Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1900-01-12 · 2 (12.1.1900) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1900)
Issue
2 (12.1.1900)
Date
1900-01-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2432763-2432811-2432813--0405-2434006
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 1 Wirn. Vieit.i'r ■Jüdisches Volksbiatt I2. .Jänner 1900 Nr. i ia, bnKdir dentschuutiviiale Partei tum unfcreit Fabrikanten materiell stark unterstützt um'!'. Präsident der diesigen Handels ka:nme'- ist nun ein Jude namens N e n >n o n n. Dieser Herr 'It t h nt n it n bat nun vor kurzer Zeit eine Rede geredet, die nur so vom Dentichthauu tross. Vielleicht, sogar wahr scheinlich, ist unter dem Gielde, mit dein die dentschnationale Partei unterftünt wird, auch s e i u Geld. Bei uns ist eben alles möglich. Weinberg. e IN e i u d e b all.' Das Oberbauvt und der Führer unserer Grvßgemcindc, Herr Dr. E. B Y k. der jüngst aus Anlass des neueröffneten Gemeindehauses seine bekannte, der Ässimilatiousidee gewidmete Rede von Stapel Heß und in lvgi'ch eousegueuter Folge den Stab über den mit verjüngter Mvaft euworstrebenden diationcalisinns brechen musste, g-.eug nun einen Schritt nach vorwärts. Derselbe, auch e i et) s v a tb e > A b g e ordnet e r der Stadt B r o d y, verfiel aus den samosen Gedanken, dem Häuslein seiner Schafe, das seines ökonomischen Standes wegen stets in monotoner und gedrückter Stiiuninng lebt, auch einmal einige heitere Stunden bereiten zu '.vollen. Er liest also, dem Zwecke augewusst, v o l u i s ch e Einladungskarten mit Z i o usz e i ch e n tu Wien auiertigeu, mittelst deren er die jüdische Gemeinde auf den Samstag-Ausgang '2 zu einer heiteren ::sj’ala\Yr-)n;i.ik<‘ tu den Gemeinde-Prachtsälen beschied. s)tnn wallen böse Kritiker nachwei'eu, derselbe Samstag fiele auf den «i. Zauner, den Dreikönigs - Festtag, Strengere dagegen '.vollen den Zeitpunkt mit dem Weihnachtsabende nach griechischkatholischem Ritus in Beivandtnis bringen t alle negieren aber entschieden die Behauptung von einem inelnavo-imdße-Feste, vielmehr erklären sie offen, die Einladnngen hätten durchaus den Charakter eines offieiellen GenkeindeballeS getragen. Es sei .tun dem, '.vie immer, die Einsadnngen ergiengen ans nabeuiegenden Gründen an die „oberen Zehntausend", zumal diese in wahlbewegten Zeiten nach der Geige des Einladers zu '.'.uzen pflegten. Die mir zwanzig Kronen und darunter Besteuerten jedoch, die das Tanzen längst verlernt haben, wurden ruhig übergangen, dem Grundsätze huldigend: dass die „Armen mit Wasser kochen und zuhause im Finstern schlafen". Trotz alledem konnte der Ball »nr einen spärlichen Zuspruch aufweisen, und die Eingänge, die einem wohlthätigen Zwecke galten, Ellen kaum die Kosten gedeckt haben, X. Y. nicht anssprechen nur durch jüdisches Geld und nur dank den jüdischer) Handwerkern und Kaufleuten, die trotz aller Chicaueu und Ausnahmegesetze wacker forkwirkten, einenl entscheidenden Zusammenbruch entgieng. Hascal al Vadanei ist ein jüdischer Reservist aus dem Weiler Hndova, welcher zur Landgemeinde Cotuari im Jassyer Distriete zählt. Nachdem Hascal seine Militärzeit absolviert hatte, ließ er sich in seinein Geburtsorte nieder. Daselbst kämpfte er bitter ums Dasein und lebte von heut' ans morgen von dem Ertrage einer kleinen Gemischtwarenhandlung. Er hatte eine große Fainilie, bestehend aus Frall, Matter und