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Jüdisches Volksblatt · 1902-01-10 · 2 (10.1.1902) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
2 (10.1.1902)
Date
1902-01-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 10. Jänner 1902 Nr. 2 Pollak und Pappen hei ui — den wärmsten Dank anszusprechen für ihre so segensreiche Mühewalt. Und jo gehen wir denn daran, eine jüdische Partei zu bilden, nicht bloß im Zeichen großer Ideen, sondern auch emsiger Arbeit! (Allgemeiner Beifall.) Chefredakteur Alois Munk referierte hierauf über die Presse. Er unterschied zwischen der sogenannten ^Judenpresse" und der jüdischen Presse, bewies, wie' das „Jüdische Volksblatt4 jederzeit im Vordertreffen des Kampfes für die Jüdische Bolkspartei und für das gesammte Judenthum stand, und richtete an alle Gesinnungsgenossen einen warmen Appell, für ihre Presse zu agitieren. An die Referate knüpfte sich eine lebhafte Discussion, an welcher sich die Herren Dr. Ascher, L ö w e n b e i n, Plaschkes, Oberbuchhalter Pollak, Wolf Pappenheim und Dr. Drublowicz betheiligten. Nach dem Schlussworte ,des Referenten Dr. Weisengrün wurde das Programm unter st ü r m i s ch e m I u b e l per aeelamationem einhellig angenommen. Doctor Ascher dankte dann dem Ausschüsse des Vereines, namentlich aber dessen verdienstvollem Vicepräsidenten Herrn Richard Rappaport, welcher mit Worten des Dankes an die Erschienenen die Versammlung schließt. Bücher-Emlaus. Von der Wiener Wochenschrift „Die Zeit" (Herausgeber: Prof. Dr. I. Singer, Dr. Max Burckhard, Dr. Heinrich Kanner; Redaction für bildende Kunst: Prof. Dr. Richard Muthcr) ist soeben das 379. Heft erschienen. Aus dem Inhalte desselben heben wir hervor: Trostartikel. Von K. — Ethnologie und Politik in Oesterreich-Ungarn. Von Dr. Wolfgang Kirchbach. —- Polenpolitik. Zuschriften von Dr. Iwan Franko und Karl Jentsch. — Das Sündenregister Ungarns. Vom ungarischen Neiehstagsabgeordnetcn Dr. Valerius v. Smicitovsztb. — Die Epidemie des Hexenwahns und die kirchlich-scholastische Philosophie. Von Prof. Drst Friedrich Paulsen. — Marie Baschkirzew. Von Marie Herzfeld. — Gorkijs Verbrecherroman. Von Hans Ostwald. — Buddenbrooks. Voll Anselm Heine. — Burne Jones. Von Richard Muther. — Die Woche: Politische Notizen; Volkswirtsachftliches; Kunst und Lebeil. — Bücher. — Revue der Revuen. — Betrachtungen eines Hochgeborenen. Von Edith Gräfin Salburg. Abonnements auf diese Wochenschrift, vierteljährlich 0 Kronen oder 5 Mark, nehmen die Post, alle Buchhandlungen und die Administration, Wien, 9. Bez., entgegen. Einzelnummern zu 60 Heller oder 50 Pfg. — Probe - nummer gratis und franco. Die Socialistischen Monatshefte (Administration: Berlin W. Lützowstraße 85 A.l haben soeben das Januarheft ihres 8. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Ignaz Auer: Partei und Gewerkschaft. Ria Claassen: Stefan George. — Richard Calwer: Der Zolltarifentwurf. — Carl Legien: Tarifgcmeiuschaftcir und gemeinsame Verbände von Arbeitern Mld Unternehmern. — Eduard Bernstein: Der Gang der wirtschaftlichen Entwicklung. — Heinrich Kauffmann: Zur Frage der genossenschaftlichen Production durch Productivgenossenschaften. — Wilhelm Düwell: Wahlfahrtseinrichtungcn. — Dr. Conrad Schmidt: Ein neues Buch über die Frauensrage. — Rundschau: Politik von Richard