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Jüdisches Volksblatt · 1899-02-24 · 2 (24.2.1899) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1899)
Issue
2 (24.2.1899)
Date
1899-02-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. L Wie*, Freitag Jädipchts Volksblatt 34. Febiuav 1899 Stile 7 ist eitler von den wenigen, die nicht schreiben wollen, sondern schreiben können. Aber auch einer von den weniges, die fich osten, ohne Scheu, als Inden bekennen und für die jüdische Sache kämpfen. LuhlinSki ist einer unserer feinsten Essayisten. Er besitzt die Kraft, durch ein paar Worte die Charaktere markanter Persönlichkeiten zu zeichnen und aus ihren subtilsten seelischen Regungen ihr „Ich" plastisch wiederzugeben. So hat er uns Hebbels „Judith" nähergerückt, Hebbels Inden in der „Genoveva" und „Herodes und Mariamne", Otto Ludwigs „Makkabäer" und Grillparzers „Esther" und „Nabel von Toledo". Naturgemäß müsste Lublinski, wie er selbst sagt, gewisse heikle Probleme der Gegenwart mindestens streifen. Er müsste die „Judenfrage" berühren und namentlich auch ihre jüngste Phase, den Zionismus, und er hätte es für unwürdig gehalten, in dieser Hinsicht seine Sympathien nicht osten auszusprechen. „Aber alles Politische ist doch nur Nebenzweck. Man faste dieses Büchlein als das ans, was es sein will: ein kleiner Beitrag zur deutschen Literaturgeschichte, gesehen aus dem Gesichtswinkel eines jüdischen Temperamentes". Gerade dieses jüdische Temperament wirkt, wenn es Objectivität bewahrt. Die besitzt Lublinski in hohem Maße. Dazu ist er ein Künstler und Philosoph, der eben au der „schlichten Unschuld und Natürlichkeit" der jüdischen Heldenzeit seine hellste Freude hat. I). („8ongs krom the Ghetto“) nennt sich eine von Leo Wiener aus dem Jargon ins Englische übertragene Gedichtesammlung von Moritz Rosenfeld. Das Bändchen hat in Amerika ungemeines Aufsehen erregt, da bis jetzt noch nie aus dem Ghetto solch schwungvolle Poeme verfasst wurden. Der Jude als physischer Arbeiter. Die Behauptung, der Juoe sei von Natur nur für den Handel geeignet und verabscheue die körperliche Arbeit, als unwahr widerlegt zu haben, ist das Verdienst eines russischen Gelehrten. Auf Grund vieler und mühseliger Arbeiten hat Dr. Leonty Soloweitschik ein Buch veröffentlicht, unter dem Titel: „Un Proletariat meconnu. Etüde sur la Situation sociale et econoniique des ouvriers juifs.*) Nicht vom politischen oder tendenziösen Standpunkte aus, sondern auf Basis rein ökonomischer Studien mit äußerst sorgfältiger Zusammenstellung statistischer Daten hat der Verfasser seine sich selbst gestellte Aufgabe bearbeitet und, soweit es überhaupt möglich, in jeder Hinsicht glücklich gelöst. Der Verfasser begründet in ganz vorzüglicher Weise, warum er gerade von einem „Proletariat meconnu" spricht, denn thatsächlich ist in vielen, auch jüdischen Kreisen die Meinung vorherrschend, dass alle Juden Kaufleute seien, allenfalls weiß man noch, dass es jüdische Advoeaten und Aerzte gibt. Wer aber mit der Nachricht käme, dass der weitaus größere Theil der Judenschaft Arbeiter, ja Proletarier der allerärmsten Sorte sei, würde in den genannten Kreisen auf Unglauben und lebhaften Widerspruch stoßen. Soloweitschik erbringt den Beweis. Er hat die jüdischen