Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1902)
- Issue
- 5 (31.1.1902)
- Date
- 1902-01-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite K Wien, Freitag Jüdisches Volksblait lll. Jänner if)02 Sr. 5 dem politischen Leben nicht mehr actio betheiligen und die Kreise der czechischen Politiker nicht im geringsten stören, ist von einem Entgegenkommen dieser nicht die leiseste Spur zu finden, im Gegentheil, wo immer nur möglich, wird gegen die Juden als die vermnthlichen Feinde des czechischen Volkes geschürt und gehetzt, bis sich bei passender Gelegenheit der im Volke angesammelte Zündstoff in Exceffen nnd Plünderungen der Inden Lust macht. Solcherart dürfen sich daher die Czechen auch nicht wundern, wenn die Juden in Mähren bisher ihren nationalen Bestrebungen kühl bis ans Herz gegenüberstanden und zu Zeiten der Wahlen von einer Unterstützung ihrer Candidaten nichts wissen wollen. Die Hand, welche iinen schlägt, küsst man nicht, und selbst die üblichen Drohungen der czechischen Presse mit Repressalien, falls die Juden sich an den Handelskamuwrwahlen zu Ungttnsten der Czechen betheiligen sollten, lassen kalt und verfangen nicht im geringsten. Im Gegentheil, sie bestärken sie in dem Entschlüsse, an der Politik activ Antheil zu nehmen, indem sie, nach den traurigen Erfahrungen mitden beiden nationalen Parteien, eigene jüdische Politik betreiben und Wege wandeln wollen, wie sie ihnen nnd nicht anderen paffen. Leider ist die Organisation der jüdischen Wählerschaft in Mähren noch nicht so weit gediehen, dass man von einem einheitlichen zielbewussten Vorgehen derselben sprechen könnte. Wo aber nur der Ansatz zu einer derartigen jüdischen Parteibildnng vorhanden ist, macht fich auch in den jüdischen Wählerkreisen das Bestreben geltend, ihre Stimmen bei der bevorstehenden Handelskammerwahl nur derjenigen Partei zuzuwenden, welche auf eine e u t* sprechende Vertretung des jüdischen Handels und des jüdischen Gewerbes in Mähren durch jüdische Vertreter in der Handels- und Gewerbekammer Rücksicht nehmen wird. In diesem Sinne hat denn auch der Jüdische Volksverein in Prossnitz zu den bevorstehenden Handelskammer-Wahlen Stellung genommen und sein Eingreifen in die Wahl davon abhängig gemacht, dass von ProsSuitz aus nur ein Angehöriger seiner Parteischattierung als Candidat für einen sicheren Wahlkörper nominiert werde. Hoffentlich findet dieses Beispiel Nachahmung überall dort, wo Juden in größerer Zahl als Handels- und Gewerbetreibende mit ihren Stimmen aus die Zusammensetzung der.Haudels- und Gewerbekammer Einslussübenkönnen. Anf dieseWeise könnte sich der jüdische Handels- und Gewerbestand eine seiner Zahl und seiner Stenerleiftung entsprechende Vertretung sichern nnd nicht bloß bei der Wahl, sondern nach derselben in der Handels- und Gewerbekammer selbst zwischen den beiden nationalen Parteien das Zünglein an der Wage bildend, einen Einfluss erlangen, wlcher für die Lage der Juden im Handelskammer-Bezirke von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein kann, zumal man, abgesehen von den Interessen, die in der Bürgerschaft selbst zu vertreten find, in Erwägung zu ziehen hat, dass diese Handels- und Gewerbekammer auch zwei Landtags- und ein Neichsrathsmandat zu vergeben hat. Werden aber die Juden, was wir, aufrichtig gesagt, fürchten, abermals wie so oft zuvor anderen die Kastanien aus dem Feuer holen, sich selbst aber dabei die Finger verbrennen, ohne mehr zu erreichen, als dass der eine oder der andere als Parade-Jude der Ehre gewürdigt wird, in der Eigenschaft eines liberalen Statisten bei der Aufführung des Dramas witzuwirkrn, dessen letzter Act die vollständige Knebelung uud Vernichtung des jüdischen Handels und Gewerbes bilden wird, dann darf die Judenschaft fürder nicht die Klage darüber