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Jüdisches Volksblatt · 1900-11-30 · 48 (30.11.1900) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
48 (30.11.1900)
Date
1900-11-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jfldisches Volksblatt 30. November 1900 Nr. 48 Düs Ergebnis der Cuttuswahlen. Der Wahlkampf gegen den früheren Cultusvorstand tobte im Zeichen -gegen die Wahlreform". Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, sind die oppositionellen Parteien schonungslos norgegangen. Sie haben den Präsidenten der Cultusgemeinde, welcher kraft seines Vermögens, kraft seines Ansehens und auch — was ihm selbst die Gegner zugestehen müssen — kraft seiner Verdienste die Säule de8 Vorstandes bildete, nicht auf ihre Candidatenliste gesetzt, weil er sich selb st als den Vater der Wahlreform bekennt. Wir erlebten nun das Schauspiel, dass der Präsident der Cultusgemeinde, welcher sonst einstimmig gewählt wurde, um 1100 Stimmen weniger erhielt, als mehrere seiner Collegen. Auch die Position der anderen in die Wiederwahl kommenden Vorstandsmitglieder ist bedeutend erschüttert worden: 200—300 Stimmen Differenz bilden das ^ganze Um und Auf des Sieges des alten Regimes. Allein trotz der Aufbietung aller Mittel und trotz der unaufrichtigen Kampfmethode auf Seite der Gegner gelang es den I ü d i s ch - N a t i o n a l e n, vier ihrer Candidaten in die engereWahl zu bringen und für diejenigen Candidaten, denen leider der Sieg versagt blieb, starke Minoritäten bis 1400 Stimmen zu erzielen. Dieser Wahlkampf hat daher eine große epochale Bedeutung. Es kam Leben in die Gemeinde, der Judenschaft wurde Interesse an jüdischen Angelegenheiten eingeprägt, und die Indolenz war gebannt. Große Schichten der Bevölkerung zogen mit Begeisterung in den Wahlkampf. Kein Mittel hielt sie davon ab, für die Männer der neuen' Richtung offen aufzutreten. Die wirtschaftliche Macht wurde seilens der wirtschaftlich Starken nach Kräften ausgenützt. Der Creditgeber lief zu seinen Schuldnern und ersuchte sie -nachdrücklichst", für das alte Regime zu stimmen, ja sogar sich unter Aufrufen zu unterschreiben. Es fruchtete nichts: Das Ideal und das Gewissen waren stärker als alle Drohungen. Aufrufe mit Entstellungen wurden erlassen, um die Wählerschaft hinter's Licht zu führen. Der größere Theil der Judenschaft ließ sich jedoch von scheinheiligen Phrasen nicht täuschen, wusste und kannte er doch die Postulate, welche von den Jüdisch-Nationalen verfochten werden. Sie gaben ihre Stimme'ab für eine stramme, jüdische Erziehung, für eine ordentliche Verwaltung, lür eine humane und menschenwürdige Armenpflege, für eine moderne, jüdische Repräsentation. Das Resultat fiel über Erwarten aus. Und es zeigt, dass das wahre jüdische Gefühl in den weiteren jüdischen Kreisen latent war und dass es nur eines Aufrufes bedurfte, um die Indolenz der Judenschaft zu verscheuchen. Was der Cultusgemeinde seit 100 Jahren nicht gelungen ist, diese zu bannen, das hat eine junge Partei nach kurzem Sturmlauf erkämpft. An Männer aus dem jüdischen Mittelstände 'ist der Ruf ergangen, ihre freie Zeit d^em Judenthum zu widmen und sie folgten ihm gerne. Mit w a h r e r B e g e ist er u n g g i e n g man für diese Männer an die Urne, mit wahrer Begeisterung agitierte für sie die jüdische