Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1900)
- Issue
- 14 (6.4.1900)
- Date
- 1900-04-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4- Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 0. April 1900 Nr. 11 Gründung antisemitischer Vereine in den größeren Städten veranlasst zahlreiche jüdische Bewohner, das Land zn verlassen und in der Fremde eine Zuflucht zn suchen. Die Auswanderung hat bereits begonnen und richtete sich znm größten Theile nach der Türkei, woselbst den Juden von der Regierung Ansiedlungsplätze überlassen und keine sonstigen Schwierigkeiten bereitet werden. Erst jüngst hat die Regierung 30 israelitischen Familien in Burgas die Erlaubnis ertheilt, sich in der Türkei niederzulassen. Dieselben werden nach Jsmid in Kleinasien answandern. Andererseits werden nächstens 86 jüdische Familien aus Sofia und 36 Familien ans Baserdschik nach der Türkei kommen. Petersburg. (Die jüdische Bevölkerung.) Der „Statistischen Correspondenz" entnehmen wir nachstehende Angaben über die B e v v l k e rungsben egung i 11 R u s s> l a n d im Jahre 1894 : Es wurden Ehen geschlossen geboren starben bei den Griechisch-Orthodoxen 715.442 3,802.090 2,690.439 bei den Römisch-Katholischen 33.i*)(i2 160.983 104.852 bei den Protestanten 22.028 98.018 68 220 bei den Juden 27.328 117.493 63.761 bei den Muhammedanern 39.080 150.227 88.302 Sümmtliche Zahlen beziehen sich auf das europäische Russland, dessen Bevölkerung mit rund 90 Millionen angenommen ist, wovon dann die Juden 4 Perceut bilden sollen. Bei den Ehen sind unsere Glaubensgenossen mit 3'/., Perceut vertreten, bei den Geburten aber nur mit 2% Pereent, bei den Todesfällen sogar nur mit 2,25 Percent vertreten. Daraus erklärt sich, dass der Ueberschuss der Geburten über die Sterbefälle 4,1 Percent bildet, ihre Vermehrung also schneller vor sich geht, als bei irgendeiner anderen Confession. Dieselbe beträgt nach diesen amtlichen Ziffern, von denen man annehmen kann, dass sie eher zu niedrig, als zu hoch gegriffen sind, jährlich 53.732 Seelen, von denen freilich wohl die Hälfte als Verlust durch die Auswanderung abzuziehen ist. Sehr merkwürdig ist die geringe Geburtenziffer, da man immer glaubt, dass der Kinderreichthum bei den russischen Juden sehr groß sein müsse. Selbst wenn man annehmen wollte, dass sich eine große Anzahl von Geburten der amtlichen Feststellung entzieht, so trifft dies erstens bei der anderen Bevölkerung sicher im gleichen Maße zu, und dann würden 10.000 übersehene Geburtsfälle, also eine Ziffer, die wahrscheinlich sehr übertrieben ist, an dem allgemeinen Verhältnisse sehr wenig ändern. Noch ist zu betonen, dass die Ziffer der unehelichen Geburten, die bei den Griechisch-Orthodoxen 27 Percent beträgt, bei den Juden nur drei und ein drittel Percent ausmacht — ein glänzendes Zeugnis für die Sittenreinheit der russischen Juden, welche ihren Grund zweifellos in der Glaubenstreue hat. Petersburg. (Zur Geschichte der Juden in Russland.) Ueber „Juden und Kalmücken" sprach der St. Petersburger Rechtsanwalt I. H e i l p e r n in der letzten öffentlichen Versammlung des „Vereines zur Verbreitung von Bildung unter den Juden Russlands". Der Vortrag behandelte ein überaus interessantes Capitel aus der G e s ch i ch t e der s i b i r i s ch e n I u d