drei Schwester» zu ernähren. Infolge der Verfügung des Ministerpräsidenten Cantacuzino wuade er aufgefordert, das Dorf zu verlassen. Wäbrend des ihm gestellten Termines st i r b t aber eine seiner S ch w e st ent im Alte r v 0 n Jahren. Er überführt schmerzbewegt die Leiche nach dein itächstgelegenen jüdischen Friedhof in Tirgul Frilttlos. Der G e nl e i n d e v 0 r st e h e r a b e r, e i n gewisser Cali nr a n, benützt feine 2t bwes e n h ei t und lässt durch einige Ge m e i ud ed i e u e r die w i n z i g e H a b e d e s I u d e u v e rladen. Die Familie t r e i b t e r a >l s d e nr H a u s e und g e st a t t e t n i ch t einmal der F r a u, weiche im W 0 chenbett e l a g. so lange i m H a u | e v erblei b e n z u d ü r f e u, bis sie he rgestellt sein würde. Das arme Weib wurde sammt dem acht Tage alten Kinde aus die Landstcaße geworfen und wäre gewiss erfroren, wenn nicht die Bauern — zu ihrer Ehre muss man's besonders betonen — humaner gedacht hätten als die Behörde und sich des armen Weibes angenommen hätten, indem sie ihm Obdach gewährten. So verfährt man im zwanzigsten Jahrhundert mitten in Europa mit einer ganzen Bevölkerung. Dagegen protestieren ist unnöthig, die Thatsachen selbst schreien zum Himmel. Allerdings muss zugegeben iverdeu, dass dies alles nicht geschehen könnte, wenn die rumänischen Juden, welche eine wirkliche Macht im Lande darstellen, sich organisiere)) würden, um diese Macht planmäßig und zu ihrem Bortheile zu handhaben. Das rumänische Juden-Naradies. Vor einigen Jahren hat ein jetzt verstorbener konservativer Staatsmann Rumäniens behauptet, dass dieses Land eigentlich das Paradies der Juden ist. Die konservative Partei war denn auch bemüht, diese Behauptung zu bekräftigen, so oft sie die Gelege))heit hatte, z,n regieren. Dies ist auch derzeit der Fall. Herr G. Cantacuzino, welcher seine Abstammung direct von den Herrschern Bizanz's ableitet, spielt jetzt die Rolle eines rumänischen Ministerpräsidenten und seine größte und wahrscheinlich einzige Regierungsthat war es, den Spruch von dem Judenparadiese, neuerdings zu illustrieren. Ganz entgegen den rumänischen Gesetzen, welche, wie schon des öfteren hier ausgeführt wurde, zwar den Juden verbieten, aus dem Lande Spirituosen auszu- ''chenken und Grund und Boden anzukaufen, nicht aber dortselbst zu wohnen und sonstige Geschäfte zu betreiben, — verfügte Herr Cantacuzino, dass sämmtliche in den Dörfern wohnhaften Jude)) ausgetriebe)) werden sollen. Diese Verfügung darf nicht einmal den Anspruch aus Originalität erheben. Denn schon andere Antisemiten, welche Herrn Cantacuzino imAmte vorangiengen, habengleicheMaßregeln getroffen. Rur zeichnet sich die Heldenthat des jetzigen Ministerpräsidenten dadurch besonders aus, dass sie zu einer Zeit vollbracht wurde, in welcher die Bevölkerung ohnedies unter dem Drucke der finanziellen und ökonomischen Krisis ungemein zu leiden hat. Dabei ist noch in Betracht zu ziehen, dass vor einigen Jahren den jüdischen Reservisten gestattet wurde, in denjenigen Dörfern zu wohnen, wo sie geboren oder assentiert wurden. Die netteste Verfügung richtet sich aber auch gegen diese Leute, welche ihr klägliches Dasein unter den elendesten Bedingungen fristen. Den civilisierten Menschen wird es gewiss wunderbar scheinen, dass in Europa ein angeblich civilisierter Staat existiert, in welchem eine Menschenkategorie erst der Erlaubnis