Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 46 (15.11.1901)
- Date
- 1901-11-15
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 15. November 1901 Nr. 46 einer Zierde der österreichischen Judenschaft erheben. An Mitarbeitern, an selbstlosen, uneigennützigen Mitkämpfern wird es ihm nicht fehlen. Wir können Unit diese heilige Versicherung geben. Nur muss das S ichg egen seit ig-Verkleinern. das Ltreberriecherthum aufhören. Wer Lyt dem erhabenen Ziele und Zwecke beitragen will, der muss willkommen geweis'.eu werden. A'oehmals, wir erwarten, dass, wenn die Brunner Nabbinerfrage gelöst werden wird, sie diese ihre Lösung nach der Richtung findet, dass nicht nur ein Mann des Wortes, sondern ein kräftiger Vertreter der religiösen und wahrhaft jüdischen Bedürfnisse unserer Gemeinde an ihre Spitze berufen wird. Gelingt es, einen solchen Mann zu finden, dann sehe mau von allen Reiisierlichkeiten ab, mau höre nicht auf die klingenden Worte, sondern fasse nur seine Thatkraft ins Auge. Blau sehe auch von der politischen und religiösen Richtung ab, welcher der neue Manu angehört, er soll vor allem I n d e fein, im edelsten und beiten Sinne des Wortes. Wir leben lauge genug in der hiesigen Gemeinde, um zu wissen, was für einen Rabbiner sie haben muss, damit sie wieder aufblühe und gedeihe. Wir sind mit Herz und Geist Juden, und wir bemerken, nebenbei auch aufrichtige Z renn de unserer Gemeinde, und so wünschen wir ihr, dass die Rabbinerfrage zum Besten aller hier wohnenden Juden gelöst werde; das wird aber nur geschehen, wenn die zur Anstellung eines Rabbiners Berufenen sich das alte, wahre Wort vor Augen halten und danach handeln: „Schau nicht auf das Gefäß, sondern auf das, was es enthält." Jsch Jehudi. Volkswirtschaftliches Wir haben letzthin über die neue Action der Regierung bezüglich der Reform des Tcrminhandels mit Getreide berichtet. Nim hat der Ackerbanmiinfter in einer Sitzung des volkswirtschaftlichen Ausschusses die Stellung der Regierung zu dieser Frage prämiert. Nach den Mitthcilungen des Ministers soll die Vorlage der Regierung zwar kein formelles Verbot, aber immerhin Beschränkungen des Terminhandels in dem Maße enthalten, dass dieselben zu einer Unterbindung dieses Geschäftes führen dürften. An und für sich hat die ganze Sache nur einen streng localen Charakter, da in der diesseitigen Reichshälfte nur an der Wiener Börse der Terminhandel — und hier auch nur in beschränktem Matze — betrieben wird. gt, die Verhandlung geschlossen und es ergab sich, dass die Firma gunsten des allgemeinen gleichen Wahlrechtes scharf zum Ausdruck s B. G. das Vcskgebot mit einem Nachlass von 10.8 Percent gebringt. Der Verfasser sucht in erster Linie den nationalen Inter-. Letzthin hat der Finanzminister dem Abgeordnetenhause eine Correctur des Budgets pro 1901 vorgelegt, die nicht unerhebliche Aenderungcu in den Budgetziffern enthält. Nach diesem Nachtrage erhöhen sich die Gesammtausgaben auf 1650.65 Mill. Kr. und die Gesammteinnahmcn auf 1651.39 Mill. Kr. Bemerkenswert ist dabei eine Mindereinnahme von 1,113.306 Kr., indem der Gewinnantheil des Staates an der Nordbahn nur 1,386.194 Kr. gegenüber präliminierten 2.5 Mill. Kr. betrug. Ein deutliches Zeichen für die anbrechende Abnahme des Verkehrs. In den letzten Tagen haben im Landtag wichtige Verhandlungen ihren Abschluss gefunden. Die galizischen Rohölproducenten hatten eingesehen, dass durch die unglaublichen Unterbietungen, wie sie im letzten Jahre zu verzeichnen waren, der Markt geradezu devastiert werde. Sie haben daher Verhandlungen untereinander angeknupft, welche schließlich zu einem Annahmebeschluss derselben führte, behufs Vereinbarung des Preises und Regulierung des Exportes. Nachdem in Galizien jährlich viereinhalb bis fünf Millionen Mtr.