e n im ersten Viertel des abgelaufenen Jahrhunderts. Ausgehend von den ersten jüdischen Ansidelungen in M o s k a u, die ins 16. Jahrhundert zurückgehen, kam der Vortragende auf das Decret des Czaren Älexei Michailowitsch (1645—1676) zu sprechen, welches die Verbannung aller im deutschen Viertel von Moskau wohnhaften Juden nach Sibirien anordnete. Der Grund dieser kaiserlichen Verordnung lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Dass dieselbe aber durchgeführt worden ist, geht daraus hervor, dass dem betreffenden kaiserlichen Handschreiben, welches im Archive des Justizministeriums in Moskau aufbewahrt wird, eine Meldung der sibirischen Ortsvorstände beigefügt ist, die von der erfolgten Ankunft der verbannten Juden Kunde gibt. Demzufolge ist der Vortrageiwe der Ansicht, dass die erste Ansiedlung der Juden in Sibirien vom ersten Viertel des 17. Jahrhunderts datiert. Den sibirischen Juden gieng es viel besser als ihren Brüdern im europäischen Russland, und sie waren, wie der Vortragende nachwies, politisch den anderen Bewohnern des Landes gleichgestellt. Indes litten sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter einem Uebelstande ganz eigener Art. Es machte sich um diese Zeit ein M a n g e l an — Frauen unter ihnen bemerkbar. Im Laufe der Jahre hatte sich nämlich ein auf die Dauer unhaltbares Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern herausgebildet, dergestalt, dass die Zahl der Männer die der Frauen um ein Vielfaches überstieg. Die sibirischen Juden versuchten daher zu wieoerholtenmalen, Juden aus arideren Theilen des russischen Reiches zur Uebersiedlung nach Sibirien zu bewegen, doch schlugen diese Bemühungen jedesmal fehl. In dieser kritischen Lage wandten sich die Inden der Stadt K a i n s k (Gouv. Tomsk) an ihren Gouverneur mit der Bitte, dieser möge ihnen bei der Negierung die Erlaubnis elwirken, gleich den anderen Bewohnern von Sibirien „k a l m ü ck i s ch e Frauen heidnischer Religion gegen Landesprodncte einzutauschen oder für Geld käuflich an 'sich zu bringen, sie zur hebräischen Religion zu bekehren und sodann als Ehefrauen h e i m z u f ü h r e u". In ihrer Bittschrift legten die Kainsker Juden ausführlich die unleidlichen Umstände dar, die sie bewogen hatten, eine so absonderliche Bitte zu stellen. Der Gouverneur von Tomsk leitete das Gesuch mit einem warmen Fürworte an die sibirische Section, und diese beschloss denn auch mit 10 Stimmen gegen 5, dem Ansuchen der Juden Folge zu geben. Allein die Minorität der Section wusste es durchzusetzeu, dass diese Entscheidung deni Czar Alexander l. zur Ueberprüfnng unterbreitet ward. Die Entscheidung des Czaren siel für die Bittsteller ivider alles Erwarten äußerst günstig aus, indem Alexander 1. in einem Ukas vom 12. April 1817 nicht nur den Kanister Juden, sondern „allen Hebräern der Provinz Sibirien" gestattete, „ kalniückische Äclavinnen, die aus dem Auslände gebracht iverden und keiner christlichen Confession angehören, zum Judeuthum zu. bekehren und sie hernach zu ehelichen". Um die zahlreichen Gegner dieser kaiserlichen Verordnung einigermaßen zu beschwichtigen, traf der Czar Alexander I. die Verfügung, dass der genannte Ukas nicht öffentlich im ganzen Reiche verlautbart und auch nicht dem Gesetzescodex einverleibt