ziemlich unbekannten Gebiete der jüdischen Literatur, der Jargondichtnng, ein so tiefes Interesse entgegengebracht; dies lasse hoffen, dass die Perlen der Jargondichtung endlich in jüdischen' Kreisen bekannt und anerkannt werden'. Mit einer tiefen, psychologisch-packenden Novelle „Die Kinder" und.einem schlonngvollen formvollendeten Gedichte „Gesang" ivnsste techn. Jg. Kahn, der die Kunst, eines ergreifenden, einschmeichelndem Vortrages in hohem Maße besitzt, die Aufmerksamkeit der'gespannt lausehenden Zuhörer zu fesseln. Nachdem die Panse durch einige Jargonlieder ansgesüllt war, cröffneic Herr Martin Buber den zweiten Theil des genussreichen Abends. In einer unveröffentlichten Scene „Sec teaitaet" er klang <T\; 190 Angehörigen der Landsmannschaft „klaust" (Holland und Demschland) laufen jährlich über 30.000 Frcs. ein. (Dabei erhalten die Mitglieder dieser Landsmannschaften nur 55 von hundert aller aus Holland-Deutschland eingehenden Beträge, während der Rest gleichmäßig unter alle Juden Palästinas zur Vertheilung gelangt.) Dagegen stellt sich schon in normalen Zeiten für die 350 Famitien der Landsmannschaft „Rumänien" die Jahresquote nur auf 110—170 Frcs. für die Familie. Seitdem aber unsere Glaubensgeuossen in Rumänien selbst in die bitterüe Nothlage gerathen sind, hat sich auch dieser Antheil bis auf ein Dlittel'seiner bisherigen Höhe reduciert. Während früher 50.000 bis 00.000 Frcs. aus Rumänien jährlich einzulaufen pflegten, gehen jetzt nur circa 17.000 Frcs. ein, das heißt pro Kopf und Jahr.circa 10 Frcs.! Der schwere Druck, der auf unseren Brüdern in diesem Lande lastet, beraubt sie der Möglichkeit, ihrer Schutzbefohlenen im heiligen Lanee in gewohnter Weise zu. gedenken. Diese Unglücklichen sind umso bedauernswerter, als sie den Augen derer weit entrückt sind, die ihnen Hisse zu bringen in der Lage wären. Keiner sieht, keiner vernimmt hier, wie schwer dort die Armen mit der Noth ringen. Ihre Sprache ist den meisten hier fremd, darum verhall: ihr Jammerruf, und itir Flehen bleibt ungehört und unberücksichtigt. Wer aber einmal an Ort und Stelle war und die wahrhafte Frömmigkeit, Gottergebenheit nnd beispiellose Genügsaurkeit der dortigen Armen zu bewundern Gelegenheit hatte, wer es mit angesehen, in welch trostloser Weise sie ihr Leben fristen, oder wer sich nur einmal in den Seelenzustand solcher Nvthleidenden zu versetzen versucht hat, die auf die Hilfe, welche nur aus weiter, weiter Ferne kommen könnte, ihre Augen richten, da ihnen in der Nähe Niemand beizustehen vermag, der wird sich einem Hilsswerke für die Greise, Kranken, erwerbsunfähigen Witwen und Waisen der rumänischen Gemeinden in Palästina nicht entziehen! Die Unterzeichneten haben es auf sich genommen, Fürsprecher dieser Dürftigen zu sein; sie möchten ihnen eine dauernde Unterstützung sichern und bitten Sie, sehr geehrter Herr, sich an der edlen Sache betheiligen und Ihr Interesse für die bezeichneten Armen durch einen jährlichen Beitrag bekunden zu wollen. den entgegenzunehmen unser mitunterzeichneter Schatzmeister Herr ''! Siegberl Seckelsvhn (Berlin NW., Kronprinzen-Ufcr 7) mit" n hovotr iff trn» IHofv'örti» frtflim utr ßWiinhurtn . . r , , . . „ , m j verwendet werden. einer machenden Analyse unterworfen wurde Besonderen get v2Ulftuf tt50t nachstehende Unterschrift: Eindruck nmdjie dev Vortragende, aE> er mit hossmmgv- J Geh. NegicruugSrath Professor Dr. Aron, Professor Dw freudiger stimme das prachtvolle Gedicht „Neue Jugend A. Bagius kg, Schriftsteller W. Bambus, pract. Arzt Dr. zur Vorlesung brachte. j W. Becher, Geh. Müüiciicalrath Professor Dr. Briege r, Als letzter Vortragender recitierte Adolf Donathjwmg.l. Commerzieurath I. Dannenbaum, BerawerkSbesttzer- - > Moritz Dorn, Rabtnner Dr. Eschelbach er, NechtsanwaU. pcn- .coeur eUlig^ Gedichte aus een aluJcfanniüt htu alllcno- * Engel, königl. Commerzieurath Julius Marriu gewürdigten Werken „Tage und Nachte und „Mensch und