Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1899)
- Issue
- 15 (26.5.1899)
- Date
- 1899-05-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 26. Mai 1899 Seite 7 thätigkeiissinn unserer Glaubensgenossen appelliert haben werden. Die Spenden wolle man an den gefertigten Verein senden, der sie in seinen ..Mittheilungen" ausweisen wird. Bei Einsendung von Spenden an die jüdischen Blätter oder an andere Sammelstellen wolle man ausdrücklich hinzufügen: Für den Verein „Ahawalh-Zioii" in Tarnow. Tarnow, im Mai 1899. Der Verein für Colonisation Palästinas „Ahawath-Zion". Dr. Abraham Salz (Tarnow), Präsident; Leib Spitz (Tarnow), Präsident-Stellvertreter; Julius Hochfein (Lemberg), Präsident-Stellvertreter; Dr. Ehrenfeld, Oberrabbiner (Prag), Dr. H. Fialla, Advocat (Wien). M. Holländer (Tarnow), Hermann Lichtblau (Tarnow), I. S. Fuchs, Nedactenr (Krakau), Berisch Maschler (Tarnow), S. Bienenstock (Tarnow), S. M. Spira, Secretär (Tarnow), Mendel Poineranz (Tarnopol), Dawid Tieger (Lemberg), Dr. CH. Brody, Rabbiner (Nachod), Pinkas Horvwitz, Rabbiner (Bohorodczany), Dr. S. R. Landau (Wien), Dr. H. Gabel (Lemberg), A. H. Zupnik (Drohobycz), Efroim Sternhell (Rvhatyn), S. Schorr (Lemberg). Einil Broch (Tarnow), M. Aschkeuazy (Zbaraz), H. Engelberg (Tarnobrzeg), Dr. I. Günzig, Rabbiner (Biala), Dawid Fast (Tarnow). Dr. A. Ader, Secretär (Tarnow), Ed. Schwager (Tarnow), Jonas Kreppel, Redacreur (Krakau), S. Melzer (Rohatyn), Hirsch Nagelberg (Chodvrow), Ntichael Schapira (Tarnow), L. Taubes (Kolonien), L. Landau (Gorliee). Miltheilungerr atts dem VülrlLcrrm. Wie wir erfahren, hat sich die Tochter unseres Parteigenossen Herrn L. Frankfurts r, Frl. Camilla Frau kf u r t e r, mit dem Ingenieur der Nordbahn, Herrn Geza Brandteis, verlobt. träge mit dem Aufträge zur Kenntnis nehmen, selbe dem zu wählenden Vorstande zur eingehenden Untersuchung zu empfehlen. Hierauf werden -die verschiedenen Anträge fallen gelassen und auf Antrag des Herrn Le mb erg er soll nach Verlesung der Statuten zur Wahl des Vorstandes geschritten werden. Mit den Statuten ist die Versammlung einverstanden. In den Vorstand werden folgende Herren einstimmig gewählt: S. Diamant, I. Feldma?nt, M. Figdo r, S. Fische r, I. Fleisch manu, W. Jaulus, L. Klein, N. Lunzer, N. Mensch, H. Neufeld, H. Plasch kes, I. Rabiu o w i t s ch, L. R i ch t e r, I. S t e r n, I. Weiner. Die Herren nehmen die auf sie gefallene Wahl dankend an. Bei der darauf stattfindendeu Aiisschusssitzung werden die Functionen an die Herren vertheilt: Präsident: S. Fischer, Vicepräsident: W. Jaulus, Schriftführer: Rudolf Lunzer, Cassier : D. F l c i s ch m a n n, Controlor : I. R a b i u o w i t s ch. Nach der Wahl wird die Versammlung geschlossen, der Vorstand hält seine erste Sitzung unter Vorsitz des Präsidenten ab. (Die Ortsgruppe „Mariahilf-Nenbau" des Zion") veranstaltet Sonntag, den 27. d. M. im Restaurant Löbl, 6. Bez., Schmalzhofgasse 10, präcise 8 Uhr abends ein Gartenfest mit anschließendem Tanzkräuzchen. Aus dem reichhaltigen Programm, das ein Prolog aus der Feder des Dr. Lev S o f e r einleitet, ragen vor allem die Vorträge des I jüdisch-akademischen Sängerchores hervor. Die Kapelle des k. u. k. Infanterie-Regimentes Nr. 64-, der treffliche Humorist ^Jos. Mo br, werden durch ihre Leistung das Publicum be- I friedigen. Zum Schlüsse gelangt der Studentenulk „Die! Macht des Gesanges" durch Mitglieder der „Makkabäa" l zur Aufführung. Während der