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Jüdisches Volksblatt · 1899-06-23 · 19 (23.6.1899) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
19 (23.6.1899)
Date
1899-06-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Jii(li?c])ps Volksbklt 2:5. h m 1809 Seite 7 Wien. Freit in allertiesster Verehrung beim Einblicke der ehrlichen Gestalt Achers, dessen Lebensinhalt die Gesellschaslsbedürfnisse ansfüllen. '-Acher ist anch Volksredner. Er spricht aber nicht das Längstgesagte aus, er verkündet, nms e t denkt. Er theilt uns seine Zweifel mit. Israel ist für ihn nicht blost ein hungriges Gesindel, sondern ein Volk, eine Enlturnntion. Er bespricht sein in Basel abgehaltenes Meferak und bewundert die Tiefe seines Denkens, seinen Scharfblick, seine Unerschrockenheit und Eonsequenz. „Der 'Wille ist es, der dem Ghettojnden fehlt, und den müssen sie von anderen erlernen," so sagt '-Acher; Dr. Berdyczciosky meint aber, alles müssen die Ghettojuden bei anderen erlernen, oder viel richtiger, alles ändern. Der ytainc selbst ist für Tr. Berdyczeiooky nicht ohne Bedeutung. „Acher" heisit im Hebräischen „ein anderer"; nur müssen alle andere werden. Ein Freund von illeher ist S. Lublinski. Ein Mann, der unlängst bekannt wurde. Lnblinski versteht, tief und durchdringend in die Geschichte zu blicken. Auch er ist zu uns von austen her gekommen. Tr. Berdyezeivsty sagt, es freue ihn manchmal, dass es Fremde sind, die uns zuhilfe louimen, dass Leute, die nicht gleich uns tausendjährigen Schickt schleppen, zu unseren Führern werden. Sie sind nicht bloß Männer einer Vergangenheit, sondern auch einer Zukunft. Dadurch, dass diese Leute von allsten zu unS kamen, erhielten ivir neue Lebenskräfte und -Nerven. Lnblinski ist inehr Dichter als die anderen. Er ist der erste, der sich mit der nationalen Poesie zu beschäftigen begonnen hat. Tie jüdischen Dichter, die in anderen Literaturen schaffen, für Frentde diehteii, müssen selbst „Erdgcruch" bekominen, selbst Sohne eines Volkes werden; sie müssen ihre Seele, ihre historische, tausendjährige Seele zu Worte kommen lassen. Dann werden sie eine gewaltige Poesie schaffen, eine Poesie des Lebens, eine Poesie der Ewigkeit. Lnblinski ist auch Politiker; aber inanehmal, wenn man seine politischen Aufsätze liest, so horcht mau ein Wollen zum Schaffen heraus. Der fünfte Essay ist über Achad-Haam, einen Mann. der die geistige Dieuofutiou im Volke kennt, einen Mann, der ganz vereinsamt dasteht. Berdyczewsky ist ein ausgesprochencr Gegner Achad-Haams er schrickt aber zusammen bei der kolossalen Ehrlichkeit und Selbstverleugnung Achad-Haams, der der größte und tiefste Kenner deS jüdischen Volkes ist. Ec ist einer der wenigen Geistesheroeit, die wir überhaupt besitzet'.. Er ist ein Manu von felsenfester Ueberzeugung, der unermüdlich an seiner Sache sortarbeitet. Es existiert für ihn — anher dem jüdischen Volke „Unsere Ahnen", schreibt Achad-Haanl irgendwo, „wurden in verhängnisvollen Zeiten geistig gehoben; ihre moralische Kraft steigerte sich außerordentlich rntd edel. Jetzt ist diese Eigenschaft bei tntserem Botte verloren gegangen." „Und er selbst", meint Tr. Berdyczewsky, „ist einer jener Geistesheroen, die unser Volk besitzt." Der