Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1901)
- Issue
- 17 (26.4.1901)
- Date
- 1901-04-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Voiksblatt 26. April 1901 Nr. 17 nicht Soldaten mit frisch errungenen Bräuten ständen. Und die Bürgermädchen flanieren eifriger denn je durch die Straßen. Die Schlochauer- und Danzigerstraße sind die Hauptpromenaden. Zwischen 8 und 10 Uhr abends sieht es dort so aus, als wenn ein Niesenmädchenpensionat ununterbrochen spazieren geführt würde. Die Duennen fehlen freilich, aber dafür sind die „Löwen" von Könitz auf dem Posten, Techniker, junge Beamten und Gymnasiasten. Sie suchen die Concurreuz mir dem bunten Tuch zu bestehen. Dies öffentliche Liebesleben ist ein besonderer Zug in dem Stadtbilde. Die jüdische Toynbee-Halle. XX., Webergasse 13. General-Bersammlung Dienstag den 23. April fand unter dem Vorsitze des Herrn Prof. Dr. Leon Kellner die constituierende General-Versammlung des Vereines „Jüdische Toynbee-Halle" statt. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des Vorstandes und der Ausschüsse. In den Vorstand wurden einstimmig gewählt die Herren: kais. Rath Moriz Hirsch, Dr. Gustav K o h n, Mitglied des Landesschulrathes, Prof. Dr. Leon Kellner, Dr. Richard Rappaport, Johann Kremenetzky. Von den Ausschüssen wurden vorläufig sechs gebildet mit Vorbehalt weiterer Cooptationen. In den Ausschuss für Vorträge wurden gewählt: Dr. Leop. Kahn, H. Berliner, Dr. Adolf Gelber, Dr. I. Sadger, Dr. Siegmund Werner, Dr. A. Horowitz, Dr. P. Weisengrün; in den Ausschuss für Musik: Prof. B r ü l l, Frau Feigenbaum, Frl. Svedrowsky, Prof. Stock, Prof. Au der; in den Ausschuss für Kindernachmittage: Frau Dr. Kornfeld, Frau K o h n e r, Frl. P o ll a k, Frl. Berliner, Frl. Hermann; in den Ausschuss für Bewirtung: Frau Dr. K a h n, Frau F r i e d m a n n, Frau S ch r o m p f, Frl. Gelbtuch, Frl. Schimmer; in den Ausschuss für Männercurse. Primarius Dr. K o r n f e l d, Dr. Engländer, Dr. Grüll, R ü b e n st e i n, Dr. F i s ch l; in den Ausschuss für Frauencurse: Frl. Josephine F r a e n k e l, Frau Dr. K a d i s ch, Frau Berliner, Frl. Mizzi Quittner, Frl. Fuchs; in den Ausschuss für Hausangelegenheiten: Frau Prof. Kellner, Smolensky, E d e l st e i n. Die Bildung weiterer Ausschüsse steht in Aussicht. Curse. Zu den in den Räumen der jüdischen Toynbee'Halle, XX., Webergaffe 13, stattfindenden Unterrichtseursen hatten sich schon vor deren Beginn 300-400 Theilnehmer gemeldet, und zwar: Für Hebräisch über 40, Französisch über 80, Englisch über 100, Stenographie über 80. Die Zahl der Anmeldungen für den Cursus für Geschichte und Literatur ist uns noch nicht bekannt. Die Curse finden statt: Hebräisch: Montag 7 Uhr 30 Min. abends (Beginn 22. April). Französisch: für Damen: Sonntag 9 Uhr morgens (Beginn 28. April), für H e r r e n: Dienstag 7Uhr 30 Min. abends (Beginn 30. April). Englisch: für Damen: Sonntag 10 Uhr 30 Min. vormittags (Beginn 28. April). für H e r r e n: Donnerstag 7 Uhr 30 Min. abends (Beginn 25. April). Steno grap hie: für Damen: Mittwoch 7 Uhr abends (Beginn 24. April), für Herren: Mittwoch 8 Uhr abends (Beginn 24. April). Geschichte und Literatur: Vorläufig nur für Damen, Freitag 7 Uhr 30 Min. abends (Beginn 26. April). Eingesendet. Aufruf! Verehrte Stammesgenossen und -Genossinnen! Eine kleine Schar von mitfühlenden Herzen hat sich die Aufgabe gestellt, die Noth der armen jüdischen Kranken, welche sich in den Wiener Spitälern befinden, durch