Arbeiter dort studiert, wo sie in compacten Masten beieinander leben. Da ist vorerst sein Vaterland Russland, das Nachbarreich Rumänien, sodann England, Nordamerika und Holland; unberücksichtigt und einer späteren Arbeit Vorbehalten blieben die österreichischen Juden in Galizien und Ungarn, ferner das in letzter Zeit so oft genannte Algier, sowie Marokko und Palästina. Ueberall fand der Verfasser, dass der jüdische Arbeiter sich anszeichnet durch Fleiß, Nüchternheit und Sparsinn; allüberall strebt er die Besserung seiner traurigen Lage an, und wenngleich es ihm selbst nicht vergönnt sein dürfte, diese Besserung mitzuerleben, so ist es sein stetes Bestreben, dieselbe für seine Nachkommen zu erringen. Der Familiensinn und das Für das: Wie? mögen folgende Betrachtungen maßgebend sein. Die Tabellen zeigen, wie schon erwähnt, das normale Bild dts tzewerblichen Credites. Zwischen den gewährten Crediten nnh Rückzahlungen ist eine siete Differenz, die im Durchschnitt ttahezu 18 Percent beträgt, eine Ziffer, die mit den anderorts gemachten Erfahrungen auffallend übereinstimmt. 4 Jahre von den in Betracht gezogenen 12 machen davon eine halbe Ausnahme. In zweien war der zurückgezahlte Betrag größer, als hie Summe der gewährten Credite, in den anderen zwei blieb das Verhältnis der Differenz hinter dem sonstigen weit zurück. Im Durchschnitt ergab sich sogar eine S'28percentige Neberzahlnug, di« auf Rechnung der vorhergegangenen Rückstände zu setzen ist. Betrachtet man die Zahl der gewährten Credite im Verhältnis zur Mitgliederanzahl, sowie die Summe der Credite im Verhältnis zu den Gesammteinnahmen (Tab.! und V), so ersieht man schon aus der nahezu gleichen Percentnal-Differenz, dass hier ein höchst beachtenswerter Zusammenhang vorliegt. Dieser Zusammenhang ist logisch folgendermaßen aufzuklären: In einem Börein, wo zwischen den Mitgliedern ein bedeutend engeres, weil persönliches Verhältnis besteht, wo Obmann und Vorstand die gesammte moralische Verpflichtung tragen, machen dieselben es sich zur p e r s ö n li ch e u Pflicht, über die Mittel des Vereines zu wachen. Bleiben Mitglieder mit ihren Zahlungen im Rückstände, so werden Obmann und Vorstandsmitglieder persönlich ihr Möglichstes thun, die Rückstände einzutreiben, was erfahrungsgemäß mehr als alles andere nützt. Doch sind diese Männer gewöhnlich selbst in ihrem Berufe vielbeschäftigt, ihre Zeit ist also gemessen und der Kreis ihrer Intervention demgemäß beschränkt. Das sind empirische Thatsachen. Statistisch scheint die Grenze dieses Wirkens wenigstens in unserem Falle — der übrigens umso überzeugender wirkt, als er unter verschiedenen Skorständen eintrat-—imPercentualverhältnis 19-50 Percent zu der Mitgliederanzahl zu liegen*), wobei allerdings eine nicht zu große Mitgliederanzahl ins Auge gefasst ist. Dass die Grenze für die Höhe der gewährten Credite in dem Percentu.alverhältnis 70'3 2 der Gesammteinnahmen gelegen zu sein scheint, ist ei» aus dieser Statistik gezogener Schluss, dem man die höchste Wahrscheinlichkeit dann nicht absprechen wird, wenn man bedenkt,^.dass einerseits sowohl Mitgliederanzchl wie Einnahmen sich vermehrten, während anderseits diese vier Jahre gewiss nicht als für das Kleingewerbe ausnehmend günstig bezeichnet werden können, vielmehr