Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 32 (9.8.1901)
- Date
- 1901-08-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 2. August 1901 Seite 7 Dieses Thema bott seinem uns persönlich bekannten Sohne, Herrn Gotthilf Kohn eingehend bearbeitet, enthält dieses sehr interessante Buch. Er schildert das Leben und Wirken seines unglücklichen Vaters und bietet gleichzeitig einen ausgezeichneten Beitrag zu den damaligen Verhältnissen der Stadt Lemberg. Der Verfasser dieses umfangreichen Werkes, der infolge des Giftes für Lebzeiten am rechten Fusie gelähmt wurde, ist gegenwärtig schriftstellerisch thätig und berdient dieses Opus — das zwar manche Jncorrectheiten enthält — aber für Juden und Nichtjuden, Interesse hat, die wärmste Anempfehlung. Trebusafejerpatak, den 1. August 1901. H e r m a n K a h a n. Stimmen aus dem Publicum. Die am Samstag glücklich stattgefunde Geburt einer Tochter zeigen allen Freunden und Bekannten au Rabbiner Herrmann Klauber und Frau, Böhm.-Neustadl bei Pilsen. Fräulein Hermine H o f b a u e r, Tochter des Herrn Bernhard Hofbauer, Chef der Firma Adolf B. Hofoa uer, hat sich mit Herrn Isidor Felsenburg, Mitches der Firma M. & I. Felsenburg, verlobt. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Kulke. (Fortsetzung.) „Tommer ker ich (vielleicht sollt ich) gar sagen, dass Meroe Raw Reb Feiwl (der Ehrentitel, der Felix als Doctor in der Synagoge zukam) ein „Zadik" (Frommer) -ist?" höhnte Reb Bär, sein Benhmen rechtfertigend. „Die „Merene" (den Titel) könnt Ihr ihm doch nicht wegnehmen, so wenig wie mir wem' „Chower", sagte Gawiele Stuffer, „und wenn Euch noch so sehr darüber die Galt' zerspringt." Reb Perez aber, dieser Zwischenrede nicht achtend, nab dem Zeloten auf seine höhnische Frage die ruhige Antwort: „Zwischen einem „Zadik" (Frommen) und einem „Posche" (Sünder) liegt, scheint mir, noch manches andere dazwischen." „Auf die letzt", sagte Reb Bär, „wollt Ihr mir die Schuld geben, dass man die Schul ml aufbauen kann. Und warum, weil ich mich nit schäm' die Wahrheit zu sagen. Das ist noch schöner wie schön. Gebt mir lieber .gleich auch die Schuld, dass die Schule eingefallen ist, so iverd' ich wissen, wo ich halt. Ihr seid Euch aber in Reb Löben alle „tote" (in Jrrthum). Ich mach' ein „Gefett" (Wette), dass er gar nit daran denkl, sich „poiresch meziber" zu sein (von der Gemeinde auszuschließen); denn er ist ein ehrlicher Jüd, wenn auch sein „Benak" (Sohn), nit gedacht soll er werden, noch ärger ist, wie ein „Goi". Denn der „Goi" lehawdel geht an sei „Choge" von Dorf meilenweit herein in sei „Thume" (Kirche); er aber hat sicher noch ein „Raches" (Vergnügen), dass die Schul ist eingefallen und man jetzt Gott „borchhu" (Gelobt sei er) nit kann anrufen, wie es sich gebürt. „Loi jumße Owes al bonim" (die Väter sollen nicht sterben wegen der Kinder). Reb Löb kann nix dafür, dass der meschugener Hmnd die Khille versündigt, außer dass er ihn hat studieren „gelasst". Folgt's mir und schickt's hinauf zu Reb Löben, lasst's ihm sagen, dass Kohl sitzt wegen der Schul und etz werd's seh'n, er wird herüber kommen und wird, wie er's alleweil zu thun gewöhnt ist, uns eine seine „Ezeh" (Rath) geben und mit'n Geld wird er auch nit sparen, denn er ist kein Knicker nit, Reb Löb; er hat ein „Lew tow" (gutes Herz) und so lang Reb Löw nit da sitzt, ist unser Reden kein' Kreuzer wert, denn wir bringen mit all' dem Gered' doch nix heraus." „Hättest Du