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Jüdisches Volksblatt · 1900-05-25 · 21 (25.5.1900) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
21 (25.5.1900)
Date
1900-05-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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m t(* ), s d n h s il Nr. 21 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 25. Mai 1900 Seite 3 Henüge bewiesen und beweist es neuerdings, indem er jemanden als Opfer von Ausbeutern und als Wurzen hinstellte, dem solch eine passive Rolle ebensowenig zugemuthet werden kann, wie — wie etwa dem Artikelschreiber ein Buch über Bismarck und die deutsche Reichspolitik. Mit solchen, gelinde gesagt: „Schnitzern" wird die bestrittene Würde nicht gewahrt, selbst wenn man sich eine kleine Denunciation gestaltet. Da heißt es nur eine politische Istbel anschaffen und fleißig lernen; bevor man da bis zürn V, dis zum Volksverein kommt, kann man schon was, blannert sich aicht und braucht dann nicht zu schimpfen und zu denuncieren. Verstandewuh? Das Fest im Augarten. Eine böhmische Greißlerin kam einmal freudestrahlend ans dem Münchengrätzer Schloßgartcn nachhause und erzählte, sie habe mit dem Grafen Waldlen« gesprochen. „Was denn?" fragten neugierig die Nachbarinnen. „Er hat gesagt, dass er mich aus dem Park hinausjagen lässt, »venu ich nicht schau, dass ich hinauskvnnne." — Die „schönen Jüdinnen", die bei dem von der Prinzessin Otto protegierten Feste im Augarten so wacker mitgeholfen haben, dürsten ähnliche Erinnerungen an den Umgang mit unseren« hohen Adel mit nachhause gebracht haben. Sie sind, «vie mau allseitig erzählt, ziemlich wegwerfend behandelt worden. Das ist ihnen natürlich sehr gestmd. Wenn die ultramontane Prinzessin aus dem glaubensstarken sächsischen Prinzenhause ihre katholische Gesinnung an einen« gut katholischen Vereine bethätigt, «vas hat dabei die Frau Kohn und die unvermeidliche Frau Löwy-Hartmann zu thuu? Wenn die für die Armen Feste veranstalten «vollen, sollen sie solche für die armen Bmyelawer Arbeiter veranstalten; dazu werden auch rvohlthätige Adelige gern kvinnren, und sie tuerbeit dann die wohlthätigen Frauen, die für ihre amten Glaubensgenossen thätig sind, hochachten. Wenn aber die Frau Kohn und der Herr Stern mit de«n Klingelbeutel herumgehen, kam« man sie ja nur — schlecht behandeln. Es ist ««icht zu hoffen, dass das Angartenfest diese Gattitng J«lde«« eines Besseren belehrt. Ihnen ist der „Umgang mit dem Adel" Bedürfnis, wenn sich auch nur auf einige Fußtritte erstreckt. er Chronik des Judentyums. Inland. Wie». (Jüdischer S ch u l v e r e i n.) In der heute stattgehabten Cvmite-Sitzung wurden die von Sr. Ehrrvürden Jerru Rabbi Dr. M. I u n g in Ungarisch-Brvd vorgelegten tatuten für den zu gründenden „Jüdischen Schulverein _ oemunoth Wehamada" berathen und mit geringen Aenderungeu, i die vom Comito beantragt wurden, angenommen. Die Statuten sollen noch im Larrfe dieser Woche durch die Herren Proponenten j Dr. M. Jung, Dr. med. Reiß, Dr. jur. Sal. Grüufeld und Cousorten in Wien den cvmpeteten Behörden zur Genehnlingung vorgelegt tverden. Wien. (Eine j ü d i s ch - c o n f e s s i o n e l l e Realschule.) Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaction! Mit Berufung auf den Paragraph 19 des mosaischen Gesetzes: „Schomana den achechäm" (5. Buch Moses I., 16) ersuche ich um worden. Sieben Schulverbänden, die sich bisher hierzu bereit erklärt haben, sind die erforderlichen Beihilfen vom 1. April 1900 ab bewilligt. In einer größeren Zahl von Bezirken schweben die Berhandluirgen noch. Soweit sie Erfolg haben sollte««, rverdeu auch in diesen Fälle«» die erforderlichen Beihilfen bereit gestellt «verden. Da iudesseu ein Zwang gegen die Schulvcrbände nicht geübt werden kam«, muss den einzelnen in Frage komrnenden leistungsschwachen Synagogengemeindeu in den noch nicht erledigten Fällen überlassen «verden, ihrerseits bei den Schulvorständen vorstellig zu tverden, dass sie freirvillig die Einrichtung jüdischen Religionsunterrichtes nach Maßgabe des Erlasses vom 13. Mai 1899 beschließen." Frankfnrt a. M. (A l m o s e n k a st e n der israelitischen G e in e i n d e.) Der Jahresbericht des Pflegamts des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde für 1899 lheilt mit, dass die Einnahmen und Ausgaben Mk. 77.589 gegen Mk. 80.210 in Vorjahre betrugen. Für Spenden an 511- Familien und alleinstehende Bedürftige wurden Mk. 59.305 verausgabt. Aus dem Georg Spryer'schen Extrareservefond wurden Mk. 4850 an verschämte Arme zur Vertheilung gebracht. Neuerdings hat der Stifter diesem Fonde zwei weitere Gaben von je Mk. 250n zuge- «veudlt. Das Pflegamt war auch im verflossenen Jahre bestrebt, allen Anforderungen thnnlichst nachzukommen; seine Aufmerksamkeit blieb im Interesse eines zuverlässigen Ueberblickes über die Berechtigung der Bittgesuche darauf gerichlet, mit anderen israelitischen Stiftungen, die verwandte Zwecke verfolgen, ferner mit dem städtischen Armenamt und dem Armenverein in enger Fühlung zu stehen. Schließlich stellt der Bericht ein Zurückgeheu der Eingänge und freiwilligen Spenden fest. Für das verstorbene Verwaltungsmitglied Gustav Dreyfuß trat Moriz Emden neu in die Verwaltunb. Ems. (Heilquelle.) Wie wir dem elften und zwölfte«« Bericht der „Emser Heilquelle (Majne hnje.-;chuoli), Unterstützungs- Verein für arme jüdische Curbedürfiige" entnehmen, erhielten im Sommer 1898 22, im Sommer 1899 18 Patienten zum Theil vollstündige Freicur, theils freie ärztliche Behandlung, Bäder u. s. w., größeren oder geringeren Beitrag zur Pension. Leider sind die Einnahmen im Vergleich zr« den früheren Jahren um die Hälfte zurückgegangen und dementsprechend mussten auch die Ausgaben, d. h. die Unterstützungen eingeschränkt werden. Wenn nun die «vahrhaft edlen Bestrebungen des Vereins nicht die Anerkennung gefunden, die sie verdienen, so liegt dies «vohl an dein Mangel eines eigenen Anstaltsgebäudes, das der Vorstand jetzt mit allem Eifer begründen «vill. Die Einnahmen betrugen 1501, resp. 1000 Mk., die Ausgaben 1393 resp. 1483 Mk., der Vermögensbestand 7332 Mk. Der Verein verdient die wärmste Unterstützung. London. (Mädchenschule in Ie r usa lem.) Fräulein Amrie L a n d a von hier, die seit einen« Jahre als Oberlehrern« an der Evelina de Rothschild Mädchenschule in Jer««salem functioniert, ist z««r Directriee derselben ernannt worden. Fräulein Landau ist eine Enkelin des in« Jahre 1887 in Klein-Nördlingen (Ba«)ern) verstorbenen Districtsrabbiners und bekannten Talmndgelehrten Mordechai Michael Kohn s. A. Sie bes««chtc 5 Jahre la««g (1884—1889) die israelitische Hirsch'sche Schule zu Frank b@fie' % N'°d'°r»-N P°.l°u.