Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 19 (10.5.1901)
- Date
- 1901-05-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt'' 10. Mai 1901 Nr. 19 Russland 2 Rbl. jährlich. Balkanstaaten 5 Frcs. jährlich. — Einzelnummern 15 Heller. Redaclion: Smeükagafse 7, 1. Stock. Administration: Myslikgasse 14n. Manuscripte werden nicht zuruckgestellr. — Inhalt: Theophanie. — Der Jude von Trient. — Agrippa. — Der Affe. — Perlen aus dem Talmud. — Lustige Ecke. — Uebersehungsaufgabe. — Räthsel. — Räthselauflösungen. — Briefkasten. Alfred Dreyfus. „Fünf Jabre meines Lebens" (1894—99). Dr. John Edelhei m, Verlag, Berlin W. 35, Preis 3 Mark. Die Memoiren Alfred Dreyfus die bekanntlich am Mittwoch den 1. Mai in allen Weltsprachen erschienen sind*), werden nicht verfehlen, das allseitiafte Interesse zu erregen. Man darf von diesem neuesten Dreysus-Buche wohl ohne Uebertreibung behaupten: es ist die sensationellste Erscheinung, welche der internationale Büchermarkt seitJahren erlebt hat. Noch nicht verrauscht sind die Wellen der Erregung, welche die „Affaire" in Frankreich und weit hinaus über die Grenzen Frankreichs aufgeworfen hat. Noch zittert die Erschütterung nach, in die das ganze französische Staatswesen durch jene Affaire verseht wurde. Wurde doch schließlich das gesummte öffentliche Leben unserer westlichen Nachbarn von der Frage beherrscht, ob der Deportierte auf der Teufelsinsel schuldig oder unschuldig war; kein Politiker von Ruf vermochte neutral zu bleiben in der Frage, die die ganze Nation in zwei feindliche Heerlager spaltete. Im Zeichen Dreyfus-Sache wurden Präsidenten gewählt, Cabinette gestürzt und gebildet, lösten sich Parteien aus und erwuchsen neue Parteibildungen, entzweite sich C a v a i g n a c mit B r i s s o n und B o u r ge o i s und wurden Waldeck-Ron sseau und Rouvier in eine Waffenbrüderschaft mit dem Socialisten I a u r ö s und M i ll e r a n d gedrängt. Wir alle, die wir damals mit fieberhafter Spannung die Phasen des D re y f u s-Dramas verfolgten, werden mit Begierde nach dem Memoiren greifen, die der vielgeprüfte Held dieses Dramas soeben veröffentlicht hat. An der Hand des Buches wird der zeitgenössische Historiker, wird der Politiker, wird der aufmerksame Beobachter der Zeitgeschichte noch einmal sich die Stadien dieses jahrelangen Conflicts vor Augen halten. Aber vielleicht noch reichere Ausbeute harrt auf den Psychologen. Es sind kaum entsetzlichere Seelenqualen denkbar als jene, die D r e y f u s fünf Jahre hindurch erduldet; sie sind in den Memoiren mit einer packenden Kunst geschildert, die ihrem Verfasser immer einen hervorragen Platz unter den Seelenmalern sichert. Wer erkennen will, welchen Grad von Leiden das menschliche Herz zu dulden imstande ist, wenn irgendeine Hoffnung es aufrechterhält, wenn ein felsenfester Glaube, wenn ein unverückbares Pflichtgefühl es stählt, der greife zu dem neuen D r e y f u s-Buche! Der Glaube an den endlichen Sieg der Gerechtigkeit, das hohe Gefühl seiner völligen Unschuld, nicht zum mindesten aber auch der Gedanke an seine Familie waren es, die Dreyfus das fürchterliche Martyrium auf der Teufelsinsel überstehen ließen. Immer und immer wieder klingen diese Empfindungen durch die erschütternden Klagen durch, die er seinem Tagebuche anvertraut, die er in den Briefen an seine Frau, in seinen Gesuchen