-Ctr. Rohöl produciert, und vertragsgemäß 200.000 Mtr.-Ctr. zu begünstigtem Zollsätze aus Rumänien eingehen, der gesammte inländische Consum dagegen auf höchstens vier Mill. Mtr.-Ctr. geschätzt wird, so ergibt sich eine bedeutende Ueberproduction. für welche geeignete Absatzgebiete gesucht werden müssen. Es ist daher diese neue Cartellierung im Interesse dieses Industriezweiges nur zu begrüßen. Sehr wünschenswert wäre es, dass endlich auch der Krieg, den die Raffinerien untereinander führen, ein Ende nähme. Die Industrie und das Gewerbe werden wahrlich aus jede Art und Weise gestützt und zwar in der Weise, dass man sich veranlasst fühlt, das alte Wort variierend, auszurufen: Gott schütze sie vor den ihr freundlich Gesinnten, vor den Feinden wird sie sich selber schützen. Das Kriegsministerium schrieb vor kurzem eine Osfertverhandlung zur Vergebung des Baues der Mödlinger Militärakademie aus. Die Offerten waren überreicht, die Vadien er legt A macht hatte. Kurze Zeit hierauf erhielten alle Offerenten die amt lichc Mittheilung, jene Offertverhandlung sei annulliert worden; dagegen wurde das N a ch t r a g s offert einer Firma H. u. Co. u.S. acceptiert, das um sage und schreibe 0.02 Percent billiger war als das des Bestbieters. Nachdem die Kosten des Baues auf ca. 4 Mill. Kr. veranschlagt sind, so ergibt sich daraus eine Ersparnis von — 800 Kr. I Man sieht, es geht bei uns alles nur nach dem Rechtsftcmdpunkt: die letzte Firma ist billiger, ergo bekommt sie den Bmi. Aber — eine unbescheidene Frage: woher wusste denn diese Firma, dass sie mit diesen 6.02 Percent mehr schon Vestbieterin feiV Wie fümmt es, dass dieselbe Firma, die bei der ordentlichen Offertverhandlung nur einen Nachlass vor: 8.9 Percent gewährte, nachher ein neues Offert einbringen konnte?? 11. A. w. g.I Wie's um unsere wirtschaftlichen Verhältnisse gegenwärtig mwssicht, davon gibt der in der gestrigen Generalversammlung des Exportvereins verlesene Situationsbericht deutlich Zeugnis. In demselben wird im wesentlichen auf den schweren Druck und die krisenhaften Zustände, die auf dem Welthandel lasten, hingewiesen. Bemerkenswert ist folgender Satz aus dem Berichte: „Die Hochconjunctur industriellen Aufschimmges hat eine jähe Unterbrechung erfahren und wenn wir auch keinen bedeutenden Antheil an derselben hatten, so werden wir von den Wellen der Rückst a u u n g nicht v e r s ch o n t." Der Bericht beklagt weiter die innerpolitischen Zustände, welche eine Beachtnng von Industrie und Handel in dieser krisenhaften Zeit vollständig verhindern, wodurch es denselben schwer werde, die schwer errungene Stellung zu behaupten. Ter Bericht gibt der Hoffnung Ausdruck, dass der Nationalitätenhader bald sein Ende finden Iverde, um endlich gedeihlicher wirtschaftlicher Arbeit Platz zu machen. Tribüne. (Diese Rubrik ist Zuschriften aus dem Leserkreise geöffnet, mit denen sich die Nedaction nur theilweise identificieren kann.) Zum Artikel „Eine brennende Frage" in Nr. 45.