°n^s.„us. b-s°»d«s in O-s.-r-°ich, °rh°ff-n. orthodoxe Gesinnung vorzüglich geeignet, die Stell««ng als Leiterin der größten Mädchenschule Jerusalems zu bekleiden und es äußerte sich in der jüngsten Sitzung der Anglo Jervish Association Fräulein Olga d'Avigdor, dass sie sich bei ihrem Bes««che der heiligen Stadt von den guten Leistungen des Fräulein Landau in der Evelina de Rothschild-Schule persö««lich überzeugte, und dass der antisemitische Borw««rf, Judenthum u««d Capitalismus, Jndenthnm und nationale Geschlechtslosigkeit seien identische Begriffe, vollständig unbegründet ist. Das arbeitende jüdische Volk, «nöge es nun von seiner physischen oder geistigen Arbeit sein nur allzu oft mühseliges Dasein dahinfristen, bildet den Kern unseres Volksthums, gerade er ist der Träger des wiedererwachten natialen Gedankens der modernen und darum ««ational-socialen Idee. Gerade unser Proletaritat leidet unter den A«ts«vüchsen des Capitaliswtts mehr als irgendein Proletariat der Erde, m«d nichts ist charakteristischer als der Umstand, dass gerade jener Stamm, aus de«n die heftigsten Ankläger gegen das capitalistische System hervorgiengen, dass jene Nasse, der die radikalsten Gegner der heutigen Wirtschaftsordnung entsprungen sind, der so viele hervorrage««de Svcialisten und Socialpolitiker angehören, in ihrer Gesantmtheit für kranke, fan'le, «virtschaftliche Einrichtungen veranttvvrtlich gemacht «vird. Jawohl, unser Volk, dessen große Masse den Armen, Elenden und Enterbten der Gesellschaft angehört, es muss den Sündenbock abgeben für jenen Brnchtheil unserer Bourgeoisie, «velcher längst nicht mehr zu uns gehör«, weder nach seinem nationalen Denken, noch nach seinen« socialen Fühlen, «vcnn er a««ch zeittveise — socialdemokratisch schillert oder stimmt, „der antisemilischen Noth gehorchend, nicht seinem eigenen Triebe"- Also nicht die oberen Zehntausend, welche die Führung des Volkes für sich reclamieren und dasselbe in eine große Sackgasse geführt haben, sondern die großen Massen der politisch Rechtlosen und ökonomisch Geknechteten sind jener Facror, mit dem eine jüdische Bolkspolitik rechnen muss. Dieselbe kann, wie wir an anderer Stelle bereits einmal ansgesührt haben, ebensowenig eine Bo««rgeoisiepolitik, als eine einseitige Politik der claffenbeivussten Arbeiter sein. Eine jüdisch-sociale Wirtschaftspolitik «vird vielmehr die «virtschaftliche Organisation aller arbeiteirden Bemfsstände «rnseres Volkes stets im Auge behalten und thatkräftig fördern «nässen, nach Möglichkeit auf die vielleicht in einzelnen Gruppen divergierenden Interessen Rücksicht nehmen. Eine andere Wirtschaftspolitik ist eben im Nahmen eines Wirtschaftssystems, das nicht auf Harmonie, sondern auf der Disharmonie der J««tereffen aufgebaut ist, unmöglich. Aber so sehr «vir auf die «virtschaftliche Organisation «mserer Volksmassen das Schwergewicht legen, so sehr wir der Meinung huldigen, dass die «virtschastliche Emancipation die Grundlage der politischen Freiheit bildet, so sehr wir