Vorträge findet ein Blumen-! eorso und Verkauf von Blumen, Palästinawein, Champagner rc. in mehreren Zelten statt, in welcher Damen aus der besten! jüdischen Gesellschaft als Berkäuferinnen fungieren. Karten im! Vorverkauf 50 kr. (an der Abendeassa 70 kr.) sind bei den j meisten Vereinsmitgliedern erhältlich. «■■■si.... ■■ ---...... Aus den jüdischen Organisationen. (Die konstituierende Generalversammlung des israelitische» Hilfs- und Darleheusvereines „Jeschvttah"), abgehalten am 21. Mai 1899, um 7 Uhr abends, im Restaurant Kunstadt, li>, Große Schiffgasse 8. Anwesend sind 25 Mitglieder. Im Namen deö vorbereitenden Comites begrüßt Herr W. P a p p e n h e i m die Erschienenen und eröffnet die Versammlung. Zum Vorsitzenden wird Herr W. Pappen heim, zum Schriftführer Herr I. Freu der designiert. Hierauf setzt der Vorsitzende den Zweck des Vereines auseinander und schreitet zur Verlesung der Statuten. Dabei entspinnt sich eine längere Debatte. Herr Donath beantragt, 20 bis 30 fl. ohne Giranten zu leihen, modifieiert später .seinen Antrag auf 10 fl. Herr Plaschkes bemerkt, dass die Darlehen auf eine bestimmte Summe zu beschränken seien, ferner schlägt er vor, durch eine freie, allgemein zugängliche Versammlung Propaganda für den Verein zu machen, und bei Creditgewährungen 5 Percent zu nehmen. Der Vorsitzende entgegnet zum letzten Punkte, es sei durch das mosaische Gesetz verboten, Zins zu nehmen. Herr Klein will, dass vorgeftreckte Summen der Mitglieder, wie bei der Postsparcassa, mit 3 Percent verzinst werden. Herr Freud er stellt die Anfrage, ob der Verein iuterconfessionell sei, was vom Vorsitzenden verneint wird. Herr L e m berger ersucht, die Debatte abzukürzen. Herr Plaschkes ergreift nochmals das Wort, bemerkt, das Statut sei genehmigt und könne nicht mehr abge- .ändert werden. Die Proponenten mögen die verschiedenen Anj (Der allgemeine Kranken - Unterstützungs-; verein ,,'Montefiore",) Stadtgutgasse, hat ein neues! Sefer-Thoia angeschafft unb fand das Fest der Einweihung! am vorigen Donnerstag-Abend im neuen Tempel statt, nachdem! im Vereinslocale nach alter Sitte einige noch fehlende Buch- I staben von Herrn Dr. Schmiedl und einzelnen Mitgliedern ge-! schrieben wurden. Im Tempel gieng Obercantor Goldstein der neuen Thora nüt zwei älteren Rollen entgegen, worauf die Hakofanth vorgenommen und die Segenssprüche verkündet wurden. In der Festrede gedachte Dr. Schmiedl der seltenen Vorzüge ilnd Verdienste des edlen Philanthropen, dessen Namen der humanitäre Verein trägt — dessen Wohlthätigkeit sich besonders auf Kranke, Witwen und Waisen erstreckt. Aus diesem erhebenden Anlasse spendete Herr Emanuel Taub einen prachtvollen Vorhang für die Bundeslade, welcher nebst Herrn Jacob und Elias Weiß sich um das glänzende Fest besonders verdient machte. Abends folgte ein animiertes Bankett im Restaurant Hatschek, bei welchem Herr Obmann Josef Pollak in gelungenster Weise den ersteit Toast auf den Kaiser ausbrachte. Ein Hoch wurde ferner gebracht dem Vereine „Montefiore", wie auch dem Witwen-und Waisenfond - Vereine, den Damen als Helferinnen im edlen Wetteifer des Wohlthuens. Die vor dem Tischgebete zu wohlthätigen Zwecken gewidmeten Spenden überstiegen die Summe von 88 fl., und nachdem mehrere Redner der allgemeinen Sehnsucht nach einem passenden Bethause geziemend Ausdruck verliehen, schloss um Mitternacht das erhebende Fest. (Jüdischer Handwerks- und Ackerbanverein in Budapest.) Der unter