*) Für die Leser des „Jüdischen Volksblattes" sind die Wiener Verhältnisse mehr oder weniger gleichgiltig, und eben dadurch sind sie in der Luge, dieselben mit einer gewissen Objectivität zu beurtheilen. Das Gelingen oder Misslingen der Mission des Herrn Rabbiner Mayersohn, sowie dessen persönliche Eignung bierzn lässt sie ziemlich kalt, zumal es eine Ersahrmigsthat- >ache ist, dass jede Umwälzung und Veränderung das Wohlwollen und die Feindseligkeit derjenigen erregt, deren Interesse dadurch getroffen wird. Bon diesem SlandpN' kte aus betrachtet, hat ein jeder das Recht, so laut und so kläglich zu schreien, als ihn die ihm geschlagene Wunde schmerzt. Dass jedoch der Schmerzensschrei und Wuthansbruch des Herrn L. weit über die Grenzen desjenigen geht, was noch — um tut Bilde zu bleiben — ein normal organisiertes Ohr verträgt, das fordert allerdings eine energische Abwehr heraus. Was Herr L. gegen Herrn Rabbiner M. hat, hätte er ja in sachlicher, sogar scharfer Weise sagen können; 42 Druckzeilen den ganzen Nabbmerstand persiflieren will, das ist gegen Anstand und Sitte, gegen jede gesunde Logrk. Oder ist der Umstund, dass Herr M. dem Nabbinerstatlde angehört, an sich Grund genug, dass ein beliebiger L. alle Rabbiucr mit Stumpf und Stiel verdammt? Lwer bildet sich Herr L. ein, seine Distinctiou der Rabbluer in solche mit und ohne Doctortitel sei ein Wunderwerk von Scharfsinn? Diese Unterscheidung ist nicht mit dem scharfen Messer der Logik gemacht, sondern — der Koscherflersch- Frage entsprechend — mit dem F l e i s ch e r b e i l e. Herr L. geberdet sich, als ob er den Wissens- und Befähigungsgrad aller Rabbiner des Westens geprüft hätte; er weiß auch, dass stiner von ihnen hebräisch könne. Woraus hat er diese Wissenschaft geschöpft? Aus der Iudaica-Literatur? Man köllkite meilien, er habe sie durchstudtett und darin horrrble Sachen entdeckt, so horribel, dass er sich nichi getraut, auch nur eine einzige drm Publicum zur obj'-ctiven Beurtheilung porzulegen. Aber nicht doch! Er schließt aus dem Umstande, dass Herrn M's Brief i» fehlerhaftem Hebräisch, geschrieben ist, dass kein Rabbiner Hebräisch kann. Wah, Hafk, ein logisches Kunststück, um das ein Septimaner Herrn L. beneiden könnte, wenn er die Absicht hätte, ans Logik die Note, „ungenügend" zu erhalten! Und selbst der Brief des Herrn Mayer s ohn, der, hebräisch beginnend, im Jargon fvrtjetzt! Wo ist dieser Brief? Wo find die Anfangszeilen destelbeu, damit die hebräisch verstehenden Leser sich überzeugen können, ob Herrn L.'s Behauptung auf Wahrheit beruht? Over soll sich das Publicum niit der nach berühmten Mustern geformten Bereitwilligkeit begnügen, Herrn M.'s Unkenntnis der hebräischen Sprache im Gerichtssaale zu beweisen? Ich fürchte, dass Herrn L. diese Gelegenheit nicht geboten werden wird. K. *) Wir bringen diesen Artikel gerne zum Abdrucke, weil uns daran liegt, der Ansicht entgegenzutreten, als ob unsererseits eine Animosität gegen den Rabbinerstand herrschen würde; aber wir betonen, dass bei unbefangener Lectüre des bewussten Artikels klar wird, dass dem Herrn L. auch diese ihm imputierte Absicht ferne lag; er wollte nur Mängel beim Wiener Rabbinate kritisieren und sicht auch fernerhin für seine Angaben ein; dieses Recht zur Kritik, das für uns inehr eine Pflicht als ein Recht ist, werden wir uns bei aller Ehrfurcht, die wir dem Rabbinerstande entgegenbringen, auch süx die Zukunft nicht nehmen lassen, schon darum, weil eine unabhängige Kritik auch im Interesse des Standes selbst