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Jüdisches Volksblatt · 1901-11-29 · 48 (29.11.1901) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1901)
Issue
48 (29.11.1901)
Date
1901-11-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 29. November 1901 Nr. 48 wären zu nennen einige Spar- und Crcditvereinc, reiche in letzter Zeit gleichfalls van Juden gegründet wurden. Wie sie Blätter berichten/hat der in Piusk durch die Bestrebungen »es Herrn L u r i e gegründete Sparverein bereits reichlich Gelegenferner welch die * des Herrn Lurie gegründete Sparbe , . . heit gefunden, seine segensreiche Thätigkeit zu entfalten. Dieser Verein zählte bei seiner Gründung 150 Mitglieder, welche insgesammt 1700 Rubel in die Vercinscassa eingezahlt haben. Herr Lurie selbst hat außerdem einen Betrag von 1000 Rubel zur Verfügung gestellt. Bis zunr 20. October hat sich die Zahl der Mitglieder ans 280 erhöht, und im Verlaufe der kurzen Zeit war der Verein bereits in der Lage, an 05 Mitglieder Anleihen im Betrage von ca. 6000 Rubel zu gewähren. Solche erfreuliche Fortschritte machen die organisatorischen Bestrebungen bei uns zulande mrd geben die Hoffnung, in diesem Sinne immer weitere Kreise heranznzichen und neue Organisationen zu schaffen. . Hazofe. Generalversammlung des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. Am 23. d. hielt der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis seine diesjährige Generalversammlung im Kaufmännischen Vereinssaale ab. Um sieben Uhr eröffnete der Vorsitzende Dr. Alois Klempercr mit einer Begrüßung aller Anwesenden die Versammlung. Namentlich erwähnte er die Anwesenheit des Vertreters der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, des Viccpräsidenten Dr. Gustav Kohn, des Vertreters des Bankhauses Rothschild, Herrn Emil Horner, des Vertreters des Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender, sowie der Vertreter der jüdischen Presse, insbesonders des „Jüd. Volksblattes". Hierauf ergriff der Obmann des Executiv-Comitees,. Herr Eduard Wiener, das Wort zur Erstattung des Rechenschaftsberichtes, wie folgt: Hochgeehrte Versammlung! Es ist das zweitcmal, dass wir die Ehre haben, Ihnen den Auffassungsvermögen des Menschen". Referent hob den Mangel an Pflege des geistigen Sehens beim jüdischen Volke hervor und lvics auf die dringende Nothwendigkeit derselben hin. Ungctheilter, lebhafter Beifall der zahlreich versammelten Mitglieder und Gäste lohnte Herrn Dr. Engländer für seine belehrenden Ausführungen, umsomehr, als ein ähnliches Thema im Verein noch nie behandelt wurde. V. H. Wien. (Allgemeiner Bildungs- und Disc u s s i o n s c l u b.) Sekretariat 9. Bez., Grüne Thorgasse 32, 1. Stock. Dieser Club, dessen Ziele Förderung der allgemeinen Bildung mit besonderer Berücksichtigung der socialwissensaftlichen ist, veranstaltet Samstag den 30. d. M., abends einhalb neun Uhr im Cafe Cith, 9. Bez., Porzellaugasse 1, 1. Stock, einen Vercinsabcnd mit der Tagesordnung: „Vom Z w i s ch e n r e i ch der Seele" ein psychologischer Beitrag zur Behandlung der Probleme). Vortrag vom Schriftsteller Herrn Vernarb Tag. G ä st e, auch Damen, willkommen! ^Wien. Der lit. Geselligkeitsverein jüd. Mädchen „Moria" wird L-onutag den 1. Dcccmber den zehnjährigen Bestand des Vereines im Prachtsaalc Hotel Central, Taborstraße, in festlicher Weise begehen. Ein reichhaltiges Programm wird den Festabend einleiten; darauf folgt ein Tanzkränzchen. Die Tanzmusik besorgt die Capelle des bosn. Jnf.