Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 43 (8.12.1899)
- Date
- 1899-12-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Yvdksldtttt 8. Uecember 1899 Nr. 4:? strenge Untersuchung eingeleitet hat und die Hetzer strengstens bestraft werden sollen. Paris. (Jüdische W o h l t h ä t i g ke i t.) Die „Jüdisch-Philanthropische Gesellschaft" hat, laut veröffentlichtem Rechenschaftsberichte, im abgelaufenen Jahre 27.000 Francs an Unterstützungen den Nothleidenden zukommen lassen. In der von ihr unterhaltenen Volksküche wurden in derselben Zeit 200.000 Portionen vertheilt. Petersburg. (Eine neue p h i l o s e m i t i s ch e Zeitung.) Fürst W. Bariatynski, der bekannte Kämpfer für liberale Ideen, beginnt eine neue Zeitung unter dem Namen „Siewiernie Kurjer" herauszugeben. Bariatynski hat sich bekanntlich in letzter Zeit auch mit der jüdischen Frage beschäftigt und seine diesbezüglichen Artikel in der „Nowsti" sind von echtem freiheilichen Sinn durchdrungen. Man hofft daher hier, dass er auch in seinem nettgegründeten Blatte auf Seite der Juden stehen werde. Petersburg. (N o ch e i n er au s d e mK leeblatte.) Die größten Reactionäre und gleichzeitig Judenfeinde im Rache der Krone aus der Zeit Alexander III. waren ihrer drei: der gewesene Justizminister M a n a s s i e n, Hofrath K a p u st i n und der noch in Dienst stehende Oberprocurator der heiligen Synode P o b e d o n o s z e w. M a n a s s i e n ist schon geraume Zeit todt. Jetzt starb auch K a p u st i n. Michael 5? a p u st i n war einer der begabtesten nnd gelehrtesten der russischen Staatsmänner; aber sein Hass gegen alle Nichtrussen überstieg alle Grenzen. Er verfolgte und russificierte die Deutschen in den baltischen Provinzen mit rücksichtslosester Gewaltanwendung. Mit besonderem Hasse wendete er sich gegen die Juden. Die Beschränkung der Zahl der jüdischen Schüler in den Mittel¬ und Hochschulen haben wir ihm zu verdanken. Mit seinem Tode ist von dem dreiblätterigen Kleeblatte nur noch einer — Pobedonoszew — übrig geblieben. Lodz. (Z n r Arbeiterfrage.) Die hiesigen beschäftigungslosen jüdischen Weber erwecken das Interesse aller jener, welche sich für die Lage der jüdischen Arbeiter im allgemeinen und der hiesigen im besonderen interessieren. Wie bekannt, sind infolge der Abnahme des Absatzes viele Fabriken stehen geblieben, wodurch mehrere tausend jüdische Arbeiter brotlos geworden sind. Die „großen" Fabrikanten (auch die jüdischen) wollen keine Juden als Arbeiter aufnehmen, und die „kleinen" haben beim besten Willen keine Beschäftigung für sie. Wohl hat man Geld gesammelt, um diese Armen „zu unterstützen/ allein das ist doch keine wahrhafte Hilfe. Und nun hat sich hier eine privilegierte Actiengesellschaft zum Zwecke der Gründung einer Lohnweberei gegründet, in welcher mehrere hundert Weber ihr Brot verdienen werden können. Die Arbeiter werden nicht mehr den Launen eines jüdischen Millionärs ausgesetzt sein. Diese Fabrik wurde speciell für die armen Weber gegründet. New-Dork. (Ein weiblicher A d v o c a t.)J Das jüdische Mädchen Fräulein Alice Serber ist die erste Dame, die zur Vertheidigung vor den Gerichten zngelassen wurde. Fräulein Serber ist erst vor 8 Jahren mit ihren Eltern aus Russland hier eingewandert und war der englischen Sprache ganz unkundig. Innerhalb der verhältnismäßig kurzen Zeitdauer von 5 Jahren gelang es ihr, ihre Rechtsstudien an der New- Iocker Universität zu vollenden, worauf sie in eine Advocaturs- Office als Gehilfin eintrat. Nun hat sie die Erlaubnis zur selbständigen Ausübung aller Zweige der Rechtspraxis