bedarf, um auf dem Flecken Erde leben zu können, auf welchem sie geboren wurde. —- diesen gereiche es zum Tröste, dass die rumänischen Politiker ganz im Ernste glauben, Rumänien sei das Belgien des Orients und habe die Mission, den anderen Balkanstaaten als Träger moderner Cultur voranzuichreiten. Also - uni bei der Sache zu bleiben — Herr Cantacuzino befahl, die in den Landgemeinden wohnenden Juden aus denselben zu vertreiben. Die Gemeindevorsteher und Subpräfecten ließen sich dies nicht zweimal »agen, — umsomehr, als sie dabei ein gutes Geschäft witterten. Um nämlich den Verfolgungen zu entgehen, Üaffcn sich's viele Juden gerne etwas kosten, und da über üe ewig das Damoklesschwert der Vertreibung hängt, 'werden sie zu einer ständigen Einnahmequelle der in Betracht kommenden Beamten. Wer aber nicht in der Lage ist, zu bestechen, wird erbarmungslos fortgejagt, und der Vollzug der Ministerialverfügung lässt, was Roheit des Vorgehens und barbarische Behandlung anbetrifft, nichts zu wünschen übrig. Von den vielen Fällen, welche uns in letzter Zeit gemeldet wurden, wollen wir nur einen heroorheben, der wirklich beweist, was für ein Judenpacadies dasselbe Rumänien ist, welches zur Zeit — warum sollte man es Berlin. (D i e erste D 0 c. 10 r i ti i u De u t s ch - l a it d.) Die erste Frau, welche zur Ausübung der ärztliche» Praxis in Deutschland zngelassen wurde, ist Fräulein Hacker, ein jüdisches Mädchen. Zwei Jahre lang hatte sie zu kämpfen um ihr gutes Recht, und nur ihrer echt jüdischen Geduld utib Allsdauer hat sie es zu verdanken, dass es ihr endlich gelang, alle Hindernisse zu überwinden und zum Practicieren zngelassen 511 werden. ,r Dresden. (D a s d r i t t e I a h r h tt!l d e r t e r l e b t.j Die älteste Frau in unserer Stadt ist die Witwe A b r ca h a msohn. Sie ist gegenwärtig lOi Jahre alt. Ende des achczehnten Jahrhunderts geboren, durchlebte sie das ganze neunzehnte Jahrhundert und steht jetzt im zwanzigsten. Bor dem 1. Jänner wurde sie gefährlich krank, der Knust der Aerzte und ihrer gesunden Natur hat sie cs zu danken, dass sie hergestellt wurde und zum zweitrnmale die Jahrhundertwende erlebt hat. Kemperr (Spende.) Der am ls. März 16!)9 verstorbene Herr Moritz L. Schaps, ein Bruder des Herrn Louis Schaps in Breslau, hatte der hiesigen jüdischen Gemeinde 20.0CH) Mark testamentarisch vermacht. Dieses Legat hat jüngst die landesfurstliche Genehmigung erhalten. Paris. (Ein jüdisches Ghetto auf Der Pariser W e l t a u s st e l l n n g.) Die Pariser antisemitische Zeitung „Libre Parole" ist entzückt von dem Projecte eines gewissen Antisemiten, das er der Ansstellungscommission unterbreitete und dahin lautet, ans dem Ausstellungsvlatze jüdische Ghettos aus dem Mittelalter zur Aufstellung zu bringen. Selbe sollen aus allen Gegenden der Welt errichtet nuD Juden und Jüdinnen in ihren verschiedenen charakteristischen Trachten und Sitten beherbergen. Für die Besucher der Ausstellung, meint der Projectant, würde diese Darstellung eine außeroroentlicbe Anziehung ausnben, da sie Gelegenheit hätten, die ausgestellten Abkömmlinge Jacobs in ihrem Handel und Wandel zu beobachten und sie wie wilde Thiere anznstauneii. — Drnmonts Freude hat, wie es scheint, keinen rechten Untergrund. Armer Drnmont! Lottdou. (Eine E h a l u k a - B e r s a m m l u n g.) In der Nacht von Samstag auf Sonntag voriger Woche fand eine Bersammluug statt, welche