-Regts. Nr .1. Bücher-Einlauf. Jnng-Juda. Zeitschrift für unsere Jugend. Inhalt: Josef Tobias' Sohn, Noahs Opfer, Aus Hillels Leben, Ein Prager Held, Die Weltverbesserer, Perlen aus dem Talmud, Vermischtes, Sprechsaal der Kleinen, Näthsel, Räthsclauflösungen, Uebersetzungsaufgabc, Briefkasten. Administration Smcckagasse 7, 1. St., Redaction Myslikgaffe 14. Von der „Neuen Zeit" (Stuttgart, Dich' Verlag) ist soeben das 8. Heft des 20. Jahrganges erschienen. Airs dem Inhalt heben wir hervor: Wie Parteilegenden entstehen. — Beiträge zur Geschichte der Volksschule. Von Heinrich Schulz. 2. Reformation und Jahresbericht über die Thätigkeit dieses Vereines zu erstatten, und Volksschule. (Fortsetzung.) — Der Congress der Arbeitskammern, wir freuen uns, Ihnen mittheilen zu können, dass die Wirksamkeit Genossenschaften und Hilfscassen Italiens. Von Oda Olberg desselben in steter Zunahme begriffen ist. Während wir im Jahre (Genua). — Zur Kritik des Gewerkschaftswescns. Von August Iggg—1900 die Zahl von 1364 Vermittlungen zu verzeichnen Quist. — Socialpolitische Umschau. Von Emanuel Wurm. — Nohatten, sind seitdem im gleichen Zeiträume 1090 Vermittlungen tizcn: Auch eine Programmrevision. — Feuilleton: Hier hebt an erzielt worden, so dass wir als Summe unserer zweijährigen ein einziger Fall der höchsten Großmuth und Höflichkeit zwischen zwei Thätigkeit auf 3054 Placierungen jüdischer Arbeitskräfte Hinweisen Edclleuten Sienesischen Blutes und Geistes. Von dem Edlen Berkönnen. Um dieses Resultat zu erreichen, haben wir uns nicht auf nardo Jlicini aus Siena. Aus dem Italienischen des fünfzehnten die intensive Arbeit unseres Bureaus beschränken dürfen, sondern Jahrhunderts von Paul Ernst. wir mussten verschiedene Maßnahmen ergreifen, um sowohl Arbeit- , Von der Wiener Wochenschrift „Die Zeit" (Herausgeber: nehmer als Arbeitgeber heranzuziehen. Wir haben Besprechungen Prof. Dr. I. Singer, Dr, Map Bnrckhard, Dr. Heinrich Kanner; veranstaltet, um die große Zahl der jüdischen Arbeitgeber für die Redaction für bildende Kunst: Prof. Dr. Richard Muther) ist soeben Benützung unserer Vermittlungsthätigkeit zu gewinnen und müssen das 373. Heft erschienen. Ans dem Inhalt desselben heben wir Verhiebest besonders die Versammlung von Architekten und Baumeistern vor: Also doch! Von K. — Herr Constans und der franco-türkische hervorheben, die wir in Gemeinschaft mit dem Verein zur Unter- Zwischenfall. Von Pollep. — Zur Geschichte^ der Wiener Lehrerftützung israelitischer Handwerker einberufen haben. Durch den Verbewegung. Von Rudolf Hawel. — Zum Kabe lauf und das Ergebnis dieser Versammlung, um die sich die Herren Vauräthe Stießny und Taussig, sowie die Architekten Max Fleischer und Friedrich Schön dankenswerte Verdienste erwarben, ermuthigt, beabsichtigen wir in gleicher Weise andere Branchen gewerblicher, wie kaufmännischer Thätigkeit für unseren Verein zu interessieren. Wohl begegnen wir großen Schwierigkeiten durch die unbegründete ’ Abneigung, jüdische Arbeiter zu verwenden, wir lassen uns aber dadurch, nicht beirren, .und sind überzeugt, nicht bloß zum Wöhle der jüdischen Arbeiter, sondern auch^rm. Interesse der selbständigen jüdischn Handwerker thatig zu fmt.- Es-ist eine bekannte Thatsache, dass manche jüdische Handwerksgehilfen nur dadurch veranlasst werden, sich selbständig zu machen» weil es ihnen nicht möglich ist, als Ge- Kabelprocess der Gemeinde Wien. Von Walther Federn. — Die drahtlose Telephonie. Von Hofrath Kareis. — Frederic Mistral. Von Camille Manclair. — Trivialitäten in der Dichtung. Von Dr. Hans W. Fischer. — Jung-Wiener-Theater „zum lieben Augustin". Von Max Burckbard. — Die Woche: Politische Notizen; Volkswirtschaftliches; Kunst und Leben .