das Gegentheil der Fall war. Geht ja doch der Gewerbestand von Jahr zu Jahr zurück! Es spricht also alles dafür, die gefundenen Verhältniszahlen als zistermäßige Basis für die Geschäftsgebarung der gedachten Reorganisation anzunehmen. Oder in anderen Worten: Nachdem diese vier Jahre das füb den Verein — abstract genommen für das Capital — günstigste Resultat geliefert haben und sich dasselbe bei einer I9'5percentlgen Betheiligung der Mitglieder, sowie bei einer 70'32percentigen Creditsumme des insgesammt zur Verfügung stehenden. Capitals ergab, so ist die^, größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass auf Grundlage dieser Berechnung bei der künftigen Geschäftsgebarung sich ein ähnlich günstiges Resultat ergeben werde. Diese Reorganisation würde in folgender Weise vorzunehmen sein: Der Verein sei in zwei Abtheilungen zu theilen: in eine Credit- und in eine Unterstützungs-Section. Sodann 400, mit 3 Percent verzinsliche Antheilscheine a 50 fl. — 20.000 fl. ohne jegliche Haftung auszugeben. Vielmehr sei diese Summe als ein mit 3 Percent verzinliches Darlehen zu betrachten, welches aus den etwaige» Ueberschüssen zu tilgen sei Bon diesen 20.000 fl. seien 15.000 fl. für das reine Darlehensgeschäft zu reservieren, 5000 fl. seien als Caution für die Benützung eines Reescomptes per 15.000 fl. (—33 Percent) in einer dem Vereine wohlgesinnten Bank zu hinterlegen, um Escompte treiben zu können. Der Mitgliedsbeitrag per 50 kr. Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Stammesgenossen ist _ . . c bei diesen Juden stärker, als das Clastenbewusstsein im Sinne) berzubehalten.^ Von den ordentlrchen Elnnahmen der modernen Arbeiterbewegung. . .^.** — — - " .““ Zu einer Zeit, da in den Geisteswistenschaften die historische Schule ihre größten Triumphe feiert, da sollte man sich auch mehr, als es bisher der Fall ist, bemühen, die Judenfrage vom historischen Standpunkte zu betrachten. Wenn die Juden noch heute in gewissen Ländern sich vorzüglich dem Handel zuwenden, so bedenke man, dass sie, von allen anderen Berufen seit dem Mittelalter ausgeschlossen, nur Geldgeschäfte betreiben durften. Seit ihrer staatsrechtlichen Emancipation aber sind die Juden mit Fleiß und Energie bemüht, in allen Berufen sich auszubilden, und wenn man sie von vielen zurückhält, so ist dies nicht ihre Schuld. Volkswirtschaftliches. Ein Credit- und Unterstiitznng-uerein für Kieingemerdetreidende. Bericht und Antrag an das Comits der Gewerbeversammlung. (Schluss.) Bevor wir in der Entwicklung fortfahren, sei Folgendes bemerkt: Die Schlüsse, die aus dieser kleinen Statistik gezogen! werden, machen keinen Anspruch auf unumstößliche Sicherheit. Dazu ist einerseits die Anzähl der in Betracht gezogenen Jahre zu kurz, andererseits ist es fraglich, ob die Verhältnisse dieses Vereines so vollständig die Verhältnisse des Gewerbestandes wiederspiegeln. Diesen Umständen ist in der Ausführung durch bedeutende Sicherheitszuschläge Rechnung getragen. Es können demnach die folgenden Schlüsse wohl den Anspruch auf größte Wahrscheinlichkeit erheben. Der Einfachheit halber fei angenommen, es werde der „Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender" reorganisiert und dessen Darlehensgebarung bedeutend erweitert. *) Pari«, F*lix Alcau, Brüssel, Henri Lamsrtön. (Mitgliedsbeiträgen) seien 2/s der Crehit-Section zuzuweisen, */a derselben, sowie alle außerordentlichen Einnahmen der Unterstützungs-Section. Bei einem (angenommenen) Mitgliederstande von 1000 ergibt sich demnach folgendes Budget: I. Creditgebarung. 