Jugend und die jüdische Intelligenz. Darum Dank allen, die an diesemCrfolge nritgethan. Dank im Namen der jüdischen Sache und im Namen ihrer wahren Vertreter. Den Gegnern können wir aber heute mit Stolz zurufen: In unserem Lager ist das Iuden 1 hum. * * Das Resultat: Abgegeben wurden 3000 Stimmen. Mit absoluter Stimmenmehrheit wurden nachfolgende Herren, welche bereits früher dem Vorstande angehörten, gewählt: kaiserlicher Rath Heinrich K l i n g e r, Dr. Alfred Stern, Dr. Gustav Koh n, Dr. Alfred Berger, Emanuel Hoffman», kaiserlicher Rath Wilhelm Pollak, Dr. Maximilian Steiner. In die am Sonntag, den 2. December stattfindende engere Wahl gelangen die Herren: Hermann E l t b o gen und Dr. Leopold Kahn für eine sechsjährige Mandatsdauer und die Herren Isidor G e w i t s ch und Jacob S. Straßberg für eine vierjährige Mandatsdauer. — Ausgeschieden sind die Herren R e u t l i n g e r und kais. Rath Ä. Vogl. Ehrend soll hier anerkannt werden, daß Herr kais. Rath Vogl, der bereits in der Lehrerfrage die Action des „Jüdischen Bolksvereines" thatkräftig unterstützt hatte, auch diesmal seine Sympathien für die von diesem vertretenen Ideen kundthat, indem er vor der Wahl die Erklärung veröffentlichte, daß er ein Mandat in der allgemeinen Curie nicht annehmen werde, da er der Ansicht sei, daß für Männer der jungen Richtung Platz geschaffen werden müsse. Sein Beispiel — denn er wollte ein solches geben — fand leider keine Nachahmung. Jedenfalls freuen wir uns, in der Gemeindestube einen Braven mehr zu wissen, der seinen Sinn den Forderungen einer neuen Zeit nicht verschließt. Wir werden seine Wahl in der Curie der Höchstbesteuerten mit Freuden begrüßen. Wo bleiben die 10.000? Zehntausend Menschen vermißten wir, zehntausend stimmberechtigte Juden, die der letzten Cultusgemeindewahl fern geblieben sind. Bon über 13.000 jüdischen Wählern sind Sonntag trotz der lebhaftesten Agitation, die von beiden Seiten entfaltet worden war, bloß 3500 zur Urne erschienen. Die übrigen 10.000. schienen es gar nicht der Mühe Werth zu erachten, an dieser so wichtigen Wahl sich zu betheiligen. — Warum? Der jüngst gefallene Ausspruch: .Jede Gemeinde hat den Vorstand, den sie verdient", trifft hier gerade nicht zu. Wir möchten hier eher die Aeußerung des englischen Cardinals M a n n i n g anwenden: .Jedes. Volk ist das, was seine Führer^ aus ihm machen*. Und wenn tyir nun den JndifferentisMIZ! der jüdischen Bevölkerung allen ^specifisch jüdischen Angelegenheiten gegenüber wahrnehmen,, sat.liegt.die Schuld hierapLnick^ an der Masse, sondern an ihren'/Führern und Vorstehern», Jn früheren Zeiten war es anders. Da hatten die Wks, steher bei ihrer Fürsorge, nicht.bloß ihre Gemeinde allein, sondern die Judenschaft im allgemeinen, im Auge. Sie interessirten sich lebhaft für Alles, was innerhalb des Judenthums vorgieng, und nahmen an der Lage ihrer Stammesgenosien aller Länder Antheil. Sie waren von der Ueberzeugung durchdrungen, daß alle Juden e i n Volk bilden, daß sie alle Glieder eines Körpers sind, von denen jedes zur Erhaltung des Ganzen, seinen Theil beitragen muß. Der Titel „P u m" *) war nicht bloß eine Ehrenbezeichnung, nicht bloß eine Würde, #) : ö*ia : jvuöi D3ia Vorsteher und Führer. sondern ein Vertrauensamt, in dessen Bereich das Schicksa des ganzen jüdischen