kostenlose Verabreichung von Erfrischungen und Hilfeleistung nach anderen Richtungen zu mildern. Äs ergeht daher an alle edlen Herzen das Ersuchen, sich an diesem Werke der Nächstenliebe zu betheiligen, und zu der am Sonntag den 28. April l. I., 2 Uhr nachmittags, im Festsaale des „Jüdischen Volksvereines", II., Leopoldsgasse 47, stattfindenden Versammlung behufs Constituierung der Vereinsleitung zahlreich zu erscheinen. Für das provisorische Comite: Alexander Po r des Emil Kupfermann Obmann. Schriftführer. Frl. Mathilde Fisch! II., Odeongasse 9, Thür 6 Cassierin. * Seit jeher nahm der Jude das lebhafteste Interesse an den Jüngern der Wissenschaft, die an keine Rasse und an keinen Glauben gebunden ist. Es kamen andere Zeiten, nicht durch die Schuld der Juden. Nur zu dem Zwecke, um den jüdischen Jünglingen den Aufenthalt an der Alma mater unmöglich zu machen, ihnen den Zugang zum Tempel der Wissenschaft, in dem er kraft seiner Menschen- und Staatsbürgerrechte den dem gleichen Platz beanspruchen dürste, zu verrammeln, nur zu Zwecke wurde die antisemitische Bewegung in die Studentenschaft getragen und der Nassen-und Neligionshass geschürt. Nur Schritt für Schritt, erst zögernd, dann aber fest entschlossen, zog sich die jüdische Studentenschaft aus ihre eigenen Corporationen zurück, da ihr die Zugehörigkeit zu anderen theils durch Gewalt und List versagt, theils unerträglich gemacht wurde. Es wurde ein Sammelpunkt der gesammten jüdischen Studentenschaft begründet, der Belehrung und allgemeine Bildung, Erholung nach des Tages Mühen, Unterstützung den Unbemittelten, Ermunterung und Aneiferung denen bringen sollte, die in dem großen Kampfe, den das Judenthum nicht für sich, sondern für die gesammte Menschheit führt, zu erlahmen drohten. So entstand die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, die nun schon seit Jahren die übernommene Pflicht größtentheils erfüllt. Noch steht sie fest, noch hat der jugendliche Muth ihre Begründer nicht verlassen, doch ihre Kraft droht zu versagen, wenn ihr nicht bald Hilfe wird von denen, als deren Vorhut sie den ersten, wuchtigsten Anprall der Feinde aufzuhalten und zurückzumeisen hat. Es ist ja nur ein Geringes, was sie fordert, im Verhältnis zu dem, was sie leistet. Ein jeder, der das muthige Ringen zu würdigen weiß, zu dem unsere Studentenschaft verurtheilt ist, während er selbst eine frohe, fröhliche Studentenzeit erlebte, wird wenigstens das kleine Scherflein beitragen, welches der ,Lesehalle" die nothwendigsten materiellen Mittel bringen soll, um auf dem Kampfplatze auszuharren und nicht zu unterliegen, bis bessere Tage kommen. Wir wenden uns an jeden, der Herz und Gefühl für unser wackere Jugend hat: er thue seine Pflicht, wie die Jugend die ihre thut. Mitbürger und Gesinnungsgenossen! Treten Sie zahlreich als Förderer der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler bei, oder betheiligen Sie sich, jeder nach steinen Kräften, mit einem Scherslein zu deren Unterstützung! Das Präsidium der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Bücher-Einlauf. Jüdisches Gefühl. Zeitschrift für die Jugend. Erscheint alle 14 Tage. Inhalt: Großvaters Bibelschatz. — Der Hofmeister und sein Zögling. — Götze Beel. — Whitechapel. — Kinderspiele von einst und von heute. — Perlen aus dem Talmud. — Dies und Das. — Uebersetzungs - Ausgabe. — Räthsel. — Räthsel- Auflösungen. — Briefkasten. — Bezugspreise: Mit Postzusendung 4 Kr. jährlich, 2 