Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 45 (22.12.1899)
- Date
- 1899-12-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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■Jüdisches Volksblaü 2A Doccinber 1SW) Nr. 45 8eito I Wif'ii. Freiing Hamburg M illivIIen - V e r m ä ch t n i s z » -- vhltyätige » lu ecke u.) Der vielbekannte Phllavtbrcv und langjährige Präsident der hiesige» „Deutsch-Israelitische» Gemeinde'', Herr Markus R v r d h e i »!, ist hier im <S8. Lebens lahre verschieden. Da er kinderlos war, vermachte er fein ganzes Vermöge». welches ans 12 bis 14 Millionen Marl geschäht wird, aus;er einigen Familien und Personallegaten, 'oohlthätigen Iiivecken, wie dies ans seinem Testamente, welches sich im Ratbhause vorfand, Hervorgeht. Demselben zufolge verniachte der Testator folgende Legate an WoHltliütigkeits- Driftungen: Deutsch- Israelitische Gcmciuoc CJO.OOO Mark, Pensionsfonds der Lehrerinnen der israelitischen Töchterschule! 0.000 Mark, Paulineustift 50(in Mark, Dalmud-THvraschnle >000 Mark, Israelitisches Waisenhaus 5(KM'i Mark, Miete hrlfsverein 5000 Mark, Verein zur BertHeilung von Teuerung 5000 Mark, Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen der israelitischen Gemeinde 5000 Mark, v. rankenhaus der israelitischen Gemeinde 5000 Mark, Wien Ha ns 5000 Ptark, Pestalozzisrislung 5000 Mark, PolO ■.'■.ui! deß Krankclchanses der israelitischen Gemeirrde 5000 Mark. Vaterländischer Franenhilfsverein 50N«> Mark, WvHltHntiger D.hulverein 5>»10 Mark. Seemanns.Krankenhaus 5000 Mark, Luustlralle 1 f».000 Mark. Meinmelsdvrä'r Gemeinde (Geburtsort des Testators) lO.OOO Mark, das dortige Kinderheim 7>cioo Mark, die dortige israelitische Gemeinde 5000 Mark, das hiesige Pflegeheim und Siecheuhaus 15.000 Mark. Die Gemäldesammlung rvurde der Kunsthalle vermacht. Außerdem und das Comptorpersoual, solvie die übrigen voil dem Testator beschäftigt gewesenen Personen mit Legaten bedacht. Der ganze ü b r i g e T h e i l des auf e t u> a .10 Millioue n geschätzte n V e r m ö g e u s soll u a ch d c m Ermesse u d e r T e st a ur e n t s v o l l ft r e cf e r z n W v h l t h ä t i g k e i t s- '.v e cf e n v c v w a it b t io e r b e n. Irr Testamentsvollstreckeru :iuc Herr Iakao yi ordlrei in, Bruder des Verstorbenen, sowie Herr Dr. Albert W v l s f s o h n cruannr worden. Mainz. (E in Jude im Schul v o r st a u d e. > In >em hiesigen Schulvorstande ivareu bisher nur katholische und evangelische Geistliche vertreten, Andersgläubige haben dort keine Stimme gehabt. Porige Woche wurde eine Verfügung der äregierung vubliciert, wonach auch ein israelitischer Rabbiner :Av stimmberechtigtes Dätglied des Schulvorstaiides fortab zu -i »gieren hat. Wir geben uns der Hoffnung hin, dass dieser Negierungserlass nicht nur die verletzte Ehre der Juden rehabilitieren werde, sondern auch moralischen Efsect und auch materiellen Nutzen für die Juden nach sich ziehen werde. Paris. (Antisemiren - Cong r e s sch Die hiesigen Blätter besprechen den Plan »er österreichischen und deutschen Antisemiten, nach Paris während der Ausstellung einen Antiiemiten-Congress einzuberusen, in eingehender Weise. Fast sämmtliche Pariser Zeitungsstimmen verhalten sich dem Plane gegenüber höchst ablehnend. Sie geben ihre Meinung dahin ab, dass Paris überhaupt für einen solchen Congress ganz und gar ungeeignet sei. Besonders jetzt, wo die Regierung dem Treiben der hiesigen Antisemiten Einhalt zu gebieten bestrebt ist. Paris — so meint eine der hiesigen Zeitungen — war nie antisemitisch, ist's auch jetzt in ungeheurer Mehrheit nicht und .vird's auch in der Zukunft niemals sein. Die Regierung aber iti. bei der jetzigen Strömung verpflichtet, aus der Hut zu ''ein, dass während der Ausstellung keine Hetzereien