1000 Mitglieder. Betriebscapital: 15.000 fl. für das reine Darlehensgeschäft. A. 15.000 fl. Reescompte. B. A. Auf Grund der früher entwickelten Basis werden nur 70-32 71 Percent der Gesammteinnahmen zur reinen Creditgewährung verwendet. Gesammteinnahmen bildet zu Beginn des Betriebes lediglich das zur Verfügung stehende Capital 15.000 fl. 71 Percent von 15.000 fl. 10.650 fl. (Es restieren daher vorerst 4350 fl. Diese Summe sei als Reservefonds in 4percentigen, von jedem Abzüge befreiten Papieren festzulegen.) Auf Grund derselben Basis fand sich eine Mehrzahlung von 5-28 Percent. Nehmen wir den normalen, auch hier gefundenen Percentsatz des Abfalles mit 17.09 Percent als Sicherheitszuschlag, so ergibt sich als Mittel ein wohl übermäßig gesicherter Abfall von 11-18 Percent 12 Percent. Die Rückzahlung der Darlehen sei ratenweise gestattet, doch so, dass die gesammte Zahlung nicht länger als höchstens ein Jahr dauere. B. Mit dem Reescompte habe es diese Bewandtnis. Die meisten Kleingewerbetreibenden haben bei ihren Kunden, die doch zumeist Privatkunden sind, nicht unbedeutende Forderungen außenstehen, bekommen aber gewöhnlich nur monatlich oder 6monatlich bezahlt. Um wieviel der Kleinmeister dadurch theurer arbeitet, da er immer kleinweise einkaufen muss, bedeutende Zeitverluste hat rc., weiß jedermann, der die Berhält- *) Dieses Ergebnis gibt zugleich auch einen wichtigen Organisationswink. Sollte die Mitgllederanzahl sich bedeutend heben, so müssten Bezirks-Sectionen mit Bezirks-Obmännern und -Vertrauensmännern sozusagen Vereine im Verein — organisiert werden. Diese Functionäre würden die moralischen Pflichten des Vorstandes für ihren Bezirk tragen und erfüllen müssen. Dass dadurch die Sicherheit des gegebenen Verhältnisses um ein Bedeutendes wächst, ist selbstverständlich. niste des Kleingewerbes kennt. Folgendes sei ein Versuch, diesem Uebelstande abzuhelfen. Der Kleinmeister, selbstverständlich nur ein Mitglied des Vereines, stelle eine Rechnung aus. Selbe trage am Schluffe folgenden ungefähren Vermerk: Ach Cndesgefertigter erkenne hiermit die mir von Herrn ...... vorgelcgte Rechnung als richtig an und verpflichte mich, monatlich am . . . . ten . . . . fl. . . kr. (.ö. SB.) darauf zu zahlen; (Oder: In je.. . Monaten vom heutigen Tage an re.), wobei ich zur Kenntnis nehme, dass das Jncasto dieser Rechnung nur der „Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender" vorzunehmeu berechtigt ist." Name. Stand. Wohnort. (Persönliche Unterschrift der Kmche). Auf Grund dieser von der Kunde acceptierten Rechnung stelle der Meister ein Accept aus, überreiche beides dem Verein zur Prüfung und dann zum event. Escompte uitb Jncasto. Dass normalster bei diesen! Vorgänge ein Verlust geradezu ausgeschlossen ist, ist sehr leicht ersichtlich. Gefährlich ist dieser Vorgang lediglich bei denjenigen Gewerbetreibenden, die auf Bauten arbeiten. Die Verhältnisse des Submistionswesens find zu berüchtigt, als dass darüber noch viel gesprochen werden solste. Trotzdem dürfte eine (angenommene) Abfallsrate von 8 Percent für den Escompte genügen. Der Zinsfuß des Vereines sei beiderseits 7 Pexceyt, fltr den Reescompte dürfte nicht mehr als 4 Percent bezahlt werden, was zu erlangen nicht schwer fallen kann. BudgetderCreditgebarung. A. und B.! Ausgaben, fl. 1080 . . . Director. 