an Generäle, Präsidenten, Minister niederlegt. Besondeis wichtig sind die Tagebuch-Auszeichnungen sowie die Briefe für die Kenntnis der Persönlichkeit Dreyfus'. Wie bekannt wurde der Kampf eines Zola, eines P i q u a r t, eines Jaurds nicht der Person eines Ex-Capitäns halber, sondern der Sache der Gerechtigkeit zuliebe geführt. Lange galt die Person Dreyfus' für unsympathisch; man betrachtete ihn als das Muster eines chauvinistischen streberischen Offlciers. Der Leser der Dre y fu s-Memoiren wird einen günstigeren Eindruck von diesem Manne davontragen. Gewiss redet der eifrige französische Patriot aus allen Zeilen des Buches; aber weit mehr noch kommt der liebende Gatte, der zärtliche Familienvater zu Worte. Die Briefe Dreyfus' an seine Frau L u c i e und deren Briefe an ihn gehören zu dem Ergreifendsten, das die Literatur unserer Tage aufzuweisen hat. Das Familienleben des Ex-Capiläns, das man sich von gewisser Seite nicht gescheut hat, in den Staub zu ziehen, erscheint im allergünstigsten Lichte. Ein umso ungünstrgeres Licht fällt auf die Feinde Dreyfus'. Vom Tage seiner Verhaftung bis zu seiner Abfahrt von der Teufelsinsel, ja bis zu seiner Ankunft in Rennes sah sich der Unglückliche einer Behandlung gegenüber, die in ihrer brutalen Roheit und ihrer raffinierten Grausamkeit an gewisse Belgrader Vorgänge erinnert. Manches von dem, was uns Dreyfus aus der Geschichte seiner Misshandlung erzählt, war schon bekannt, wenngleich wir auch über dieses eine Fülle neuer Einzelheiten erfahren; anderes dagegen, und gerade das, was am meisten geeignet ist, die damaligen französischen Gewalthaber zu compromittieren, tritt in diesen Memoiren zum erstenmale an das volle Tageslicht der Oeffentlichkeit. Einige der Schilderungen sind geeignet, uns das Blut in den Adern stocken zu machen; uns ist bei ihrer Lectüre zumuthe, als ob wir Folterscenen aus den finstersten Perioden längstvergangener Zeiten beiwohnten. Und doch ist solches nicht im Spanien des Mittelalters, sondern im allermodernsten Frankreich oder wenigstens aus französischem Gebiete geschehen; kein Torquemada, kein X i m e n e s erlheilte die Folterungsbesehle, sondern sie giengen aus von einer Regierung, die sich liberal, republikanisch, fortschrittlich nannte; von einem Ministerium, an dessen Spitze der „Progressiist" Jules M ö l i n e stand; im speciellen von dem Colonialmiurster Andiä Lebon, der nicht verfehlen würde, die schönste Entrüstung zu markieren, wollte jemand die Aufrichtigkeit seines Liberalismus anzweiseln, seinen waschechten Republikanismus in Frage stellen. Bücher, die im wenigstens anfänglich zugestellt wurden — später versagte ihm die Grausamkeit seiner Kerkermeister auch diese — bildeten das einzige Labsal des Unglücklichenuuf der furchtbaren Teuselsinsel. Mit großem Eifer stürzte er sich auf ihre Lectüre, die allein imstande sivar, wenig)tens für einige Mmuten, ihm eine Pause in seinen entsetzlichen Seelenqualen zu verschaffen. In der Auswahl der Bücher bewies Dreyfus einen seinen Geschmack — wir finden die vorzüglichsten Werke der Profanwie der Literaturgeschichte neben den Meisterwerken der Dichtkunst in dem Verzeichnis, das er uns mittheilt, aber nichts weist darauf hin. dass er an der Richtung oder an den Geisteswerken oder an der Person des Mannes irgendwelchen Antheil genommen habe, der als der