Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 41 (11.10.1901)
- Date
- 1901-10-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 11. October 1901 Nr. 41 Glieder mir den gespendeten Thorarollen, und ein Non einer großen Anzahl ireiggekleideter Mädchen geschlossener Zng. — Im Mittelgange de-? Temvels befand sich ein reich decorierter, goldgestickter Baldachin, unter ivelchem Vorstandsmitglieder mit den alten Thorarollen den Einzug der neuen erwarteten. Unter Vorantritt Sr. Ehrivnrden de-? Rabbiners Herrn Dr. Wl. Bach, welcher in liebens )i\ Bach die gelungene nnd gediegene Festrede, Herr Rabbiner in vorhol dete folgnng, nnd gleichsanr nird religiöser Beziehung Simcha-t ab Spender aussprach Fcstpr Unter Absingung der Bolkshhmne nnd dem Vortrage Mischung des Wiener Brettels mit östlichen Jaigonwitzen. Ost kehren derbe Zoten wieder, die in ihrer Natürlichkeit an die mittelhochdeutschen Zoten erinnern; sie sind noch immer angenehmer, als die Cochonerien des Bndapester Orpheums, die die Gerüche sümmtlicher Großstadtsünipfe zu vereiirigen scheinen. Der Jargon tvird jedenfalls vom Publicum gut "'^'äster Weise an den, Feste theilnahin, bewegte sich der Zug X..?. ... < . . . ~ 1 , , , X ' nach Einlangen der neuen Thorarollen zu dem Almemor. — NachbeZtandtn, denn bei jedem Schlager brechen ll.mte Lticiftolven sämmtliclie Thorarollen bis auf eine der beiden gespendeten aus. Jeder Kundige weiß, dass sich jg den ärmlichsten Theileu! in die heilige Lade gestellt lvaren, wurde die letztere geöffnet, ausder Leopoldstadt und der Brigittenau eine immer dichtere i gerollt und ivährend dieser Zeit ein von Herrn Cantor Oesterreicher . „ . 0, c! verfasster Mischeberach für die Spender der Thorarollen und der Colo ne bo.r „Ostendcrn medetiaftt, die einer g'Ogeren Auf- Thorakrone, ferner für den Vorstand der israel. Cnltusgemeinde merksamkelt von Serie der jnoischeu Parteien lviirdig wäre, j nnt speeieller Nennung der Namen des Herrn Präsidenten Heinrich Dann kommt der Hanpttheil des Abends: Das Singspiel! Klinger und der beiden Herren Vieepräsidenten Dr. Alfred Stern „Blümele oder die Perle von Warschau von M v g o l e's c n.' ""d Dr. Gustav Kohn gemacht. — Hierauf hielt Se. Ehrivürden Eine Fabel des Boccaccio, das Ritnalmordmärchen und eine östliche Liebesgeschichte sind da zu einem bunten Quodlibet verbunden, llnbchvlfen setzt der Autor Thränen und Lachen unmittelbar nebeneinander, so dass die einen das andere nicht anfkommen lassen. Doch ein Zug echter Tragik geht durch das Ganze: er steht nicht im Stück, aber er kann mitempfnnden werden. Wie oft sind unsere Ahnen gefoltert und - geknechtet worden wegen dieses falschen und schändlichen Verdachtes, und unbekümmert um die Vorgänge ans der Bühne steigen vor unserem geistigen Augen ihre Mürtyrergesialten auf: lveun nur nicht die entsetzlichen Costüme des Chores grausamer noch als alle „Ssonim" unsere Illusionen zerstören würden. Lasset die Juden iminerhiu in Kaftan und Pajes herumgehen, nur nicht in diesen fürchterlichen Ueberzieheru und braunen Hüten, die vor einem Jahre modern waren und die eben noch in einer Trödlerbude am Alsergrund zu hängen schienen! Lasset die schönen Damen in Scheitel und Kittel erscheinen, nur nicht in diesen Masken einer böhmischen Köchin oder eines Wiener Stubenmädels! Wir fordern ja nicht historische Treue der Costüme, aber um Gotteswillen nicht diesen Gipfel der höchsten Geschmacklosigkeit! lind verbietet