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Jüdisches Volksblatt · 1899-09-08 · 30 (8.9.1899) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
30 (8.9.1899)
Date
1899-09-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 30 Wnn, Frei!«? Ji'discliea Volksblatt 8. Soplomher 1890 Seite 7 empfohlen wurde — denn das ist nur eine Nummer mehr in seinen Jncorrectheiten und stehe erstaunt vor dem Plane der Gründung eines israelitischen Gemeindeverbandes, der nur darum nicht Zustandekommen kann, weil diejenigen, die ihn wollen, nichts Ihn» können, und die etwas Ihn» könnten, nicht wollen. Diese Information ist man L. S. schuldig geblieben dort, wo er von diesem Plane Kenntnis erhielt. Ich kann die Ansicht nicht theilen, als ob die Inden nicht litten von den genannten christlichen Prodnctionsgenossenschaften. Bekanntlich ist das die neueste Mode des wirtschaftlichen Antisemitismus, welcher sich in Croatien erst in ihren Anfängen befindet. Die Agitation ist groß und dürfte noch nicht den Culminationspunkt erreicht haben. Ich lese fast täglich Aufrufe zur Gründung neuer Productionsgenosscnschaften und befürchte ein weiteres Vordringen des Antisemitismus. Diese Befürchtung wird durch die Verbrüderung der Croaten mit den vom Antisemitismus vergifteten Slovenen sehr bekräftigt. Man darf über die einzelnen Symptome unseres Antisemitismus nicht so leicht hinweggehen und sich mit den Gefühlen der Sicherheit einlullen. Des Weiteren berichtige ich, dass es auch Inden im Staatsdienste gibt, besonders im ritterlichen Stande, im Verhältnisse zur Gesammtjudenschaft eine genügende Anzahl, die im Laufe der Jahre gewiss wachsen wird. Vergessen wir aber auch nicht, dass die Inden selber keine besondere Vorliebe haben für den Staatsdienst, weil sich ihre Erziehung und ihr Leben nur schwer mit dem geringen Gehalte eines Staatsbeamten in Einklang bringen lässt. Dieser Umstand darf bei solchen Klagen nie übersehen werden. Dass die Juden ein ausschlaggebender, politischer Factor sind, wird nur die Eitelkeit zugeben, wäre dem so, würden wir nicht von Negierungsgnaden einen jüdischen Abgeordneten haben. Ich kenne Städte, in denen die Juden seit Jahren oppositionell wählen, ihrer geringen Zahl wegen kann man ihnen jedoch keine besondere Wichtigkeit zuschreiben. Dem Jndenthume hat jener Berichterstatter der zur Zeit der Stichwahlen einem in Wien erscheinenden jüdischen Wochenblatte aus Kopreinitz mittheilte, der jüdische Candioat Dr. Schwarz sei daselbst nnt Hilfe der Inden, die den Ausschlag gegeben, gewählt worden, keinen Vortheil gebracht. Hätten die Juden vielleicht gegen ihren Glaubensgenossen stimmen sollen? Gebürt ihnen dafür etwa ein besonderes Lob? Wenn das nicht das Höchste in der Naivetät eines anonymen Berichterstatters ist, so weiß man nicht, wo das Naive beginnt. Wenn Herr L. S. die Rechtsverhältnisse der croatischen Judenschaft besser kennen würde, würde er nicht behaupten, dass wir nur geduldet sind, während — um nur einen Beweis 51t erbringen — die Confiscation der antisemitischen Blätter oft „wegen Aufreizung gegen eine gesetzlich anerkannte Religion" erfolgt. Ich bin zu Ende, denn das Thema des jüdisch-nationalen Gedankens innerhalb der croatischen Judenschast lässt sich, ohne in den Fehler des Herrn L. S. zu verfallen, nicht in einigen Zeilen erschöpfen. Wir Juden in Croatien haben kein jüdisches Blatt. Das ist jammerschade, denn es fehlt dadurch ein wichtiges Mittel, den jüdischen Geist zu erwecken, aber oberflächliche Schilderungen und incorrecte Auseinandersetzungen, wie wir sie leider oft von unberufenen Leuten in der jüdischen Presse lesen und leider auch den Versuch des Herrn L. S. in