die Vorsteher der „Rabbi Mrierbal-Ness-Sammelbüchsen" einberufen hatten. Sie war sehr schwach besucht. Herr R a sa low icz ans Jerusalem hielt eine Rede, in welcher er ansführte, dass vor 2 Wochen, als eine Versammlung für die Kämpfer unseres zweiten Vaterlandes einbernfen worden war, diese sehr stack besucht wurde, wobei auch sehr viel Geld gesammelt worden ist — jetzt, wo eS sich um die Armen unseres ersten Vaterlandes handelt, ist der Saal fast leer. „In Jerusalem sind viele, die arbeiten möchten," meinte er, „aber es ist keine Arbeit zu vwgebrn. Es ivaudern daher viele aus Jerusalem ans. In London allein sind ihrer mehr als 50 Familien." Die Rede machte großen Eindruck. (Der Fund einer jüdischen A n t iq n i t ä t.) Bnm Graben wegen eines aufzusüyreaden Nenbanes stieß man auf eine Mauer, über welche man zu einer Kapelle gelangte, die eigens zu Juventauseu errichtet gemesen war. Jassy. (Eine s ch r e ck l i ch e B e r f v l g u 11 g.) In der Commune Katnari, Kotune Hadcy, Bezirk Jassy. wohnte der Reservist Jechrskiel Awadany, der dort geboren, ausgewachsen und auch dort reccutiert worden ist. Nach Ableistung seiner Militärpfücht erüsfaete er eine Gemischtivareuhanslung und führte pünktlich immer seine Steuer ab. Am 1. December starb seine Schwester. Als man im Begriffe war, die Verstorbene nach Tyrgul, wo sich ein jüdischer Friedhof befindet, zu führen, verbot dies der inzwischen tit Begleitung von Gendarmen erschienene Bürgermeister, und erst nach vielem Jammern und Bitten gllairg es, die Erlaubnis hierzu zu erhalten. Kaum aber war der Wagen mit der Verstorbenen und den Leidtragenden tveggefahren, tarn ein Wagen mit Magistrats beamten vor Aw.adcmys Wohnung angcfahren, und diese ließen Thnren und Fenster ausheben.Die Stellagen )v trbeit zerbrochen und die Waren ani die Gasse des Dorfes geworfen. Zuletzt wurde das Bett, worin sich die Frau Awadany, die eben entbunden hatte, mit ihrem einige Tage alten Kinde befand, heransgetcagen und ans der Gasse, dem Frostwetter ansgesetzt, niedergestellt. Erst narb geraumer Weise langte» Wagm au, aus deuen malt die Sache» anflud. Bei dem ganzen Acte war der Sabpräfert zugegen, der sei» Missfallen dahin äußerte, rvarnm mau dies erst heute thue und nicht schon vor mehreren Tagen, als ec dies allbefahl. Die Sachen wurden hierauf dem Notar zugesührt und daselbst abgeworfen. Der Jammer der sieben Unglücklichen war herzbrechend; auch der Schaden war sehr groß. Madrid. (Juden in Spanien.) Der „Courier Espanol" bringt die seltene Nachricht, dass in der Stadt . .. . in Spanien sich unlängst 60 jüdische Familien niedergelassen haben. S'.e treiben Kleinhandel und werden von den Bürgern gern gesehen und gut behandelt. jüdischen Organisationen. Jüdischer Bolksverei». (Die nationale Politik der Inden.) lieber dieses Thema hielt der Indische Volksverein Mlttwoch den 1<>. 0. M. einen Discnssionsabend ab. Herr Dr. Kadisch wies als Referent darauf hin. dass mit dem Begriffe des Nationalismus und mir dem des nationalen Gefühles von den bestehenden politischen Parteien ein ungeheurer M-ssbranch getrieben werde. Der nroderne berechtigte Nacionalisinns gipfelt nicht in der systematischen Hetze gegen andere Völker, i» dem Hrrumstreiten um jede Scholle Sprachbodens, sondern in der Liebe zu seinem eigenen Volke, Arbeit sowie geistiger Entwicklung und Förderung der materielleia Wohlfahrt aller Schichten