werde. — Es ist schade, dass über die Folgen des Ukas nichts bekannt geworden ist. Dieser selbst wurde erst vor kurzem im Regierungsarchiv zn St. Petersburg aufgefunden. Nttkilis- und DkrsWMlnngsbkNlhtk. (Seder-Abende in Wien.) Der „Jüdische Bolksv e r e i n" veranstaltet für junge Leute und Studierende einen Seder-Abend, an dem Mittellose unentgeltlich theilnehmen können. Anmeldungen werden bis Donnerstag den 12. April mittags im Secretariat des Jüdischen Volksvereines, II., Haasgasse 8 (Untere Augartenstraße 19) entgegengenommen. - Auch die Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau" des „Zion" veranstaltet in ihrem Vereinslocale (Löbls Terrassensaal, VI., Schmalzhofgasse 10) Freitag den in. April 1900, 8'/. Uhr abends, einen großen S e d e r-A b e n d, nur auch jenen Personen, die des Familienanschlusses entbehren, es zu ermöglichen, dieses schöne jüdische Nationalfest zu feiern. Anmeldungen werden nach Maßgabe des Raumes und nur dann berücksichtigt, wenn sie bis spätestens Mittwoch den 11. April abends unter gleichzeitiger Erlegung des auf das Couvert entfallenden Betrages erfolgen. (Couvert' exclusive Getränke für Erwachsene 2 Kr., für Kinder 1 Kr.) Mitglieder haben ihr Vorzugsrecht bis Dienstag abends zu wahren. Alle Theilnehmer haben im Festkleide zu erscheinen. (Jüdischer Volksverein.) Vor Beginn des letzten Vortragsabends erklärte der Präsident Herr E l t b o g e n, dass die im vorigen Discussionsabend besprochene Intervention bezüglich der Abänderung der 8§ 59—00 der G.-O. bereits erfolgt ist, jedoch vorläufig noch kein zur Besprechung geeignetes Resultat erzielt wurde; jedenfalls behält der Verein diese Angelegenheit im Auge. Die in dem vorigen Discussionsabende gestellte Interpellation betreffs des Mazzes-Cartells beantwortet der Vorsitzende dahin, dass nach den gepflogenen Erhebungen ein eigentliches Cartell zur Preis st e i g e r u n g nicht besteht. Hierauf begann Herr Doctor Weisengrün seinen Vortrag. Auf Grund sehr eingehender Studien an der Hand sehr zahlreicher statistischer und geschichtlicher Daten wies Redner nach, dass es bloß eine conventionelle Unwahrheit sei, wenn man behauptet, dass früher, bevor der große maschinelle Betrieb existiert hat, es dem Handwerkerstande besser gegangen sei; das Entgegengesetzte sei richtiger, das beweise die Zahl der Meister von früher und jetzt, die, in proportionales Verhältnis zur Zunahme der Bevölkerung gebracht, für die Gegenwart eine entschieden günstigere Ziffer aufweist. Es ist daher auch nicht richtig, dass die Großindustrie oder der Maschinenbetrieb den Handwerkerstand vernichtet haben. Wohl sind einzelne Betriebe durch die Maschinen zugrunde gegangen, dafür sind aber neue erstanden, und dieser Process dürfte sich immer wiederholen. Ein völliges Zugrundegehen des Handwerkerstandes und somit des Mittelstandes sei zumindest in absehbarer Zeit nicht gut denkbar. Redner sprach auch über die Differenzierung des Handwerkerstandes am Lande und in der Stadt. Auch über das Kunstgewerbe sprach er in sehr instructiver Weise, und kam schließlich zum Endresultate, dass alle bisher zur Verbesserung der Lage des Handwerkerstandes ergriffenen und versprochenen Heilmittel nichts genützt haben; weder der Befähigungsnachweis, noch die Zwangsgenossenschaften, noch