liegt. Vereinsnachrichten. Professor Dr. Leo» KellrnrS Cauferie über Israel Z a n gt * mälnte am Sonntag - Nachmittags im dichtgedrängten Sttznngssaale der israelitischen Eultusgemeinde, die dem literarischgeselltgen Mädchenvereine „Hadassah" bereitwrll'gst allwöchentlich ein geräumiges Local zur Verfügung stellte, übereine Stunde, doch hätte man dem so interessant und gemüthvoll Plaudernden noch eme gute Stunde ohne zu ermüden znhören können. An der großen Betheilignng kann man das sich steigernde Interesse der Jugend an der jüdischen National-Literatur, speciell an unserem berühmten Romancier bemessen. Pfingsten 1896, so begann der Vortragende, hatte ich zum erstenmate Gelegenheit, unseren Helden persönlich zu sprechen und sein nahezu rücksichtsloses, ganz ungezwungenes Benehmen kennen zu lernen, das oft die Damen dass er jedoch in den ersten vo.m ^sston zurückhielt, was man nur einem Jntelligenzgenie ersten Ranges Nachsehen kann. Z a n g w i l l s bedeutendster Roman, der sozusagen unter tausenden den ersten Preis errang, könnte nur mir Mrs. W a r d s „Robert Elsmere" annähernd zu vergleichen sein, nur dass „Die Kinder des Ghetto", dieser erfolgreiche dreibändige Roman, sofort alle anderen in Schatten stellte. Allerdings war zu allererst die Verblüffung unter den Glaubensgenossen über diesen riesigen „Scandal" so groß, dass einzelne Gememdevorsteher fast willens waren, den Verleger Heinem a n n durch Geld und gute Worte zur freiwillig n Selbst- Consiscatton dieses epochalen Werkes, ein Spiegelbild des russischen und englischen Ghetto, zu bestimmen, jedoch zum Glücke für Z nn gw ilt und die Ghetto-Literatur ist; dieser heillose Gewaltstreich abgewehrt worden, so zwar, dass die jüdischen Größen, nachdem sie den glänzenden Effect bei Nichtjuden sahen, es sich zur Ehre anrechneten, mit dem Verfasser des Nomanes im Hyde- Park spazieren fahren zu dürfen Die Kritiker Adger, Andrew Lang, „Tinies" und „Daily Telegr " sind besonders voll des Lobes über die Schönheiten des Buches. Sie rühmen dessen Gedankentiefe und den Bildcrreichthuni, so dass die Kritik die Waffen strecken muss und zum Schweigen verurtheilt ist. Hierauf skizzierte Herr Professor Kellner in gedrängter Kürze den lebensvollen Inhalt des Nomanes — wie auch die später erschienenen Schriften: „Die Träumer des Ghetto" rc. — aus denen das lebhafte Nalionalgest'chl des Dichters so recht ersichtlich ist, und jedem Leser die Ueberzeugung sprießt, dass das Jndenthum, welches in der Enge des Ghetto seine Seele gehütet, in der Freiheit seine Eigenart gerettet und in Ehren forterhaltcn hat, noch zu großen Hoffnungen für die Zukunft berechtige und durchaus nicht in die Rumpelkammer der Weltgeschichte geworfen werden dürfe. Hochinteressant war besonders, die lebendige, abgerundete Schilderung der Jugendzeit Z a n g w r l l s, der als Autodidakt keine fremde Autorität anertennt und nur halbwegs durch den Einfluss seiner intelligenten und modern gebildeten Mnlter sich leiten ließ, während sein alter Vater in Jerusalem dem Talmildstudium seit Jahren all seine Muße widmete. Es bedarf wohl kaum erwähnt zu werden, dass der Vortrag stürmische Anerkennung fand, und sahen wir unter den Zuhörern Rev. Williatn H e ch l e r, Dr. M a r m o r e k, Frau Dr. Kahn und viele andere. —n. Bücher-AniKllf. Staat und Parlament. Kritische Studie über die österreichische Frage und das System der Interessenvertretung von Dr. Rudolf Springer (Synopticus), Wien 1901. Commissions- Verlag der Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand, Wien 6. Bez., Gumpendorferstraße 18. Preis 60 Heller. Der ganze österreichische Staat krankt an seinem wichtigsten Centralorgane, dem Parlamente, und diese Erkrankrrng droht immer von neuem den ganzen Organismus in Auslosung zu bringen. Der Verfasser vorliegender Broschüre gibt eine exacte Untersuchung des Uebels, das in dem ganz verkehrten Wahlsystem seinen Grund habe. Freunde und Gegner des Systems der Interessenvertretung werden zu diesem Büchlein Stellung nehmen müssen; die ersteren, weil ihre Meinung kaum je eine schärfere Kritik gefunden, die letzteren, weil der Verfasser eine Alizahl von theoretischen und praktisch-politischen Argumenten znessen gerecht zu werden, und zwar in der Weise, dass er nationale Minderheiten vor der Majorisierung schützt. Er schlägt das allgemeine gleiche Wahlrecht mit Minoritätenvertretung vor. Seine Argumente verdienen jedenfalls die Beachtung jedes Politikers. Bon der „Neuen Zeit" (Stuttgart, Dietz' Verlag) ist soeben das 6. Heft des 20. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Historisches zur Verelendungstheorie. — Beiträge zur Geschichte der Volksschule. Von Heinrich Schulz. (Fortsetzung.) — Das Ucberbrettl. Bon H. Ströbel. — Ein Vorstoß des Zünftlerthums. Von Dr. Fritz Winter. — Nene Untersuchungen über die Wohnungsfrage. Voll Paul Hirsch. — Literarische Rundschau: Arbeiter-Notizkalender; Notizkalender für Metallarbeiter; Notizkaleilder für Berg- und Hüttenarbeiter; Maler-Kalender, für das Jahr 1902. — Wirtschaftliche Umschau. Von H. Cnnow. „Jung-Juda," Zeitschrift für unsere Jugend. Inhalt: Simon der Gerechte, Aus Hillels Leben, Die Schule uild die Inden, Der Waldkönig, Perlen aus dem Talnnkd, Vernlischtes, Räthsel, Räthselauflöslmgen, Uebersetzuilgsaufgabe, Briefkasten. Redactioll Smeckagasse 7. 1. Sk. Administration Myslikgasse 17. Adolph Donath. Unser Freund, der bekannte Lyriker Adolph Donath, der mit seinem in mehreren Auflagen erschienenen Buche „Tage und Nächte" sein allsgezeichnetes Talent bewiesen hat, gibt in nächster Zeit bei Ernst Hofmann und Cie. (Berliti) ein neues Gedichtenbuch heraus, welches beit Titel „Mensch und Liebe" führt. Von der Wiener Wochenschrift „Die Zeit" (Herausgeber: Pros. Dr. I. Singer, Dr. Max Burckhard, Dr. Heinrich Kanner; Nedaction für bildende Kunst: Prof. Dr. Richard Muther) ist soebeil das 371. Heft erschieneli. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Warum tvir verarmen. Von K. — Das österreichische Sprachenrecht. Volt Pros. Dr. Emil Pfersche. ■— Eine Gerichtsverhandlung Ulster den Auspicien des heil. Alfons von Liguori. Von (straf v. Hoensbrocch. — Der Berliner Milchkrieg. Bort Theodor Brix. — Zur Psychologie der Scham. Von Prof. Dr. Georg Simmel. — Zur Psychologie der Ausgestoßenen. Von Rudolf Kleinpaul. — Neue Nomalte und Novellen. Von Richard Maria Werner. — Lord-Mayors-Tag. ' Von Wilhelm F. Brand. — Die Woche: Politische Notizen; Volkswirtschastltches; Kunst und Lebett. Bücher. •— Revue der Revuen. — Wie Elisabeth Amme wurde. Wicu. Im literarischen Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" fand Sonntag den tO. d. M. ein Vortrags- Nachmittag statt. Fräulein Camilla Wagner sprach über „Sir Montefiore" und erntete wohlverdienten, reichlichen Beifall. Ferner las Fräulein Natalie P o l l a k eine reizende kleine Erzählung von