diese Kategorie einreihen müssen, tragen weder zur inneren Kräftigung des Judenthums bei, noch verbessern sie unsere Lage unter den Mitbürgern, mit denen und von denen wir leben. Die Devise der Presse muss die Wahrheit sein, und darum das erste Erfordernis Offenheit, Aufrichtigkeit, Objectivität und nicht sich hinter der Schanze zweier Buchstaben verbergen. Dies soll sich Herr L. S. zum Leitstern machen, dann wird ihm das crvatische Judenthum Dank wissen. Genehmigen Sie, geehrter Herr Redacteur rc. Karlstadt, Croatien, am 18. August 1899. Dr. G. Schwarz, Rabbiner. Eingesendet. Sehr geehrter Herr Redacteur! Die Unterzeichneten, welche an der Berufskrankheit der Setzer, der Bleivergiftung, litten und im jüdischen B a d e- Hospital des Cnrortes Teplitz-Schönan Heilung suchten, fühlen sich hiermit verpflichtet, dem Vorstand desselben. Herrn Geh. Sonitätsrath Dr. M. Hirsch, ihren tiefgefühltesten Dank anszusprechen. Herr Geh. Sanitätsrath Dr. Hirsch wendet in der Ausfüllung seines Berufes ein ganz besonderes Augenmerk den jüdischen Arbeitern zu, deren Wünschen er auch in Bezug ans rituelle Kost mit seltenem Entgegenkommen zu entsprechen sucht. Wir halten es für eine Pflicht der Dankbarkeit, dies öffentlich zu constatiere». Indem wir Ihnen, sehr geehrter Herr Redacteur, für die Aufnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichnen wir Hochachtungsvoll prachtbibel für Jsraeliteq in deutscher Uebertragung von Dr. LUOW. PHILIPPSQN. Illustrierte Prachtausgabe mit. reichen Text.-Verzierungon und,einhundertvierundflinfzig grossen Bildern von GUSTAV DORE. firossfoiio in einen liami prachtvoll gobunden, mit Lodem'icken, Goldschnitt und reichster Gold- und Hnliefprossung nach Zeichnungen von JULIUS SCHNORR. Der Einband ist dem erhabenen Inhaft des Werkes und der mosaischen Tradition entsprechend in künstlerischer Vollendung ausgeführt. DerPreis beträgt statt ries Ladenpreises v, 55fl. nur 30fl. ö. W, und ist das Work auch in 3n\onaU. Traten von je 10 fl. zu beziehen. Das Werk ist natürlich tadellos und zu diesem Preise nur zu erhallen in 102 Sträussler’s Antiquariats-Buchhandlung, Karlsbad Kreuzgasse vis-ä-vis dem MUhlbrunnen. Anton Steiner und Jacob Mayer. UMtheilrmgen ans dem (Die Nachprüfungen ans der mosaischen Religion) für Schüler und Schülerinnen der Volks- und Bürgerschulen aus den Bezirken III bis X und XIX werden Sonntag, den 10. und D ienstag, d e n 12. d. M. von 9 bis 10 Uhr vormittags I., S e i t e n st e t t e n g a s s e Nr. 4, 4. Stock, vorgenommen. Wien, im September 1890. Der Vorstand der israel. Cnltusgemeinde. (Firma Adolf und B. Hofbauer.) Wie uns diese seit 33 Jahren am Wiener Platze bestehende Band-, Spitzen-, Sammt- und Seidenwaren-Jmportfirma mittheilt, hat dieselbe in Wien weder ein Commissionslager noch eine Filiale, und sind daher alle Ablieferungen und Aufträge nur I., Tuchlauben Nr. 24—26 zu richten. Briefkasten. Für die lieben Nenjahrs grüße, die uns so zahlreich zukamen, entbieten wir auf diesem Wege besten Dank nnd Erwiederung. Die Redaction. Haus Strebinger, Eibenschüh. Wir haben uns mit dem Dreyfus-Prozess so oftmals als es für ein jüdischnationales Blatt nothwendig und zweckmäßig ist, bereits früher beschäftigt. Berichte können wir als Wochenblatt doch nicht bringen. Ansichts-Kartei) fiir Wiederverkäufe!*. nmi wi-Karten. I. Collection. 50 Stück 2, 3, 4 und 5 fl., 10 Stück Musterkarten I fl. -<$>$►- Ansichtskarten Yom Obercantor Goldstern 10 St. 30 kr. gegen Voreinsendung des Betrages in Briefmarken. Papier-Handlung B. QRtNWAlD Wien, II., Circusgasse 10. 117 Kaffeeu. Thee Versandt-Haus KARL PERLES Wien. 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