sich erworbcn. Gapstadt. (Vom K r i e g s s ch a u p l a tz.) In Capstadt gibt es neuerdings auch eine antisemitische Zeitung oder vielmehr ein Wmkelblättchen, welches in Antisemismus macht. Der neueste Vorwurf gegen die Juden ist der der Feigheit. Mit leichter Mühe konnte M. Rabbinowitsch diese Lüge auf die große Zahl von jüdischen Soldaten, welche zur Zeit sowohl bei der regulären englischen Armee, als bei den Freiwilligen aus den Colonien (Capstadt, Natal, Grigualand re.) im Felde stehen, widerlegen. Gerade jetzt wird aus Johannesburger Flüchtlingen wieder ein Freicorps gebildet, itt dem sich viele Juden befinden. Für den Sanitätstrain dieser Truppe war ein Betrag von 20.000 Mark nöthig, den Herr Ben Lazarus aus Johannesburg, der zur Zeit in London weilt, auf telegraphische Bitte in einer Stunde durch S. mmlungen an der Börse beschafft hat. Auch in der Natal-Freiwilligen-Truppe, Imperial Light Horse genannt, sind eine Anzahl Juden; einer der beiden Führer dieser Truppe ist Major W. Davies, ein Glaubensgenosse. — Nach den officiellen Verlustlisten sind bis jetzt 5 Inden gefallen, 10 verwundet und 2 werden vermisst. Zur Judensrage in Croatien und Slavonien. Wir erhalten zu dem Artikel: „Die Juden in Croatien nnd Slavonien" nachstehende Zuschrift, deren Verantwortung wir voll und ganz dem geschätzten Einsender überlassen müssen. Die Red. Sehr geehrter Herr Redacte nr! Zu einem in Ihrer geschätzten Zeitung „Jüdisches Vvlksblatt" Nr. 26 erschienenen und sehr gut geschriebenen Artikel „Die Juden in Croatien und Slavonien", der inhierläudischen Kreisen den besten Eindruck hervorgerufeil hat, Stellung nehmend, macht der Karlstädter Rabbiner, Herr Dr. Gabor Schwarz, einige Bemerkungen, die ob ihrer Unrichtigkeit und ihres leidenschaftlichen Tones, der auch gewisser boshafter Verdächtigungen nicht entbehrt, einiges Befremden erregen. In seiner Entgegnung auf den von Herrn r. S. veröffentlichten Artikel sagt Herr Dr. Schwarz, der alle über die jüdischen Verhältnisse in Croatien und Slavonien in verschiedenen jüdischen Zeitschriften erschienenen Abhandlungen hochmüthig als „oberflächlich" und von „unberufenen Leuten" stammend, bezeichnet: „Vergessen wir aber auch nicht, dass die Inden selber keine besondere Vorliebe haben für den Staatsdienst, weil sich ihre Erziehung und ihr Leben nur schwer mit dem geringen Gehalte eines Staatsbeamten in Einklang bringen lässt." Wer diese Zeilen liest könnte glauben, dass unsere Stammesbrüder in Croatien nnd Slavonien wirtschaftlich auf Rosen gebettet seien, dass hierzulande die Juden im besteu Wohlstände lebten, so dass sie sogar auf Staatsämter gerne Verzicht leisteten, da deren Einnahmen geringe seien. Da muss es doch aber anffallen, warum im richterlichen Stande verhältnismäßig Juden doch in ziemlicher Anzahl vertreten sind? Dass die richterlich; Laufbahn in Bezug auf materielle Lage eine verlockendere sei als die politische, das wird doch Herr Dr. Gabor Schwarz nicht behaupten wollen. Das Gegentheil davon ist dagegen wahr. Der politische Beamte hat ziemlich viel Nebeneinkünfte, sofern er es noch nicht bis zum Bezirksvorstand gebracht hat, weil dem Asjuncten beinahe alle Commissionen auf dem Lande znfallen, wofür Meilengelder entrichtet werden. Nnd trotzdem wüsste ich keinen Jaden, der in irgendeinem Bezirke in Croatien und Slavonien bei der königlichen Landesregierung wenigstens nur als Adjunct II. Classe in Verwendung wäre. Welchem Umstande dies zuzuschreiben ist, überlasse ich den geschätzten Lesern Ihrer werten Zeitung. Keinesfalls ist die Behauptung des Herrn