erste den bisher ausschließlich französischen „Fall Dreyfus" zu einer „Cause cölöbre europöenne", zu einer europäischen Berühmtheit machte. Zola fehlt in dem Verzeichnis der Denker und Dichter, deren Werke den Unglücklichen auf dem glutheißen Eilande im Earcübenmeere aufrichteten . . . Mit großer Liebe wir dagegen Shakespeares gedacht, dessen gewaltige Meisterdramen sonst nur zu vielen Franzosen — auch grbildeten Franzosen — ein Buch mit sieben Siegeln sind. Wir glauben es Dreyfus aufs Wort, wenn er uns sagt, erst auf der Teuselsinsel habe er den „Hamlet", habe er den «König Lear* in ihrer ganzen grandiosen Größe begriffen. Ein „clooument liumnin" mit großem historischen Hintergründe, das sind die D r e y s u s-Memoiren. i*i,*i*>*i*^i*i*"“i>*h*i* *i V*¥*i*rrrVyAi*r*yV^i^<A<*TVVirV*Ti*<V~wVVvVyvvvv»<~^vwiia Mittheilungen ans dem Pudlienm. In der von der hohen k. k. Statthalterei eprixessiorrierten ElektrtcitätS-Anstalt, Wien, XX., Karajanaasse 20, werden alle in das Gebiet elektrischer Beleuchtung und Kraftübertragung einschlagenden Arbeiten übernommen und promptest durchgeführt. Telegraphen- und Telephon-Installationen rasch und billig, ebenso alle Reparaturen. 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Ministeriums des Innern, Zahl 31.427, besucht der Jnstructionscurs für Amtsärzte, dessen Aufgabe es ist, m u st e r g i l t i g e und h ygienisch wichtige Einrichtungen aus eigener Anschauung kennen zu lernen, hervorragende gewerbliche Etablissements. Freitag den 3. Mai 1901 fand sich der genannte Curs unter Führung des Vorstandes des hygienischen Institutes, Hofrathes Professor Dr. Grub er, in der Wurst- und Selchfleisch waren-Fabrik von I. The u m a n n. Wie n, II., Taborstraße 32 ein und sprach sich sowohl über Fabrikseinrichtung als auch Betriebsführung iu lobendster Werfe aus. Für jüdische Wirte! Ein tüchtiger jüdischer Cafötier und Gastwirt könnte ein gutgehendes Cafö-Restaurant in einer mährischen Provinzstadt günstig übernehmen. Auskünfte ertheilt die Redaction. Jüdischem Zuckerbäcker, ledig, wird Gelegenheit geboten, sich zu etablieren. Auskünfte ertheilt die Redactron deS Blattes. Demussvd Dkrsmmlungsbkrilhtk. Wien. (Kranken-Unterstützungsverein „Menschenlieb e".) Einem längst gefühltem Bedürfnisse Rechnung tragend, hat sich im IX. Bezirk ein Verein gebildet, der sich zur Aufgabe gemacht hat, seinen Mitgliedern rn Erkrankungsfällen mittelst ärztlicher Hilfe, Verbilligung der Medicamente und Auszahlung von Krankengeldern hilfreich beizustehen. Auch sonstige humanitäre Ziele hat dieser Verein ins Auge gefasst, die alle aus den Statuten ersichtlich sind. Es ist daher höchst angezeigt, diesem Verein nach Möglichkeit zu stützen und zu fördern. Die einmalige Beitrittsgebür beträgt 2 Kr. Der Monatsbeitrag 1 Kr. Anmeldungen werden gerichtet: An den Kranken-Unterstützungsverein „Menschenliebe" Wien, IX., Rothe Löwengasse 10 Cafä Kraus. Die constituierende Generalversammlung findet Samstag den 11. Mai d. I. um 8 Uhr abends im Cafö Kraus statt, zu der alle, die dem Vereine beitreten wollen, höfiichst eingeladen werden. Briefkasten. Wir ersuchen alle auswärtigen Leser unseres Blattes, uns Nachrichten auS dem Gemeinde- und VereinSleben der dortigen Judenschaft zu geben. Besonders erwünscht ist die Einsendung antisemitischer Lokalblätter, welche Angriffe gegen die