— Bücher. — Revue der Revuen. — Die Ferne. Von Psahe. Abonnements auf diese Wochenschrift vierteljährlich 6 Kronen 5 Mark, nehmen die Post, alle Buchhandlungen und die Administration, Wien, 9. Bez., entgegen. Einzelnummern zu 60 Heller — 60 Pfennig. Probenpmmer gratis und franco. Ein Buch über die Dienstbotenfrage. Doctor Oscar S t i l l i ch , der bekanntlich vor einiger Zeit eine Enquete Hilfen dauernde" Arbeit zu erlangen^ und es' ist nicht zu leugnen, über die' Lage der Berliner Mcnftmädchen veranstaltet hat, verfass solche'Handwerker ohne genügende Schulung und Betriebscapi---M^rlrchr nunmehr m Buchform die Resultate derselben. Das tal-durch minderwertige Arbeit die Concurrenz solider jüdischer bas unter dem ^rtel: „Dr r L age d e r , w oi b li ch c n Meister zu unterbieten suchen. (Beifall.) Solch Unrechter Wett- § te n stb o e nr n Be rl r n :. rndresen Tagcnrm Akademischen bewerb trägt viel dazu bei, den güten Rüf der jüdischen Hand- Verlage für socmle Wr sie n sch asten (Dr. John Edelherm) zu Berlin Werker zu schädigen und es ist deshalb nicht nur ein Gebot der Huerscheint, enthalt rn ~0 Caprteln erne Darstellung des Chargkters manität, sondern auch ein Act der Klugheit, wenn jüdische Gewerbe- HJ1*3 bor tnatertcjfcn AAEmste der Ds^ÜÜboten, eme^ betarllrerte treibende ihre Betriebe den arbeitenden Glaubensgenossen öffnen. Analyse der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen mrd rechtlichen Stel- (Erneuter, lebhafter Beifall.) Die gewerbsmäßig betriebene Sielumg der Berliner Dienstmädchen E-> werden untersuchst der Zulenvermittlung hat weder jene wirtschaftliche Bedeutung, welche den äug von auKvarw. Arbeitszeit, Lohn, Kost, Schlafstellenwcsen, Begemeinnützigen Organisationen innewohnt, noch jene ethische Grundltn?; ae. lütlicheii Zustande, Stellenwechsel, Stellenvermittelage, die wir speciell für unsere Vereinsthätigkeit in Anspruch neh- ^rmletungsbureaux, der Gesindebelohnungsfonds, das nren. Wir wirken bewusst zugunsten der jüdischen Arbeiter, aber Vramrenwesen usw. Außer,, cm werden die Gesmdeordnungcn, die sicherlich auch im Sinne der israelitischen Arbeitgeber, indem wir ^nrTri//'1 ^J.1 i™e r* " vr? der Vermehrung des jüdischen Proletariats entgegenarbeiien, wir um ichstmßlich die Lcb^sgeschichte eines Berliner dDienstmadcheiw sind überzeugt, dass diese Anschauung immer mehr an Verbreitung ihpische L»uge des Schicksals der ganzen Classe Q Tschekow . „Oiikel Wama", Scenen aus^.dem Tendenzen hat sich die Wiener jüdische,Publicistik in selbstloser Weise ^ichnunq'von Peter Bc'hcens^^ Berlin Dr ^John Edelheim ^Vem bereit erklärt, unsere Ausweise ohne jebe Entschädigung allwochent- P?eis broicküert 1 —Mk aebundem 2 N M- Bekanntmachung unseres Hs°^r°an!a''L Äntn^T fch7ch°w7dem genialen rnssi- Vereins in weiten Kr lsen bc! z l g i' czeT-au^aeberii kür föcn Satiriker, der aiich bei uns in Deutschland seine Verehrer "ach vielen Tausenden zählt, ist auf alle Fälle eine interessante liteihre wertvolle Unterstützung unseren wärmsten Dank auszusprecyeu Erscheinung Aber Tschechnws >^>nkel Wnnin" ill rnebr cTs und möchten wünschen, dass diese B-thätigung jüdischen Gemeinda??7s ist ein W?rk NKr LttmüL ' °-k ""deren Seiten -räktiae Rachabmnna künde. D,e LÄwstlLmLfort®"f Zeiten Ostrvtvskis arg vernachlässigt. Erst in den beiden letzten Jahren trat hier eine Wandlniig ein, die geradezu als dramatische Revolution zil bezeichneii ist. Die neue Bewegung gieng von Moskau aus, wo ein Privattheatcr unter der Leitung des Schriftstellers Nemirowitsch-Dantschenko zuerst den modern-realistischen Bülmenstil zur Anerkennung brachte. An der Moskwa Ivie an der Newa feierte das Ensemble Dantschenkos in den beiden letzten Jahren glänzende Triumphe, und neben Ibsen und Hanptmann führte man als ersten modernen Dramatiker Russlands Anton Tschechow ans. Sein vieractiges Schanspiel „Onkel