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Die Stimme · 1964-12-01 · Heft 126 (Dezember 1964) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1964
Issue
Heft 126 (Dezember 1964)
Date
1964-12-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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t:eren, aber den Ausgangspunkt vergessen; sie akzeptieren den Staat, verleugnen jedoch den Zionismus, der zum Staat geführt hat." Diese* Erscheinung begegnen wir in Wien leider nicht selten! Ganz große Möglichkeiten und ernste Aufgaben stehen vor uns: Unsere junge Generation nuß zielbewußt gelenkt, die Lehren unserer Weisen ihnen erschlossen werden, die hebräische Sprache soll gelehrt und gelernt werden zum Wohl und Nutzen unserer Gemeinde. Unsere Alten, Kranken und Bedürftigen müssen umsorgt und versorgt werden. Dem Antisemitismus muß kompromißlos entgegengetreten werden. Die Gemeindeangelegenheiten müssen frei von poli tischen Einflüssen und von bürokratischer Willkür entschieden werden. Den Sorgen und Anliegen unserer jüdischen Menschen muß Aufmerksam keit und tatkräftige Hilfe zuteil werden. Diese Angelegenheiten sind die Postulate, auf deren Erfüllung wir in der Kultusstube besonders bedacht sein werden. Und das sind die Männer unseres Vertrauens die die Gewähr dafür bieten, diese Forderungen in die Wirklichkeit umzusetzen: Dr. Ernst Brande, der Präsident des Zionistischen Landesverbandes. Dr. Brande wirkt schon seit langem aktiv im Wiener Judentum. Vor 1938 war er Obmann des Tempelvereines im 2. Wiener Gemeindebezirk. Die Mitglieder der Shanghai- Emigration kennen ihn als Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde in Shanghai, wo er das Dezernat für Jugend und Erziehung mit Umsicht, Klugheit und viel Erfolg leitete. Die Tätigkeit, die ei in den letzten Jahren in der Wiener Kultusgemeinde entfaltet hat, und für die er die größte Anerkennung erntete, ist bekannt. ■ ■ Esriel Seifert, ein geschätzter, solider Groß- I H kaufmann am hiesigen Platz ist ein hochverdien- ■ I ter, alter Zionist, dessen mit bestem Erfolg ■ ■ geleistete jüdische und zionistische Gemein- ■ ■ schaftsarbeit bereits in weitesten Kreisen be- I H kannt ist. Seine Korrektheit und seine Liebe zum ■ ■ jüdischen Volk sichern ihm seit langem das Ver ■ ■ trauen dieser Kreise. Hofrat Max Birnstein war aktiver Offizier in der österreichisch-ungarischen Armee, wo die Umstände bekanntlich derart beschaffen waren, daß der jüdische Offizier aus naheliegenden Gründen die Neigung hatte, das Judentum zu verlassen. Nicht so Hofrat Birnstein. Auch hier blieb er ein aufrechter Jude und nährte die Hoffnung, daß wir Juden einst unseren eigenen Staat errichten werden. Birnstein ist ein Vorbild der Korrektheit und des Pflichtgefühls.

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