erheben, dass ihr nicht geholfen wird, denn wem nicht zu rathen ist, dem ist auch nicht zu helfen. Wenn wir uns politisch bethätigen, dann muss und soll diese Bethätigung nur den eigenen, nicht aber fremden Interessen dienen. Diesen egoistischen Standpunkt haben die Juden zwar nie zuvor eingenommen, und wir wären wohl die letzten gewesen, hierzu zu rathen, wenn uns nicht die traurigen Erfahrungen, die wir mit unserer selbstlosen politischen Bethätigung bisher gemacht, eines Besseren belehrt hätten. Jdealpolitiker waren die Juden in der Vergangenheit, zu Realpolitikern wurden sie in der Gegenwart durch das unehrliche Vorgehen der Deutschen sowohl wie auch der Czechen, die beide in unserem Schuldbuchr ein großes Conto aufzuweiscn haben. Brief aus Lemberg. Die Wahlbewegrrng. — Die Neuwahlen dcS „Schomer Israel Wie in diesen Blättern schon des öftern mitgetheilt wurde, geht man daran, den Verein „Schomer Israel" aus seiner Versenkung zu ziehen, in welche derselbe unverdienterweise gethan wurde. Niemals werden jemandem Rechte auf einen Gegenstand, elbst auf seinen eigenen Besitz ertheilt, so diese nicht beansprucht werden. Ein Gleiches geht mit unserem Volke vor. Niemals wird ihm sein Recht werden, obzwar ihm dasselbe geschrieben, gefertigt nnd verbürgt ist von höchster Autorität. Der politische Vere i n „Schomer Israel" erhebt namens der jüdischen Sache den Ruf nach den jüdischen Rechten. Es freut uns, mittheilen zu können, dass der Mangel an einer derartig repräsentativen Körperschaft von den hiesigen jüdischen Gemeindemitgliedern erfasst wurde uud der Anschluss begonnen hat. Es war höchste Zeit, dass der Gründer des Vereines „Schomer Israel" eine außerdentliche Generalversammlung einberief nnd die Wahl eines Ausschusses aus neuen Männern zustande brachte. Der Verlauf der Generalversammlung, welcher der Regierungsvertreter anwohnte, gestaltete sich zu einer würdigen Kundgebung des national-jüdischen Gedankens. Herr Dr. R. Vierer, als Vorsteher deS Vereines, hielt eine Ansprache an die Versammlung, in welcher er die Bedeutung deS Vereines „Schomer Israel" in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hervorhob, wie auch dessen Nothwendigkeit für die Interessen unseres Volkes. Der Verein verfolgt als Ziele: Wahrung jüdischer Interessen, Belehrung unseres Volkes über dessen sociale und politische Stellung, rege Betheiligung am Gemeindewesen, Förderung und Hebung des Gemeinsinns unserer Brüder in unserem Kronlande, Förderung der nationalen Autonomie für die Inden. Man wird fragen, ob auch der Verein „Schomer Israel" seine Aufgaben erfüllt hat? Dieses aus dem Stegreif zu erwidern, ist wohl unmöglich; es hieße die Geschichte des galizischen Israels vortragen. Einiges sei hervorgehoben: Der Verein „Schomer Israel" schritt überall ein, wo gegen das Gerneindeinteresse gesündigt wurde. Aus dem jüdischen Spitale wurde eine halbwegs moderne Heilanstalt, da der CultuSvorstand daS Spital in die Hände von 12 achtbaren Gemeindemitgliedern legte. Unsere Hauptschule wurde um zwei Elasten vermehrt, so dass 1500 jüdische Kinder von ausgezeichneten Schulmännern unterrichtet werden. Der „Schomer Israel" befaß so viel Autorität, um ein hochpolititschrs Arrangement zwischen Juden und R u t h e neu durchzusühreu. Leider konnte dieses in der letzten Stunde geborene politische Kind nicht ausreifen. Die erste Einberufung von jüdischen Gemeinden zu einem jüdischen Gemeindetag ist sein Werk (tS76). Man wirft dem Vereine vor, dass er zur Stufenleiter für Ehrgeizige geworden ist; das mag wahr, aber auch seine rühmliche Seite sein. Der „Schomer Israel" hat es eben zustande gebracht, eine Vorschule zu sein für die Männer, welche im öffentlichen Leben die parlamentarische Tribüne besteigen. Geradezu glänzende Redner entwickelten sich auf der