Kr. halbjährlich. — Deutschland 4 Mk. jährlich, 2 Mk. halbjährlich. — Russland 2 Rubel jährlich. — Einzelnummern 15 Heller. Redaction: Prag, Smeökagasse 7, 1 St. Administration : Myslikgasse 14 n. Hl. Dott. Kohn, Drama di Max Nordau. Conferenza tenuta in Trieste dal Rabb. Dante A. Lattes. Bericht des Vereines „Ferienheim" für israelitische Feriencolonien. IX., Berggasse 20. Uns carriere philologique en Roumanie. Les Pdripetras d’une Naturalisation par Lazare Sainean. Bucarest. Chez Emilie S t o r c k. Von der „Neuen Zeit" (Stuttgart, D i e tz' Verlag) ist soeben das 29. Heft des 19. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalte heben wir hervor: Ein interessanter Fall. — Socialistische Motive in der französischen Lyrik. Bon H. Thurow. — Moderne Evangelienkritik. Von Franz Mehring. I. — Wiener Theaterbries. Von D. Bach. — Akademiker und Proletarier. — Notizen: Die badische Budgetabstimmung. Erklärung Dr. A. B e r t h o l d s. — Feuilleton: In der Schlucht. Von Anton Tschechow. Aus dem Russischen übersetzt von Eugenie Kl io rin. (Fortsetzung.) Permsvsd DerlMMiMSsbmihtt. Wien. (Jüdisch - akademische Verbindung „Un it a s".)Samstag den 27. d. M., 7'/2 Uhr abends, hält Herr Jork-Steiner im Locale der Verbindung, VIII., Josefstädterstraße Nr. 14, einen Vortrag über „Kinderproduction uud Nationalitätenstreit". Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Kaiser Franz Josephs-Ferienheim.) Dieser rührige Verein, an dessen Spitze seit seiner Gründung die nimmermüde Präsidentin Frau Sofie G r ü n f e l d steht, versendet soeben den Bericht über das IX. Vereinsjahr. Demselben ist zu entnehmen, dass dieser Verein, der sich allerorts der lebhaftesten Sympathie erfreut, in seinem humanen Wirken gedeihlich fortschreitet. Eine exceptionelle Würdigung ist dem Vereine „Ferienheim" im abgelaufenen Jahre zutheil geworden, indem Se. Majestät der Kaiser allergnädigst zu bewilligen geruhte, dass die von diesem Vereine in Tischnowitz (Mähren) gegründete Ferien-Colonie „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim" benannt werde. Die feierliche Einweihung dieses der öffentlrchen Wohlfahrt gewidmeten Heims wird im Monate Juni d. I. festlich begangen werden. Weiters ersehen wir aus dem Berichte, dass die Zahl der im abgelausenen Jahre in die Ferien-Colonien entsendeten Kinder größer war als im Vorjahre, und dass ein besonderes Augenmerk den scrophulösen Kindern durch Entsendnng in Jodbäder zugewendet wurde. Die Kinder verblieben 4—6 Wochen, und mit wahrer Genugthuung konnten die ausgezeichneten Erfolge des Landaufenthaltes und der Heilbäder constatiert werden. An den interessanten Detailbericht über die^ im Jahre 1900 nach Tischnowitz, Betrau, Jodbad Darkau, Bad Hall, Baden b. Wien rc. entsendeten Kinder, schließen die statistischen Tabellen, denen unter anderenl zu entnehmen ist, dass die in die Colonien entsendeten 522 Kinder um 099*5 Kilogramm an Gewicht Zunahmen. Die Berichte der Mädcheu-Comitös Section Wien nnd Section Brünn lassen die erfolgreichen Bemühungen der jungen Damen um diesen eminent human wirkenden Verein erkennen. Nebst dem vollständigen Verzeichnisse der Stifter, Gründer, Spender und Mitglieder, enthält der Bericht den Gebarungs-Ausweis und eine statistische Darstellung der neunjährigen Vereinsthätigkeit. Bedauerlich ist es, dass der Zuwachs an Mitgliedern im abgelaufenen Vereinsjahre in keinem Verhältnisse steht zu den früheren Jahren. Dieser Umstand ist bei der großen Bedeutung, welche dem