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Jüdisches Volksblatt · 1900-08-10 · 32 (10.8.1900) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
32 (10.8.1900)
Date
1900-08-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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W;en, Freitag Jüdisches Volksblalt 10. A mrnsl 1000 Nr. Seite 7 che ms aas!ikt'iö nnt er )eii je» der in ige )en Die LP W' lpt beten ert chut- >ug md ller her )en Er die Ne ein nd Ne, Vir en, feit ere um nd rbmb iou;er. eu, Oft mt Zeige >en eilt;en mdie res feit iou tfl]r ict* ins ner 'ich ach vie chr >itige sie erebus >en mn len mg am )en;en en, jre )es als len aer aer als enen, aer >or )ts em ise efe ier erns, en, im ich V’vtl)um, in eine, wenn auch unbewusste, sündhafte Vervnulg versunken seien — wenn ich ntdjt klar erschaute, ied§ es ein wüster Fanatismus ist, der die Menschemvelt n herrscht und der die Anhänger der Kirchen ebenso gegeum-ander bewaffnet und wttlhen lässt, wie sie es gegen ms thun. Nein! nicht unser kann die Rache sein, die wir um Frieden mit der Welt suchen, die wir den Geist der Duldung und der Liebe anrufen, als unsere einzige Rettung während die anderen nichts als die Vernichtung ihrer 'umiier wollen! Aber es ist bitter, sehr bitter, um eine leine Stätte der Ruhe und Sicherheit zll ringen, und sie licht zu finden; es ist bitter, sehr bitter, nun zu den Glaubens- >nd StanEsgenossen gelaugt zu sein und auch von ihnen glrückgewiesen werden zu müssen!. . Der Greis hatte bei diesen Worten seines Gastes die ebHasteste Bewegung in seinen Zügen gezeigt, und ergriff ct;t dessen Hand', indem er sprach: „Herr, ich fühle dies dies tief mit Euch. Ihr habt recht, und doch kann ich licht anders. Ihr müsset doch auch meinen Schmerz mitanpsinden, wenn ich berufen scheine, einen Act meines 'lmtes zu vollführen, wie er nicht schöner und edler gedacht verden kann, und muss die Hand davon lassen, um den liltergang anderer nicht herbeizuführen! Allein, ich komme Luch ' dafür mit einem Versprechen, mit einem heiligen Gelöbnis entgegen. Die Gnade Gottes wird Euch endlich;ilie Freistatt 'nicht versagen, eine Ruhestätte für die Lallen Eurer flüchtigen Füße — ich bin dessen sicher, ich iveiß es. Nun wohlan, wo diese auch sein wird, in welcher Ziiltfernung, unter welcher Sonne: gebet mir Kunde, und ch und liteitt Sohn Aron werden uns aufmachen und zu Luch pilgern, und sei es zu Fuß Hunderte von Meilen, nein Alter soll mich nicht abhalten, meine wankenden schritte nicht verzögern, ich werde zu Euch kommen, Euch n den Bund Abrahams aufzunehmen und^ eine Stätte )er Anbetung herzurichten, Nehmet^dieses Gelöbnis aus meinem Herzen an, und der Gott Israels gebe, dass ich »-.ein Wort bald einlösen könne, und dann will ich ruhig sterben und mein Haupt in Frieden in die Grube legen." Die Caravalle zeigte, als sie aufs Trockene gelegt worden war, größere Beschädigungen, als Tirado veemuthet hatte. Sie bedurfte einer gründlichen Ausbesserung, über welche eine längere Zeit verfließen musste. Tirado war dies im Grunde nicht unlieb. Er schloss mit dem Grafen wie mit dem Bürgermeister einen Vertrag über den ungestörten Schuh seiner Leute und ihres Eigenthums, solange die Reparatur dauern würde, welcher jenen beiden Herren so bedeutenden Vortheil brachte, dass sie ihn gewiss nicht brechen mochten. Dann traf er alle Anordnungen, welche sein Schiff erforderte, und wählte sich einige wenige Gefährten aus, um mit ihnen nach den benachbarten