wie sie sonst heißen mögen. Als einziges, wirklich wirksames Mittel nannte Redner nur eine stramme, politische und wirtschaftliche Organisation des gesummten Mittelstandes. Nach reichlichem, sehr lebhaftem Beifalle meldete sich Tischlermeister A u s p i tz zum Worte und führte aus, dass ein großer Theil der Schuld an dem Niedergange des Handwerkerstandes in der mangelhaften Ausbildung der jüdischen Lehrlinge liege. Der Bursche wird bei antisemitischen Meistern geplagt, misshandelt und bloß zum Hausknechte, aber nicht zuin Handwerker ausgebildet. Der „Jüdische Volksverein" cnöge seinen Einfluss dahin anwenden, dass dieser Unfug abgestellt wird, und dass in Hinkunft jüdische Lehrlinge jüdischen Meistern überwiesen werden. (Beifall.) Nachdem niemand mehr zum Worte gemeldet ist, schließt der Vorsitzende die Versammlung. (Jüdischer Volksvereiu.) Anlässlich der Osterfeiertage findet in dieser und der nächsten Woche kein Diseussions-Abend statt. Wir werden den nächsten Diseussions-Abend unseren p. t. Mitgliedern und werten Güsten rechtzeitig bekannt geben. (Ehrung.) Am 28. März wurde dem Herrn Jacob Weiß (in Firma Kohn & Weiß) als Begründer und derzeitiger Obmann des jüngst gegründeten Bethausvereines „M o n t e f i o r e", II., Taborstraße 38, eine prachtvolle Dankadresse von den drei Vereinen: Krankenunterstützungs-, Witwen- und Waisen-, und Bethausverein „Montefivre" feierlichst überreicht. Es erschienen, da der Herr Josef Po llak, Präses des Krankenvereines, verhindert war, unter Führung des Herrn Edmund H o f f m a n n, Obmann des Witwen- und Waisenvereines, die Herren Vorstandsmitglieder Emanuel Taub und Elias Weiß als Vertreter des Krankenvereines, Herr I. A. Masse rvogel als Vertreter des Witwenvereines, Herr Dr. Leopold B r'a d y und Adolf F l e i s ch m a n n in Vertretung des Bethausvereines, und Herr Nathan Königsberger und Herr Wilhelm Ko h n in Vertretung der Bethausverwaltung. Herr Dr. B rady hob die großen Verdienste hervor, die Herr Jacob Weiß auf dem Gebiete der Humanität, insbesouders bei der Gründung und Errichtung des Bethauses, erworben hatte, und gab der angenehmen Erwartung Ausdruck, dass er dieses junge Unternehmen auch künftighin unterstützen werde. Herr Edmund Hoff nr a n n dankte im Namen der Witwen und Waisen, die durch die reichliche Unterstützung des Gefeierten sehr oft bedacht werden können. — Herr I. W e i ß dankte für die ihm erwiesenen Ehren, die ihn besonders freuen, da seine bescheidenen Leistungen nie solche verdienen. Er wird aber, vereint mit allen Vorstandsmitgliedern, immer gerne bereit sein, seine schwachen Kräfte nnd Mittel dein Wohle der drei Vereine zu widmen. Auch seine Familie sei höchlichst erfreut über die seltene Auszeichnung von Seiten des Vereines. t'> Wien. (Eine religiöse C o n f e r e n z) findet an» Montag den 9. d. M. um 7'/, Uhr abends im großen Saale des „Gold. Widder" (II., Taborstraße 30) auf Grund von 8 2 des Versammlungsgesetzes statt. Prediger Grün fungiert dabei als Dolmetsch des persischen Arztes R. Elia Cohen und habeil nur geladene Herren Zutritt. ■—n. Wien. (A llgemein erKran ken- Nnterstütz u n gsverein „N äch stenlieb e".) Dieser Verein, der seit 31 Jahren eine segensreiche Thätigkeit entfaltet, hielt kürzlich in R osners Saallocalitäten in der Praterstraße