Volkes gelegen war. Wo die Juden nur ein wenig Freiheit nnd Rechte genoßen, da sorgten sie auch für diejenigen Brüder in der Ferne, deren Los ein schlechteres war. Die „Pum's* hielten häufig Zusammenkünfte ab, zu welchen die Vorsteher und Rabbiner zahlreicher Gemeinden aus allen Ländern eintrafen, um über wichtige, die Jndenschaft betreffenden Vorfälle zu berathen. Zu jener Zeit wußte das Volk die Würde eines solchen Gemeindeoberhauptes auch zu schätzen. Unter jenen Verhältnissen mußte jeder Jude reiflich überlegen, wen er wählen und in wessen Hände er das Schicksal des ganzen Volkes legen soll. Da fehlte wohl kein Jude bei der Wahl, da vermißte man keinen Wähler Die Zeiten haben sich leider geändert. Die Assimilationssucht, die am Ende des achtzehnten Jahrhunderts von Berlin aus ihren Ausgang genommen hat, zesplitterte unser Volk, machte uns zu Deutschen, Franzosen, Polen re., das Gefühl der Zusammengehörigkeit gieug verloren, die specifisch-jüdischen Interessen begannen allmälig zu verschwinden, das nationale Band wurde gelockert, und selbst die Sorge für die inneren Angelegenheiten der jüdischen Gemeinden ist so weit gesunken, daß der Vorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde sich nicht scheut, offen zu erklären, er sei bloß administratives Organ der Wohlthätigkeits-Jnstitutionen der Gemeinde. Und was Wunder, daß unter solchen Umständen sich Niemand für die Wahl der Vorsteher interessirt. Als Verwalter von Humanitätsanstalten ist den Wahlberechtigten Jedermann gut, bei dem nicht der Verdacht aufkommen kann, daß er Mißbrauch damit treibe. Da werden keine hohen Ansprüche, weder an den Geist noch au das Herz des zu Wählenden gestellt. Und hierin liegt der Grund des Jndiffereutismus des Volkes, und dies ist auch die Ursache, weshalb die 10.000 Wahlberechtigte ferngeblieben sind. Nicht im Volke liegt also der Fehler, nicht dieses trägt die Schuld an der Gleichgiltigkeit, die sich anläßlich der jüngsten Cultus-Gemeindewahlen geäußert hat. Diese ist nur die nothwendige Consequenz der Anschauungen, welche von den Vorstehern ins Volk getragen worden sind. Und wenn wir das Interesse des Volkes für die Wahlen wecken wollen, so müssen vor Allem die Grundprincipien im Cultusvorstande geändert werden. Wir müssen Männer mit jüdisch-nationaler Gesinnung hinsenden; die jüdischnationale Idee müßte dort die herrschende sein; die Vorsteher uiüßten sich für die allgemeinem Fragen des Judenthums interessieren^ sie müßten Antheil nehmen an allen Angelegenheiten, n)elc|r die Juden aller Länder betreffen; es müßte ein j üFi sÄ«r Vorstand sein : dann werden auch die Wähler ittO J^rcsse zur Urne eilen.? ^Dieses Ziel herbeizuführen ist unser Streben. Br. Wahlkämpfe in Galizien. Wahl in Hrody-Zloezorv. ^*^Orig.-Corresp. des „Jüd. Volksblatt.".) Lemberg, den 23. November. Während in der dritten Curie fast aller galizischen Städte noch immer eine große Apathie herrscht, sehen wir im Städte- Bezirke Brody-Zloczow bereits eine intensive Wahlagitation. Dieser Wahlbezirk ist von jüdischem Gesichtspunkte aus besonders interessant. Er zählt ungefähr 1600 Wähler, darunter über 1000 Juden und 300 Ruthenen. Die Juden sind daher in der Lage, nicht nur einen jüdischen unabhängigen Candidaten durchzusetzen, sondern es kann selbst ein Theil der jüdischen