Wanja", das jetzt in deutscher sinns auch auf anderen Seiten kräftige Nachahmung fände. Die Wirksamkeit ruiscres Vereines in socialpolitischer Beziehung wird auch von der hohen Behörde, dadurch anerkannt, dass unsere Ausweise regelmäßig in den Monatsheften der „Socialen Rundschau" erscheinen, die vom k. k. Arbeitsstatistischen Amte im Handelsministerium veröffentlicht werden, und dass wir zur Theilnahme au der Conferenz zur Ausgestaltung der Arbeitsverrnittlungs-Statistik eiugeladen wurden, die am 27. und 28. Juni d. I. unter Vorsitz des k. k. Sectionschefs Dr. V. Mataja stattfand. Wir ivaren hiebei durch unseren Bureauvorstand Herrn Dr. Birnbaum vertreten und haben dadrirch manche Anregung empfangen. Wir bitten Sie jedoch, unsere Thätigkeü nicht bloß nach den Zahlen, die ^hnen unser. iwbersetz'ung vorliegt, errang unbestritten glänzende Erfolge. Casster und Schriftführer mittherleii wird, zu beurtheilen Unser, Der Dichter entrollt in seinem Stück Sin hochinteressantes Bureau hat ber allen Arbeitnehmern mit wiederholten Besuchen zu a^ild aus der voriiehmeii russischen Gesellschaft, die er in der schon rechnen und infolge dessen hatten die Schalterbeamten im 3luc;teit, bon jc{ncn Satiren der bekannten feinen künstlerischen Weise zu F^ote-^a^r-e P^elen zu oxpeücren. tvahrend die Becf)arafteriuerci(i versteht. Der Titelheld Oiikel Wanja — wir würfer eines Tages wahrend der Amtsstunden bi^> 203 betrug.! sageii : Onkel Haus — ist ein braver Laudjilnker, der zuguiisten Dieser Audrang zeigt am besten die Nothwendigkeit unserer -5ustl-! ,n„(>r an einen berühmten Kiiiistprofessor verheirateten Schwester tution. Solchen Daten gegenüber wird der in Anipriich genomseinen Antheil an seinem Erbgut verzichtet hat. Onkel Wanja Kostenaufwand begrilndet cr,chei,ien, rndenl das Geschaftsiahr Ucxjvauct das Gi.t durch mehr als ztvanzig Jahre und schickt alles, \ flt}?v üllsgabensumme boii 32 337 Kronen l-r heraiiswirtschafteii kann, dem berühmten Schivager, für den 00 Heller und emem Barbestand von Kronen schloss. Weientsich überhmipt die ganze Familie opfert.?lber der Herr Professor lichen Dank verdienen unsere Gönner, vor allem der Verein 23 uct 7,-^ ..2s. . B'rith, sollen ioir jedoch den steigenden Ansprüchen genügeii, so ist es nöthig, neire Mitglieder iind neue Auftraggeber für deu Vereiu zu gewinnen." Mit einem Appell an die Versammlung, für den Beitritt zum Vereine zu tvirkeu, schloss der Obmanii seine iiiteressan ten AnsfühiTilligen. Nach Erstnttniig des Cassaberichtes ergriff Dr. Gustav Kohii das Wort, um iiameus der Cultusgemeiiide dem Vereiii „B'uei B'rith" zu danteu, ioährend Baurath Stießny dem Executivcomitce feilte wärmste Auerteliunug aussprnch. Schließlich sprach noch Dr. Klemperer und wies in markigen Worten darauf hin, wie dieser Verein dem Vorwürfe, dass die Judeii nicht arbeiten wollen, eiitgegentrete. Er danke für das Vertraueii der Versammlung, könne aber die Thätigkeit des Vereines erst dann für zufriedenstellend ansehen, wenn es demselben gelänge, wenigstens den vierten Theil aller Arbeitnehmer zu placieren. Vereinsnachnchlen. Wien. Im lit. Geselligkeits-Verein jüd. Mädcheil „Moria" hielt Sonntag den 24. d. M. Herr Dr. Martin Engländer einen lehrreichen und interessanten Vortrag über „Das geistige Sehen und iistrd pensioniert und entpuppst sich nun als ein großer Hohlkopf. Er zieht mit seiner hübschen zweiten Frau ans das Erbgut, stellt hier alles auf den Kopf, quält alle mit seinem Podagra und will schließlich das Erbgut, das gar nicht ihm sondern seiner Tochter aus erster Ehe gehört, verkaufen, um in der Stadt zu leben. Da kommt in Onkel Wanja, in dem überdies noch eine unerwiderte Leidenschaft für