sechste und letzte Essay ist über Ben Iehndah. Ben Iehndah ist ein Mann, der in Alt-Jerusalem lebt und in seinem Hause ein Nen-Iernsalem zil erziehen seit Jahren bemüht ist. Er ist einer der größten jener Schwärmer, die ihrem Volke mehr Jugendsrische, mehr Poesie beibringen möchten. Seit fünfzehn Jahren führt Ben Iehndah einen heftigen und unerbittlichen Kampf gegen die vertrockneten und verdorrten Philister Jerusalems, gegen die alten Bücher, die unsere Seele anssogen und aus uns wandelnde Buchstaben machten. Rührend ist anch der Schluss. Er ist voll lyrischer Schönheiten und verdient ganz übertragen zu iverden. Demi mit diesen knappen Worteil ist der Inhalt beiiveiteiit nicht übergeben, Talent zeigen auch „Schatten" unb „Frühling" von dem leider unlängst frühzeitig verstorbenen Feierberg. Es sind Leiden eines Junghebräers, der nach innerer Befreiung, nach Genesung von einer Büchercultur schmachtet. In tiiappen, aber verständlichen Worten übergibt uns Tr. Th. Herzl in einem Aufsätze „Erez Israel" das Bestreben der Zionisten. Zeitgemäß und interessant ist aruch das „Zionisten-Programm" von Max Nordau. j Unter anderem ist noch eine Biographie mit Photographie Gustav; Karpeles' von R. Brainin zu erivähncn. Wieso Herr Braiuin auf j die Idee kam, Herrn .Karpeles als einen Natioualjudeu zu bc-! handeln, wissen die Götter und vielleicht auch Herr Brainin. Wir . Leser wissen es allerdings-nicht. .1. äl. Alfred Draub in A.: Die gewünschten Exemplare dürften Sie bereits erhalten haben. Wir haben das Manuscripk aus dem Nachlasse K n l k e's von dessen Erben erworben ititb ist die Möglichkeit ganz ausgeschlossen, dass die Novelle in irgendeinem ''Verlage bereits erschienen wäre. 'Alfred H.: In nächster Nummer. Dr. B.: Die Hitze ist Ihnen zn Kopse-gestiegen, dieses erscheint in Anbetracht Ihrer grasten Jugend sehr'begreiflich. Wir wollen warten, bis Sie etwas — „älter" geworden sind. Nichts für ungut. David H. in P.: Sie wünschen, dass die „Bewegung" rapid um sich greise, ivir wünschen es ebenfalls, können aber in keiner Weise auf die Beschleunigung einwirken. Siegfried N.: Besten Dank für ihre Liebenswürdigkeit. Alexander I.: Die Tiscnssionsabende des „Jüdischen Volksvereines" sind während der Saison morte fifitevL Nabbiner Kl. in Drosan: Wir würden uns bestreben, Ihrem Wunsche nachzukonnnen, leider sieht uns nicht alles zugebote. ''Allenfalls werden ivir trachten, noch einiges aus dem gesammelten Äiachlasse zu criverbeu. Besten Grust. Emil Sch., Friedland: Besten Dank für Einsendung- Erledigung erfolgt brieflich. Dr. N. N , Nakonil;: Bitte um Entschuldigung, dass noch nicht geantwor et. <Nründe brieflich in den uächfteu Tagen. Nabb. Ncttl: Bis heute lein Offert angelan.zt. Mir werden Ihnen, sobald solche einlanfen, sofort übermitteln. Hrrichtigrmg. In dem vvrwöchentlichen Artikel über Dr. Hildesheimer hat es statt Gcunson, Raphael, Hirsch zu heißen : S a m s o n! R a p h a e l H i r s ch, statt glitten Juden, manche seiner Schüler! aus, g l i t t e u zudem m a n ch e feiner S ch ü l e r aus. Briefkasten. 