edlen Wirken des Bereines zukomlnt, unerklärlich. Mögen die bemittelten Kreise die edlen Bemühungen des „Ferienheim", armen, kranken Kindern unserer Glaubensgenossen Genesung und schwächlichen Kindern Kräftigung zu bringen, durch lebhaftere Betheiligung fördern! Wien. (Literarischer Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „M o r i a".) Sonntag den 28. April findet im literarischen Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" um 3 Uhr nachmittags im Vereinslocule, IX., Berggasse 20, der letzte Vortrag in diesem Semester statt. Die Mitglieder werden um vollzähliges und pünktliches Erscheinen dringend gebeten. Gäste, Damen find herzlich willkommen. B. H. Wien. Am 14. d. M. fand im Restaurant Wiener eine Versammlung statt, welche über die Gründung des seit zwei Jahren prosectierten Vereines zur Wahrung der orthodoxen Interessen in Wien und Niederösterreich berathen sollte. Der Vorsitzende des ad hoc eingesetzten Comitös, Herr Bernhard t o f b a u e r, begrüßt die sehr zahlreiche Versammlung. Herr o f b a u e r theilt mit, dass die Statuten nach reiflicher Durchberathung dem Cultusvorstande vorgelegt wurden, der aber so einschneidende Veränderungen verlangte, dass sich das Comitä veranlasst sah, die Versammlung einzuberufen, um Stellung zu nehmen. Der Vorstand verlangt eine Formulierung;des § 3 — die Agenden des Vereines — der die Errichtung der wichtigsten rituellen Anstalten von der Zustimmung der Cultusgemeinde abhängig macht. Nur ungern haben wir uns zn dieser Concession entschlossen, wir wollten aber die Gründung des Vereines nicht verzögern, da die Erfüllung der demselben zugedachten Aufgaben drängt. Herr Hofbauer wird mit Acclamation zum Vorsitzenden der Versammlung gewählt und designiert unter Zustimmung Herrn S. Fischer zum Protokollführer. Referent verliest die Zuschrift des Cultusvorstandes, in welcher die gewünschten Abänderungen präcisierl und motiviert werden. Referent führt aus: Die Wiener Orthodoxie steht auf dem Standpunkte, dass ihr das Judengesetz vom Jahre 1890 das unbestreitbare Recht gibt, für ihr Geld und zum eigenen Gebrauche alle rituellen Anstalten zu errichten, wohl unter Aufsicht der Cultusgemeinde, jedoch ohne an deren Zustimmung gebunden zu sein. Der Cultusvorstand behauptet, ein Recht der Jngerenz zu haben. Nur eine authentische behördliche Auslegung des betreffenden Gesetzes könnte feststellen, auf welcher Seite das Recht ist. Diese einzuholen, ist aber eine sehr langwierige Procedur, da Einrede und Widerrede jeweilig geraume Zeit dauern und würde dadurch nur die Gründung des Vereines endlos verschleppt. Ohne unseren Rechtsstandpunkt aufzugeben, haben wir im Wege des Compromisses zugestimmt, für den zu gründenden Verein die Genehmigung des Cultusvorstandes für die bezeichneten Agenden ansuchen zu müssen. Beider hierauf folgenden Abstimmung wird der ganze § 3 unverändert angenommen. Podwoloczyska. Die Verwaltung des Vereines „Degel Jehuda" eonstiluierte sich folgendermaßen: Nachman Podhorzer, Präsident, Sch. Sack, Viceprüsident, B. Jeczes, Cassier, David Blumenfeld, Schriftführer, Mathias Heilman, Cassarevisor, Zelaznik und Rosenseld, Beiräthe. MittheUrmgen mm dem UubLicum. (Edclhofers Leopcldstiidter Volks-Orpheum) nennt sich eine neue Singspiel-Halle, die ab 27. d. M. II., Rothe Sterngasse 7 a ihre fröhlichen Hallen eröffnet. Für das neue Orpheum ist eine Lemberger Possengesellschaft engagiert, welcher der beste Ruf vorausgeht. Der Impresario Herr