3pere. Verzinsung der Antheilscheine 360 300 , 400 250 , 600 fl. 2990 „ 1278 „ 1210 Diener zur Hälfte mit Unkerstützugspct. Secretär zur Hälfte mit Uxterstützungspet.; Zins zur Hälfte mit Unterstützungspct. Diverse.; . 12percentiger Abf. d. Darleh. per fl. 10.650 ----- fl. 1278. . 8percentiger Abf. im Escompte per fl. 16.000 --- fl. 1200. fl. 5408 fl. (7*/, Esc. 4*/, Reese.) „ 4000 Einnahmen. 745-5 . . 7perc. Verz. d. Darl. p. fl. 1Ü.Q50 . 4 „ „ „ rest. per,7 4M . 3 „ „ „ Caution „ 3 „ „ „ Esc. per „ der Mitgliedsbeitr. p. „ 1000 ü fl. 6 174 150 o()UU 15.000 6Ö0Ü fl. 5519*5 „ 5468 „ 51-5 Saldo. Dazu muss bemerkt werden: Wie aus Tab. VIII ersichtlich, sind die Mitgliedsbeiträge bis jetzt niemals voll gezahlt worden. Dass ein derartiger Unfug nicht stattfinden darf, ist selbstverständlich, ebenso dass das Ziel der vollen Einzahlung durch scharfe Statutenbestimmungen, sowie durch energisches Borgehen der Bereiusleitung leicht erreicht werden kann. Wer 3 oder 4 fl. jährlich zahlt, kann ebenso leicht 6 fl. zahlen. Es ist darin nur Nachlässigkeit. II. U n t e r st ü tz u n g s s e c t i o n. Ausgaben: fl. 360 . . . Diener gemeinsam mit Creditpet. „ 300. . . Secretär. „ 300 . . . 15percentige Jncasso-Provision. . 700 .. . Aerzte. „ 2000 . . . Unterstützungen. „ 400 . . . Diverses. fl. 4060 fl. 2>,00 . „ 300 . „ 1100 . „ 500. „ OOPfl. 4500 „ 4060 Einnahmen: Beiträge ordentlicher Mitglieder. Beiträge unterstützender Mitglieder. Spenden. Bethausgewinn. Kränzchen rc. fl. 440 Saldo. Dass diese Ziffern auf der Ausgabeseite geradezu zu hoch, auf der Einnahmeseite zu niedrig (im percentuellen Verhältnis) gegriffen sind, kann aus den bezüglichen Tabellen ersehen werden. Beide Budgets dürften im Falle der Verwirklichung nur Verschiebungen in günstigem Sinne erfahren. Die eventuellen Reingewinne beider Sektionen sollten zusammengelegt und die eine Hälfte zur Amortisation der Antheilscheine, die andere einerseits zur Erweiterung des BetrstdeS^ anderseits zur Bildung eines Reservefonds und endlich. zur Gründung von Rohstoff-, Magazins-, Werkzeugs- und Produrtiv- Genostenschaften verwendet werden. Ob diesem Projekte rechtliche Bedenken im Wege stehen, darüber haben andere zu urtheilen. Noch' eines sei bemerkt: Dieser Vorschlag hat vor allem Rücksicht genommen auf, die möglichste Sicherung des Capitals und damit der Institution selhst. Das mag nun für die Creditbedürftigen ungünstigstein. Allein es muss bedacht sein, dass es sich hier vor allem um einen Versuch handelt und dass dieser Versuch mit der größten Strenge und Reellität durchgeführt werden muss, falls er nicht von vorneherein fehlschlagen soll. Erst eine mehrjährige Praxis wird ergeben, ob die Basis dieses Vorschlages zu streng und zu enge gezogen ist. Eine Aenderung ist dann noch immer möglich. Immerhin muss die Devise lauten: Vorsicht und Strenge verbürgen den Erfolg.

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