seine Generalversammlung ab. Der Rechenschaftsbericht, wurde mit großem Beifalle ausgenommen und der Vereinsleitung für ihr ersprießliches Wirken auf huinanitärem Gebiete Dank mld Anerkennung ausgesprochen. In den Vorstand lvurdell gewählt die Herren: Philipp Weiner, Obmann; Dr. Leopold Weiß, Obmannstellvertreter; Hermann A scher, Schriftführer und Eduard R u d i n g e r, kassier. Proßnitz. (V e r s a m m l u n g.) An, 29. v. M. ließ Herr W e ch s b e r g als Referent den Zionisten-Vereiu einberufen, wobei er die Frage anfstellte, was die Ursache sein mag, dass gerade in unserer Gemeinde, wo der Wohlstand, die Aufklärung und Wohlthätigkeitssinn seit lange her ihren Wohnsitz aufgeschlagen haben, sich die Mitgliederzahl der Zionisten eher vermindere, als vermehre. Daraufhin antwortete Herr Lösegeld ungefähr Folgendes: Das Judenthum sei bekanntlich in zwei Lager getheilt, in Orthodoxe und Fortschrittler. Erster« können sich durchaus nicht mit den Principien des Zionismus befassen, weil sie gegen die Tradition sind, dass zur bevorstehenden Rückkehr nach Zion vorerst der Prophet Elijah» erscheinen und die voll ständige Vereinigung des Gesanuntjudenthums lviederherstellen muss. Die Fortschrittler wiederum, obwohl sie alle des Antisemitismus großen Druck fühlen, halten sich in dem Punkte zu lveit vom Ziele, und denken mehr an ihre nationale Lage und an jene der Brüder in Galizien, Russland und Rumänien. Es sei daher viel zweckmäßiger, sich insgesammt dem „I ü d i s ch e n V o l k s v e r e i n e" anznschließen, der alle Bestrebungen zur Verbesserung unserer Lage in sich fasst. Es wurde beschlossen, bald eine General-Versammlung zur Besprechung dieses so wichtigen Gegenstandes einzuberufen. Spende. Ein ungenannter Glaubensgenosse in Plibram sendet uns für die armen Boryslawer Brüder 30 .Kronen. Wir haben den Betrag sofort Herrn Rabbiner Lu st mann zur Vertheilung überinittelt. «rwrrftnrnrnnT rmimrrr T"mim>ini um bnirifriTniiamrMfiiiTTr'iTi»»——iwm ivmrrim n ... _i n_ ijij jmmlw Gllmdknslmi-kr! DMsgtiMril! Der Anfang des neuen Jahrhunderts sieht Oesterreich in einem beispiellosen Chaos von endlosen Wirrnissen verstrickt. Heftiger denn je tobt der Kampf der Nationen und Parteien durch die Länder und entfesselt rücksichtslos die geheimsten, wildesten Instinkte der Massen. Nur in einem Punkte sind alle Parteien und Stationen einig: Im brutalen Kampfe gegen die Jude u. Von allen Seiten verlassen, gesellschaftlich geächtet, wirtschaftlich boykottiert, politisch rechtlos, bleibt uns Juden nur e i n Weg übrig : D e r W e g d e r S e l b st- Hilfe. Diese einzig mögliche Bahn hat der „I ü d i s ch e B o l k s v e r e i n" betreten. Der „Jüdische Volksverein" hat während der kurzen Zeit seines Bestandes durch seine erfolgreiche Thätigkeit bewiesen, dass seine auf jüdisch-volklicher Basis beruhenden Tendenzen die einzige Möglichkeit bieten, unsere Gegner mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Der „Jüdische Volksverein" erstrebt vor allem die Organisation berauben Oesterreichs auf demokratischer, volklicher Basis nach dem Muster der anderen in Oesterreich lebenden und wirkenden Nationen und Parteien. Nur diese Organisation kann uns Juden in die Lage versetzen, uns einerseits nach außen hin politisch unserer Gegner