Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 31 (3.8.1900)
- Date
- 1900-08-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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31 Nr. 31 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 3. Au ernst. 1300 •Seite 7 wie ein Ball von der Hand eines Knaben, von Sturm und Wogen auf- und niedergeschleudert. Aber sein schlanker, feiner und dabei doch fester und sorgfältiger Bau und die sichere Hand Tirados am Steuer, das er Tag und Nacht nicht verließ, und sein, Sturm und Wogengebrause übertönendes Connnando erhielten das Schiff über der Oberfläche des schäumenden Meeres, wenn es auch pfadlos umherirrte. Denn das Schlimmste war, dass der Sturm zwar bisweilen absetzte, dann aber plötzlich ans einer ganz anderen Weltgegend mit nicht geringer Gewalt über die armen Seefahrer herstürzte. Dies waren gefährliche Augenblicke, welche den ganzen Scharfsinn und die hohe Geistesgegenwart Tirados in Anspruch nahmen, um sein Schiff de ihrei uni bens ihm o es ellig! Ilich x sie shei! und i ge einer sie ich n, fi) Die ürde Seine der lalle Ver- Die rom Ufer das htet. iger enti die tter, Zom chen das ten. nsche chrei en si wa ende Ar lesen uni I bet stan inen nicht im Nu zertrümmert oder umgeschlagen und in die II äWTiefe hinabgerissen zu sehen. Es war ein Kampf des Geistes mit der tückischen Gewalt der Elemente — aber eme‘ jener lauerte dieser die Kunst des Widerstandes ab und gewann den Sieg. Nach zwei finsteren Tagen und noch grausigeren Nächten milderte allmählich der Sturm das Schnauben seiner Nüstern und verhauchte endlich sein wildes Dasein in leichten Luftwellen. Bald kehrten auch die empörten Wogen zu größerer Ruhe zurück. Aber gerade da, als die Schiffsleute Tirado voll Dankesworte umringten und sich in Freudenbezeugungen und Glückwünschen umarmten, zeigte es sich, dass die herrliche, erprobte Caraoalle ein großes Leck bekommen, durch welches das Wasser in den Schiffsraum drang und bereits eine nicht unbeträchtliche Höhe erreicht hatte. Von neuem mussten alle Kräfte angespannt werden und abwechselnd ein Tbeil der Mannschaft an den Pumpen arbeiten, um möglichst viel vom eingedrungenen Wasser auszuleeren und das Schiff wenigstens flott zu erhalten. Wieder viele Stunden der Bangigkeit und der angestrengtesten Arbeit. Das Verderben unter seinen Füßen zu wissen und ängstlich zu lauschen, ob es immer mehr wachse und aus der Tiefe sich heraufdränge, oder ob es still stehe oder gar abnehme — das ist ein beklemmendes Dasein auch für das muthvollste Herz . . . Die Sonne gieng aus, aus rosiger Wolke golden strahlend an einem blauen Himmel. Den Blicken der Seefahrer zeigte sich im Morgennebel eine Küste. Jubelnd fuhr man auf sie zu, welche sie auch sei. Zwei Stunden später kam ein Lootse in seinem Boote heran und fuhr das Schiff in den Dollart, wo an der Mündung der Ems die Stadt Emden sich am sanft ansteigenden Ufer hinanzieht, schon damals eine ziemlich ansehnliche Hafenstadt mit einigem Handelsverkehre. So hatten unsere Freunde wenigstens das stürmische Nordmeer hinter sich und waren dem Lande ihrer Sehnsucht nicht allzu fern. Kaum hatte sich das Schiff vor dem Hafen gezeigt, als von den beiden entgegengesetzten Seiten zwei mit Bewaffneten besetzte Boote sich ihm näherten. Die Leute auf den beiden Fahrzeugen hatten sich kaum erblickt, als sie sich mit Scheltworten und Drohungen überschütteten und einander die Waffen zeigten. Tirado wusste nicht, was er davon zu halten habe. Auf dem einen Boote entfaltete sich eine Flagge, welche über dem Wappen eine Grafenkrone zeigte, während die Flagge des anderen Bootes unverkennbar das Wappenschild einer Stadt, also voraussetzlich Emdens, trug. Tirado berief deshalb seinerseits seine Bewaffneten und ließ von beiden Booten nur eine kleine Schar Soldaten mit ihren Anführern an Bord. Er I erfuhr dann, um was es sich handle. Der Graf von _ Ostfriesland machte Ansprüche auf die unumschränkte Herrschaft des Landes und damit auch auf die Hafengelder für die ankommenden und abfahrenden Schiffe. Ihm gegenüber stand die Bürgerschaft Emdens, welche ihre Privilegien und Vorrechte aufrecht erhalten wollte und sich den Besitz des Hafens, den ihre Väter erbaut, zuschrieben. Ein heftiger Kampf war seit Jahrzehnten entbrannt, der mit wechselndem, aber niemals entscheidendem Erfolge geführt ward. Viel gutes Blut war schon auf beiden Seiten geflossen, viele schöne Menschenwohnungen in Feuer aufgegangen, ein ganzes Geschlecht im wüsten Streite erwachsen — bis endlich die erschöpften Parteien einen Waffenstillstand geschloffen, der freilich jeden Augenblick dem blutigen Hader wieder weichen zu wollen drohte. Am meisten litten darunter die Kaufmannschaft und Gewerbetreibenden, denn sie mussten, ob fremd oder heimisch, die Zeche bezahlen, weshalb freilich der Hafen von Emden von seiner alten Höhe zu sinken und allmählich zu vereinsamen begann. Konnte doch auch der Aufenthalt an einem Orte, wo die bewaffneten Wächter sich jeden Augenblick in die Haare gerathen und der Kampf ein allgemeiner werden konnte, nur sehr unangenehm sein; denn die Burg der Stadt war von zahlreichen Landsknechten des Grafen besetzt, während die Bürger sorgfältig die Mauern und Th ore bewachten und bereit waren, jeden Augenblick die Waffen zu ergreifen. Tirado konnte sich nicht anders helfen, als die Forderungen beider Parteien zu befriedigen, denn sein Schiff bedurfte dringender Ausbesserung. Er landete deshalb au der Insel Nesserland, wo auf bequemer Werft die Ausstopfung des Lecks und die Wiederherstellung anderer erittener Schäden vorgenommen werden konnte. Er selbst mit zwei Genossen begab sich ans Land und in die Stadt. Den Führern der beiden Hafenboote hatte er sich nur als verschlagen von seinem Cours von England nach Holland angegeben, womit sie sich, als sie das blanke Geld eingestrichen, sehr gern begnügten. Bald versenkte er sich in die Straßen und Gassen der alterthümlichen Stadt, überall ausschauend, ohne sich klar bewusst zu sein, wonach er suche. Aber in seiner Seele lebte ein ungewisses Hoffen, und siehe! es ward ihm erfüllt. (Fortsetzung folgt.) rin, wch ten, sich zu so beder hob keit rem leren- )en, len. eug »en, mtuid ner ron ivm )Us .de, KRANKENFAHRSTUHLE solid gebaut und in eleganter Ausführung v. fl. 3.60 aufwärts Eisenmöbelu. Kinderwagenfabrik Jt e o p o I d Walker, Wiey V/2, Diehlgasse Nr. 19 (nächst dem Hundsthurmerplatz). Illustrierte Preiscourante gratis und franco. Die Triesier Kaffee-Niederlage C. 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