Inden vor 1860 Jahren — Juden von heute. (Ein historisches Bild.) Kaiser Tiberius war ermordet und Casus Caligula bestieg den Thron der Cäsaren. Da erhoben die Judenfeinde Alexandrias, angeführt von dem Grammatiker Apion, drohend das Haupt. Sie waren seil langem bemüht, den auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, des Handels und Gewerbes zu großem Einflüsse gelangten Juden den Boden zu unterwühleu. Aber so lange Kaiser Tiberius lebte, wagte sich die Anarchie nicht ans Tageslicht. Mit dem Regierungsantritte Cajus Caligula's war die Judenschast Alexandrias — eine Million an Zahl — völlig dem „gebildeten" und ungebildeten alexandrinischen Pöbel ausgeliefert. Der Alabarch, das Oberhaupt der alexandrinischen Judenschaft, sollte der herannahenden Gefahr durch seinen Einfluss beim Statthalter und beim römischen Kaiserhofe begegnen. Er that sein Möglichstes; allein sein eigenes Haus war von der judenfeindlichen Strömung vergiftet, sein eigen Fleisch und Blut, sein Sohn Tiberius Alexander, stand auf Seite der Judenbasser! und das lähmte die Thatkraft des sonst wackeren Alabarchen. Wie das gekommen, wird der freundliche Leser aus der nachfolgenden Familienscene, die wir historisch getreu zeichnen, erfahren. Tryphon, der Neffe des Alabarchen, ein hochgebildeter und begeisterter Jude, der seinen Oheim liebte, aber die Gesellschaft der Tante und des Vetters gerne vermied, erscheint im Hause des eben abwesenden Alabarchen und findet die Tante und den Vetter in erregten Auseinandersetzungen Gegriffen. Es konuten keine größeren Gegensätze als jene zwischen den beiden Vettern gedacht werden. Der um zwei Jahre ältere Tiberius Alexander war ein echtes Kind Alexandrias. Oberflächlich, beweglich, leichtsinnig, witzig und voll griechischer Frivolität, konnte er den einfachen, sinnigen, tiefernsteu Tryphou nicht begreifen und übte bei jeder Gelegenheit seinen Spott an ihm. Dabei regte sich allemal der Neid in ihm, so oft er aus dem Munde der anerkanntesten und würdigsten Gelehrten das uneingeschränkteste Lob seines Vetters vernehmen musste, und er suchte sich dann damit zu trösten, dass dieser abseits von der großen Welt lebende, anspruchlose, nur den Studien obliegende Tryphon sein Leben lang ein unbrauchbarer Mensch bleiben, ein Schwärmer, der nie was Rechtes im Leben leisten werde. Das war auch das Urtheil seiner Mutter, der Alabarchin. In ihren Augen litt die ganze Familie ihres Neffen Tryphon an Beschränktheit. Denn wie sollten jene nicht beschränkt sein, die, während sie als die nächsten Verwandten des hochangeseheuen Alabarchen und im Besitze beträchtlicher Reichthümer eines der ersten Häuser Alexandrias abgeben konnten, es vorzogen, in einem mäßigen Landhause ein überaus einfaches, vom großstädtischen Getriebe unbehelligtes Leben zu ühren? Sie, die stets nach außen hin lebte, hatte für ein tilles Familienleben auch nicht das geringste Verständnis. Bon Kindesbeinen ab von den .bestbesoldeten griechischen Sophisten unterrichtet, war ihr Sohn Tiberius frühzeitig ein vollendeter Zungenheld und Silbeustecher geworden. Er verstand die Kunst, über alles zu sprechen, c lles zu vertheidigen, alles zu widerlegen, kurz über alles mit gleich starken Gründen für und wider zu streiten. Den Menschen in ihm hatten die jeder Moral entbehrenden