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Jüdisches Volksblatt · 1899-11-10 · 39 (10.11.1899) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
39 (10.11.1899)
Date
1899-11-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 99 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 10. November 1890 Seite 7 ihm dies merken ließ, verduftete er urplötzlich von hier nach Nagytopot. jedoch auch dort war seines Bleibens nicht lange, denn bald darauf ward er in Novük gesehen. Es würde mehrere Bogeu ausfüllen, wollte ich alles das recapitulieren, was er erzählte: THatsache jedoch ist, dass er polnisch-jüdischer Abstammung ist, in Bibel und Talmud viel gelesen bat, denn er schreibt und spricht ein classisches Hebräisch. Seine deutschen Sprachkenntnisse sind äußerst mangelhaft, dafür weiß er ganz perfect lateinisch, wie ihm denn das neue Testament und die Psalmen in lateinischer Sprache ganz geläufig sind, was darauf schließen lässt, dass er wirklich getauft ist, nämlich seit Jahren und dass er ein geistliches Seminar besuchte, da er über die Einrichtung der Messe ganz gut informiert ist. THatsache ist, dass er in Palästina war und mit den örtlichen Verhältnissen genau bekannt ist; er weiß mehrere europäischen Sprachen, soll auch arabisch und Sanskrit wissen. Letzteres konnte ich nicht controlieren. Der Mann war nie Rabbiner, am allerwenigsteus in > Ungarn. Mit der Zeit dürfte sich ein Dr. Aron Briemanus aus ihm entwickeln, der sich aus geschäftlichen Rücksichten auch öfters taufen und wieder zum Jndenthum bekehren wird. Das Judenthum gewinnt nur, wenn es derartige Elemente von sich sernehält. Mit glailbensbrüderlichem Gruße Ihr ergebener G r ü n f e l d, Advocat. MilLheUrmgrn ans dem Publicum. (Kochkunst-Ausstellung.) Herr Leopold Berger, der bekannte Restaurateur im II. Bezirk, Lilieubruungasse Nr 9, hatte die Ehre, vorgestern dem Erzherzog Otto vorgestellt zu werden. Der Erzherzog bekundete lebhaftes Interesse für das exponierte H o ch z e i t s m e n u und gab seiner außerordentlichen Befriedigung darüber Ausdruck, dass ein so reichhaltiges Menu zu so mäßigen Preisen geboten werde. Mit huldvollsten Worten der Anerkennung verabschiedete sich der Erzherzog in leutseligster Weise von Herrn Berger. Erwähnt sei noch. Vals Herrn Bergers Leistungen bereits wiederholt mit ersten P «isen ausgezeichnet wurden. Diseussions-Abende, die jeden Donnerstag, abends 8 Uhr. in unserem Bereinslocale, 17., Haasgasse Nr. 8, stattfinden, fleißig zu besuchen. Ferner bitten mir alle Leser des „Jüdischen Volksblatt", die irgendeine Idee oder einen Vorschlag, eine Anregung zu machen haben, wie und auf welcher Weife die Durchführung einer jüdischen Organisation politisch, wirtschaftlich und social ermöglicht werden könnte, dies an das Secretariat des Jüdischen Vvlksvereines, II., Haasgasse Nr. 8, auf schriftlichem Wege bekanntzugeben. Wir werden jeden Vorschlag genauestens prüfen und auf diese Weise in der Lage sein, das beste zu behalten. Aus jüdischen Sludenlenkreisen. Die jüdisch-akademische Verbindung „Kadimah" verausral.'et Montag den 11. d. M. den Erösfnungs-Commers u-r^s 94. Semesters im Saale des Hotel „Bayrischer Hof",!!.. Taborstr. 99. Die jüdisch-akademische Verbindung „Unitas" ladet all,' Freunde der Verbindung zu dem Mittwoch den 15. d. M. im Fcstsaale des Kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse 4 stattfindenden Eröffnuugsabend des 11. Semesters herzlichst ein. Beginn 8 Uhr abends. Freitag den 17. November findet in den Sälen bei Ressource I., Reichsrathsstraße 4, der Eröffnungs-Commers der jüdisch-akademischen Verbindung „Jvria" statt. . Cafe ffosef Schuch 11., Obere Donaustrasse 47 (vis-a-vis der Aug.artenbrdrke). Yier neue Seifert-Billards mit Präcisionsmantindls. •*- Täglich geöffnet bis 3 Uhr früh. Separierte Spielzimmer. — Vorzügliche Erfrischungen. Kleines Hotel bestehend aus 7 Fremdenzimmern, schöne Pestaurationslocalitäten, koschere Kücho, durch lfi .Jahre vom selben Besitzer im Betriebe, im II. Bezirke, um den Preis von ö. YV. fl. 8000.— zu verkaufen; eventuell könnten auch die < JaäthauslocaUtiiten separat verkauft werden. — Adresse in der Expedition. Kaffeeu. Thee- Versäumen Sie ja nicht —WWZ Leopold Bergers Restauration II', Liiienbrunngasse 9 wöchentlich mindestens einmal zu besuchen. Sehen Sie sieh die Ausstellung in Getränken an, Qfqnnan müssen Sio übetdie Fülle und Reichhaltigkeit des f ir OtclUtlttll wenig Geld Gebotenen. . . Sie nur die unübertroffenen Biere der weltberühmten Trinken Brauereien IGilmbacher Petzbräu, Orig. Pilsner und Lagerbier uns Drehers Brauerei. Cig„J,Q|1 5ie .-ich mit einem echten niederösterreichischen Wein Old! t\Oll Liter von 0 kr, aufwärts. Aus den Organisationen. (Jüdischer Wolksverein.) Die Discussions-Abende unseres Vereines erfreuen sich jeden Donnerstag eines stärkeren Besuches und bieten sehr anregenden Stoff zur politischen Ausbildung unserer Mitglieder. Das Discussions-Thema des cestrigen Abends lautete: „Mittel und Wege zur Schaffung einer alle Inden umfassenden jüdischen Organisation." An der Debatte betheiligten sich in hervorragender Weise dei Herren Dr. D r u b l v w i c z, L ö >v i s o hu, Fischer. Z i m a n ». S p i tz k o p f, L i f s ch ü tz und P i l p e l. Die Discnssivn war sehr animiert und ivurde der Antrag des Herrn Dr. Drublvwicz auf Einsetzung eines Cvmitös behufs Erstattung von Orgamsations-Vorsckilägeu einstimmig acc^ptiert. Wir richten an alle unsere Mitglieder den dringenden Appell, unsere Kein Staub mehr 115 bei Anwendung von Binder’s echt amerikanischem Fussboden-Oel mit antiseptischer Wirkung. 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