Anhänger der Selbsthilfe sind, so wertig «vir auch von dem „-»ajoiiuum vvu aujeujuiu W. itg «nt . ifi sKWe als enaliscbe Gelehrte Fräulein Land au aucli Auftlahme ««achfolgender Ber«chtig«mg m der nächsten Nummer ei{mU„ I Ä ä und frfnnS so halten wir trotz alledem von« Standpunkte einer jüdischen GegenwartsundRealpolitik auch eine politische Organisation für nothwendig, weil «vir von keiner einziger« der heute bestehenden Parteien etrvas für ulls hoffen und er«varten. * (21) Ihres geschätzten Blattes: In Nr. 20 des „Jüdischen Volksblatt" vo««« 18. v. M. heißt es aus Seite 2, 3. Spalte, ««nter der Spitzrnarke: „Eine jüdisch-eor«sessionelle Realschule" unter andere«««: „Herr Rabbiner S o r gieng von der Ansicht aus, «nan solle sich «nit dem Vorstande der Cult««sgemeinde ins Einvernehmen setzen, deren Unterstützung «nit Sicherheit zu erwarten sei. — Demgegenüber replicierten die Herren B u x b a u m re. in entschiede«« ablehnender Weise." Es ist un«vahr, dass ich in entschieden ablehnender Weise der Ansicht des Herrn Rabbiner S o r entgegencrat. Wahr ist viell««ehr, dass ich a««f die Ausführungen des Herrn Rabbiner S o r gar nicht reagierte. Wahr «st, dass ich Herrn Dr. Jung fragte, «varun« er sein Gymnasium in eine Realschule umrvandeln wolle. Wahr ist, dass ich dem Herrn S k u t e tz k« — der da meinte, es «verde an der nöthigen Schülerzahl mangeln — entgegnete, dass der Taünud- Thora-Verein darangehe, auch eine Bürgersch««le z«« eröffne««. Mit de««« Hinweise auf die Mahnung des Propheten (Zachar. VIII. 19), dass der Friede m«r dann gewahrt wird, «venn man die Wahrheit liebt, zeichnet einer geehrten Redaetion ergebener L. B u x b a u«««, Religionslehrer, II., Leopoldgaffe 20. Berlin. (I ü d i s ch e r R e l i g i o n s u n t e r r i ch t). Von der steten Fürsorge der Regierung für den jüdische : Religionsunterricht in Preußen legt a««ch der nachfolgeltde Erlass von« 14. v. M., den die „Jsr. Wochenschrift" veröffentlicht, ein beredtes Zengllis ab: „Durch die Vorschrift des Paragraphen 02 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden sind die jüdischer« Synagogengemeinden zwar verbunden, solche Einrichtuiigerk zu treffen, dass es keinem jüdischen Kinde während des schulpflichtigen Alters au dem erforderlichen Religionsunterrichte fehle. Ans dieser Vorschrift kann aber nicht gefolgert «verden, dass die Synagogengemeinden hinsichtlich dieses Religivnsnllterrichtes zu Schulgemeinden geworden sind, denen folgerichtig im Falle ihrer Leistnilgsnusähigkeit Staatsunterstützung nicht z«« versagen sein «vnrde. Nach der Begründ««ng der vvrerlvähnten Gesetzesvvrschrift soll dieselbe lediglich verhindern, dass jüdische Kinder überhaupt ohne allen Neligionsnnterricht auswachsen. Es ist zugleich aber unter Htntveis auf die rechtliche Stellung der jüdischen Religivnsgesellschaft zu dem Staate betont, dass die Einrichtung besonderer Religionsschulen von den Syllagogengemeilldet« «licht gefordert «verden könne, ihnen auch die Mittel, «velcher sie sich zur Ertheilung des nvthwendigen Religiol«sn«lterrichtes zu bedielten habe««, nicht vorgeschrieben «verden sollten. D««rch die in dem Rmtderlasse meines Herrn Amtsvorgängers vom 13. Mai 1899, Centralblatt Seite 552, getroffenen