doch einem gewiss sehr ehrenhaften Mitgliede des Chores das ewige Grinsen, das uns bei den besten Stellen des Stückes zuzurufen scheint: „Aber nur keine Aufregung, lieber Herr. Das sind lauter Narreschkeiten. Die Dame ist nicht eine liebende Jungfrau, sondern eine höchst sorgsame Hausfrau. Und der Herr ist nicht der Arzt des Königs, sondern der Herr Brandes, ehemaliger Cantor und jetziger Sänger." Ich stelle an Euch keine hohe Anforderungen, aber das stellet ab. L. ß. S. Wien. (N eue T a l m u d - T h o r a s ch n l c.) Der Verein „Ahawath Schnlirn" im 16. Bezirke, Koppstraße. 2, hat einem längst gehegten Wunsche der jüdischen Bevölkerung des Bezirkes Ottakring entsprochen, indem er eine Talmud-Thoraschule gegründet hat. Die feierliche Eröffnung derselben sowie die Einweihung einer Thora findet Sonntag den 13. October l. I., 4 Uhr nachmittags, im Vereinslocale, 16. Bezirk, Koppstraße 2, statt. Die Vereinsleitung erlaubt sich, jeden jüdischgesinnten zu dieser Feier hoflichst einzuladen. Creditlose den Haupttreffer (300.000 Kronen) gemacht; das Geld wurde dem Grasen Potocki ausgefolgt, er verschwieg aber diesen Geldempfang den rechtmäßigen Eigenthümern. Letztere hatten davon keine Ahnung, lebten in großer Noch (einer von ihnen verdiente 100 Kronen monatlich und ernährte davon sieben Kinder und seine kranke Frau) und zahlten ratenweise, wohlgemerkt nach Behebung des Gewinnes durch den Grasen Potocki, die factisch nicht mehr bestehende Schuld Biele ckis, und der Graf nahm das Geld, Rur durch Zufall erfuhr dann einer der Erben von dem Haupttreffer. Er machte dem Grafen Vorstellnngen, dass ein so reicher Mann kein Betrüger sein darf. Aber das half nichts. Die Sache kam der er besonders die Berechtigung der Freude au der Thora herj f 0 Itt i t vors Gericht. Gras Andreas Potocki hat den hob, die zu allen Zeiten unser Erbgut und grösstes Kleinod bilj Process in der ersten und in der zweiten Jntanz vere, uns begleitete Ul Zelten des Druckes! loten, er verlor aber nicht den Glauben an die Allmacht biSüsörtcVanf b«@ j öer Schlachta, recurrierte demnach, wurde aber trotzdem des Uleiu kommen musste. — Graf Potocki scheint nach dem Gebetes endete die schöne Feier. Der Tempel war in allen seinen | 9inyrmm6i?Tiböi» wiiinn,. ... k,'w ilfmmu'i. mit festlich stttcidctcn Damen ,mt> Heere» dicht Wctf-1?#lSS?Tnl)?"„ , ,l Wcl ™”'' j>u jc,,! J“1 Insbesondere waren viele Vereine und Corporationen vorhanden, s die Wurde dev potMfthen Landniarftyalls LlNe besondere ter den Repräsentanten derselben beinerkte^man die Herren Dr. : Eignung zu besitzen, rasier nnd MareuS Seligmann, Bels, T-ilberinann, Färber, j ' Unter Straf, Krebs, Otollerstepper, Korkes, Hoyda und viele andere Kolomea. (B eth Israel.) Am 1. d. fand im hiesigen A’CntCL; nicht leiten zu kouucu. Vlceprasident Herr i statierte die Beschlussfähigkeit nnd erklärte die Geiieralversammlmig Stagnation im B a u g e!o e r b e.) i für eröffnet. Vieepräsideut Herr Taubes erstattete den Vereinsdieut gemacot. Wien. immer mehr perscbliiulneru. Diese Auffassung finden Ivir auch im lgaben verblieb noch dem Verein ein Cassasaldo von 278.89 Kronen, Berichte, welchen der Seeretär des österreichischen Thonindustriej auch wurden 26 Kronen der Bibliothek in Jerusalem als Spende Vereins, Julius b. Bük, für den auf Montag den 30. d. und überlviesen. Dann wurde zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Dienstag den 1. October in Wien anberauniten