Estrade des „Schomer Israel". Herr Dr. Byk begann eben seine rednerischen Exercitien auf dem Vereinsboden, freie Redner wie die Herren Dr. D. G u t h e t f, Dr. S ch n e p p u. a. Niemals kann aber einer Körperschaft der Vorwurf gemacht werden, dass er fähige Männer der Gemeinde liefert — wie etwa der Polen-Elub seine Mitglieder in die höchsten Stellen in den Staatsdienst hineinpresst. Die Frage, ob noch der „Schomer Israel" heute nothwendig ist, muss mit einem unbedingten Ja beantwortet werden. Es lebe der „Schomer Israel"! Nach JnliuS H o ch f e l d sprachen noch andere Vereinsmitglieder, besonders der bekannte Jargonredner Herr M u n d, zugunsten der Redueieruug der Beiträge auf 20 kr. per Monat, damit der geringe Beitrag einen Massenbeitritt ermögliche. Nach diesem Anträge kommt er aus die vom Vorsitzenden geäußerten Gedanken, wonach der Verein die Pflanzstätte jüdischer Vertreter und Verfechter jüdischer Angelegenheiten werde, um einen zweiten Antrag einzubringen, die Eandidaten des Vereines für irgend ein Amt oder Mandat haben sich zu verpflichten, von dieser Eandidatnr zurückzutreten, wenn der Verein gegen sie sich zu erklären genöthigt sein sollte. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass die Generalversammlung zunächst die Neuwahl vorzunehmen habe; andere Anträge müssen vor einer zweiten Generalversammlung gebracht werden. Es wird zur Neuwahl geschritten. Als gewählt erscheinen die Herren: Dr. R. Vierer als Vor st eher, Julius Hochfeld als dessen Stellvertreter, Hermann L ö v, Hersch M u n d, Jacob Salo Philipp, Chered Julius, Wolf Schleifer, Land kutsch, Silber, Adolf Silber st ein als Ausschussmitglieder; als Ersatzmitglieder die Herren: Heinrich Schapira und Josef Alter. Hierauf wird die Sitzung geschloffen. Reassunuuieren wir kurz daS Arbeitsprogramm des Vereines „Schomer Israel", so hat derselbe die Wahrung der jüdischen Interessen in ökonomischer, socialer, politischer und didaktischer Natur zur Aufgabe gestellt. Biele Anträge zur Verbesserung der misslichen Lage liegen ihm vor, wie Einführung von Hausindustrien, Vorschusscassen und die Regelung des Armenwesens in Lemberg. 8—n. Petersburger Mief. ES bewegt sich doch. — Zwei Wahlmomente tragen zur Aenderuug der Physiognomie der Lember jüdischen Gemeinde bei — die Gemeindcrathswahl und die Handelskammermahl. — Wir wissen bereits, dass 0 jüdische Grmeinderüthe ausgelost wurden, wissen aber, dass es uöthig sei. eine Bresche zu schießen iu die verhängnisvolle Zahl von 10 jüdischen Gemeinderäthen unter sage hundert (christlichen) Stadtvätern. Wird sich das Leutberger Israel aufraffen und folgen den Intentionen des „Schomer Israel"? Die Haudelskamnrerwahlen erheben allen Anspruch auf Beachtung der jüdischen Kaufmannschaft, dieses KreiseS, der noch zwei Drittel der Erwerbsfähig:n entschließt. Hier sollte d»'.' jüdische Kaufmannstand mit aller Energie eintreten. Leider c.fu-t haben wir es mit einem Völklein zu thun, das als Eonnatiomllr und Berufsgrnossen nur schwer Miteinander und nebeneinander sich verträgt. Wir besitzen eine jüdische KaufmannShalle, welche, statt ein Schntzinstünt für die jüdischen Interessen zu sein, in« argen liegt. Heber die Anregung und Geißelung des rastlos für Jtt'ael eintretenden Herrn Julius Hochfeld soll eine Reorganisation dieses verfallenen Institutes eintreten. Nrue Kaufleute haben sich nunmehr dieser Halle ungegliedert; eben sollte auch ein leistungsfähiger Ausschuss aus jüngeren Kräften eingesetzt werden. Dieser Körperschaft wird nun die Aufgabe zusallen, die jüdischen Stimmen in die Wagschale der Entscheidung zu werfen. Wir werden über den Fortgang dieser so wichtigen Institution zeitgemäß berichten. Die Wahl des neuen Ausschusses dürfte kommenden Sonntag stattsinden. -- Der Ruf nach tüchtigen Männern wurde in der gestrigen Sitzung laut und muss derselbe gehört werden. j (Orifi.