stattfrnden -:nd keine Scandale in Scene gesetzt werden sollen. London. (P o l u a u » b b i c cttglrs chen Jude n.) Die hiesige .,Att^Io-.Jc-vvisii-AssooiaI.ioTt' hatte ieinerzeit in einem Schreiben an die Wiener Cnltusgemeiude ihr Bedauern über die Polnaer Affaire und deren Folgen ausgedrückt und dabei den Willen kundgegeben, in dieser Angelegenheit zu Hilfe zu kommen. In der letzten Sitzung der Association bat Herr Daniel Schloss angefragt, ob und welche Antivort aus Wien eingelangt sei? Der Secrerär antwortete, es wäre bis zur Stunde kein Schreiben der Wiener E u l t u s g e m e i u d e au die G e s e l l s ch a f t erfolgt. Diese peinliche Auskunft veranlasst? Herrn Schloss, seine Meinung dahin lautend abzugeben, dass es Sache der Association sei, sich der Angelegenheit anzunehmeu, um endlich dieser Blutbeschuldigung ein Ende zu machen, und beantragt zu diesem Zwecke, abermals nach Wien zu schreiben und anzusragen, was zu machen wäre, um in der Polnaer Geschichte der Wahrheit die Bahn zu ebnen und volles Licht hierüber zu verbreiten. Herr Hermann Landau spricht sich im selben Sinne aus. Er meint, die Sache gebe direct die englischen Inden an; er weist nach, dass die Emigration der Juden aus Galizien und den anderen österreichische» Provinzen heuer um 500 Personen mehr betrug als im Borjahre und dass man niit den Folgeübelu der Polnaer Affaire rechnen muss. Die Herren Dr. Ga st er und Dr. Lewy schließen sich dieser 'Ansicht an,'worauf Herr Schloss folgenden Antrag formuliert: Tie ..Anglo-.Jowish-Assomt.icm“ fragt nochmals bei der Wiener Cultusgemeinde an, auf welche Art und Weise die Äffociation helfen könnte, die Ehre der jüdischen Religion zu schützen und die verfolgten Glaubensgenossen zu unterstützen. Dieser Antrag rief eine große Discussion hervor, worauf der Beschluss gefasst wurde, den Antrag einer besonderen Commission zu übertragen und sie zu verpflichten, die Sache durchznberathen und ihre Entschlüsse deni Plenum der nächsten Versammlung zu unterbreiten. Petersburg. (Die Zünfte und die Iuden.) Für Mitte des kommenden Monates wurde hierher ein Delegierten- Congress sämmtlicher Zünfte Russlands einberufeu. Zweck derselben ist, über die Zunststatulen und über die Verwaltung der Zünfte zu berarheu. Mittlerweile wurden Stimmen laut, den Juden die Betheiligung an diesem Congresse zu verwehren. Die Zeitungen lassen sich des Langen und Breiten aus und veröffentlichen darüber spaltenlauge Artikel. Aber die Gesetze vom Jahre 1808 geben den Juden volle Berechtigung, in alle Zünfte einzutreteu und dortselbst mit voller Gleichberechtigung wie die andersgläubigen Zunftgenossen zu wirken. Wir wollen daher hoffen, dass den Juden ihr Recht nicht verkürzt werden wird. Adelaide-Australien. (Ein jüdischer Pro m i e rminister in einer englischen C o l o n i e.) In der britischen Eolonie Adelaide in Südanstralien ist ein Jude, namens W. L. S a l o m o n, Premierminister geworden. Das ist das erstemal, dass ein Jude eine solche hohe Stellung in einer der englischen Colonien bekleidet. Wie die Landesblätter berichten, ist Herr 2 a l o m o n ein guter Jude, der sich nicht nur an allen Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Adelaide lebhaft betheiligt, sondern auch im allgemeinen Interesse der Inden thätig ist. Gleichzeitig ist aber auch S a l o m o n der beliehteste Mann in der ganzen Eolonie. Es Rabbinerseminare. ist jüngst diesen Gute viel über Rabbinerseminare in Blättern gesagt und gestritten worden; vieles Wahre, und Beherzigenswerte wurde ausgesprochen. Die Frage, ob solche Anstalten überhaupt uöthig sind, darf als erledigt betrachtet werde». Jeder Beruf erfordert in unserer Zeit regelrechte Vorbildung und Schulltng. Es fragt sich vielleicht eher, ob mau Rabbiner braucht; wenn man sie