jssriedlünder, Rechlsarnvalk Caspar Gutfeld, Alexander Liebe", die durch ihre Geschmeidigkeit und Empfindungs-- He rzfeld, Dr. Meier Hildesheimer, Fabriksbesitzer Aron tiefe in den .ftmen der Knbürer Widerball fanden. Ein « H ir s ch, Julius Kalmus, Dr. Gustav K a r p e l e s, Redaeteur M. A. K l a u s n e r, Stadtverorvaeter, Prof. Dr. L. Landau, Khef-Redacteur I. L a n d a u, Dr. Jon. Lehm a n n, Verleger tiefe in den Herzen der Zuhörer Widerhall fanden. Ein wahrer rauschender Beifall erscholl, als er das traurige Ghettolied „Die Jüdin" vortrug. Dieses Gedicht zeigt so der „Breslauer-Zeitung", Willibald Loewenthal/Schriftsteller recht, wie innig vertmut Donath mit der Sehnsucht und s Hugo Lublin er, Hofjuwelier Eugen Marcus, Rechlsanrvsltt dem Leide des'jüdischen Volkes ist und dass manAi ihm! M en^delsohn, ^Rabbiner Dr. Munk, Geh. Regiernngsrath mit Recht einen ' der Großen unter. dech-.'ZuMüdischeii' Dichtern zu erwarten hat. * In seinem Schlussworte bezeichnete mied. Mogau untsr allgemcniem Beifall , auch dieses Experiment (als 'eiNJgußerst gelunMEMyd «sprach die . Hoffnung aus, dass Eser Abend den Mstoß 'geben wlerde für eine neue Bewegung, welche der jüdischeii Kunst nicht nur in Studentenkreisen, sondern in der ganzm jübischej-r' Gesellschaft Anerkemumg und Würdigung ver-' schaffen werde. Gl, Professor Dr. P i n n e r, Rabbiner Dr. R o s e n z w e i g, Stabiverordneier Louis Sachs, Consul Siegfried S a chs, Eo:umerzienralh Josef S ch l o s s m a u n, Siegbert Seckelsvhn, Dr. M. So der n heim, Verlagsbuchhändler Hugo Steinrtz, Rabbiner Dr. Winckler und^Dr. moci. Hans.Ponder. Aufruf l Liebwerte Stammes- und Gesinnungsgen o s s e n! Von der „Neuen Zeit" (Stuttgart, Dietz' BerlagJ ist. soeben das 18. Heft des 20. Jahrganges erschienen. Aus deiu Inhalt heben wir hervor: Einiges zur Parteigefchichte. Beiträge zu einer Geschichle der Jncernarionale. Boa Max Bach. — Zur Frage der Arbeitslosenversicherung. Bon Hermann Wioll^u- . buhr. II. — Die Strikes in Oesterreich hu Jahre 1900. — Socialj politische Umschau. Bon Emanucl Wurm. — Splitter. Lite-! rarische Rundschau: Vvlkc'literalur. — Feuilleton: Ueber Goethe. Von Theodor Lejsing. , DaS Jännerhest der „Jüdische» Tnrn-Zeitung", Berlin 91. ist eben tn neuer geschmackvoller Ausstattung mit solgeiwem. Der südisch-nationale Verein „Zion" in Suciawü hat. Jnhalr erschienen: Diseussioir über die Frage der körperlichen in der Ausschusssitzung vom 18. Jänner 1902 die Gründung > Hebung der Juden. (Basel-Berlin.) — Dr. Ernst Tuch: Die einer j ü d i s ch e n V o l k s b i b l i o t h e k i n S u c z a w a - Mischen Bodeneuliur-Bestrebungeu in Deutschland. - Theobaldbeschlösse» und sich hiern.it der ebe»s° erhobene.. wi°!SÄ'KSf^ schwierigen Aufgabe der geistigen. Emancipatwu der i Vermischtes. — Uebungsgruppen. jüdischen Bevölkerung Suczawas unterzogen. In Aus führung dieses Beschlusses vom 18. Jänner 1902 gestaltet Die socialistische» Monatshefte (Administration: Berlin W. Lützowst. 85 haben soeben bas Februar Heft itzres er sich "nun an alle Gesinnungsaenossen und edel denkenden VIII. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt desselben Mensche», denen die geistig Vernnlikommnung des jüd.schen! W Volkes am Herzen liegt, d,e Bitte zu richten, durch Bllcher- Lindemaun (C. Hugo): Krise und Wohnungsverhältnisse. - und Geldspenden zu dem von ihm begonnenen Werke bei», Charles Loeser p Käthe Kollwitz. — Dr. Enn't Gystrow: Social- Anträgen. Es gilt, Licht zu tragen unter das indische Volk, Licht der Aufklärung, Licht der Wissenschaft. Spenden bitte zu richten: An den jüdisch-nationalen Verein „Zion" zuhanden des Bibliothekars Josef Ellenbogen in Suczawa. Für den Verein „Zion" : Der Schriftführer: Der Obmann: Jsak Hammer. Dr. Kuno R a ch m u 1 h. Jüdischer Autorenabend. Die literarische Section der Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler veranstaltete am 6. Februar den ersten jungjüdtschen Autorenabend. In den einleitenden