-Correspondenz des „Jüd. Volksblaü".) j Anfaiist Jänner 1902. j Bekanntlich fiel die Entscheidung des Senates in der i Frage bezüglich des Aiiiiedelimgsrechres der Inden mister-; halb der ihnen zugelviefenen Rayons zuguivten derselben > aus. Wo immer die Möglichkeit zur Erweiterung dieses! Rechtes nach den bestehenden Gesehen vorhanden war, stellte j sich immer der Senat ans Seite des Bittstellern oder! Klägers siegen die Entscheidung der Localbehörde.; In der lebten Zent hat der Senat einen neuerlichen Beweis seines Wohlwollen^ bezüglich der Wohnrechte der i Juden geleistet. Noch int Jahre 1S90 hat der Wilnaer , Gouverneur iu Gemeinschaft mit anderen Gouverneuren! eine Petition an den Senat eiilgebracht mit dem Ber-; langen, eine 'Anzahl kleiner Städtchen irr ihren Bezirken ' für T örse v erklären zu dürfen und demgemäß die ans i Dörfern bezughabenden Gesetze nnd Verordnungen auf ' diese Städtchen an.;nwenden. Da den Inden das Wohnen! in den Dörfern verboten ist, so wäre die Genehmigung der | von dem Gouverneur oerlangten Aendernng für die jüdi- - sehen Bewohner dieser Städtchen zu einer Katastrophe ge- , worden. Der Senat hat jedoch das Verlangen der Gon-! vernenre zurückgewiesen nnd das Bangen zahlreicher Inden ' ist wieder einmal vorüber. Noch eitie andere wichtige Entscheidung hat der Senat in den letzten engen getroffen, dass Inders, tvelche dem Ackerbaustande angehören, aller Rechte dieser Classe theilhaftig werden, obwohl sie nicht mehr diesem Berufe obliegen. Diese Verfügung hat zur Jolge, dass den Localbehörden eine Handhabe weniger zur Drangsalierung der Inden zn Gebote steht. Auch ans dem Gebiete des Schulwesens sind in letzter Zeit wichtige Entscheidungen gefallen. Fast sämmtliche Gesuche, welche von jüdischen Gemeinden um die Bewilligung zur Gründung von Schulen (meist Handelsschulen i oder zur Umwandlung der bestehenden Salnmd-Thora-Schuten in Volksschulen überreicht wurden, fanden eine günstige Erledigung. Auch der Bitte, einen Dheil der Fleischabgaben für diese Zwecke verwenden ,'>u dürfen, wurde stattgegeben. Bekanntlich wurde diese Steuer unter Kaiser Nikolai zn denr Zwecke eingeführt, um einen Fonds für jüdische Schulen zu schaffen. Die Einnahmen übertreffen jedoch die Ausgaben und daher war das Verlangen der Juden, die Ueberschüsse für andere jüdische. Zwecke verwenden zn dürfe n, g erech t fert i gt. Es muss daher jeden Kenner der Verhältnisse befremden, wenn jetzt ein gewisser Kasaczkolvski in dem „War. Dnewnik", einem hochofficiösen Blatte, den Vorschlag macht, dass die Regierung eine neue Steuer für jüdische Schulzwecke einführen solle. Aber merkwürdiger noch ist die Bemerkung, welche die „Nowoje Wremja", welche diesen Vorschlag abdruckt, zu demselben macht: „Es iniuss bei den Inden das Geld für die Erziehung ihrer eigenen Kinder mit Gewalt genommen werden, da die gepriesene Solidarität der Juden nichts als eine schöne Phrase ist, denn dort, wo es sich um Geld handelt, hört die Solidarität auf!" Jawohl, lieber S u w o r i n!i Wenn cs Ihnen passt, leugnen Sie selbst die so oft betonte Solidarität der Inden. Das muss man sich merken! Hazose. Vereinsnachrichten. Verein „Kinderheim". Am 23. Jänner 1902, abends halb 8 Uhr, fand die ■!. ordenlichc General-Versammlung des Vereines „Kinderheim" im Saale des Jüdischen Volksvereines mit folgender Tagesordnung statt: Mittheilungen des Vereinsvorstandes; Caffabericht nnd Bericht der Revisoren; Wahl des Vereinsvorstandes; Wahl von zwei Revisoren und eines Stellvertreters; Eventualia. Der vom Präsidenten Herrn I. Eisler erstattete Bericht des Vorstandes wurde per Aeelamatiou einstimmig zur genehmigenden Kenntnis genommen. Bei den Neuwahlen ivurden die Herren Angel Julius, Barany