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Die Stimme · 1964-12-01 · Heft 126 (Dezember 1964) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 126 (Dezember 1964)
Date
1964-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Aufruf des Misrachi und Hapoel-Hamisrachi WIEN I, JUDENPLATZ 8 ZUR WAHL DES WIENER KULTUSVORSTANDES Die Substanz des Judentums liegt in seinen geistigen Gütern und in der Erhaltung dieser Güter liegt die Erhaltung des Volkes, das Gedeihen Israels. Das ist der eigentliche Zweck der Einrichtungen, die seit Jahrtausenden bei uns bestanden und heute noch in manchen Ländern und in Israel bestehen, nämlich der Bethäuser und Jeschiwoth. Hier wurde und wird gelernt, verkündet, erfaßt, bekannt, studiert und die jüdischen geistigen Schätze weitergegeben, woran wir uns national, intellektuell, ethisch und kulturell erbauen, aufrichten und unser Leben sichern. Wir wollen unsere Pflichten und Aufgaben im Sinne der Thora, im Geiste unserer althergebrachten Tradition weiterhin erfüllen und Israel dienen. Anläßlich der Wahi des Kultusvorstandes wollen wir nur einen Teil unserer bisherigen Leistungen hervorheben, wobei wir nicht unterlassen können, darauf hinzuweisen, daß die bisherige Leitung der Kehilah fälschlicherweise sich selbst diese Leistungen zum großen Teile zugeschrieben hat. Sie tat dies in einer schön aufgemachten Broschüre, welche aber Sätze enthält, die einer sachlichen Kritik keinesfalls standhalten können. Der Ratschlag des Präsidenten Feldsberg, einen Kurs zu absolvieren, um den Inhalt aer fraglichen Broschüre zu verstehen, ist kindisch und lächerlich, denn was wir darin lesen, sind Selbstverständlichkeiten, die graphisch groß aufgemacht wurden und inhaltlich breitspurig dargestellt sind. Folgendes sind die Aufgabenbereiche, deren Misrachi sich seit langem unterzieht und denen wir als Zionisten auch in Zukunft alle unsere Kraft widmen werden, ohne große, kostspielige Aufmachung, und ohne Selbstverständlichkeiten breitzutreten: 1. Erziehung der Jugend im Geiste der Tradition, des Zionismus und unserer alten kulturellen Werte. 2. Die Bereitstellung von Sommer- und Winterlagern für Kinder und Jugendliche. 5. Kulturelle Massenveranstaltungen für Jugendliche (Jugendgruppe Bnei Akiba). 4 Talmud-Thora-Schule (Sinai), wo Talmud gelehrt und Hebräisch gepflegt wird. 5. Ausspeisungen für Bedürftige. 6. Hilfe an Flüchtlinge (Sherit Haplejta), wie wir sie auch bis jetzt aus eigenen Mitteln, ohne Beitrag von irgendeiner Seite, geleistet haben.

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