Ziegler- und: „Bericht des Ncbisions-Comitces" übergegangen. Her Moses Thonindnstriellentag vorbereitet hat. Die Lage der einschlägigen Taubmann, Mitglied des Rebisions-Comitecs fand sämmtliche Rech- Gewerbc wird da in den düstersten Farben geschildert, wie die nach- : nungen in der besten Ordnung und beantragt, dem scheidenden Ausstehenden Ausführungen zeigen: In Amerika, England, Frank-! schuss den Dank und das Absolutorirnn zu ertheilen, ivelcher Antrag Hier ist die reelle, sichere Bausvecutation, da jedermann sein Capij Votum. Bei der dann stattgcfnndenen Wahl lvnrden folgende tat und Interessen erhält. Wie ivürde durch eine Berallgemeine-! Herren in die Vereinsleituug gewählt: Präsident Dr. S. Nosenheck, rung dieser Frage des Wohnungsbedürfnisses, dieser Schaffung Vicepräsidellt Löbl Taubes, Cassier: N. Wieder, Seeretär: L. erwerben, wenn hiezu eine Möglichkeit geboten ist. Aehnliches ' das Vorgehen des Hern Wieder in der ganzen Stadt das Tages gilt für die Provinzstädte. Es muss dieseine Art Selbsthilfe wer-, gespräch. den, um durch die Schaffung derartiger Baugelegenheiten anderen ' und sich selbst zu nützen. Seit Jahren haben die Ziegel- und Thonindnstriellen Oesterreichs allen Glauben an ein Befferwerden der Banthatigke.it nnd die hieraus sich ergebende St«:siwruilg des Absatzes und der Preise verloren. Die Lage hat sich gegen das Wien. (A u s w a n d e r e r g e s e tz.) Wie verlautet, bereitet die Regierung ein neues Auswanderunqsgesetz vor. Wien. (Moria.) Jüdische Frauen und Mädchen! Die Sommermonare sind vorüber, in den Vereinen entfaltet sich neues i Vorjahr noch verschlimmert. In Wien, im Mittelpnncte der Ban Leben, nnt srncheri Kräften wird allgemeni die Thatiykert imeder thätigkcit des Reiches, wurde trotz aller Vortheile der „UmÜananfgenommen. ^iwbejondere der ln. Ge)elligkeNt?verein jüdischer v", bereit Termin mm auch bald abtäufr, nur sehr Iveuig E?,^Gen "Moria begrünt Heuer mit großem Ester jeure Veremsaeßaut. Der Bauindustrie brachreu die Militärbauteu, die von A Wochen wird der Vereinen lernen Militärverivaltung und der Gemeinde erbam lvnrden, gar keinen i 40jährigen Bestand seitlich begehen. Schon in den Ferienmonaten 1 - - - " ■ . wurden zahlreiche Vorarbeiten getroffen. Karim ertönten die ersten Mahnrufe au die jüdischen Herzen, als ein kleiner Kreis Mädchen den Muth faird, nicht nur die jüdische Abstammung zri bekemren, sondern einen Verein zu gründen, um das Judenthum, wenn auch mit schwachen Kräften, zu fördern. Der Verein „Moria" war es. der zuerst an die jüdischen Frauen und Mädchen heraurrat und aufsorderte, mit vereinten Kräften das hohe Ziel anzustrebeu jüdischen Geist zu wecken und weiter zu pflanzen. Daher auch Heuer an die jüdischen Frauen und Mädchen die Aufforderung, sie mögen die Interessen ihres bedrückten Volkes fördern, indem ft diationalgeftihl und uni) unterließ cs nach den braven Capitalistcn zu fahnden, welche n-fi si/L:,v!f0\n e§ , 3fau. 1 rch osfent- Prachiplätze und Srrasien mit Secessiouspalästen bebauen sollanzunehmen,^ hat )ie dre Voriehung dafür Auf den Gründen der einstigen Franz Joseph- Kaserne uiid c mm öt.c. .zhr ermoglicheu, lo^! andren Kaseriieugründen, sollen neue Stadtviertel entstehen. Die u VetanntentreZen sur das stufleben der > ^rsichtige Stadteriveileriingscoininission, ivelche einst Gründe für J1' .]