Lion verspricht ein decentes Familienprogramm und vorzügliche Kräfte. Hoffentlich bietet das neue Orpheum mehr als das im Stephanie-Hotel, das sich lediglich in der Profanierung des Judenthums gefällt. Es gibt in Lemberg eine sehr achtenswerte jüdische Kunst, die auch den Wienern ganz wohl gefallen würde; vielleicht bietet das neue Orpheum eine solche. Dass in dem Locale rituelle Speisen verabfolgt werden, ist voraussichtlich eine Zugkraft mehr für das neue Local. (Zur Reisesaison) machen wir alle Fremden aufmerksam aus das Hotel Walther. II., Leopoldsgasse 19; es empfiehlt sich besonders durch seine günstige Lage in der Nähe der Nord-, Nordwest- und Franz Josess-Bahn. (Nach den modernsten Theorien) werden in der Bandagen- Fabrik Anton S ch m i d l, VII., Schottenfeld gaffe 52, die Bandagen verfertigt. Ein Blick in das Atelier beweist dies. Krtrfkasteir. „Heitere Brüder." Bitte uns nächstesmal die Anzeige früher zu senden. Diesmal zu spät. A. Reich. Die betreffende Broschüre ist ein Machwerk der antisemitischen Partei selbst; es ist nicht das erstemal, dass die Antisemiten zu Fälschungen greifen, um den Juden zu schaden. Wenn dieser Brzeznovsky die Kühnheit hatte, zu interpellieren, so braucht man nur an die zarten Beziehungen dieses Individuums zu dem Stampiglius S ch n e i d e r zu erinnern, um zu messen, wessen Geistes Kind er ist. Der Hehler ist nicht besser als der Stehler. Das möge sich auch die „W iener-Neustädter Zeitung" merken. A. B., Klattau. Wir warnen jüdische Kaufleute nochmals vor dem Antisemiten Josef Liebl, Rosshaupt, Böhmen. Prof. Dr. Peter H. Sie bestätigen selbst in Ihrer Zuschrift indirect die Richtigkeit der erwähnten Notiz. Wenn man die wirkliche Geistesarbeit, die die Juden in Ungarn leisten, vergleicht mit der anderer Völker und der Zahl jüdischer Professoren und Mitglieder der gelehrten Gesellschaften, so kommt man eben zu diesen Schlüssen. Ferner haben Sie bei Ihrer Berechnung nicht berücksichtigt, wie oft von Juden als Bedingung zu ihrer Ernennung die Taufe gefordert wird. Wenn Sie weiter erwähnen, dass rumänische und slavische Blätter sich über die Herrschaft der Juden beklagen, so behaupten wir eben, dass in Ungarn nicht die Juden herrschen, sondern die Gentry, die auch allein die Verantwortlichkeit tragen soll. Bochnia. Herausgeber Antisemiten. Nachod. Unserem Nechtsconsulenten übergeben. Abbazia. Senden Sie nur fleißig weitere Berichte, die letzten waren schon besser. A. V. Wir werden uns erkundigen und Ihnen eine Quelle für Bezug von Thonöfen namhaft machen. R., Neutitscheiu. Ist nicht richtig. Wir ersuchen «lle auswärtigen Leser unseres Blattes, uuS Nachrichten aus dem Gemeinde- und Vereinslebe» der dortigen Judenschaft zu geben. BesouderS erwünscht ist die Einsendung antisemitischer Lokalblätter, welche Angriffe gegen die Juden enthalten. Die Sprechstunden des Heimatsrechts- Bureaus des „Jüdischen Bolksvereines" sind jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von '/r7 bis 8 Uhr abends. Auskünfte in Hermatsrechts - Angelegenheiten ertheilt weiters die Redaetion dieses Blattes. Die Frei-Lesehalle ist an Wochentagen von 12 bis $ Uhr mittagmtf> von O bis 10 Uhr abends, an Sonntagen von 0 bis 2 Uhr, an Samstage» und jüdischen Feiertagen von 10 bis 4 Uhr mittags geöffnet. Chefredactenr Alois Munk hat eine längere Erholungsreise angetreten. ES wird gebeten für die Redaetion bestimmte Briefschaften nicht an ihn persönlich, sondern an die Redaetion zn adressieren.