Kurasche, Reb Bär, zu Reb Löben hinüberzugeh'n und ihn einzuladenen (einzuladen)", fragte Meb Perez. „wenn wir zu ihm hinüberschicken wollten?" „Wenn ich musst, dass Jentel Petitekopp nit daheim ist, warum nit? Mit ihr will lch nix zu thun haben." „Also vor ein Weib hast Du „Moireh" (Furcht) V fragte Reb Perez weiter, und alles erhob sich wie ein Mann mit dem Rufe: „Reb Bär, Reb Bär!" „Zu was ist denn ein Schames in der Khille?" fragte dieser, auf den alles einstürmte; er wurde aber übertönt durch den Ruf aller Anwesenden: »Rein, nicht der Schames, nicht der Schames. Man muss Reb Löben ein' besondern „Kowed" (Ehre) erweisen. Reb Bär, Reb Bär soll gehen. Jetzt könnt Ihr uns weisen. Reb Bär, was Ihr für die Khille zu thun imstand' seid. Ihr habt die Supp' eingebrockt, so sollt Ihr sie auch aufessen. Eff' kein Kugel, trink' kein Brantwein. Wenn man schicker (betrunken) ist, muss man sich schlafen legen. Wenn man unter die „Chuppe" (Trauhimmel) geht, darf man die „Keduschinsingerl" (Trauungsring) nit vergessen. Wer ^Parach" (Ausschlag) auf dem Kopp hat, darf nit in die Sonn' geh'n. Rach dem Kratzen kommen die „Schwarzen" (Schmerzen). Wer ihn hat »broiges" (zornig) gemacht, der muss ihn wieder gut machen!''- Auf diese Art entstand ein heilloser Lärm in der Sitzungsstube auf Kohls Haus. Derjenige, der das vielabgenützte Bild von dem polnischen Reistage erfunden, hat sicher niemals einer Kohlssitzung beigewohnt; hätte er dieses, so würde er nicht die blässere, mattere Farbe anstatt der kräftigeren und helleren gewählt haben und er musste beschämt gestehen, dass ein polnischer Reichstag gegen eine Kohlssitzung eigentlich doch nur ein leeres Kinderspiel sei und sich gegen diese ausnimmt wie der Ton von Chaim Klesmers (Musikant) Fidele gegen den Schall der Posaunen von Jericho. Was gieng aber eigentlich mit Löb Frank vor? Hat er wirklich seine Hand von der Gemeinde zurückgezogen? In Löb Franks Haus herrschte eine trübe Stimmung. Mann und Weib hatten einen lebhaften Wortwechsel miteinander gehabt und — was das Schlimmste war — er hatte geendet ohne eine Verständigung zwischen den beiden Parteien zu erzielen. Loncurrenz-Kusschreibung. Der israek. Landeslehrerverein in Böhmen beabsichtigt eine illustrierte Zeitschrift für die israel. Jugend herauszugeben. Er wendet sich an jüdische Künstler um Herstellung einer Zeichnung für einen färbigen Umschlag. Auf demselben soll die Tendenz der Zeitschrift im Bilde ersichtlich sein. (Das jüdische Kind, der jüdische Jüngling, der Jude in jedem Berufe, die jüdische Familie, die jüdische Mutter, herborragende jüdische Männer aller Zeiten). Die Zeichnung ist in Farben auszuführen, an den gefertigten Obmann bis längstens 20. August l. I. einzusenden. Für das bestpassende Bild wird ein Preis bou 2 Ducaten ausgeschrieben. Prag, im Juli 1901. Für den israel. Landes-Lehrerverein in Böhmen. Der Schriftführer: Der Obmann: Rabb. M. Freund. Siegmnnd Springer. In unserem Verlage erschien: JUDH Gesänge y. Börries Freih. y. Münchhausen mit Zeichnungen von E« 2VL Lilien. Preis in Original-Einband M. 8.—. Preis der numerierten Ausgabe auf echt Chinapapier M. 25.—. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. F. A. Lattmann Verlag, Goslar. Grosser Saal 400 Personen fassend, im Centrum der Leopoldstadt gelegen, sehr elegant ausgestattet, ist noch für einen Tag der Woche zu vergeben. Anfragen: II., Leopoldsgasse Nr. 49. in bekannt bester Art. Billigste Preise. Auch auf Raten. Zalm-Atelier J. LÖBL, IX. Alserstr. 