Gomperz, die mit viel Interesse und Wohlgefallen von den zahlreich versammelten Mitgliedern und Gästen ausgenommen wurde. Wien. (Der „Allgemeine B i l d u n g s - undDise ussio n s - Cl u b", Secretariat: IX., Grüne Thorgasse 31) hat vor kurzem sein Wintersemester in seinem neuen Ve.eins- 1 locale im „Ca sä City", IX., Porzellangasse Nr. 1, 1. Stock, eröffnet. Der Verein wird im heurigen Winter an den Samstagen einen Cyklus intereffanter Vorträge socialwissenschaftlicher, literarischer und allgemein belehrender Natur, sowie eme Reihe von Unterrichtscursen und in erster Linie einen französischen Curs veranstalten. Beitritts-Erklärungen und Einzahlungen werden entgegengenommen im Secretariate, IX. B e 5.,. Grüne Thorgasse 31, Mezzanin. — Samstag den 16. November, 8 Uhr abends, sindet im „Cafö City", IX., Porzellangasse I, 1. Stock, ein D i s c u s s i 0 n s a b e n d mit folgender Tagesordnung statt °. „Nati 0 na li s m u s und S 0 cialismus mit Berücksichtigmtg des socialdemokrattschen Parteitages." Referenten: Herr P 0 d g o r n i k und Herr Tag. Gäste, auch Damen, willkommen. — Samstag den 23. N 0 v c m b e r, 8 Uhr abends sindet im „Cafä City", IX-, Porzellangasse 1, 1. Stock ein Vortrag des Herrn Bernard Tag über „Ibsen und Gerhard H a u p t m a n n" mit daranschließender Discusston statt. Gäste, auch Damen, willkommen. Der Ausschuss. Leopoldstädter Bethausverein „Montefiore". In der letzten Sitzung des Borstaitdes des Bethausvereines „Montefiore" gelang- +imi tm> tmn hi>r flnnfiTffinHnFiM+SfVrHrm hurrfi .Cicrvu 9!acob Weib teu die Pott der Wohlthätigkeitsseetion durch Herrtt Jacob Weih vorgelegten Bestttmtuntgett zur einstimmigett Attnahme, ttach tuelchen die Wirksamkeit der neuen Wohlthätigkettsinstitution des Vereinesumschriebeit tvird. Die Thätigkest derselben soll sofort beginnen. Der Verein stellt sich nämlich die Attfgabe, solchett Mitgliedern hiesiger jüdischer Wohlthätigkeits-, Krattken-, Witwett- und Waisenfondsbereine, welche in Roth gerathen, die Aritgliedsbeiträge nicht ordnungsgemäß leiftcu können und deshalb dem gättzlichen Verluste ihrer Ansprüche atts Krattkett-, Alters-, Witwen- und Waisettgelder, sowie ihrer gänzlichen Atisschließnitg entgegettgehctt, dttrch an ihrerftatt zu leistende Zahlungen ihre bedrohteit Attsprüche und Rechte zu wahren und so die Aermsten vor Hilflosigkeit in Noth, Krankheit und Alter zu schützen. Leider sind die eigeneit Mittel des Vereines nicht hinreichend, ttttt in den nach hundcrreit zählettden Fällen, wo sein Eittgreifeit itokhthäke, seiiter hohen Aufgabe vollkommen gerecht ztt iverdeit. Siitd doch bereits jetzt eine erhebliche Anzahl von Meldungen eingelatifen. Daher ergeht an alle Edelgesinnten unter mtserett Glanbensgenossen die Bitte, dieses so außerordentlich humanitäre Werk dtirch Spendett zu förderit und seiner Nothwendigkett eistsprechend entivickeln zu helfen, «lnfragen und eventuelle Spenden wolle man an die Vereinskanzlet (2. Bezirk, Taborstraße 38) gelnngeit Taffen. Klimmen m# dem NubUrnm. (Ideal-Schreibmaschine.) Uitenkbehrlich für jedes Comptoir. Vorzügliches System. Diese Schreibtttaschiite ivtirde im Mai 1901 in Berlin mit der goldeneit Medaille prämiiert. Wir verweisen mtsere geschätzteit Leser ans das Jitserat in der heutigen Nummer. Der moderne Zug in der Kunst, durch das Haitdlverk sich dem lten immmertt zu 60 Heller — 50 Pfg. franco. 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