denr Präsidium des Reichstags- Abgeordneten Dr. Armin Neumann stehende israelitische Handwerks- und Ackerbanverein versendet den von seinem Secretär David K e m e n y verfassten Jahresbericht. Demselben ist zu entnehmen, dass die Aufgaben des Vereines einerseits mit der Zunahme der hilfsbedürftigen, armen und verlassenen Kinder, andererseits mit dem Anwachsen der an die Ausbildung von Gewerbetreibenden geknüpften Anforderungen von Jahr zu Jahr wachsen. Der Verein war demgemäß bestrebt, eine erhöhte Thätigkeit zu entfalten, indem im abgelanfenen Jahre durch Neuaufnahme von 140 Kindern die Zahl der Zöglinge sich auf 475 erhöhte. Von diesen haben im Vorjahre 50 ihre Lehrzeit beendet; sie konnten als erwerbsfähige Jünglinge verwendet werden. Im Lehrlinzsheim des Vereines, welches den neu ankommenden und den von ihren 'Meistern plötzlich entlassenen und obdachlos gewordenen Zöglingen als jeweiliges Asyl dient, finden ganze Verpflegung 28 interne Zöglinge, die vermöge einer besseren Vorbildung (3—4 Mittelschulclassen) für die gewählten schwerer zugänglichen Handwerksbernfe (Mechaniker, Broncearbeiter, Instrumentenmacher, Ledergalanteriearbeiter. Marmorsteinmetze rc.) ausgebildet werden. Zum Zwecke der selbständigen Etablierung stehen dem Vereine Legate und Stiftungen zur Verfügung, von welchen auch im Vorjahre Gebrauch gemacht wurde. Der Verein weist leider ein Deficit von 1718 Gulden aus und sah sich derselbe leider auch gezwungen, 87 Aufuahmsbewerber zurückznweisen und war auch nicht in der Lage, sein auf die Heranbildung voik tüchtigen Ackerbauern bezügliches Programm zu verwirklichen. Behufs Vermehrung der Bereinseiukünfte wurde unter der Leitung des Vicepräsiventen Adler ein Propaganda- Comite entsendet und ein warmer Appell an die Glaubensgenossen gerichtet, durch Beiträge eine Erhöhung der Thätigkeit und Lebensfähigkeit des Vereines zu ermöglichen. Briefkasten. Karpeles, Lissa. Ihr Abonnement läuft bis 30./6. Wir danken für die uns freundlichst gesandten Exemplare und werden Ihnen ebensoviele Nenerscheinende senden. Wanda Z. Nach dem jüngst erschienenen Leitartikel, erscheint es zweifellos, dass der „Kurjer" auch schon antisemitisch verseucht ist. Sonderbar ist es allerdings, dass dieses Blatt von der Commune eine Subvention erhält, wo, wie Sie behaupten, die Mehrheit im Gemeinderathe und der Bürgerm e i st e r Juden sind. Dass der Herausgeber Magistratsbeamte ist, macht die Sache noch interessanter. — Schöne Gegend! B. in H. In dieser Form ungeeignet. Heinrich B. Als „Intelligenzler" wird Ihnen der Präsenzdienst auf Staatskosten nicht bewilligt werden, Sie können jedoch als „Pauschalist" dienen. Leopold H. Dr. Hirsch Hildesheimer, Berlin, Gypsstraße 12a. Zerline. Am 6. Juni. Edgar. Der rüde Ton soll Sie nicht wundern. — Seit dem Regime der Terroristen hat man sich daran gewöhnt. Arthur S. in B. Sind Sie nun zufrieden? B. Gb. Wir werden genaue Information einholen und Ihnen dann brieflich berichten. Alfred G. Die Absicht liegt auf der Hand. Die „Bürger" der Leopoldstadt sind nicht so arm, dass sie behufs Herbeischaffung der Fonds für den Pomp des Frohnleichnamsfestes auf die „Schnorr" gehen müssen — man will bloß Herrn Luican Brunner und mit ihm jeden Juden als enfant terrible stempeln. — Wo die, durch Verweigerllng jeder Subvention angesammelten Capitalien sich befinden, wird man mit der Zeit erfahren. Dr. B. in L. Die k. k. 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