Worten hob der Leiter der literarischelt Sectton, med. Otto Glogau, die Motive! hervor, die ihn zur Wägung dieses „zweiten Experimentes" (der „Ball" war das erste) bewogen hatten. Die jüdische Studentenschaft dürfe nicht einseitig enttveder völlig im Parteigetriebe aufgehen oder ganz indifferent mit den Händen im Schoße dasitzen. Es Wir werden um die Veröffentlichung nachstehenden beherzigenswerten Aufrufs ersucht: Bon bitterster Stoth, von unbeschreiblichem Elend wird seit mehreren Monaten ein ansehnlicher Theil unserer Brüder im heiligen Lande heimgesucht. Bon den 1725 Angehörigen der sogenannten rumänischen Gemeinde Palästinas (zumeist Nachkommen von in früheren Zeiten aus Rumänien dorthin Eingewanderten), die einzig und allein aus die ihnen aus ihrem Stammlande zufließenden Geldunterstützungen angewiesen sind, führen jetzt circa 700 Seelen, bestehend aus Greisen, Kranken, erwerbsunfähigen Witwen und Waisen, ein jammervolles, von Entbehrung, Hunger und Siechthnm ausgesülltes Dasein. — Zum näheren Verständnis ihrer Nothlage mögen folgende Einzelheiten dienen: Die Gesammtzisfer der in Palästina wohnenden Juden deutscher Zunge beträgt 23.043. Bon diesen sind nicht weniger als 15.576, das heißt, von hundert 70, auf unmittelbare Unterstützungen angewiesen. Die aus sämmtlichen jüdischen Gemeinden des Abendlandes für diese einlaufenden Spenden gelangen an 25 Landsmannschaften zur Bertheiluny. Die Höhe des auf die einzelne Familie kommenden Antheils ist je nach der Wohlhabenheit und Freigebigkeit der Juden des betreffenden Heimatlandes, sowie je nach der Anzahl der aus demselben stammenden Familien sehr verschieden. So werden die aus Ungarn einlaufenden 200.000 Frcs. jährlich nur mfter 1300 Personen vertheilt. Für die, formalismus und CulturrealismuS. — Dr. Eugen Losinsky: Das religiöse Problem im Soeialisums. — Rudolf Lebius: Deramerikanische Cigaretlentrust in Dresden. — Fanny Jmle : Die Arbeitslosenunterstützung in den deutschen Gewerkschaften. — Rundschau: Politik; von Richard Calwer. — Wirtschaft; von Max Schippel. — Socialistische Bewegung; von Dr. L. Gumplowicz, — Gewerkschaftsbewegung; von Heinrich Bürger. — Genossenschaftsbewegung; von Gertrud David. — Sociale Kommunalpolitik; von Dr. Hugo Lindcmann. (C. Hugo). — Psychologie; von Dr. Ernst Gystrow. — Technik; vo»r Dr. Heinrich Lux. — Bücher; von Dr. L. Gumplowicz. — Als Beigabe bringt , das Heft ein charakteristisches Selb st Porträt von 5tätye j^ollwitz. — Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg., pro Quartal. 1-50 Mk. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanstalien (Postzeitungs-Katalog Ätr. 7138), ferner direct bei der Expedition der Soclalistischen Monatshefte, Berlin W., 35^ Lützowstr. 85 A. (Zusendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Couvert.) Probehefte und Berlags-Kataloge gratis- und franco. Interessante Aufzeichnungen über die Kinderarbeit in Oesterreich bringt das eben erschienene 2t. Heft „Dvcumente der Frauen" (herausgegeben von M. Lang). Wir gewinne» durch sie einen übersichtticheu Einblick in eines der traurigsten Gebiete des socialen Elends. Ueber den in Brünn errichteten neuen Pflegermnen-Curs für Mädchen aus Bürgerkreisen berichtet H. H e r z f e l d e r, und an diesen Artikel knüpft sich ein Referat von Paula Pick-Eckstein über ein ähnliches, vor einigen Jahren vom Socialen Hilfsverein in Wien eingeleitetcs Unternehmen, welches leider bisher trotz seiner guten und wirklich fruchtbringenden Grundidee hier noch nicht festen Fuß fassen konnte. Em kleiner 'Aufsatz, „Gefahr", über die Fraueusrage im Speciellen van Hedwig Schulhof ist als originelle uno aut geschriebene Arbeit bestens zu empfehlen. — Die »Documente der Frauen" sind zum Preise von 3 Kronen vierteljährig, die einzelne Nurnrner für 60 Heller in alle»» Buchhandlimgen und in der Administration, Wien, VI., Magdalenenstraße 12, zu haben.

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