Dr. Schwarz wahr, dass die Juden wegen des geringen Einkommens, das ein Staatsamt bietet, in Stastsämtern keine Verwendung fänden. Welch eine reizbare Natur aber Herr Dr. Schwarz ist, hat er am besten durch sein „Eingesendet" bewiesen, das im „Jüdischen Volksblatt" Nr. 33 erschienen ist. Während Herr L. S. betheuert, dass er Herrn Dr. Schwarz persönlich hochachte, hat sich dieser in eine Empfindlichkeit hineingeschrieben, die der Person, welche ein ehrwürdiges Amt bekleidet, nicht einmal gut ansteht, zumal Herr L. S. nicht die geringste Berechtigung hierzu gegeben bat. Herr Rabbiner Schwarz protestiert gegen die Zumnthnng, als hätte er sich durch die Nichtnenuung seines Namens getroffen gefühlt. Wer dagegen Doctor Schwarz' Artikel in Nc. 80 dieses geschätzten Blattes gelesen hat, hat es nur zu deutlich herausfühlen müssen, wie ärgerlich er ist, dass sein von der Kritik todgeschwiegenes Buch unter den anderen jüdischen Religionsbüchern für Croatien und Slavonien nicht genannt wurde. Es gibt aber Leute, die sich immer e n t r ü st e t zeigen, wenn man das Kind beim rechten Namen nennt. War nun schon dieser Protest des Karlstädter Rabbiners nicht am richtigen Platze so war seine hässliche Verdächtigung, als verfassten seine jungen Collegen die über ihre Amtsthätigkeit gebrachten Berichte von verschiedenen Zeitungen selbst, die er gegen eine ganze Schar junger Rabbiner in der leichtfertigsten Weise schleudert, gewiss geeignet, die Entrüstung aller Rechtdenkenden hervorzurufen. Rabbiner Schwarz sagt diesbezüglich wörtlich : ... Denn Herr L. S. wird mir zugeben, dass ich nicht die Mode mancher jungen Rabbiner mitmache, wöchentlich über sich Berichte den jüdischen Blättern einzusenden, die ihre Spalten für diese Selbstlobhudelei offenhalten. Es ist gar nicht lange her, da sind in Budavester und Wiener Blättern auch über Doctor Schwarz Berichte erschienen, die er über sich hat ganz geduldig ergehen lassen. Wer diese Berichte, die vor zwei Jahren in einem Wiener Blatte regelmäßig über Herrn 1 Dr. Schwarz zu erscheinen pflegten, geschrieben hat, wissen wir nicht. Nur soviel wissen wir, dass einen über Doctor Schwarz aus Sissek flammenden Bericht kein Sisseker geschrieben haben wollte. Wer mag also jenen Bericht verfasst haben? Darüber schweigen die Götter!! Man sollte aber der Meinung sein, dass derjenige, welcher so scharf zu polemisieren und seine Amtsbrüder so ausgezeichnet zu verdächtigen weiß, jeder Jugendsünde rein sei. Ob dies nun hier in der That der Fall sei, möchten wir nicht ohne Grund bezweifeln. Und diese unsere Zweifel basieren auf folgender Thatsache: Eines schönen Tages erhielt Dr. H. Jakobi, Oberrabbiner zu Agram, ein Mann, der in Ehren im Amte ergraut ist und der sich der größten Hochachtung aller jüdischen wie uichijüdischen Kreise unseres Landes erfreut, eine Vorladung zur Staatsanwaltschaft zugestellt. Man kann sich nun kaum eine Vorstellung davon machen, wie der greise Rabbi zu Agram überrascht war, nach 82jähriger Thätigkeit als Rabbiner zur Staatsanwaltschaft vorgeladen zu werden. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Herrn Dr. Jakobi bekanntgegeben, dass gegen ihn seitens des K a r l st ä d t e r Rabbinats ent Strafantrag wegen einer nach Karlstadt zugehörigen, in Agram aber vorgeuonnneuen Eheverkündiguug gestellt worden sei. Die Strafbemessung laute nach tz X: 0 Monate Gefängnis. Dass es zur Klageerhebuug nicht kam, ist nur dem Umstande zuzuschrewen, dass Dr. I a k v b i nachgewiesen hat, nichts Unrechtes begangen zu haben. Allein diese That an und für sich spricht Bünde imb bedarf keines weiteren Commentars. Daraus ersehen wir aber mich nur zu gut, dass Herr Dr. I. L. L a n d a u recht hat, wenn er in diesen Blättern die These anfstellte: Nicht jeder, der eine theologische Anstalt absolviert hat, ist eines Rabbinatsanttes würdig. Hochachtungsvoll J. L. Literatur. Die katholische Presse Englands liker den Ritualmord. Die zwei Hauptorgane der englischen Katholiken, der „Weekly Register" und der „Tadlet" veröffentlichen in ihren vorwöchentlichen Nummern entrüstete Zurückweisungen der Ritualmordbeschuldigung. Besonders der „Weekly Register" lässt an Entschiedenhett und Offenheit nichts zu wünschen übrig. Der „Tadlet" erinnert an die feierlichen Aussagen hervorragender jüdischer Convertiten, z. B. des Dompredigers V e i t h, über die Blutlüge, und meint: „Der gesunde Menschenverstand und die christliche Liebe zwingen nns, diesen Anssagen Glauben zu schenken, und die Thacsache, dass nicht weniger als vier Päpste die Blutbeschnldigung ausdrücklich als Verleumdung qualisicieren, erhöht diese unsere Verpflichtung. Unserem katholischen Denken erscheint es ganz unbegreiflich, dass eingestandenermaßen katholische Zeitungen, wie „La Croix" und „La Vecite", diese Thatsache unterdrücken können, und* dass ein Pore Constant, O. P., in seinem Bnche „Las Juifs clevant l’Eglise et l’Histoire“ mit aller Vehemenz die Blutanklage erheben konnte, gerade so, als ob die dawider erlassenen päpstlichen Bullen niemals existiert hätten. Gewisse katholische Schriftsteller begnügen sich damit, auf gefälschte Documente oder auf wilde Interpretationen vollkommen harmloser Gesehesstellen als aus Beiveiselemente hlnzuweisen — ein Zeugnis noch mehr für ihre Ignoranz, als für ihren bösen Willen. Als Katholiken müssen wir gestehen, noch niemals etwas Peinlicheres erlebt zu haben, als dis Publicationen des katholischen Professors Dr. A. Rohling und die demselben von dem protestantischen Orientalisten Professor Delitzsch rutheil gewordene Abfertigung. Roch arger als R o h l i n g treiben es seine französischen Freunde nnd Nachahmer D r u m o n r, D e s p o r t e s, Martin Chagny u. a. Im Hinblicke auf alle diese Schriftsteller könne,t wir nur erklären, dass der Antisemitismus als Lebensanschaunng ein erdärmlicher Ersatz wäre für den praktischen Katholicismus, der nns Gott über alles und den Nebenmenschen wie uns selbst zu lieben befiehlt. Wir Katholiken, die insbesondere in diesem Lande (England) so viel unter ungerechten Borurtheilen zu leiden hatten, sollten am wenigsten mit unseren Sympathien für diejenigen znrückhalten, die, ebenfalls ohne Verschulden, den allgemeinen Hass zu ertragen haben." Der „Weekly Register" sagt: „Die Antisemiten unter unseren österreichischen Gesinnungsgenossen werden, wenn sie ihre Politik der Unduldsamkeit fortsetzen, die katholische Kirche in allen Ländern der Welt schädigen. Leider scheinen ans die fanatischen Cleriealen Oesterreichs ernstgemeinte Warnungsworte wenig Eindruck zu machen. Was aber in den letzten sechs Wochen in Wien und anderen großen Städten Oesterreichs vor sich gegangen ist, verpflichtet die englischen Katholiken zu mehr als einer bloß schweigenden Verurtheilung der unchristlichen Haltung ihrer österreichischen Glaubensgenossen..." Der „Weekly Register" schildert sodann die Rolle, welche die Cleriealen Oesterreichs in der antisemitischen Agitation gespielt haben und schließt mit folgenden bemerkenswerten Worten: „Es rann den Katholiken in der ganzen Welt nicht oft genug zum Bewusstsein gebracht werden, dass ihre Kirche vor allen anderen es als ihre Aufgabe