^U^f^ f‘'J^.rine/ls^0^cn 'CllI3or!:i’t.,1V, ^olelcet von j tsts 66 Aftlliouen Gulden zu veräusiern lvnsste, scheint den aiigefuhnn Turennon beginnt der Verein „.Norm -Sonntag den [,n Griindhaudet verloren zu haben, denn eine Eoiuinlssioii Lemberg. (A u Z K o l o m e a.)' Das gut informierte „Polski sIoavo“ (Polnisches Wort) bringt uns die dtachricht von der am Jostt. Kipur in Kolomea stattgefnndenen Taufe des Landesgerichtsrathes Dr. Wolf und Familie, wobei das polnische Organ darauf hinweist, dass der Vater des Täuflings längere Zeit als Vertreter des Predigers fungiene, ferner als Religionslehrer ander A s si ni l a t t t o n s a p o 1 t e l , ohneiWols zu jener ersten Garo durch musendeu von Arbeitern die Beschästigmig entzogen der j ü d. - a k a d. V e r b i n b u n g Zephtra ch".) Wie im Vorjahre, so hat auch diesmal die jüd.-akad. Verbindung „Zephirah" die Errichtung von jüdischen Arbeiterbildungscurseit beschlossen. Die für den Anfang so erstaunliche Zahl von 300 Arbeitern, die sich in diese Curse eiiigeschriebeu haben, sind ein sprechender Beweis für das bei den jüdischen Arbeitern bestehende ■jo <s mj - q itf.,. . («aMjnpfn,„t n 0i . ( Q, ,j | xvuiu] im wiiuiuniim'i:» yum>u'u ,-)tt uhulu, denn eine EouilNlssioii Bedürfiiis nach Aus- und Fortbildung Uiid ein deutliches Zeichen 2o" Aerggasie t drei Interessenten ist an ihre Stelle getreten. Nachdem zivrk der Nothlveudigkeit derselben. Dieser demonstrative GesammtriVcficn "4'atfuniade, wst alw iüd %r\nnn'I!s I 3«^ tcit dem Beginne der Demolierung verstossen sind, finden - wille der arbeitenden jüdischen Bevölkerung überhebt uns jedweden rfiln SiÄL?auf diesem Niesemelde zwei Hauier. welche, noch gänzlich uu- 1 lheoretischou Beweises für, die Nothwend'gkeit dieser Curse.^ Der viertel für die Zuden Anfang geiolss glanzende Erfolg feuert buy tu mm schotr — ist luofjt flat, wuge lvachgerufeue Streben au, tmsereu arbeitenden Mitbrüderi' .hervorragenden! j>eu Kampf um die Exisieuz dilrch Erlangung und Berpollstäudi I und geivcrbsi gtnig ihrer nothwendigeu Keiiutnisse zu erleichtern, auf dass sie all mäsiige Banmiternehmer luiffeit heute sehr Wohl, dass an den' LnpuSbanten mit den grosien elegant ansgestatteten Wohnungen, ohne Olassenläden, eine zn den hohen (Grundpreisen nur sehr be- Wien. (T 0 y n b c e - H a [ I p.) Dienstag den I 5. October, 7 Uhr abends, findet die feierliche Ecöffn'.rng des neuen Locales der jüdischen Toynbee-Halle (XX., Karajangasse 20) statt. An diesem Abende haben ausnahmsweije nur Mitglieder und geladene Gäste Zutritt. Programm der Vortragsabende für die n ä ch st e Woche: Dienstag den 15. October. Eröffnungs-Abend. Ansprache des Herrn Professor Tr. Leon Kellner: Rückblick unb Ausschau. Mittwoch den K>. October. Martin Buber: Vorlesung aus jungjüdischer Dichtung. Donnerstag den 18. October. Dvctor Siegmund Werner: Ucber Hygiene. Freitag den 18. October. Dr. I. G r ü l l: Bibelcrklärnng. Beginn der Vorträge: 7 Uhr abends. Wien. (Das E i n!v e i h u n g S f e ft der beiden neuen T h o r a r o l l e n im B r t g i t t e n a tt e r T e m - p e l.) Reich geschmückt mit Blumen nnd Guirlanden präsentierte sich am 1. October d. I. der auch sonst prächtig decorierte Tempel wie zur Zeit des Ofenbarungsfestes zit Ehren des von den Vorstandsmitgliedern Herren Jacob Goldner und Josef Wünsch getvidmeten ^Sefer ^Thoras. —- Präcise 6 Uhr Nachmittags eröffnet«: Herr Eantor Oestereicher die schöne Feier nach einem kürzeren Präludium mit einem brillant borgetragenen Ma taulvn. Hieranf ivured Mincha in lviirdiger Weise von Herrn