aber für uöthig hält, dann müssen sie auch für ihren Beruf gebildet werden; und da es keine Natur-Mediciner, Natnr-Advvcateu. Natur-Professoren ec. mehr geben darf, so darf es auch keine Natur-Rabbiner geben, lieber die Berechtigung dieses D ü r f e n s kann gestritten werden, auch darüber, vb die „Diplomierten" immer gut oder besser sind als die Autodidakten. — Die großen Rabbiner halbvergangener Zeit waren fast sammt und sonders ohne moderne Schule groß geworden. Und man wird doch wohl glauben, dass Ezechiel Landau, Moses S o f e r, Mordechai Bene t, Akibah Ege v, Jacob Ettlinger it. v. a. große Rabbiner waren. Sie waren allerdings vor allem große Menschen. Und Msensch muss mau nun durch die Schule gerade nicht werden. Ein bi scheu Mensch sollten ja auch alle Aerzte, Advocaten, Professoren sein; auch ein bischen gebildet. Und kein ehrlicher Mann wird es sich verhehlen, dass diese Bernfsmenschen nicht gerade immer Muster von Weltbilduug und Charakter sind. Es ist eben traurig, dass die Menschen, den Berus und nicht der Beruf die Menschen wählt. Es gäbe dann freilich wenig Berufene und Auserkorene. Die Eignung zum Rabbinerberufe besitzen naturgemäß immer nur wenige. In alter jüdischer Zeit gab es Rabbiner im heutigen Sinne nicht; — es gab eben völlig unwissende Juden auch nicht, und unter diesen war eben der im jüdischen Schriftthum Bedeutendste und Bewnirdertste der natürliche Rabbiner; die jüdische tiefe Durchbildung brachte in der Regel auch eiserne Charaktere hervor, denn da wirkte das Wissen bildend. Unbedeiltende Rabbiner gab es überhaupt nicht, selbst lvenn sie in den kleinsten Gemeinden saßen. Das wurde mit der Zeit anders. Ehedem war das ganze innere jüdische Leben Gottesdienst ohne Priester, ohne prunkvolle Synagogen, ohne Orgelklang und Sang; hingegen sind wir heute so glücklich all diese Herrlichkeiten im Ueberflnsse zn besitzen, dafür haben wir aber kein innerliches, jüdisches Leben, das sich nun einmal ohne echtjüdische Bildung nicht denken lässt. Das werden allerdings auch die seminaristischgebildeten Rabbiner mit ihren Doctvrendiplom nicht ändern, wenn sie nicht ernstlich sich bemühen, jüdischer Bildung in ihren Gemeinden eine, wenn noch so kleine Verehrungsstätte zu gründen. Es ist kaum anzunehmen, dass an irgend einer Rabbiner-Bildungsschule diese Pflicht nicht gelehrt wird. Es fehlt an keiner der bestehenden Anstalten an tüchtigen und anerkannten Kräften in wissenschaftlicher und ethische r Beziehung. Das letztere ist namentlich zu betonen; und vielleicht darf man auch ein wenig Achtung vor dem specifischjüdischen Gesetze von diesen Erziehern der Rabbiner verlangen? Das moderne jüdische Leben in einem großen Theile unserer Gemeinden spielt sich leider in den Synagogen ab; und doch ist das verkehrt. Diese Verkirchlichung der Religion ist unjüdisch, und sei sie tausendmal nlvderu. Jüdisch ist die Schule, das Lehrhaus; charakteristisch genug, dass man in vielen, und nicht in den schlechtesten Kreisen sagt: „in Schul gehen" für den Besuch der Synagoge. Ja die Schulen, in denen Judenthum gelehrt, gelernt und anerzogen wird, das sind die wahrhaftigen Gotteshäuser, für die unsere Predigt, wenn noch so glänzend, ein schwächliches Surrogat ist. Und wer wird so naiv sein, zu glauben, es gäbe ebensoviele Prediger, als es Rabbiner gibt. In Wien braucht man nicht weit zu gehen, um sich vom Gegentheile zu überzeugen. Mau hat eben leider die Predigt zum wichtigsten Gradmesser für das Können eines Rabbiners gemacht; und doch gibt es so gar wenige gute Prediger. An den Seminurien geschieht für die rednerische Ausbildung fast gar nichts. Wissen aber können sich die jungen Leute, wenn sie genügend vorbereitet hinkvmmen, bestimmt erwerben. Das Rabbinerscminar ist aber leider ein Zufluchtsort