Niederlanden zu gehen. XXI. Die Niederlande boten jetzt einen ganz anderen Anblick dar als zu der Zeit, wo Tirado sie verließ. Ein blutiger Kampf hatte seine ehernen Schritte über das einst so blühende Land nach allen Richtungen hin gelenkt. Jede Stadt, jedes Dorf war zu einer mauerumgürteten Veste geworden, jeder waffenfähige Mann, sobald es noththat, zu einem Krieger. Nach der damaligen Kriegskunst handelte es sich immer nur um die Eroberung der Stgdte und Flecken, und hierum wogte der Kamps mit wechselndem Glücke. Schrecklich war das Los einer erstürmten Stadt, denn da die Einwohner selbst immer Partei waren, kannte der Sieger keine Schonung, das Blut floss in Strömen, und zahllose Menschenwerke sanken in Trümmer. Man konnte nicht mehr entscheiden, ob religiöser Fanatismus, Herrschgier oder Mord- und Raub sucht das Heft des Schwertes führte — alle drei hatten sich verbunden, der Menschheit und Menschlichkeit die tiefsten Wunden ztl schlagen. Dennoch war der Widerstand der Niederländer ein unüberwindlicher, und so schlimm auch ihre Sache oft stand, so war es schon ein Sieg, dass sie den Kampf unerschrocken aufrecht erhielten. Herzog Alba war von seinem Könige abberufen und seine von ihm selbst gesetzte Bildsäule zertrümmert worden. Jetzt war eben Alexander- Farnese, Prinz von Parma, ins Land gekommen und hatte neue spanische und wallonische Kerntruppeu um sich gesammelt, ein ebenso schlauer Diplomat wie tapferer Heerführer. Ihm war es gelungen, den Bruch zwischen den südlichen und nördlichen Provinzen vollständig zu machen, worauf diese auch das letzte Band zerschnitten, das sie an den Träger der spanischen Krone knüpfte, und denselben seiner Herrscherrechte verlustig erklärten. Ihnen voran trug noch immer Wilhelm von Oranien die Standarte der Freiheit; im schenkten sie ihr unbedingtes Vertrauen; er war der Mittelpunkt und die Seele des Kampfes. Wenn die Provinzen und in ihnen wieder die Städte sich als einzelne, unabhängige Staaten benahmen, die ihre Entschlüsse selbständig fassten itub. aussührten, so war die allgemeine Noth und Bedrängnis die Kette, die sich um sie'alle schlang, und Wilhelm von Oranien der Gedanke, der sie vereinigte, zusammenhielt, leitete. Noch fehlte ihm die höchste Würde des Landes, aber der That nach besaß und übte er sie. Die Bewohner der nördlichen Provinzen erkannten in ihm ihren Hort und zitterten für sein Leben. Was sollte aus ihnen werden, wenn er nicht mehr wäre? In der kleinen Stadt Lier am Zusammenflüsse der beiden Nethe stand dicht an der Muuer ein bescheidenes Häuschen, bewohnt von einem glühenden Patrioten, einem ehrsamen Spinnermeister. (Fortsetzung folgt.) 5-i «AA U '-t-Z- V* n * .o J 4- Ä k vVv'vVvv/vdWN/VvV vA/n/v'v’Vv V'\/ vN/'vvV'v'N/V'V^ Tapezierer und Decorateur t J*. MÄSSCEÄL1K8 WIEN, V., VVienstrasse 53 S übernimmt, alie in sein Fach einM-biimon Um Arbeiten, -•*> in und ausser Haus sowie Vorhänge und Teppiche zum d Reinigen und Waschen. Alles hei sol.-d<*r un i feim-ter Aus- J*' Mlirimg und bei billig.-.er llereclmuitir. A' DW'" Schönste und billigste -HM Grabstein:;». Marmorplatten in grosser Auswahl hei Josef Stojan, Steinmetz, Wien, V,, Soimenhofg. 8 bei der Matgarel.lienkirehe. Stadlbabiistntlon: Pilgramgasse. Die Triester Kaffee-Niederlage C. Jacober, Wien, IX., Althanplatz H versendet täglich frisch gebrannten Kation IN miei-kaimt. vorzüglichen Qualität«: zu den fabelhaft billigen Preisen, pe. 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