9». Gcstring, Alfred Tranb. Hermann Klauber, Fischet Vogel: ^Abonnement dankend erhalten. Gabor Steiner in Sz. Sz. Miklos: Ihre werte Zuschrift ist uns nicht recht verständlich. Wir sind uns nicht bewusst, d e Beantwortung einer Eorrefpondenz jeuiats unterlassen zu haben; geradezu lächerlich wäre es, wcun wir irgendwelche Nationalität unserer Abonnenten bevorzugen würden. Wollen Sie sich gefälligst deutlicher aussprechen und wir werden nicht ermangeln, Ihnen bereitwilligst Aufklärung zn geben. W. Freund irr il.: Betrag dankend erhalten. Abonnernent bis 15. September eingetragen. D. Engel, Kneznrmare: Herr I. Üä zählt vorläufig noch nicht zu unseren ''Abonnenten, ob er aber Ihr Exemplar' möglicherweise zum Durchlesen bekommt, müssen Sie besser wissen und können Sie an Ort und Stelle dem Hebet leicht ab Helsen. Wir können diesbezüglich von hier ans gar nichts veranlassen. Witter. wollt ihr (Liiere Kill 'er gits'.nid erhalten, kauft keine Kinderwagen ans Korbgeflecht, oieselben sind Träger der Inseetivnskrankheiten und Brntnester der Wanzen. Kauft blos Hhgirnischi: Kinderwagen, wit wasch.'arer Adjustierung, jinn riegen und Sitzrn verstellbar, und Patentkvrben ans Metall. Empfahlen von är;!lichen Cavaeitäten! Gröstte Reinlichkeit'. Höchste Eleganz: s R 4 FTiVf A \ \ k. u. f. Privilegiums-Inhaber, Mi n, VI., Miller,gasse . ,vcrthlvfen Nachahnmngcn wird gewarnt; nur echt wenn obcnstchcnde Schutzmarke am Boden des Wagens ersichtlich ist. PU -»sMZ Jllnstrierte Eatnloge gratis und franco. gsgs«- i£= Hotel und . räomijesäfe." 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Mär; I8'.'9. zayrr an brr schrrcklichon Herma, einer KraM)oit, welche mir Jene, rn mid vir Qual«,-derselben lennen. gefchem und miü) mehreren i'ler;ten anvertcaut, aber alle mir geeriing verloren und mich für lebenslänglich beriirtheilt glaubte, diese von einem Bekannten ans Lemberg, ast sich dvrt ein gewisser Herr das; snmmtliche 'Aeegte und Gelehrte über itzn und seine Beyaiidliiiig, gn meinem Lei Ivesen litt iit> inene n:o u die das Uiupück haben, an derselben;u lrioen. beni Iil meiner Bergiveislnng habe ich kein r. reichten Medieamente hatten;n meineni grössten Lei Als ich bereits jediveve Hvssming am eine schi»er;vvlle Krankheit nicht los;» werden, erfuhr M. freilich, ein wahrer Wmideemensch, befin et > welche nur kurze geil dauert, staiuien. Da ich iLchts mehr;» v t ivelihe derselbe selbst leitet, ein nno wie enea» oi zehn Tagen voltsiändig geh.-ilt nnv besinve mich Ich sehe mich also ver;>fi> erretten, üsfeiiklich meinen besten c »nd glaube auch Delijenigen dm Hern u leiden und von der Cxisten; des Herrn M. erhalten, niclit wissen. Indem ich Ihnen, Herr Tireetor, für di Hochachtung. Lemberg, kehrte in die Anstalt des Herrn M. Freilich, oe ich von ihm ohne jedwede Lchmergen im Verlause von fitu:firit, gerade als wenn ich nie krank gewesen wäre, verstanden, mich an-s meinem schmee;vollen Leiben;n Bemerken, dast i-.h ihn lebenslang dankbar sein werde eine Woliltliat;u euoeisen, welche an der schrecklichen isehe», welcher Wunder schasst imo nngählige Belvunngen I vi.ser pseilen danke, empfangen Sie gleichzeitig meine m Ln» 0. Gagiuiescu. iernhard Schwarz!; Goldiirbüiter — Specialisl (64) in Goldkotten eigener Erzeugung Wien, VI/1, Dürergasse 4. ~MmEir politiert, altdeutsch u. Barock (73) in grosser Auswahl. Ig. 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