Juden enthalte«. I. R., Abonnent in Wigstadl. Wir haben Ihr Schreiben dem Vorstande des Heimatsrechts-Bureaus des „Jüdischen Volksvereines" zur Erledigung übergeben. Leo S., Wal. Nag., Max P., Fan. Neis., Raonl H., L. Prag, in Wien, S. Kr. in BreSlau. Werther dankt für die guten Grüße und Wünsche, die nach dem Süden giengen. P. S. in Prag. Nicht acceptiert. Veritv in Brünn. In veränderter Form. M. Sch. in Kelcze. Nachträgliche Anerkennung und Gruß! Dr. Arnold A., Wien: Herzliche Wünsche zum Familienzuwachs! Die Sprechstunden des Heimatsrechts- Bureaus des „Jüdischen Volksvereines * sind jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 7*7 bis 8 Uhr abends. Auskünfte in Heimatsrechts - Angelegenheiten ertheilt weiters die Redaktion dieses Blattes. Die Frei-Lesehalle ist an Wochentagen von 13 bis 3 Uhr mittags und von G bis 10 Uhr abends, an Sonntagen von 0 bis 2 Uhr, an Samstagen und jüdischen Feiertagen von IO bis 4 Uhr mittags geöffnet. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Kulke. (Fortsetzung.) Der Dr. Berger halte sich schon ganz zur Ruhe gesetzt und war höchlich überrascht, als die Schamestin ihn bat, zu Gumpel zu kommen, da er von dem neuen Doctor nichts wissen will. Dr. Berger erklärte ihr, dass sie gescheit sein und den neuen Doctor nur immer rufen solle, auch wenn Gumpel es nicht will, denn er selbst sei alt und schwach und brauche selbst mehr der Hilfe, als dass er sie anderen könne zutheil werden lassen; der Dr. Frank aber sei ein junger, rüstiger Mann von ausgezeichnetem Scharfblick und von ungewöhnlicher Aufopferung. Sie solle keine Narreschkeiten machen nnd den Dr. Frank nur rufen. Die Schamestin wusste sich nicht zu helfen, denn wie sie Gumpel kannte, so traute sie sich nicht, seinem Wunsche zuwider zu handeln; was thut sie, wenn Gumpel aus dem Bett herausspringt und den Dr. Frank zur Thür hinauswirft? Er ist ja gerade wie „meschugeh" (wahnsinnig), wie ausgewechselt! Da kam ihr ein Licht, wie von oben gesendet. „Das hat mir unser Herrgott eingegeben," sagte sie sich dann, und machte sich auf den Weg zu Bär! Lederer. „Rösele!" sagte sie, „Du, allein bist imstande, das „Schlemasel" (Unglück) abzuwenden, das mich betroffen hat," nnd nun erzählte sie ihr alles und bat sie, da sie es allein vermögen werde, ihren Gumpel dahin zu bestimmen, daß er den Dr. Frank kommen lasse. Rösele giengen nun die Augen auf. „Er will Felix nicht kommen lassen, er scheut seine Gegenwart ebenso wie mich," dachte sie, „dann ist es gewiss, dass er fich in einer großen Verblendung befindet, und ich muss ihm die Augen öffnen, mag daraus werden, was will." Hierauf gieng sie mit der Schamestin nachhause, wo der Patient im Bette lag. „Wie schickt sich krank sein?" fragte Rösele mit scheinbarer Heiterkeit, als sie ins Zimmer trat, „was machst Du für Narreschkeiten, ein Mensch wie Du, der in seinem Leben nicht krank gewesen ist?" Gumpel drehte sich herum und wendete das Gesicht gegen die Wand, anstatt ihr eine Antwort zu geben. „Wenn Du aber im Ernst krank bist," sagte Rösele, ohne diese Beleidigung zu berücksichtigen, „dann lass Dir den Doctor rufen; er wird Dich wieder gesund machen." „Und das ist alles, was sie mir zu sagen hergekommen ist," murmelte Gumpel halblaut, ohne sich direct an sie zu wenden, aber doch so, daß sie es hören konnte. „Was soll ich Dir denn anderes sagen?" fragte Rösele mitleidsvoll. „Wenn einer krank ist, kann man ihm nichts Besseres sagen, als wie er wieder gesund werden soll."