Ignaz, Bunzl Ludtvig, Deutsch Jacques, Egger Heinrich, Eistler Johann, Eltbogen Hermann, Engländer Carl, Fanto Friedrich, Fische! August, Fischt Julius, Fleischner Max, Rappaport Richard, Frankl Ignaz, Fürst Max, Dr., Kauders Sigmund, Kohn Emil, Kohn S., Dr., Langstein Gustav. Dr., Lichtenstadt Johann, Samek Ludwig, Saxl Maximilian, Dr., Stein Salomon, Weist Jacques, Weist Louis, Meier Albert in den Vorstand und die Herren Renda Leopold, Bader Gabriel und Haas Friedrich zu Revisoren berufen. Wochenprogramm der Topnbee-Halle, 20. Bez., Karajangasse 20. Sonntag, 2., Herr Hofrath Kareis: „Wunder der Neuzeit". Montag, 8., Dr. I. W. Fricser: „Beziehungen zwischen Geist und Körper". Dienstag, 4., Dr. Adolf Donath: „Eigene Dichtungen". Mittwoch, 5., Dr. Margulies: „Das Wesen des Talmud". Donnerstag, 6., Dr. Jiidor Sadgcr: „Aus dem Gebiete der Naturwissenschaften". Freitag, 7., Dr. Julius Löwcnstein: «Bibel, Erklärung der Sidrn". Samstag, 8., Concert: Musik, Gesang. Anncrstag, 0., Dr. Isidor Sadger: „Ans dem Gebiete, der Natur- Licchtenstcinstrastc 15. Bücher-Einlaus. Von der „Neuen Zeit" (Stllttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 17. Heft des 20. Jahrganges erschienen. Ans dem Inhalt heben luir hervor: Dnellmord und Dnellhnmbug. — I. I. Bachofc». (1801—1901.) Voir Dr. Casimir v. Kelles-Kranz. —- Ein moderner Erziehungsroman. Von H. Strobel. — Die Kinderarbeit in der Sonnebcrger Spieltvaren-Jndustrie. Bon P. Reisthans- Erfurt. — Zur Frage der Arbeitslosenversicherung. Bon Hermann Molkenbnhr. 1. —' Literarische Rundschau: Johannes Frizenschaf, Die Praxis des Journalisten. Josef Herzfeld. Die mecklenburgische Verfassung. „Es mutörjut>»m« ns Marx et l'iüealisme ite Kant“. „Kant etnit-il un sophistu bourgeois“ reponse h Paul Lafargue par Ch. Rappaport. — Splitter. Das Patentwesen, die Ainncldnng nnd Anfechtung von Patcntcn und Privilegien, der Marten nnd Mnsterschutz gewinnen von Jahr zu Jahr erhöhte Bedeutung. Deshalb ist dieser Abschnitt in den soeben erschienen Heften 28—80 des „Handbuchs des Oesterr. Rechtes" von Dr. Ingwer nnd Rosner (Verlag der Wiener VoUsbnchh,mdlnng Ignaz Brand, Wien, <i. Bez., Anrnpendorfcrstrastc 18) von allgemeinein Interesse. Ferner loerdcn in diesen Heften in gemeinsasslichcr Weise abgchandelt: Das Köalitionsrecht, die Bestimiiumgrn über Lohnzahlungen, Arbeitspansen, Sonntagsnihe, Trnckstzstem, Getverbeinspection, das Krankenversichernngsgesep. Tie Hefte sind zum Preise von 29 ^Hellern durch jede Buchhandlung nnd jeden Colpvrteur känslich. ----- Das im gleichen Verlage erscheinende Blatt für politische Satire „bteue Glühlichter" tritt in einen neuen Jahrgang. Probcnnnnncrn werden ans Wunsch gratis geliefert. Klimmen ans dem Unblirnm^ Die Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu rafifnierten Geschmack des Publicuinö Rechnung tragen zu können, die grössten Anstrengungen machen müssen. Thatsächliel, überibeten sich die Möbclfabrikanten in der Herstellung von modernen und modernsten Möbelgegenstnndcn. Dass hierbet der lvirtlieh feine Geschmack nicht immer auf seine Rechnung kommt, ist nicht zit verltnindern. lind so sieht um« Kauflustige oft von einem Etablissement zum anderen tvandern, ohne sich in dem großen Chaos von marktschreierischer Secession und (tzeschmacklosigkeit znrechlzufinden. Als einen treuen Wegweiser ans dem Gebiete des feine« Geschmackes in Möbeln aller Art müssen luir daher dnö reich illustrierte Album des Möbelhauses Jacques Heist, 0. Bez., Porzellangasse 20, begrüsten. Man findet hier ivirklich moderne, diSeret anSgeführte Gegenstände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Dnuerhaftigkeit herborgekehrt wird. Ein Besuch iw diesem Etablissement, ans dessen Inserat wir hier besonders aufmerksam machen, Ivird sich stets als lohnend erweisen.