selbstsüchtigen Sophisten nicht zu wecken vermocht. Die eitle und oberflächliche Mutter hatte es nicht verstanden, dem Vater, der im öffentlichen Leben aufgieng, -ehlte jede Muße dazu. Was nun im Knabenalter glatte, nur dem Scheine uachjagende Sophisten verdorben, das setzte im Jünglingsalter eine Schar frecher, zügelloser, den höchsten Stände» Alexaudria's angehöciger Genossen fort. Die Alabarchin war stolz darauf, ihren Sohn in solch' vornehmer Gesellschaft zu sehen, und knüpfte große Hoffnungen daran für dessen Zukunft. Sie hatte es sich einmal in den Kopf gesetzt, daß ihr Tiber eine hervorragende Rolle itn öffentlichen Leben spielen solle. Und wenn er auch bedeutende Summen mit seinen Genossen vergeudete, was that das? Der Alabarch konnte sie, Gott sei Dank, verschmerzen, und das zu erstrebende Ziel war das Opfer wert. Daß die vornehmsten Jünglinge Alexandrias sich nicht scheute», des jüdischen Alabarchen Sohn in ihre Gesellschaft aufzunehmen, schmeichelte ihrer Eitelkeit gar sehr. Sie schloß daraus, daß ihr Tiber als tadlloser Hellene unter den Hellenen gelte. Wenn sie noch überdies an seine reiche Begabung dachte und an die Bevorzugung, die ihr Gatte beim römischen Hof genoß, wenn sie sich sagte, daß Antonia, die allmächtige Schwägerin des Kaisers Tiberius und die Großmutter des Cajus Caligula, deren Geschäfte der Alabarch besorgte, deren in Egypten gelegene Güter er verwaltete, die Freundin ihres Hauses sei, die gewiß ihren ganzen Einfluß zu Gunsten des Alabarchensohnes aufbieten werde, so stand es bei ihr außer jedem Zweifel, daß ihr Tiber seinen Weg zu den höchsten Staatsämtern finden werde. Diese Zuversicht half ihr denn auch den Kummer verscheuchen, den sie gar oft über das zügellose Leben ihres Sohnes empfand, der nur selten im Elternhause zu sehen war, und dessen Kälte gegen sie mit jedem Tage zunahm. Diese Zuversicht verlieh ihr Kraft, ihren über die heidnische Lebensweise des Sohnes oft heftig erregten Gatten zu beschwichtigen und seine Besorgnisse in ihrer Weise zu zerstreuen. Zwischen beiden Gatten gab es nämlich häufig bewegte Sceneu. Im Theater, im Circus im Hippodrom, und wo es sonst lärmende Schauspiele gab, fehlte Tiberius nie. Wen» ihn aber der Vater zur Erhebung und Veredlung des wilden Gemüthes ins Gotteshaus mitnehmeu, wenn er ihm Gelegenheit bieten wollte, die Religion nnd die vielbewegte Geschichte seines Volkes kennen zu lernen, da war er nie zu finden. Doch immer wußte ihn die verblendete Mutter zu entschuldigen und ihre Zungenfertigkeit trug stets den Sieg über den im eigenen Hause schwachen Alabarchen davon, zumal er für lange Auseinandersetzungen keine Zeit hatte. In vielen Fällen wurden solche peinlichen Scenen zur Freude der Alabarchin durch die zahllosen Besuche, denen das offene Haus des Alabarchen ausgesetzt war, gewaltsam unterbrochen. Daß sich unter solchen Umständen der wackere Tryphon in den luxuriös ausgestatteten, aber von gähnender Langweile erfüllten Sälen seines Oheims, der noch überdies selten zu Hause zu treffe» war, nicht recht behaglich fühlen konnte, ist leicht begreiflich. Und so suchte er denn auch heute dieselben nur mit Widerstreben auf. — Als er vor den Gemächern seiner Tante anlangte, drang ein heftiger Wortwechsel, aus welchem

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