Anordttungen ist sonach den Anträgen leistungsschwacher Synagogengemeinden auf Erleichterung der ihnen durch die genannte Gesetzesvvrschrift mtferlegte» Pflicht svlveit Rechnung getrage««, als dies nach Lage der Gesetze m«d der Zlveckbestintlnmig des Fonds Capitel 34 des Staatshailshaltsetats angängig ist. In alle«« den Fällen, in welchen ««ach den Berichte«« der Regierungen die Borartssetznngen des Erlasses von« 13. Mai 1899 ztttreffe««, sind zufolge meiner Anordnung Verhandlungen mit den betreffenden Schulverbänden «vegen Einrichtung jüdischer« Religionsunterrichtes Kenntnis der arabischen Sprache besitze ««nd nun auch schwer arbeite, um sich in der hebräischen Sprache, in der sie ganz gute Vorkenntnisse besitze, zu vervollkomm««en. Jedoch über alles gehe die Ueberzeugung, die sie gewönne««, dass Miss Landau streng orthodox sei. — Der „Jewish Chronicle" berichtet, dasslder Präsident, Mr. Claude Montefiore Frl. Landau durch ihre Thätigkeit j an der hiesigen Westrninster-Freischule ke««nen lernte ««nd dass j er dieselbe in jeder Hinsicht als Leiter««« eines großen Jnstitirtes fstr geeignet erachte, und dass die weitere Ent«vickl««ng dieser wichtigen Anstalt vortheilhaft gedeihen müsse, nachdem nun so tüchtige Kraft für dieselbe ge«vonnen w««rde. Rhovns. (D i e I ««den a u f d e r I n s e l R h o d u s.) Eir« hochangesehener k. u. k. Marine-Arzt erzählte bei seiner Ankunft il« Pvla folgende interessante Episode über seinen Aufenthalt auf der Insel Rhodus: Es «var «vährend unserer letzten Fahrt durchs Mittelländische Meer, als wir vor Rhodus ankamen, um dieser Insel einen Besttch abzustatten. Die See war sehr betvegt, u««ser Kriegsschiff blieb «veit drauße««, denn an ein Landen «var «ücht zu denken. Da näherten sich einige junge beherzte Vorführer — es waren ausschließlich Juden — mit ihren Fahrzeugen, nahmen mich und einige Officiere in dieselben hinein, fuhren mit uns auf eine Sandbank ans, ein jeder nahm dann seinen Mann auf den Rücken und brachte ihn sicher aus Land. Einige Tage nachher, au einem Samstag, «vnrde mir die Ehre zutheil, unseren Coimnandanten in die Stadt begleiten zu dürfen. Wir karnen auch in das Judenviertel, das sich burcl) besondere Reinlichkeit «mb Nettigkeit anszeichnete. So «var's auch in den einzelnen jüdischen Wohnltngen, die «vir besuchten. Wir traten in die Synagoge. Kein Gerä««sch, keilte Bewegttng störte die Andacht. Der erste Vorsteher führte ««««s in die vorderste Sitzreihe. Als «vir am Schlüsse der Andacht das Gvttesha««s verließen, reichte mir unser Schiffscornutandant die Hand «nit den Worten: „Ich beglückwünsche Sie zu solchen Glaubensgenossen." Bukarest. (N e u e S ch «tj[ v e r o t dn««nge««). Die Regierung fährt fort, die jüdische!« schulen zu chicanieren. Ihre neueste Errungenschaft ist das Verbot, mehr als 3 Stunden in der Woche Hebräisch zu unterrichten ««nd die Vorschrift, bei diese««« Unterricht mit entblößtem Kopfe zu sitzen. Die orthodoxen sinfVimiiiaen neben Juoen sollen in ihrem Gewissen behindert werden, ihre Kinder in J ' die Schulen zu schicken, denn diese Kinder sollen am liebste«« keinerlei Unterricht erhalte««, bamtt ihre Unbildung der Regierung ittuner neuen Borrvano zu Beschränkungen gegen die