für alle möglichen Leute geworden; gerade die beste Auslese der jüdischen Jugend sollte aber dort zu finden sein. Das Wiener Rabbinerseminar zumal ist ein Refugium für Galizien und Ungarn geworden. Wenn es auch richtig sein mag, dass die galizischen jungen Leute, was Hebraica anlangt, gewiss reichlich vorgebildet sind, so möchte doch in Bezug auf Chavaktereignung diese Voraussetzung nicht ebenso unbedingt gelten; es werden wohl nicht lauter „Schach" und „Zemach Zedek" sein, die da aus Galizien kommen. Sicher ist es, dass das Wiener Seminar ebenso gut in Lemberg oder Krakau sein könnte vermöge des Pereentsatzes von Galiziaueru. Das ist nun freilich nicht die Schuld der Anstalt und ihrer Lehrer; wenn es nur nicht schadet! —- — Genug, Wien hat sein Rabbinerseminar; das ist schön und recht, wenn nur auch die rechten Männer demselben entwachsen. Man braucht sie; sie sind rar. Wenn aber „auf Rabbiner" ebenso studiert wird, wie „auf Doctor", dann ist es traurig bestellt. Was will das Stroh beim Korn? Aber das geht nun einmal nicht anders. Man wird doch die Universitäten nicht aufheben, weil es schlechte Aerzte und Advocaten, unwissende Professoren gibt. Der wird ein rechter Rabbiner werden, der es auch ohne Seminar geworden wäre; und sollte er es nicht mit ihm werden können? Dr. K. Ans den Organisationen. Jüdischer Bolksverem Verflossenen Donnerstag hielt Herr Dr. Paul W e i s e n g r ü n vor einem äußerst zahlreichen Publicum einen Vortrag über das Thema: Der Z n s a m m e n h a n g z w i s ch e it der socialen u n d der I n d e n f r a g e. Referent wies nach, dass die Judenfrage je nach Zeit und Land, eigentlich drei Motiven entspringe: Dem Rasse-, dem Decadence- und dem svcial-wirtschastlichen. Bei uns in Oesterreich sei der politische Antisemitismus hauptsächlich nationalen und wirtschaftlichen Motiven entsprungen und müsse nach seinen Ursachen auch im Verhältnis zur Judenfrage behandelt werden. Die Frage, ob der Antisemitismus überhaupt ans der Welt geschaffen werden könne, sei vorderhand ans theoretischen wie praktischen Gründen ganz gleichgiltig. Es komme vor allem darauf an, die Ursachen zn erkennen und nachznsehen, ob irgendeine Bewegung oder Partei vorhanden ist, welche dieselben erkennend, in ihrem Programme auch den Ausgleich für sie ündet. Von allen politischen Parteien Oester-! rcichs käme in dieser Beziehung lediglich die socialdemokratische Partei in Betracht. Dieselbe habe wohl schon vor zwei Jahren und auch Heuer das Rativnalitätenprincip anerkannt, aber merkwürdigerweise cs auf die Juden nicht ausgedehnt. Zweitens habe die Socialdemokratie de» Inden, die ja zum größten Theile dem Kleinbürgerthum angehören, wirtschaftlich nichts zu sagen und zu bieten. Für die Behandlung der Judenfrage sei also in der socialdemokratischen Partei kein Platz. Bliebe mir der Weg, dass die Inden selbst eine Partei schaffen, in der die Juden frage co ipso nach ihren Ursachen behandelt werde. Dies sei ja durch das Entstehen der jüdischnationalen Bewegung schon geschehen, doch wäre in der Bewegung die starke und b e in a h e alleinige Betonung d e r A r b e i t für das Ideal, der politische Zionismus, ein großer Fehle r. Das Verhältnis sei eben dasselbe wie in der socialdenwkratischen Partei: Das z i o a i st i s ch e Ideal m ü s s c das Ideal bleiben, wie der Z u k u n f t s st a a t. vor allem und in e r st e r Linie müsse die nationalj ü d i s ch e Gegenwart an die R e i h e ko m ni e n. An das Referat knüpfte sich eine äußerst lebhafte und zeitweilig stark bewegte Debatte. Zuerst sprach Herr Dr. K a h n im Namen der Zionisten, der dem Nefereuteu in einigen Ausführungen eutgegentrat, zum Schlüsse jedoch für ein gemeinsames Ä o r g e h e n beider Richtungen eintrat. Geradezu Sensation erregte Herr