Calwer. — Wirtschaft von Max Schippet. — Socialistische Bewegung voll Oskar Peterson uild Dr. Ladislaus Gumplolvicz. — Gewerkschaftsbewegung von Heinrich Bürger. — Genossenschastsbewegnng von Gertrud David. — Sociale Communalpolitik von Dr. Hugo Lindemailn (C. Hugo). — Frauenbewegung von Henriette Fürth. — Socialwissenschaften von Dr. Ch. Schitlolvskh. — Bücher von Georg Bernhard. — Als Beigabe bringt das Heft das erste der Oeffentlichkeit übergebene Portrait von Stefall George, gezeichnet voll Karl Bauer. — Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfg., pro Quartal 1,50 Mk. Zu bezieheil durch alle Buchhandlungen, Colporteure uild Postailstalteil (Postzeitungs- Katalog Nr. 7138), ferner direct bei der Expeditioil der Socialistischen NLonatshefte, Berlin W'., 35, Lützowstr. 85 A. (Zusendullg unter Krelizbaild oder in geschlossenem Couvert.) Probehefte uild Verlags-Kataloge gratis lind frailco. Vonl „Jngwcr-Nosncr'schen Handbuch des österreichischen Rechtes" (Verlag der Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Hörand, Wien, 6. Bez., Gumpendorferstraße 18) sind soebeil Heft 25—27 zur Ausgabe gelangt. In denselben lvird das Pfaildrccht, das Verlagsrecht, das Mietrccht ausführlich und mit zahlreichen Forlnulareil versehen, behandelt. Die Hefte sind zinn Preise voll je 25 Heller in allen Buchhandlungen erhältlich. — Gleichzeitig machen wir auf das von der Volksbuchhaudluilg ausgegebene Verzeichnis billiger Kinderbücher und Gescheilklverte aufmerksam, daS auf Verlangen an jedermauil gratis geliefert wird. "Jnng-Jlldn", Zeitschrift für die jüdische Jugend. Inhalt: Einem jungen Frelinde ins Stammbuch. — MatathiaS. — Aus Hillels Lebeil. — Jndianergeschichteu. — Eine billige Fahrt. — Die Weltverbesserer. — Eine Prager Speise. — Verschiedenes. — Räthsel. — Räthselauflösungen. — llebersetzungSaufgabe. — Briestasten. „Jüdische Turnzcitullg". Die „Jüdische Turilzeitung", ivelche mit vorliegendem Heft daS zlveite Jahr ihres Bestehens beschließt, lvird voll jetzt ab durch verstärkten Umfang, größeres Format und bildnerischen Schmuck eine vrouehmere Ausstattung erhalten. WAS den Jilhalt aubetrifft, so werden lvir bemüht sein, eine deil übrigcil Fachblättern durchaus ebenbürtige Zeitschrift zu bieten. Schon jetzt ist uns die Mitwirkung namhafter Autoren zugesagt uild interessante Aufsätze iil Aussicht gestellt worden. Wir nenne» aus dein Jilhalt des küustigell Jahrganges: Dr. Julius Moses (Mannheim): Zur Psychologie des Turilens mit besoilderer Berücksichrigliug der jüdischen Turilerei. Professor O. Marburg: Jüdische Cvlonien in Anatolieil. Georg Arndt: Ueber das Sandow- und Attilashstcm. Dr. Ernst Tuch: Die Lage der galizischcil Juden. Dr. Max Nordan (Paris): Thema vorbehalteil. Richard Soldiil (vordem Tlirilwart im „Jeppestown Club" in Johannesburg): Turnvereiile im Transvaal. Arthur Levh: Etwas vom Rudern. Privadocent Dr. Albu: Diätetik der Leibesübungen. Richard Bllnu: Antike und nroderilc Gymnastik. Dr. Theodor Herzl (Wien): Thema Vorbehalten. Dr. Edelstein (Bonn): Der Wert des Turilens für Lunge lind Herz. Dr. Löwe: Der Jude im deutscheil Volkslied. Theobald Scholem: Zweck des Wettturileus. Max Zirker: Beiträge zur Geschichte der Ailtheililahme der Juden all der deutschen Turnbewehuug (bis zur Gründuilg der deutschen Turuerschaft). ***: Heinrich Heine und das delltsche Turnen. Dr. Erlist Tuch: Die jüdischeil Bodenculturbestrebuugen in Deutschland. Dr. Jeremias (Posen): Turnen und Nervosität. Israel Auerbach: Nachahmung. Derselbe: Neue Lieder. Stimmen ans dem Uubiicurn. Ein Erfolg der jüdischen Fleischhauer. Der jüdische Fleischhauerverein darf mit Recht das Verdienst in Anspruch nehmen, das Interesse seiner Mitglieder nach jeder Richtung zu wahren, was nicht zum geringsten Theile dem Wirken des überaus thatkräftigen Vorstandes gutzuschreiben ist. Erst jüngst hatte derselbe durch die Gründung einer Vereinigung zur besseren Verwertung ihres Roh-llnschlittes dem drückenden Verhältnisse, in welchem die jüdischen Fleischhauer zu den Margarin- Fabrikanten standen, ein Ende gemacht, und schon hat die Leitung des Vereines eine Gruppe von Mitgliedern neuerlich zu einem nützlichen Unternehmen vereinigt. Die ehemals Blatt'sche Selchwarenfabrik wurde angekauft und von jener in eigenen Betrieb gestellt. Die jüdischen Fleischhauer sind dadurch in die Lage versetzt, nicht bloß alle Sorten von Wurst- und Selchwaren in bester Qualität zu erzeugen, sondern auch, da ihr Unternehmen lediglich der besseren Verwertung ihrer Producte dient, sie sich infolgedessen außerhalb des Selcherkartells stellen konnten, die Preise wesentlich herabznsetzen. Wir machen unsere P. T. Leser auf dieses neue gemeinnützige Unternehmen besonders aufmerksam. Die Möbelindustrie hat in jüngster Zeit, um dem verfeinerten, geradezu raffinierten Geschmack des Publicums Rechnung tragen zu können, die größten Anstrengungen machen müssen. Thatsächlich überbieten sich die Möbelfabrikauten in der Herstellung von modernen lind modernsten Mübelgegenständen. Dass hierbei der wirklich feine Geschmack nicht immer mtf seine Rechnung kommt, ist nicht zu verwundern. Und so sieht man Kauflustige oft von einem Etablissement zinn anderen wandern, ohne sich in dein großen Chaos von inarktschreierischer Secessioii und Geschmacklosigkeit zurechtzufinden. Als einen treuen Wegweiser auf dem Gebiete des feinen Geschmackes in Möbeln aller Art müssen ivir daher das reich illustrierte Album des Möbelhauses Jacques Heiß, 9. Bez., Porzellangasse 20, begrüßen. Man findet hier wirklich moderne, diScret ausgeführte Gegeiiftände, bei denen das Moderne nicht auf Kosten der Daiierhaftigkeit hervorgekehrt lvird. Eiii Besuch in diesem Etablissement, auf dessen Inserat wir hier besonders aufmerksam machen, lvird sich stets als lohnend erweisen. Sämmtlichc Bcreinsnachxichten mussten wegen Raummangels Zurückbleiben. Parteigenossen! Verlanget in allen Localen das „Jüdische Volksblatt! Reise Körbe eigener Erzeugung, in bester und solidester Ausführung, kauft man am billigsten nur bei Heinrich heiuich IX., Althanplatz vis-i-yls dam Franz osaphs-Bahnhofa und V/,, Nikolsd orferstrasse 24—26. Telephon 5170. — Preislisten gratia, S. Storchh ei m Cafe zur „Post” $ WIEN Iil., Löwengasse Nr. 37. Telephon 9397. hie schönsten und billigsten Grabsteine (HDäö) von 15 fl. aufwärts bekommt man bei i'« M HJ Jgf Äjyi Steinmetz- und SteingraYeur-jVleister II., Bothensterngasse 23. Kats, und kontgl. ansschl. priv. Schuhiwerk: aus Ledergeflecht. Einziger hygienischer Schuh. Gesetzlich geschützt. Aerztlich empfohlen. 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