desselben. Speciell der jüdische Nationalismus muss an erster Linie vom sociale« Geiste durchweht sein, denn die Massen des jüdischen Volkes, die Kleingewerbetreibenden, die Beamten, Lehrer und endlich die Arbeiter leiden in erster Linie unter der wirtschaftlichen Noth. für die sie überdies noch a l s I n d e tt verantwortlich geanacht werde n. Der jüdtschr Nationalismus fordert also außer Wahrung der nationalen Individualität seines Volkes radicale Socialresormen für dasselbe. Jüdischnational ist also gleichbedeutend mit jüdischsvcial. In diesem Sinne und in Berücksichtigung des Umstandes, dass selbst die Socialdemokcatce nationale Gruppen in ihrer eigenen Organisation hat, ist cuch eine jüdische Organisation nothwendig. Dieselbe muss frei vom nationalen Chauvinismus, confesslonellen Zelotismus uuv Classenegoismus sein, und ihre Devise muss gegenüber den Parteien eine ablehnende sein, und in der Propagierung der nationalen confessionellen Gleichberechtigung aller österreichischen Staatsangehörigen bestehen. Eine jüdische Volkspolitik in Oesterreich kann somit nur social und österretchisch, d. h. social-österreichisch sein. An der Discnssion betyeiligten sich die Herren Lehrer Schulhof, Dr. Landesberg und Dr. L i s t s ch i tz. (JüdischerBolksvereut.) M ttwoch den 17. Jänner 1. I., 6 Uhr abends, findet m unserem Vereinslocale, 2. Bezirk, Haasgasse 8 (Untere Angartensteaße 19), ein freier Discnsfionsabend statt, zu oem sämmtliche Mitglieder und auch Gäste eingeladen werden. Tagesordnung: Die Lage des jüdischen G e >v e r 0 e st a n 0 e s. Rsieceut Herr M. P i l p e l. Mt anschließender freier Disc asston. Die Mitglieder iverdeu ersucht, sich an diesem Discusfionsabende recht zahlreich zn oechellcgen und für einen recht zahlreichen Besnch in ihren Bekanntenkreisen zu agitieren. Die B e r e i n s l e i t n ll g. Literatur. Hat Moses Maimonides dem Krypto-Mohammedauismus gehuldigt?- BonHermann K a h a n. C. B 0 a 3' Nachfolger, Berlin Das Merkchen ist ein Separatabdruck aus der „Ungar. Wochenschr." und wird nun noch weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Auch jüdische Schriftsteller wie Carmoli, Munk und Grätz erkühnten sich zur verwegenen Behauptung, das s M a i m u u i und die ©einigen S ch e i n - M oha na nr ebanet w a r e n. Wer in den halachischen Schriften des Ra mb am de kannt ist, muss eine solche Zum.athung von vocueherein als Blödsinn erklären. Aber selbst arabische Geschichtsschreiber bieten nur hinfällige Beweise, sehr zweideutige Auhalcspuiaktr. Ernste Geschichtsschreiber wie C a r m 0 l i, M u n k und G r ä ch müssen aber sachlich und logisch widerlegt lverdeia. Und das ist dem Verfasser vorzüglich gelungen. Sämmtliche Schriften M a i an 0 n i d e s', ganz brsouders die einschlägigen Ritualien, werden in den Kreis der Betrachtung gezogen, und als Consequenz wird die Verneinung der Titelsrage mit logischer Schärfe anss eclatanteste nachge wiesen. Eine hebräisch: Einleitung von R apaport - Hartstein, sowie ein ausführlicher Index der bedeutenden jüdischen Gelehrten ans Spanien und der Provenee erhöhen den Wert der Broschüre. Der fließende deutsche Stil, die Eintheilung und technische Ausführung sind recht befriedigend. Aulehuend an das Schristwort: „Hajaum galoszi cherpath mizrajim" wünschen wir dem Verfasser und seiner geistreich en Schrift besten Erfolg. H.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.