Dr. Liftsch itz. Herr Dr. Liftschitz ist als einer der ältesten und hartnäckigsten Liberalen bekannt. Znm größten Erstaunen und auch zur Freude der Anwesenden erklärte Herr Dr. Liftschitz in einer äußerst gelungenen Rede seinen Bruch mit den liberalen Anschauungen und der liberalen Partei. Nachdem noch als Generalredner der Socialdemokraten Herr Stern in sehr vernünftiger Weise gesprochen hatte, wurde die Discussion vertagt. Mitthettrmgen aus dem PrrMcrrnr. (Fünfhanfer Musikschule), Wien, XV., F r i e d r i ch sp l a tz (>. Jenen Eltern, welche gesonnen sind, ihre Kinder musikalisch bilden zu lassen — auch allen erwachsenen Herren und Damen, welche auf gewissenhaften Unterricht und Erfolg rechnen, können wir nach selbst gemachter Ueberzeugung die obgenannte Schule auf das beste empfehlen. Der Unterricht wird in Biolinspiel. Clavierspiel, Zitherspiel, Chor- und Wolo-Gesang, sowie in allen übrigen Streichu tt ö säinmtlichen Blas- und Schlagt n st r u in enten ertheilt and werden die Zöglinge daselbst für alle Zweige der Musik vorbereitet, vorgebildet und ausgebildet, und für solche, welche sich zn M»siklehrern oder -Lehrerinnen heranbilden und diesbezüglich ein staatsgiltiges Zeugnis erwerben wollen, besteht ein Cnrs zur Vorbereitung für die k. k. Musik-Staatsprüfung, in welchen auch Nichtzöglinge, Herren und Damen, welche das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben, Antreten können. Der Lehrkörper besteht nur ans staatlich geprüften Lehrern und Lehrerinnen, welche in moralischer und politischer Hinsicht unbescholten sind und unparteiische Tendenzen verfolgen. Trotz des sicheren Erfolges, den die Anstalt bietet, sind die Schulgelder im Verhältnisse zu anderen Schulen sehr mäßig gestellt, um jedermann leichter Zugang zur gründlichen Erlernung der Musik zu verschaffen. Seit dent Bestände'erfreut sich die Schule des besten Wohlwollens, und dass dieselbe von Jahr zn Jahr eine höhere Stufe erklimmt und heute schon einen ersten Rang entnimmt, ist einziges Verdienst des Direktors derselben, welcher im Vereine mit den besten Lehrkräften die Anstalt musterhaft leitet und _ durch dessen loyale Bestrebungen die Schule nicht nur in Fünfhaus, sowie den angrenzenden' Bezirken — sondern weit hinaus sich des besten Rufes erfreut. Möge unsere Empfehlung nicht verhallen, ohne dass sich das musikliebende Publicum von der Sache überzeugt hat. Die Einschreibung an der Schule haben bereits begonnen, und werden im Laufe des ganzen Jahres neue Schüler aufgenomnren. Für auswärtige Schüler oder Schülerinnen wird für deren Unterbringung bestens gesorgt. von Gross-Städten au« der ganzen Welt, feinste Qiiulitllt in 8 Farben, künstlerisch aiiHgeführt, aut' Brlatol-Curton. 10 Stück Muaterkarten ttiunint Sttidtv- Vurzeichni» I'rauco gegen 26 kr. Kriofmarken. (63) 100 1000 Stflck franco fl. 2—. Stück franco fl. 19.—. Neuanfertigungen billigat, E. STORCH, Wien, VI., Mariahilferstr. 65. ISRAELITISCHE CULTUSGEMEINDE WIEN. Z. 12631 tx 1899. Wion, am Sl. Deoombur 1899. Kundmachung. Der vom (lultusvoiotaiido in dor {iffontlichen Sitzung vom 20. Daceuibor lKO!) loatgeaetzte Voranschlag dor Einnahme, und Ausgaben der Cultusgemeindo, sowie aUmrotiieher unter dor Verwaltung der Cuituegomeinde stehender Fonds und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1900 liegt vom heutigen Tago uh durch M Tage im Secretoriate der Cultusgomoimio, I., Soitonetettengasse?, II. Stock, zur Einsicht der tlemeindeaiitglieder auf. i)je Gemeindem tglicder sind gemüas des 8 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnei ungen bezüglich des Voranschlages bei dem Cultuavorstaude schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwttguiig zu ziehen bat. Der erste Secrotiir : Dr. Thtodar Litban. Der Prisidant: H. Kllngar.