- „Ich will wissen, was er Dir ins Ohr gesagt hat?" schrie Gumpel jetzt, alle Kräfte zusammenraffend, heftig auf, indem er sich wieder herum- und gegen sie wendete. „Das hat mich krank gemacht, und mir kann kein Doctor helfen, am allerwenigsten der, den Du meinst; ich kann seinen Namen gar nicht mehr über die Lippen bringen; und ich werd' nicht eher gesund werden, als bis Du mir das gesagt hast." „Das will ich Dir sehr gern sagen," erwiderte Rösele mit der größten Ruhe. Aber rasch begriff sie, dass sie jetzt im Besitz einer Handhabe sei, mittelst welcher auch von ihm eine Concession zu erlangen sein musste; deshalb fügte sie hinzu: „Aber nicht früher, als bis Du „Sechel" (Vernunft) angenommen hast und als ein gesunder Mensch wieder zu mir kommst; denn jetzt Hab' ich keine andere Sorge, als Dich wieder gesund zu sehen, und was Du dann noch wissen willst, kann ich Dir alles sagen; Du weißt, ich Hab' vor Dir keine Geheimnisse, und wenn Dich nichts anderes krank gemacht hat als das, so hättest Du können gesund bleiben." Röseles Sprache wirkte wunderbar auf Gumpels Gemüth. Die Medicinen von allen Apotheken der Welt und alle Doctoren der Welt zusammengenommen, hätten das nicht in ihm bewirkt, was Röseles Worte imstande waren; er fühlte sich durch den liebreichen Ton ihrer Stimme wunderbar gekräftigt, und er wäre schon gern als ein Gesunder aufgestanden, wenn ihm Rösele nicht das Versprechen abgenommen hätte, sich zu schonen, den Doctor rufen und sich ordentlich heilen zu lassen. Felix kam und that, was ihm nöthig schien. Er vermied es, mit Gumpel über Dinge zu sprechen, die er gern erledigt hätte, weil er jede Gemüthsaufregung für gefährlich hielt; Gumpel seinerseits aniwortete auf des Doctors Fragen als Patient, sprach sonst kein überflüssiges Wort, wie wenn er Felix in seinem Leben nie gesehen hätte, und war innerlich froh über den Triumph, den er über Felix davongetragen; denn er war jetzt fest davon überzeugt, dass er Rösele unrecht gethan, dass sie ihn ebenso liebe wie ehedem und dass er sich nur geirrt. Denn wenn es nicht so wäre, wie könnte sie ihm alles sagen wollen, wie sie es ihm versprochen hatte. Gumpel war hergestellt. Sein erster Weg war zu Rösele. Er traf sie nicht zuhause, dafür aber ihren Vater Bärl Lederer. „Borech roife Choilim" (Gesegnet sei, der die Kranken heilt), sagte dieser, als er zur Thür hereintrat, „und was hat Dir denn eigentlich gefehlt?" „Ich bin wieder gesund," sagte Gumpel ausweichend, „und" — „Bist Du hergekommen, mir das anzumelden," unterbrach ihn Bärl Lederer, „oder bringst Du sonst etwas anderes?" (Fortsetzung folgt.) Demnächst erscheint: ik Ulmin Di (Bin Kochlmch für das jüdische Saus von Ernefliny Wilhelm. Enthaltend über 600 Necepte der beliebtesten Speisen unter strengster Veobachtnntz der jüdisch-rituellen Uüche. Da ein Kochbuch dieser Art noch Nickst existiert» ist das Merk für jüdische Frauen und Mädchen nllrrsus niihlich. Der s)rcis des Buches wird sich auf circa 3 Kronen stellen. (Gebunden in Leinenband 6 Kronen.) Bestellungen auf das Buch werden jetzt schon entgegengcnommcn in der Administration des „Jüdischen Volksdlalte»" und bei Frau Ernestine Wilhelm Schriftstellerin» Wien, VIII., Lrnaugaste 6.