Cantor Roman vorgebetet. — Sodann fand der festliche Einzug der gespendeten Thorarotteu statt. , — Unter den Klängen des Harmonitnns nnd dem schönen Nur noch übervölkerte Wohnungen, die allen banhygienischen Ansordernngen Hohn sprechen. Die Wohnnngsverhältnisse in, Wien sind nberhmipt so reformbedürftig, dass sich dem Capital hier ein viel lohnenderes Gebiet der Thätigkeit eröffnen ioürde als durch den Bau von Lupushäuseril mit Gips und Farbcudecor. Krakau. (Der neue L a n d m a r s ch a l l.) Graf A n d r e a s P o t o c k i ist ziltn neuen Land inarschall erkoren. Es ist Sitte, bei solchen Ernemlungen einige biographische Daten zu bringen. Wir briilgen mit Vergnügerl einen kleinen Beitrag: So hat beispielsweise Graf Potocki vor Jahren einem gewissen Herrn Eduard B i e l e c k i ein Landgut verpachtet. Als Caution hatte Bielecki beim Herrn Grafen LO Stück Creditlose deponiert. Llach dem Tode Viele ckis wurde der Pacht erecutierteu Gesänge des Tempelchores schritten zunächst tveisigeaufgeqeben, die Caution hat über der Graf behalten, da ^zuc Erinnerung seiner Berechnung die Erben Biele ckis noch Kronen schuldig waren utib die Schuld nicht aus getilgt werden konnte. Indes hatte eines der scheideluK Verzinsung mögtich ist. Diese Herren ivissen es auch Juden die jüdische Arpeiterschaft ivürdig zti repräsentieren imstmtde sind. Der jüdische Arbeiter, der unter der heutigen soeialen Lage so schwer leidet, bedarf mehr als jeder andere einer genügenden Geistesbildung und Stärkung seines Nüitioucilbewusstseins^ Hier erfreuen sieh leider keines so grosien ivirtsthaftlieheu, Aufsehlmmges Wurzel, aus iveleher eine Regeneration des gesummten jüdiseyen Ivie andere Länder, tmb die Millionäre gedeihen bei uns nur als Voltes entstehen soll. Denn täuschen lvir tmS nichtI D«rs Heil des eine sehr seltene Frucht. An den Bau guter nnd billiger Wohnungen ..'' ' ' ' " 1 Don Häusern, die in Theilzahlnugen, dtireh Mietverträge erivorben werden können, hat niemand gedacht. In den Vororten ^haben jüdischen Volkes wird nicht dtireh die oberen Zehntausend der Gesellschaft, sondern durch die breite Masse des schwer arbeitenden jüdisehen Volkes erfolgen. Nur dtireh die eigene .straft tvird Inda erstarken! Dabei ist die jüd.-akad. Verbindung „Zephirah" in der glücklichen Lage, auf Grund der borjährigeit Erfahrungen lvichttge Reformen in der Orgnuisatiou der Arbeitereurse und ihres Lehrplanes porzuiiehmen, damit einerseits besserer Besuch, andererseits bessere Restiltate erzielt toerden. Es hat uns tief geschmerzt, dass ton den 306 eingeschriebenen Arbeiterit Raununangcls halber nur 186 am Unterrichte theilgenommen, umsomehr als unter den Al>- gewiesenen die Analphabeteit die größte Anzahl ausgemacht haben. Es Iverden infolge desseit jetzt, boransgesetzt, dass die Lehrsäle rms zur Verfügung stehen, 6 Curse, darunter 3 für Analphabeten, errichtet, auch der bis mif das genannte detaillierte Lehrplan erfährt rung nnd jüdische Geschichte, sotoie die allgemeinsten Lehren der Voltsivirtschaftspolitik nnd der neueren Nerfassungsgeschichte geboten Iverden. Die nöthigen Lehrbückjer unb Schreibmaterialien werden ans unseren eigenen Mitteln den Arbeitern unentgeltlich zum Gebrauche überlassen. Voraussichtlich dürften die Curse am 1. November d. I. eröffnet werden, und wird schon in der nächsten Zeit eine Arbeiterbersannnlmig zum Zlvecke der Darlegmigst des Lehrplanes abgehalten werden. Zugleich sollen diese Zeilen de-m