44 (Eingang Hebragasse 2). — Sprechstunden bis 6 Uhr abends. | Nr. 14.091. Behördlich concess. Etablissement für Gas- und Wasser-Anagen Philipp Schnepp Wien, IX., Miillnergasse Nr.1/3 empfiehlt sich zur Anfertigung von GasleiluyZey aod Wassep-AyläZev in Neubauten, Fabriken und Wohnungen, sowie )Sade» und Zloset-ViyFiehltiyAey Lager von Lustern ss» für Gas und elektrische Beleuchtung. ss> bie schönsten und billigsten Grabsteine tmaxa) von 15 fl. aufwärts bekommt man bei J. Fmesus Steinmetz- und Steingraveur-^teister II., Rothensterngasse 23. Israelitischer Bethaus-Verein Brigittenau. T rauungstaxen. I. Classe II. >. III. >. IV. „ Kronen 200.— » 130— SO— 40— Anmeldungen bei dem Vereins-Obmanne Herrn Herman Ellbogen, XX., Rafaeigasse 12. Erster Wiener Jüdischer Turnverein ■ - WIEN. .—:-- Turnabende finden statt: für Herren: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 71/,—9; für Damen: Mittwoch, Samstag von 6'/,—8'/,. in Anbetracht des eminent wichtigen Zweckes, den unser Institut verfolgt, erlauben wir uns, jeden Glaubensgenossen dringendst zu bitten, dasselbe durch Beitritt .'ZU Unterstützen. CredlMnstitut für jüdische Gewerbetreibende und Geeinte. Der Aufsicht sra t h: D i e D i r e c t i o ti: J. K a r e i s, k. k. Hofrath. Richard R u p p a p o r t. Hermann Elt bogen, Üultus Vorstand. Emanuel P o 11 a k, Oberbuchhalter. Dr. phil. Paul YV e i s e n g r ü n. Heinrich Korn ine hl, Fleischhauer. Alfred M o r a w i t z, Beamter. Jacob R eich m u n n, Buchdrucker. Adolf Kakows k i, Kaufmann. Zahnarzt Leon ü r u b l o w i t z. Josef Pollak, Firma Pollak & Neuron, Obmann. Salo Klausner, Kaufmann, Obmann-Stellvertreter. Max Pappenheim, leitender Director. Moriz P o z s o n y i, Schriftführer. Heinrich Weiner. Gottlieb Herrmann. Auszug aus den Statuten des ,.Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte“ (registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung). Gegenstand und Sitz der Genossenschaft. § 2. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Wien und bezweckt: a) bei ihren Mitgliedern, durch Entgegennahme von Einlagen, welche verzinst werden, und den Anspruch auf Gewährung von Darlehen, erhöhten Sinn für Sparsamkeit und Gapitalsammlung anzuregen; b) den Mitgliedern entsprechende, leicht rückzahlbare Darlehen zur Förderung ihres Erwerbes oder zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu verschaffen. Genossenschaftsfonds. § 3. Der Fonds der Genossenschaften wird gebildet: a) aus den von den Mitgliedern zu zahlenden Geschäftseinlagen; b) aus dem Reservefonds; c) aus dem von der Direetion zu beschaffenden Betriebsfonds. Derselbe kann durch Aufnahme Von Spareinlagen beschafft werden; d) aus freiwilligen, nicht rückzahlbaren, einmaligen Beiträgen, welche der Genossenschaft, von welcher Seite immer, zur Verfügung gestellt werden. Personen oder Gesellschaften, welche solche Beiträge leisten, sind nicht Mitglieder der Genossenschaft und besitzen weder Rechte noch Pflichten in derselben. Geschäftsaatheile der Mitglieder. § 4. Der Geschäftsantheil jedes Mitgliedes wird auf einen Betrag von 100 Kr. festgesetzt. Das Creditinstitut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, r. G. m. b. H., Wien, II., Leopoldsgasse Nr. 49 übernimmt Spareinlagen zu 4 Percent mit 14tägiger, zu 4‘A Percent mit monatlicher, zu 5 Percent mit dreimonatlicher Kündigung* bas birectorium.