in Anspruch nimmt, die Einzelheiten der menschlichen Lebensführung zu regeln. Ans der Stockporter Conferenz betonte Cardinal B aug h an, dass die katholisch» Kirche die des Volkes sei und allein die durch Sünde und Fahrlässigkeit geschlagenen Wunden zu heilen vermöge. Er hätte, mit Rücksicht auf den beklagenswerten Umstand, dass der Antisemitismus hauptsächlich in katholischen Ländern gedeiht, hinzufügen dürfen, dass die Lehren der Kirche ebenso auch das einzige Heilmittel seien gegen die verheerenden Ansbrüche irregeführter Leidenschaften, welche — die Katholiken Englands haben in diesem Zeitpunkte Gelegenheit, es zu beobachten — von der cleriealen Partei inOesterreich gefordert und ermuthigt werden. DieHaltung der elericalen Presse in Oesterreich, Frankreich und Italien bedeutet für d as religiöse Bewusstsein dieser Nationen eine dauernde Brandmarkung. Blätter, die von Cleriealen mit Geld unterstützt und von ihnen inspiriert werden, haben durch ihre gegen die Juden gerichtete Politik den Katholicismus in Verruf gebracht. In Oesterreich haben die cleriealen Agitatoren das Gewicht ihrer Autorität zugunsten des Fanatismus und der Intoleranz geltend gemacht, und geistliche Führer der Judenhetze wurden für ihre wilden Excesse öffentlich geehrt. Es ist traurig, dies eiugestehen zu müssen — aber die Kirche sollte niemals vergessen, dass die Wahrheit nichts von der Wahrheit zu fürchten hat!" Aus den jüdischen Organisationen. (Rttdolfsbmrd.) Dieser bekannte Verein begeht Heuer am 17. December 1899, nachmittags 4 Uhr, im Hotel „Bayrischer Hof", II., Taborstraße 89, seine zehnte Kinderbekleidung. Es werden heuer 180 Kinder vollständig bekleidet und nach der Bekleidung reichlich bewirtet. Am Abend 9 Uhr findet im selben Saale eine Wohlthätigkeits-Akademie, verbunden mit der zehnjährigelt Gründungsfeier statt, deren vollständiges Reinerträgnis dem Bekleidmigsfonds zugeführt wird. Die artistische Leitung ruht in den Händen des Herrn Richard Lieb.esny. Der Verein, dessen ausschließliche Tendenz dahin geht, arme Schulkinder zum Winter zu bekleiden und verschämte Arme zu unterstützen, verdient allseits warme Unterstützung; bis nun 'hat dieser Verein über 750 Kinder mit einem Kostenaufwande von vielen tausend Gulden bekleidet. Zur Bekleidung und Akademie wird auch das ans Anlass des 50jährigen Regierungs- Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers gestiftete herrliche Bereinsbanner enthüllt. Zur Bekleidung am Nachmittage Entree frei, zur Akademie 80 kr. per Person. Spenden werden beim Obmanne Herrn Armenrath Josef P o l l a k, II., Große Mohrengasse 28, entgegengenonimen und im Jahresberichte ausgewiesen. Wien. S a m s t a g den 0. December a. c., präcise 8 Uhr abends, veranstaltet die Jüdische Bereinigung „Jv r d ani a" im Restaurant Lö bl, VI., S ch malz h o fg a s s e 10 (vis-a-vis vom isr. Tempel) eine öffentliche Bereiusversammlung. Tagesordnung: „Die Lage der jüdischen H a n d e l s a n g e st e l l t e Referent: Vereinsnlitgüed Julius Z v b e l. Die Jüdisch-Nationalen von Mariahils ulld Neubail werden aufgefordert, sich in dieser Versammlung zahlreich einzufinden. Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. Für die Jüdische Bereinigung „Jordania": Alfred Reumann derzeit 2. Schriftführer. Briefkasten. Echocharrr. Fr . . d. Manuscript erhalte«. Für heutige Nummer zu spät. Erscheint bestimmt uächstesmal. Besteu Gruß. Dr. M. Br . n Besten Dank für Mittheilung, wurde benützt. Sonst kein Manuscript? Herzlichen Gruß. S. Mkeisrls. Leider mrverwendbar. Manuscript gegen Netourmarke zur Berfügnug.