die schöne Frau Professorin erwacht ist, der lange aufgespeicherte Groll zum Ausbruch: Er schießt auf den Professor. Er fehlt ihn zwar, veranlasst ihn aber dadurch, sich schleunigst aus dein Staube zu machen. Und Onkel Wanja arbeitet für ihn weiter, in Gemeinschaft mit der sympathischen Professorstochter Sonja, deren unglückliche Liebe zu dem geistreichen Kreisarzt Ostroiv vom Dichter mit feiner Kunst gezeichnet ist. Im Nahmen dieser Handlung entwickelt nun Tschechow seine ungewöhnliche Meisterschaft in der realistischen Darstellrrng; darüber hinaus aber gewinnt das Stück auch für Nichtrussen au Bedeutung durch die scharfe und treffende Kritik, die der Dichter an den socialen Verhältnissen seiner Heimat, namentlich dem Leben der höheren Gesellschaftsschichtcn übt. Die deiltsche Bühne >vird sich das interessante Stück, das von August Scholz, dem bekannten Uebersetzer von Tolstois „Macht der Finsternis", ins Delltsche übertragen ist, sicher nicht entgehen lassen. Stimmen aus dem Publkeum. Sonntag den 1. December a. c. findet um V.2 Uhr nachmittags nn Betyaufe II., Große Schiffgasse Nr. 8, die Trauung des Fraulem Hermine H o f b a u e r, Tochter des Herrn Bernhard Hofbauer, mit Herrn Isidor F e l s e n b u r g statt. * Stahldraht-Matratzen ist die beste und zugleich die b t l l t g st e Einkaufsquelle bei Herrn Simon Winter, V., Wienstraße 91. Erfahrungsgemäß ist diese Firma zu empfehlen. « Um bei Eintritt der rauhen Jahreszeit vor Erkältung geschützt zu sein, braucht man vor allem entsprechendes Schuhwerk, welches die Füße vor Nässe und Kälte schützt. Wir verweisen auf die heutige Annonce der bestbekannten Firma S. E. & H. Michel st ädter, welche in ihren drei Wiener Niederlagen alle Sorten Schuhe zu festgesetzten, in jeder Sohle eingeprägten Preisen zum Verkaufe bringt. Diese Firma veranstaltet jetzt eine Weih- ^^^O^^assion, wo 22.000 Paar Schuhe für Herren, Damen und Kinder zu bedeutend reducierten Preisen verkauft werden, und sollte niemand versäumen, diese günstige Gelegenheit zu benützen. Sriefkastrn. Rothblond. Herzliche Grüße! Wir sehen Ihrer weitere» Entwicklung aufmerksam entgegen. iiir. E. S, Universität. Fahren Sie auf „dem Wege" fort. Mit der Zeit hoffen wir auf günstige Erledigung Ihrer Anträge. An Adolf Donath. Die Post bringt uns die folgenden, nicht bloß gutgemeinten Nachklänge zu dem am 20. November d. I. im „Jüdischen Volksverein" gehaltenen Vortrage des jungen Dichters: Wir wärmten uns an Deiner Glut. Der Silberlaut der Worte dringt Aus Deines Herzens Zauberkraft. Wild stürmt's durch das erregte Blut. Noch lauscht das Ohr. Die Saite klingt Im Rausche Deiner Leidenschaft. Dem Volke, das nach Feindes Worte Von wucherkrankem Handel lebt, Saft Du der Ehre Glanz gespendet, s schluchzet auf dem guten Orte Die schöne Jüdin, und der Rabbi Stirbt todeswund, zum Herrn gewendet. Die Lichter, die sich krönend malen Der Stirn des unterdrückten Stamm's, Von Deines Wortes Gold gewoben . Sind Deines eig'nen Herzens Strahlen. Du hast die Enkel Abrahams In Deiner Sphäre Schein gehoben. Ernst Friedman«. I. Storchheim Cafe zur* „Post” WIEN lllM Löwengasse Nr. Telephon 9397. 37. bie schönsten und billigsten Grabsteine (rinso) von 15 fl. aufwärts bekommt man bei J. Steinmetz- und II., SteingraYeur-/tfeister Rothensterngasse 23. Prämiiert auf Internat, Ausstellungen. Carl Lustig ----- “IttO ----- Dampf-Wurst-Fabrik WIEN Hauptniederlage: II., Komödieng. 8. Die exquisitesten und allgemein best anerkannten Selchwaren aller Gattungen, in vorzüglichster Qualität. — Preiscourante gratis und franco. Filialen: III., Radetzkyplatz 1 und IX., Porzellangasse 8. yERDIUl i

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