kräftig zu erwehren, andererseits nach innen hin die wirtschaftlichen und culturellen Schäden wettzumachen, die uns Assimilation und Antisenlitismus zugefügt. Um dieses Ziel zu erreichen, fordert der Ausschuss des „Jüdischen Volksvereins" alle Juden ohne Unterschied des Standes, die noch ein Herz für ihr Volk und ihre Religion haben, auf, dem Vereine beizutreten. Der „Jüdische Volksverein" soll die Central-Organisation der österreichischen Judenschaft werden, deren Vertretung dann gehört und auch beachtet werden wird. Der Ausschuss des „Indischen BoLlsverein". imaniiaManawMBaannmiMiraaMMMaauanaBUciiM iaiwMMn«mMnMBBaiBBMaaaanc9UflUEraanafni Kleine Erzählung rc. Sie erzählen ja eine wahre Geschichte. So verdienstlich das ist, wir können die Geschichte doch nicht bringen, weil die Genesis der Geschichte nichts Neues enthält. Der Gedanke ist gut, aber es genügt nicht, dass ein guter Gedanke ausgesprochen wird, um einen Zeitungsartikel daraus zu machen. Wir meinen, es fehlt Ihrem Artikel an Inhalt, so inhaltsschwer auch der Gedanke ist. Wir bitten, uns etwas anderes zu senden; wir denken schon, dass Sie ein Mitarbeiter unseres Blattes werden könnten, wenn es auch diesmal leider nichts war. Besten Dank nnd Gruß. Wünschen Sie Ihr Manuskript zurück? D . d in L. Sollen wir Ihren Namen unter dem Afsatze stehen lassen, falls der Artikel kouunt, was allerdings heute noch nicht feststeht. Es ist doch manches Bedenkliche drin! Bitten um Antwort. Besten Gruß. Stauiölau. Besten Dank und Gruß. Erscheint demnächst. F., Halicz. Die Skizze ist leider nicht druckreif. Die gewünschten Nummern sind an Sie abgegangen. S. H., Krakau. Das Manuscript ist an Sie znrückgegangen. Das ist schon ein Entgegenkomnlen, da für gewöhnlich Manuscripte nicht zurückgesandt werden, was auch mit Kopfe unseres Blattes vermerkt ist. Fragen Sie frdl. bei der Post nach; wir können Nachweisen, dass das Manuscript abgesandt wurde. Therese S., Prag. So leid es uns thut, wir können die Arbeit nicht verwenden/ weil sie nicht druckreif ist. Sie enthält einen sehr hübschen Gedanken, der ist aber nicht ausgeführt. Vielleicht gelingt es Ihnen nächstens besser. Sie bleiben aber hoffentlich darum Freundin unseres Blattes. Wünschen Sie das Manuscript zurück, so bitten ivir um Einsendung der Marken. Pribram. Besten Dank. Der Betrag ist sofort abgesandt worden. I. P., Lemberg. Die Anregung entstammt einer Bekanntschaft der Redaction. Sie müssen demnach Ihre Wünsche uns bekanntgeben, und wir werden sie dem Herrn übermitteln. Lesen Sie übrigens den heutigen Aufsatz. S. Rubin, Prag. Jtzr Abonnement ist bis 15. October d. I. beglichen. „Haeschkol" ist hebräisch. Es ist traurig, dass die jüdischen Buchhändler in den Blättern nicht annoncieren, wie es die deutschen thun. Wir werden diesbezügliche Schritte thnn und Ihnen dann dienen können. Ein Emigrant auö Boryölaw. Wir nehmen von anonymen Zuschriften pricipiell keine Notiz, geschweige denn bei so ivichtigen Dingen. Wenn Sie Vorwürfe solcher Art erheben wollen, müssen Sie uns doch Ihren Namen nennen; dass dieser Redactionsgeheimnis bleibt, ist selbstverständlich. Wir erwarten übrigens, dass uns unser erster Berichterstatter über den Fall Bvryslaw eine weitere Aufklärung gibt. Jude 33. Wird in der Osternummer erscheinen. Besten Dank.