Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1964
- Issue
- Heft 123 (August 1964)
- Date
- 1964-08-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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SEITE 12 DIE STIMME NUMMER 123 Inspektor die Zelle betrete, diesem die Karten in die Tasche stecke und sie ihm beim Verlassen der Zelle wieder geschickt aus der Tasche ziehe. Der Inspektor hielt sein Versprechen, und die Partie blieb erhalten. BEN GURIONS BRUDER Der Bruder des ehemaligen israelischen Premiers Ben Gurion ist seit vielen Jahren Besitzer eines Sodawasserkiosks in Tel Aviv. Als man ihn fragte, warum er nicht auch eine bedeutende Position im Lande erlangt habe, wie sein Bruder, gab er gelasscri zur Antwort: „Glauben Sie mir, ich habe täglich fünfzig bis hundert Juden als Kunden, und das reicht mir bereits. Stellen Sie sich vor, daß mein armer Bruder mit zwei Millionen fertig werden muß!“ „NESS“-KAFFEE Ness ist die hebräische Übersetzung für Wunder. Ein Kaffeehausgast meinte , einmal aufgebracht, diese Bezeichnung sei sehr zutreffend für dieses Gesöff, ' das man als „Wunder“ Gottes preisen müsse, wenn niemand nach seinem Ge- : nuß krank würde. (Vom richtigen Nes-; kaffee „Gott behüte“ nicht zu behaup- , ten.) DU Ja Rings um die Welt gab es mehr eingesetzte Götter, Halbgötter und Götzen als es Völker und Menschen auf der Erde gab. Hellenen, Römer, Germanen und viele andere bevölkerten ihre Himmel mit Männern und Frauen. Und da, mit einem Mal, nahm man wahr, daß es seit Abraham Juden waren, die da simpel sagten, es gebe „Jawe“, also Gott, den Allmächtigen und Schöpfer alles Wahrgenommenen für die sichtbare Welt, Gott ohne Gesicht und ohne Wesen menschlicher Art. Die Juden etablierten gewissermaßen Gott und somit hatten sie zugleich den Anfang einer Heilsgeschichte begründet. Und heute beharren die Juden darauf, daß dieser Monotheismus als der Grundsatz ihres Glaubens weder durch künstliche sogenannte Offenbarungskonstruktionen, noch weniger durch starre Dogmen beeinträchtigt werde. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf einen Artikel des modernen Wiener Religionsphilosophen Kurt Schubert verweisen, in welchem er den Ausdruck „adoptivisch“, d. h. angenommenermaßen oder nicht existent formuliert.! Und der Antisemitismus? Karl Marx: icmec in dUsec Wett sagt: Antisemitismus ist — nicht wie ich ihn verstehe, latenter ordinärer Ehrneid — er ist der Sozialismus der Dummen. Ich aber sage tiefer schürfend und aufreißend: Der Antisemitismus - der Wermuth, manchmal der tötende Schierling der Juden — verarbeitet wie die abscheuliche Säure und Hefe des Magens die ideelle und geistige Nahrung der denkenden Menschheit. Die gesunde Reaktion hierauf: der Volkskörper der Weltgemeinschaft wirft dann die Schlacke, den Rückstand, das Abfallprodukt aus, wie Kot, bildet andererseits das gottgewollte Leben. Mitunter die Essenz, das Filtrat eines jüdischen Charakters, welchem in seiner Abstraktheit weder die Zeit, noch die schlimmen Konsequenzen einer ihn deformierenden, durch die Anderen getätigten Bedrängnis etwas anhaben können. Dieser Charakter stellt das Edelste dar. Er überragt in seiner tragischen Ernsthaftigkeit, abgeklärten und stillen Würde und Schönheit jede andere Auffassung vom Leben. Seine Träger sind die übersehenen und übergangenen Türmer in dieser Welt! Piermann Schlesinger RECHENMASCHINEN ADD I ERMASCH INEN SCHREIBMASCHINEN DIKTIERGERÄTE FRANKIERMASCHINEN FOTOKOPIERER VERVIELFÄLTIGUNGSMASCHINEN SICHTKARTEIEN STAHLMÖBEL REGISTRIERKASSEN BUROMASCHINEN WIEN IX, WÄHRINGER STRASSE 6 — 8 TELEFON 342525