Juden gebe. Attch gegen die de««tsche Sprache hat sich die Regierung ausgesprochen und das förmliche Verbot derselben steht bevor. Ein Gegenwarts-Programm iit nationaler und socialer Hinsicht kann der Realpolitiker in Oesterreich «veniger entbehren als anderswo, allerdings kein Programm, welches „einen Dogmencomplex" bildet, „der im Interesse der Partei nicht angetastet «verden darf," sondern ein Programm, das „die Darlegung einer aus längerer Erfahrung resultierenden Erkenntnis bedeutet". Ein solches Gegmlvarts-Programm in Umeme riffelt, besonders in socialer Hinsicht, steht auf der Tagesordnung des Parteitages „Jüdischer Handelsangestellten unb Arbeiter Oesterreichs". Sie ist der Be«veis, dass gerade das jüdische Proletariat, unbeschadet seiner idealen nationalen und socialen Endziele, eines Gegen«varts-Programmes nicht entbehren kam«. }\m Parteitag ji. Saildklsaagefleitter Au« 3. und 4. Juni findet in Wien der diesjährige Parteitag der j ü d i s ch e n H a n d e l s a n g e st e l l t e n u u b Arbeiter Oesterrei ch s statt, dessen Tagesordnung «vir an «««derer Stelle bekanntgeben. Wir heißen sie herzlich «villkommen, die arbeitenden Söhne eillgeleitet! unseres Volkes, welche durch ihre Existenz alle«,« belveisen, dass Die Aufgabe des Parteitages «vird es nun sein, ein so beschaffenes Programm zu beschließen, «velches der von dem Executiv-Comite ausgegebenen Parole der Selbsthilfe, der Devise der nationalsocialen Organisation, entspricht. Der Aufruf des „Executiv- Comites der jüdischen Ha«tdelsc«ngestettten mtb Arbeiter" betrachtet es auch als die Aufgabe des Parteitages, die „Initiative z««r Gesammtorganisation aller physisch «nid geistig Arbeitertden" zu geben. Wir begrüßen aufs freudigste diese Initiative unb «vollen mit Rath und That eine «virtschastliche Organisation des jüdischen Proletariates fördern, in der sicheren Erwartung, dass dieselbe den Interessen unserer Bolksgesammtheit entsprechen und nicht in den engen Rahme» eines Fraetions-Programmes eingez«vängt sein «vird. Wir ertvarten in der That n««r von einer solchen «virtschaftlichen Organisation das Heil ««nseres Volkes, in welche««« „jeder Ar b e its«vi llige, der es nt i t seinem Volke ehrlich m e i n t, sich a nschließe«« kan nund in b er jeder willkommen sei«« «vird". lieber den W e g zmn Endziele mag es verschiedene aber so lange nicht ein bestimmter Weg d««rch die gegebenen Verhältnisse als der einzig mögliche angesehen werden ka««n, so lange muss als die einzige Richtschnur der Satz gelten: „In necessariis unitas, in dubiis liberalitas, in örnnibus caritas“ (iu allen nothwendigen Dingen Einigkeit, in allen zweifelhaften Dingen Freiheit, in allen Dingen aber Liebe). In diesem Simie wünschen «vir dem Parteitage „Jüdischer Handelsailgestellten unb Arbeiter" zu seinen schwierigen Arbeite«« im Interesse unserer arbeitertden Volksgenossen einen günstigen Erfolg, und «vir sind überzeugt, dass, «v e n n er der oben a usgespr ochene n Devise treu bleibt, es ihm auch gelingen «vird, sein Ziel zu erreiche««, die Grundsteine zu einer national-socialen Organisation aller physisch unb geistig a«beitenden Juden Oesterreichs zu leger«. Dr. K. Vir i

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